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Bosch nimmt ersten eigenen Elektrolyseur mit Hybrion Elektrolyse-Stacks in Betrieb

05.11.2025

Pressemeldung

Antriebssysteme

Bosch nimmt ersten eigenen Elektrolyseur mit Hybrion Elektrolyse-Stacks in Betrieb

Stuttgart/Bamberg – „Wasserstoff marsch“ heißt es ab sofort für Bosch: Das Unternehmen nimmt nach dem offiziellen Markteintritt im März zwei Hybrion PEM-Elektrolyse-Stacks (PEM = Protonen-Austausch-Membran) in einem Elektrolyseur am Bosch Standort Bamberg in Betrieb. Mit einer Leistung von 2,5 Megawatt wandelt er Wasser mithilfe von erneuerbarem Strom in Wasserstoff und Sauerstoff um – und erfüllt dabei die EU-Vorgaben für erneuerbaren Wasserstoff. Zugleich beginnt mit der Inbetriebnahme des Elektrolyseurs in Bamberg ein neues Kapitel: Er ist Teil einer ganzen Wasserstofflandschaft, in der unter anderem aufgezeigt wird, wie Wasserstoff produziert, gespeichert und weiterverwendet werden kann. „Wasserstoff spielt eine Schlüsselrolle für eine klimaneutrale Welt, auf die wir uns in Deutschland und Europa gesellschaftlich verständigt haben, und eignet sich hervorragend als Energieträger. Er lässt sich klimaneutral erzeugen, speichern und transportieren – und zwar nahezu überall“, sagt Dr. Markus Heyn, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender des Geschäftssektors Mobility. Für Bosch ist und bleibt Wasserstoff ein strategisches Geschäftsfeld. Mit dem offiziellen Start unseres Elektrolyseurs und der Eröffnung der Wasserstofflandschaft hier in Bamberg erreichen wir einen wichtigen Meilenstein....sagt Dr. Markus Heyn, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender des Geschäftssektors Mobility. Herzstück des Elektrolyseurs, der vom Unternehmen FEST aus Goslar gebaut wurde, sind zwei in Bamberg gefertigte Bosch Hybrion Elektrolyse-Stacks. Mit 1,25 Megawatt Leistung produziert jeder dieser Stacks rund 23 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde aus Wasser und Strom. Unter Volllast kann der Elektrolyseur damit mehr als einer Tonne Wasserstoff erzeugen – und das pro Tag. Mit dieser Menge schafft es ein elektrisch betriebener 40-Tonnen-Lkw mit einem Fuel Cell Power Module (FCPM, zu Deutsch: Brennstoffzellen-Antriebssystem) von Bosch bis zu 14 000 Kilometer weit. Eben diese FCPM, ausgestattet mit einem Brennstoffzellenstack von Bosch, nimmt man in der Bamberger Wasserstofflandschaft in einem sogenannten Lifetime-Container in Dauerbetrieb, um sie auf ihre Haltbarkeit zu testen. Dafür strömt der Wasserstoff aus dem Elektrolyseur über ein Leitungsnetz in den Container. Der Prozess, der zuvor zur Erzeugung von Wasserstoff in den PEM-Elektrolyse-Stacks stattgefunden hat, wird in den Brennstoffzellen-Stacks der FCPM durch die Zuführung von Wasserstoff und Sauerstoff nun umgekehrt: Es entstehen Wasser und elektrische Energie. Der durch die FCPM erzeugte Strom fließt zurück in den Elektrolyseur, um ihn zu testen und zugleich lokal Wasserstoff zu erzeugen. Die Tests im Lifetime-Container laufen rund um die Uhr und simulieren verschiedenste Einsatzszenarien, um die Langlebigkeit und Zuverlässigkeit der Brennstoffzellen-Antriebssysteme zu gewährleisten. Bereits 2023 erfolgte der Serienstart des FCPM im Bosch Werk Stuttgart-Feuerbach. Und erst kürzlich wurde es für den renommierten Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten nominiert. „Bosch kann Wasserstoff, und das in Serie“, erklärt dazu Thomas Pauer, Vorsitzender des Geschäftsbereichs Power Solutions. „Wir sind frühzeitig in das Thema eingestiegen, in Vorleistung gegangen und stehen mit marktreifen, technischen Lösungen parat. Dazu gehört auch unser Fuel Cell Power Module. Dass wir damit für den Deutschen Zukunftspreis nominiert wurden, zeigt, dass Bosch hier Spitzentechnologie liefert. Das gilt im Bereich der Brennstoffzelle ebenso wie in der Elektrolyse.“ Eine zweite Teststation gibt es in Bamberg auch für die im dortigen Werk gefertigten Hybrion PEM-Elektrolyse-Stacks. So stellt Bosch vor der Auslieferung der Stacks an Kunden sicher, dass sie ihre Leistung und Effizienz unter realen Betriebsbedingungen sicher erreichen. Hierfür werden etwa verschiedene Lastprofile simuliert, um die Reaktion jedes Stacks auf elektrische Schwankungen zu prüfen. Zudem wird jeder Hybrion Stack vor der Auslieferung aktiviert, damit er beim Kunden sofort einsatzbereit ist. Ein weiterer Teil der Wasserstofflandschaft ist der 21 Meter hohe Wasserstoff-Tank, in dem Wasserstoff aus der Elektrolyse bei bis zu 50 bar gespeichert werden kann. 2025 hat Bosch seine ersten Meilensteine in der Elektrolyse-Technik bereits erreicht. Nach dem Marktstart im Frühjahr sind die Auslieferungen an verschiedene Kunden und Partner gestartet, darunter etwa die Unternehmen IMI, Kyros Hydrogen Solutions, Neuman & Esser sowie Pietro Fiorentini und seine Tochtergesellschaft Hyter.

Bosch bringt ersten Wasserstoff-Truck im Werksverkehr auf die Straße

08.10.2025

Pressemeldung

Antriebssysteme

Bosch bringt ersten Wasserstoff-Truck im Werksverkehr auf die Straße

Nürnberg – Bosch in Nürnberg macht einen weiteren Schritt auf dem Weg zur klimafreundlichen Logistik – und zwar mit einem Eigenprodukt des Technologiekonzerns. Seit Kurzem setzt das Werk einen brennstoffzellenelektrischen Truck im Werksverkehr ein. Ausgestattet ist dieser mit dem Fuel Cell Power Module (FCPM) von Bosch, das kürzlich für den renommierten Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten nominiert wurde. „Als wir beschlossen haben, unseren Werksverkehr klimafreundlicher zu gestalten, war klar: Wir wollen einen Lkw mit FCPM von Bosch“, erklärt Alexander Weichsel, kaufmännischer Werkleiter in Nürnberg. „Der Einsatz ist für uns ein wichtiger Baustein, um unsere Emissionen in der Logistik zu verringern. Dass weltweit bereits mehrere tausend Lkw mit Brennstoffzellensystemen von Bosch unterwegs sind, zeigt, dass sich das Konzept bewährt.“ Durch die Umwandlung von Wasserstoff und Sauerstoff in Wasser und Strom kann der 40-Tonner komplett elektrisch betrieben werden. Wird der Wasserstoff dafür regenerativ erzeugt, ist der Antrieb sogar klimaneutral. Mit der Umstellung auf das neue Fahrzeug will Bosch in Nürnberg auch ein Zeichen setzen und sich im Sinne der Bayerischen Wasserstoffstrategie 2.0 für den Aufbau einer Wasserstoffwertschöpfungskette engagieren.Realbetrieb liefert wertvolle Daten für Weiterentwicklung Bis zu 800 Kilometer Reichweite hat der Iveco-Truck, der im Auftrag des Bosch-Werks von der Spedition Schäflein betrieben wird. Schäflein wiederum mietet das Fahrzeug von dem auf emissionsfreie Lkw spezialisierten Miet-Anbieter Hylane. 12 000 Kilometer pro Jahr soll das Fahrzeug, das auf einer festen Strecke insbesondere Produkte aus der werkseigenen Herstellung transportiert, zurücklegen. Damit spart das Nürnberger Werk CO 2 für Bosch ein – weil das Fahrzeug Wasserstoff statt Diesel nutzt. Primäres Ziel der Nutzung ist aber zunächst – neben der Verringerung der Emissionen in der Logistik – Erfahrung und möglichst viele Daten zu sammeln, die in die Weiterentwicklung künftiger Antriebssysteme wie den Modellen Compact 190 und Compact 300 fließen. Werkleiter Alexander Weichsel blickt optimistisch in die Zukunft: „Der problemlose Betrieb zeigt, dass die Brennstoffzelle reif für den Serieneinsatz ist.“ Zugleich sagt er: „Entscheidend für eine erfolgreiche Wasserstoffwirtschaft sind vor allem eine hohe Verfügbarkeit von bezahlbarem Wasserstoff und der Aufbau einer adäquaten H 2 -Infrastruktur, auch in Nürnberg. Wir arbeiten aktiv daran, mit Industriepartnern der Metropolregion Nürnberg die Wasserstoffstrategie in Bayern umzusetzen.“ Mit dem FCPM-Truck von Iveco hat Bosch in Europa jetzt erstmals sein eigenes System im Realbetrieb. Die fünf verbauten Wasserstofftanks fassen bis zu 70 Kilogramm bei 700 bar Druck. Das Brennstoffzellensystem liefert eine Leistung von insgesamt über 200 Kilowatt. Die eAchse wird aus dem Brennstoffzellensystem gespeist, zwei zentral verbaute Batteriepakete dienen als Energiepuffer. Die Systemleistung des Trucks liegt bei 400 Kilowatt, das zulässige Gesamtgewicht beträgt bis zu 44 Tonnen. Neben seiner Robustheit und der hohen Reichweite, die im Gegensatz zu batterieelektrischen Fahrzeugen nicht von der Außentemperatur beeinflusst wird, überzeugt der Truck mit geringen Betankungszeiten, die denen eines Diesel-Lkws gleichen. Der Serienstart des FCPM erfolgte bereits Mitte 2023 in Stuttgart-Feuerbach. Das Bosch-Werk in Bamberg liefert dafür den Brennstoffzellen-Stack zu, das Werk Homburg weitere Komponenten wie etwa den elektrischen Luftkompressor oder das Rezirkulationsgebläse. Bosch engagiert sich seit jeher stark für den Aufbau einer Wasserstoff-Wirtschaft und entwickelt technische Lösungen für die Erzeugung, Infrastruktur und Anwendung von Wasserstoff. Erst im Frühjahr läutete das Unternehmen mit Technik für Elektrolyseure seinen Markteintritt ein und stellte seine Hybrion PEM-Elektrolyse-Stacks vor. In der Anwendung von Wasserstoff ist Bosch nicht nur im Bereich der mobilen Brennstoffzelle, sondern auch des Wasserstoffmotors aktiv.

Bosch macht Motorräder und Powersports-Fahrzeuge fit für die Zukunft

05.11.2019

Pressemeldung

Vernetzte Mobilität

Bosch macht Motorräder und Powersports-Fahrzeuge fit für die Zukunft

Mailand – Motorradfahren steht für Leidenschaft, Dynamik und Geschwindigkeit. Es bietet einzigartiges Fahrvergnügen und ein besonderes Gefühl der Freiheit. Bosch zeigt auf der EICMA 2019 eine Reihe innovativer Lösungen, die das Fahren von Motorrädern und Powersports-Fahrzeugen so emissionsfrei, sicher und begeisternd wie möglich machen, ohne den Fahrspaß zu beeinträchtigen. Sie finden Bosch in Halle 13, Stand G55.Vernetzung: der nächste Schritt in der Evolution der Fahrsicherheit Bosch vernetzt Zweiräder und Powersports-Fahrzeuge sowohl fahrzeugintern als auch mit der Außenwelt. Intelligente, vernetzte Bordsysteme unterstützen den Fahrer und erhöhen die Sicherheit. Dank der vernetzten Lösungen von Bosch müssen Fahrer von Motorrädern und Powersports-Fahrzeugen nicht länger auf digitale Informationen und Unterhaltung verzichten. Integrierte Informations- und Kommunikationssysteme: Auf der EICMA 2019 feiert Bosch die Weltpremiere der nächsten Generation seiner integrierten Informations- und Kommunikationssysteme. Das Highlight ist ein in der Größe optimierter TFT-Bildschirm (6,5 Zoll, rahmenlos). Durch ein besseres Verhältnis von Display zu Gehäuse fällt der TFT-Bereich insgesamt größer aus. Das neue nahtlose Design führt zu einem kleineren Gehäuse und daher auch zu einer größeren Flexibilität bei der Montage an verschiedenen Arten von Motorradmodellen. Das integrierte Informations- und Kommunikationssystem von Bosch bringt traditionelle Instrumente mit einer Vielzahl von Infotainment-Funktionen in einem einzigen Gerät unter. Unter anderem verbessert die Antireflexbeschichtung die Ablesbarkeit des kristallklaren Displays bei allen Witterungsbedingungen. Selbst bei Regen, direkter Sonneneinstrahlung oder Dunkelheit sind die Farben klar und der Kontrast hoch. Smartphone-Integration mySPIN: Mit mySPIN können Motorradfahrer ihr Smartphone mit dem Fahrzeug koppeln und Smartphone-Inhalte über das Display auf ihrem Motorrad, Roller oder Powersports-Fahrzeug anzeigen. Diese Lösung steht allen Fahrzeugherstellern als offene Plattform zur Verfügung. Das System ist einfach zu bedienen. Sobald das Smartphone über WLAN, Bluetooth oder USB mit dem Fahrzeug verbunden ist, stehen dem Fahrer sofort eine Vielzahl von Apps auf dem Display zur Verfügung. Sicherheit: auf dem Weg zum unfallfreien Motorradfahren Bosch ist weltweit führender Anbieter von Motorrad-Sicherheitssystemen und hat mit ABS und der Motorrad-Stabilitätskontrolle (MSC) das Fahren auf zwei Rädern bereits deutlich sicherer gemacht. Jetzt geht das Unternehmen mit der Entwicklung von sensorbasierten Fahrerassistenzsystemen noch einen Schritt weiter: Nach Schätzungen der Bosch-Unfallforschung könnten radarbasierte Assistenzsysteme jeden siebten Motorradunfall verhindern. Denn die elektronischen Assistenten sind immer wachsam und reagieren in Notfällen schneller als Menschen. Motorrad-Stabilitätskontrolle MSC: Die Motorrad-Stabilitätskontrolle (MSC) von Bosch erhöht seit 2013 die Sicherheit von Motorradfahrern. MSC unterstützt den Fahrer auch in kritischen Schräglage-Situationen beim Bremsen. Das kann sowohl die Fahrstabilität als auch die Bremsleistung verbessern. Das MSC-System von Bosch kommt auch bereits in einem Motorrad mit elektrischem Antrieb zum Einsatz – dem Zero SR/F. Semiaktive Dämpfungsregelung für Powersports-Fahrzeuge: Die semiaktive Dämpfungsregelung für Powersports-Fahrzeuge erhöht Sicherheit, Komfort und Dynamik. Fahrzeuge mit diesem System sind mit mehreren Sensoren ausgestattet, die den Straßenzustand dauernd überwachen und so fast unmittelbare Eingriffe erlauben. Durch die Sensoren kann das System die Stabilität besonders im Gelände verbessern. Es ermöglicht dem Fahrer, die Dämpfungseinstellungen auf Knopfdruck auszuwählen und an seine Vorlieben anzupassen. Die semiaktive Dämpfungsregelung steuert die Aktuatoren in den Dämpfern, um Vibrationen zu reduzieren und Fahrstabilität sowie Fahrkomfort zu verbessern. Fahrerassistenzsysteme: Sensorbasierte Fahrerassistenzsysteme von Bosch können die Sicherheit und den Komfort für Motorradfahrern erhöhen, ohne den Fahrspaß zu beeinträchtigen. Sie umfassen eine adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung (ACC), eine Kollisionswarnung und eine Totwinkelerkennung. Die Systeme basieren auf einer Kombination aus Radarsensoren, Bremssystem, Motormanagement und HMI (Human Machine Interface). Der Radar funktioniert wie ein Sinnesorgan, das ein Bild des Fahrzeugumfelds liefert. Die Motorradhersteller Ducati und KTM werden die Fahrerassistenzsysteme von Bosch bereits 2020 in ihre Modellpalette bringen. Ab 2021 werden die Bosch-Systeme auch in neuen Serienmodellen von Kawasaki eingeführt. Antriebssysteme: die neueste Technik für weniger Emissionen Da die urbane Mobilität heute vor großen Herausforderungen steht, arbeitet Bosch an der Entwicklung von hocheffizienten Antriebslösungen. Diese können Fahrzeugherstellern dabei helfen, die Emissionswerte zu senken und zu einer Verbesserung der Luftqualität beizutragen. Auch leichte Elektrofahrzeuge werden mit Bosch-Technik angetrieben. Neben einem geräuscharmen Betrieb sorgen fortschrittliche Technik und hohe Dynamik für maximalen Fahrspaß. Systemlösungen für leichte Elektrofahrzeuge: Bosch präsentiert auf der EICMA 2019 zwei innovative Systemansätze für leichte Elektrofahrzeuge: das sogenannte Drive System und das Integrated System. Das Drive System besteht aus einer elektrischen Antriebseinheit und dem dazugehörigen Steuergerät. Die Komponenten sind für ein effizientes Fahrerlebnis perfekt aufeinander abgestimmt und lassen sich einfach in Fahrzeuge integrieren. Das Integrated System beinhaltet neben Antriebseinheit und Steuergerät auch eine Batterielösung. Zudem ermöglicht es verschiedene Vernetzungsfunktionen für den Kunden. Es kann flexibel in verschiedenen Klassen von leichten Elektrofahrzeugen eingesetzt werden, so dass mit geringem Aufwand die perfekte Anpassung an die Anforderungen verschiedener Hersteller möglich ist. Das Integrated System wird auf der EICMA 2019 in einem Nuuk Urban vorgestellt. Motormanagementsysteme: Die Motormanagementsysteme von Bosch können Zweiradherstellern helfen, künftige Abgasvorschriften wie Euro 5 und BS 6 (Bharat Stufe 6) einschließlich OBD I/II zu erfüllen. Gemeinsam mit neuester Sensortechnologie können die Motormanagementsysteme im Vergleich zum konventionellen Vergaser erhebliche Effizienzsteigerungen erzielen.

