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Interview: Nachhaltige Lieferketten bei Bosch

01.09.2026

Presse-Feature

Wirtschaft

Interview: Nachhaltige Lieferketten bei Bosch

Welche Aufgabe haben Einkauf und Logistik bei Bosch? Flemming: Bosch vereint Einkauf und Logistik im Supply Chain Management, um für robuste und nachhaltige Lieferketten von der Beschaffungsquelle bis hin zur Auslieferung zu sorgen. Das ist ein zentraler Grundstein, damit Bosch mit Technik das Leben der Menschen verbessern und zur Schonung natürlicher Ressourcen beitragen kann. Im Supply Chain Management arbeiten wir eng mit unseren weltweit rund 230 Fertigungswerken und gut 250 000 Kunden zusammen. Die Aufgabe ist es, die Verfügbarkeit von Komponenten, Rohstoffen und Produkten kundengerecht sicherzustellen. Dabei sind hohe Qualität und wettbewerbsfähige Preise wichtige Ziele, die wir gemeinsam mit unserem Lieferantennetzwerk aus mehr als 35 000 Herstellern und Dienstleistern verfolgen. Unser Lieferantennetzwerk ist darüber hinaus eine wichtige Quelle für die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft von Bosch. Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit für die Lieferketten? Flemming: Bosch nimmt seine unternehmerische Verantwortung sehr ernst. Deshalb strebt das Unternehmen mit seiner langfristigen Ausrichtung nach einer Balance aus Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Diese Verantwortung reicht mit einem jährlichen Einkaufsvolumen von fast 50 Milliarden Euro weit über die Werkstore hinaus. Somit haben Lieferketten mit einem hohen Maß an Nachhaltigkeit und sozialen Standards für Bosch einen besonderen Stellenwert. Gemeinsam mit unserem weltweiten Lieferantenstamm arbeiten wir am ressourcenschonenden Einsatz von Rohstoffen und Material sowie der konsequenten Reduktion von CO2-Emissionen. Das wollen wir etwa durch Vermeiden von Transporten oder optimierte Verpackungen erreichen. Wir sind überzeugt, dass Unternehmen nur auf Basis robuster und nachhaltiger Lieferketten im weltweiten Wettbewerb bestehen und damit zum globalen gesellschaftlichen Wohlstand beitragen können. Wie geht das Supply Chain Management von Bosch mit geopolitischen Umbrüchen und zunehmenden Wetterextremen um? Flemming: Stabile Lieferketten sind die Basis für eine funktionierende Wirtschaft. Für Bosch bedeutet es, sich auch im Supply Chain-Management frühzeitig auf immer neue Entwicklungen im Welthandel einzustellen. Dazu verfolgen wir eine „Local-for-local“-Strategie, mit der wir globale Lieferketten verkürzen, flexibilisieren und damit weniger anfällig machen. Mit unserem weltweiten Fertigungsnetzwerk produzieren wir dort, wo unsere Kunden sind. Ein vorausschauendes Supply-Chain-Risk-Management erlaubt es Bosch, auf Risiken etwa durch Lieferengpässe, Naturkatastrophen oder Blockaden von Seewegen frühzeitig zu reagieren. Um bei solchen Störungen globaler Lieferketten oder von Transportwegen Hand in Hand zu arbeiten, ist ein partnerschaftlicher und wertschätzender Umgang mit unseren Lieferanten eine wichtige Voraussetzung. Daneben hilft uns ein hoher Digitalisierungsgrad in den Lieferketten, um in Echtzeit Transparenz über Bestände und Bedarfe zu erhalten – von der Beschaffung über die Fertigung bis hin zum Kunden. Wie sorgt Bosch für die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben, Umwelt- und Sozialstandards in seinen Lieferketten? Flemming: Bosch unterhält als globaler Technologieanbieter Lieferbeziehungen mit Unternehmen und Dienstleistern in rund 60 Ländern der Erde. Mit weitreichender Standardisierung unserer Stammdaten und Prozesse im Lieferantenmanagement sind wir in der Lage, unterschiedliche regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Die Digitalisierung hilft uns einerseits, im Interesse wettbewerbsfähiger Preise administrative Mehraufwände in den Lieferketten wo immer möglich abzufedern. Andererseits erleichtert es uns, Berichtspflichten nachzukommen und Nachhaltigkeitsziele in den Lieferketten zu verfolgen. Zum Beispiel entwickeln wir Lieferanten weiter, die von Qualitätsstandards abweichen oder prüfen risikoabhängig die Einhaltung von Umweltschutzvorgaben und Menschenrechten. Bei der Senkung von CO 2 -Emissionen wirken unsere Anforderungen als Hersteller und Zulieferer wiederum auf Tausende unserer Lieferanten und Vorlieferanten – gemeinsam vervielfachen wir damit den Beitrag zum Klimaschutz. Was sind die neuesten Trends und Entwicklungen in Einkauf und Logistik bei Bosch? Flemming: Wir bauen den Einsatz von generativer KI aus, um zum Beispiel die automatisierte Planung für unsere Lieferketten weiter zu stärken. Damit können wir etwa durch selbstlernende Systeme äußere Marktfaktoren viel besser in die Nachfrageplanung unserer Kunden einbeziehen. Auch erproben wir humanoide Roboter in Verbindung mit SAP-Prozessen in der Lagerverwaltung. Im Supply Chain Management von Bosch spielt die automatisierte Planung damit weiterhin eine Schlüsselrolle. Bei äußeren Einflüssen wie etwa Flutschäden bei Lieferanten oder Materialengpässen am Markt wollen wir noch besser und ergebniswirksamer handeln können. KI erleichtert uns zudem bereits in der Beschaffungsphase die Prognose von Qualitätsfehlern und deren Vermeidung – bevor sie überhaupt auftreten können. Bei unseren Abläufen setzen wir konsequent auf funktionsübergreifende End-to-End-Prozesse, die wir ständig weiterentwickeln. Ein weiteres wichtiges Element ist ein durchgängiger, elektronischer Datenaustausch – zum Beispiel beginnend bei unseren Lieferanten mittels unserer Digitalplattformen über unsere Werke bis hin zu unseren Kunden. Dr. Arne Flemming ist Leiter Supply Chain Management bei Bosch. In dieser Funktion verantwortet er die Lieferkettensteuerung der Bosch-Gruppe mit weltweit rund 38 000 Mitarbeitenden in den Teilbereichen Einkauf und Logistik.