Mehr Technik für bessere Luft: Bosch unterstützt weltweit Städte im Kampf gegen  ...

25.07.2019

Pressemeldung

Antriebssysteme

Mehr Technik für bessere Luft: Bosch unterstützt weltweit Städte im Kampf gegen ...

Stuttgart – Städte sind weltweit Anziehungspunkt für immer mehr Menschen. 2050 wird es mehr als sechs Milliarden Großstadt-Einwohner geben. Das sind doppelt so viele wie heute. Im selben Zeitraum wird sich der urbane Verkehr verdreifachen – unter anderem, weil mit dem boomenden Online-Handel der Lieferverkehr weiter zunehmen wird. Mehr Menschen und mehr Verkehr bedeuten auch mehr dicke Luft. Von Paris bis Shanghai stehen Städte deshalb vor ein und derselben Herausforderung: Sie müssen individuelle Mobilität von Personen und Gütern aufrechterhalten und zugleich die Luftqualität verbessern. Keine leichte Aufgabe: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO leben rund 90 Prozent der Weltbevölkerung heute an Orten mit schlechter Luftqualität. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD beziffert den volkswirtschaftlichen Schaden durch Luftverschmutzung global auf ungefähr fünf Billionen US-Dollar. Der Hauptteil davon sind steigende Gesundheitskosten. „Saubere Luft geht uns alle an“, sagt Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. „Bei Bosch sehen wir uns nicht nur global beim Klimaschutz, sondern auch vor Ort bei der Luftqualität in der Verantwortung. Dazu brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Technik. Mit ‚Technik fürs Leben‘ können wir Städten helfen und die Welt zu einem besseren Ort machen.“ Bosch arbeitet deshalb unter wie über der Motorhaube an einer möglichst emissionsfreien Mobilität und zeigt auch als Arbeitgeber weltweit Verantwortung für bessere Luftqualität. Bei Bosch sehen wir uns nicht nur global beim Klimaschutz, sondern auch vor Ort bei der Luftqualität in der Verantwortung. Dazu brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Technik. Mit ‚Technik fürs Leben‘ können wir Städten helfen und die Welt zu einem besseren Ort machen....Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH Luftqualität verstehen: andere Stadt, andere Herausforderung Technischer Fortschritt und veränderte Regulierungen haben die Luftqualität insbesondere in Europa und den USA deutlich verbessert. Verursacher schlechter Luft ist nicht nur der Verkehr allein. Vielmehr tragen auch Industrie, Landwirtschaft und Energieerzeugung zur Luftverschmutzung bei – weltweit in unterschiedlichem Maße. Je nach Standort ist die Zusammensetzung der Luft sowie der Anteil an Schadstoffen wie Feinstaub, Ozon, Schwefeldioxid oder Stickoxid grundverschieden. Hinzu kommt: Luftchemische Prozesse, ausgelöst etwa durch unterschiedliche Temperaturen, Windverhältnisse und Sonneneinstrahlung, beeinflussen die Luftqualität. Viel Sonne erhöht den Anteil an Ozon. Ozon wiederum kann Stickstoffmonoxid zu Stickstoffdioxid (NO 2 ) umwandeln. Um diese Zusammenhänge besser zu verstehen und um aus Städten von verschiedenen Standorten mehr Daten zu Luftschadstoffen zu erhalten, entwickelt Bosch ein Immissions-Messsystem. Die kompakten Messboxen werden zurzeit im Großraum Stuttgart ebenso wie in Paris und Marseille erprobt. Sie sollen zuverlässige Daten zur Luftqualität liefern, auf deren Basis in Echtzeit zum Beispiel flächendeckende Luftqualitätskarten für ein verfeinertes Verkehrsmanagement erstellt werden können. Unter der Motorhaube: Stickoxid- und Partikelemissionen im Blick Bosch setzt sein Wissen und hohe Finanzmittel ein, um Autos fit für die Zukunft zu machen. Dazu gehört zweierlei: die Elektromobilität voranzutreiben und die Verbrennungstechnik weiterzuentwickeln. Das Ziel: Verbrenner, deren Emissionen zur Luftbelastung in Städten keinen nennenswerten Beitrag mehr leisten. Mit der neuen Technik für Dieselfahrzeuge hat Bosch einen großen Schritt in diese Richtung gemacht. Damit kann der Ausstoß von Stickoxiden weit unter das Niveau künftiger Grenzwerte gesenkt werden. Die Technik geht sukzessive in Serie. Stickoxidemissionen neuer Dieselfahrzeuge werden somit bald kein Thema mehr sein. Das sind Partikelemissionen bei Diesel dank Partikelfilter schon lange nicht mehr. Dieses Ziel verfolgt Bosch auch für Benziner und kommt dabei gut voran: Mit innermotorischen Maßnahmen und effizienter Abgasnachbehandlung kann der Partikelgrenzwert der Euro-6d-temp-Norm um zirka 70 Prozent unterschritten werden. In Europa führt Bosch keine Entwicklungen für Ottomotoren mehr durch, die nicht mit Partikelfilter ausgerüstet sind. Auch Partikelemissionen beim Bremsen will das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen minimieren. So erzeugt die iDisc von Bosch im Vergleich zu einer herkömmlichen Bremsscheibe bis zu 90 Prozent weniger Bremsstaub. Boschs regeneratives Bremssystem kann in elektrifizierten Fahrzeugen sogar mehr als 95 Prozent der Bremspartikel verhindern. Über der Motorhaube: Stadtverkehr verstehen, planen und steuern Bosch kümmert sich nicht nur unter der Motorhaube um bessere Luftqualität. „Wir haben das ‚big picture‘ im Blick und betrachten die langfristige Entwicklung der Mobilität besonders in Metropolen“, sagt Denner. Europaweit steht Bosch mit 100 Kommunen und Regionen im Austausch mit dem Ziel, die Luftqualität zu verbessern. Vorteil: Aus dem Beschleunigungs- und Bremsverhalten eines Autos etwa kann Bosch zuverlässig auf die Fahrzeugflotte und darüber auf die Emissionen des aktuellen Verkehrs schließen. Dazu erhebt Bosch anonyme Daten in Stuttgart und umgebenden Städten und leitet daraus ab, wie sich der Verkehr ändern muss, damit die Emissionen sinken. Auf dieser Basis berät Bosch Städte bei Verkehrsplanung und -management. In Stuttgart hat Bosch beispielsweise gezeigt, dass mit Verkehrsverstetigung der Schadstoffausstoß der Bestandsflotte an Deutschlands meistbelastetem Verkehrsknotenpunkt um bis zu 20 Prozent reduziert werden kann. Das ist nur eine von vielen Stoßrichtungen des Technologie- und Dienstleistungsunternehmens. Eine andere ist der eScooter-Sharing-Service COUP. Mit insgesamt 5 000 Elektrorollern hält die Bosch-Tochter Menschen in Berlin, Paris und Madrid lokal emissionsfrei mobil. Auch reine Softwarelösungen gehören zum Bosch-Repertoire für bessere Luftqualität. Die Triffix-App des gleichnamigen Bosch-Startups liefert Nutzern für ihren Weg von A nach B zur richtigen Zeit direkt aus der Verkehrsleitzentrale maßgeschneiderte Verkehrsinformationen und Alternativrouten. So sorgt die App mit dafür, dass der Stadtverkehr nicht ins Stocken gerät. Verantwortung als Arbeitgeber: Mobilitätsmanagement für Mitarbeiter Wenn Verkehr erst gar nicht entsteht, kann er nicht ins Stocken geraten. Das ist der Grundsatz, mit dem Bosch sein betriebliches Mobilitätsmanagement betreibt. Allein im Großraum Stuttgart legen 50 000 Mitarbeiter täglich mehr als 1,5 Millionen Kilometer zurück – und das ist nur ein Achtel aller Bosch-Mitarbeiter weltweit. Die Lösung: Mit Shuttle-Bussen werden viele Fahrten vieler Mitarbeiter zu einer einzigen gebündelt. Diese stellt Bosch an Standorten wie Istanbul in der Türkei, Curitiba und Campinas in Brasilien, Changsha, Peking, Shanghai und Suzhou in China sowie in Stuttgart bereit. In Shanghai etwa befördern zehn Lang- und sieben Kurzstreckenbusse täglich mehr als 1 000 Personen. Zusammen zur Arbeit kommen Mitarbeiter auch mithilfe der Mitfahr-Plattform SPLT, die Bosch 2018 übernommen hat. Die App erleichtert das Bilden von Fahrgemeinschaften und kommt nach Mexiko inzwischen auch im Großraum Stuttgart zum Einsatz. Mit mobilem Arbeiten können Bosch-Mitarbeiter zudem von zuhause oder an einem für sie näher gelegenen Standort tätig sein. Es braucht viele Maßnahmen, damit Luftqualität besser werden kann. Das zeigt das breite Bosch-Engagement. Nur so können Städte weltweit aufatmen und auch in Zukunft für eine steigende Anzahl an Einwohnern lebenswert bleiben.

Neue Dieseltechnik von Bosch: Ihre Fragen beantwortet

30.07.2018

Pressemeldung

Antriebssysteme

Neue Dieseltechnik von Bosch: Ihre Fragen beantwortet

Welche Vorteile hat die neue Dieseltechnik von Bosch? Dank kontinuierlicher Forschung und steten Verbesserungen im Bereich Dieseltechnik und -anwendungen konnten die Entwickler von Bosch unter verschiedensten Umwelt- und Fahrbedingungen einen noch geringeren Stickoxid-Emissionswert (NOx) erreichen. Bei europäischen EU6-RDE-Praxistests kamen mit der neuen Dieseltechnik von Bosch ausgestattete Fahrzeuge auf einen Durchschnittswert von nur 13 Milligramm NOx pro Kilometer. Für dieses Resultat waren erhebliche Änderungen an der bestehenden Technik erforderlich, doch nun kann die Technik ohne hohe Zusatzkosten bei Neuwagen appliziert werden. Gibt es Vergleichswerte für diese 13 Milligramm pro Kilometer? Seit 2017 verlangt der europäische EU6-RDE-Standard, dass neue Pkw-Modelle bei einem Mix aus Stadt-, Überland- und Autobahnfahrten höchstens 168 Milligramm Stickoxid pro Kilometer emittieren, ab 2020 maximal 120 Milligramm. Die mit der neuen Dieseltechnik von Bosch ausgestatteten Testfahrzeuge haben gezeigt, dass bei Fahrten, die den europäischen EU6-RDE-Prüfkriterien entsprechen, eine durchschnittliche Emission von nur 13 Milligramm pro Kilometer möglich ist. Was ist unter "verschiedenste Umweltbedingungen" zu verstehen? Dazu gehören extreme Fahrstile (sehr dynamisch bzw. sehr langsam), hohe und niedrige Außentemperaturen, Autobahnfahrten und Fahrten auf verkehrsreichen innerstädtischen Straßen. Was zeichnet die neue Dieseltechnik im Detail aus? Bosch hat ein reaktionsschnelles Luftsystem des Motors entwickelt, das einen optimierten Turbolader und eine Kombination aus Hoch- und Niederdruckabgasrückführung sowie einen aktiven SCR- auf DPF-Katalysator und einen passiven nachgelagerten SCR-Katalysator beinhaltet. Außerdem sorgt ein komplexes neues Thermomanagementsystem für den Dieselmotor dafür, dass die Temperatur der Abgase in einem Bereich liegt, der zur Optimierung der Emissionsreduzierung unter verschiedensten Umwelt- und Fahrbedingungen beiträgt. Wann ist die Technik serienreif? Dieses Resultat bei Testfahrzeugen beruht auf erheblich modifizierten Motor- und Emissionseinstellungen und der Anwendung von Technik und Komponenten, die erst kürzlich auf den Markt gekommen sind. Die Kunden von Bosch können jetzt anfangen, mit diesem neuen System-Know-how zu arbeiten und es in die Produktionsprojekte für zukünftige Modelle in den nächsten Jahren zu integrieren. Warum sind Stadtfahrten anspruchsvoller als Autobahn- oder Überlandfahrten? Für eine optimale Stickoxid-Konvertierung müssen die Abgase mehr als 200 Grad heiß sein – eine Temperatur, die gerade bei Stadtfahrten oft nicht erreicht wird, da die Abgase aufgrund von Staus oder stockendem Verkehr abkühlen können. Das neue Thermomanagement von Bosch gleicht diesen Nachteil aus, indem es die Abgastemperatur unter den verschiedensten Betriebsbedingungen aktiv steuert. Braucht es für die Temperatursteuerung im Abgasstrang einen Zusatzheizer auf 48-Volt-Basis oder vergleichbare zusätzliche Bauteile? Der neue Bosch Diesel-Antrieb basiert auf mittlerweile am Markt verfügbaren Komponenten und ist nicht auf ein zusätzliches 48-Volt-Bordnetz angewiesen. Wird der Diesel durch die neue Bosch-Technik deutlich teurer? Bosch rechnet nicht damit, dass sich die Produktionskosten für Dieselfahrzeuge dadurch wesentlich erhöhen. Verliert der Diesel durch die neue Technik seinen Spritspar- und Klimavorteil? Nein, unsere Entwickler konnten die Stickoxid-Emissionen weiter reduzieren und gleichzeitig den CO₂-Vorteil des Diesels erhalten. Wann ist die Dieseltechnik verfügbar und für Kunden zu kaufen? Bosch kann leider keine Angaben dazu machen, wann Fahrzeuge erhältlich sein werden. Das wird von den Herstellern abhängen. Sie sprechen von einem Durchbruch, aber sagen gleichzeitig, es sind nur seriennahe Teile verbaut. Ist das nicht ein Widerspruch? Bosch profitiert von kontinuierlicher Forschung und Entwicklung sowie neuen Komponenten, die gerade auf den Markt kommen. Dadurch können die Kunden jetzt anfangen, bei der Produktion künftiger Modelle auf die Projekterfahrung von Bosch aufzubauen. Die erzielten Fortschritte beruhen wesentlich auf komplexen Optimierungen des Gesamtsystems. Wenn Bosch hier größtenteils bestehende Hardware verbaut, wieso kommt die Technik dann erst jetzt und nicht schon vor ein paar Jahren? Zum Teil war die Hardware vor ein paar Jahren noch nicht verfügbar, und das neue Motor- und Temperaturmanagement von Bosch beruht auf jahrelanger Weiterentwicklung des Systems und dem entsprechenden Know-how. Die heutige Entwicklung war vor ein paar Jahren noch nicht möglich. Zudem wurden Test- und Messstrategien verbessert, sodass eine präzisere Messung der Fahrzeugemissionen unter dynamischeren Bedingungen möglich ist. Mit Hilfe dieser konnten die Entwickler von Bosch gezielt an Verbesserungen arbeiten und die technische Entwicklung letztlich beschleunigen. Was bedeutet diese Technik für die Luftqualität in Städten? Hierzu hat Bosch bei einem unabhängigen Ingenieurbüro eine Analyse beauftragt. Geprüft wurde die Luftqualität in der Nähe der Messstation Neckartor in Stuttgart, die für hohe Stickoxidwerte bekannt ist. Das Ergebnis der Datenanalyse ist eindeutig: Hätten alle Dieselfahrzeuge den neuesten Stand der Bosch Abgastechnik an Bord, wäre ihr Anteil an den Emissionen vor Ort vernachlässigbar und die von der EU geforderten Emissionsgrenzwerte könnten auch am Neckartor unterboten werden. Ist die neue Bosch-Dieseltechnik auch nachrüstbar? Angesichts der Art der Systemänderungen, die Bosch an den Testfahrzeugen vorgenommen hat, wäre eine Nachrüstung weder sinnvoll noch praktikabel. Kommt die Technik nicht zu spät, um Fahrverbote zu verhindern? Die Politik kann viele andere Maßnahmen außer Fahrverboten ergreifen, um für Luftqualität zu sorgen, die den EU-Normen entspricht. Allein die normale Flottenerneuerung wird dazu beitragen, dass Diesel-PKWs weniger Stickoxide abgeben, und wenn in Zukunft alle Diesel-Fahrzeuge die von Bosch entwickelte Technologie an Bord haben, werden Diesel-PKWs nur noch in vernachlässigbarem Umfang Stickoxide emittieren. Damit werden Diesel-Fahrverbote zur Einhaltung von Umweltvorgaben überflüssig. Ist diese komplexe Technik auch noch in der Kompaktklasse bezahlbar? Grundsätzlich hält Bosch es für technisch möglich, die Technik bei verschiedenen Motorentypen anzuwenden. Wie verändert sich der AdBlue-Verbrauch? Der AdBlue-Verbrauch des Versuchsfahrzeugs liegt bei etwa einem bis 1,5 Litern pro 1 000 Kilometern – auch bei dynamischer Fahrweise. Wie hoch war der Entwicklungsaufwand für die neue Dieseltechnik? Der Aufwand für die Entwicklung der neuen Dieseltechnik über mehrere Jahre war enorm.