Einkauf und Logistik bei Bosch

01.09.2026

Pressemeldung

Wirtschaft

Einkauf und Logistik bei Bosch

Supply Chain Management: Lieferketten verantwortungsvoll gestalten Auf Grundlage robuster und nachhaltiger Lieferketten können Unternehmen im globalen Wettbewerb bestehen. Die verantwortungsvolle Gestaltung von Lieferketten ist somit nicht nur ein Schlüsselfaktor für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen, sondern auch für eine funktionierende Wirtschaft sowie den gesellschaftlichen Wohlstand. Bosch arbeitet kontinuierlich daran, sich noch flexibler, schneller und transparenter auf immer spezifischere Kundenbedürfnisse auszurichten. Gleichzeitig gilt es, Nachhaltigkeit, Innovation und Qualität entlang der gesamten Lieferkette zu fördern sowie wettbewerbsfähige Preise zu gewährleisten. Dabei setzt Bosch auf die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten über Unternehmens- und Landesgrenzen hinweg. Mit einem Einkaufsvolumen im Jahr von zuletzt knapp 49 Milliarden Euro und weltweit täglich etwa 250 000 zu beliefernden Kunden trägt Bosch mit der Gestaltung seiner Lieferketten unternehmerisch und gesellschaftlich eine besondere Verantwortung.Für Bosch steht deshalb im Fokus, die Resilienz und den Nachhaltigkeitsbeitrag des Unternehmens stetig zu verbessern und zugleich seine Weiterentwicklung voranzutreiben – durch Lieferketten, die von wettbewerbs- und innovationsförderlichen Lieferantennetzwerken geprägt sind. Nachhaltigkeit und Compliance erhalten damit einen hohen Stellenwert: Bosch will zusammen mit seinen Lieferanten Versorgungsrisiken reduzieren, Engpässe vermeiden und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit aller Beteiligten steigern. Dazu pflegt das Unternehmen globale, regionale und lokale Lieferantenbeziehungen. Die strategische Bedeutung nachhaltiger Lieferketten zeigt sich auch im Nachhaltigkeitszielbild: Die Achtung der Menschenrechte steht neben Arbeits-, Gesundheits- und Klimaschutz im Mittelpunkt. Auf dieser Grundlage unterstützt Bosch auch die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie den Nationalen Aktionsplan (NAP) der deutschen Bundesregierung zur Achtung der Menschenrechte. Ebenso setzt Bosch die Vorgaben des deutschen Gesetzes über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten („Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz“, LkSG) um. Einkauf: Beschaffen von Komponenten und Rohmaterial In der Lieferkette vom Lieferanten bis zum Kunden spielt der Einkauf für Bosch eine zentrale Rolle: Ob Material für die Fertigung von MEMS-Sensoren für Fitness-Tracker oder Magnetspulen für elektrische Bohrmaschinen-Antriebe – alle Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe müssen auf den weltweiten Beschaffungsmärkten eingekauft werden. Sie bilden den Ausgangpunkt für Produkte, die helfen, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern oder beitragen, natürliche Ressourcen zu schonen. Bosch unterhält dazu Lieferbeziehungen in rund 60 Ländern. Von insgesamt rund 35 500 Lieferanten bezog die Bosch-Gruppe 2025 weltweit Material und Dienstleistungen im Wert von 49,3 Milliarden Euro (2024: 49,8 Milliarden Euro). Auf die direkte Beschaffung von Rohmaterial entfällt lediglich ein geringer Anteil. Der Großteil des Ressourceneinsatzes in den Lieferketten besteht aus dem Zukauf von Komponenten – hauptsächlich in Form von Halbzeugen oder fertigen Bauteilen. Eingekauft werden vor allem elektronische und mechanische Komponenten. Zum Einkaufsspektrum gehören darüber hinaus Handelswaren, Software, Dienstleistungen, Investitionsgüter und Betriebsmittel. Der Einkauf von Produktionsmaterial ist dezentral organisiert und liegt in der Verantwortung der Geschäftsbereiche. Material und Güter ohne direkten Produktbezug werden im Wesentlichen zentral durch den indirekten Einkauf beschafft. Logistik: Bereitstellen von Material und Produkten Transparenz und Effizienz spielen in den Lieferketten von Bosch ebenfalls eine wichtige Rolle: Bei seinen Logistikkonzepten bezieht Bosch Kundenwünsche frühzeitig ein und berücksichtigt in der Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten nicht nur die Kennzahlen für Kosten, Laufzeit und Transportqualität. Mit demselben Augenmerk achten die Logistik-Teams auf möglichst geringe CO 2 -Emissionen und Ressourcenschonung. So verantwortet ein Transport Management Center (TMC) die globale Transportstrategie und gestaltet transparente, effiziente und umweltfreundliche Transporte für Land-, See-, Luft- und Bahnfrachten in den Regionen. Die Logistik verfolgt auch in der Verpackungsentwicklung und Prozessstandardisierung einen Nachhaltigkeitsansatz: Bosch legt Wert darauf, neben Kosten sowie CO 2 -Emisionen vor allem auch Rohstoffe einzusparen und diese wieder einem Recyclingkreislauf zuzuführen. Auf diese Weise leistet die Logistik ihren Beitrag zum übergeordneten Unternehmensziel der Klimaneutralität. Die termingerechte Verfügbarkeit von Material und Produkten ist dabei eine permanente Kernanforderung an die Logistik. Dazu unterhält Bosch ein weltumspannendes Logistiknetzwerk mit rund 1 000 Lagerstandorten. Eine vernetzte Lagerhaltung stellt sicher, dass täglich etwa 230 Fertigungswerke mit Teilen oder Rohstoffen versorgt und fertige Produkte weltweit an Kunden ausgeliefert werden. Partnerschaften: Zusammenarbeiten mit Lieferanten auf Augenhöhe Bosch folgt der Überzeugung, dass starke Partnerschaften zum jeweiligen Unternehmenserfolg beitragen. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit regionalen und lokalen Lieferanten sorgt für eine hohe Robustheit sowie Verfügbarkeit in den Lieferketten. Dazu arbeitet Bosch bereits bei Produktionsstart mit seinen Lieferanten Hand in Hand und achtet auf beiderseitige Wettbewerbsfähigkeit. So erarbeiten Einkaufsteams beispielsweise mit Lieferanten Produktdesigns, um die kostenoptimale Fertigung wettbewerbsfähiger Produkte zu ermöglichen. Das gelingt zum Beispiel mit einem Qualitätsmanagementsystem, um bereits zum Serienanlauf eine fehlerfreie Anlieferung sicherzustellen. Neben der vorbeugenden Qualitätssicherung arbeiten Einkaufsteams gemeinsam mit den Lieferanten auch an der Sicherstellung des kontinuierlich geforderten Qualitätsniveaus, unter anderem unterstützt durch Schulungsmaßnahmen. Zudem bietet Bosch seinen Lieferanten attraktive Finanzierungsprogramme zur Stärkung der Liquidität. Wettbewerbsfähigkeit: Weiterentwickeln von Lieferanten Lieferanten von Bosch müssen Mindeststandards erfüllen. Bereits bei der Auswahl potenzieller Lieferanten berücksichtigen die Einkaufsteams zum Beispiel Nachhaltigkeitsaspekte gemäß den konzernweiten Vorgaben. Neuvergaben erfolgen unter anderem nach Kriterien wie Qualität, Preiskonditionen und bisheriger Liefertreue. Dabei spielt auch die Prozesskostenoptimierung in der Zusammenarbeit eine wichtige Rolle. Bosch verfolgt daneben den Anspruch, Lieferanten bei ihrer Weiterentwicklung systematisch zu unterstützen und somit die Erfüllung der Anforderungen in Bezug auf Qualität, Prozesse und Nachhaltigkeit sicherzustellen. Bosch setzt auf Partnerschaften, die beiden Seiten langfristige Wettbewerbsfähigkeit ermöglichen. Die leistungsfähigsten Lieferanten werden als Vorzugslieferanten („Preferred Supplier“) eingestuft. Sowohl Lieferanten für direktes als auch für indirektes Material haben die Möglichkeit, diesen Status zu erreichen. „Preferred Supplier“ partizipieren verstärkt an Neuprojekten und werden frühzeitig in Strategien sowie Entwicklungsprojekte einbezogen. Dadurch können diese sich entsprechend den Anforderungen ausrichten und gemeinsam mit Bosch wachsen. Die besten seiner weltweiten Zulieferunternehmen zeichnet das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen regelmäßig mit regionalen und globalen Lieferantenpreisen aus. Risikomanagement: Stabilität mit verkürzten Lieferketten Weltweit arbeiten bei Bosch rund 38 000 Menschen im Supply Chain Management, darunter circa 10 500 im Einkauf und gut 27 500 in der Logistik. Gemeinsam stellen sie sicher, täglich etwa 230 Fertigungswerke mit Teilen oder Rohstoffen zu versorgen und fertige Erzeugnisse weltweit an Kunden von Bosch auszuliefern. Sie sind dazu in den gesamten Produktentstehungsprozess eingebunden – von der Innovationsphase über die Serieneinführung bis hin zu Nachserienlieferungen. Die Zentralabteilung Supply Chain Management koordiniert die internen und externen Anforderungen, schafft unternehmensweite Standards und überprüft deren Einhaltung. Die Einkaufs- und Logistikleitungen der jeweiligen Einheiten sind für die Umsetzung der Vorgaben verantwortlich. Bei extremen Naturgewalten oder akuten Störungen globaler Zulieferketten bilden Spezialisten nach genau definiertem Vorgehen Task-Forces. Bosch setzt dazu grundsätzlich auf ein umfassendes Supply Chain Risk Management, das vorausschauend arbeitet und schnellstmöglich reagieren kann. Das „Local-for-local“-Prinzip ist dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor: Bosch fertig dort, wo seine Kunden sind. Das Unternehmen greift überwiegend auf regionale Lieferquellen zurück, verkürzt Lieferketten und macht sie weniger anfällig. Eine Mehrlieferantenstrategie hat das Ziel, frühzeitig auf alternative Lieferquellen und -wege innerhalb des globalen Lieferantennetzwerkes auszuweichen, das Transportmanagement kurzfristig anzupassen oder alternative Produktionsstandorte im weltweiten Fertigungsverbund zu nutzen. Nachhaltigkeit: Einhalten von Umwelt- und Sozialstandards Eine verantwortungsvolle Gestaltung von Lieferketten lässt sich nur umsetzen, wenn bei der Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards Transparenz hergestellt wird. Auf dieser Grundlage kann Bosch seine Lieferanten in aller Welt zielgerichtet dabei unterstützen, ihre Nachhaltigkeitsleistungen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Mit vertraglichen Grundlagen, nachhaltigkeitsbezogenen Überprüfungen und den sich daraus ergebenden konkreten Maßnahmenpaketen strebt Bosch ein hohes Maß an Nachhaltigkeit und Compliance in seinem Lieferantennetzwerk an. Bei einem Verdacht auf mögliches Fehlverhalten, beispielsweise einem Verstoß gegen die Nachhaltigkeitsstandards von Bosch, können Beschäftigte, Geschäftspartner und sonstige Dritte eine Meldung über ein Hinweisgebersystem auch anonym abgeben. Gemeinsam mit seinen Lieferanten sieht sich Bosch der Einhaltung von hohen Umwelt- und Sozialstandards in den Lieferketten verpflichtet. Als Hersteller und Zulieferer wirken die Nachhaltigkeitsanforderungen von Bosch wiederum auf tausende Lieferanten und Vorlieferanten, zum Beispiel zur Senkung von CO 2 -Emissionen. Ein wesentlicher Baustein bei der Bewertung der Lieferanten sind Überprüfungen im Rahmen von Besuchen vor Ort. Alle neuen Lieferanten überprüft Bosch vor Aufnahme der Geschäftsbeziehung. Auch bei bestehenden Lieferantenbeziehungen erfolgen Prüfungen. Die Auswahl von Lieferanten zur Überprüfung erfolgt sowohl risikobasiert wie auch anlassbezogen. Bestehende Lieferanten erhalten neue Aufträge nur bei ausreichender Klassifizierung. Werden bei einem aktiven Lieferanten gesetzeswidriges Verhalten oder ungenügende Nachhaltigkeitsleistungen festgestellt, erfolgt ein Ausschluss von weiteren Auftragsvergaben. Werden Verstöße gegenüber den Nachhaltigkeitsanforderungen festgestellt, gehen die Einkaufsbereiche dem Sachverhalt nach. Das Ziel ist, Missstände gemeinsam mit dem Lieferanten zeitnah zu beheben und geeignete Vorkehrungen für die Zukunft zu treffen. Sind die Maßnahmen nicht erfolgreich oder verstößt der Lieferant wiederholt gegen die Anforderungen von Bosch oder gesetzliche Vorgaben, behält sich das Unternehmen das Recht vor, die Geschäftsbeziehung zu beenden. Digitalisierung: Hohe Transparenz über Bestände und Bedarfe Für die Gestaltung nachhaltiger und robuster Lieferketten setzt Bosch auf den digitalen Ausbau von Einkauf und Logistik. Dazu investiert das Unternehmen konsequent in neue Technologien, um Abläufe und die weltweite Vernetzung kontinuierlich zu optimieren. Durch Digitalisierung lassen sich Einkaufs- und Logistikprozesse schneller, ressourcenschonender und kosteneffizienter umsetzen. Wesentlich ist dafür eine hohe Transparenz über Bestände und Bedarfe – insbesondere bei Engpässen entlang des Wertstroms vom Lieferanten bis zum Kunden. Ziel ist es, in Echtzeit zu wissen, wie welcher Kunde beziehungsweise Lieferant über mehrere Fertigungsstufen hin beeinflusst wird und in welchem Transportmittel sich exakt ein Material befindet. Mit dieser Transparenz lassen sich frühzeitig etwa Produktionspläne umstellen, Sonderfahrten organisieren und Absprachen mit Kunden treffen. Für die Erfassung, die Kommunikation und den Austausch von entsprechenden Daten nutzt Bosch mit seinen Lieferanten digitale Plattformen, die eine eng vernetzte Zusammenarbeit, den zuverlässigen Austausch von Informationen sowie die langfristige Gewährleistung der erforderlichen Datenqualität ermöglichen. Das reduziert Arbeitsaufwände und verkürzt die Durchlaufzeit der Prozesse bei exzellenter Qualität und unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit. Damit kann Bosch noch schneller und individueller auf die Wünsche seiner Kunden reagieren, seinen Nachhaltigkeitsbeitrag steigern sowie zunehmende regulatorische Anforderungen an die Lieferkette besser abbilden. Mit der Digitalisierung in seinen Lieferketten verbessert Bosch deren Robustheit – ein wichtiger Baustein für eine funktionierende Wirtschaft.

Strategie 2030: Bosch spielt Innovationskraft aus

16.04.2026

Pressemeldung

Wirtschaft

Strategie 2030: Bosch spielt Innovationskraft aus

Stuttgart / Renningen – Die Bosch-Gruppe will im Geschäftsjahr 2026 angesichts geopolitischer Spannungen und Handelsbarrieren mit voller Innovationskraft die Wachstumsperspektiven in seinen Weltmärkten nutzen. Die dafür notwendigen Vorleistungen für Zukunftsfelder sollen das hohe Niveau der Vorjahre erreichen. In Forschung, Entwicklung und Sachanlagen investierte Bosch allein 2025 rund zwölf Milliarden Euro. Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen plant für 2026 ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent und eine operative EBIT-Rendite auf vier bis sechs Prozent. „Als globaler Technologieführer gestalten wir engagiert die Trends Automatisierung, Digitalisierung, Elektrifizierung und künstliche Intelligenz und schaffen damit auch die Voraussetzungen für profitables Wachstum unseres Geschäfts“, sagte Stefan Hartung , Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, anlässlich der Bilanzvorlage. „Eine wichtige Voraussetzung hierfür sind auch die kostensenkenden Effekte unserer bereits eingeleiteten Strukturmaßnahmen und Innovationen in allen Geschäftsfeldern.“ Bei der Innovationskraft zählt Bosch zu den stärksten Industrieunternehmen weltweit und ist einer der größten Patentanmelder in Europa. Bosch meldete 2025 rund 6 300 Patente an und lag in Deutschland erneut auf dem Spitzenplatz. Trotz erheblicher Herausforderungen konnte Bosch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 mit 91,0 Milliarden Euro einen Umsatz leicht über Vorjahr erzielen (2024: 90,3 Milliarden Euro). Wechselkursbereinigt ergab sich ein Anstieg von 4,1 Prozent. Die operative EBIT-Rendite von zwei Prozent lag unter dem Vorjahreswert (2024: 3,5 Prozent). Notwendige Struktur- und Personalanpassungen zur Steigerung der Zukunftsfähigkeit belasteten das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro in Form von Rückstellungen erheblich.Strategie 2030: Innovation und Differenzierung stärken Wachstum Eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung im widrigen Umfeld der Weltwirtschaft erfordert ein wettbewerbsfähiges Kostenniveau des Unternehmens. Mit dem Abschluss der Gespräche mit den Arbeitsnehmervertretern über den erforderlichen Stellenabbau an allen betroffenen deutschen Mobility-Standorten verbessert Bosch angesichts steigenden Preisdrucks seine künftige Wettbewerbsposition. „Die Verhandlungen waren nicht einfach, aber auf beiden Seiten von hohem Verantwortungsbewusstsein geprägt“, erklärte Hartung. „Die beschlossenen Maßnahmen setzen wir jetzt so schnell und konsequent wie nötig, aber auch so sozialverträglich wie möglich um.“ In der Automobilbranche setze China derzeit die Standards beim Preisniveau. Den Ausbau der Innovationsführerschaft sieht der Bosch-Chef daher als zentralen Erfolgsfaktor, um das Geschäft insbesondere im Automobilmarkt auszubauen und die Strategie 2030 umzusetzen. Demnach will Bosch unter anderem zu den drei führenden Anbietern in seinen wesentlichen Märkten gehören. Handelsschranken und unterschiedliche Nutzererwartungen sind derzeit herausfordernd, aber zugleich eine Chance für regional angepasste Lösungen. „Im internationalen Wettbewerb geht es nicht nur um Kosten, sondern vor allem auch um Differenzierung“, verdeutlichte Hartung mit Blick auf die globale Aufstellung von Bosch, die er als Wettbewerbsvorteil sieht. „Wir können Angebote und Lieferketten an regionale Gegebenheiten anpassen und liefern zugleich Weltniveau.“ Geschäftsausblick 2026: Finanzierung der Zukunftsfelder erwirtschaften Für das laufende Geschäftsjahr setzt sich aus Sicht von Bosch die schwache konjunkturelle Entwicklung des Jahres 2025 fort. Hohe Unsicherheiten vor allem durch geopolitische Entwicklungen mit den noch nicht abschätzbaren Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten dürften Inflation und globale Wirtschaftsleistung weiter beeinträchtigen. Zudem bleibt ein anhaltend hoher Preis- und Wettbewerbsdruck. Dennoch konnte Bosch im ersten Quartal des Jahres den Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau halten und wechselkursbereinigt um rund fünf Prozent steigern. Für die Weltwirtschaft erwartet Bosch nur ein moderates Wachstum auf dem Niveau der Vorjahre. „Das Fundament für profitables Wachstum ist unsere Wettbewerbsfähigkeit – deshalb wollen wir sie mit Nachdruck weiter steigern“, sagte Markus Forschner , Geschäftsführer und Finanzchef der Robert Bosch GmbH. „Das stärkt unsere Robustheit gegenüber künftigen Herausforderungen und fördert zugleich die Investitionskraft für unsere Zukunft.“ Für strategische Chancen und finanzielle Vorsorge erweitert Bosch seine Spielräume entsprechend: Um künftig unterjährig flexibler Finanzinstrumente wie Anleihen begeben zu können, veröffentlicht das Unternehmen erstmals zum Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres einen Konzernzwischenabschluss und einen Konzernzwischenlagebericht. Forschner dazu: „Das verbessert unsere Kapitalmarktfähigkeit, auch wenn wir selbst bereits über eine hohe Eigenfinanzkraft verfügen.“ Innovationsfeld Sensorik: Automatisierung und Robotik sichern Absatz Bosch bringt bei Mikroelektronik und Sensorik zahlreiche Innovationen voran und erwartet mit seiner konsequenten Ausrichtung auf „Technik fürs Leben“ erhebliche Wachstumsimpulse. Der globale Markt für Sensoren könnte laut Experten schon bis 2031 mehr als 440 Milliarden US-Dollar erreichen. Bosch profitiert dabei von steigenden Einsatzmöglichkeiten: Bosch-Sensoren spielen immer häufiger in der Robotik eine entscheidende Rolle. Die Sensorplattform „BMI5“ erzeugt zum Beispiel künstliche Umgebungen äußerst realistisch und hilft Robotern auch unter schwierigen Bedingungen, den richtigen Weg zu finden. Mit dieser bislang leistungsfähigsten Sensorlösung sieht sich Bosch für ein stark wachsendes Segment gut aufgestellt. Im Bereich des automatisierten Fahrens gelten Inertialsensoren als Schlüsselkomponenten der Zukunft und sorgen für zusätzliches Absatzpotenzial: Damit behalten Autos auch dann die volle Orientierung, wenn Kamera- oder GPS-Signale nicht verfügbar sind. „Diese Sensoren funktionieren für ein automatisiertes Auto etwa so wie der Gleichgewichtssinn im Innenohr des Menschen“, erläuterte Hartung. Analysten zufolge soll sich der Markt für intelligente Sensoren in automobilen Anwendungen bis Mitte der nächsten Dekade auf mehr als 80 Milliarden US-Dollar nahezu verdoppeln. Innovationsfeld Mobilität: Algorithmen und Antriebe stärken Wachstum Bosch erwartet für den Markt mit Automobilsoftware bis 2030 ein Volumen von rund 200 Milliarden Euro. Bosch-Chef Hartung sieht damit in der softwaredefinierten Mobilität große Wachstumschancen. „Bosch ist auf diesem Gebiet ganz vorne mit dabei – und rückt die KI jetzt wortwörtlich ins Blickfeld des Fahrers oder der Fahrerin“, verdeutlichte Hartung. Die neue „Bosch AI Extension Platform“ ist ein KI-fähiger Hochleistungsrechner, der in Verbindung mit einer „Interior Sensing“-Lösung das Autofahren zu einem hochpersonalisierten Erlebnis macht. „Das Fahrzeug erkennt, wer am Steuer sitzt und ob noch weitere Passagiere an Bord sind – und stellt vom Außenspiegel über das Fahrverhalten bis hin zur optimierten Airbag-Auslösung im Unglücksfall alles ein.“ Auch bei intelligenten Fahrerassistenzlösungen sorgen Produktinnovationen für neues Geschäft über alle Weltregionen hinweg: Zusammen mit Sensortechnologien und zentralen Fahrzeugrechnern hat sich Bosch 2025 Aufträge im Wert von zehn Milliarden Euro gesichert. „Natürlich brauchen die Autos der Zukunft nicht nur Algorithmen, sondern auch Antriebe“, erklärte Hartung hinsichtlich des wachsenden Geschäfts mit der Elektromobilität. „Allein in diesem Jahr werden wir mehr als sieben Millionen Lösungen und Komponenten für das elektrische Fahren ausliefern.“ Erst vor wenigen Wochen hat Bosch mit Tata AutoComp Systems in Indien ein Gemeinschaftsunternehmen angekündigt. Es soll sich ab Mitte des Jahres auf die Entwicklung, Fertigung sowie den Vertrieb von E-Achsen und -Motoren im indischen Markt konzentrieren. Innovationsfeld Konsumgüter und Service: KI treibt das Geschäft voran KI sorgt auch für wesentliche Wachstumschancen im Service- und Produktgeschäft. Neues Absatzpotenzial sichert zum Beispiel dem Geschäftsbereich BSH Hausgeräte ein neues Backofenmodell mit KI-basierter Sprachfunktion. Es braucht weder externe Lautsprecher noch zusätzliche Apps. Insgesamt soll das weltweite Geschäft mit Haushaltsgeräten im Luxus- und Premiumsegment weiter zulegen, regional vor allem auch in Nordamerika. Für 2030 schätzen Marktexperten den globalen Absatz an Haushaltsgeräten auf rund fünf Milliarden Einheiten. Der Einsatz von KI sorgt auch im Geschäftsbereich Power Tools für Produktinnovationen. Seit Jahresbeginn sind die ersten 30 Geräte aus der Produktlinie Expert auf dem Markt, die neue Maßstäbe für professionelle Elektrowerkzeuge setzen. Darunter ist auch ein neuer Wandscanner, der Objekte in verschiedenen Wandtypen lokalisiert und erstmals Bosch-Radartechnologie in Kombination mit KI-Objektdetektion verwendet. Auch das Service-Geschäft von Bosch profitiert von KI: Der Geschäftsbereich Bosch Global Service Solutions erwartet auch durch KI-basierte Anwendungen ein durchschnittlich zweistelliges Umsatzwachstum bis 2030. Das Serviceportfolio umfasst Lösungen für digitale Mobilitätsdienste wie eCall oder Pannenhilfe und Angebote zum Beispiel für Flottenbetreiber und Logistikanbieter. Geschäftsjahr 2025: Stabile Finanzkraft, Liquidität und F&E-Quote Bosch erzielte 2025 einen positiven Free-Cash-Flow von rund 300 Millionen Euro (2024: rund 900 Millionen Euro). Die F&E-Quote erreichte 8,7 Prozent vom Umsatz (2024: 8,6 Prozent). Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung lagen bei 7,9 Milliarden Euro. „Bosch ist bereit, auch in schwierigen Zeiten hohe finanzielle Vorleistungen zu erbringen“, verdeutlichte Forschner. „Die Investitionen in Sachanlagen blieben weiterhin auf hohem Niveau.“ Erhebliche Vorleistungen habe Bosch im Schwerpunkt etwa bei Elektromobilität, Halbleitern und modernen Bremsregelanlagen aufgebracht. Mit 41,6 Prozent blieb auch die Eigenkapitalquote auf einem hohen Stand (2024: 44,3 Prozent). Die Bosch-Gruppe verfügt unverändert über eine solide Finanzkraft, auch wenn die Liquidität gemäß Kapitalflussrechnung auf 7,4 Milliarden Euro (2024: 8,2 Milliarden Euro) zurück ging. Geschäftsjahr 2025: Entwicklung nach Unternehmensbereichen Die Umsatzentwicklung in den Unternehmensbereichen bremsten sowohl die verhaltene Konjunktur in den Fokusmärkten als auch negative Währungseffekte. Der Unternehmensbereich Mobility erreichte mit 55,8 Milliarden Euro ein Umsatzplus von 0,1 Prozent. Wechselkursbereinigt ist das ein Anstieg von 2,9 Prozent. Die operative EBIT-Rendite lag bei 1,8 Prozent (2024: 3,8 Prozent). Im Unternehmensbereich Industrial Technology stiegen die Erlöse um 0,1 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro. Wechselkursbereinigt betrug der Anstieg 2,4 Prozent. Wesentlich dafür war die rückläufige Entwicklung auf dem nordamerikanischen Markt. Die EBIT-Rendite stieg auf 3,5 Prozent (2024: 1,2 Prozent). Im Unternehmensbereich Consumer Goods lag der Umsatz mit 19,9 Milliarden Euro 1,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Wechselkursbereinigt erhöhten sich die Erlöse hingegen um 4,1 Prozent. Das Konsumgütergeschäft hatte insbesondere unter fehlenden Impulsen aus der Bauindustrie in China und den USA zu leiden. Die operative EBIT-Rendite erreichte 3,0 Prozent (2024: 3,5 Prozent). Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology erzielte einen Umsatz von 8,5 Milliarden Euro. Dies ist ein Plus von 13,0 Prozent und ein wechselkursbereinigter Zuwachs von 15,6 Prozent. Die operative EBIT-Rendite betrug 0,5 Prozent (2024: 4,9 Prozent). Diese war stark beeinflusst durch Einmalkosten aus Zu- und Verkaufsaktivitäten. Geschäftsjahr 2025: Entwicklung nach Regionen Während der Umsatz in Europa leicht rückläufig war, verzeichnete Bosch in den anderen Weltregionen leichte Zuwächse. In Europa lag der Umsatz mit 44,2 Milliarden Euro 0,6 Prozent unter Vorjahr – wechselkursbereinigt stieg er um 1,5 Prozent. In Amerika erhöhte sich der Umsatz um 3,8 Prozent auf 18,5 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 9,3 Prozent. In Asien-Pazifik legten die Erlöse um 0,7 Prozent auf 28,3 Milliarden Euro zu. Die Wachstumsrate betrug wechselkursbereinigt deutliche 5,0 Prozent. Geschäftsjahr 2025: Entwicklung der Beschäftigtenzahl Die Gesamtzahl der weltweit Beschäftigten in der Bosch-Gruppe lag zum Jahresende 2025 bei 412 774 Menschen (2024: 417 859). Das entspricht einem Rückgang von rund einem Prozent (5 085 Beschäftigte). Dieser wirkte sich am stärksten auf den Unternehmensbereich Mobility und regional auf Deutschland aus.