Wachstum, Ertrag, Umweltschutz: Bosch erzielt Durchbruch auf dem Weg zur möglich ...

25.04.2018

Pressemeldung

Wirtschaft

Wachstum, Ertrag, Umweltschutz: Bosch erzielt Durchbruch auf dem Weg zur möglich ...

Referat von Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH und Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung, anlässlich der Bilanzpressekonferenz am 25. April 2018 Mit voller Absicht, sehr geehrte Damen und Herren … … haben wir diese Bilanzpressekonferenz nicht mit dem klassischen Bilanzvortrag begonnen. Für die Geschäftsführung möchte ich Sie zu dieser Konferenz herzlich willkommen heißen. Aber womit das Geschäft von Bosch steht und fällt, zeigt der Einstieg über unsere Forschung. Es ist die Technologie – die Tiefe und die Breite unseres Wissens, die unseren wirtschaftlichen Erfolg erst möglich macht. Vielen Dank, Herr Jadidi, dass Sie einen kleinen Ausschnitt aus unserer Entwicklung künstlicher Intelligenz vermittelt haben. Schon dieser Ausschnitt macht deutlich: Unsere künftigen und gegenwärtigen Geschäftsfelder liegen nur scheinbar weit auseinander. Das Gegenteil ist richtig: Der Fortschritt bei der künstlichen Intelligenz befruchtet bei Bosch selbst den Fortschritt des Verbrennungsmotors. Und wie wir mit dem hochmodernen Verbrenner ebenso wie mit dem Elektroantrieb die Luftqualität entscheidend verbessern können, gerade das soll wesentliches Thema dieser Pressekonferenz sein. Denn die saubere Luft in den Städten, der Umwelt- und der Klimaschutz – das sind für uns keine unverbindlich fernen Ziele, das ist jeden Tag harte Arbeit in unserer Entwicklung. Ein Unternehmen wie Bosch mit seiner besonderen technologischen Stärke muss alles tun, damit die Welt und unsere Städte gute Orte zum Leben bleiben.Probleme wie der Klimawandel oder die Luftbelastung in den Städten sind extrem komplex. Sie verlangen neben technischen Antworten immer auch nach politischen Entscheidungen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die Industrie sollte auf die politisch zähe Umsetzung des Pariser Klimaschutz-Abkommens nicht warten – sie sollte ihm vorausarbeiten. Genau das verstehe ich bei Bosch als tiefsten Kern unseres Leitmotivs „Technik fürs Leben“: Wir müssen auch über politische Vorgaben hinaus die bestmögliche Technik zum Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen einsetzen. Für den Straßenverkehr heißt das: Wir wollen ihn unfall- und stressfrei, vor allem aber möglichst emissionsfrei machen – egal, ob der Antrieb Sprit oder Strom verbraucht. Eben deshalb investieren wir Milliardensummen in die Elektromobilität. Wenn es heute heißt, kein Auto ohne Bosch, wird man morgen sagen, kein Elektroauto ohne Bosch. Zugleich aber arbeiten wir an der Zukunft des Diesels. Unsere Ingenieure haben in den vergangenen Monaten Lösungen entwickelt, um die Emissionen des Selbstzünders entscheidend zu reduzieren. Dieser Durchbruch bietet die Chance, die kontroverse Diskussion um den Diesel in neue Bahnen zu lenken und hoffentlich zu beenden. Mit der neuen Abgastechnik müssen pauschale Fahrverbote in den Metropolen der Welt künftig kein Thema mehr sein. Denn: Das Stickoxid-Problem im Straßenverkehr ist technisch lösbar. Der Diesel kann wieder durchstarten. Die Kritik am Selbstzünder hat unsere Entwickler besonders angespornt. Ihre Ergebnisse können sich sehen, besser noch: messen lassen. Mit Bosch-Technik können die realen Emissionen des Selbstzünders schon heute die ab 2020 geltenden Grenzwerte weit unterbieten. Das ist Technik, für die Bosch steht: nämlich Technik fürs Leben, nicht fürs Labor. Der technische Durchbruch ist nur das eine, Bosch will noch weiter gehen. Wir plädieren für mehr Transparenz und Realitätsnähe bei allen Messwerten des Straßenverkehrs. Wir wollen also nicht nur die „real driving emission“ (RDE) messen und senken, denn dabei bleiben Verbrauch und CO 2 außen vor. Vielmehr müssen wir folgerichtig die „real driving consumption“ (RDC) betrachten. Von RDE zu RDC – auf diese Formel können wir unser Ziel bringen. Um mehr Klarheit für den Klimaschutz zu erhalten, müssen auch Verbrauch und CO 2 unter realen Bedingungen auf der Straße gemessen werden. Dem Klima ist allein mit niedrigen Verbrauchswerten auf dem Prüfstand wenig geholfen – auch hier muss die Realität Einzug halten. Transparenz in Sachen CO 2 – das bedeutet auch, die ganze Kohlendioxid-Belastung durch den Straßenverkehr einzubeziehen – von der Kraftstoff- und Stromerzeugung bis zum gefahrenen Kilometer. In solcher Gesamtbetrachtung kann herauskommen: Es ist besser, den richtigen Diesel zu fahren, als das falsche Elektroauto. Dabei geht es uns nicht um das Entweder-Oder von Verbrennungsmotor und Elektromobilität – wir wollen transparenten Umwelt- und Klimaschutz bei allen Antriebssystemen. Natürlich hat das Thema eine große wirtschaftliche Bedeutung für Bosch. Automobile Antriebssysteme, ob etabliert oder alternativ, sind unser Kerngeschäft, es geht hier um viele zehntausend Arbeitsplätze. Es gibt kein anderes Thema, in dem sich so sehr die ökologische, die ökonomische und die soziale Verantwortung unseres Unternehmens kreuzen. Daher gehört es als Schwerpunkt auf diese Bilanzpressekonferenz. Bei allem wollen wir Ihnen auch unsere Geschäftslage verdeutlichen. Wir tun dies in drei Punkten: Erstens blicken wir auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurück. Unser Umsatz ist stärker als erwartet gestiegen, auch die Rendite hat erfreulich zugelegt. Das ist eine Leistung aller Beschäftigten bei Bosch, dafür möchte ich mich bedanken. Zweitens schätzen wir das Geschäftsjahr 2018 vorsichtiger ein. Wir sehen eine Reihe von Risiken, wollen aber neben dem Umsatz vor allem die Rendite weiter steigern. Drittens sichern wir übers Jahr hinaus nicht nur bestehende Geschäftsfelder ab, wir erschließen auch neue – die Elektromobilität ebenso wie die Vernetzung. Darauf werde ich in meinen strategischen Ausführungen noch eingehen. Zunächst aber möchte ich das Wort an Herrn Asenkerschbaumer geben für den Rückblick auf das vergangene und den Ausblick auf das laufende Jahr … Die Geschäftszahlen: Erfolgreiches Jahr 2017 Meine Damen und Herren, das Geschäftsjahr 2017 war für die Bosch-Gruppe ein erfolgreiches Jahr. Ich kann Ihnen durchweg gute Zahlen vorstellen. Zu diesem Erfolg haben auch die insgesamt gesehen robusten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beigetragen: Die Weltwirtschaft hat sich besser entwickelt als noch vor einem Jahr an dieser Stelle erwartet – und auch besser als im Vorjahr. Das weltweite BIP stieg um 3,2 Prozent gegenüber 2,7 Prozent im Jahr 2016. Auch die weltweite Automobilproduktion verzeichnete 2017 mit einem Zuwachs von 2,4 Prozent einen Anstieg oberhalb unserer Erwartungen. Dennoch blieb die Dynamik deutlich hinter der des Jahres 2016 zurück und dem damaligen Wachstum von rund 4,5 Prozent. Erfreulich war die deutliche Erholung im Maschinenbau. Positive Impulse kamen aus allen Regionen, vor allem aber aus China. Auch weitere für uns wichtige Segmente, der Private Verbrauch und die globale Bautätigkeit, entwickelten sich weltweit insgesamt gesehen günstig. Der Umsatz der Bosch-Gruppe liegt mit 78,1 Milliarden Euro leicht über den im Januar veröffentlichten vorläufigen Zahlen. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Umsatz damit kräftig um 6,8 Prozent. Dabei gab es 2017 mit rund 140 Millionen Euro keine größeren Konsolidierungseffekte. Der zum Jahresende vollzogene Verkauf des Geschäftsbereichs Starter Motors and Generators wirkt sich im Umsatz erst im Jahr 2018 aus. Dafür belasten erneut erhebliche Wechselkurseffekte von 1,2 Milliarden Euro den Umsatzausweis. Ohne diese Effekte ist unser Umsatz noch stärker gestiegen und zwar um 8,4 Prozent. Alle Unternehmensbereiche haben 2017 den Umsatz deutlich gesteigert, insbesondere Mobility Solutions. Hier stiegen die Erlöse um 7,8 Prozent, wechselkursbereinigt sogar um 9,4 Prozent. Wir waren in der gesamten Produktbreite erfolgreich. In der Antriebstechnik mit modernen Systemen zur Benzindirekteinspritzung, aber auch mit fortschrittlicher Dieseltechnik im Nutzfahrzeugbereich sowie Abgasnachbehandlungssystemen. Dadurch konnten wir im Dieselbereich die Einbußen bei Personenwagen in Europa kompensieren. Wir profitierten auch 2017 von der weiter wachsenden Nachfrage nach Fahrerassistenzsystemen, modernen Anzeige- und Infotainmentsystemen sowie neuen Generationen von Thermomanagementsystemen. Sehr erfolgreich entwickelten sich erneut das eBike-Geschäft sowie unsere weiteren Aktivitäten im Two-Wheeler-Bereich. Im Unternehmensbereich Industrial Technology, speziell im Geschäftsbereich Drive and Control Technology, profitierten wir von der Erholung des Maschinenbaumarktes, attraktiven Innovationen und der Neuausrichtung der vergangenen Jahre. Der Umsatz stieg um 7,8 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt sogar um 9,2 Prozent. Der Bereich forciert den Ausbau der Aktivitäten bei Industrie 4.0 sowohl in den eigenen Werken als Leitanwender und auch als Leitanbieter. Dabei hat die Einheit nicht nur neue Fabrikanlagen im Blick. In hohem Maße geht es um die Aufrüstung und Modernisierung von Bestandsanlagen, bei denen Datenanalyse und Vernetzung erhebliche Produktivitätsfortschritte ermöglichen. Dagegen sind wir mit der Entwicklung im Geschäftsbereich Packaging Technology, also bei Verpackungsmaschinen, mit einem rückläufigen Umsatz nicht zufrieden. Im Gegensatz dazu steigerten die Unternehmensbereiche Consumer Goods und Energy and Building Technolology ihre Erlöse erfreulich. Consumer Goods kam 2017 auf einen Umsatz von 18,4 Milliarden Euro und damit nominal auf ein Umsatzplus von 4,5 Prozent, wechselkursbereinigt von 6,7 Prozent. Beide Geschäftsbereiche – BSH Hausgeräte und Power Tools – trugen hierzu bei. Im Fokus standen bei BSH Hausgeräte das Thema Vernetzung und der weitere Ausbau des internationalen Geschäfts, gerade in Wachstumsmärkten wie China und Indien. Power Tools ist mit Innovationen erfolgreich, die sich sehr eng an den Bedürfnissen der Verwender orientieren und baut das internationale Geschäft gerade auch in aufstrebenden Märkten aus. Im Unternehmensbereich Energy and Building Technology stieg der Umsatz 2017 um 4,1 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 5,8 Prozent. Dabei führte das schwache Pfund gerade im Geschäftsbereich Thermotechnology wegen seiner starken Marktstellung im Vereinigten Königreich zu erheblichen Belastungen. Ein wichtiger Treiber ist die zunehmende Vernetzung, so dass die Geschäftsbereiche Thermotechnology und Building Technologies – vormals Security Systems – immer stärker bereichsübergreifend zusammenarbeiten. Die Umbenennung von Security Systems in Building Technologies spiegelt dabei das deutlich breitere Leistungsspektrum des Bereichs wider. Es reicht inzwischen weit über die Sicherheitstechnik hinaus. So bauen wir das Errichtergeschäft im Gebäude- und Energiesektor erheblich aus. Der Geschäftsbereich Bosch Global Service Solutions konnte erneut zweistellig zulegen. Regional war die Entwicklung sehr unterschiedlich. Zweistellig stieg der Umsatz erneut in Asien-Pazifik mit einem Plus von 13,5 Prozent, wechselkursbereinigt sogar von 16,5 Prozent. Erfreulich war die Entwicklung auch in Europa mit einem Zuwachs von 5,6 Prozent; der wechselkursbereinigte Anstieg lag bei 6,6 Prozent. In Südamerika konnten wir nach konjunkturell schwierigen Jahren erstmals den Umsatz wieder steigern, nominal um 16,4 Prozent und wechselkursbereinigt um 13,2 Prozent. Dagegen mussten wir in Nordamerika aufgrund der dort schwierigen Automobilkonjunktur einen Rückgang des Umsatzes um nominal zwei Prozent hinnehmen. Wechselkursbereinigt stagnierte der Umsatz. Aber nicht nur den Umsatz, auch das Ergebnis insgesamt und insbesondere die operative EBIT-Rendite haben wir 2017 deutlich gesteigert. Bei den Zahlen für 2016 ist zu berücksichtigen, dass wir das Ergebnis für 2016 inklusive einer Methodenänderung beim Nettozinsaufwand für die Pensionsrückstellungen darstellen. Der Nettozinsaufwand wird nun in beiden Jahren wie bei den meisten Unternehmen im Finanzergebnis ausgewiesen. Damit spiegelt das EBIT noch stärker die operative Entwicklung wider. Auch auf vergleichbarer Basis lagen unser operatives EBIT 2017 in Höhe von 5,3 Milliarden Euro und die operative Rendite von 6,8 Prozent deutlich über Vorjahr. Der Unterschied zum ausgewiesenen EBIT von 4,9 Milliarden Euro für 2017 resultiert im Wesentlichen aus Abschreibungen im Zusammenhang mit dem vollständigen Erwerb der früheren Gemeinschaftsunternehmen BSH Hausgeräte und Automotive Steering im Jahr 2015. Auch die Ergebnisentwicklung nach Unternehmensbereichen ist erfreulich. Hier handelt es sich für 2016 ebenfalls um methodisch vergleichbare Werte. Das operative Ergebnis erreichte bei Mobility Solutions 3,4 Milliarden Euro nach 2,8 Milliarden Euro im Vorjahr. Im Bereich Industrial Technology erhöhte sich durch die gute Geschäftsentwicklung und durch die positiven Effekte der Neuausrichtung das operative Ergebnis auf rund 220 Millionen Euro gegenüber rund 75 Millionen Euro im Jahr 2016. Sehr erfolgreich waren wir im Bereich Consumer Goods, der wieder ein hohes operatives Ergebnis von 1,5 Milliarden Euro und damit eine operative Rendite von wieder mehr als acht Prozent ausweist. Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology hat trotz der erheblichen Wechselkursbelastungen das Ergebnisniveau des Vorjahres gehalten. Dieses gute Ergebnis erzielten wir trotz weiterhin erheblicher Vorleistungen für die anstehende Transformation. Unsere Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen steigerten wir auf 7,3 Milliarden Euro gegenüber 6,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Forschungs- und Entwicklungskosten-Quote bezogen auf den Umsatz sank aufgrund der guten Umsatzentwicklung leicht auf 9,3 Prozent gegenüber 9,5 Prozent im Vorjahr. Sehr hohe Vorleistungen erbringen wir bei Fahrerassistenzsystemen, für autonome Fahrfunktionen, Anzeige- und Infotainmentsysteme sowie für die Sensorik. Unser Fokus liegt zudem weiterhin darauf, die modernste Antriebstechnik zu entwickeln, sowohl für noch ressourcenschonendere Verbrennungsmotoren als auch für die Elektromobilität. Neben unseren FuE-Aufwendungen haben wir auch die Investitionen in Sachanlagen leicht gesteigert. Gerundet lagen sie allerdings wie im Vorjahr bei 4,3 Milliarden Euro. Die hohen Vorleistungen standen im Zusammenhang mit einer Stärkung der technischen Kompetenz, der Einführung neuer Erzeugnisse, der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und der Ausweitung unserer Kapazitäten. Auch hier ist Mobility Solutions besonders zu nennen. Auf diesen investitionsintensiven Bereich entfielen mit 3,3 Milliarden Euro rund drei Viertel der Gesamtinvestitionen. Kräftig erhöht haben wir ebenfalls erneut die Investitionen im Bereich Consumer Goods auf 800 Millionen Euro gegenüber 720 Millionen Euro im Vorjahr, unter anderem für den Aufbau weiterer internationaler Fertigungskapazitäten. Kurz noch ein Hinweis: Die erheblichen Veränderungen bei den FuE-Aufwendungen und den Investitionen von 2014 auf 2015 gehen auf die damalige erstmalige vollständige Einbeziehung der früheren Gemeinschaftsunternehmen BSH Hausgeräte und Automotive Steering zurück. Auf die Bilanz möchte ich nur sehr knapp eingehen. Sie ist weiterhin äußerst solide, und bei der Bilanzstruktur gab es keine wesentlichen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr, mit einer Ausnahme; aufgrund der guten Ergebnisentwicklung konnten wir die Eigenkapitalquote auf rund 46 Prozent steigern und das gegenüber dem bereits sehr hohen Niveau des Vorjahres von rund 44 Prozent. Auch nach der Rückzahlung von Anleihen und Verbindlichkeiten von insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro verfügen wir über eine hohe bilanzielle Liquidität von 16,5 Milliarden Euro gegenüber 16,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Wie sind die weiteren Perspektiven? In den ersten Monaten 2018 war die Konjunktur zwar durchaus robust. Aber wir sehen erhebliche Risiken. Schon vor einem Jahr habe ich meine Besorgnis wegen zunehmender protektionistischer Tendenzen geäußert. Diese haben sich inzwischen konkretisiert. Wir gehen dennoch davon aus, dass der globale Warenaustausch weiter expandieren wird, möglicherweise allerdings langsamer. Denn aufgrund der inzwischen komplexen und vielfach verflochtenen internationalen Lieferketten innerhalb und zwischen Unternehmen steht für alle Länder viel auf dem Spiel. Wir sehen deshalb auch gute Chancen, dass der aktuell von den USA losgetretene Handelskonflikt auf dem Verhandlungsweg zumindest mit Europa beigelegt werden wird. Größter Risikofaktor ist eine Eskalation zwischen den USA und China, mit Rückwirkungen auf den globalen Handel insgesamt. Das könnte mindestens vorübergehend zu einer deutlichen Verlangsamung des globalen Wachstums führen. Auch wenn wir die Wahrscheinlichkeit eines eskalierenden Handelskonflikts derzeit als begrenzt ansehen, sind wir sehr vorsichtig. Trotz der noch robusten Weltwirtschaft haben wir unserer Planung lediglich ein Wachstum der Weltwirtschaft von 2,6 Prozent für 2018 zugrunde gelegt. Trotz der konjunkturellen Risiken wollen wir – vergleichbar gerechnet und damit ohne den Basiseffekt durch die Trennung von Starter Motors and Generators – unseren Umsatz 2018 um zwei bis drei Prozent steigern. Dabei lag der Umsatz in den ersten drei Monaten auf dem hohen Niveau des Vorjahresquartals, wechselkursbereinigt um rund fünf Prozent darüber. Besonders wichtig ist es uns, unsere Ertragskraft weiter zu erhöhen. Dies ist ambitioniert, auch angesichts der weiterhin sehr hohen Vorleistungen mit Blick auf die Zukunftsthemen sowie die großen Transformationsaufgaben. Dennoch streben wir 2018 bei der operativen Rendite eine weitere Verbesserung gegenüber Vorjahr an. Damit gebe ich weiter an Herrn Denner. Wie fahren wir morgen? Unsere Strategie für den Wandel der Mobilität … Vielen Dank, Herr Asenkerschbaumer! Wenn ich nun strategisch übers Jahr hinaus blicke, dann mit der Ausgangsfrage: Wie fahren wir morgen? Diese Frage deutet an, wo sich unser Umfeld besonders rasant wandelt: nirgends so sehr wie in unserem größten Unternehmensbereich Mobility Solutions. Die Transformation geht von vielen Seiten aus – nicht nur von der öffentlichen Debatte über den Umweltschutz im Straßenverkehr, vielmehr auch mit der alltäglichen Erfahrung des Stop-and-go. Beides verändert den Stellenwert des Autos, die Bereitschaft zum Umstieg auf andere Verkehrsmittel steigt. Wie also fahren wir morgen? Möglichst emissions-, unfall- und stressfrei, habe ich eingangs gesagt. Genau auf diese Vision zielen unsere drei Entwicklungspfade, die wir früher als andere abgesteckt haben: die Elektrifizierung, die Automatisierung und die Vernetzung des Fahrens. Und vor allem die vernetzte Mobilität verstehen wir auch als flexible Mobilität – flexibel zwischen Autos, Bikes und Bahnen. Unsere Strategie setzt auf Technologie-Vielfalt. Diese Vielfalt zeigt sich besonders in unserem neuen Geschäftsbereich Powertrain Solutions. Gegründet haben wir diesen Bereich, um die besten Antriebssysteme der Zukunft zu entwickeln. Das heißt zum einen: Wir setzen auf die Elektromobilität – konsequent und in allen ihren Facetten: Hybride, batterieelektrische Antriebe und Brennstoffzelle. Schon jetzt sind weltweit mehr als 800 000 Fahrzeuge mit unseren elektrischen Antriebskomponenten unterwegs. Kein anderes Unternehmen bearbeitet die Elektromobilität in vergleichbarer Breite wie Bosch – vom Fahrrad bis zum Lkw. Und nicht zuletzt machen wir mit vernetzten Ladeservices das elektrische Fahren alltagstauglich. Auf der anderen Seite entwickeln wir den Verbrennungsmotor technisch weiter. Denn wir brauchen den hocheffizienten Verbrenner mit niedrigsten Emissionen, bis die Elektromobilität im Massenmarkt einsetzbar ist. Wir verfolgen derzeit gemeinsam mit den Automobilherstellern rund 1 000 RDE-Projekte, damit neue Fahrzeuge die Abgasnorm Euro 6 auch auf der Straße realisieren. Aber wir wollen mit unseren Kunden noch mehr: nicht bloß Grenzwerte unterbieten, sondern die Grenzen des technisch Möglichen verschieben. Und gerade hier haben unsere Ingenieure einen Innovationssprung erzielt. Was wird aus dem Diesel? Neue Antworten auf eine ökologische Frage In der Sache geht es um nichts weniger als um eine neue technische Antwort auf eine ökonomische und zugleich ökologische Frage: Was wird aus dem Diesel? Nach unserem Durchbruch sind wir sicher: Dem Selbstzünder wird in Zukunft niemand die Einfahrt in die Städte pauschal verbieten können – er wird seinen Platz auch im urbanen Verkehr behalten, ob für Handwerker oder Pendler. Doch der Reihe nach. Was ist das wesentliche Abgasproblem im Straßenverkehr, das es noch zu lösen gilt? Nicht der Feinstaub, wie vielfach angenommen wird. Ohnehin ist der Dieselmotor für den Staub in den Städten schon seit Einführung des Partikelfilters keine Ursache mehr. Hier muss der Ottomotor schnellstmöglich folgen. Jedenfalls nimmt Bosch seit Mitte 2017 in Europa keine Projekte für Benzinsysteme ohne Filter mehr an. Wesentliches Abgasproblem sind die Stickoxidemissionen des Dieselmotors. Hier geht es darum, den NOx-Ausstoß nicht nur auf dem Rollenprüfstand, vielmehr auch auf der Straße unter die Grenzwerte zu bringen. Genau dieses Problem haben unsere Ingenieure nunmehr in den Griff bekommen, über alle Erwartungen hinaus. Sie haben bahnbrechende Lösungen entwickelt, mit denen die Automobilhersteller die Grenzwerte weit unterbieten können. Gerade die neue Art der Tests, weg von der Rolle, hin zur Straße, hat unsere Entwicklung forciert. Tatsächlich haben unsere Ingenieure, seit mit dem Portable Emission Measurement System PEMS eine Pkw-taugliche Messtechnik zur Verfügung steht, ein tiefes Verständnis der technischen Abläufe während der RDE-Fahrten gewonnen. Über Jahrzehnte haben wir den Selbstzünder zu einem Hightech-System gemacht – darauf bauen wir auf. Jetzt wirken die Tests auf der Straße wie ein Katalysator der Entwicklung. So erzielen wir Rekordergebnisse, die man noch vor wenigen Monaten nicht für möglich gehalten hätte. Ich nenne zunächst unseren Durchschnittswert auf der gesetzlich vorgeschriebenen RDE-Runde, gemischt aus Stadt, Landstraße und Autobahn: 13 Milligramm Stickoxid pro Kilometer – das ist nur rund ein Zehntel des in Europa ab 2020 geltenden Grenzwertes. Zum Vergleich: Erlaubt waren mit der Norm Euro 6 auf dem Prüfstand 80 Milligramm Stickoxidausstoß pro Kilometer, auf der Straße sind es derzeit 168, ab 2020 noch 120 Milligramm. Mit unserer neuen Abgastechnik können die Automobilhersteller diese Werte weit hinter sich lassen. RDE ist also gemeistert. Doch haben unsere Ingenieure mit der Lupe auch dorthin geschaut, wo die Emissionen besonders schwer zu beherrschen sind: in die Stadt. Konkret haben sie eine Königsetappe durch Stuttgart abgesteckt, weit schwieriger als die normale Testrunde. Und schwieriger heißt: viel Steigung, hohe Verkehrsdichte. Hier möchte ich mit einer Zeitreihe der mittleren Stickoxid-Messwerte unseren Fortschritt dokumentieren: 90 Milligramm pro Kilometer waren es 2016, 80 im Jahr 2017 und nur noch 40 Milligramm 2018. Das bedeutet: Wir haben die Technik, damit die Automobilindustrie auch die erst ab 2020 geltenden Grenzwerte ohne Wenn und Aber beherrschen kann – selbst im Stop-and-go, selbst im Auf und Ab der Königsetappe, und das alles sogar bei niedrigen Außentemperaturen. Sportlich unterwegs, zu kalt? Stickoxid-Ausreißer werden vermeidbar Die Emissionen des Diesels bleiben also niedrig, unabhängig von Fahrstil und Temperaturen. Sportlich unterwegs, zu kalt – beides ist nach unseren Messergebnissen kein Thema mehr. Zum Fahrereinfluss haben wir mit einem reaktionsschnellen Luftsystem des Motors das Gegenmittel gefunden. Je dynamischer die Fahrweise, desto dynamischer unsere Abgasrückführung. Und gegen den Einfluss der Temperaturen ist ein ausgeklügeltes Thermomanagement das Mittel unserer Wahl. Gerade hier haben unsere Ingenieure zuletzt einen Durchbruch erzielt. Wir steuern aktiv die Abgastemperatur, so dass die Abgasanlage in einem stabilen Bereich arbeiten kann, wo sie die Stickoxide besonders effizient reduziert. Selbst wenn die Außentemperaturen im Keller sind, die Emissionen bleiben es auch. Richtig eingesetzt, ist unsere Technik so robust, dass der Diesel in Zukunft ökologisch einwandfrei auf der Straße fahren wird. Ganz wesentlich sind zwei Punkte: Wann kommt die neue Abgastechnik? Und wie teuer ist sie? Zum ersten: Unsere neuen Lösungen stehen den Automobilherstellern ab sofort zur Verfügung und können in die Serienentwicklung einfließen. Zum zweiten: Der Selbstzünder wird nicht wesentlich teurer. Denn alles, was wir für die Emissionssenkung in unseren Versuchsträgern eingebaut haben, ist seriennah. Keine zusätzlichen Hardware-Komponenten sind notwendig. Wir verschieben die Grenzen des technisch Möglichen, aber das gelingt uns mit der Verfeinerung bestehender Technik. Für den Verbraucher bedeutet das: Der Diesel wird emissionsarm, wie es vor kurzem nicht zu erwarten war, und er bleibt trotzdem bezahlbar. Und die Luftqualität in der Stadt? Immer weniger Einfluss vom Verkehr Doch möchte ich noch einen Augenblick bei der ökologischen Perspektive bleiben. Denn entscheidend für die Menschen ist nicht das, was beim Auto aus dem Auspuff herauskommt, vielmehr das, was sie selbst einatmen. Wie also wirkt sich der Fortschritt unserer Abgastechnik konkret auf die Luftqualität in den Städten aus. Mit der exakten Analyse haben wir ein unabhängiges Ingenieurbüro beauftragt. Und wir haben dafür mit voller Absicht die Daten am Stuttgarter Neckartor auswerten lassen – einem der vom Straßenverkehr am stärksten belasteten Messpunkte in ganz Deutschland. Auch an diesem Punkt kommt unsere neue Dieseltechnik auf extrem niedrige Stickoxid-Emissionen. Und das führt in der Tat zu reinerer Luft. Das Ergebnis der Datenanalyse ist eindeutig: Hätten alle Dieselfahrzeuge den neuesten Stand unserer Abgastechnik an Bord, wäre ihr Anteil an den Immissionen vor Ort vernachlässigbar und die gesetzlichen Grenzwerte könnten auch am Neckartor sicher unterboten werden. Wir sind damit einem großen Ziel nahe, das noch vor kurzem unerreichbar schien: einem Verbrennungsmotor, der die Umgebungsluft nahezu unbelastet lässt. Um die Luftqualität künftig noch weiter zu verbessern, lassen wir uns nicht von Grenzwerten leiten. Vielmehr schauen wir auf das, was technisch möglich ist. Wir werden also auch die neue Dieseltechnik konsequent weiter entwickeln – nicht zuletzt mithilfe künstlicher Intelligenz, wie Herr Jadidi eingangs gezeigt hat. Meine Damen und Herren, dies ist keine „normale“ Bilanzpressekonferenz. Deshalb möchte ich auch einen Ingenieur zu Wort kommen lassen, der mit seinem Team unmittelbar am Durchbruch in der Abgastechnik beteiligt war. Herr Bareiss ist Gruppenleiter in unserer Diesel-Systementwicklung … … Vielen Dank, Herr Bareiss! Festzuhalten bleibt vorerst: Wir nähern uns nicht nur mit Hochspannung der elektromobilen Zukunft, sondern auch mit Hochdruck der Revolution einer mehr als 100 Jahre alten Technik. Der Verbrennungsmotor, der Diesel ebenso wie der Benziner, wird so wenig Partikel und Stickoxide ausstoßen, dass er die Luft nicht mehr signifikant belastet. Wer also die Luftqualität in unseren Städten ganz unideologisch und pragmatisch verbessern will, kommt um den Selbstzünder und seine technische Weiterentwicklung nicht herum. Der Diesel kann wieder durchstarten – ökologisch rehabilitiert. Nicht der Verbrenner ist überholt, die Debatte über sein baldiges Ende ist es. Klarheit für den Klimaschutz: Ein Plädoyer für realistische CO 2 -Werte Umso mehr behalten wir das Thema Klimaschutz im Blick. Ein Thema, bei dem es um die Zukunft der Menschheit geht – das ist nicht erst seit dem Pariser Abkommen nahezu weltweiter Konsens. Daher ist es von großer Bedeutung, auch die Kohlendioxid-Belastung durch den Straßenverkehr transparenter zu machen als bisher. Bei Bosch haben wir gesehen, wie die Fokussierung auf die „real driving emissions“ den technischen Fortschritt geradezu beflügelt hat. Ein ähnlicher Innovationseffekt könnte von der Messung der „real driving consumption“ ausgehen. Verbrauch und damit CO 2 -Ausstoß auf der Straße unter Realbedingungen zu ermitteln – das sorgt für Klarheit im Klimaschutz. Wir werden deutlicher als bisher sehen, wo wir ansetzen müssen, um die Kohlendioxid-Bilanz des Straßenverkehrs zu verbessern. Ein wichtiger Hinweis vorab: Der Fortschritt im Kampf gegen die Stickoxid-Emissionen geht keineswegs auf Kosten der Effizienz, also von Verbrauch und CO 2 . Der Diesel behält also seinen Klimaschutz-Vorteil. Auf der Straße stößt er im Schnitt 15 Prozent weniger Kohlendioxid aus als ein vergleichbarer Benziner. Und bei unseren Maßnahmen gegen die Stickoxid-Emission haben wir alles getan, um diesen Unterschied zu erhalten: So erhöhen sich Verbrauch und CO 2 -Ausstoß des Diesels um nicht mehr als ein bis zwei Prozent. Der Selbstzünder bleibt also eine Effizienzmaschine. Und das ist gut so: Denn er wird für den Klimaschutz im Straßenverkehr zumindest solange gebraucht, bis die Elektromobilität massenmarkt-tauglich ist. Um es aber nochmals zu betonen: Wir bei Bosch sehen einen großen Vorteil, wenn auch die Effizienz- und Klimaschutzziele realitätsnäher als bisher angesteuert werden. Denn jeder Autofahrer kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass sich nach dem bisherigen europäischen Fahrzyklus NEDC eine erhebliche Lücke zwischen dem zertifizierten und dem tatsächlichen Verbrauch aufgetan hat. Diese Lücke wird sich zwar schon mit dem Übergang zum weltweit harmonisierten Testzyklus WLTP verringern. Doch Bosch plädiert dafür, noch einen Schritt weiter zu gehen: Der Verbrauch unter realen Fahrbedingungen auf der Straße, also die „real driving consumption“, soll zum Maßstab für den CO 2 -Ausstoß der Fahrzeuge werden. Das schafft nicht zuletzt mehr Transparenz für den Verbraucher. Je realistischer wir den CO 2 -Ausstoß erfassen, desto wirksamer kann der Kampf gegen den Klimawandel sein. Wer für Klimaschutz ist, kommt auch um eine Kohlendioxid-Gesamtbilanz des Straßenverkehrs nicht herum. In diesem Sinne plädiert Bosch für eine umfassende Betrachtung – „well-to-wheel“, also von der Quelle und nicht bloß vom Tank bis zum Rad. Denn für das Weltklima zählt nicht bloß der direkte Ausstoß des Autos, vielmehr auch die Emission der Kraftstoff- und Stromerzeugung. Diese Gesamtbilanz sollte in die nächste Runde der CO 2 -Gesetzgebung einfließen. Wer elektrisch fährt, wird dann nicht mehr glauben, er sei schlicht klimaneutral unterwegs – mit einer Kohlendioxid-Belastung gleich Null. Würde der derzeitige Strommix in Europa in die Berechnung eingehen, käme ein Elektroauto der Kompaktklasse auf eine CO 2 -Bilanz von 40 Gramm pro Kilometer – und legt man den deutschen Strommix zugrunde, wären es sogar 80 Gramm. Jetzt und in naher Zukunft liegen Verbrennungsmotor und Elektroantrieb in der Klimabilanz nicht weit auseinander – das zeigt auch die jüngste Untersuchung des ADAC. Für beide Antriebsarten müssen wir in der Entwicklung möglichst schnell alle Verbesserungspotenziale heben – und nicht zuletzt mit Infrastruktur und politischen Rahmenbedingungen die richtigen Hebel ansetzen. Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die zwei konkrete Ziele hat: Der Verbrenner muss mehr CO 2 -reduzierte Kraftstoffe, der Elektroantrieb mehr regenerativen Strom nutzen können. Das ist differenzierter Klimaschutz im Straßenverkehr, wie wir ihn verstehen. Die Ethik der bestmöglichen Technik: Der neue Entwicklungskodex Vielleicht werden Sie sich fragen: Warum will Bosch mehr für den Umwelt- und Klimaschutz tun, als es die bisherigen gesetzlichen Vorgaben verlangen? Die Antwort auf diese Frage könnte ich mir einfach machen und schlicht vom Ehrgeiz unserer Ingenieure sprechen, das technisch Machbare auch Wirklichkeit werden zu lassen. Dahinter aber steckt noch mehr: ein Umdenken in unserem Unternehmen, das seinen Ausdruck in einem neuen Produktentwicklungskodex gefunden hat. Dieser Kodex enthält drei glasklare Grundsätze: Erstens verbieten wir in unserer Produktentwicklung den Einbau von Funktionen, die Testzyklen automatisch erkennen. Zweitens dürfen unsere Produkte nicht für Testsituationen optimiert werden. Und drittens: Unsere Produkte sollen im normalen täglichen Einsatz menschliches Leben, Umwelt und Ressourcen bestmöglich schonen. Dafür stehen wir auch nach außen: Denn im Zweifel haben die Bosch-Werte Vorrang vor Kundenwünschen. Nach innen verstehen wir den Kodex als Leitplanke und Motivation für unsere Entwickler. Bis Ende 2018 werden wir dazu 70 000 Mitarbeiter geschult haben – das ist das größte Schulungsprogramm in der Geschichte von Bosch. Die Mobilität von morgen: Fortschritte auf allen Entwicklungspfaden Nicht weniger ernst sind uns die Anstrengungen für die Zukunft der Mobilität. Und das heißt für Bosch unmissverständlich: die Elektromobilität ebenso wie die Entwicklung des Verbrenners forcieren. Hier wie dort bringen wir neue Energien in den Antrieb. Für Antriebssysteme von Elektroautos haben wir allein 2017 gut 20 Serienaufträge akquiriert. Das Gesamtvolumen: nahezu vier Milliarden Euro. Mit dabei: Großaufträge für die elektrische Achse. Wir wollen Marktführer im entstehenden Massenmarkt für Systeme und Services der Elektromobilität werden – wir sind es schon jetzt in China, dem bisher größten und am schnellsten wachsenden Markt fürs elektrische Fahren. Genauso zügig kommen wir auf den beiden anderen Entwicklungspfaden in die Zukunft der Mobilität voran. Auf dem Weg zum automatisierten Fahren sehen wir ein anhaltend starkes Wachstum der Fahrerassistenz. Das Marktvolumen legt hier 2018 um 20 Prozent zu, der Umsatz von Bosch noch deutlich mehr – er wird 2019 die Marke von zwei Milliarden Euro übertreffen. In besonderem Maße steigt der Absatz unserer Sensoren – bei Radar und Video in diesem Jahr um 40 Prozent. Sicherheit – das ist der Treiber für die weitere Automatisierung des Fahrens. Die technische Komplexität wird auf diesem Weg zunehmen – auch deshalb sehen wir einen Trend vom bloßen Komponenten- zum höherwertigen Systemgeschäft voraus. Dem Fahrzeug das Fahren beizubringen – daran arbeiten bei Bosch gut 4 000 Entwickler, 1 000 mehr als ein Jahr zuvor. Übers Auto hinaus arbeitet Bosch an der flexiblen Mobilität der Zukunft. Unser Ziel: das Fahren auf vier Rädern mit Bikes und Bahnen möglichst nahtlos zu vernetzen. Dazu verfolgen wir eine Vielzahl von Projekten: Wir rollen COUP, unseren Service fürs E-Scooter-Sharing, nach Berlin und Paris in diesem Sommer in Madrid aus – wobei sich unsere Flotte auf 3 500 Zweiräder mehr als verdoppelt. Und das fahrerlose Parken im vernetzten Parkhaus realisieren wir in diesem Jahr nicht nur gemeinsam mit Daimler, sondern auch mit e.GO. Wir haben wir unsere Aktivitäten zum vernetzten Fahren in einem neuen Geschäftsbereich gebündelt: Connected Mobility Solutions mit gut 600 Mitarbeitern in Deutschland und China. Ein Bereich, der gerade auch in das Geschäft mit Mitfahrservices eingestiegen ist und in den nächsten Jahren mit deutlich zweistelligen Raten wachsen wird. Vielseitigkeit wird produktiv: Die Königsdisziplin im Internet der Dinge Schon dieses Beispiel zeigt: Vernetzung wird integraler, geradezu normaler Bestandteil unseres Geschäfts. Genauso geht die vernetzte Produktion, in Deutschland Industrie 4.0 genannt, über das Projektstadium hinaus. Auch dazu haben wir einen schlagkräftigen Produktbereich gegründet: Bosch Connected Industry mit 500 Mitarbeitern in Deutschland, Ungarn und China. Auch über die Mobilität hinaus überführen wir also Vernetzung in Geschäft. Wie wir dabei vorankommen, habe ich bereits vor einigen Wochen auf der Bosch ConnectedWorld in Berlin gezeigt. Daher hier nur die drei wesentlichen Stufen, mit denen wir das Internet der Dinge geschäftlich erschließen – unsere IoT-Journey, wenn man so will: Die Internetfähigkeit unserer Erzeugnisse, der Aufbau von Software-Kompetenz – das ist nur der erste Schritt. 38 Millionen vernetzbare Produkte haben wir 2017 verkauft, elf Millionen mehr als im Jahr zuvor. Wir beschäftigen inzwischen rund 25 000 Software-Entwickler, davon gut 4 000 für das Internet der Dinge. Damit ist Bosch längst selbst ein Software-Unternehmen. Aber weil wir zugleich Industrieunternehmen bleiben, vernetzen wir nicht bloß digitale, vielmehr reale Welten. Die Digitalisierung von Ökosystemen in bestehenden Branchen – das ist der zweite Schritt. Das Paradebeispiel bietet unsere Tochtergesellschaft BSH. Sie hat mit Home Connect das größte Öko-System in der Hausgeräte-Branche aufgebaut – mit 28 Partnern von Bosch Smart Home bis zu Amazon Alexa. Geschirrspüler, die Nachricht geben, wenn der Tab-Vorrat zur Neige geht, eine Rezepte-App, die über Videos und Fotos zum Nachkochen anregt – so wird Hausarbeit weniger als Arbeit empfunden. Die Verknüpfung verschiedener Branchen und Domänen zu digitalen Ökosystemen – erst das ist der dritte Schritt, geradezu die IoT-Königsdisziplin. So ist für Bosch Logistik 4.0 die logische Fortschreibung von Industrie 4.0 – die Vernetzung des ganzen Wertstroms vom Zulieferer über das Werk bis zum Kunden ist das Ziel. Und genau hier erweist sich der neue strategische Vorteil unserer Diversifizierung: Systeme für Mobilität, für Industrie, für Gebäude, Sicherheit und Energie – alles dies liefern wir, alles dies vernetzen wir. Nur so können wir auch Smart-City-Lösungen realisieren. Nie war Vielseitigkeit strategisch ein so großer Vorteil wie in Zeiten der Vernetzung. So versteht sich Bosch: technik- und werteorientiert zugleich Mit der Produktivität unserer breiten Aufstellung komme ich zum Schluss. Es ist nicht gerade wenig, was sich Bosch strategisch vorgenommen hat: Wir schöpfen in der Vernetzung neue Vorteile aus der Vielfalt unserer Geschäftsaktivitäten. Wir erschließen in der Mobilität neue Geschäftsfelder, wir sichern bestehende ab. Wir verstehen uns als technik- und werteorientiertes Unternehmen. Ganz konkret wollen wir helfen, individuelle Mobilität und Umweltschutz gemeinsam zu ermöglichen. Denn nicht genug, dass wir einen Durchbruch im Kampf gegen die Stickoxid-Emissionen des realen Straßenverkehrs erzielen. Wir wollen für den Verkehr auch mehr Transparenz im Klimaschutz realisieren. Ein Unternehmen wie Bosch orientiert sich nicht nur an Gesetzen, sondern an Werten – also wollen wir mehr tun, als wir müssen. Und gerade mit unserer Technik können wir uns an die Spitze der ökologischen Bewegung setzen.