Nach vorne entwickeln: Bosch setzt auf Tempo und globale Innovationskraft

16.04.2026

Pressemeldung

Wirtschaft

Nach vorne entwickeln: Bosch setzt auf Tempo und globale Innovationskraft

Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, und Markus Forschner, Mitglied der Geschäftsführung und Finanzchef, anlässlich der Jahrespressekonferenz am 16. April 2026 Es gilt das gesprochene Wort.Meine Damen und Herren, „For tomorrow. Today.“ – Genau das ist unser Thema. Wir sprechen heute über die Zukunft. Wir sprechen über neue Technologien, richtungsweisende Innovationen und strategische Partnerschaften. Wir sprechen über die richtige Antwort auf geopolitische Herausforderungen und über die Mobilität von Morgen. Über KI und Kundennähe, über Software, Sensoren und über die Haushaltstechnik der nächsten Generation. Wir sprechen also über all das, was unser Unternehmen in den kommenden Jahren prägen wird und – noch wichtiger – wachsen lässt. Und damit herzlich willkommen zu unserer Jahrespressekonferenz, herzlich willkommen hier in Renningen. Dass es heute vor allem um unsere Chancen und Stärken gehen soll, bedeutet jedoch nicht, dass wir die Gegenwart ausblenden. Für eine Entwarnung ist es zu früh. Die Herausforderungen sind nach wie vor vorhanden und noch immer erheblich – auch für unser Unternehmen. Es gibt weiter zu viele bürokratische und regulatorische Fußfesseln, zu viele weltpolitische Fragezeichen und zu wenig Nachfrage auf vielen unserer Kernmärkte. Aber eines wird immer deutlicher: Unsere Antworten auf diese Herausforderungen sind die richtigen. Bosch kann Zukunft – auch unter ungünstigen Bedingungen. Diese Zuversicht haben wir uns hart erarbeitet. Gerade im vergangenen Geschäftsjahr mussten wir, wie Sie wissen, einige sehr schmerzhafte und für viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter folgenreiche Entscheidungen treffen. Wir können aber nur dann in einem immer schärferen Wettbewerb bestehen, wenn wir unsere Kosten und Strukturen nicht nur kurzfristig senken und verschlanken, sondern dauerhaft. Dass hier Handlungsbedarf besteht, lässt sich an den Zahlen des vergangenen Jahres ablesen. Insgesamt haben wir einen Umsatz in Höhe von 91 Milliarden Euro erwirtschaftet und damit in etwa so viel wie 2024. Unser EBIT von rund zwei Prozent lag unter dem Wert des Vorjahres und auch unter unseren Erwartungen. Mein Kollege Markus Forschner wird Ihnen die Zahlen nachher noch ausführlich vorstellen. Vorwegnehmen kann ich zwei Schlussfolgerungen: Zum einen ist das Ergebnis vor dem Hintergrund der angespannten Rahmenbedingungen und der Sonderbelastungen noch im Bereich des Annehmbaren. Zum anderen zeigt es deutlich, dass wir unsere Ertragskraft und unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern müssen. Allerdings, und damit wären wir wieder bei der Zuversicht, sind wir dabei 2025 und auch in den ersten Monaten dieses Jahres bereits spürbar vorangekommen. Die fünf wichtigsten Entwicklungen möchte ich Ihnen kurz vorstellen: Wir haben – erstens – gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern an allen betroffenen deutschen Mobility-Standorten Vereinbarungen über die weitere Entwicklung vor Ort erzielt. Die Verhandlungen waren naturgemäß nicht einfach, aber doch auf beiden Seiten von einem hohen Verantwortungsbewusstsein geprägt – und insgesamt zielführend. Wir haben für diese Vereinbarungen – auch aus Geboten der Fairness gegenüber den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – sehr viel Geld in die Hand genommen. Jedes weitere Zögern aber hätte langfristig deutlich mehr gekostet und die Unsicherheit für alle Beteiligten erhöht. Und auch wenn es noch etwas dauern wird, bis die Maßnahmen die volle Wirksamkeit erreichen, müssen wir sie jetzt umsetzen: so schnell und konsequent wie nötig, aber auch so sozialverträglich wie möglich. Zweitens haben wir im vergangenen Jahr in unserem Unternehmensbereich Mobility neue Aufträge in Rekordhöhe gewonnen. Vor allem mit unserer ADAS-Produktfamilie, also den intelligenten Fahrerassistenzsystemen, haben wir bei sehr vielen strategisch wichtigen Projekten den Zuschlag bekommen. Ähnliches gilt für den Bereich der Elektrifizierung: Ein Premiumhersteller hat uns einen Großauftrag für e-Achsen erteilt, und einige weitere Hersteller aus allen Teilen der Welt verlassen sich ebenfalls auf unsere Lösungen in diesem Bereich. Gerade unter den gegebenen Umständen ist das eine herausragende Leistung aller beteiligten Kolleginnen und Kollegen gewesen. Zugleich hängt dieser Erfolg eng mit meinem ersten Punkt zusammen: Diese Projekte werden sich nämlich nur dann wirklich bezahlt machen, wenn wir effizient genug wirtschaften. Denn die weltweiten Preise in der Automobilindustrie orientieren sich zunehmend an nur einem Standard, und das ist der chinesische. Ich bin aber trotz aller Herausforderungen – und das bringt mich zu meinem dritten Punkt – überzeugt davon, dass wir die neue Automobilwelt ebenso mitprägen werden wie die bisherige. Wir arbeiten seit Jahren intensiv an den drei großen Trends der Branche, also an der Automatisierung, der Elektrifizierung und der softwaredefinierten Mobilität. Die Autos der Zukunft werden technologisch anspruchsvoller – und das ist genau das Richtige für Bosch. Denn was wir besonders gut können, ist die Vernetzung von Mechanik, Elektronik und Software zu einem intelligenten System. Das Auto wird zum Gesamterlebnis. In den vergangenen Monaten haben wir genau die Stärken, die in der Mobilität von Morgen gebraucht werden, konsequent weiter ausgebaut. Dazu zählt etwa die enge Bindung an unsere Kunden durch zuverlässige Partnerschaften und gemeinsame Systementwicklungen. Oder unsere einzigartige Breite an Technologien, die über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs wirkt und durch KI revolutioniert wird. Auch Skaleneffekte bleiben enorm wichtig. Und vor allem eines zeichnet sich immer deutlicher ab: Unsere besondere Kombination aus globalem Denken und lokalem Handeln ist in einer geopolitisch fragmentierten Welt ein entscheidender Pluspunkt. Denn Handelsschranken und unterschiedliche Nutzererwartungen erfordern immer mehr regional angepasste Lösungen. Wer also in der Lage ist, sein Angebot und seine Lieferketten an regionale Gegebenheiten anzupassen, dabei aber zugleich Weltniveau liefern kann, der ist klar im Vorteil. Und das ist exakt das, was wir tun: Wir übertragen innovative, effiziente Lösungen aus unseren Leitmärkten in die ganze Welt – auf genau die Art und Weise, die unsere Kunden von uns erwarten. Auch deshalb sind wir im wettbewerbsintensiven China der Zulieferer Nummer Eins. Diese globale Präsenz prägt auch – und das ist der vierte Punkt, den ich herausheben möchte – unser Geschäft außerhalb der Autosparte. So wächst derzeit kein anderer Bereich stärker als unsere Energy and Building Technology. Besonders bei der Bosch Home Comfort Group ist alles in Bewegung: Mit der Übernahme des Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungsgeschäfts von Johnson Controls und Hitachi haben wir einen Meilenstein erreicht, der uns technologisch und regional deutlich stärkt. Der Bereich hat die Zahl seiner Werke auf 33 nahezu verdoppelt, hinzu kommen aktuell 26 Entwicklungsstandorte. Die Bosch Home Comfort Group ist jetzt weltweit nah am Kunden und jederzeit in der Lage, das Angebot an lokale Bedürfnisse anzupassen. Durch die Elektrifizierung verschmelzen Heizen und Kühlen – wer dabei mitspielen will, muss global und breit aufgestellt sein. Das sind wir. Bereits im vergangenen Jahr konnte der Bereich trotz schwieriger Bedingungen seine Marktanteile durch starkes Wachstum bei Wärmepumpen in Europa deutlich steigern. Für das laufende Jahr gehen wir von einer schrittweisen Belebung des Marktes aus, und ab 2027 dann von einem nachhaltigen Wachstum, vor allem in Nordamerika. Ausgesprochen rund läuft es derzeit beispielsweise auch bei Bosch Global Service Solutions, unserem Geschäftsbereich für Connected Services in den Bereichen Mobilität und Monitoring. Auch hier sind im vergangenen Jahr so viele Aufträge hereingeholt worden wie noch nie. Dazu gehören Lösungen für digitale Mobilitätsdienste wie eCall und Pannenhilfe sowie Angebote für Flottenbetreiber, Logistikanbieter und Gebäudemanager. Wir erwarten in dem Geschäftsbereich ein durchschnittlich zweistelliges Umsatzwachstum bis 2030 – auch deshalb, weil wir sehr stark auf KI-basierte Anwendungen und -Innovationen setzen. Und für weitere neue Wachstumsgeschichten haben wir unsere Tochtergesellschaft Bosch Business Innovations neu gegründet. Ziel der Einheit ist es, systematisch neue Geschäftsbereiche für Bosch außerhalb des heutigen Kerngeschäftes zu