Bosch findet neue Wege für Mobilität und Umweltschutz

25.04.2018

Pressemeldung

Wirtschaft

Bosch findet neue Wege für Mobilität und Umweltschutz

Stuttgart / Renningen – Bosch will auch 2018 in schwierigem Umfeld weiter wachsen. Nach dem Rekordjahr 2017 erwartet die Bosch-Gruppe für das laufende Jahr bedingt durch konjunkturelle und geopolitische Risiken ein Umsatzwachstum zwischen zwei und drei Prozent. In den ersten drei Monaten lag der Umsatz des Technologie- und Dienstleistungsunternehmens auf dem hohen Niveau des Vorjahresquartals, wechselkursbereinigt rund fünf Prozent darüber 1 . „Wie kein anderes Unternehmen können wir umfangreiche Vernetzungskompetenz mit breitem Branchen- und Produkt-Know-how kombinieren. Das ist das Alleinstellungsmerkmal von Bosch“, erklärte Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung, anlässlich der Bilanzpressekonferenz in Renningen. Insbesondere die Verbesserung der Lebensqualität sowie den Umwelt- und Klimaschutz sieht Denner als wesentliche Aufgaben für Bosch: „Unser Leitmotiv ‚Technik fürs Leben‘ motiviert uns, die bestmögliche Technik für den Umweltschutz zu entwickeln und einzusetzen. Wir wollen Menschen Mobilität und gleichzeitig gute Luftqualität ermöglichen.“ Um den möglichst emissionsfreien Verkehr zu verwirklichen, investiert das Unternehmen deshalb hohe Summen sowohl in den Markterfolg der Elektromobilität als auch in die Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors.Innovative Diesel-Technik: Rekordwerte bei Stickoxid-Emissionen Einen Durchbruch hat Bosch jetzt bei der Diesel-Technologie erzielt: Mit der jetzt präsentierten Diesel-Technik ist es den Entwicklern gelungen, die Stickoxid-Emissionen auf ein Zehntel des gesetzlichen Grenzwertes zu bringen. Die mit der verfeinerten Technik ausgestatteten Testfahrzeuge unterbieten mit durchschnittlich nur 13 Milligramm Stickoxid pro Kilometer schon jetzt den ab 2020 gültigen Grenzwert von 120 Milligramm. „Der Diesel hat Zukunft. Er bleibt Teil der Mobilität von morgen“, so der Bosch-Chef. Weitere und ausführlichere Informationen zu den technischen Fortschritten lesen Sie hier . Geschäftsjahr 2017: Höchstwerte bei Umsatz und Ergebnis Das Geschäftsjahr 2017 verlief für Bosch außerordentlich positiv. Das Unternehmen erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von 78,1 Milliarden Euro. Die Erlöse stiegen um 6,8 Prozent, wechselkursbereinigt um 8,4 Prozent. Die Wechselkursbelastungen beliefen sich auf rund 1,2 Milliarden Euro. Alle Unternehmensbereiche trugen zur positiven Entwicklung bei. Das operative Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (operatives EBIT) erreichte 2017 5,3 Milliarden Euro. Es verbesserte sich um fast 17 Prozent gegenüber dem Jahr 2016. „Sowohl Umsatz als auch Ergebnis sind Rekordwerte in unserer Unternehmensgeschichte. Das operative EBIT konnten wir 2017 überproportional zur Umsatzentwicklung steigern“, erklärte Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer, Finanzchef und stellvertretender Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung. Die operative EBIT-Rendite betrug 6,8 Prozent und damit 0,6 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Auf hohem Niveau bleiben auch die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. Sie betrugen im vergangenen Jahr rund 7,3 Milliarden Euro. Das entspricht etwas mehr als neun Prozent des Umsatzes. Königsdisziplin im Internet der Dinge: domänenübergreifende Ökosysteme Kein anderes Unternehmen vernetzt die reale Welt in mehr Bereichen als Bosch: Neben smarter Mobilität bietet das Unternehmen vernetzte Lösungen für die Produktion (Industrie 4.0), für die Smart City und nicht zuletzt für das Smart Home. So setzt Bosch bereits 170 eigene IoT-Projekte um und beschäftigt sich mit elementaren Herausforderungen wie Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und Klimawandel. 2017 verkaufte das Unternehmen rund 38 Millionen internetfähige Produkte, rund 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Mehr als 25 000 Software-Entwickler arbeiten zwischenzeitlich für Bosch. Allein 4 000 Software-Experten beschäftigen sich mit Lösungen für das Internet der Dinge. Künftige geschäftliche Erfolge erwartet das Unternehmen zunehmend aus der Digitalisierung ganzer Ökosysteme. Im Home Connect – dem größten Ökosystem der Hausgeräte-Branche – sind bereits 28 Branchenpartner vernetzt. Über die Home Connect-App lassen sich Hausgeräte vom Kaffeeautomaten bis zur Waschmaschine steuern. Große Potenziale sieht Bosch in der Vernetzung verschiedener Branchen in domänenübergreifenden Ökosystemen, beispielsweise der „Logistik 4.0“. Solche Ökosysteme vereinen Lösungen für Produktion, Gebäude und Sicherheit sowie Mobilität – alles Domänen, in denen Bosch aktiv ist. Denner betonte: „Domänenübergreifende Ökosysteme sind die Königsdisziplin des Internets der Dinge. Kein Unternehmen beherrscht sie so wie Bosch. Nie war unsere Vielseitigkeit ein größerer Wettbewerbsvorteil als heute.“ Elektrisches Fahren: Marktführerschaft im Blick Mit Hochdruck arbeitet Bosch auch am Durchbruch der Elektromobilität. 2017 hat das Unternehmen 20 Serienaufträge für elektrische Antriebssysteme im Wert von vier Milliarden Euro akquiriert. Von 2020 an erwartet Bosch den Massenmarkt für elektrisches Fahren und will dort führend sein. In China ist dies bereits gelungen. Am Serieneinsatz der Brennstoffzelle in Nutzfahrzeugen arbeitet Bosch gemeinsam mit dem amerikanischen Start-up Nikola Motor Company und dem chinesischen Unternehmen Weichai Power, dem weltweit größten Hersteller von Nutzfahrzeug-Motoren. Neben dem Geschäft mit Komponenten setzt Boch auch auf internetbasierte Services wie das kürzlich vorgestellte „ system!e “, um die Alltagstauglichkeit des elektrischen Fahrens zu steigern. Automatisiertes Fahren: Vom Komponenten- zum Systemgeschäft Erfolgreich unterwegs ist Bosch auch bei der Automatisierung des Fahrens. Bereits für 2019 erwartet das Unternehmen zwei Milliarden Euro Umsatz mit Fahrerassistenzsystemen. Bosch wächst stärker als der Markt, der in diesem Jahr um 20 Prozent zulegen wird. Der Absatz von Bosch-Radar- und Videosensoren beispielweise soll um 40 Prozent zulegen. „Mit zunehmender Automatisierung steigt die technische Komplexität. Unsere Kunden werden künftig neben Komponenten verstärkt auch komplette Lösungen nachfragen. Auch hier profitieren wir von unserem System-Know-how“, erklärte Denner. Rund 4 000 Entwickler arbeiten bei Bosch am automatisierten Fahren. Das sind 1 000 mehr als noch im Jahr zuvor. Vernetztes Fahren: Einstieg ins Geschäft mit Mitfahrservices Großes geschäftliches Potenzial verspricht sich Bosch auch von der vernetzten Mobilität. Bereits 2022 soll das Marktvolumen bei weltweit 140 Milliarden Euro liegen. 2025 werden weltweit mehr als 450 Millionen vernetzte Fahrzeuge unterwegs sein. Mit der Übernahme des US-Start-ups Splitting Fares (SPLT) ist Bosch in den Markt für Mitfahrservices eingestiegen. SPLT und weitere mehr als 20 Mobilitätsdienste hat Bosch im neuen Geschäftsbereich Connected Mobility Solutions gebündelt. Dazu gehört auch der künftig auf Madrid erweiterte eScooter Sharing-Dienst COUP . Das Geschäftsjahr 2017 nach Unternehmensbereichen Beim Umsatz legten 2017 alle Unternehmensbereiche von Bosch zu: Die Erlöse im Unternehmensbereich Mobility Solutions stiegen um 7,8 Prozent auf 47,4 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 9,4 Prozent. Das ist dreimal so stark wie das Wachstum der weltweiten Automobilproduktion. Im Umsatz enthalten sind letztmals die Erlöse des Geschäftsbereichs Starter Motors and Generators, dessen Verkauf Bosch zum Jahresende 2017 abgeschlossen hat. Die operative Rendite erreichte 7,3 Prozent vom Umsatz, ein Plus von einem Prozentpunkt. Der Unternehmensbereich Consumer Goods erzielte einen Umsatz von 18,4 Milliarden Euro. Das ist ein Zuwachs von 4,5 Prozent, wechselkursbereinigt von 6,7 Prozent. Die operative Rendite erreichte 8,1 Prozent. Die Erlöse im Unternehmensbereich Industrial Technology stiegen um 7,8 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Wechselkursbereinigt belief sich der Zuwachs auf 9,2 Prozent. Mit einem Plus von 2,1 Prozentpunkten lag die operative Rendite bei 3,3 Prozent. Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology legte mit einem Umsatz von 5,4 Milliarden Euro um 4,1 Prozent zu, wechselkursbereinigt um 5,8 Prozent. Die operative Rendite betrug 4,4 Prozent. Das Geschäftsjahr 2017 nach Regionen In Europa erwirtschaftete die Bosch-Gruppe 2017 einen Umsatz von 40,8 Milliarden Euro. Das ist ein Wachstumsplus von 5,6 Prozent, wechselkursbereinigt von 6,6 Prozent. Profitieren konnte das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen besonders von der Erholung wichtiger westeuropäischen Märkte sowie der guten Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. Die Umsätze in Ländern Osteuropas wie Russland, Rumänien oder der Türkei legten ebenfalls kräftig zu. Ein starkes Umsatzwachstum erzielte Bosch in Asien-Pazifik einschließlich Afrika . Die Erlöse stiegen um 13,5 Prozent auf 23,6 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 16,5 Prozent. In Nordamerika lag der Umsatz des Unternehmens wechselkursbereinigt auf Vorjahresniveau. Bedingt durch die rückläufige Automobilproduktion und negative Wechselkurseffekte sank der Umsatz nominal um zwei Prozent auf 12,1 Milliarden Euro. In Südamerika legte der Umsatz hingegen deutlich zu. Die Erlöse stiegen um 16,4 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 13,2 Prozent. Mitarbeiter: IT- und Softwareexperten weiter gefragt Die Bosch-Gruppe beschäftigte zum Stichtag 31. Dezember 2017 weltweit rund 402 000 Menschen. Das ist ein Anstieg der Belegschaft um rund 12 900 Frauen und Männer. Besonders in den Regionen Asien-Pazifik sowie Mittel- und Osteuropa baute das Unternehmen Personal auf. In Deutschland verzeichnete die Zahl der Beschäftigten ein Plus von rund 3 700 auf rund 137 700 Mitarbeiter. Für das laufende Jahr rechnet Bosch mit einem hohen Bedarf an Fach- und Führungskräften vor allem aus dem IT- und Software-Bereich. Wichtige Kenndaten als Übersicht finden Sie hier .

Bosch steigert Umsatz und Rendite deutlich

30.01.2018

Pressemeldung

Wirtschaft

Bosch steigert Umsatz und Rendite deutlich

Stuttgart / Ludwigsburg – Bosch erzielte 2017 ein kräftiges Umsatzplus von 6,7 Prozent. Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von rund 78 Milliarden Euro. Wechselkursbereinigt stiegen die Erlöse um 8,3 Prozent. Den Umsatzausweis belasten negative Wechselkurseffekte von insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro. „Wir haben unsere Wachstumsprognosen übertroffen und die Ertragslage weiter verbessert. 2017 haben wir den höchsten Umsatz in der Unternehmensgeschichte erzielt“, sagte Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, anlässlich der Vorstellung der vorläufigen Geschäftszahlen in Ludwigsburg. Das Unternehmen bleibe aufgrund seiner Innovationskraft und der auf Vernetzung fokussierten Strategie auf Wachstumskurs. Denner weiter: „Wir haben früh das Potenzial der Vernetzung erkannt. Jetzt erzielen wir geschäftliche Erfolge damit.“ Das operative EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) stieg 2017 auf rund 5,3 Milliarden Euro. Die operative EBIT-Rendite liegt bei 6,8 Prozent. „Mit dem Erfolg im Kerngeschäft finanziert Bosch den Weg zum führenden Anbieter im Internet der Dinge (IoT) und von Mobilitätslösungen“, erläuterte Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer, Finanzchef und stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung. Für die kommenden Jahre sieht das Unternehmen zahlreiche Chancen in der Vernetzung weiterer Bereiche wie Fabriken, Gebäude und Städte sowie dem Wandel der Mobilität. Denner betonte zudem die Bedeutung des kulturellen Wandels im Unternehmen für den digitalen Wandel.Neu: Geschäftseinheit für Industrie 4.0 Vernetzung und Digitalisierung sind laut Denner zwischenzeitlich im Geschäftsalltag bei Bosch angekommen und dort fest verankert. „Den Wandel nutzen wir als Chance, Spitzenleistung nicht nur zu versprechen, sondern zu liefern – technologisch und geschäftlich.“ Enormes Umsatzpotenzial sieht Bosch in der vernetzten Industrie, der Industrie 4.0. Zum Jahresbeginn haben 500 Mitarbeiter der neuen Geschäftseinheit „Bosch Connected Industry“ ihre Arbeit aufgenommen. Darin bündelt das Unternehmen Industrie 4.0-Aktivitäten und Know-how, insbesondere in den Bereichen Software und Services. Bosch wird seine Kompetenz in der Umsetzung von Industrie 4.0 künftig auch als Beratungsdienstleistung Dritten anbieten. Bis 2020 will das Unternehmen mit Industrie 4.0 mehr als eine Milliarde Euro zusätzlichen Umsatz erzielen. Der Einstieg beim Kartendienstleister HERE eröffnet Bosch weiteres Potenzial für Projekte im Bereich Industrie 4.0.Vernetzung adressiert elementare Herausforderungen Denner betonte die Bedeutung der Vernetzung über das Internet der Dinge: „Dieser Planet wird Milliarden Menschen auch in Zukunft nur dann eine lebenswerte Heimat bieten können, wenn wir auf drängende Fragen smarte Antworten finden.“ Bosch adressiert in seinen rund 170 IoT-Projekten elementare Herausforderungen wie Bevölkerungswachstum, Urbanisierung, Luftqualität und Klimawandel. „Wir vernetzen die reale Welt über das Internet der Dinge für mehr Lebensqualität der Menschen“, so der Bosch-Chef. Beispielsweise stellte das Unternehmen 2017 neue Lösungen für Smart Farming vor. Vernetzte Landwirtschaft soll helfen, im Jahr 2025 acht Milliarden Menschen zu ernähren. Sensorbasierte Lösungen und Künstliche Intelligenz kommen beim Anbau von Spargel , Erdbeeren und Tomaten zum Einsatz. Auch bei der Austern - und Rinderzucht sorgt Bosch-Technik für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit. Bis 2020 soll der Markt für digitale Landwirtschaft um mehr als 70 Prozent wachsen.Smart Home und Smart City: Lebensraum für Milliarden Menschen Für die wachsenden Anwendungen von Halbleitern in der Mobilität und im IoT errichtet Bosch eine Chipfabrik in Dresden. Mehr als eine Milliarde Euro investiert das Unternehmen bis 2021 in die neue Fertigungsanlage. Einsatzbereiche dieser Chips sind zum Beispiel auch Smart Homes. Für die intelligente Küche bietet Bosch neben vernetzten Hausgeräten künftig zunehmend digitale Services an. Das Unternehmen bindet die in zwölf Sprachen verfügbare App des Start-ups Kitchen Stories in sein Home-Connect-Ökosystem ein. Mehr als 15 Millionen Mal ist die App bereits heruntergeladen worden. Sie umfasst mehr als 1 000 Rezepte und vermittelt die Zubereitung in Videos oder Fotos. Sein umfangreiches Portfolio für die Vernetzung ganzer Städte hat Bosch zum Jahresbeginn auf der CES in Las Vegas vorgestellt. Dazu gehört auch das mobile Luftlabor „Climo “, das in Echtzeit Daten zur Luftqualität in Städten zur Verfügung stellt. 2025 werden weltweit 80 Metropolen Smart Cities sein und schon jetzt verfolgt Bosch dazu 14 Leitprojekte. Der Smart-City-Markt wächst bis 2020 auf 700 Milliarden Euro.Urbane Mobilität: Emissionsfrei, stressfrei und unfallfrei Mit der Urbanisierung wachsen auch viele Probleme. Bis 2050 wird sich der urbane Verkehr verdreifachen. „Wir wollen urbane Mobilität ermöglichen, die emissionsfrei, unfallfrei und stressfrei ist. Dazu automatisieren, elektrifizieren und vernetzen wir den Verkehr“, sagte Denner. Ab diesem Sommer verleiht der Sharing-Anbieter COUP seine eScooter auch in Madrid. Zur Entlastung des urbanen Verkehrs wird auch die Automatisierung beitragen. Bis zum Beginn der kommenden Dekade wird Bosch mit Daimler das vollautomatisierte und fahrerlose Fahren im urbanen Umfeld ermöglichen. Bereits 2018 werden erste Testfahrzeuge dazu auf die Straße geschickt. Einen Meilenstein auf dem Weg zum automatisierten Fahren hat Bosch mit Daimler bereits 2017 erreicht. Im Parkhaus des Mercedes-Benz-Museums in Stuttgart haben die Unternehmen die weltweit erste Lösung für einen automatisierten Einpark-Service ( Automated Valet Parking ) realisiert.Antrieb der Zukunft: Kooperationen bringen Brennstoffzelle voran In Sachen Elektrifizierung hat Bosch 2017 wichtige Weichen gestellt: Schon in diesem Jahr startet die Produktion einer neu entwickelten 48-Volt-Batterie für Hybrid-Fahrzeuge, die einfach in neue Fahrzeugmodelle integriert werden kann. Etablierte Hersteller und Start-ups können so auf lange und teure Entwicklungszeiten verzichten. Ab 2019 erhöht der neue elektrische Achsantrieb (eAchse) von Bosch die Reichweite von Elektroautos. „Wir geben Gas bei der Elektromobilität. Wir konnten 2017 zahlreiche Aufträge akquirieren, teilweise in Milliardenhöhe“, erläuterte der Bosch-Chef. In einem Entwicklungsprojekt mit dem amerikanischen Start-up Nikola Motor Company arbeitet Bosch an einem Elektro-Schwerlaster mit Wasserstoffantrieb. „Spätestens ab 2030 spielt die Brennstoffzelle im Antriebsmix eine wichtige Rolle. Wir verstärken unsere Entwicklungsaktivitäten und erweitern schrittweise unser Produktportfolio“, erklärte Denner. In China, dem größten Markt für Elektromobilität, bringt Bosch mit dem Nutzfahrzeug-Motorenhersteller Weichai ein Pilotprojekt zur Brennstoffzelle für Nutzfahrzeuge auf den Weg. Denner weiter: „Vom Fahrrad bis zum Lkw – kein Automobilzulieferer ist in der Elektromobilität so breit aufgestellt wie Bosch.“Die technisch realisierbare Vision: der CO₂-neutrale Verbrenner Der Bosch-Chef betonte die Bedeutung und die Potenziale des Verbrennungsmotors. „Ohne Diesel werden die CO₂-Ziele in Europa wohl nicht erreicht werden können.“ Mit Blick auf die aktuelle Diskussion um Einfahrverbote für Diesel-Fahrzeuge wies Denner darauf hin, dass die erforderliche Technik für effiziente und ressourcenschonende Diesel vorhanden sei. Mehr noch: „Mit Testfahrzeugen erreichen wir schon heute die Grenzwerte von 2020. Wir entwickeln und testen bereits Systeme, die sogar deutlich unter diesen Grenzwerten liegen“, erklärte Denner, der in der Bosch-Geschäftsführung auch für Forschung und Vorausentwicklung verantwortlich ist. Die Bosch-Entwickler haben ein ehrgeiziges Ziel: Ein Verbrenner, der nur noch das ausatmet, was er eingeatmet hat. Dessen Emissionen sollen sich mit Ausnahme von CO₂ nicht mehr von der Umgebungsluft unterscheiden. Mit Einsatz von eFuels ließe sich ein klimaschonender CO₂-neutraler Verbrennungsmotor realisieren.Innovationskultur: Motor der Vernetzung „Kein digitaler Wandel ohne kulturellen Wandel“, betonte Denner. „Wir denken Führung und Zusammenarbeit neu und stärken so unsere Innovationskultur.“ In vielen Bereichen baut Bosch Hierarchien sowie Bereichs- und Funktionsgrenzen ab. Mehr als zwei Drittel der konzernüblichen Richtlinien hat das Unternehmen bereits ausgemustert und individuelle Bonuszahlungen abgeschafft. Denner sieht in der Innovationskultur von Bosch einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil: „Wir profitieren von einer Belegschaft, die es gewohnt ist, nach ständiger Verbesserung zu streben.“Geschäftsverlauf 2017 nach Unternehmensbereichen Zur positiven Geschäftsentwicklung haben 2017 alle Unternehmensbereiche beigetragen. Im Unternehmensbereich Mobility Solutions stieg der Umsatz 2017 nach vorläufigen Zahlen um 7,8 Prozent auf 47,4 Milliarden Euro – dreimal mehr als die weltweite Automobilproduktion. Der Zuwachs lag wechselkursbereinigt bei 9,2 Prozent. Angetrieben hat diesen vor allem die hohe Nachfrage nach Dieseleinspritzsystemen insbesondere bei Nutzfahrzeugen, Benzineinspritzsystemen sowie Fahrerassistenz- und Infotainment-Systemen. Im Unternehmensbereich Consumer Goods sorgten BSH Hausgeräte GmbH und Bosch Power Tools für ein Umsatzplus von 4,5 Prozent auf 18,5 Milliarden Euro. Wechselkursbereinigt stieg der Umsatz sogar um 6,7 Prozent. Besonders BSH Hausgeräte hat sich im 50. Jubiläumsjahr seit Bestehen gut entwickelt. Der Unternehmensbereich Industrial Technology legte ein kräftiges Wachstum mit 7,7 Prozent vor. Die Erlöse stiegen auf 6,7 Milliarden Euro. Das entspricht einem wechselkursbereinigten Plus von 8,5 Prozent. Der Zuwachs wurde vom Geschäftsbereich Drive and Control Technology getragen. Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology erwirtschaftete einen Umsatz von 5,4 Milliarden Euro – ein Plus von 3,1 Prozent, wechselkursbereinigt von 4,8 Prozent. Die Bereiche Thermotechnology und Security Systems konnten 2017 mit vernetzten Lösungen für Wärme und Klima sowie mit intelligenter Technik für Sicherheit und Gebäudeautomatisierung überzeugen. Geschäftsverlauf 2017 nach Regionen In Europa entwickelte sich das Geschäft für die Bosch-Gruppe sehr positiv. Der Umsatz stieg um 5,5 Prozent auf 40,7 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 6,3 Prozent. Grund war unter anderem ein kontinuierliches Wachstum in West- und Mitteleuropa. In Nordamerika lag der Umsatz des Technologie- und Dienstleistungsunternehmens wechselkursbereinigt auf Vorjahresniveau. Der Umsatz erreichte 12,1 Milliarden Euro, nominal minus 2,3 Prozent. Die Erholung in Südamerika setzte sich mit einem Zuwachs von 15 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro fort. Wechselkursbereinigt stiegen die Erlöse um 12 Prozent. In Asien-Pazifik einschließlich Afrika erzielte Bosch ein starkes Umsatzwachstum auf 23,6 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 14 Prozent, wechselkursbereinigt entspricht es 17 Prozent. Mitarbeiteraufbau: Mehr als 400 000 Beschäftigte Die Belegschaft der Bosch-Gruppe vergrößerte sich 2017 weltweit um etwa 11 200 Mitarbeiter. Damit waren zum Stichtag 31.12.2017 im Unternehmen rund 400 500 Menschen tätig. Weltweit stellte Bosch mehrere Tausend Software- und IT-Spezialisten ein. Vor allem in den Regionen Asien-Pazifik sowie Mittel- und Osteuropa baute das Unternehmen Personal auf. In Deutschland stieg die Mitarbeiterzahl um rund 3 800 Beschäftigte. Ausblick 2018: Trotz schwierigem Umfeld Umsatz und Ertrag steigern Bosch erwartet für die Weltwirtschaft 2018 ein moderates Wachstum von 2,5 Prozent. Insgesamt sieht das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen eine Reihe konjunktureller Risiken durch geopolitische Entwicklungen wie die Brexit-Verhandlungen, eine schwer abschätzbare US-Außenpolitik oder den Nordkorea-Konflikt. Insbesondere in China geht Bosch von einer konjunkturellen Abschwächung aus. Trotz schwierigem Umfeld will Bosch 2018 Umsatz und Ertrag weiter steigern sowie seine Transformation zu einem führenden IoT-Unternehmen und Anbieter von Mobilitätslösungen vorantreiben.