entwickeln. Dafür werden wir rund 200 Millionen Euro investieren. Bereits bis Ende dieses Jahres sollen bis zu zehn Geschäftsideen validiert und in ersten Strukturen umgesetzt sein. Das Ziel für 2030 ist sogar noch etwas ambitionierter: Dann wollen wir – gemeinsam mit erfahrenen Venture Studios, externen Gründern und Investoren – schon mehr als 20 Start-ups erfolgreich gegründet haben. Erste thematische Schwerpunkte sind die softwaregesteuerte Fertigung, der Bereich der medizinischen Fernüberwachung sowie die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO 2 . Damit bin ich beim fünften und vielleicht wichtigsten Erfolgsfaktor angekommen: An kaum etwas anderem arbeiten wir derzeit so massiv wie an unserer Innovationskraft. Das ist die wichtigste Währung, die wir besitzen. Im internationalen Wettbewerb geht es schließlich nicht nur um Kosten, sondern vor allem um Differenzierung. Dafür müssen wir Lösungen noch schneller entwickeln und mindestens genauso zügig auch in Produkte überführen und verkaufen. Wir sind hier sehr gut vorangekommen, wie einige von Ihnen ja heute Morgen bei den Rundgängen schon gesehen haben. Nachher werde ich ein paar Beispiele noch näher erläutern, darunter eine Lösung, die potenziell viele Leben retten kann – und eine andere, die es schon tut. Zuvor aber wird Ihnen unser Finanzchef Markus Forschner nun die wesentlichen Geschäftszahlen ausführlich vorstellen –… Markus, bitte… Markus Forschner: Meine Damen und Herren, auch ich möchte Sie herzlich zur Jahrespressekonferenz von Bosch begrüßen. Stefan Hartung hat es bereits aufgezeigt: Wir sehen erhebliche Chancen für Bosch und sind fest entschlossen, diese zu ergreifen. Das Fundament für künftiges, profitables Wachstum ist unsere Wettbewerbsfähigkeit – deshalb arbeiten wir weiter mit Nachdruck daran, diese zu steigern. 2025 haben wir wichtige Weichen gestellt und weitere, umfassende Maßnahmen für verbesserte Effizienz und Profitabilität eingeleitet. Das Jahr 2026 wird ganz im Zeichen ihrer Umsetzung stehen – sie sollen zügig Wirkung entfalten. Damit stärken wir auch unsere Robustheit gegenüber künftigen Herausforderungen. Denn wir müssen uns auch weiterhin auf ein Umfeld großer Unsicherheiten einstellen. Bevor wir nach vorne schauen, lassen Sie uns zunächst auf das Geschäftsjahr 2025 zurückblicken: Die Weltwirtschaft zeigte sich 2025 trotz erheblicher Unsicherheiten bemerkenswert widerstandsfähig. Sie verharrte jedoch auf einem moderaten Wachstumsniveau. Auf unseren Fokusmärkten blieb die konjunkturelle Dynamik schwach. Wir hatten es 2025 mit einem komplexen Zusammenspiel verschiedener belastender Faktoren zu tun – eine volatile Handelspolitik, ungünstige Währungseinflüsse und verschärfter Wettbewerb. Wir haben uns in einem widrigen Umfeld gut behauptet und konnten den Umsatz der Bosch-Gruppe auf 91 Milliarden Euro steigern. Das entspricht nominal einem Wachstum von 0,7 Prozent, wechselkursbereinigt von 4,1 Prozent. Positiv ausgewirkt hat sich der Umsatzbeitrag von 1,2 Milliarden Euro aus dem Zukauf im Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungsbereich. Entsprechend hat sich unser Unternehmensbereich Energy and Building Technology mit 13 Prozent Zuwachs erfreulich entwickelt – trotz der Veräußerung des Produktgeschäfts in der Gebäudetechnik Mitte 2025. Auch bereinigt um diese Portfolioveränderungen hat der Bereich ein Wachstum erzielt – trotz verhaltener Baukonjunktur und regulatorischer Unsicherheiten im Heizungsmarkt. Im Unternehmensbereich Mobility blieb der nominale Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau. Wechselkursbereinigt gab es ein Plus von 2,9 Prozent. Ein wesentlicher Grund war das weiterhin schwache Umfeld im Fahrzeugmarkt vor allem in Europa, wo der Bereich mit mehr als 40 Prozent einen großen Teil seines Umsatzes erwirtschaftet. Zwar entwickelte sich der Umsatz in Zukunftsfeldern wie Elektromobilität und automatisiertem Fahren im Vergleich zum Vorjahr erfreulich, blieb jedoch hinter unserer Planung. Auch Industrial Technology blieb im Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau, das ist vor allem auf die rückläufige Entwicklung im nordamerikanischen Markt zurückzuführen. Bei Consumer Goods machten sich insbesondere die fehlenden Impulse aus der Bauindustrie in China und USA bemerkbar. In diesem Unternehmensbereich verzeichneten wir nominal einen Umsatzrückgang von 1,9 Prozent, wechselkursbereinigt jedoch ein Plus. Regional betrachtet fiel der Umsatz in Europa um 0,6 Prozent, während die anderen Weltregionen leichte Zuwächse verzeichneten – in Amerika um 3,8 Prozent und in Asien-Pazifik um 0,7 Prozent. Wechselkurseffekte belasteten den weltweiten Umsatz mit insgesamt 3,1 Milliarden Euro. Auch das operative EBIT entwickelte sich unter unseren Erwartungen. Es ist auf 1,8 Milliarden Euro gesunken. Die operative EBIT-Rendite lag bei 2,0 Prozent gegenüber 3,5 Prozent im Vorjahr. Ein wesentlicher Grund sind Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro, die maßgeblich in Form von Rückstellungen zu Buche schlagen. Außerdem wirkten Wechselkurseffekte, geringere Deckungsbeiträge und höhere beziehungsweise zusätzliche Zölle belastend. Damit ergibt sich insgesamt ein Bild, das von Sonder- und Einmaleffekten jenseits unserer eigentlichen Geschäftsentwicklung stark beeinflusst ist. Das Ergebnis vor Steuern sank auf 0,5 Milliarden Euro gegenüber 2,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Nach Steuern war das Ergebnis negativ mit -0,4 Milliarden Euro gegenüber 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Trotz des Rückgangs beim Ergebnis haben wir 2025 mit 0,3 Milliarden Euro erneut einen positiven Free-Cash-Flow erreicht. Die Liquidität gemäß Kapitalflussrechnung war mit 7,4 Milliarden Euro weiterhin hoch, gleiches gilt für die Eigenkapitalquote von 41,6 Prozent. Bosch steht also auch in herausfordernden Zeiten auf einem stabilen finanziellen Fundament. Erfreulich ist, dass alle Unternehmensbereiche einen positiven Ergebnisbeitrag leisteten: Mobility mit 1,8 Prozent vom Umsatz, Consumer Goods mit 3,0 Prozent und Industrial Technology mit 3,5 Prozent sowie Energy and Building Technology mit 0,5 Prozent. Neben Restrukturierungskosten – die alle Bereiche belasteten – wirkten sich bei Energy and Building Technology zudem Einmalkosten infolge unserer Zu- und Verkaufsaktivitäten negativ auf das Ergebnis aus. Die Anzahl der weltweit Beschäftigten sank 2025 um rund 5 100 auf weltweit rund 412 800. Dies entspricht einem Rückgang von 1,2 Prozent. Bereinigt um Konsolidierungs- und methodische Effekte beläuft sich der operative Personalabbau auf rund 15 000 Mitarbeitende. Am stärksten betraf dies den Unternehmensbereich Mobility und regional Deutschland. Dies zeigt, dass wir in der Umsetzung der sozialverträglichen Maßnahmen gut vorankommen. Bosch ist bereit, auch in schwierigen Zeiten hohe finanzielle Vorleistungen zu erbringen. Die Investitionen in Sachanlagen sind weiterhin auf einem hohen Niveau, wenn auch mit 4,1 Milliarden Euro geringer als im Vorjahr. 2025 haben wir erneut gezielt in zahlreiche Zukunftsprojekte investiert – mit Schwerpunkten auf Halbleiter und Sensoren, moderne Bremsregelsysteme und die Elektromobilität. 7,9 Milliarden Euro oder 8,7 Prozent vom Umsatz hat Bosch für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Meine Damen und Herren, was erwartet uns im laufenden Geschäftsjahr? Konjunktur und Geschäft bleiben auch 2026 von erheblichen Unsicherheiten geprägt. Geopolitische Spannungen weiten sich aus, nationale Interessen bremsen den freien Handel immer stärker aus, dies belastet die weltweite Wirtschaft. Noch nicht abschätzbar sind die Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten auf Energierohstofflieferungen, Inflation und globale Wirtschaftsleistung. Offen ist auch, wie sich die Entscheidung des U.S. Supreme Court auf die weitere Zoll- und Handelspolitik auswirkt und welche Ansprüche auf Erstattung von Zöllen entstehen. Wir gehen aktuell davon aus, dass das Wachstum der Weltwirtschaft auf dem moderaten Niveau der Vorjahre bleibt. Asien-Pazifik wird voraussichtlich erneut die höchsten Wachstumsraten ausweisen, wobei wir eine Verlangsamung erwarten, insbesondere aufgrund Chinas struktureller Herausforderungen zum Beispiel in der Immobilienwirtschaft und demografischen Entwicklung. In Amerika dürften Impulse aus einer hohen Dynamik bei der Künstlichen Intelligenz und aus einer expansiveren Geld- und Fiskalpolitik kommen. Auch in Europa unterstützen steigende staatliche Ausgaben in Infrastruktur und Verteidigung das Wachstum. Es dürfte jedoch verhalten bleiben, vor allem, weil notwendige Reformen für mehr Wettbewerbsfähigkeit nur zögerlich umgesetzt werden, insbesondere in Deutschland. Die Märkte bleiben anspruchsvoll, unsere Wachstumsziele umzusetzen herausfordernd. Der Preis- und Wettbewerbsdruck ist spürbar. Dennoch konnten wir in den ersten drei Monaten dieses Jahres unseren Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau halten und wechselkursbereinigt um rund fünf Prozent wachsen. Wir sind zuversichtlich, das Potenzial in unseren Märkten auszuschöpfen – mit Innovationsstärke, hohem Technologieverständnis und unserer globalen Aufstellung nah am Kunden. Trotz des ungünstigen Umfelds, das den Wettbewerb verschärft und die Wachstumschancen beeinträchtigt, wollen wir den Umsatz der Bosch-Gruppe 2026 um zwei bis fünf Prozent erhöhen. Dabei erwarten wir in allen Unternehmensbereichen Zuwächse – am stärksten bei Energy and Building Technology mit einem zweistelligen Wachstum, besonders getrieben vom neu zugekauften Geschäft. Gut zulegen dürfte Industrial Technology mit der Nutzung von Potenzialen in der fortschreitenden Automatisierung und Elektrifizierung. Bei Mobility prognostizieren wir trotz einer voraussichtlich rückläufigen Fahrzeugproduktion ein leichtes Umsatzplus, ebenso bei Consumer Goods. Für 2026 gehen wir von einer erheblichen Ergebnisverbesserung aus mit einer operativen EBIT-Rendite zwischen vier und sechs Prozent vom Umsatz. Ein Grund ist, dass uns Sondereffekte, wie die hohen Rückstellungen des Vorjahres, nicht mehr in diesem Maße belasten. Zudem wirken sich die Restrukturierungsmaßnahmen sukzessive positiv auf das Ergebnis aus. Auch wenn wir unsere Zielrendite von sieben Prozent 2026 noch nicht erreichen – wir sind auf dem richtigen Weg und kommen ein großes Stück voran. Profitables Wachstum erfordert auch finanzielle Spielräume. Vornehmlich wollen wir uns diese aus eigener Kraft erschließen – aber auch durch Nutzung des Kapitalmarkts. Konnten wir unterjährig bisher nur zeitlich begrenzt mit Vorliegen unseres Konzernabschlusses Finanzinstrumente wie Anleihen begeben, wollen wir künftig unseren Zugang zum Kapitalmarkt deutlich flexibilisieren. Deshalb veröffentlichen wir dieses Jahr erstmals zum Halbjahr einen Konzernzwischenabschluss und Konzernzwischenlagebericht. Das verbessert unsere Kapitalmarktfähigkeit, auch wenn wir selbst über eine hohe Eigenfinanzkraft verfügen. Meine Damen und Herren, Sie sehen: wir arbeiten mit Nachdruck daran, unsere finanzielle Robustheit und Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, denn das ermöglicht Wachstum und Zukunft. Und nun gebe ich wieder zurück an Stefan Hartung. Stefan Hartung: Vielen Dank, Markus. Die Zahlen zeigen noch einmal klar auf, dass wir in absehbarer Zeit weiterhin zweispurig fahren müssen. Zum einen gilt es, das Kerngeschäft zu sichern und zu optimieren. Und zum anderen geht es darum, Wachstumsfelder gezielt und schnell zu erschließen. Das eine finanziert das andere, und beides zusammen sichert unsere Zukunft. Der Treibstoff ist dabei in beiden Bereichen derselbe: Innovation. Und deshalb bin ich wirklich sehr stolz auf all die Neuerungen, die unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vergangenen Monaten entwickelt, getestet, verbessert und auf den Markt gebracht haben. Die Bandbreite ist riesig und reicht von hochspezialisierter Quantensensorik bis hin zu Produkten wie etwa dem ersten BSH-Backofen mit KI-basierter Sprachfunktion. Das Gerät braucht weder externe Lautsprecher noch zusätzliche Apps, sondern reagiert schnell und präzise auf einfache Befehle – bis hin zum sprachgesteuerten Öffnen der Backofentür. Die kleinsten Bosch-Produkte wiederum sind mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen – haben sich aber schon längst als Lebensretter etabliert. Gemeint sind unsere Sensoren. Sie erkennen zum Beispiel – in der Smartwatch eingebaut –, wenn jemand stürzt, so dass rechtzeitig Alarm ausgelöst werden kann. Drucksensoren wiederum unterstützen Rettungskräfte dabei, hilfesuchende Personen auch in Hochhäusern schneller zu finden und zu versorgen, da sie Höhenunterschiede bis auf wenige Zentimeter genau angeben können. Es gibt Schätzungen, dass diese Funktion allein in den USA Tausende von Leben rettet – jedes Jahr. Immer häufiger spielen Bosch-Sensoren auch in der Unterhaltungselektronik und in der Robotik eine entscheidende Rolle: Sie lassen künstlich erzeugte Umgebungen äußerst realistisch wirken, sie stabilisieren die Bilder von Smartphones und Action-Kameras, sie helfen Robotern auch unter schwierigen Bedingungen dabei, den richtigen Weg zu finden. Grundlage für die verschiedenen Varianten ist die Sensorplattform „BMI5“: unsere bislang intelligenteste, genaueste und leistungsfähigste Sensorlösung – bestens geeignet für einen stark wachsenden Bereich, in dem Bosch der Marktführer ist. Und noch eine andere Zukunftstechnologie hängt maßgeblich von smarten Sensoren ab: das automatisierte Fahren. Ein Beispiel dafür sind unsere Inertialsensoren wie etwa der SMU300. Er funktioniert für ein automatisiertes Auto ungefähr so wie das Innenohr für uns: Alle Drehungen und Neigungen werden mit höchster Präzision erfasst und zu einer Art Gleichgewichtssinn weiterverarbeitet. Dadurch behält das Auto auch dann die volle Orientierung, wenn Kamera- oder GPS-Signale nicht verfügbar sind. Das Angebot reicht vom einzelnen Sensor bis hin zur kundenspezifischen Komplettlösung, zum Beispiel unsere IMU-integrated. Solche Lösungen tragen ganz wesentlich zum Erfolg unserer ADAS-Produktfamilie bei. Hier ist die Nachfrage, wie vorhin schon angedeutet, besonders erfreulich. Allein 2025 haben wir für intelligente Fahrerassistenzsysteme Aufträge über alle Weltregionen hinweg im Wert von zehn Milliarden Euro gewonnen. Dazu zählen Softwarelösungen ebenso wie zentrale Fahrzeugrechner oder Produkte: zum Beispiel Kamerasysteme, hochpräzise Radarsensoren oder Ultraschallsensoren, die nicht nur beim Einparken helfen, sondern auch erkennen, ob die Fahrbahn nass oder trocken ist und entsprechende Signale an die Assistenzsysteme senden. Zur Zukunft der Mobilität gehört natürlich auch die Integration von Künstlicher Intelligenz in den gesamten Lebenszyklus des Autos – von der Produktion bis hin zu regelmäßigen Updates der Software. Bosch ist auf diesem Gebiet ganz vorne mit dabei – und rückt die KI jetzt wortwörtlich ins Blickfeld des Fahrers oder der Fahrerin. Unser neues, KI-gesteuertes Cockpit ist eine Mischung aus Assistent, Beifahrer und Chauffeur – es kann beraten, warnen und sogar mitdenken. Denn hinter dem „AI powered Cockpit“ steckt ein KI-fähiger Hochleistungs-Rechner, der den Fahrer aktiv unterstützt – sei es beim Terminmanagement, der Routenplanung oder bei der vorausschauenden Parkplatzsuche. In Verbindung mit unseren Interior Sensing Solutions kann das „AI-powered Cockpit“ das Autofahren damit zu einem ganz neuen, hochpersonalisierten Erlebnis machen. Das Fahrzeug erkennt, wer am Steuer sitzt und ob noch weitere Passagiere an Bord sind – und stellt alles entsprechend ein: vom Außenspiegel über das Fahrverhalten bis hin zur optimierten Airbag-Auslösung im Unglücksfall. Knöpfe und Touchscreens werden zunehmend durch Gesten und „normale“ Sprache ergänzt: Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine verschiebt sich immer weiter in die menschliche Richtung. Zum Einparken reicht künftig ein Sprachbefehl, und das „AI powered Cockpit“ steuert alles Weitere – nur aussteigen muss man noch selbst. Die Innenraumerkennung ist zugleich eine wichtige Voraussetzung für das automatisierte Fahren – denn nur so kann das Auto erkennen, ob der Mensch auch wirklich in der Lage ist, das Steuer wieder zu übernehmen. Insofern sind all diese Funktionen keine Spielerei. Im Gegenteil: In ihrer Gesamtheit können sie das Autofahren erheblich komfortabler und vor allem sicherer machen. Das gilt besonders dann, wenn weitere Funktionen im Fahrzeug verfügbar sind – zum Beispiel unser Vehicle Motion Management, das weltweit bereits von mehr als 20 Herstellern genutzt wird. Dabei handelt es sich um eine Software zur zentralen Steuerung von Bremse, Lenkung, Antrieb und Fahrwerk. Die einzelnen Systeme werden optimal aufeinander abgestimmt, und zwar genau so, wie es die Fahrerin oder der Fahrer möchte. Ein Befehl genügt, und das Fahrzeug schaltet von sanft auf sportlich oder umgekehrt. Aber nicht so, wie Sie das von den üblichen Fahrmodi-Schaltern kennen. Sondern so, dass Sie glauben, Sie sitzen in einem völlig anderen Auto. Und richtig spannend wird es, wenn man das Vehicle Motion Management nun mit intelligenten Fahrerassistenzsystemen verbindet. Ein Beispiel dafür ist eine neue automatisierte Ausweich-Lenkfunktion. Sobald ein Hindernis erkannt wird, leitet das System