Erfolgreiches Geschäftsjahr 2017

30.01.2018

Pressemeldung

Wirtschaft

Erfolgreiches Geschäftsjahr 2017

Referat Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH und Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH anlässlich des Pressegesprächs am 29.01.2018 Es gilt das gesprochene Wort.Sehr geehrte Damen und Herren, herzlich willkommen zum Kamingespräch 2018. Schön, dass Sie heute Abend unsere Gäste sind. Wir freuen uns, dass wir erstmals auch internationale Medienvertreter in diesem Kreis begrüßen können. Bevor wir Ihnen zum Jahresbeginn traditionell die vorläufigen Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres vorstellen, einige Worte zum Ort der heutigen Veranstaltung. Wir sind zu Gast in den neuen Räumen der Start-up-Plattform von Bosch. Rund 200 Mitarbeiter finden hier demnächst ihren Arbeitsplatz. Davon arbeiten knapp 150 in Innovationsteams und 50 in Start-ups, die die Plattform derzeit betreut – eines davon haben Sie vorhin kennengelernt. Hier im Werkzentrum Weststadt finden unsere Jungunternehmer ein professionelles Zuhause, hier entstehen Geschäftsmodelle für die vernetzte Welt, hier gibt es kreativen Freiraum, um Ideen wachsen zu lassen und auch selbst als Unternehmer zu wachsen. Vom Mitarbeiter zum CEO – hier sind kurze Karrierewege möglich und erwünscht. Welche Rolle spielen neue Formen von Führung und Zusammenarbeit bei Bosch künftig? Nicht nur hier, sondern im gesamten Unternehmen? Darauf werde ich später noch zu sprechen kommen. Denn das allgegenwärtige Thema der „Vernetzung“ ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern vielmehr auch eine Frage der Unternehmenskultur. Zunächst wollen wir heute Abend auf das Geschäftsjahr 2017 zurückblicken und Ihnen einen ersten Ausblick auf das Jahr 2018 geben. Wo steht Bosch im digitalen Wandel? Wie gelingt es uns, die Vernetzung zum geschäftlichen Erfolg zu machen? Der Abend wird zeigen: Vernetzung und Digitalisierung sind für Bosch kein Hype, kein fernes Zukunftsthema. Die Transformation des Unternehmens ist im Geschäftsalltag angekommen und dort fest verankert. Bosch will führend im Internet der Dinge (IoT) werden. Bei Mobilitätslösungen galt dies ohnehin schon immer. Darauf richten wir uns aus – mit Weitblick, aber vor allem mit Konsequenz. Den Wandel nutzen wir als Chance, Spitzenleistung nicht nur zu versprechen, sondern zu liefern – technologisch und geschäftlich. Die digitale Transformation bedeutet einen großen Umbruch. Aber eben auch einen vielversprechenden Aufbruch. Die Vernetzung liefert technische Lösungsansätze für viele elementare Herausforderungen: Bevölkerungswachstum, Urbanisierung, Demografie und Klimawandel. Dieser Planet wird Milliarden Menschen nur dann eine lebenswerte Heimat bieten können, wenn wir auf die drängendsten Fragen der Gegenwart smarte Antworten finden. Das heißt: Lösungen, die intelligent, vernetzt und digital sind – und genau daran arbeiten wir. Bevor wir im Detail zu den vorläufigen Geschäftszahlen 2017 kommen, möchte ich ganz schwäbisch vorwegschicken: Wir sind zufrieden. 2017 wurde die Wachstumsprognose übertroffen, das Ergebnis weiter verbessert. Bosch bleibt auf Wachstumskurs. Herr Asenkerschbaumer stellt Ihnen die Einzelheiten vor. Geschäftsjahr 2017: Erwartungen übertroffen, Ziele erreicht Vielen Dank, Herr Denner. Guten Abend, meine Damen und Herren. Ich will mit den Highlights der vorläufigen Zahlen für 2017 starten: 78 Milliarden Euro – der Umsatz 2017 6,7 Prozent – das Umsatzwachstum 5,3 Milliarden Euro – das operative EBIT 2017 6,8 Prozent – die operative EBIT-Rendite 2017 Wirtschaftlich lässt sich das Jahr 2017 wie folgt zusammenfassen: Erwartungen übertroffen, Ziele erreicht. Der Umsatz der Bosch-Gruppe stieg nach vorläufigen Zahlen von 73,1 Milliarden Euro auf rund 78 Milliarden Euro. Das ist ein neuer Höchstwert in der Unternehmensgeschichte. Das Umsatzplus beträgt 6,7 Prozent. Wechselkursbereinigt liegt das Wachstum sogar bei 8,3 Prozent. Wie schon 2016 belasteten auch im vergangenen Jahr negative Wechselkurseffekte in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro den Umsatzausweis. Die Geschäftsentwicklung der einzelnen Unternehmensbereiche Ich stelle Ihnen nun die unterschiedlichen Entwicklungen in den Unternehmensbereichen vor – dazu Erfreuliches vorweg: 2017 sind alle Unter-nehmensbereiche deutlich gewachsen. Im Unternehmensbereich Mobility Solutions nahm der Umsatz 2017 um 7,8 Prozent auf 47,4 Milliarden Euro zu, wechselkursbereinigt um 9,2 Prozent. Der Bereich wuchs damit dreimal so schnell wie die weltweite Automobilproduktion. Getrieben wurde die sehr positive Geschäftsentwicklung unter anderem von der hohen Nachfrage nach Dieseleinspritzsystemen insbesondere für Nutzfahrzeuge, Benzineinspritzsystemen sowie nach Fahrerassistenz- und Infotainment-Systemen. Letztmals enthalten ist der Umsatz des ehemaligen Bereichs Starter Motors and Generators, der heutigen SEG Automotive. Dessen Verkauf an ein chinesisches Erwerberkonsortium haben wir Ende 2017 abgeschlossen. Im Unternehmensbereich Consumer Goods sorgten die Geschäftsbereiche BSH Hausgeräte und Power Tools für einen Umsatz von 18,5 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 4,5 Prozent, wechselkursbereinigt von 6,7 Prozent. Vernetzte Produktinnovationen beider Bereiche für Haus und Garten erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Besonders erfreulich war die Entwicklung im Unternehmensbereich Industrial Technology . Zwei Jahre lang war der Umsatz hier rückläufig. Jetzt legte der Bereich ein kräftiges Wachstum von 7,7 Prozent vor, wechselkursbereinigt von 8,5 Prozent. Der Umsatz erhöhte sich auf 6,7 Milliarden Euro. Zu verdanken ist dies dem Geschäftsbereich Drive and Control Technology. Der Bereich hat nach der Neuorganisation zu alter Stärke zurückgefunden und zeigt, wie erfolgreich Restrukturierung Wachstum fördert. Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology erwirtschaftete einen Umsatz von 5,4 Milliarden Euro. Das ist eine Zunahme von 3,1 Prozent, wechselkursbereinigt von 4,8 Prozent. Gefragt waren 2017 sowohl vernetzte Lösungen für Wärme und Klima als auch smarte Technik für Sicherheit und Gebäudeautomatisierung. Weiterhin stark wächst unser Geschäft mit Dienstleistungen.Die Geschäftsentwicklung in den Regionen Meine Damen und Herren, damit komme ich zur regionalen Umsatzentwicklung. Insgesamt haben, bis auf Nordamerika, alle Regionen 2017 zugelegt. In Europa entwickelte sich das Geschäft für Bosch erfreulich. Der Umsatz stieg um 5,5 Prozent auf 40,7 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 6,3 Prozent. Grund war unter anderem das kontinuierliche Wachstum in West- und Mitteleuropa. In Nordamerika lag der Umsatz wechselkursbereinigt auf Vorjahresniveau. Der Umsatz erreichte 12,1 Milliarden Euro, nominal ein Minus von 2,3 Prozent. Insbesondere die Entwicklung in der Autoindustrie blieb hinter den Erwartungen zurück. In Südamerika setzte sich die Erholung mit einem zweistelligen Umsatzzuwachs fort. Mit einem Umsatzplus von 15 Prozent stiegen die Erlöse auf 1,6 Milliarden Euro. Wechselkursbereinigt war das ein Zuwachs von zwölf Prozent. Für Bosch relevante Märkte wie Agrar-, Automobil- und Pharmaindustrie erholen sich weiter und entwickeln sich positiv. In Asien-Pazifik erzielte die Bosch-Gruppe 23,6 Milliarden Euro Umsatz. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein deutliches Plus von 14 Prozent, wechselkursbereinigt um 17 Prozent. Das Wachstum wurde besonders von der positiven Geschäftsentwicklung in China und Indien getragen.Die Ergebnisentwicklung 2017 Meine Damen und Herren, überproportional zum erfreulichen Umsatzverlauf konnten wir das operative EBIT steigern. Nach vorläufigen Zahlen erzielte die Bosch-Gruppe 2017 ein operatives EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) in Höhe von 5,3 Milliarden Euro – auch das ein historischer Höchstwert. Die operative EBIT-Rendite beträgt 6,8 Prozent. Damit übertreffen operative EBIT-Rendite und operatives EBIT die Vorjahreswerte von 5,8 Prozent beziehungsweise 4,3 Milliarden Euro deutlich. Die Verbesserung der operativen EBIT-Rendite um einen Prozentpunkt geht zu einem größeren Teil auf den erfreulichen Geschäftsverlauf und zu einem geringeren Anteil auf eine Methodenänderung beim Ausweis des Zinsaufwands bei Pensionsrückstellungen zurück. Vergleichbar gerechnet ergibt sich eine Ergebnisverbesserung um rund 0,6 Prozentpunkte.Die Mitarbeiterentwicklung 2017 Die Belegschaft der Bosch-Gruppe nahm zum Stichtag 31.12.2017 um etwa 11 200 auf weltweit rund 400 500 Mitarbeiter zu. Insbesondere in Asien-Pazifik sowie Mittel- und Osteuropa haben wir Mitarbeiter aufgebaut. In Deutschland stieg die Mitarbeiterzahl um 3 800 Mitarbeiter. Wie bewerten wir die Geschäftsentwicklung der Bosch-Gruppe im vergangenen Jahr? Der Umsatzzuwachs übertraf unsere Prognosen – sowohl nominal als auch wechselkursbereinigt. Bosch bleibt auf Wachstumskurs. Die Entwicklung war regional und sektoral unterschiedlich. Alle Unternehmensbereiche konnten jedoch deutlich zulegen und zum Wachstum beitragen. Gerade in Zeiten des dynamischen Wandels in Technik und Märkten investiert Bosch unverändert in die Zukunft. 7,5 Milliarden Euro betrugen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im vergangenen Jahr. Die Geschäftsentwicklung 2017 zeigt, dass die Innovationskraft der Bosch-Gruppe weiterhin hoch ist. Wir forcieren das Kerngeschäft sehr erfolgreich und richten das Unternehmen gleichzeitig auf Vernetzung und das Internet der Dinge aus.Geschäftsjahr 2018: Volatile geopolitische Lage Bevor ich über unsere wirtschaftlichen Ziele für das neue Jahr spreche, blicken wir zunächst auf die Rahmenbedingungen für 2018. Trotz der positiven konjunkturellen Entwicklung der Weltwirtschaft in den vergangenen Monaten ist unser Ausblick für 2018 verhalten. Warum? Wir gehen im Vergleich zu 2017 von einem geringeren globalen Wachstum aus. Zwar erwarten wir ein Wachstum der Weltwirtschaft von immerhin gut 2,5 Prozent, sehen aber einige geopolitische Risikofaktoren wie die Brexit-Verhandlungen, die Lage in der Türkei sowie die Spannungen in der arabischen Welt. Letztlich trüben auch die nur bedingt abschätzbare US-Außenpolitik sowie der Nordkorea-Konflikt die Perspektiven. In Europa erwarten wir eine Fortsetzung der Erholung nach den Krisenjahren und damit für 2018 eine passable Wirtschaftsentwicklung. Für Nordamerika erwarten wir vor dem Hintergrund des starken Wachstums Ende 2017 sowie der Steuersatzsenkungen eine positivere Wirtschaftsentwicklung als noch vor wenigen Monaten. Allerdings rechnen wir im Jahresverlauf auch mit einer zyklischen Abschwächung. Südamerika wird sich trotz struktureller Schwächen weiter von der Krise erholen und ein positives Wachstum zeigen. In der Region Asien-Pazifik wird die Abschwächung des Wachstums in China Spuren hinterlassen. Wir gehen davon aus, dass die chinesische Regierung eine Korrektur der Überkapazitäten und Überschuldung aktiv unterstützen wird, was vorübergehend zu gedämpftem Wirtschaftswachstum führen wird. Wenn wir uns die unterschiedlichen Branchen ansehen, zeichnet sich ebenfalls ein differenziertes Bild: Das Wachstum der weltweiten Fahrzeugproduktion wird sich 2018 unter Vorjahresniveau bewegen. In unseren Kernmärkten wie China und Europa rechnen wir mit einem abgeschwächten Wachstum. Für die Maschinenbaubranche erwarten wir eine moderate, aber vorerst robuste Aufwärtsbewegung. Für die Private Nachfrage rechnen wir nicht zuletzt aufgrund anhaltend niedriger Zinsen und geringer Inflation mit einer günstigeren Entwicklung, die der breiten wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung folgt. Besonders in den entwickelten Ländern sehen wir im Jahresverlauf einen leichten Anstieg. Welche wirtschaftlichen Ziele verfolgt die Bosch-Gruppe vor diesem geopolitischen Hintergrund im Jahr 2018? Wir wollen Umsatz und Ertrag weiter steigern. Auch 2018 gilt es, konsequent an der Wettbewerbsfähigkeit aller Bereiche zu arbeiten. Wir werden weiterhin hohe Summen in die Zukunft des Unternehmens investieren, insbesondere im Bereich der Mobilität. Wie wir dazu unsere Kompetenzen bündeln, strategische Fortschritte nutzen und in gezielten Schritten den Wandel zum geschäftlichen Vorteil voranbringen, erläutert Ihnen jetzt Herr Denner.Digitaler Wandel: Geschäftsalltag bei Bosch Herr Asenkerschbaumer, vielen Dank. Meine Damen und Herren, ich beginne meine weiteren Ausführungen mit einer Frage. Hat der digitale Wandel schon stattgefunden oder kommt er noch? Aus meiner Sicht müssen wir uns bewusst sein: Wir stehen erst am Anfang. Ihren disruptiven Charakter wird die Vernetzung in vielen Branchen und Märkten erst noch zeigen und dort zu radikalen Umbrüchen führen. Bosch hat diese Entwicklung früh erkannt. Bereits 2008 – vor zehn Jahren also – haben wir mit dem Kauf der heutigen Bosch Software Innovations die erste Akquisition für das heutige Internet der Dinge getätigt. Auch dass das Auto als ein Teil des Internets verstanden werden muss, haben wir bereits 2011 gesagt. Vielleicht weil Bosch einer der Vordenker in diesem Bereich war, ist das Unternehmen heute bereits mittendrin im digitalen Wandel. Wir können sagen, er ist bei uns im Geschäftsalltag angekommen. Dabei erkennen wir vor allem eins: Obwohl Bosch einen hervorragenden Start hatte, ist der Weg noch weit. Der digitale Wandel wird zur Konstanten in einem von Technik- und Marktveränderungen getriebenen Umfeld. Aber: Unsere auf das Internet der Dinge fokussierte Strategie geht auf. Dazu ein paar Fakten: 250 internationale IoT-Projekte hat die Bosch Software Innovations bereits designt, entwickelt und umgesetzt. An 170 eigenen IoT-Projekten arbeiten wir bei Bosch derzeit, in so unterschiedlichen Bereichen wie vernetzte Mobilität, vernetzte Gebäude, vernetzte Industrie und vernetzte Landwirtschaft. 38 Millionen internetfähige Produkte haben wir 2017 verkauft. 6,2 Millionen Sensoren, Geräte und Maschinen vernetzen sich heute über die Bosch IoT Suite mit Nutzern und Unternehmensanwendungen. Wir haben das Potenzial der Vernetzung früh erkannt. Seit fast zehn Jahren bereiten wir uns systematisch vor. Sukzessive haben wir beispielsweise unsere Software- und IT-Kompetenz ausgebaut. Mit mehr als 25 000 Software-Experten sind wir heute selbst ein Software-Unternehmen. Was uns von den Internetkonzernen aus Amerika und Asien unterscheidet: Während das Silicon Valley die digitale Welt vernetzt, vernetzt Bosch die reale Welt. Unser Ansatz im Internet der Dinge dient vor allem konkreten Verbesserungen in der realen Welt, im Alltag vieler Menschen.Breites Spektrum an IoT-Lösungen für elementare Herausforderungen Lassen Sie uns einen schlaglichtartigen Blick auf das Spektrum der IoT-Projekte werfen: Vernetzte Mobilität: In US-amerikanischen Metropolen sowie Städten in Europa wird das von Bosch entwickelte Community-based Parking dazu beitragen, den innerstädtischen Parksuchverkehr zu reduzieren. Vernetzte Stadt: Aus der 7 700 Kilometer entfernten nordchinesischen Stadt Tianjin wird Bosch eine intelligente Stadt machen. Die Initiative „Smart Tianjin“ soll die Wirtschaftlichkeit und die Lebensqualität der Hafenstadt erhöhen. Das Smart-City-Projekt mit der 15-Millionen-Einwohner Metropole gehört zu 14 Leitprojekten, die Bosch derzeit weltweit umsetzt. Für die intelligente Stadt bieten wir Lösungen für Energie, Gebäude, Mobilität, Sicherheit und die digitale Stadtverwaltung. Vernetztes Zuhause: Für die intelligente Küche beispielsweise bieten wir künftig neben vernetzten Hausgeräten auch digitale Services an. In unser Home-Connect-Ökosystem binden wir die bereits mehr als 15 Millionen Mal heruntergeladene App des Start-ups Kitchen Stories ein. Die in zwölf Sprachen verfügbare Koch-App umfasst mehr als 1 000 Rezepte und vermittelt die Zubereitung in Videos oder Fotos.Weniger Unfälle: Die Automatisierung des Verkehrs ist da Wir sehen eine Mobilität, die emissionsfrei, stressfrei und unfallfrei sein soll. Dazu wird es nicht länger ausreichen, einfach nur bessere Autos zu bauen. Wir müssen Mobilität neu denken. Wir werden dazu den Verkehr automatisieren, elektrifizieren und vernetzen. Im Frühjahr haben wir den KI Autocomputer vorgestellt. Er soll Autos künftig durch komplexe und neue Verkehrssituationen lenken. Bis zu 30 Billionen Rechenoperationen führt er pro Sekunde durch, dreimal so viel wie das menschliche Gehirn. Anfang der kommenden Dekade geht das Gehirn des selbstfahrenden Autos in Serie. Zum gleichen Zeitpunkt ermöglichen wir mit Daimler das vollautomatisierte und fahrerlose Fahren im urbanen Umfeld – fahrerloses Fahren wie es beispielweise bei Robotaxis oder anderen „shared vehicles“ zum Einsatz kommen wird. Bereits in den kommenden Monaten werden erste Testfahrzeuge auf den Straßen zu sehen sein. Ebenfalls mit Daimler haben wir in diesem Sommer das fahrerlose Parken im Parkhaus des Mercedes-Benz-Museums realisiert. Die weltweit erste infrastrukturgestützte Lösung für das Automated Valet Parking geht im Laufe des Jahres in den Live-Betrieb. In China kooperieren wir mit Baidu in einer strategischen Partnerschaft zur Vernetzung des Verkehrs. Meine Damen und Herren, die genannten Projekte zeigen exemplarisch, wie Bosch die Automatisierung des Verkehrs vorantreibt: In Projekten mit Partnern, die unterschiedlicher nicht sein könnten – Unternehmen aus der Computerbranche, Fahrzeugherstellern sowie IT- und Internetkonzernen.Weniger Stress: Das Zweirad wird vernetzt Für die wachsenden Anwendungen von Halbleitern in der Mobilität und im IoT bauen wir in Dresden ein neues Halbleiterwerk. Ab 2021 werden bis zu 700 Mitarbeiter in der mehr als eine Milliarde Euro teuren Anlage Halbleiter auf Basis der 300-Millimeter-Technologie produzieren. Halbleiter sind die Kernkomponente aller elektronischen Systeme, auch vernetzter eBikes. Bosch hat die Fahrradbranche elektrifiziert und dem eBike mit zum Durchbruch verholfen. Bisher ist die Branche allerdings weitgehend analog unterwegs: Jetzt wollen wir sie weiter digitalisieren. In Ergänzung zu unserem Bordcomputer Nyon haben wir 2017 das Connected-Biking-Start-up COBI.Bike erworben. Dessen Produkte und Technologieplattform ermöglichen Fahrradfahrern die Nutzung des Smartphones als Steuerungs-, Infotainment- und Displayeinheit. Das von Bosch neu entwickelte ABS für Fahrräder konnten Sie bereits selbst testen. Es wird das Fahrradfahren deutlich sicherer machen. Jederzeit etwa mit einer App einen Elektro-Roller lokalisieren, reservieren und sofort losfahren – das können unsere COUP-Kunden in Berlin seit dem Start des eScooter-Verleihs 2016. In Paris können Nutzer seit letztem Sommer den Arc de Triomphe mit einem von 600 COUP-Rollern ansteuern. Ab diesem Sommer können die Elektroroller auch in Madrid gemietet werden. In Summe sind dann rund 3 500 COUP-Roller lokal emissionsfrei unterwegs. Innerhalb von nur wenigen Monaten ist COUP zu einem der führenden eScooter-Sharingdienste geworden.Das realistische Ziel: Der emissionsarme und CO 2 -neutrale Verbrenner Damit ist eines der drängendsten Probleme des Straßenverkehrs in Städten angesprochen: Wie können Menschen mobil sein, Waren bewegt werden – und dabei die Luftqualität dennoch gut sein? Für den Verkehr arbeiten wir an Antworten. Wir sehen mit Blick auf technische Potenziale und ökologische Erfordernisse noch lange einen Mix aus Verbrennern und Elektroautos. Was den Diesel betrifft, so erreichen wir mit Testfahrzeugen schon heute die Grenzwerte von 2020. Mehr noch: Wir arbeiten bereits an Systemen, die sogar deutlich unter diesen Grenzwerten liegen. Auch beim Benziner wollen wir einen Beitrag zum verbesserten Umweltschutz leisten, dabei gilt unsere Aufmerksamkeit den Partikeln. In Europa nehmen wir daher seit Mitte vergangenen Jahres keinen Auftrag mehr an, bei dem das Motorkonzept keinen Partikelfilter vorsieht. In diesem Vorgehen sehen wir für Bosch künftig einen alternativen Weg: Wir wollen uns nicht länger mit vom Gesetzgeber vorgegebenen Grenzwerten zufriedengeben. Das Ziel haben wir für unsere Entwickler eindeutig formuliert: Ein Verbrenner soll im Wesentlichen nur noch das ausatmen, was er eingeatmet hat. Die Emissionen sollen sich mit Ausnahme von CO 2 nicht mehr signifikant von der Umgebungsluft unterscheiden. Betrieben mit „eFuels“ sind solche Verbrenner sogar CO 2 -neutral.Weniger Emissionen: Markt- und Technikerfolge in der Elektromobilität Zugleich geben wir bei der Elektromobilität Vollgas. Vergangenes Jahr konnten wir zahlreiche Aufträge akquirieren, teilweise in Milliardenhöhe. Das Kundenspektrum reicht von klassischen Automobilherstellern bis zu den neuen Playern, vor allem in Europa als auch in Asien. Unser Vorteil: Unsere Kunden profitieren von serienerprobten Komponenten und unserer Kompetenz in der Systemintegration. Ende dieses Jahres startet die Serienproduktion einer neuen 48-Volt-Batterie für Hybridfahrzeuge. Rund 15 Millionen Neufahrzeuge sollen 2025 laut Marktprognosen mit 48-Volt-Systemen teilelektrifiziert sein. Kombiniert mit Motor, Steuergerät, Ladegerät und Display sowie App ist das 48-Volt-System ein vollständiges Antriebssystem für kleine und leichte Fahrzeuge – ein Segment, das vor allem in Asien stark wächst. Bis 2020 werden weltweit rund 100 Millionen leichte Elektrofahrzeuge produziert, insbesondere für das urbane Umfeld. Mit unserem standardisierten Komplettsystem können etablierte Hersteller und Start-ups auf lange und teure Eigenentwicklungen verzichten: Elektromobilität wird massentauglich. Gleiches gilt für den elektrischen Achsantrieb, die eAchse. Das All-in-one-Prinzip integriert Motor, Leistungselektronik und Getriebe in einem Antrieb. Das Geschäftspotenzial für die eAchse ist enorm. Ab 2019 kann sie in Hybride und Elektroautos, kleine Pkw, SUV und sogar leichte Nutzfahrzeuge eingebaut werden. Die weltweit erste eAchse für schwere Nutzfahrzeuge realisieren wir mit dem amerikanischen Start-up Nicola Motor Company. Das Unternehmen zeigt sich auch beim Antrieb sehr fortschrittlich: Die Trucks Nikola One und Nikola Two werden ab 2021 mit Wasserstoff angetrieben. Die Brennstoffzelle in einem Heavy Truck – auch das ist eine Weltpremiere. Das Potenzial der Brennstoffzelle gerade im Nutzfahrzeugbereich hat auch die chinesische Regierung erkannt und im aktuellen Fünf-Jahresplan eine ehrgeizige Strategie formuliert. Bis 2025 soll die Infrastruktur zur Verfügung stehen und die Marktdurchdringung von Wasserstoff-Fahrzeugen beginnen. Gemeinsam mit dem größten Nutzfahrzeug-Motorenhersteller Weichai wird Bosch im derzeit relevantesten Elektromobilitätsmarkt der Welt Brennstoffzellenantriebe für Nutzfahrzeuge auf den Markt bringen. Der Dynamik im Bereich des Antriebs tragen wir auch organisatorisch Rechnung. Zu Jahresbeginn hat der neue Geschäftsbereich Powertrain Solutions seine Arbeit aufgenommen. Alle Kompetenzen für den Antriebsstrang sind dort unter einem Dach gebündelt – Diesel, Benzin und Elektromobilität. Rund 88 000 Menschen an mehr als 60 Standorten in 25 Ländern arbeiten gemeinsam am Antrieb der Zukunft. Sie sehen, ob Sprit oder Strom, Bosch bringt Energie in den Antrieb. In der Elektromobilität ist kein Automobilzulieferer so breit aufgestellt wie Bosch – vom Fahrrad bis zum Lkw, wir elektrifizieren alles. Sie wissen, dass wir derzeit den Einstieg in die Fertigung von Batteriezellen prüfen. Im Jahr 2030 werden weltweit etwa 1 000 Gigawattstunden Batteriekapazität benötigt. Um einen Marktanteil von 20 Prozent und damit eine führende Position zu erreichen, wäre eine Investition von etwa 20 Milliarden Euro für eine Fertigungskapazität von 200 Gigawattstunden erforderlich. Die Entscheidung muss aus unternehmerischer Sicht wohlüberlegt sein. Sie birgt Chancen, aber auch viele Risiken. Denn eine Zellfertigung ist nicht nur eine Frage der Technik. Sie ist vor allem eine wirtschaftliche Unternehmung, die sich rechnen muss. Viele Fragen und Entwicklungen zur Technik und vor allem zum Markt sind wegen des langen Planungshorizonts nur schwer beziehungsweise mit hoher Unsicherheit prognostizierbar. Auf dem Zellmarkt – heute im Wesentlichen unter fünf asiatischen Herstellern aufgeteilt – wird auch mit künftigen Zelltechnologien ein harter Preiskampf ausgetragen. Etablierte Marktteilnehmer verfügen über starke Wettbewerbsvorteile. Da drei Viertel der Wertschöpfung auf Materialkosten entfallen – darunter auch Rohstoffe – bleibt nur ein geringer Anteil, in dem Wettbewerbsvorteile erarbeitet und ausgespielt werden können. Es geht bei der Entscheidung über eine Zellproduktion auch um die Frage, wie ausschlaggebend diese für den unternehmerischen Erfolg in der Elektromobilität ist. Meine Ausführungen haben gezeigt, wie gut Bosch bereits im Geschäft mit der Elektromobilität aufgestellt ist. Wir gehen davon aus, dass wir unsere Entscheidung in einigen Wochen kommunizieren können.Die Stadt: smarter Lebensraum für sechs Milliarden Menschen Meine Damen und Herren, bereits in knapp 30 Jahren werden zwei Drittel der Weltbevölkerung, sechs Milliarden Menschen, in Städten leben. Urbane Gebiete in Afrika und Asien werden die 50-Millionen-Einwohner-Marke überschreiten. Bis 2050 wird sich der städtische Verkehr verdreifachen. Schon heute verursachen Städte 80 Prozent aller Treibhausgasemissionen und verbrauchen 75 Prozent der weltweiten Energie. Die Lebensqualität in Städten wird künftig in hohem Maße von intelligenten und vernetzten Lösungen abhängen. Bis 2020 wird der Smart-City-Markt jährlich um 19 Prozent auf 700 Milliarden Euro wachsen. Schon 2025 werden 80 Metropolen weltweit Smart Cities sein. Wir profitieren im Smart City-Geschäft von unserer breiten Aufstellung und unseren domänenübergreifenden Kompetenzen. Wesentlicher Faktor für die Lebensqualität in Städten ist die Luftqualität. Dazu hat Bosch gemeinsam mit Intel das mobile Luftlabor „Climo“ entwickelt. Mit einer Box, nicht größer als eine Schuhschachtel, können zwölf für die Luftqualität relevante Parameter gemessen werden. In Echtzeit lassen sich Informationen zur Konzentration von Kohlendioxid und sogar Pollen bereitstellen. Mit den Daten können beispielsweise Verkehrsflüsse gemanagt werden. Oder Einwohner können entscheiden, ob die Luft geeignet ist für Sport oder andere Aktivitäten. Das smarte Labor wurde jüngst auf der CES mit einem Innovations-Award ausgezeichnet.Smarte Lösungen für Industrie 4.0 Im Bereich der vernetzten Industrie startete Anfang Januar 2018 der neu gegründete Produktbereich Bosch Connected Industry. Darin bündeln wir die Industrie 4.0-Aktivitäten verschiedener Abteilungen und Einheiten, insbesondere das Software- und Service-Geschäft. Die mehr als 500 Mitarbeiter werden künftig unsere Erfahrungen in der Umsetzung von Projekten auch als Beratungsdienstleistung anbieten. Unsere Expertise in der Vernetzung ganzer Wertströme Dritten zu verkaufen – auch das ist smart. Bis 2020 wollen wir mit Industrie 4.0 mehr als eine Milliarde Euro zusätzlichen Umsatz erzielen. Dem weiteren Ausbau unserer Industrie 4.0-Aktivitäten dient auch unsere Beteiligung am Kartendienstleister HERE. Datenbasierte Echtzeit-Lokalisierung kann bei der Optimierung und Automatisierung von Waren- sowie Materialtransporten unterstützen und beispielsweise autonome Transporte innerhalb von Gebäuden ermöglichen. Welches Potenzial vernetzte und optimierte Logistikketten für die Wettbewerbsfähigkeit haben, auch das wissen wir selbst. Rund 15 Prozent unserer Logistikkosten, einen zweistelligen Millionenbetrag, sparen wir zwischenzeitlich ein – ein Erfolg, der vergangenes Jahr mit dem Deutschen Logistikpreis ausgezeichnet wurde.Ohne Kulturwandel kein digitaler Wandel Meine Damen und Herren, ich komme damit zum Ende meiner Ausführungen. Wir haben früh prognostiziert, dass das IoT alles verändern wird. Für viele gilt Bosch zwischenzeitlich als führend in dieser spannenden wie herausfordernden Entwicklung. Wir sind Vordenker, Gestalter und Partner in vielen Fragen der digitalen Transformation. Vernetzung ist allerdings kein rein technisches Thema. Wir haben längst verstanden, dass sie mit einer Kulturveränderung im Unternehmen einhergehen muss. Ohne Kulturwandel kein digitaler Wandel. Daher denken wir bei Bosch Führung und Zusammenarbeit neu – mit deutlichen Auswirkungen auf die Innovationskultur. Eine Kultur, in der sich alle Mitarbeiter permanent weiterbilden und lernen; eine Kultur, in der wir die Grenzen zwischen Bereichen und Funktionen auflösen; eine Kultur, in der das Fachwissen zählt und nicht Rang oder Hierarchie. Die Digitalstrategie von Bosch Power Tools beispielsweise wurde von mehr als 100 internetaffinen Mitarbeitern aus aller Welt entwickelt, die sich dafür freiwillig gemeldet haben – nicht vom Top-Management. Im gleichen Bereich haben sich vereinzelt bereits alte Organisationsstrukturen in crossfunktionale Teams verwandelt, die vor allem einen in den Mittelpunkt stellen – den Kunden, das heißt den Nutzer von Elektrowerkzeugen. Das ist nur eines von vielen Beispielen. Was tun wir noch? Hunderte von konzernüblichen Richtlinien – mehr als 70 Prozent – hat Bosch abgeschafft, der individuelle Bonus ist ausgemustert, bereichsübergreifende Zusammenarbeit wird gefördert und gefordert, agile Teams ergänzen die Linienorganisation, Start-ups treiben unkonventionell neue Ideen zum Erfolg und an zahlreichen Standorten entstehen neue Arbeits- und Bürowelten mit Campuscharakter – wie unser neuer IoT Campus in Berlin, den wir vor zehn Tagen eröffnet haben. Auch unsere Zentrale bauen wir zum Campus aus, dessen Architektur und Außengelände für Offenheit, Kreativität und Zusammenarbeit steht. Unser Unternehmenssitz auf der Schillerhöhe in Gerlingen wird damit selbst zum Symbol für den Kulturwandel. Wir treiben den Wandel mit einer Mannschaft voran, in deren DNA das Streben nach ständiger Verbesserung fest verankert ist. Denn Bosch steht seit dem Tag der Gründung für Kontinuität und Wandel zugleich. Klar ist: Das Wissen unserer Mitarbeiter ist das Rückgrat unseres Erfolges. Daher investieren wir in die Weiterbildung und Qualifizierung unserer Belegschaft. Mehr als eine Milliarde Euro waren es allein in den vergangenen fünf Jahren. Dazu gehören auch Angebote, die gezielt der Vernetzung und der Elektrifizierung Rechnung tragen, beispielsweise eine Qualifizierung zum Softwareexperten oder ein Boot Camp für Elektromobilität. Der Rück- und Ausblick macht deutlich: Unsere Belegschaft arbeitet quer durch alle Unternehmensbereiche an der Umsetzung unserer Strategie. Wir entwickeln bestehendes Geschäft weiter, erschließen neue Geschäftsfelder und bleiben technologisch führend. Meine Damen und Herren, vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Meine Kollegen und ich freuen uns jetzt auf das Gespräch mit Ihnen.