automatisch und präzise ein Ausweichmanö-ver ein, ohne die Fahrzeugstabilität zu beeinträchtigen – auch noch bei bis zu hundert Stundenkilometern. Bosch hat diese Funktion gemeinsam mit einem chinesischen Fahrzeughersteller innerhalb von sechs Monaten zur Serienreife gebracht. Die nächsten Sicherheitsfeatures sind bereits in der Testphase – unter anderem ein fast schon revolutionärer Spurhalteassistent. Echte „Technik fürs Leben“ also. Ergänzt wird das alles durch unsere By-Wire-Systeme für Bremse und Lenkung. So wird etwa bei Steer-by-Wire die mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Lenkgetriebe durch elektrische Signalleitungen ersetzt. Wenn dann ein Spurhalteassistent die Lenkreaktion unterstützt, bleibt das Lenkrad völlig ruhig – keine ablenkenden Bewegungen, kein irritierendes Rütteln. Zugleich aber behält der Fahrer oder die Fahrerin jederzeit die volle Kontrolle und ein sicheres Lenkgefühl. Wie präzise, schnell und feinfühlig unser System funktioniert, haben unsere Kunden bei der jüngsten Wintererprobung in Nordschweden selbst erleben können. All diese Lösungen sind Schlüsseltechnologien auf unserem Weg zum automatisierten Fahren und zur softwaredefinierten Mobilität. Aber auch hier gilt: Wer schnell und tief in neue Welten vordringen will, sucht sich besser starke Partner. Fast alle der Funktionen, die ich Ihnen gerade vorgestellt habe, brauchen einen oder mehrere System-on-Chips, also Chips, auf denen alle wesentlichen Signale aus Fahrerassistenz und Infotainment zusammenlaufen. Und damit wir unsere Technologien perfekt auf die jeweiligen Chips abstimmen können, arbeiten wir eng mit Partnern wie etwa Qualcomm, Nvidia, Renesas oder Horizon Robotics zusammen. Dabei geht es um enorme Dimensionen: So haben wir etwa auf Basis einer strategischen Partnerschaft bereits mehr als zehn Millionen digitale Cockpit-Computer mit einem System-on-Chip von Qualcomm ausgeliefert. Das gilt auch für drei Großaufträge für Cockpit- und ADAS-Integrationsplattformen, die wir derzeit für Hersteller weltweit umsetzen. Aber natürlich brauchen die Autos der Zukunft nicht nur Algorithmen. Sondern auch Antriebe. Auch daran arbeiten wir intensiv – etwa in der Elektromobilität. Jüngstes Beispiel ist unser neues Joint Venture mit Tata AutoComp Systems in Indien. Zusammen wollen wir uns auf die Entwicklung, Fertigung und den Vertrieb von E-Achsen und E-Motoren in Indien konzentrieren – geplant ist, dass wir bereits zur Jahresmitte den Betrieb aufnehmen. Kein anderes Unternehmen ist in der Elektromobilität so global aufgestellt wie Bosch. Wir wachsen in allen Kernmärkten. Allein in diesem Jahr werden wir mehr als sieben Millionen Lösungen und Komponenten für das elektrische Fahren ausliefern. Unsere Kunden – weltweit sind es mehr als 50 – setzen dabei zunehmend auf hochintegrierte Systeme, die über die klassische eAchse teils weit hinausgehen. Wir bündeln deshalb Motor, Leistungselektronik, Getriebe und weitere Komponenten wie etwa das gesamte Energiemanagement in einer Einheit. Das spart Platz und Kosten. Noch in diesem Jahr wird eine solche Lösung in Serie gehen. Bei den anderen Antrieben, die wir im Portfolio haben, hängt die weitere Entwicklung nicht nur von unserer Innovationskraft, sondern auch von politischen Entscheidungen ab. Das gilt zum einen für das Thema Wasserstoff. Hier haben wir gerade erst eine neue Variante unseres Brennstoffzellen-Antriebssystems vorgestellt, die vor allem für Busse im Stadtverkehr geeignet ist. Mit der Lösung können die Fahrzeuge elektrisch und bei Einsatz von regenerativ erzeugtem Wasserstoff auch komplett CO₂-frei angetrieben werden. Für uns bleibt Wasserstoff nach wie vor ein wichtiges Wachstumsfeld – auch weil die EU-Klima- und Resilienzziele ohne Wasserstoff kaum zu erreichen sind. Insofern ist es bedauerlich, dass die Politik die Technik nicht stärker vorantreibt oder zumindest auf einige hemmende Vorgaben verzichtet. Einen europäischen Markt gibt es derzeit noch nicht – und insofern prüfen wir regelmäßig unsere Strategie in diesem Bereich. Dennoch gehen wir in Vorleistung und treiben Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff gleichermaßen voran. Im März wurde ein Elektrolyse-Stack am Standort Farmington Hills in den USA in Betrieb genommen – im Werk Bamberg läuft eine ähnliche Anlage bereits seit November. Und schon seit Oktober können an einer Tankstelle in Kalifornien selbst schwere Lkw innerhalb von nur zehn Minuten ihren Wasserstofftank füllen – dank einer CryoPump-Station von Bosch Rexroth. Bei den konventionellen Antrieben sehen wir ebenfalls politischen Handlungsbedarf. Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Änderung der CO 2 -Vorgaben wird nicht ausreichen, um Investitionen, Wertschöpfung und insbesondere Arbeitsplätze in Europa zu sichern. Denn effiziente Verbrenner werden noch lange wichtig bleiben. Wir erwarten, dass auch 2035 noch rund 50 Prozent aller Neufahrzeuge weltweit einen Verbrennungsmotor an Bord haben werden, etwa die Hälfte davon werden leistungsfähige Hybride sein. Das heißt für Europa: Wenn wir uns ausschließlich auf batterieelektrische Antriebe beschränken, verzichten wir auf rund die Hälfte des Weltmarkts – und damit auf die entsprechenden Jobs und Kompetenzen. Eine überzogene Regulierung würde die europäische Industrie also in ihrer Substanz treffen. Das lässt sich nur vermeiden, wenn wir bei der Transformation auf alle verfügbaren Technologien setzen. Wir brauchen batterieelektrische Antriebe, Hybride, Range Extender und effiziente Verbrenner mit erneuerbaren Kraftstoffen. Wir wollen dazu mit unseren Lösungen im Verbrenner- und Hybridbereich maßgeblich beitragen – unsere Kompetenzen sind dabei seit jeher weltweit gefragt. Daher ist es auch zu begrüßen, dass die Bundesregierung gute und verlässliche Rahmenbedingungen für Plug-In-Hybride erhalten und Fahrzeuge weiter zulassen möchte, die mit erneuerbaren Kraftstoffen betrieben werden. Das gilt auch für den Bereich Mobility Aftermarket, also unser Werkstattgeschäft, das beide Technologiewelten – elektrische wie klassische Antriebe – bestens abdeckt. Weltweit kommt unsere Diagnosesoftware ESI[tronic] rund 55 Millionen Mal im Jahr zum Einsatz. Damit sind wir für die Zukunft bestens aufgestellt – denn der Zugang zum Fahrzeug nach der Auslieferung entwickelt sich gerade im Zeitalter der softwaredefinierten Mobilität immer mehr zu einem strategischen Vorteil. Der Bereich liefert auch ein schönes Beispiel für unser Streben nach Nachhaltigkeit durch die Verbindung von Ökonomie und Ökologie. Wir haben in nahezu allen Geschäftsfeldern Services für die Kreislaufwirtschaft etabliert. Und das Werkstattgeschäft ist dabei besonders erfolgreich: Mit seinem Austauschprogramm „eXchange“ hat der Bereich 2025 rund 400 Millionen Euro erwirtschaftet – bis 2030 soll der Umsatz auf eine Milliarde Euro steigen. Meine Damen und Herren, diese vielen Beispiele haben eines ganz deutlich gezeigt: Bosch liegt sehr gut im Rennen. 2026 wird ein Jahr des Aufbruchs sein. Und wir haben klare Ziele darüber hinaus: Wir wollen auf allen für uns wesentlichen Märkten zu den Top-Drei-Unternehmen gehören. Wir wollen ein durchschnittliches jährliches Umsatzplus von sechs bis acht Prozent erreichen. Und wir wollen eine Rendite von mindestens sieben Prozent erwirtschaften. Das wird in der derzeitigen Lage etwas länger dauern als gedacht. Aber wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass wir diese Ziele sehr bald erreichen werden. Unsere Innovationskraft zählt zu den stärksten in der Industrie: Bei den Patentanmeldungen stehen wir in Deutschland seit vielen Jahren auf Platz Eins, und in Europa zählen wir ebenfalls zu den Top-Einreichern. Ich bin mir sicher: Das wird so bleiben – zumal nun auch immer mehr Anmeldungen aus dem KI-Bereich dazukommen. In diesem November feiert Bosch einen runden Geburtstag. Dann wird es 140 Jahre her sein, dass Robert Bosch in einem Stuttgarter Hinterhof seine „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ gründete. Seither ist vieles passiert – manches aber ist nahezu gleichgeblieben: Seit 140 Jahren stehen wir vor immer neuen Herausforderungen – und oft genug wurden sie im Rückblick zu zukunftsweisenden Erfolgsgeschichten. Seit 140 Jahren sind wir ebenso widerstands- wie wandlungsfähig; so resilient wie dynamisch und so realistisch wie zuversichtlich. Seit 140 Jahren haben wir aus dieser Zuversicht heraus immer wieder die Initiative ergriffen – und damit unsere Geschichte immer weiter in die Zukunft getragen. Seit 140 Jahren gilt also „For tomorrow. Today.“ Sie können davon ausgehen, dass sich das auch beim 150. Geburtstag nicht geändert haben wird. Vielen Dank!

Personelle Veränderung in der Robert Bosch Industrietreuhand KG

26.03.2026

Pressemeldung

Wirtschaft

Personelle Veränderung in der Robert Bosch Industrietreuhand KG

Stuttgart – In der Robert Bosch Industrietreuhand KG gibt es folgende personelle Veränderung:Gerd Chrzanowski (54) tritt als Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG (RBIK) zum 31. März 2026 aus dem Gremium aus. Grund sind zunehmend überlappende Geschäftsaktivitäten von Bosch und der Schwarz Gruppe, die Chrzanowski seit 2021 als Komplementär leitet. Um potenzielle künftige Interessenkonflikte zu vermeiden, haben sich beide Seiten vorsorglich auf diesen Schritt geeinigt, Wir bedauern den Austritt und danken Gerd Chrzanowski für sein Engagement und seine wertvollen Beiträge. Seine tiefe Expertise insbesondere im Bereich der Digitalisierung und sein strategischer Weitblick waren eine Bereicherung für unser Gremium,...sagte Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer, geschäftsführender Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Robert Bosch GmbH. Die Nachfolge als Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG übernimmt zum 1. April 2026 Alexander Birken (61), Vorsitzender des Aufsichtsrats der Otto Group. Birken wechselte Anfang März 2025 vom Vorstandsvorsitz in den Vorsitz des Aufsichtsrats. Der studierte Betriebswirt startete seine Karriere bei Philips Medical Systems. Er wechselte 1991 in das Controlling der Otto Group, leitete verschiedene Gesellschaften im Konzern und wurde 2017 zum Vorstandsvorsitzenden berufen. Er ist seit mehr als 35 Jahren für das Unternehmen tätig und bringt umfassende Erfahrung in seine neue Rolle ein. Über die Robert Bosch Industrietreuhand KG Die RBIK übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion bei der Robert Bosch GmbH aus. Die Rolle der Industrietreuhand resultiert aus der spezifischen Unternehmensverfassung der Robert Bosch GmbH, die das Lebenswerk des Firmengründers Robert Bosch sichert. Während die Robert Bosch Industrietreuhand KG mehrheitlich die Stimmrechte hält, liegen die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH mehrheitlich bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH, die jedoch keinen Einfluss auf die strategische und geschäftliche Ausrichtung der Bosch-Gruppe hat. Diese gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe und ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren.