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Hightech #LikeABosch – mit vernetzten, intelligenten und nachhaltigen Lösungen d ...

04.01.2022

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Wirtschaft

Hightech #LikeABosch – mit vernetzten, intelligenten und nachhaltigen Lösungen d ...

Dr. Tanja Rückert, Chief Digital Officer der Robert Bosch GmbH, und Mike Mansuetti, Präsident Bosch in Nordamerika, anlässlich der Consumer Electronics Show am 4. Januar 2022 Es gilt das gesprochene Wort. Guten Morgen und herzlich willkommen zur Bosch-Pressekonferenz! Wir freuen uns, dass wir Sie heute digital bei uns begrüßen dürfen. Leider können wir uns wegen der aktuellen Pandemie-Lage wieder nicht persönlich treffen. Das ist bedauerlich, aber die Gesundheit aller hat natürlich oberste Priorität. Die gute Nachricht ist, dass wir dank technischer Lösungen sicher auf virtuelle Art und Weise zusammenkommen können. Und das passt perfekt zu dem, was heute unser Thema ist. Wir möchten mit Ihnen über Technologie, ihre Vorteile und Möglichkeiten sprechen und darüber, welche positiven Auswirkungen sie haben kann. Technologie für eine bessere Welt – heute und morgen Sie haben gerade den neuesten Clip unserer #LikeABosch-Kampagne gesehen: „Hightech #LikeABosch“. Hier auf der CES ist der Begriff „Hightech“ natürlich jedem vertraut; bei Bosch haben wir jedoch eine ganz besondere Sicht darauf. Welche, das möchten wir Ihnen heute zeigen. Wir wollen erläutern, warum Hightech für uns mehr bedeutet, als nur die Grenzen des Machbaren zu erweitern. Wir setzen Technologie vielmehr als Mittel ein, um das Leben der Menschen zu verbessern, wo immer sie sind: zu Hause, bei der Arbeit, auf der Straße, im Krankenhaus oder sogar im Weltall! Als Unternehmen, das sich Innovationen verschrieben hat, die das Leben verbessern, stellen wir den Menschen in den Mittelpunkt unserer Entwicklung. Aber gerade in Zeiten so tiefgreifenden technologischen Wandels reicht es für Unternehmen nicht zu glauben, sie hätten auf alles eine Antwort. Um Menschen das zu geben, was sie brauchen und sich wünschen, muss man ihre Bedürfnisse – aber auch ihre damit verbundenen Vorbehalte und Bedenken – verstehen. Deshalb haben wir genau das getan: Wir haben eine repräsentative Meinungsumfrage in fünf Ländern – China, Deutschland, Indien, Großbritannien und USA – zu unterschiedlichen Technologiethemen durchgeführt. Ziel ist, herauszufinden, wie Menschen technologischen Fortschritt beurteilen, was sie von Technologie erwarten und worin sie die größten Chancen und Risiken sehen. Entstanden ist der Bosch Tech Compass, der hier auf der CES seine Weltpremiere feiert. Im Verlauf unserer Pressekonferenz werden wir einige der interessantesten und wichtigsten Erkenntnisse mit Ihnen teilen. Beginnen wir gleich mit dem für uns vielleicht entscheidendsten Ergebnis. Wie die Umfrage zeigt, herrscht weltweit großes Vertrauen in Technologie und starke Begeisterung für ihre Möglichkeiten. 72 Prozent der Befragten weltweit glauben, dass Technologie die Welt zu einem besseren Ort macht. Sie glauben vor allem, dass Technologie ihr Leben bequemer und sicherer macht und ihnen die Arbeit erleichtert. Auch zeigen sich die Menschen optimistisch, was das Potenzial von Technologie betrifft: 76 Prozent der Befragten sehen in ihr den Schlüssel zur Bekämpfung des Klimawandels. Dem stimmen wir bei Bosch voll und ganz zu. Auch wir sind fest davon überzeugt, dass Technologie unser aller Leben verbessern kann – nicht umsonst ist „Technik fürs Leben“ unser Leitbild. Das zeigt ein Blick in unser Portfolio: Denken Sie an nützliche und sogar lebensrettende Innovationen wie das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP), Airbag-Steuergeräte, unseren digitalen Schutzengel Help Connect oder den Corona-PCR-Schnelltest, den wir letztes Jahr für unser Vivalytic-Analysegerät entwickelt haben. Auch das Thema Klimaschutz nehmen wir sehr ernst: Bosch war das erste global tätige Industrieunternehmen, das alle internationalen Standorte klimaneutral gestellt hat. Derzeit arbeiten wir daran, bis 2030 die CO 2 -Emissionen entlang unserer Lieferketten und über den Lebenszyklus unserer Produkte um 15 Prozent zu senken. Dies entspricht 67 Millionen Tonnen Kohlendioxid – und ist etwa zwanzigmal mehr als unsere Standorte im Basisjahr 2018 emittiert haben. Über unsere Tochtergesellschaft Bosch Climate Solutions teilen wir zudem unsere Erfahrungen und unterstützen andere Unternehmen dabei, Klimaneutralität zu erreichen. Auch mit unseren Produkten fördern wir Nachhaltigkeit und ermöglichen den Nutzern, ihren CO 2 -Fußabdruck zu reduzieren. So hat zum Beispiel unsere US-Gebäudetechnik-Tochter Climatec einen 35-Millionen-Dollar-Auftrag der kalifornischen Stadt Ontario gewonnen, um sie energieeffizienter und sicherer zu machen und ihre Vernetzung voranzutreiben. Im Rahmen des „Smart Ontario“-Projekts werden wir durch die Nachrüstung der Infrastruktur mit intelligenten, vernetzten Lösungen wie Gebäudeautomation und LED-Straßenbeleuchtung die Treibhausgasemissionen der Stadt um voraussichtlich mehr als 10 000 Tonnen pro Jahr reduzieren. Zudem verfolgen wir schon lange die Vision einer klimafreundlichen Mobilität und haben dafür die ganze Palette an Komponenten und Systemlösungen für die Elektromobilität im Portfolio. Tatsächlich verfügt kein anderes Unternehmen über ein so breitgefächertes Angebot wie Bosch; vom batterieelektrischen Antrieb über regenerative Bremssysteme bis hin zur Brennstoffzelle: Wir bewegen alles, vom eBike bis zum schweren Nutzfahrzeug. Apropos eBikes: Hier kommen zwei der wichtigsten Treiber unseres Geschäfts zusammen – die Elektrifizierung und die Vernetzung. Vor nicht allzu langer Zeit galt das eBike noch als Nischenprodukt. Inzwischen ist es weltweit zu einem der beliebtesten Fortbewegungsmittel aufgestiegen. Was aber hat Vernetzung mit eBikes zu tun? Mehr denn je ist sie die Grundlage für ein individuelles Fahrerlebnis. Genau das bietet unsere neue Systemgeneration namens eBike Smart System den Nutzern. Die Ende letzten Jahres erstmals vorgestellte Innovation wurde mit einem CES ® 2022 Innovation Award Honoree ausgezeichnet und wird nun hier auf der CES erstmals in den USA einem breiten Publikum vorgestellt. Das völlig neue System bestehend aus eBike Flow App, Bedieneinheit, Display, Akku sowie Drive Unit verbindet das physische Erlebnis des eBike-Fahrens mit digitalen Annehmlichkeiten wie Vernetzung, Personalisierung und Services. So kann sich Ihr eBike zum Beispiel künftig Ihrem Fahrstil anpassen, Routen nach Ihrem Geschmack vorschlagen und Sie sicher ans Ziel leiten. Zudem lernt es dabei Ihre Interessen und Vorlieben. Dank Vernetzung ist das Fahrrad somit kein statisches Produkt mehr, sondern entwickelt sich nach dem Kauf ständig weiter. Mit Over-the-Air-Updates kann das Nutzererlebnis fortwährend mit neuen digitalen Erfahrungen verbessert werden. Dies ist nur ein Beispiel dafür, welche zentrale Bedeutung Vernetzung für unsere Produkte hat. Mehr noch freuen wir uns, Ihnen mitteilen zu können, dass wir ein wichtiges und langjähriges Ziel unseres Unternehmens erreicht haben: 100 Prozent unserer elektronischen Produktklassen sind inzwischen internetfähig. Das bedeutet, dass wir für nahezu alle unserer Produkte auch Funktionen wie drahtlose Updates und internetbasierte Services anbieten können. Denken Sie etwa an nützliche Dienste, wie den automatischen Notrufservice eCall oder unsere Falschfahrerwarnung, die wir durch die Internetanbindung von Fahrzeugen ermöglicht haben. Bosch ist ein IoT- und Softwareunternehmen Dieser Meilenstein ist ein Beleg dafür, wie Bosch sich zu einem Software- und IoT-Unternehmen entwickelt hat. Derzeit beschäftigen wir rund 35 000 Softwareentwickler. Jährlich investieren wir mehr als viereinhalb Milliarden Dollar in den Auf- und Ausbau der Softwarekompetenz in unserem Unternehmen. Wir verstehen deshalb besser als die meisten anderen Unternehmen beide Seiten der Medaille – besonders, wenn es um die Vernetzung von Dingen mit dem Internet geht. Lassen Sie uns einen Blick darauf werfen, was wir in zwei unserer Kernbereiche jüngst erreicht haben: dem Zuhause und der Mobilität. Im Bereich Technik für die eigenen vier Wände hat Bosch im Jahr 2020 vier Millionen internetfähige Elektrowerkzeuge, Hausgeräte und Heizsysteme verkauft. Diese Zahl ist 2021 auf über sechs Millionen Stück gestiegen – ein Wachstum von 50 Prozent. Und auch im Mobilitätsbereich hat Software absolute Priorität: Fahrzeuge entwickeln sich mehr und mehr zu Internetknoten. Das ist bereits seit geraumer Zeit eine Vision von Bosch. Daher sind wir bestens positioniert, um das softwaredefinierte Fahrzeug entscheidend mitzugestalten. In unserem Unternehmensbereich Mobility Solutions investieren wir jährlich knapp dreieinhalb Milliarden Dollar in unsere Softwarekompetenz. Zu Beginn des letzten Jahres hat der neue Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions seine Arbeit aufgenommen. Diese Einheit bündelt die Hard- und Softwareentwicklung für neue Elektronikarchitekturen im Fahrzeug. Dieses Jahr unternehmen wir einen weiteren Schritt und bündeln unsere Arbeit an anwendungsunabhängiger Fahrzeugsoftware für Autos und Cloud unter dem Dach unserer Tochtergesellschaft ETAS GmbH. Damit können wir Herstellern und anderen Zulieferern entsprechende Softwarelösungen künftig schneller, sicherer und effizienter bereitstellen. Wir optimieren aber nicht nur unsere eigene Organisation und bauen unsere Kompetenzen aus, sondern gehen auch Partnerschaften ein, um unsere Technologieführerschaft im Mobilitätsbereich voranzutreiben. So stärken wir beispielsweise gemeinsam mit Microsoft unsere Position in der Softwareentwicklung für alle Domänen – vom Auto bis zur Cloud. Wir können so die Softwareentwicklung beschleunigen und neue Funktionen schneller in Fahrzeuge bringen. Wir machen in der Zusammenarbeit große Fortschritte bei der Entwicklung einer offenen Technologieplattform, mit dem Ziel, die Entwicklungszyklen in der Autoindustrie zu verkürzen. Der steigende Bedarf an Software bringt nicht zuletzt auch einen erhöhten Bedarf an Softwareintegration mit sich. Auf diesem Gebiet ist Bosch dank seines Domänenwissens ideal aufgestellt und verfügt über das nötige Integrations-Know-how. Nehmen wir zum Beispiel das automatisierte Fahren. Ein automatisiertes Fahrzeug muss alle Fähigkeiten mitbringen, die auch ein Mensch zum Autofahren braucht: seine Umgebung wahrnehmen, Entscheidungen treffen, beschleunigen, bremsen und lenken. Bosch hat alle Bausteine für das automatisierte Fahren im Portfolio und schafft Schritt für Schritt die technischen Voraussetzungen. Mit unseren Fahrerassistenzsystemen ebnen wir schon jetzt den Weg für alle Stufen der Automatisierung. Das zahlt sich aus: Bosch hat mit Fahrerassistenzsystemen in den letzten fünf Jahren mehr als 10 Milliarden Dollar umgesetzt. Von Komponenten bis zu Systemen, von Software bis zu Services – bei der Mobilität der Zukunft führt kein Weg an Bosch vorbei. Welche Bandbreite an Technologien wir anbieten und wie diese in künftigen Fahrzeugen nahtlos integriert werden, zeigen wir auf unserem Messestand. Wir geben einen Einblick, wie Software, Personalisierung, Automatisierung, Vernetzung und Elektrifizierung schier unendliche Möglichkeiten für die Art und Weise eröffnen, wie wir in Zukunft von A nach B gelangen. Bosch auf dem Weg zu einem führenden datengetriebenen KI-Unternehmen Apropos Zukunft: Auf die Frage, welche Technologie in zehn Jahren ihrer Meinung nach den größten Einfluss haben wird, nannten die Befragten des Bosch Tech Compass weltweitübereinstimmend KI und 5G. Bei Bosch haben wir KI zu einem strategischen Schwerpunktthema gemacht. Wir wollen Vernetzung und Daten, die im Internet der Dinge (IoT) gesammelt werden, mit künstlicher Intelligenz (KI oder englisch: AI) zum AIoT verbinden, um unsere Produkte und Services kontinuierlich zu verbessern. Ein Meilenstein auf unserem Weg zu einem führenden datengetriebenen KI-Unternehmen war die Gründung des Bosch Center for Artificial Intelligence (BCAI) im Jahr 2017. Das BCAI ist derzeit mit insgesamt sieben Standorten in den USA, Deutschland, Indien, Israel und China vertreten. Es hat mehr als 200 Projekte in den Bereichen Mobilität, Fertigung, Landwirtschaft und Smart Home umgesetzt und leistet bereits einen positiven Ergebnisbeitrag von rund 350 Millionen Dollar. Mit dem systematischen Ausbau unserer KI-Kompetenz verfolgen wir zudem ein konkretes Ziel: Bis 2025 soll jedes Bosch-Produkt entweder mit KI ausgestattet oder mithilfe von KI gefertigt werden. Ein neues KI-Produkt, das wir hier auf der CES zeigen, ist unser neuer Home-Connect-Kühlschrank. Er kann die enthaltenen Lebensmittel erkennen, entsprechende Rezepte vorschlagen und damit nicht nur Abwechslung in Ihre Essensroutine bringen, sondern auch dabei helfen, Lebensmittel rechtzeitig aufzubrauchen, anstatt sie wegwerfen zu müssen. Ein weiteres, ganz besonderes Beispiel dafür, wie wir fortwährend Lösungen für höchstmöglichen Nutzen entwickeln, ist unsere SoundSee-Technologie. Dieses Audio-System kam erstmals in der Internationalen Raumstation ISS zum Einsatz, wo es mit KI dabei hilft, den Zustand kritischer Systeme zu überwachen, zum Beispiel die Umweltkontroll- und Lebenserhaltungssysteme der Raumstation. Heute zeigen wir erstmals einen neuen Anwendungsfall für Audio-KI, der auf der gleichen Technik basiert wie an Bord der ISS. Gemeinsam mit Highmark Health in Pittsburgh, Pennsylvania, erforschen wir, wie Audio-KI als Diagnosewerkzeug in der Kindermedizin genutzt werden kann. Genauer gesagt, arbeiten wir daran, das Sensorsystem so anzupassen, dass es Lungenkrankheiten wie Asthma schon in jungen Jahren erkennen kann, indem es die Atemmuster von Kindern abhört. Unsere Annahme ist, dass jedes Kind einen individuellen Audio-Fingerabdruck hat, und wir mithilfe von Audio-KI sein normales Atemgeräusch ermitteln können. Etwaige Veränderungen, so der Ansatz, werden von der KI erkannt, sodass möglichst durch einen frühzeitigen therapeutischen Eingriff bessere Ergebnisse erzielt werden können. Idealerweise ermöglicht uns diese Technologie eine nicht-invasive Überwachung kleiner Patienten und eine weitaus frühzeitigere Warnung der Eltern, sobald eine Abweichung vom Normalzustand vorliegt. Wir sehen in der Kombination von KI und IoT den Schlüssel, um den größten Nutzen aus diesen beiden Technologien zu ziehen. Sie können sich das wie einen unendlichen Verbesserungskreislauf vorstellen: Vernetzte Produkte übertragen Daten, die mithilfe von KI verarbeitet werden. Verbesserungen werden identifiziert, über Software-Updates wieder in das Produkt eingespeist und immer so weiter. Auf diese Weise werden die Kunden in den Entwicklungsprozess einbezogen und die Lösungen genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Das Ergebnis sind bessere Lösungen für unsere Kunden – und neue Einnahmequellen für uns. Wir sind in der Lage aus jedem Umsatz mit digitalen Produkten auch einen Serviceumsatz abzuleiten. Vertrauen und Verantwortung als Schlüssel zum Erfolg Wie die Befragten des Bosch Tech Compass sind auch wir überzeugt, dass künstliche Intelligenz und zunehmende Vernetzung künftig enormen Einfluss haben werden. Um das volle Potenzial dieser neuen Technologien auszuschöpfen, müssen sie jedoch auf breite Akzeptanz stoßen. Um das zu erreichen, müssen wir den Menschen den Nutzen nicht nur nachvollziehbar erläutern, sondern auch ihr Vertrauen in die Technologie und die Unternehmen, die sie entwickeln, stärken. Das gilt für alle neuen digitalen Technologien: Vertrauen kommt nicht von allein, es muss gewonnen werden. In diesem Punkt herrscht in unserer Umfrage ebenfalls große Übereinstimmung. Vier von fünf Befragten weltweit glauben, dass der Erfolg eines Unternehmens davon abhängt, inwieweit es ihm gelingt, das Vertrauen seiner Kunden im digitalen Umfeld aufzubauen. Dazu müssen Unternehmen verantwortungsbewusst handeln: beim Umgang mit sensiblen Daten ebenso wie bei der Abwägung ökologischer und ökonomischer Überlegungen und der Nutzung von Innovationen für das Gemeinwohl. Auch darin sind sich die Umfrageteilnehmer einig: Beeindruckende 83 Prozent der Befragten denken, dass sich technologischer Fortschritt stärker auf die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen statt auf die Befriedigung individueller Bedürfnisse konzentrieren sollte. In besonderem Maße zeigt der Bosch Tech Compass, dass sich die Menschen mehr denn je des Potenzials, aber auch der Tücken der Technik bewusst sind. Sie fordern von denen, die sie entwickeln, ebenso wie von denen, die ihre Nutzung gesetzlich regeln – also von Unternehmen und der Politik –, dass sie die Entwicklung verantwortungsbewusst in die richtige Richtung steuern. In unserem Streben nach technischem Fortschritt haben wir bei Bosch Vertrauen und Verantwortungsbewusstsein stets in den Mittelpunkt gestellt. Dies galt in der analogen Welt und gilt umso mehr in der digitalen Welt, wo Vertrauen ein knappes Gut ist. Vor allem wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen, wenn es darum geht, Innovation als Kraft für das Gute statt nur für den Profit einzusetzen. Deshalb haben wir für unsere eigenen Entwickler einen KI-Ethikkodex herausgegeben und verfolgen ausdrücklich eine KI, die sicher, robust und nachvollziehbar ist. Zudem stehen wir als treibende Kraft hinter dem Digital Trust Forum, einem internationalen Konsortium, das sich zum Ziel gesetzt hat, Vertrauen in KI und IoT-basierte Lösungen maßgeblich zu stärken. Insbesondere arbeiten wir mit unseren Partnern daran, vertrauensfördernde Richtlinien und mögliche Zertifizierungs- und Konformitätskennzeichen zu definieren. Die Idee ist, dass Produkte, die bestimmte Kriterien erfüllen, ein Digital-Trust-Siegel erhalten – vergleichbar mit den Energieeffizienzklassen, die Sie von Hausgeräten kennen. Nicht zuletzt hängen Vertrauen und Akzeptanz auch davon ab, ob Menschen einen konkreten Nutzen einer neuen Technologie erkennen können. In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen eine Bosch-Innovation vorstellen, die einmal mehr das unglaubliche Potenzial von KI zeigt. Es handelt sich um den ersten auf dem Markt verfügbaren Gassensor mit KI von Bosch, der in einem revolutionären neuen Produkt zur Anwendung kommt. Der Silvanet Wildfire Sensor von Dryad ist eine bahnbrechende Innovation zur sehr frühen Erkennung von Waldbränden – und unser Gassensor ist seine digitale Nase. Ganz abgesehen von der unvorstellbaren Zerstörungskraft die Waldbrände haben: Wussten Sie, dass sie für bis zu 20 Prozent der jährlichen CO 2 -Emissionen weltweit verantwortlich sind? Das ist so viel wie der gesamte Transportsektor zusammen, also alle Autos, Schiffe und Flugzeuge auf dieser Erde. Die Sensoren von Dryad werden an Bäumen angebracht, wo sie kontinuierlich das lokale Mikroklima überwachen, um beginnende Brände frühzeitig zu erkennen und die örtlichen Behörden drahtlos zu benachrichtigen – lange, bevor kamera- oder satellitengestützte Systeme dies tun können. Diese Sensoren werden dazu beitragen, zahllose Menschenleben und Häuser zu retten und Tonnen von CO 2 davor zu bewahren, in die Atmosphäre zu gelangen – alles dank KI und Konnektivität. Lösungen für eine bessere Welt Unser Ziel bei Bosch war stets und ist es nach wie vor, mit unseren Produkten und Lösungen den Alltag von Menschen zu verbessern. Die Befragten das Bosch Tech Compass sind optimistisch, was das Potential und den Nutzen von Technologie betrifft. Und wir sind es auch: Deshalb arbeiten wir weiterhin an Innovationen, die das Leben von Menschen in aller Welt positiv verändern sollen. Das geht Lichtjahre über Hightech hinaus, das ist „Hightech #LikeABosch“. Vielen Dank.

Bosch gestaltet die CO₂-freie Zukunft: Klimaschonende und attraktive Lösungen fü ...

06.09.2021

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Wirtschaft

Bosch gestaltet die CO₂-freie Zukunft: Klimaschonende und attraktive Lösungen fü ...

Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, und Dr. Stefan Hartung, Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions, anlässlich der Pressekonferenz auf der IAA Mobility am 6. September 2021 in München Es gilt das gesprochene Wort. Sehr geehrte Damen und Herren! Diese IAA steht im Zeichen einer dreifachen Herausforderung für die Automobilindustrie. Corona-Krise, Halbleiter-Knappheit, der Weg in die CO₂-freie Mobilität – das sind die Stichworte. Wir behaupten uns in diesem anspruchsvollen Umfeld und nutzen unsere Chancen. Gemeinsam mit unseren Kunden und Lieferanten tun wir alles, um die Lieferengpässe bei Halbleitern zu überwinden, nicht zuletzt mit dem Hochlauf unserer neuen Chipfabrik in Dresden. Der Umsatz unseres Unternehmensbereichs Mobility Solutions steigt in diesem Jahr um nahezu zehn Prozent. Wir sind technisch führend und daher geschäftlich erfolgreich. Das ist die Grundlage, auf der wir die weitere Transformation der Mobilität meistern. Diesem Wandel folgen wir nicht nur – wir gestalten ihn an der Seite unserer Kunden. Und deshalb wachsen wir gerade auch auf Zukunftsfeldern. Mit Systemen und Sensoren für die Fahrerassistenz legen wir 2021 um mehr als 40 Prozent zu. Unser Umsatz mit Elektromobilität steigt doppelt so stark wie der Markt. Er übertrifft bereits in diesem Jahr eine Milliarde Euro, 2025 werden es gut fünf Milliarden Euro sein. Die Elektromobilität wird für uns zum Kerngeschäft, die CO₂-freie Mobilität zu einem Wachstumsfeld für Bosch. Wir verwandeln Herausforderungen in Chancen – das ist unser Weg. Dabei verstehen wir uns als vorausdenkendes, die Zukunft gestaltendes Unternehmen. Wir sind Innovationsführer, besonders beim großen Thema Klimaschutz im Straßenverkehr. Welche Dynamik wir entfalten können, zeigt der Erfolg der E-Bikes – in einem Markt, der derzeit rasant wächst, allein 2020 in Europa um 35 Prozent. Mit unseren Innovationen haben wir dem E-Bike zum Durchbruch verholfen. Unser erster E-Bike-Antrieb kam 2011 auf den Markt, darauf folgte 2014 der erste Fahrradcomputer mit integrierter Navigation, 2018 das erste E-Bike-ABS. Innovationskraft kann neue Märkte schaffen. Es ist unser Anspruch, die Mobilität der Zukunft in der Breite zu gestalten. Dazu gehört, dass es auch morgen kein Auto ohne Bosch geben wird. 55 Prozent weniger CO₂-Ausstoß in europäischen Neuwagen bis 2030, 100 Prozent weniger bis 2035 – diese ambitionierten Ziele der EU-Kommission tragen wir mit. Die Mobilität der Zukunft muss das Klima schonen, aber auch bezahlbar und attraktiv sein. Nur so werden Menschen und Güter auch morgen mobil sein. Dazu verfolgen wir weiter einen technologie-offenen Ansatz. Und das heißt: Wir bieten für jede Anwendung die passende Lösung, maßgeschneidert innerhalb der politischen Rahmenbedingungen. Wir sind dafür so breit aufgestellt wie kein anderes Unternehmen unserer Branche, von Antrieben fürs Fahrrad bis hin zur Baumaschine. Ohne technologische Lücken können wir daher von Segmentverschiebungen im Markt profitieren, wie derzeit vom Schub für die Elektromobilität in Europa. Allerdings sind bei der Elektrifizierung des Fahrens noch einige Fragen offen – zum Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie zum CO₂-freien Strom. Hier darf es nicht bei Zielen bleiben, konkrete Umsetzungsschritte müssen folgen. Und hier sind Industrie und Politik gleichermaßen gefordert. Gemeinsam gilt es, die Balance zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Interessen im Auge zu behalten. Die EU-Kommission hat bei Pkw die Weichen klar in Richtung Elektromobilität gestellt – jetzt muss die Transformation der Automobilindustrie gelingen. Sie wird durch das hohe vorgegebene Tempo nicht einfach. Entscheidend wird sein, dass möglichst viele Menschen die ökologischen Ziele mittragen, auch unsere Beschäftigten. Dafür investieren wir in Qualifikations- und Weiterbildungsangebote. Das gehört zu unserer unternehmerischen Verantwortung. Aber eine Politik, die strenge technologische Vorgaben macht, ist auch in der Pflicht, sich um den Erhalt der Arbeitsplätze in unserer Industrie sowie um bezahlbare Mobilität zu kümmern. Wie aber profitieren wir von der neuen geschäftlichen Dynamik in der Elektromobilität? Darauf wird mein Kollege Stefan Hartung näher eingehen … Die Elektromobilität: Unsere nächste Erfolgsgeschichte … vielen Dank, Volkmar! Wie Du gesagt hast, liegt unser Vorteil in der breiten Aufstellung. Auch elektrisch macht kein anderes Unternehmen so vielseitig mobil wie Bosch, vom E-Bike bis zum 40-Tonner. Wir ermöglichen Elektromobilität in allen Anwendungen. Und wir sind zuversichtlich: Aus der Elektrifizierung des Fahrens wird das nächste Kapitel in der Erfolgsgeschichte von Bosch. Allerdings will ich hier nochmals betonen: Die geschäftliche Dynamik ist das eine, der Transfer unserer Mitarbeiter in das neue Geschäft das andere. Längst findet beides an unseren Standorten statt, aber der Wandel braucht Zeit – und Zeit ist besonders knapp im Klimaschutz. Umso mehr müssen wir die Menschen für die Nachhaltigkeit gewinnen. Wer das ökologische Klima schützen will, darf das soziale Klima nicht aus dem Auge verlieren. Für die Elektromobilität haben wir bereits Vorleistungen in Höhe von fünf Milliarden Euro erbracht. Allein in diesem Jahr kommen 700 Millionen Euro hinzu. Damit haben wir nicht zuletzt den beschleunigten Hochlauf in der Europäischen Union vorausgedacht. Und wir richten uns darauf ein, dass die Nachfrage auch global steigt. In aller Welt werden 2035 voraussichtlich 60 Prozent aller Neuzulassungen Elektroautos sein. Dabei denkt Bosch die Elektromobilität in technologischen Alternativen. Das bedeutet konkret: Wir investieren in den Batterie-, aber auch in den Brennstoffzellen-Antrieb. Je nach Anwendung differenzieren wir. Vor allem beim Schwerlast- und Langstreckenverkehr ist die Brennstoffzelle erste Wahl. Dazu verfolgen wir Kundenprojekte in China ebenso wie in den USA und Europa. Erste Lkw mit unserer Technik rollen bereits auf chinesischen Straßen. Wenn es um die batterieelektrische Mobilität geht, ist Bosch so vielseitig wie kein anderes Unternehmen aktiv. Wir treiben ihren Durchbruch mit spezifischen und umfassenden Lösungen voran. Wir liefern Silizium-Carbid-Chips, die den Wirkungsgrad des Batterie-Antriebs um bis zu sechs Prozent steigern. An der Spitze der Effizienz liegen wir mit unseren integrierten E-Achsen. Und last but not least bieten wir Autofahrern eine Eintrittskarte in unser Netzwerk von 200 000 Ladepunkten in Europa. Zur nächsten freien Säule navigieren, unkompliziert abrechnen – das macht unser internetbasierter Ladeservice möglich. Wir halten es für entscheidend, den Alltag des elektrischen Fahrens zu erleichtern. Dazu stellen wir hier auf der IAA ein Kabel vor, das beim Laden an der eigenen Steckdose erstmals ohne schwere Kontrollbox auskommt. Auch nachhaltige Mobilität soll unkompliziert sein – nur so wird sie sich durchsetzen. Mit unseren Produkten und Services werden wir zum Durchbruch der Elektromobilität beitragen. Wir sind in allen Systemen des Fahrzeugs mit tiefem Verständnis vorn dabei, das veranschaulicht auch dieses Showcar hier auf unserem Messestand. So ermöglichen wir nicht zuletzt das automatisierte Fahren – ein Zukunftsfeld, das wiederum Volkmar Denner skizzieren wird ... Das automatisierte Fahren: Wir machen Tempo … auch auf diesem Feld kommen wir voran, meine Damen und Herren. Konkret ebnen wir dem automatisierten Fahren über die Fahrerassistenz den Weg. Auch hier ist Bosch das Unternehmen der Pionierleistungen, vom elektronischen Schleuderschutz bis hin zur automatischen Notbremsung. Wir verfolgen weiter die „Vision Zero“ – keine Verkehrstoten mehr. Die Fahrerassistenz macht das Autofahren sicherer und komfortabler zugleich. Unsere Erfolgsgeschichte schreiben wir mit neuen Assistenzfunktionen für Pkw fort. So wird der Fahrer mit Bosch-Technik zum Beispiel die Hände vom Lenkrad nehmen können. Wir sind Marktführer in der Fahrerassistenz und wachsen auch 2021 kräftiger als der Markt. Für die Automatisierung des Fahrens beherrscht Bosch alle Disziplinen. Wir verfolgen die Strategie, alle wesentlichen Elemente aus einer Hand zu liefern: Zentralsteuergeräte, Sensoren und Vernetzung. Daran arbeiten bei Bosch mehr als 5 000 Ingenieurinnen und Ingenieure, und es werden noch mehr. Mit unseren Patenten liegen wir weltweit auf einem vorderen Platz – allein 2020 sind gut 1 000 Patentanmeldungen hinzugekommen. An Bosch führt also auch beim automatisierten Fahren kein Weg vorbei. Und wir machen weiter Tempo. Ein künftiger Fokus liegt auf Anwendungen in der Logistik. Lastwagen, die sich fahrerlos auf Speditionshöfen bewegen – auch das wird mit Bosch an Bord möglich. Der Alltag des automatisierten Fahrens jedoch beginnt mit dem fahrerlosen Parken. Hier liegt Bosch gleichermaßen vorn und hat mit Pilotprojekten in Deutschland und den USA Standards gesetzt. Vor allem das Automated Valet Parking, wie es auf dieser IAA demonstriert wird, ist „made by Bosch“. Entscheidend ist unser Konzept zur Vernetzung von Fahrzeugen und festinstallierten Videokameras im Parkhaus. Dazu haben wir die Kameras mit dem Knowhow aus unserer Sicherheitstechnik entwickelt. In den nächsten Jahren wird sich das fahrerlose Parken im Parkhaus durchsetzen. Dazu arbeitet Bosch mit Mercedes-Benz und weiteren Partnern bereits am weltweit ersten Serieneinsatz. Im Stuttgarter Flughafen-Parkhaus sollen Autos künftig per Smartphone-Befehl parken. Die neue Mercedes-Benz S-Klasse ist das weltweit erste Serienfahrzeug mit der notwendigen Technik an Bord. Weitere Modelle verschiedenster Hersteller werden folgen. 2025 erwarten wir weltweit mehrere Millionen Fahrzeuge und gut 1 000 Parkhäuser, die das Automated Valet Parking „können“. Das Fahrzeug als Internetknoten: Unser Software-Knowhow Mit solchen Funktionen, meine Damen und Herren, wird eine Prognose Realität, die wir bereits vor zehn Jahren formuliert haben: Das Fahrzeug wird zum Internetknoten. Vom Auto bis zur Cloud – nur Bosch ist in allen Domänen der Software-Entwicklung aktiv. Dazu kooperieren wir auch mit Microsoft. Die software-dominierte Zukunft des Autos braucht Unternehmen wie Bosch, die beides beherrschen: die elektronischen Systeme im Auto sowie das Internet der Dinge, mit dem das Auto vernetzt ist. An Bord der Fahrzeuge wird eine neue Elektronik- und Software-Architektur notwendig – wir können sie liefern. Selbst das Fahrrad wird Teil des Internets. Dazu stellen wir hier auf der IAA unsere neue E-Bike-Flow-App vor, die zum Beispiel Software-Updates unserer Komponenten ermöglicht. In der Forschung und Entwicklung unserer Mobility Solutions ist inzwischen fast jeder zweite Mitarbeiter Software-Ingenieur. Damit stellen wir uns nicht zuletzt auf eine neue Rollenverteilung in unserer Branche ein. Mehr als bisher entwickeln Automobilhersteller eigene Software, sie beauftragen auch spezialisierte Software- und Chiplieferanten. Umso mehr wird Software-Integration nachgefragt, damit in allen Modellen die Module aus verschiedenen Quellen zusammenpassen. Auch dieses integrative Knowhow bringt Bosch mit. Beispiel Infotainment Computer: Dies sind die software-intensivsten Systeme im Fahrzeug, und bis 2025 werden sich Rechenleistung und Software-Komplexität nochmals verdoppeln. Hier ist der Anteil integrierter Fremdsoftware besonders hoch, bis zu 90 Prozent. Und auch hier verzeichnen wir ein weit überdurchschnittliches Wachstum, jährlich um 25 Prozent bis 2025. Mit allen unseren Lösungen, meine Damen und Herren, gestalten wir eine neue Ära der Mobilität mit, wie es das Motto unseres IAA-Standes ist.

Bosch eröffnet neue Chipfabrik in Dresden: Voll vernetzt, voller künstlicher Int ...

07.06.2021

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Vernetzte Mobilität

Bosch eröffnet neue Chipfabrik in Dresden: Voll vernetzt, voller künstlicher Int ...

Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, und Harald Kröger, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, zur Pressekonferenz in der neuen Dresdner Chipfabrik am 07. Juni 2021 Es gilt das gesprochene Wort.Meine Damen und Herren, willkommen in Dresden, im Herzen der europäischen Halbleiterindustrie. Ich heiße Sie herzlich willkommen aus einer der modernsten Fabriken der Welt. Willkommen bei Bosch! Erneut findet ein Event digital statt, die anhaltende Pandemie gebietet nach wie vor physische Distanz. Doch an kaum einem anderen Ort, zu kaum einem anderen Anlass passt ein digitales Format besser als hier und heute: In unserer neuen Fabrik fertigen wir kleine Chips, die Großes leisten. Halbleiter sind der zentrale Baustein für das Internet der Dinge; erst sie machen Vernetzung möglich. Wir alle nehmen an dieser Veranstaltung digital teil – via Laptop, Tablet oder Smartphone. Jedes dieser Geräte ist ausgestattet mit Chips. Viele davon stammen von Bosch. Gefertigt wurden sie in unserem Werk in Reutlingen. Halbleiter sind gefragt. Mehr denn je. Der momentan weltweite Lieferengpass bei Halbleitern ist auch Ausdruck des Digitalisierungsschubs in der Pandemie. Diesen Schub der Vernetzung müssen wir beibehalten. Halbleiter halten die Digitalisierung am Laufen. Kein elektronisches System kommt ohne sie aus. Der Bedarf steigt, der Markt wächst. Allein in diesem Jahr voraussichtlich um elf Prozent, auf mehr als 400 Milliarden Euro. Mit dem Bau der Waferfab in Dresden geht Bosch voran. Wir nehmen Fahrt auf und starten mit unserer Produktion ein halbes Jahr früher als geplant. Schon im Juli kommen die ersten Chips in unseren Elektrowerkzeugen zum Einsatz. Für die Automobilindustrie haben wir den Produktionsstart um ein Vierteljahr vorgezogen, von Dezember auf September. Halbleiter aus Dresden machen Fahrzeuge sicherer, effizienter, besser. In Elektroautos etwa regeln sie den Energiefluss und orchestrieren das Zusammenspiel zwischen Energiequelle und Antriebsleistung. Halbleiter sind die Muskeln, die Sinnesorgane und das Gehirn im Internet der Dinge. In Zukunft wird auch Quantentechnologie dazukommen. Wir werden Sensoren sehen, die 100mal präziser messen können und dabei helfen werden, neurologische Erkrankungen genauer und einfacher zu diagnostizieren. Smart Phone, Smart Home, Smart Mobility – die Mikroelektronik hält die Welt in Bewegung, ermöglicht Fortschritt. Dabei stellt die Halbleiterindustrie mit ihren Produkten nicht nur die entscheidenden Weichen, die Chipfertigung selbst ist Wegbereiter. Sie ist hochautomatisiert und Vorreiter bei Industrie 4.0. Halbleiter werden in Smart Factories gefertigt, in denen sich die Produktion weitestgehend selbstständig organisiert. Bei Bosch gehen wir den nächsten Schritt: Wir verbinden das Internet der Dinge mit Künstlicher Intelligenz – wir sprechen von AIoT. Aus Daten entsteht Wissen. In Dresden eröffnen wir unsere erste AIoT-Fabrik: vollvernetzt, datengesteuert, selbstoptimiert. Noch bevor erste Lackschichten auf die Wafer aufgetragen werden konnten, war die neue Halbleiterfabrik bereits Maß der Dinge. Für das komplette Gebäude existierte von Beginn an ein Digitaler Zwilling, ein virtuelles Abbild. Rund eine halbe Million 3D-Objekte sind darin erfasst. Dazu zählen Anlagen, Maschinen, Rohrleitungen, Kabeltrassen, Lüftungssysteme. Die Fabrik gibt es zwei Mal – digital und nun auch real. Drei Jahre dauerte das Projekt. Bei der Inbetriebnahme von Anlagen und Maschinen halfen digitale Lösungen. Durch den Einsatz von Augmented Reality und Datenbrillen konnten Experten aus aller Welt Mitarbeiter vor Ort unterstützen und ihr Wissen teilen. Auch im Betrieb bringt die digitale Transparenz handfeste Vorteile: Maschinen lassen sich vorausschauend warten, Komplikationen werden erkannt, ehe sie auftreten. Entscheidend dafür ist Künstliche Intelligenz. Die vernetzte Produktion liefert Daten, KI wertet sie aus. KI-Algorithmen erfassen kleinste Fehler und jede minimale Abweichung. Sie sind präziser als das Auge und schneller als der Verstand. Mit KI heben wir die Produktion auf ein neues Level. In unserem Werk in Dresden setzen wir künftig auf Lösungen des Bosch Centers for Artificial Intelligence: Die KI-basierten Systeme erkennen frühzeitig Anomalien und Störungen im Fertigungsprozess, beschleunigen die Lernkurven und erhöhen stetig die Qualität. Auch in der Produktionssteuerung kommt KI zum Einsatz, um die Wafer zeit- und kostensparend durch bis zu 700 Prozessschritte an rund 100 Anlagen im Werk zu navigieren. In unserem Werk sammeln und prüfen wir permanent Daten – umgerechnet 500 Textseiten pro Sekunde, 42 Millionen beschriebene Blätter pro Tag. Diese Daten werten wir mit Hilfe intelligenter Algorithmen in Echtzeit aus. Auch dies ist ein Schlüssel zum schnellen Anlauf der Halbleiterproduktion in Dresden. Mit Methoden der Künstlichen Intelligenz garantieren wir eine hohe Prozessstabilität. Dies spart unseren Kunden aufwändige Tests, monatelange Erprobungen werden verkürzt, Freigaben beschleunigt. So produzieren wir nicht nur früher, wir liefern auch früher zuverlässig aus. Mit dieser neuen Fabrik zeigt Bosch wieder einmal: Deutschland kann Hightech. Und gemeinsam mit unseren Partnern: Dresden kann Hightech. Das „Silicon Saxony“ ist Europas größter Mikroelektronik-Standort und der fünftgrößte weltweit. Jeder dritte in Europa produzierte Chip wird hier gefertigt. Dafür bietet die Region optimale Bedingungen: Hier trifft modernes Unternehmertum auf wissenschaftliche Exzellenz und industriepolitische Verantwortung. Entstanden ist so ein Netzwerk aus Zulieferern, Hochschulen und öffentlichen Einrichtungen mit dem Ziel, die Mikroelektronik als Kernelement für digitalisierte Gesellschaften weiterzuentwickeln. Bosch hat sich daher bewusst entschieden, die größte Einzelinvestition in seiner mehr als 130-jährigen Geschichte hier in der Region vorzunehmen: Rund eine Milliarde Euro investieren wir in das Halbleiterwerk in Dresden. Auf einer Fläche von 72 000 Quadratmetern arbeiten im Werk bereits heute 250 Menschen. Die Zahl der Beschäftigten soll in den kommenden Jahren auf rund 700 Mitarbeiter anwachsen. Das Werk in Dresden wird ein wichtiger Bestandteil unseres Fertigungsverbundes. Mit unserem Engagement stärken wir den Technologie- und Wirtschaftsstandort Deutschland. Allein für seine Halbleiterfertigungen in Reutlingen und Dresden hat Bosch seit der Einführung der 200-Millimeter-Technologie mehr als 2,5 Milliarden Euro investiert. Hinzu kommen weitere Investitionen in Milliardenhöhe für die Entwicklung der Mikroelektronik. Dies wird vor allem der Zukunft der Mobilität zugutekommen, wie mein Kollege Harald Kröger noch etwas vertiefen wird … … vielen Dank, Volkmar! Meine Damen und Herren, Chips für Fahrzeuge, so selbstbewusst dürfen wir an diesem Tag bei Bosch sein, sind die Königsdisziplin der Halbleitertechnik. Denn im Auto müssen die kleinen Bausteine besonders widerstandskräftig sein. Nirgendwo sonst sind sie über Jahre so starken Vibrationen ausgesetzt. Und nirgends sonst müssen sie so extreme Temperaturen aushalten, mal weit unter dem Gefrierpunkt, mal weit über dem Siedepunkt von Wasser. Das bedeutet höhere Anforderungen an die Zuverlässigkeit der Chips – Zuverlässigkeit über ein Fahrzeugleben lang. Die Entwicklung automobiler Halbleiter ist daher aufwendiger als in anderen Anwendungen, sie erfordert spezifisches Know-how. Ein Know-how, das sich Bosch über Jahrzehnte aufgebaut hat. Als einziger Automobilzulieferer beschäftigen wir uns bereits seit den 1950er Jahren intensiv mit Mikroelektronik. Dieser lange Atem zahlt sich heute für uns aus. Wir verstehen alle mikroelektronischen Bauteile im Fahrzeug, weil wir sie selbst entwickeln und fertigen. Damit werden Systeme für den automobilen Unfall- und Umweltschutz möglich, die wir ebenso entwickeln und fertigen. Diese doppelte Stärke, also die Kombination von Chip- und System-Know-how, ist für Bosch von strategischer Bedeutung. Unsere Vorleistungen in die Halbleitertechnik kommen nicht nur uns selbst zugute, sondern vor allem den Autofahrern. Denn eine Vielzahl automobiler Innovationen gibt es heute nur dank Mikroelektronik. Sensoren, die einen Aufprall melden und über integrierte Schaltungen Airbag und Gurtstraffer auslösen, Sensoren, die blockierende Räder oder Schleuderbewegungen registrieren, so dass elektronische Schutzengel wie ABS und ESP das Fahrzeug in der Spur halten – das sind nur Beispiele für Pionierleistungen aus unserem Haus. Allein das ESP hat in Europa bisher gut 450 000 Verkehrsunfälle verhindert und nahezu 15 000 Menschenleben gerettet. Mit Halbleitern aus unserem neuen Werk wollen wir vor allem Anwendungen für die Zukunft der Mobilität gestalten: Steuergeräte, die mit Chips aus Dresden ausgestattet sind, werden automatisiertes und ressourcenschonendes Fahren sowie Insassenschutz ermöglichen. Mehr denn je verstehen wir Halbleiter als „Technik fürs Leben“. Mit diesem Verständnis liegen wir im Markt offenbar richtig. Die Nachfrage nach Halbleitern in Fahrzeugen steigt. Noch 1998 betrug der Wert der Mikroelektronik in einem Neuwagen lediglich 120 Euro. 2023 wird er voraussichtlich 600 Euro übertreffen. Damit sind Halbleiter ein Wachstumsfeld für unser Unternehmen. 2016 hatte weltweit jedes Neufahrzeug im Schnitt gut neun Chips von Bosch an Bord. 2019 waren es bereits mehr als 17. Das bedeutet eine Verdopplung binnen weniger Jahre. Die stärksten Zuwächse sehen wir in den kommenden Jahren in Systemen der Fahrerassistenz, des Infotainments und des elektrischen Antriebs voraus. In allen diesen Anwendungen ist Bosch führend – auch dank der eigenen Halbleiter. Bis heute sind Chips die Basis unserer Kompetenz in der Automobilelektronik. Konsequent bauen wir daher sowohl ihre Entwicklung als auch ihre Fertigung weiter aus – und das nicht allein in Dresden. In unserem Reutlinger Halbleiterwerk werden wir in den nächsten Monaten zum Beispiel die Reinraumfläche für die Verarbeitung von 200-Millimeter-Wafern erweitern. Ein Schritt, dem weitere folgen sollen. Dafür investieren wir zunächst rund 50 Millionen Euro. Mit der Erweiterung in Reutlingen bedienen wir die zunehmende Nachfrage nach unseren Sensoren und Leistungshalbleitern aus Siliziumkarbid. Diese neuen Leistungshalbleiter vermindern die Verluste im elektrischen Antrieb, sie vergrößern damit die Reichweite von Elektroautos. Auch hier zählen Automobilhersteller aus aller Welt zu unseren Kunden. Meine Damen und Herren, Bosch und Halbleiter gehören untrennbar zusammen – und das seit mehr als 60 Jahren. In unseren Chipfabriken werden daher nicht nur zusätzliche Fertigungskapazitäten geschaffen. Vielmehr schreiben wir am heutigen „BoschSiliconDay“ eine Erfolgsgeschichte fort, in Dresden, in Reutlingen, weltweit.

In Dresden ist Zukunft zu besichtigen: In der neuen Chipfabrik entsteht Technik  ...

07.06.2021

Referat

Vernetzte Mobilität

In Dresden ist Zukunft zu besichtigen: In der neuen Chipfabrik entsteht Technik ...

Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, zur Eröffnungsfeier der Chipfabrik in Dresden am 7. Juni 2021 Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmer, meine Damen und Herren! Die Eröffnung dieser neuen Chipfabrik hier in Dresden ist ein Fest, das wir nicht wirklich feiern können – wir freuen uns leider nur virtuell. Denn nach wie vor ist die Pandemie nicht überstanden. Auch über Corona hinaus könnten die Herausforderungen für Politik und Wirtschaft größer kaum sein: Der Klimaschutz, die Digitalisierung und nicht zuletzt die technologische Souveränität Europas stehen auf unserer Agenda. Alles dies ruft auch nach Antworten aus der Industrie. Und es sind gerade die kleinsten elektronischen Bauteile, die uns helfen, die größten Herausforderungen zu meistern. Deshalb bin ich überzeugt: Nichts passt besser in diese Zeit der großen Aufgaben als eine neue Fabrik für die kleinen Dinge. Egal zu welcher Zeit, eine neue Produktionsstätte ist immer ein positives Signal – für die Investitionskraft eines Unternehmens, für die Beschäftigung im Land, letztendlich für die Zukunft aller Beteiligten. Doch hier geht es um mehr, wie schon die anhaltenden Liefer-Engpässe in der Halbleiter-Industrie zeigen. Es geht um die Resilienz globaler Lieferketten – und auch darum, dass die europäische Industrie zwar nicht nach Autarkie streben muss, aber auch nicht abhängig von der ökonomischen und technologischen Kraft anderer Weltregionen sein darf. Nicht, dass eine neue Chipfabrik dieses Problem allein lösen könnte. Aber sie ist ein Beitrag zur Lösung. Auch für kommende Innovationen wird Mikroelektronik gebraucht. Ohne sie keine künstliche Intelligenz, die zum Beispiel automatisiertes Fahren ermöglicht. Ohne sie keine Quantensensorik, die in Zukunft etwa die Diagnose von Alzheimer und Parkinson genauer und einfacher machen kann. Und ohne sie keine nachhaltige Mobilität. Silizium-Karbid-Chips zum Beispiel, wie sie Bosch in der Leistungselektronik einsetzt, vergrößern die Reichweite von Elektroautos. Halbleiter, die sicher und zuverlässig sind, zudem komplexe Umgebungen steuern und regeln – darauf kommt es in allen gegenwärtigen und zukünftigen Anwendungen an. Die Wirkung der neuen Fabrik geht weit über unser Unternehmen, weit auch über Dresden hinaus. Hier wird Technik für die Welt von morgen entstehen. Wir freuen uns, dass die EU-Kommission, die Bundes- und die Landesregierung die strategische Bedeutung der Mikroelektronik sehen – und mit vereinten Kräften handeln. Das entscheidende Akronym ihrer gemeinschaftlichen Unterstützung heißt IPCEI, es steht für „Important Project of Common European Interest“. Dies ist ein besonderes Förderprogramm, das seine Premiere gerade in der Mikroelektronik hatte. Auch ihm ist es zu verdanken, dass Bosch diese Chipfabrik in Dresden realisieren konnte, mit einem Volumen von gut einer Milliarde Euro die größte Investition in unserer Unternehmensgeschichte. Dass der Bau selbst in Zeiten von Corona so zügig zu einem guten Ende geführt werden konnte, dafür möchte ich allen Beteiligten danken – unseren Bosch-Mitarbeitern, den Baufirmen, den Lieferanten und Einrichtern der Anlagen. Ich könnte sagen, sie haben planmäßig unter außerplanmäßigen Bedingungen gearbeitet. Tatsächlich können wir die Produktion ein halbes Jahr früher als geplant anfahren – das ist eine Teamleistung, die wir mit Blick auf die aktuellen Lieferengpässe in der Halbleiter-Industrie gar nicht genug würdigen können. Wie aber war sie möglich? Nicht zuletzt mit Fern-Kooperation über 3D-Datenbrillen, über die unsere Installateure vor Ort beim Aufbau der Maschinen mit den Lieferanten in aller Welt vernetzt waren. Deutlicher kann sich der Wert digitalen Arbeitens in Zeiten von Corona kaum zeigen – auch das ist ohne Mikroelektronik nicht zu denken. 3D-Datenbrillen, Vernetzung über 5G-Mobilfunk, die Auswertung von Maschinen- und Produktdaten über künstliche Intelligenz – alles dies wird auch den Hightech-Alltag der neuen Chipfabrik bestimmen. Dies ist die erste vollständig als AIoT-Fabrik organisierte Produktion von Bosch. AIoT – das ist die Kombination aus „Artificial Intelligence“ und „Internet of Things“. Daraus geht eine neue Art der effizienten Produktion hervor: KI-Algorithmen detektieren Prozess-Anomalien aus täglich Abermillionen Daten – und sie optimieren die komplexe Reihenfolge von bis zu 700 Produktionsschritten für jeden Wafer. Was mir persönlich besonders wichtig ist: Wir können in unserer vollvernetzten Fabrik mit den Methoden künstlicher Intelligenz frühzeitig eine hohe Prozess-Stabilität garantieren. Dies erspart unseren Kunden in der Automobilindustrie aufwändige Erprobungen, wie sie sonst zur Freigabe einer neuen Fertigung notwendig sind. Wir können also nicht nur früher produzieren, sondern zuverlässig auch früher liefern. Hier in Dresden ist also Zukunft zu besichtigen – die Leistungsfähigkeit einer AIoT-Fabrik vom Startblock heraus. Diese Fabrik stärkt zugleich ein einzigartiges mikroelektronisches Ökosystem – das „Silicon Saxony“. Ich bin sicher: Unser neuer Standort und die ganze Region werden teilhaben am Wachstum der deutschen und europäischen Halbleiter-Industrie. Natürlich muss sich diese Industrie in einem weltweit nach wie vor herausfordernden Umfeld behaupten. Sie kann es auch – die richtigen Weichenstellungen vorausgesetzt. Es ist gut, dass es ein zweites IPCEI für die Mikroelektronik geben wird – der Prozess auf EU-Ebene hat begonnen, die Bundesregierung hat ihre Unterstützung zugesagt. So hoffe ich, dass auch das neue Programm zügig umgesetzt werden kann. Worauf aber kommt es in der Sache an? Die europäische Halbleiter-Industrie muss im internationalen Wettbewerb ihre Innovationskraft halten. Das wird ihr vor allem mit dem Zusammenspiel von System- und Chip-Know-how gelingen. Wichtig sind also nicht allein feinere Chipstrukturen, vielmehr auch kommende Generationen von Leistungselektronik und mikromechanischer Sensorik – und nicht zuletzt neue Anwendungen wie zum Beispiel die Quantensensorik. Was die neue Fabrik wert ist, wird sich im globalen Innovationswettbewerb erweisen. Für Bosch ist sie schon jetzt Teil eines weltweiten Entwicklungs- und Fertigungsverbundes. Da ist es gut, dass ihre Mitarbeiter aus 24 Ländern stammen. Zwar ist Bosch ein Unternehmen mit schwäbischen Wurzeln, das jetzt auch in Sachsen stärker verwurzelt ist. Aber was ist das Beste an der Globalisierung? Dass ein Unternehmen wie Bosch Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammenführen kann. Auch das ist in der neuen Fabrik zu erleben. Wir wünschen allen, die hier arbeiten, viel Erfolg! Zugleich sagen wir allen, die dafür hart gearbeitet haben, aufrichtig Danke!

Beneficial AI – Gemeinsam digitales Vertrauen aufbauen

06.01.2020

Referat

Wirtschaft

Beneficial AI – Gemeinsam digitales Vertrauen aufbauen

Dr. Michael Bolle, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, und Mike Mansuetti, President von Bosch in Nordamerika, anlässlich der Consumer Electronics Show in Las Vegas am 6. Januar 2020Es gilt das gesprochene Wort. Übersetzung aus dem Amerikanischen.2001: Odyssee im Weltraum. Terminator. Matrix. Ex Machina. Das klingt wie eine Liste unserer Lieblingsfilme. Tatsächlich haben all diese Filme etwas gemeinsam.Sie spielen alle in einer Zukunft, in der Maschinen gelernt haben, selbst zu denken – mit katastrophalen Folgen für die Menschheit. Ob sie uns manipulieren, versklaven oder ersetzen – die Botschaft dieser Filme ist immer die gleiche: Mit der Entwicklung künstlicher Intelligenz öffnen wir die Büchse der Pandora. Seit Jahrzehnten kommen Filme, in denen KI das Böse verkörpert, beim Kinopublikum gut an. Auch ich bin ein Anhänger von Science-Fiction. Doch nun ist die Zeit gekommen, sich mit dem wahren Potenzial dieser Technologie auseinanderzusetzen, dem Potenzial, echten Mehrwert für real existierende Menschen zu schaffen. „Wie können wir künstliche Intelligenz zu unserem Vorteil nutzen? Wie können wir damit unsere menschliche Intelligenz ergänzen?“ Das sind zwei der großen Fragen, mit denen sich die diesjährige CES befasst. Wie lautet unsere Antwort? Künstliche Intelligenz hat nichts mehr mit Science-Fiction zu tun – sie ist bereits fester Bestandteil unseres Alltags. Sie verändert unsere Art zu fahren, zu arbeiten, zu lernen, einzukaufen und zu reisen fundamental. Bei Bosch wird sie auch zunehmend Bestandteil der Produkte, die wir herstellen – Produkte, die uns helfen und unterstützen und uns das Leben insgesamt erleichtern. Ob in der Produktion, im Smart Home oder beim automatisierten Fahren: Uns geht es immer darum, KI für die Menschen sicher, robust und nachvollziehbar zu machen, getreu unserem Motto „Technik fürs Leben“. Die Arbeitswelt steht nicht nur vor einem technischen Wandel, sondern auch vor einem deutlichen Facharbeitermangel. Auch vor diesem Hintergrund gewinnt die Zusammenarbeit von Menschen und Maschinen an Bedeutung. Für Bosch steht dies außer Frage. In diesem Sinne versuchen wir, die digitale Transformation mit gezielten Schulungsmaßnahmen zu gestalten, wir investieren in die Qualifikation unserer Mitarbeiter ebenso wie in die Intelligenz unserer Produkte und Maschinen. Als Gesellschaft müssen wir lernen, mit einer Technologie umzugehen, die ihrerseits lernt. Das erreichen wir zum Beispiel, indem wir verstärkt in unsere eigene Bildung investieren – und genau das tun wir. Mit einem groß angelegten Qualifizierungsprogramm wollen wir in den nächsten zwei Jahren nahezu 20000 Mitarbeiter fit für die KI-Zukunft machen – dazu später mehr. Doch geht der gesellschaftliche Nutzen von KI weit über Alltag und Arbeitswelt hinaus. So birgt künstliche Intelligenz auch für Umwelt- und Klimaschutz enormes Potenzial. Dieses Potenzial möchten wir heben, um unser Ziel einer Balance zwischen ökonomischer, ökologischer und sozialer Verantwortung zu erfüllen. Ende 2019 sind alle unsere Standorte in Deutschland klimaneutral geworden. Und bis Ende dieses Jahres werden alle 400 Bosch-Standorte weltweit vollständig klimaneutral sein. Damit ist Bosch das erste große Industrieunternehmen, das dieses ehrgeizige Ziel in nur gut einem Jahr realisiert haben wird. Das schaffen wir auch mit Hilfe unserer eigenen Lösungen: Schon jetzt nutzt zum Beispiel unsere eigene Energieplattform intelligente Algorithmen, um den Energieverbrauch in der Produktion zu überwachen. Abweichungen im Energieverbrauch einzelner Maschinenwerden rasch erkannt und Lastspitzen aufgefangen. Allein dadurch konnten wir den Kohlendioxidausstoß in einigen Werken binnen zwei Jahren um mehr als zehn Prozent verringern. Für ein Unternehmen mit 270 Produktionsstandorten liegt hier ein enormes Einsparpotenzial. Dieser Erfolg hat uns dazu veranlasst, die Energieplattform extern zu vermarkten. Und das ist längst nicht alles: Mit KI werden wir den Energieverbrauch auch langfristig prognostizieren und reduzieren können.KI schafft Märkte, aber ohne digitales Vertrauen ist alles nichts Dieses Beispiel verdeutlicht, dass in der künstlichen Intelligenz auch ein erhebliches wirtschaftliches Potenzial steckt, wie auch eine Vielzahl unterschiedlicher Studien belegt. So wird zum Beispiel in großen Volkswirtschaften auf der ganzen Welt eine erhebliche Steigerung des Bruttoinlandsprodukts durch KI erwartet – PwC geht von einem Anstieg von 15 Prozent alleine in Nordamerika aus. Gleichzeitig werde sich der Umsatz mit KI-Anwendungen rund um den Globus bis 2025 gegenüber 2018 verzwölffachen – auf knapp 120 Milliarden Dollar. Und das Weltwirtschaftsforum prognostiziert, dass durch KI zwar weltweit Arbeitsplätze verloren gehen, aber auch neue geschaffen werden, so dass bis 2022 mit einem Nettozuwachs von fast 60 Millionen neuen Arbeitsplätzen zu rechnen ist. Wie bereits erwähnt, wird es sich dabei um Aufgaben handeln, für die ganz neue Kompetenzen erforderlich sein werden. Umschulung und Weiterbildung werden daher ein wichtiges Thema sein. Künstliche Intelligenz – das ist unbestritten – wird enorme Auswirkungen haben. Wir müssen den Nutzen von KI für die Menschen nachvollziehbar machen – und, was noch wichtiger ist, digitales Vertrauen aufbauen. Unser CES-Motto bringt es auf den Punkt: „Beneficial AI. Building trust together.“ Damit KI eine Erfolgsgeschichte wird, geht Bosch zwei Wege. Zum einen schaffen wir die technischen Voraussetzungen, entwickeln Lösungen und erschließen neue Geschäftsfelder mit Hilfe unserer Innovationen. Zum anderen wollen wir die Gesellschaft vom Nutzen der KI überzeugen, indem wir mittels KI unsere strategische Verpflichtung erfüllen, kreative „Technik fürs Leben“ zu entwickeln. Schließlich sind es unsere Ingenieure, denen wir lebensrettende Erfindungen zu verdanken haben, wie die elektronische Stabilitätskontrolle, Airbag-Steuergeräte sowie Antiblockiersysteme für sämtliche Fahrzeugklassen vom Auto über das Motorrad bis hin zum eBike. Das verstehen wir unter „Technik fürs Leben“ – und genau das gilt auch für unsere Arbeit mit KI. Auch sie wird zum Beispiel in automatisierten Fahrzeugen Leben schützen, aber dazu später mehr.Verantwortung wird konkret, mit Ethik für die KI-Entwickler Wir nehmen unternehmerische Verantwortung ernst, an ihr richten wir unsere Herangehensweise an neue Technologien wie künstliche Intelligenz aus. In der digitalen Welt ist dabei Vertrauen maßgeblich. Denn Vertrauen entscheidet über den Erfolg unseres digitalen Geschäfts, genauso wie unser klassisches Geschäft mit Produktqualität steht und fällt. Wir müssen beides entwickeln: KI, aber auch Vertrauen in KI, denn ohne dieses wird sich künstliche Intelligenz langfristig nicht durchsetzen. Aber wie lässt sich dieses Vertrauen gewinnen? Indem wir KI entwickeln, die sicher, robust und nachvollziehbar ist. Beim Thema Vertrauen spielen auch Datensicherheit und Datenschutz eine große Rolle – insbesondere wenn es um personenbezogene Daten geht. Diesbezüglich haben wir bei Bosch eine ganz klare Linie: Bei allen unseren smarten Produkten und Dienstleistungen haben die Nutzer vollständige Transparenz und Kontrolle über die erhobenen Daten und darüber, wer sie verwendet. Um digitales Vertrauen bei unseren Kunden und Partnern zu schaffen, haben wir uns bereits 2015 Datenschutzleitsätze für unser Geschäft imInternet of Things gegeben. Unsere IoT Principles haben wir damit schon Jahre, bevor die DSGVO als regulatorischer Standard in Europa eingeführt wurde, formuliert. Ähnliche Leitsätze erarbeiten wir derzeit für die kommenden Anwendungen der künstlichen Intelligenz: einen KI-Kodex, der ethische Leitlinien für die Entwicklung und Anwendung von KI, besonders für Zweifelsfälle und Dilemmas, festlegt. Entscheidend für die Zukunft ist, dass die Menschen die Kontrolle über KI-basierte Systeme behalten. Nehmen wir das Beispiel Fahrerassistenz: Hier wollen wir KI in unseren Systemen so implementieren, dass sie vom Fahrer stets übersteuert werden kann. Grundsätzlich wollen wir die Algorithmen unserer KI-Modelle nicht in einer „Black box“ verstecken. Die Regeln und Entscheidungsparameter müssen zumindest für Fachleute nachvollziehbar bleiben. Der KI-Ansatz von Bosch unterscheidet sich von dem der Technologiegiganten in einem wichtigen Punkt: Unser Fokus liegt auf KI-Anwendungen für Dinge. Ob es um den Notbremsassistenten im Auto oder Produktionsvorgänge im Werk geht – unsere künstliche Intelligenz erklärt Maschinen die physische Welt. Unsere neueste Kamera für automatisiertes Fahren versteht mittels KI, was sie sieht – und schließt zum Beispiel daraus, ob ein Fußgänger die Fahrbahn betreten wird oder nicht. Das Resultat ist eine verbesserte Objekterkennung, zuverlässigere automatische Notbremsungen und somit erhöhte Sicherheit. Bosch geht es darum, das Potenzial der künstlichen Intelligenz zu nutzen, um Technik und Leistung unserer Produkte und Maschinen zu optimieren. Wir nennen das industrielle KI, und damit entwickeln wir smarte Lösungen in drei Kerndomänen: Mobility, Residential und Industry. Nicht von ungefähr heben wir den Begriff „Dinge“ hervor, wenn wir über das Internet der Dinge sprechen. Es sind unsere eigenen Produkte und Maschinen, die wir vernetzen und mit Intelligenz ausstatten. Wir kennen uns mit Autos wie Verkehr, Fabriken wie Gebäuden bestens aus – wie kein anderes IT- oder auch KI-Unternehmen bringen wir ein nicht nur tiefes, sondern auch breites Domänen- und Branchenwissen mit. Wir generieren aus unserer Sensorik ein so großes Datenvolumen, dass wir daraus mit den Methoden der KI neue Services und Applikationen kreieren können. Schon bis Mitte der nächsten Dekade soll jedes unserer Erzeugnisse über künstliche Intelligenz verfügen, mit ihr entwickelt oder produziert worden sein. Letztendlich bringen wir unseren Produkten bei, Assistenten unserer Kunden und Entwickler zuwerden.Unsere Investitionen, unsere Ingenieure, unsere Innovationen Um dies zu erreichen, streben wir auch in Sachen KI-Innovationen die Weltspitze an. Auf dieses Ziel richten wir unsere Forschung und Entwicklung aus. Bosch investiert derzeit 3,7 Milliarden Euro jährlich in die Softwareentwicklung und beschäftigt rund 30000 Softwareentwickler. Das 2017 gegründete Bosch Center for Artificial Intelligence arbeitet bereits an über 150 Projekten. Es beschäftigt rund 250 KI-Spezialisten an sieben Standorten rund um den Globus, darunter zwei hier in den USA – in Pittsburgh, Pennsylvania, und Sunnyvale, Kalifornien. Unsere Forschungsteams in den USA haben eine Schlüsselrolle in unserer KI-Entwicklung, insbesondere in den Bereichen Robotik und automatisiertes Fahren. Und wir arbeiten hier nicht in einem Vakuum. Gerade wenn es um die künstliche Intelligenz geht, versteht sich ein Technologieunternehmen wie Bosch als Teil der wissenschaftlichen Community. In Deutschland sind wir zum Beispiel Gründungsmitglied der Cyber-Valley-Initiative – einer KI-Forschungsallianz aus Wissenschaft und Industrie. Wir investieren unter anderem 100 Millionen Euro in einen KI-Campus, an dem ab Ende 2022 rund 700 KI-Experten von Bosch sowie von externen Start-ups und Forschungsgruppen tätig sein werden. Hier in den USA arbeiten wir bei der KI-Forschung eng mit der Carnegie Mellon University in Pittsburgh zusammen. An dieser Universität wird seit 60 Jahren, an künstlicher Intelligenz geforscht, also seit den Anfängen der Technologie. Seither hat die Hochschule Pionierleistungen für selbstfahrende Autos, für die Gesichtserkennung oder auch die Sprachverarbeitung hervorgebracht. Unserer Meinung nach haben sowohl Industrie als auch Wissenschaft einen wichtigen Beitrag zu leisten. Und wir schätzen besonders den Wissenstransfer zwischen unseren Entwicklern dies- und jenseits des Atlantiks.SoundSee hört, was im All defekt ist – mit KI von Bosch Ein tolles Beispiel für die fruchtbare Zusammenarbeit mit einem unserer amerikanischen Partner befindet sich derzeit rund 390 Kilometer über der Erdoberfläche. Es handelt sich um das innovative KI-Sensorsystem SoundSee. Dieses kleine Gerät wird im Weltraum eine ziemlich große Rolle spielen. SoundSee ist eine Technologie zur Tiefenaudioanalytik auf der Internationalen Raumstation ISS. Mit hochempfindlichen Mikrofonen zeichnet es Geräusche der Systeme und Geräte der Raumstation auf und erkennt mittels KI potenzielle Anomalien in den Geräuschmustern. SoundSee hört also, wenn etwas in der Station defekt ist, und kann bestimmen, ob etwas repariert oder ersetzt werden muss. Dieses System haben wir zusammen mit dem Raumfahrtunternehmen Astrobotic Technology Inc. entwickelt. Im November wurde es zur ISS geschickt und wird in Kürze in den Astrobee-Roboter eingebaut. Natürlich wird das neue Sensorsystem auch ganz irdisch nützlich sein. In der Produktion lassen sich damit zum Beispiel Maschinenausfälle präziser vorhersagen, was die Wartungskosten verringert und die Produktivität steigert. An Bord der ISS kann diese Technologie jedoch auch lebensrettend sein.Virtual Visor – eine Idee aus den USA erhält die Auszeichnung „Best of Innovation“ Ein weiteres Beispiel für die Kreativität unserer amerikanischen Entwickler und ihre Fähigkeit, fachliche Grenzen zu überspringen, feiert hier auf der CES Weltpremiere. Unsere Ingenieure haben eine digitale Lösung für ein alltägliches und dabei nicht ungefährliches Problem der Autofahrer gefunden. Diese Innovation ersetzt ein knapp 100 Jahre altes Automobilprodukt: die Sonnenblende. Laut einer Studie der amerikanischen Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit (National Highway Traffic Safety Administration, NHTSA) verursacht Gegenlicht der tiefstehenden Sonne fast doppelt so viele Unfälle wie alle anderen Wetterwidrigkeiten zusammen. Mit unserem Virtual Visor, einer digitalen Sonnenblende, haben wir nun eine Lösung dafür. Auf den ersten Blick sehen Sie dabei nur ein transparentes LCD Display auf Augenhöhe des Fahrers. Das Besondere daran ist, dass es mit einer Innenraumkamera vernetzt ist, die das Gesicht des Fahrers während der Fahrt betrachtet und mittels KI analysiert. Intelligente Algorithmen erkennen sowohl die Gesichtspartien als auch den Schatten, den die Sonne auf das Gesicht des Fahrers wirft. Sie analysieren permanent, wohin der Fahrer gerade blickt und verdunkeln ausschließlich einen kleinen Bereich auf dem Display, damit nur ein Schatten im Bereich der Augen des Fahrers entsteht. Der Rest des Displays bleibt transparent. Der Virtual Visor ist ein weiteres tolles Beispiel für „Technik fürs Leben“, das offensichtlich auch die Consumer Technology Association (CTA) überzeugt hat. Die digitale Sonnenblende, die Sie auf unserem Messestand testen können, ist mit dem renommierten „Best of Innovation Award“ der CES 2020 ausgezeichnet worden.3D-Fahrzeugdisplay – unser zweiter Best of Innovation Award Dieses Jahr haben wir gleich zwei Preise gewonnen – was, wie mir gesagt wurde, gar nicht so leicht ist: Auch unser neues 3D-Fahrzeugdisplay wurde mit einem CES Best of Innovation Award ausgezeichnet. In Fahrzeugdisplays steckt großes wirtschaftliches Potenzial – schließlich soll sich das weltweite Marktvolumen bis 2025 auf 30 Milliarden Dollar mehr als verdoppeln. Unser preisgekröntes Display arbeitet mit einer besonders kostengünstigen Multi-View-3D-Technologie, die ohne Eye-Tracking und 3D-Brille auskommt. Wie das funktioniert, lässt sich am leichtesten anhand von Kinofilmen erläutern. Wir alle kennen 3D-Filme, die dank Technologie lebendiger und unterhaltsamer wirken. In einem Fahrzeug erfüllt 3D eine ähnliche, aber nützlichere Funktion: 3D hilft, Informationen schneller zu begreifen. Durch die Tiefenwirkung der Anzeige erfassen Autofahrer wichtige Informationen, wie Warnungen von Assistenzsystemen oder Gefahrenmeldungen, schneller. Warnhinweise, die aus dem Display herauszuwachsen scheinen, springen einem geradezu ins Auge und sind kaum zu übersehen.Interior Monitoring – Technik, die das Kind im Auto schützen kann Die Gefahr durch Müdigkeit oder Ablenkung wächst, je länger wir hinter dem Steuer sitzen und je technologielastiger das Cockpit ist. Unser Fahrerüberwachungssystem erkennt Ablenkungen mit Hilfe künstlicher Intelligenz. Kameras zeichnen die Blickrichtung des Fahrers, seine Kopfhaltung sowie die Häufigkeit, mit der er blinzelt, auf. Wenn das System feststellt, dass ein kritischer Punkt erreicht ist, ertönt, je nach Herstellerwünschen und gesetzlichen Vorgaben, ein Alarmsignal oder Fahrassistenzsysteme greifen ein. In der EU werden ab 2022 alle Neuwagen standardmäßig über ein solches System verfügen. Auch beim automatisierten Fahren wird diese Technologie eine wichtige Rolle spielen. Schließlich werden die Fahrer auch bei den nächsten Entwicklungsstufen aufmerksam und bereit bleiben müssen, um in kritischen oder heiklen Situationen zu übernehmen.Das Überwachungssystem überprüft, ob der Fahrer dazu in der Lage ist, jederzeit zu reagieren, und passt die Übergabe der Fahraufgabe entsprechend an. Je nach Design können manche Systeme auch auf die Insassen achtgeben und ihre Sicherheit erhöhen, indem sie zum Beispiel Änderungen in ihrer Sitzposition wahrnehmen und ihre Airbags sowie Gurtstraffer für den optimalen Schutz im Falle eines Aufpralls anpassen. Oder indem sie erkennen, dass sich Kinder allein in abgestellten Autos befinden. 2018 sind in den USA mehr als 50 Kinder in parkenden Fahrzeugen ums Leben gekommen – sei es, weil sie länger als geplant im Auto zurückgelassen wurden oder unbemerkt hineingeklettert waren. Das neue System von Bosch erkennt die Anwesenheit von Kindern und warnt Eltern umgehend über eine Nachricht auf dem Smartphone. Notfalls kann es auch einen Notruf absetzen. Wie der Hot Cars Act, der derzeit im US-Kongress debattiert wird, zeigt, besteht ein erhebliches Interesse an Lösungen, die solche Tragödien verhindern können. Wieder einmal verbessert unsere Technologie nicht nur unser Leben, sie hilft auch, Leben zu schützen. Wir planen, unsere Innenraumüberwachungssysteme um In-Vehicle-Sensing zu ergänzen, und dies auch in Carsharing-Flotten einzusetzen. Mit Hilfe von In-Vehicle-Sensing kann man zum Beispiel erkennen, ob jemand etwas in einem gemeinsam genutzten Fahrzeug vergessen hat oder in einer Notsituation Hilfe braucht. Mit unseren Lösungen echten Mehrwert zu bieten, steht für uns stets im Vordergrund. Nahezu alle unsere Fahrerassistenzsysteme erhöhen sowohl die Sicherheit als auch den Komfort. Wir sind einer der führenden Anbieter der Automobilbranche in diesem Bereich. 2019 stieg unser Umsatz hier um 12 Prozent auf rund zwei Milliarden Euro. Technisch betrachtet, sind wir über die Fahrerassistenz auf dem Weg zum automatisierten Fahren. Eine Entwicklung, für die wir bis 2022 rund vier Milliarden Euro investieren und unser Team auf 5000 Ingenieure aufstocken werden. In diesem Zusammenhang haben wir auch mit der Serienentwicklung von Lidar-Sensoren begonnen. Neben unserer neuen Videokamera mit KI, Radar und Ultraschallsensoren wird Bosch bald das vollständige, zum automatisierten Fahren benötigte Sensorportfolio anbieten. Wenige Automobilzulieferer weltweit verfügen in diesem Bereich über ein mit Bosch vergleichbares Know-how. Unser Lidar wird die erste automotive-taugliche Lösung sein, das heißt skalierbar und in großen Stückzahlen zu fertigen. Es wird auch die erste Lidar-Technologie sein, die für Funktionen des automatisierten Fahrens auf den SAE-Level 3-5 geeignet ist. Sie bietet weitreichende Sensorik-Funktionalitäten, ein weites Blickfeld und eine außergewöhnlich hohe Auflösung. Unsere verschiedenen Sensorarten werden zusammen für eine äußerst zuverlässige Umwelterkennung sorgen. Um die vielen Herausforderungen des vollautomatisierten Fahrens im Straßenverkehr zu meistern, setzt Bosch auf sein fundiertes Sensorik- und System-Know-how – eine Wissensbasis, wie sie nur ein Automobilunternehmen aufweisen kann. Wir testen das automatisierte Fahren bereits in verschiedenen Umgebungen, auch in den weithin als ultimative Herausforderung geltenden Innenstädten. Unser Pilotprojekt mit Mercedes-Benz, ein On-Demand-Ridehailing-Dienst mit autonom fahrenden Fahrzeugen, ist inzwischen gestartet. Ausgewählte Nutzer können nun per App einen Shuttle-Service mit automatisierten Mercedes-Benz-S-Klasse-Wagen zwischen dem Stadtteil West im kalifornischen San José und dem Stadtzentrum nutzen. Von diesem Projekt erhoffen wir uns wertvolle Erkenntnisse über die Entwicklung des automatisierten Fahrens sowie Antworten auf die Frage, wie selbstfahrende Autos am besten in ein multimodales Mobilitätssystem zu integrieren sind. Bei der Entwicklung dieses Projekts kommen sowohl KI als auch Simulationen und Tests zum Einsatz, bei denen es um äußerst seltene Situationen im Straßenverkehr geht. Unsere Mobilitätslösungen verwenden wir jedoch nicht nur, um Autos das Fahren beizubringen, sondern auch, um elektrisches und vernetztes Fahren zu realisieren. Damit erschließen wir neue Geschäftsfelder und ebnen den Weg für neue Partnerschaften mit neuen Kunden. So entwickeln wir zum Beispiel einen Wasserstoffantrieb für die Schwerlaster des amerikanischen Start-ups Nikola Motor Company. Auch Mobilitätsdienstleister wie DiDi und Lyft arbeiten mit unseren Lösungen. Für DiDi werden wir bald einen Cloud-Service bereitstellen, der die Lebensdauer von Autobatterien verlängern wird. Unsere Vision einer urbanen Mobilität der Zukunft können Sie in einem IoT-Konzept-Shuttle an unserem Stand erleben. Dieses Jahr präsentieren wir Ihnen, wie wir Mobilitätsdienstleister beim Betrieb sicherer und effizienter automatisierter Ridesharing- und Ridehailingangebote unterstützen.Mikromechanik von Bosch – für Smart Glasses ohne Alien-Look Unsere Expertise in Sachen Mobilität ist zugleich Nährboden für Innovationen in anderen Bereichen. Bestes Beispiel dafür sind auf mikroelektromechanischen Systemen basierende Sensoren – kurz MEMS. Für diese Sensoren, die in Automobilanwendungen und Smartphones verwendet werden, sind wir marktführender Anbieter. Unsere neueste Entwicklung in diesem Bereich zeigen wir hier auf der CES: unser Light Drive System für Smart Glasses. Als kleinstes Modul dieser Art ist es fast um ein Drittel schmaler als derzeit auf dem Markt erhältliche Lösungen und eignet sich für nahezu jede Art von Gestell, so dass es problemlos in eine normale Brille integriert werden kann. Mit einem MEMS-basierten Laserscanner und einem holografischen Spiegel wird ein Bild auf die Netzhaut des Trägers projiziert. Dieses Bild kann jede Art von Textnachricht beinhalten – zum Beispiel von einem Navigationssystem oder Ihrem persönlichen Kalender. So können Sie immer auf dem Laufenden bleiben. Auch im Gesundheitsbereich kann KI von enormen Nutzen sein. Unsere indischen Ingenieure haben mit Vivalution (Markenname wurde geändert) eine bahnbrechende Innovation entwickelt, die mit einem CES® Innovation Award Honoree ausgezeichnet wurde. Dabei handelt es sich im Kern um eine intelligente Pathologie-Plattform für die medizinische Diagnose auf Basis hoch entwickelter Algorithmen des maschinellen Lernens. Sie analysiert mit Hilfe von KI Form, Kontur und Struktur menschlicher Zellen im Hinblick auf Abweichungen und weist Ärzte auf mögliche Erkrankungen hin. Und das in Minutenschnelle, was das Testverfahren drastisch verkürzt. Menschen zu helfen, gesundheitliche Probleme schneller und genauer zu diagnostizieren – auch das ist mit „Technik fürs Leben“ gemeint.AIoT mit Vorteilen für alle – Bildung für die Arbeit der Zukunft Wir sind der Meinung, dass IoT und KI allen zugutekommen sollten. Das bedeutet, sie dürfen nicht nur technische Spielereien sein und müssen Alltag und Arbeit der Menschen wirklich vereinfachen. Das gilt für alle unsere Bereiche: vernetzte Mobilität, vernetzte Häuser und vernetzte Industrie. Insbesondere in der Welt der Produktion kann künstliche Intelligenz menschliche Kreativität ergänzen und, was noch entscheidender ist, Routinearbeiten übernehmen. Auf jedem neuen Weg, den wir einschlagen, nehmen wir unsere Mitarbeiter mit. Auf unserer Mission, die Fabriken der Zukunft zu gestalten, möchten wir sie auf die Arbeit der Zukunft vorbereiten. Genau hier schließt sich der Kreis zu unserem KI-Qualifizierungsprogramm, das ich bereits erwähnt habe. Es besteht aus drei Teilen: Zum einen schulen wir rund 16000 Führungskräfte in den wirtschaftlichen Aspekten von KI. Mit unserer digitalen Transformation bewältigen wir den Spagat, einerseits ein Industrieunternehmen zu bleiben, andererseits führender IoT- und KI-Anbieter zu werden. Das setzt die richtigen Entscheidungen unserer Führungskräfte voraus. Dafür stärken wir ihre KI-Kompetenzen. Zweitens erweitern wir unsere KI-Lernplattform. Diese Plattform gleicht einer Online-Universität, wobei Anwendungen und Übungen aus dem realen Betrieb bei Bosch stammen. Mehr als 1500 Entwickler nutzen die Plattform bereits, und bis nächstes Jahr könnten es doppelt so viele sein. Bemerkenswert ist dabei unter anderem die Möglichkeit des Erfahrungsaustauschs über unsere KI-Lernplattform sowie die Verwendung von Best-Practice-Beispielen und Wettbewerben. Drittens besuchen knapp 500 erfahrene Entwickler Schulungen zum Thema KI-Entwicklungsmethoden. Dies ist die höchste Stufe unseres Qualifizierungsprogramms, gleichsam ein zusätzlicher Studiengang über Inhalte wie Data Engineering und Datenanalyse. Wir erhöhen die Anzahl unserer KI-Entwickler nicht nur über die Einstellung neuer Fachleute, sondern auch über die vertiefende Weiterbildung bereits vorhandener Mitarbeiter. Insgesamt werden wir auf diese Weise 20.000 unserer Mitarbeiter technologisch auf den neuesten Stand bringen. Wir sind der Meinung, solche Qualifizierungsmaßnahmen anzubieten gehört nicht nur zu unserer unternehmerischen Verantwortung, sondern liegt auch in unserem strategischen Interesse.Fazit Meine Damen und Herren, es ist offensichtlich, dass die Entwicklung künstlicher Intelligenz für uns bedeutet, uns nicht nur auf technologische Innovationen zu konzentrieren. Einerseits müssen wir verstärkt in menschliche Intelligenz investieren, andererseits die Menschen vom wahren Potenzial dieser Technologie überzeugen. „Beneficial AI. Building trust together“ – das ist nicht nur ein flotter Spruch, den wir uns hier für die CES ausgedacht haben. Wir sind davon überzeugt, dass KI der Schlüssel zu einem sichereren, leichteren und umweltfreundlicheren Leben ist. Bitte besuchen Sie unseren Stand in der Central Hall und erleben Sie selbst anhand von Beispielen, wie wir das praktisch umsetzen. Und lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, Zweifel zu zerstreuen und eine neue, echte Science-Fiction-Ära einzuläuten, in der KI zum Helden wird.

Die emissionsfreie Mobilität kommt – wenn die Lösungen bezahlbar sind und begeistern

10.09.2019

Referat

Wirtschaft

Die emissionsfreie Mobilität kommt – wenn die Lösungen bezahlbar sind und begeistern

Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung, auf der Pressekonferenz zur Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt am 10. September 2019 Es gilt das gesprochene Wort.Diese IAA bewegt, sehr geehrte Damen und Herren! Sie bewegt nicht mehr nur die Automobilindustrie und ihre Kunden, vielmehr auch Debatten und Demonstrationen. Und mehr denn je bewegen kritische Fragen die Gesellschaft: Wie Mobilität gestalten, ohne die Umwelt zu schädigen? Wie den nötigen technischen Fortschritt wirtschaftlich realisieren? Wie schließlich die sozialen Folgen der Verkehrswende beherrschen? Wir werden eine neue Balance finden müssen im Dreieck zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Interessen. Einfache Lösungen gibt es dafür nicht, niemand hält allein den Schlüssel in der Hand. Darum muss man ringen – im offenen Dialog. Es ist Automesse, und doch stehen Fragen wie diese ebenso wie die Neuheiten auf vier Rädern im Brennpunkt des Interesses. Unsere Antwort besteht aus zwei Teilen. Zum einen: Wir wollen Mobilität, die das Klima des blauen Planeten ebenso wie die Luftqualität in den Städten schützt. Bosch ist das erste Industrieunternehmen, das weltweit alle Standorte binnen eines Jahres CO 2 -neutral stellt. Und genauso entschlossen realisieren wir effiziente Antriebstechniken – vom Verbrenner bis zur Brennstoffzelle. Zum anderen: Was ökologisch richtig ist, darf wirtschaftlich und sozial nicht falsch sein. Emissionsfreie Mobilität ist möglich – wenn sie für die Menschen bezahlbar bleibt und ihr Nutzen begeistert. Nur so können wir sie auf dem Markt durchsetzen. Dabei ist Mobilität für uns längst mehr als das Fahren mit dem eigenen Auto. Wir stellen uns die Mobilität von morgen nicht nur elektrifiziert und automatisiert vor, vielmehr auch vernetzt und personalisiert. Und gerade das personalisierte Fahren wird mehr sein als Autofahren. Wir verstehen darunter Services für den persönlich besten Weg zum Ziel, egal ob auf zwei oder vier Rädern, egal ob auf Straße oder Schiene. Multimodale Mobilität unterstützen – auch das ist eine Antwort auf die kritischen Fragen zum Straßenverkehr. Schlüssel in die Zukunft: Jährlich drei Milliarden Euro für Software Zunächst aber entwickeln wir für die Mobilität der Zukunft die technischen Grundlagen. Tiefes Know-how in Elektronik und Software – das ist für uns der Schlüssel. Schon jetzt beschäftigt unser Unternehmensbereich Mobility Solutions gut 14 000 Software-Entwickler – jährlich investiert er in die Software-Entwicklung nahezu drei Milliarden Euro. Damit machen wir die Elektronik- und Software-Architektur der Fahrzeuge deutlich leistungsfähiger – wichtig fürs vernetzte, aber auch fürs automatisierte und elektrifizierte Fahren. Die Rechenleistung wird sich Anfang der nächsten Dekade mindestens um den Faktor 1 000 vergrößern. Kommen werden leistungsstarke Leitrechner. Rechner dieser Art realisiert Bosch bereits für die Integration von Infotainment-Systemen und Fahrerassistenz-Funktionen. Mit solchen Rechenzentren werden sich Fahrzeuge zunehmend im Internet der Dinge bewegen. Endlich Wachstum: Die Elektromobilität wird zur Erfolgsgeschichte Wie aber fahren sie morgen auf der Straße? Wir sehen eine schrittweise Transformation des automobilen Antriebs voraus. Zunächst steckt im Verbrenner noch Energie. 2030 werden drei von vier Neuwagen Diesel- oder Benzinmotoren an Bord haben, mit oder ohne Hybrid. Schon deshalb ist es praktizierter Umweltschutz, auch diese Motoren weiterzuentwickeln. So stößt der Diesel mit der neuen Abgastechnik von Bosch nahezu kein Stickoxid mehr aus, wie unabhängige Tests bereits gezeigt haben. Und unsere Lösung geht in Serie, auch mit Fahrzeugen hier auf der Messe. Unser nächstes Ziel ist die Partikelreduktion beim Benziner. Das heißt im Klartext: 70 Prozent weniger Feinstaub, als nach der geltenden Norm Euro 6d erlaubt ist – nachgewiesen auf der Straße ebenso wie auf dem Prüfstand. Damit nicht genug: Um mehr als 90 Prozent können wir auch den Bremsstaub vermindern, sei es mit regenerativen Bremssystemen oder unserer iDisc-Bremsscheibe. Ein Straßenverkehr, der die Luft in den Städten nicht mehr belastet – diesem Ziel kommen wir immer näher. Endlich kommt auch der Markt für Elektromobilität unter Strom. Immer deutlicher zeichnet sich ab: Der elektrische Antrieb wird die nächste Erfolgsgeschichte von Bosch. Technisch wie geschäftlich liegen wir vorn. Wir sind an der Spitze mit dem Wirkungsgrad unserer Komponenten, wir sind breiter aufgestellt als andere Zulieferer – vom Bike bis zum Truck. Und das Wachstum kommt. 2018 haben wir für die elektrische Mobilität 30 Serienprojekte im Wert von acht Milliarden Euro akquiriert, im ersten Halbjahr 2019 ist bereits eine Reihe weiterer Aufträge in Höhe von fünf Milliarden Euro eingegangen. In Summe ergibt dies also für unsere Elektromobilität einen Orderwert von 13 Milliarden Euro binnen 18 Monaten. Schon 2020 werden wir die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro übertreffen. Für 2025 haben wir einen Umsatz von fünf Milliarden Euro anvisiert – eine Marke, die wir mehr als erreichen werden. Unsere Produkte kommen an, unsere Vorleistungen zahlen sich aus. Zugleich industrialisieren wir den Brennstoffzellen-Antrieb. Dazu bereiten wir die Produktion eines Bosch-Stacks vor. Konkret entwickeln wir den Stack unseres Partners Powercell weiter, der in der Branche derzeit die höchste Leistungsdichte aufweist. Jetzt geht es darum, ihn kostengünstig zu fertigen. Das wird uns nicht nur über Skaleneffekte gelingen, vielmehr auch über die simultane Entwicklung von Produkt und Fertigungsprozess. Hier liegt eine Stärke von Bosch. Und diese Stärke werden wir ausspielen, auch indem wir erfahrene Großserien-Entwickler aus dem Dieselgeschäft auf die neue Technik ansetzen. Wir machen alternative Antriebe bezahlbar – das war beim Common Rail so, das wird uns ebenso mit der Brennstoffzelle gelingen. Den Anfang macht das Parken: Das automatisierte Fahren wird Alltag Vorn sind wir auch auf dem Weg zum automatisierten Fahren. Auf diesem Weg wachsen wir mit Fahrerassistenz-Systemen im laufenden Jahr um zwölf Prozent, auf einen Umsatz von zwei Milliarden Euro. Allein unser Absatz von Radarsensoren legt 2019 um 20 Prozent zu, der von Videosensoren um 30 Prozent. Für die weitere Entwicklung zum automatisierten Fahren investieren wir bis 2022 vier Milliarden Euro. Der nächste Schritt: Autobahn-Assistenten, mit denen der Fahrer die Hände vom Lenkrad nehmen kann. Solche „Level-2-Handsfree-Systeme“ entwickeln wir für den asiatischen und den amerikanischen Markt. Nur dort sind sie derzeit gesetzlich möglich. Genauso brauchen wir ihre Zulassung in Europa, damit die nächste Stufe der Automatisierung auch auf unseren Straßen stattfinden kann. Immerhin haben wir die weltweit erste Freigabe für das fahrerlose Parken gerade in Deutschland bekommen – für das gemeinsame Projekt mit Daimler im Stuttgarter Mercedes-Benz-Museum. Dieses Projekt ist jetzt kein Prototyp mehr, es geht in den Alltagsbetrieb. Wie der automatisierte Vorfahr- und Einparkservice funktioniert, möchte ich mit einem Filmausschnitt zeigen … ... und natürlich geht die Geschichte weiter. Auch hier werden wir an den Kosten arbeiten, etwa indem wir Videokameras aus unserer Gebäudetechnik einsetzen. Bis Ende 2021 werden wir das „Automated Valet Parking“ in einem Dutzend weiterer Parkhäuser einrichten – für 2025 haben wir uns mehr als 100 zum Ziel gesetzt. Mit der ersten Zulassung jedoch können wir sagen: Der Alltag des automatisierten Fahrens beginnt mit dem Parken. Gewappnet für disruptive Trends: Projekte mit neuen Marktakteuren Technologisch sind wir Innovationsführer – wie aber sehen wir neue Geschäftsideen im rasanten Wandel unserer Branche voraus? Gezielt erschließt Bosch Geschäft mit neuen Marktakteuren, die auch Sensoren für disruptive Trends sein können. So arbeiten wir mit den drei größten Ride-Hailing-Anbietern DiDi, Lyft und Uber zusammen, die zusammen weltweit bereits mehr als 50 Millionen Fahrten pro Tag vermitteln. Für DiDi zum Beispiel verlängern wir mit einem Cloud-Service die Lebensdauer der Batterien. Wie wir neue Wege in der Zusammenarbeit mit neuen Anbietern gehen, wie wir gerade die internetbasierte Mobilität vorausdenken – beides wird Ihnen nun Stefan Hartung zeigen ...

07.01.2019

Referat

Smart Home

IoT "Like A Bosch": Wie wir unsere Vision einer besseren Zukunft schon heute in ...

Dr. Markus Heyn, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH und Mike Mansuetti, Präsident von Bosch in Nordamerika auf der Bosch-Pressekonferenz, CES 2019, Las Vegas, Nevada (USA), 7. Januar 2019 Es gilt das gesprochene Wort. Übersetzung aus dem Amerikanischen. Guten Morgen meine Damen und Herren, danke, dass Sie so zahlreich zu unserer siebten CES-Pressekonferenz erschienen sind! Heute geht unsere neue IoT-Imagekampagne „Like a Bosch" weltweit an den Start. Und wir freuen uns besonders, dass wir sie hier auf der CES lancieren können. Denn welcher Anlass wäre besser dafür geeignet als diese Messe, auf der sich alles tummelt, was in der IoT-Welt Rang und Namen hat? Wahrscheinlich werden sich allerdings einige von Ihnen fragen: Wofür steht eigentlich IoT "like a Bosch"? Nun, es ist ganz einfach. Viele Unternehmen versuchen derzeit, sich als führende IoT-Anbieter zu positionieren, als IoT-Experten. Und das aus gutem Grund: Bis 2020 soll das IoT-Marktvolumen auf 250 Milliarden Dollar ansteigen, das ist ein jährlicher Zuwachs von 35 Prozent. Bis 2025 wird es Schätzungen zufolge 55 Milliarden IoT-Geräte weltweit geben, insgesamt sollen fast 15 Billionen US-Dollar in IoT investiert werden. Sieht man jedoch näher hin, sind deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen IoT-Unternehmen erkennbar. "Like a Bosch" steht für das, was uns von anderen abhebt – was wir anders machen. Wir legen zum Beispiel großen Wert darauf, dass unsere Innovationen wirklich nützlich sind – im Mittelpunkt unserer Lösungen stehen Menschen, nicht die Technologie. Wenn wir ein Produkt oder eine Lösung entwickeln, stellen wir uns immer die Frage: „Inwieweit können wir jemandem damit das Leben erleichtern?“ Für uns ist das kein netter Nebeneffekt, sondern ein ganz essenzieller Aspekt. Auf der CES zeigen wir Ihnen einige unserer neuesten technologischen Entwicklungen, mit denen wir diese zentrale Frage in zwei wichtigen Lebensbereichen beantworten: Mobilität und Wohnen. „Like a Bosch“ steht auch für unser Verantwortungsbewusstsein gegenüber unseren Kunden, der Gesellschaft und der Umwelt – ein wichtiger Motor für unsere Innovationen. Zusätzlich steht „Like a Bosch“ für unseren sorgsamen Umgang mit den Daten unserer Kunden. „Like a Bosch“ ist im Grunde nichts Anderes als die Übertragung unseres Leitmotivs „Technik fürs Leben“ auf den IoT-Bereich. Wir möchten das Leben in einer vernetzten Welt einfacher, effizienter und sicherer gestalten. Unsere Lösungen spiegeln diesen Ansatz wider und bieten entscheidende Vorteile. Das IoT ist bei Bosch fest verankert In den vergangenen Jahren hat sich Bosch von einem Industrieunternehmen zu einem führenden globalen IoT-Anbieter entwickelt. Von den weltweit mehr als 400 000 Bosch-Mitarbeitern sind 27 000 Softwareentwickler – fast 20 Prozent von ihnen befassen sich ausschließlich mit IoT. Unsere technische Expertise deckt die gesamte Bandbreite ab: Wir haben mehr als 130 Jahre Erfahrung in den Bereichen Hardware und Fertigung und sind heute führend auf allen drei IoT-Ebenen – Sensoren, Software und Services. 8,5 Millionen Sensoren, Geräte und Maschinen sind über die Bosch IoT Suite mit Nutzern und Unternehmensanwendungen vernetzt – das ist ein Zuwachs von fast 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Darunter sind vier Millionen Autos, deren Software mit Hilfe unserer IoT Suite drahtlos aktualisiert wird. Wir haben auch eine eigene IoT-Cloud, auf der inzwischen mehr als 270 IoT-Projekte in verschiedenen Bereichen laufen, wie zum Beispiel Mobilität, Smart Cities und Landwirtschaft. Man könnte fast sagen, das Silicon Valley vernetzt die digitale und Bosch die reale Welt. Aber damit nicht genug: Wir sorgen auch auf ganz grundlegender Ebene für Konnektivität. Wir sind weltweit führend im Bereich mikroelektromechanische Systeme, auch MEMS genannt. Seit 1995 hat Bosch mehr als zehn Milliarden MEMS-Sensoren hergestellt. Der weltweite Halbleitermarkt wächst rasant und erzielte 2018 rund 450 Milliarden Dollar Umsatz. Kein Wunder, schließlich kommt heutzutage kein Fahrzeug mehr ohne Halbleiter aus. MEMS-Sensoren übermitteln dem Fahrzeug wesentliche Informationen zum Fahrverhalten, beispielsweise ob es gerade bremst, beschleunigt oder sich dreht. Dank dieser Informationen hält das Elektronische Stabilitätsprogramm Autos, LKWs und selbst Motorräder sicher in der Spur. MEMS-Sensoren sind eine Schlüsseltechnologie für das IoT und werden bei weitem nicht nur in Fahrzeugen eingesetzt. Die winzigen Sensoren von Bosch sind in über der Hälfte aller Smartphones weltweit sowie in Millionen von Fitness-Trackern und Smart-Home-Geräten eingebaut. Weitere Einsatzmöglichkeiten dieser kleinen Wunderwerke loten wir gerade gemeinsam mit der kalifornischen SiTime Corporation aus, mit der wir die nächste Generation der MEMS-Timing-Technologie entwickeln. Stabile, zuverlässige MEMS-Timing-Geräte braucht man für den erfolgreichen Einsatz von Elektronik der nächsten Generation, zum Beispiel für die höhere Geschwindigkeit der 5G-Kommunikation, längere Batterielebenszeiten für IoT-Geräte und zuverlässigere Fahrerassistenzsysteme. Ein Schlüssel für weiteres Wachstum und neue Geschäftsmöglichkeiten im Internet der Dinge ist die künstliche Intelligenz (KI). In dieser Technologie sehen wir enormes Potenzial. KI-Lösungen können die Zahl der Unfalltoten im Straßenverkehr weltweit verringern, Energiekosten in Fabriken reduzieren, eine umweltschonendere Landwirtschaft fördern und für mehr Sicherheit, Komfort und Gesundheit zu Hause sorgen – davon sind wir überzeugt. Aus diesem Grund sind wir bei der Forschung auf dem Gebiet der KI ganz vorne mit dabei. In unserem Center for Artificial Intelligence (BCAI) sind 170 Experten an vier Standorten beschäftigt: Renningen, nahe unseres Hauptsitzes in Stuttgart; Bangalore, Indien; Pittsburgh, Pennsylvania und Sunnyvale im Silicon Valley. Die Anzahl der Mitarbeiter im BCAI planen wir, auf mindestens 400 zu erhöhen. In zehn Jahren sollen alle Bosch-Produkte entweder selbst über KI-Elemente verfügen oder mit Hilfe von KI produziert beziehungsweise entwickelt werden. Aktuell arbeiten wir an der Verwendung von KI bei videogestützten Brandmeldern. Sicherheitskameras erkennen dabei Feuer mit Hilfe einer Smart-Image-Analyse in Sekundenschnelle. Das geht deutlich schneller als mit konventionellen Feuer- oder Rauchmeldesystemen, bei denen oft wertvolle Minuten verstreichen, bevor Hitze oder Rauch die Sensoren des Systems erreichen. Dies ist ein tolles Beispiel für das, was wir „Technik fürs Leben“ nennen. Auf diesem Gebiet sind wir zahlreiche Partnerschaften eingegangen. Beispielsweise arbeiten wir mit der Astrobotic Technology Inc. aus Pittsburgh gemeinsam an experimenteller Sensortechnologie, die bereits im Mai dieses Jahres auf die Internationale Raumstation ISS geschickt werden soll. An Bord der ISS sollen Maschinengeräusche mittels maschinellem Lernen analysiert werden. So soll erkannt werden, ob eine Reparatur oder ein Austausch nötig ist, noch bevor es zu einem Ausfall kommt. Sehen wir uns nun einmal einzelne Innovationen aus den Bereichen vernetzte Mobilität und vernetztes Wohnen an. Vernetzte Mobilität – Move „like a Bosch“ Zunächst zur Mobilität. Rund um den Globus verändert sich die Art, wie wir uns fortbewegen, ganz massiv. Bei Bosch arbeiten wir an einer möglichst unfall-, stress- und emissionsfreien Mobilität der Zukunft, die noch dazu verfügbar und erschwinglich ist. Bei der Entwicklung von innovativen Technologien und Geschäftsmodellen für die Mobilität der Zukunft kommt uns unsere Führungsposition als Zulieferer der Automobilindustrie zugute. Lassen Sie mich unseren Ansatz erklären. Stellen Sie sich vor: Wir befinden uns in der Zukunft, ein paar Jahre voraus. Sie möchten in die Stadt zum Einkaufen, also rufen Sie per App ein Shuttle. Mit einem Klick haben Sie eines gebucht und bereits für die Fahrt bezahlt; wenige Minuten später steht das Shuttle vor der Tür. Mit einem weiteren Klick öffnet sich das Shuttle und Sie steigen ein. Sie sind alleine, aber eine Computerstimme begrüßt Sie mit Namen und informiert Sie über die Fahrtdauer – gerade genug Zeit, um E-Mails zu checken und die Nachrichtenlage zu sichten. Dank Elektroantrieb fährt das Shuttle auch bei voller Geschwindigkeit besonders leise. Obwohl viele Fahrzeuge auf der Straße unterwegs sind – viele davon Shuttles wie Ihres – gibt es keine Staus. Das liegt daran, dass alle Fahrzeuge ständig miteinander sowie mit der Infrastruktur kommunizieren. So bleibt der Verkehr wie ein Uhrwerk im Fluss. Und schon sind Sie angekommen. Das Auto setzt Sie in einer Parkbucht vor dem Einkaufszentrum ab. Früher wären Sie nach einer Fahrt im Stadtverkehr erschöpft, nervös und wahrscheinlich zu spät dran gewesen. Aber heute sind Sie entspannt und hatten sogar Zeit, sich vor dem Einkaufsbummel über aktuelle Nachrichten zu informieren. Das klingt vielleicht nach Zukunftsmusik, ist aber tatsächlich schon gar nicht mehr so fern. Schätzungen zu Folge sollen alleine in den USA, Europa und China bis zum Jahr 2020 eine Millionen On-Demand-Shuttles in Betrieb sein. Bis 2025 soll diese Zahl auf 2,5 Millionen ansteigen, mit zunehmend mehr rein elektrischen und fahrerlosen Fahrzeugen. Diese neue Transportform wird unzählige Vorteile haben: Nicht nur Großstädter aller Altersstufen werden sich über mehr Bewegungsfreiheit freuen. Jeder einzelne wird von der Umweltfreundlichkeit der Shuttles, der erhöhten Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer sowie vom flüssigeren Verkehr profitieren. Tatsächlich verfügt Bosch bereits über den Großteil der Technologien, die man braucht, um solche selbstfahrenden, elektrifizierten und nahtlos vernetzten Innenstadt-Miet-Shuttles zu realisieren. Damit wird diese Zukunftsvision bereits sehr bald Teil unseres Alltags. Auf unserem Messestand können Sie sich gerne selbst davon überzeugen. Dort zeigen wir Ihnen mit unserem neuen Konzeptfahrzeug, wie wir die Shuttle-Mobilität der Zukunft sehen. In jedem Quadratzentimeter dieses Demonstrationsfahrzeugs sind Bosch-Lösungen verbaut, die wir bereits heute anbieten, wie unsere eAchse . Dieser elektrische Antrieb ist kompakt, effizient und erschwinglich zugleich. Hinzu kommen unsere 360-Grad Umfeldsensorik für automatisiertes Fahren, unsere Connectivity Control Unit für volle V2X-Konnektivität sowie hochmoderne Fahrzeugcomputer . In unserem Konzeptfahrzeug stellen wir auch Perfectly keyless vor. Mit diesem von der CTA (Consumer Technology Association) ausgezeichneten System steuern Sie den Zugang zu Ihrem Auto einfach per Smartphone. Im Auto fest verbaute Sensoren erkennen das Smartphone des Besitzers so sicher wie einen Fingerabdruck und öffnen das Fahrzeug nur für ihn. Damit ist Perfectly keyless sicherer als klassische Keyless-Entry-Systeme. Hier auf der CES zeigen wir Ihnen das System in einem Ford Mustang. Die Bedeutung von Mobilitätsdiensten Wer die soeben skizzierte Vision der Mobilität umsetzen möchte, muss nicht nur komplexe Hardware und Systeme entwickeln. Für die Shuttle-Mobilität werden künftig Dienstleistungen eine zentrale Rolle spielen. Ihr globales Marktvolumen wird bis 2022 voraussichtlich auf 160 Milliarden Dollar (140 Milliarden Euro) anwachsen – was einem jährlichen Anstieg von über 25 Prozent gleichkommt. Digitale Mobilitätsdienste werden extrem wichtig sein – davon sind wir bei Bosch überzeugt. Daher beschäftigt sich bei uns ein eigens dafür gegründeter Geschäftsbereich mit deren Entwicklung und Vertrieb. Bereits heute bieten wir umfassende Services. Das beginnt bei unseren vorausschauenden Straßenzustands-Services , die in Echtzeit über die Straßenverhältnisse auf der vorausliegenden Strecke informieren, und einer v orausschauenden Diagnose , die den Zeitaufwand für Wartungsarbeiten und Pannenhilfe minimiert. Ebenfalls dazu gehören unser automatisierter Parkservice, das Automated Valet Parking , und Over-the-Air-Software-Updates , die sowohl für Sicherheit als auch für zusätzliche Funktionen im Fahrzeug sorgen. Besonders hinweisen möchte ich auf unsere Convenience-Charging-Services , die Fahrer von Elektroautos in Echtzeit über ihre verbleibende Reichweite informieren und Ladestationen entlang der Route empfehlen. Diese Services sorgen künftig dafür, dass es genauso einfach sein wird, ein Elektrofahrzeug oder Elektro-Shuttle aufzuladen, wie heute ein herkömmliches Auto aufzutanken. Ein weiteres Beispiel für einen Mobilitätsdienst von Bosch ist unser Mitfahrservice SPLT . Das gleichnamige amerikanischen Start-up haben wir im Februar 2018 übernommen. Über eine Plattform können Unternehmen Fahrgemeinschaften für ihre Mitarbeiter koordinieren. Wir prüfen auch das Potenzial des Startups für andere Nutzergruppen: So erhielt SPLT erst kürzlich einen Zuschuss vom US-amerikanischen Bundesstaat Michigan für die Entwicklung eines Pilotprojekts zur Mobilität älterer Menschen in ländlichen Gebieten. Wir freuen uns auch, Ihnen das erste Serviceangebot vorzustellen, das aus unserer Partnerschaft mit Mojio entstanden ist. Mojio ist ein Unternehmen, das eine Cloud-Plattform sowie Softwarelösungen für vernetzte Autos anbietet. Ein spezieller Algorithmus von Bosch erkennt einen Unfall schnell und präzise und leitet diese Informationen über Mojios Vernetzungslösung an den Bosch Notrufservice weiter. Gemeinsam holen wir damit im Notfall lebensrettende Hilfe schneller zum Unfallort. Das Gute an dieser Lösung ist, dass sie sich für jedes Fahrzeugmodell eignet und einfach nachgerüstet werden kann. Bevor Shuttle-Fahrzeuge wie das von uns auf der CES vorgestellte Konzeptfahrzeug Realität werden können, gilt es jedoch, eine letzte Herausforderung zu überwinden: Die Technologie, mit der selbstfahrende Autos selbst komplexe Fahrsituationen im Stadtverkehr meistern. Auch diese Hürde werden wir bald nehmen. Zusammen mit Daimler arbeiten wir daran, vollautomatisiertes und fahrerloses Fahren (SAE Level 4/5) in Innenstädten bis Anfang der nächsten Dekade zu ermöglichen. Bereits für das zweite Halbjahr dieses Jahres planen wir ein Pilotprojekt für einen On-Demand-Mitfahrservice mit vollautomatisierten Autos auf ausgewählten Strecken im kalifornischen San José . Die Ergebnisse dieser Erprobung werden uns unserem Ziel einen Schritt näherbringen, den Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit in Städten zu verbessern. Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig Partnerschaften und Zusammenarbeit auch in diesem Bereich sind. Eine echte Verkehrswende bekommen wir nur hin, wenn wir unsere Expertise bündeln. Das gilt sowohl für die Zusammenarbeit mit traditionellen Automobilherstellern als auch mit neueren Anbietern, wie zum Beispiel Tesla, Rivian und Byton, sowie mit ganz neuen Mobilitätskunden wie Serviceanbietern und Städten. Um dieses riesige Potenzial besser zu nutzen, hat Bosch gerade eine eigene Einheit im Silicon Valley gegründet. Sie soll unsere Partnerschaften mit neuen Mobilitätsanbietern rund um den Globus verstärken. Zudem haben wir vor kurzem den Grundstein für eine vielversprechende Kooperation mit Ceres Power aus Großbritannien gelegt, einem führenden Anbieter für die Entwicklung der Festoxid-Brennstoffzellen-Technologie [SOFC]. Gemeinsam forschen wir an Einsatzmöglichkeiten für Brennstoffzellen der nächsten Generation als Grundlage für eine vernetzte, dezentralisierte und emissionsarme Stromversorgung. Im Bereich Mobilität können solche Zellen zum Beispiel in Ladestationen für Fahrzeuge zum Einsatz kommen – außerdem zur Stromversorgung in gewerblichen Gebäuden und Industrieanwendungen sowie in Rechenzentren. IoT benötigt eine stabile Stromversorgung, und wir sind davon überzeugt, dass Brennstoffzellen dabei eine wichtige Rolle spielen werden – und zugleich allgemein zur Reduzierung von CO 2 in Energieanlagen beitragen. So wären Rechenzentren mit Hilfe dieser Technologie eines Tages in der Lage, sich vom Stromnetz komplett unabhängig zu machen – auf sie entfallen laut des amerikanischen Energieministeriums rund zwei Prozent des Stromverbrauchs in den USA. Vernetztes Wohnen – Live „like a Bosch“ Und die Innovationen in unseren eigenen vier Wänden sind nicht minder spannend. Wussten Sie, dass bis 2020 voraussichtlich rund 230 Millionen Haushalte weltweit intelligent vernetzt sein werden? Das sind rund 15 Prozent aller Haushalte. Unsere Vision bei Bosch sind Häuser, die mitdenken, ihre Bewohner kennenlernen und deren Wünsche vorausahnen können. Wie fänden Sie es, wenn Ihr Haus Ihnen nach einer unruhigen Nacht morgens eine Tasse extra starken Kaffee zubereitet, Sie daran erinnert, welche Lebensmittel in Ihrem Kühlschrank bald ablaufen werden oder alle Türen und Fenster schließt, wenn niemand zu Hause ist? Auch hier achten wir darauf, dass unsere Lösungen eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität mit sich bringen, tatsächliche Bedürfnisse befriedigen und echten Nutzen bieten. Zum einen maximieren wir die Energieeffizienz und minimieren den Ressourcenverbrauch dank unserer Smart-Home-Technologie. Und das gelingt uns immer besser: Seit Anfang des Jahrhunderts haben wir die Energieeffizienz unserer Haushaltsgeräte um bis zu 68 Prozent gesteigert. Außerdem nehmen uns unsere Lösungen viele langweilige und zeitaufwändige Tätigkeiten im Haushalt ab, so dass mehr Zeit für die eigentlich wichtigen Dinge bleibt. Und – was mindestens genauso wichtig ist – sie geben uns ein beruhigendes Gefühl der Sicherheit was Haus und Familie angeht. Wir gestalten unsere Lösungen so, dass sie so einfach und intuitiv wie möglich in den Alltag integrierbar und außerdem zukunftsfähig sind. Das bedeutet, Ihre Produkte sind immer auf dem neuesten Stand: Da sie vernetzt sind, sind Upgrades in den Bereichen Sicherheit, Funktionen und innovative Features möglich. Unser Credo lautet: "smart today, smart tomorrow." Für unsere immer breiter werdende Palette an Home-Connect -Geräten entwickeln wir regelmäßig neue Features, mit denen Sie noch mehr Zeit und Ressourcen sparen. So sind unsere intelligenten Kühlschränke mit eingebauter Kamera jetzt mit der Funktion „Smart Food Storage“ ausgestattet. Dabei erkennt der Kühlschrank automatisch unterschiedliche Lebensmittel und hilft Ihnen, diese sachgemäß aufzubewahren, damit sie länger frisch bleiben. Und wo wir schon einmal in der Küche sind, kommen wir zum Thema Kochen. Egal ob man gerne kocht oder nicht, es sieht danach in der Küche unordentlich aus. Mit unserer PAI -Lösung werden Sie sich aber zumindest keine Gedanken mehr über Soßenflecken auf Ihrem Telefon oder Tablet machen müssen. Denn PAI ist eine Art Projektor, der sich über jeder Arbeitsfläche anbringen lässt. Er verwandelt diese in einen Touchscreen und registriert Ihre Handbewegungen. Auf diese Weise können Sie beim Kochen Rezepte nachschlagen, Videos anschauen oder sogar skypen. Da er keinen Platz auf Ihrer Arbeitsfläche beansprucht, haben Sie mehr Platz für Ihre Küchengeräte. Wie ich schon erwähnt hatte, sollen unsere Haushaltslösungen Ihnen auch zeitaufwändige Arbeiten im Haushalt abnehmen. Dazu setzen wir verstärkt auf künstliche Intelligenz. Zum Beispiel beim neuesten Modell unseres Indego -Roboter-Rasenmähers, der mit Hilfe von KI Hindernisse besser erkennt. Jedes Mal wenn er in Betrieb ist, sammelt und analysiert er sensorgestützte Daten, bis er jeden Quadratzentimeter Ihres Rasens kennt. So können Sie in Ihrer Freizeit in Ruhe den perfekt gemähten Rasen genießen, statt ihn mähen zu müssen. Natürlich müssen wir, wenn wir über Smart-Home-Lösungen sprechen, auch auf das leidige Thema eingehen, das gerne umschifft wird, nämlich was mit all den erhobenen Daten passiert. Ihren Daten. Bevor ich zum Ende komme, möchte ich noch etwas zu unserer datenschutzrechtlichen Linie sagen. Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen setzen wir das Thema bei all unseren IoT-Aktivitäten ganz oben auf die Agenda. Für Bosch hat der verantwortungsvolle Umgang mit personenbezogenen Daten hohe Priorität. Dazu gehört auch, dass wir offenlegen, welche Informationen wir speichern und verarbeiten, und zu welchem Zweck. Als Nutzer unserer intelligenten Lösungen haben Sie die volle Transparenz und Kontrolle über die erhobenen Daten – wenn Sie nicht möchten, dass sie Ihr Haus verlassen, werden sie es auch nicht tun. Meine Damen und Herren, wir leben in spannenden Zeiten. Die Vernetzung verändert die Welt, in der wir leben, und die Art und Weise, wie wir interagieren, fundamental. Wir bei Bosch sind überzeugt, dass Konnektivität der Schlüssel zu einem sichereren, effizienteren und stressfreieren Leben für jeden einzelnen ist. Wie Sie sehen, arbeiten wir hart daran, aus dieser Überzeugung heraus Lösungen zu entwickeln, die für eine nie dagewesene Mobilität und Wohnsituation sorgen. Anders gesagt: Move and live „like a Bosch“. Bitte besuchen Sie uns an unserem Stand in der Central Hall und überzeugen Sie sich selbst davon, wie wir unsere Vision von einem besseren Morgen schon heute in die Realität umsetzen. Vielen Dank!

Mehr Gütertransport, weniger Belastung für Umwelt und Straßennetz: Bosch steiger ...

19.09.2018

Referat

Wirtschaft

Mehr Gütertransport, weniger Belastung für Umwelt und Straßennetz: Bosch steiger ...

Referat von Dr. Rolf Bulander und Dr. Markus Heyn, Mitglieder der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, anlässlich der Pressekonferenz am 19. September 2018 auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover Es gilt das gesprochene Wort.Es gibt Momente, sehr geehrte Damen und Herren … … da empfinden wir Lastwagen ganz wörtlich wie eine Last auf unseren Straßen. Wenn sie die linke Spur auf den Autobahnen verstopfen oder auch die Einfahrten der Raststätten zuparken – dann erscheinen uns Nutzfahrzeuge erst mal weniger nützlich als störend. Tatsächlich wird der Güterverkehr auf den Straßen bis 2040 noch um 50 Prozent zunehmen. Wie können wir dennoch die Umwelt, die Menschen und das Straßennetz schonen? Das ist eine der drängendsten Fragen der Verkehrspolitik. Bosch gibt darauf technische Antworten – und das nicht nur unter der Motorhaube, vielmehr auch im Internet. Mit unserer Hard- und Software steigern wir den Nutzen der Nutzfahrzeuge. Wir wollen einen Lastverkehr, der keine Last ist. Welche Themen aber bewegen die Logistikbranche konkret? Dazu eine Skizze mit sechs Punkten: Erstens der Klimaschutz. Erstmals hat etwa die Europäische Union eine CO 2 -Regulierung für Trucks angekündigt. Egal mit welcher Antriebstechnik – die Systeme von Bosch helfen, die Kohlendioxid-Bilanz neuer Nutzfahrzeuge zu verbessern. Zweitens die saubere Luft. Weltweit ziehen die Abgasnormen für Nutzfahrzeuge an. Indien etwa wird 2020 von Euro 4 zu Euro 6 springen. In den USA sollen die Emissionen künftig wie in Europa im realen Verkehr gemessen werden – und das bei deutlich niedrigeren Grenzwerten. Bosch liefert den Nutzfahrzeugherstellern die nötigen Lösungen, um die ökologischen Anforderungen zu bestehen. Drittens die Urbanisierung. Bis 2050 werden zwei Drittel der Weltbevölkerung in großen Städten leben, noch ist es die Hälfte. Dabei wird sich der Güterverkehr aufspalten – Trucks, die vor allem Verteilzentren an der Peripherie ansteuern, Transporter, die dann die letzte Meile übernehmen. Gerade in Ballungszentren muss Logistik neu gedacht werden – gefragt sind Lösungen von Bosch für den City-Güterverkehr der neuen Art, auch mit Cargo-Rollern und Cargo-Bikes. Viertens der Online-Handel: Allein in Deutschland sind 2017 erstmals mehr als drei Milliarden Pakete zugestellt worden, und folgt man den Marktstudien, werden es 2020 bereits 3,8 Milliarden sein. Treiber sind die zunehmenden Bestellungen via Internet. Aber gerade über das Internet der Dinge hebt Bosch Potenzial, um den Lieferverkehr noch deutlich effizienter zu gestalten. Fünftens der Unfallschutz. An jedem zehnten Unfall mit Personenschaden sind Nutzfahrzeuge beteiligt. Und die Gefahr von Verkehrstoten ist doppelt so hoch, wenn ein Lkw beim Unglück dabei ist, als wenn Pkw unter sich sind. Anlass genug, um mit Fahrerassistenz von Bosch mehr als bisher die Trucker zu unterstützen und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Sechstens die Wirtschaftlichkeit, konkret Kostendruck bei den Speditionen. Ein Drittel der Betriebskosten von Nutzfahrzeugen entfällt auf den Kraftstoff, ein weiteres gutes Drittel auf den Fahrer. Und schon jetzt fehlen in den USA 50 000 Trucker, in zehn Jahren voraussichtlich dreimal so viel. Solch ein Fahrermangel zeichnet sich auch in Europa ab. Der Ansatz von Bosch: dem Lkw selbst das Fahren beizubringen – das vermeidet Unfälle, genauso wie Spritsparen den CO 2 -Ausstoß senkt. Was den Speditionen nützt, nützt auch Mensch und Umwelt – hier schließt sich der Kreis. Technik für Trucks, Services für die Logistik: Die doppelte Stärke von Bosch Über die Wirtschaftlichkeit hinaus sind es also die großen Themen der Mobilität, die auch die Nutzfahrzeug- und Logistikbranche bewegen. Möglichst emissionsfrei, unfall- und stressfrei soll er werden, der Güterverkehr der Zukunft. Dafür müssen wir ihn zunehmend elektrifizieren, automatisieren und vernetzen. Auf diesen Entwicklungspfaden sind wir nicht nur für den Personenverkehr, sondern auch für den Güterverkehr mit allen seinen Besonderheiten unterwegs. Wir sind einer der weltweit führenden Anbieter im Internet der Dinge ebenso wie einer der größten Zulieferer der Nutzfahrzeugbranche – wie nur wenige können wir Services für die Logistik mit Technik für Trucks verbinden. Für die Modernisierung des Güterverkehrs bringt Bosch gleichermaßen wirtschaftliche wie technologische Stärke mit. Unser Unternehmensbereich Mobility Solutions wird in diesem Jahr seinen Umsatz im laufenden Geschäft voraussichtlich um vier Prozent steigern – er legt damit weiterhin doppelt so stark zu wie die Automobilproduktion. Jeden vierten Euro erwirtschaftet er mit Technik für Nutzfahrzeuge, vom Transporter aufwärts. Besonders kräftig wächst das Geschäft mit Lösungen für Trucks und Offroad-Fahrzeuge: um sieben bis acht Prozent in diesem wie auch im vergangenen Jahr. Übers Jahr hinaus setzen wir unseren Wachstumskurs fort, indem wir in Innovationen investieren. Zum Jahresende wird Bosch für die Mobility Solutions rund 54 500 Forscher und Entwickler beschäftigen, 5 000 mehr als zu Jahresbeginn. Das ist auch die Mannschaft, die neue Lösungen für Transport und Logistik hervorbringt. So arbeiten allein 2 600 Entwickler am Antrieb für das Nutzfahrzeug von morgen. Diesel, Batterie und Brennstoffzelle: Bosch denkt alternative Antriebe in vielen Alternativen Wie aber fahren Nutzfahrzeuge morgen? Dafür denken wir zukünftige Antriebe in vielen Alternativen, entwickeln aber auch gezielt den Diesel weiter. Notwendig schon deshalb, weil auch im Jahr 2025 zwischen 80 und 90 Prozent aller Nutzfahrzeuge als Selbstzünder unterwegs sein werden. Die Ingenieure von Bosch werden ihren Beitrag leisten, damit der Nutzfahrzeug-Diesel die Abgas- und Verbrauchsnormen in aller Welt erfüllen kann. Es geht hier um den Klima- und Umweltschutz – wie eingangs skizziert, sind das die ersten beiden Herausforderungen der Logistikbranche. Jedes Milligramm weniger Emissionen zählt, und jedes Prozent weniger Verbrauch bedeutet für einen Langstrecken-Truck gut 700 Euro weniger Betriebskosten pro Jahr. Wie gehen wir vor? Verbrauch und CO 2 -Ausstoß senken – das heißt für uns die Effizienz der Einspritzsysteme steigern. Und die Stickoxid-Emissionen des Lkw reduzieren – dazu setzen wir nicht zuletzt auf die aktive Steuerung der Abgastemperatur, wie wir sie schon im Pkw realisiert haben. Dies bedeutet für uns technische Herausforderung und geschäftliche Chance zugleich. So verdoppelt sich unser weltweites Geschäft mit Systemen zur Abgasnachbehandlung von 2016 bis Anfang der nächsten Dekade. Und der Absatz unserer Common-Rail-Einspritzsysteme ist allein 2017 weltweit um ein Drittel gestiegen, in China sogar noch kräftiger – und in den nächsten Jahren wird er sich auf hohem Niveau stabilisieren. Dies zeigt: Es ist der Umweltschutz, der das Geschäft mit dem Nutzfahrzeug-Diesel fordert, aber auch fördert. Zunehmend jedoch kommt im Laufe der nächsten Dekade die Elektromobilität im Güterverkehr – und sie kommt mit Bosch. Weltweit wird 2030 jedes vierte neue Nutzfahrzeug elektrisch angetrieben sein, in China nahezu jedes dritte – zunächst vor allem Stadtbusse und Fahrzeuge für den Verteilerverkehr. Dazu haben wir früh geschäftliche Erfolge erzielt: Unsere Antriebskomponenten stecken in Europas größter Elektrotransporter-Flotte, dem StreetScooter der Deutschen Post. Weltweit Marktführer auch bei Elektromobilität zu werden – das ist unser Ziel. Genau dafür stellen wir uns auch für die Elektrifizierung der Nutzfahrzeuge breit auf, vom Bike als kleinstem Verteilerfahrzeug bis hin zum 40-Tonnen-Truck. Das beginnt mit 36-Volt-Antrieben für Cargo-Bikes – flexibel unterwegs im Stadtverkehr. Allein unsere eBike-Sparte beliefert bereits vier Lastenrad-Hersteller. Und unser 48-Volt-Antriebssystem wird Anfang 2019 erstmals in einem eTrike für Brief- und Paketdienste eingeführt. Wir nutzen hier einen Systembaukasten, so dass nicht mehr als 18 Monate von der Auftragsvergabe bis zur Serie vergehen. Das geht weiter mit unserer eAchse für Transporter, die 2019 erstmals in Serie geht. Eine leicht integrierbare Lösung, die Entwicklungszeiten sowohl bei etablierten Herstellern als auch bei neuen Anbietern deutlich verkürzt. Auch damit rollen wir den City-Lieferverkehr elektrisch auf. Selbst heutige Sattelzüge können wir unter Strom setzen. Hier in Hannover zeigen wir eine elektrifizierte Trailer-Achse, die sich in vorhandene Lkw-Sattelanhänger integrieren lässt. Diese Achse gewinnt beim Bremsen Energie zurück und speist damit die Trailer-Aggregate. Das spart in einem Kühlanhänger nahezu 10 000 Euro jährlich. Ein wirtschaftliches Stück Elektromobilität, das sich auch zum Nachrüsten eignet. Die Frage aller Fragen ist schließlich die Elektrifizierung der größeren Zugmaschinen. Für Nutzfahrzeuge mit mittlerer Reichweite entwickeln wir batterieelektrische Antriebe. Wie aber den Lieferverkehr mit den Schwergewichten auf der Langstrecke elektrifizieren? Zu schwer, zu teuer wäre die Batterie, zu gering ihre Reichweite – Trucks, die rein elektrisch auf große Tour gehen, galten im kostengetriebenen Transportgeschäft lange als technisch und wirtschaftlich unmöglich. Unsere Lösung ist die Brennstoffzelle. Zum Vergleich: Damit ein 40-Tonner lange Strecken elektrisch zurücklegen könnte, müsste er nach dem Stand der Technik eine nahezu zehn Tonnen schwere Batterie mit an Bord nehmen – der Wasserstoffspeicher für die Brennstoffzelle käme mit einem Zehntel des Gewichts aus. Bosch setzt gleich mit zwei Kooperationen auf diese Technik: Einerseits in den USA mit Nikola Motors, einem Start-up, das über die nötigen Fahrzeuge hinaus auch ein Netz von Wasserstoff-Tankstellen realisieren will. Andererseits in China mit dem Motorenhersteller Weichai Power. Aussichtsreich schon deshalb, weil bereits 2030 eine Million Brennstoffzellen-Fahrzeuge auf chinesischen Straßen unterwegs sein sollen. In aller Welt bringt Bosch neue Energie in den Truck. Noch lange wird die Entwicklung des Nutzfahrzeug-Antriebs ein Mehrkampf bleiben. Wir tun gut daran, auch seine Elektrifizierung technologisch offen anzugehen. Und nicht zu vergessen: Angehen müssen wir auch die eFuels – die Herstellung alternativer Kraftstoffe aus regenerativem Strom. Wer die Zukunft des Schwerlastverkehrs sichern will, darf auch diesen Pfad nicht ausschließen. Wenn Trucks fahrerlos zwischen zwei Logistikhöfen pendeln: Bosch entwickelt automatisiertes Lkw-Fahren zunächst für die USA Die Elektrifizierung ist das eine große Wachstumsfeld in der Nutzfahrzeugtechnik, das andere ist die Automatisierung – hier wie dort zeichnen sich auf dem Markt in der nächsten Dekade zweistellige Steigerungsraten ab. Auf dem Weg zum automatisierten Fahren liegt die Fahrerassistenz – ganz wichtig für den Unfallschutz, ein weiterer „big point“ für die Transportbranche, wie wir ihn zu Beginn aufgezeigt haben. So helfen Lkw-Abbiegeassistenten Unfälle mit Radfahrern und Fußgängern zu vermeiden – dafür bietet Bosch die nötigen Radarsensoren. Und nicht zuletzt können wir Assistenz- und Lenksysteme verknüpfen. So unterstützt die neue Generation unserer elektronisch regelbaren Lenkungen Spurhalte-Funktionen und Automatisierung. Sie wird auf dieser IAA in einer Reihe neuer Trucks vorgestellt. Mit der Entwicklung zum automatisierten Fahren wird sich der Markt für intelligente Lenkungen in schweren Nutzfahrzeugen in den nächsten fünf Jahren jährlich verdoppeln – und Bosch ist vorn dabei. Großes Potenzial für die Automatisierung des Lkw-Fahrens sieht Bosch in den USA. Dort ist der Fahrermangel am größten, und dort ist jeder zehnte Truck auf immer gleichen Highways unterwegs. Kommen wird also zunächst die „Hub-to-Hub-Automatisierung“, und das heißt konkret: Trucks, die fahrerlos permanent zwischen zwei oder drei Logistikhöfen pendeln. Das spart Personalkosten, das steigert die Transportleistung, das beschleunigt die Amortisation der Fahrzeuge, das sorgt für Sicherheit – so werden gleich mehrere Probleme der Branche gelöst. Auch wenn sich diese Art der Automatisierung rechnet, die technischen Herausforderungen sind groß – sei es, dass sich die Rechenleistung in einem 40-Tonner etwa um den Faktor 1 000 steigern muss, sei es, dass ein Kontrollzentrum ähnlich einer Flugsicherung nötig wird. Daraus könnte ein bisher nicht dagewesenes Dienstleistungsgeschäft werden. Das Platooning, also das automatisierte Windschattenfahren in der Lkw-Kolonne, ist ein logischer weiterer Schritt. Es spart nicht nur Personalkosten, sondern auch Kraftstoff, stellt aber noch höhere Anforderungen an Gesetzgebung, Technik und Infrastruktur. Bosch beteiligt sich dazu an den wesentlichen Forschungsprojekten. Und wir entwickeln für den Datenaustausch unter den Trucks in der Kolonne die nötigen Telematik-Komponenten – erste Prototypen werden ab 2019 erprobt. Die „Car-to-Car-Communication“ könnte im Lkw eher als im Pkw kommen, denn mit dem Platooning bekäme sie eine klare und wirtschaftliche Anwendung. Wo steckt der Behälter, wo die Ware? Bosch bietet vernetzte Logistiklösungen vom Highway bis zur Haustür Gerade im Lkw jedoch ist vernetztes Fahren mehr als eine Voraussetzung fürs automatisierte Fahren. Das Internet ermöglicht eine neue Effizienz im Transportsystem – eine Entlastung für den Verkehr, aber auch für die Speditionen. Dieses Potenzial gilt es zu heben – auch das haben wir zu Beginn als eine der großen Branchenaufgaben skizziert. Für die Logistik der Zukunft bringt Bosch eine doppelte technische Expertise mit – einerseits breites Domänenwissen im Lkw, andererseits tiefes Know-how im Internet der Dinge. Wir können damit vernetzte Logistiklösungen vom Highway bis zur Haustür realisieren. Zunächst aber vernetzen wir das Nutzfahrzeug mit der Außenwelt. Nahezu jeder neue Truck in Europa und den USA ist bereits heute Teil des Internets. Dazu beliefern wir die Lkw-Hersteller mit Telematik-Plattformen, die zum Beispiel Software-Updates oder auch vorausschauende Diagnosen ermöglichen. Insgesamt legt unser Absatz von „Connectivity Control Units“ fürs Nutzfahrzeug jährlich um 15 bis 20 Prozent zu. Mit dem vernetzten Fahren, meine Damen und Herren, erschließt Bosch auch unmittelbar vernetzte Services. Gerade mit dem Dienstleistungsgeschäft wachsen wir über die Rolle eines Zulieferers der Nutzfahrzeugbranche hinaus. Schon jetzt überwachen unsere Service-Center rund um die Uhr den Zustand besonders kritischer oder sogar lebenswichtiger Gütertransporte, etwa von Blutplasma. Jährlich übernehmen unsere Leitstellen das Monitoring für rund 40 000 hochwertige Lkw-Touren. Wir erweitern zudem das Bosch Secure Truck Parking, unsere Plattform für sichere Lkw-Parkplätze entlang der Autobahnen. Neues Beispiel ist das Hamburger Kreuzfahrtterminal – auch dort werden wir vom nächsten Monat an sichere Parkplätze für den Fernverkehr anbieten. Ein Angebot, das sich zugleich an Lkw-Fahrer richtet, die auf ihren Slot zur Abfertigung an den Containerterminals warten. Mit dem Internet der Dinge wird der Güterverkehr nicht nur sicherer denn je. Wir können ihn auch noch effizienter machen – hier liegt viel Potenzial, wenn man nur bedenkt, dass nahezu jede fünfte Lkw-Fahrt eine Leerfahrt ist. Dazu bringt Bosch jetzt Transparenz in die „Black Box“ der Logistik. Über das Internet der Dinge automatisieren wir die Lieferverfolgung, wir ermöglichen ein digitales „Track and Trace“. Unsere Lösung: Sensoren an Material und Behältern, die Ortungs-, Temperatur- und Vibrationsdaten in die Cloud übertragen. Wo steckt die Transportbox, wie geht es der Ware – diese Fragen können die Kunden mit unserer Lösung in Sekunden beantworten, bisher konnten dafür mehrere Stunden vergehen. Mit der Echtzeit-Logistik, wie wir sie realisieren, können Disponenten nach ersten Kundenerfahrungen ihren Such- und Inventuraufwand um mehr als die Hälfte reduzieren – und die Verfügbarkeit von Umlaufbehältern steigt um bis zu 30 Prozent. Das nennen wir Logistik 4.0. Dieser letzte Punkt zeigt in besonderer Deutlichkeit, wohin Bosch in der Transport- und Logistikbranche will. Das Nutzfahrzeug elektrifizieren und automatisieren – das ist das eine. Die Vernetzung unterstützt dies, sie kann aber auch den Güterverkehr insgesamt produktiver machen. Mit dem Internet entlasten wir das Straßennetz. Der Transportbedarf steigt, das ist wahr. Die Lösungen von Bosch tragen dazu bei, dass er die Grenzen des Wachstums nicht erreicht.

Deutschland kann Hightech: Halbleiter sind der Grundstein für mehr Lebensqualität

25.06.2018

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Wirtschaft

Deutschland kann Hightech: Halbleiter sind der Grundstein für mehr Lebensqualität

Es gilt das gesprochene Wort.Sehr geehrte Damen und Herren, vor nur fast einem Jahr haben wir gemeinsam die Entscheidung zum Bau unserer neuen 300-Millimeter-Halbleiterfabrik bekannt geben – heute können wir nach komplexen Planungsschritten den Grundstein für die Chipfabrik der Zukunft von Bosch legen. Wir legen damit zugleich den Grundstein für mehr Lebensqualität der Menschen, wir legen den Grundstein für mehr Sicherheit im Straßenverkehr – und wir legen den Grundstein für eine Schlüsseltechnologie des Internets der Dinge sowie der Mobilität der Zukunft. Halbleiter sind Kernbestandteil aller elektrischen Systeme. Und Halbleiter machen Daten auch zum begehrten Rohstoff der Zukunft – ohne Halbleiter würde heute kein Auto mehr fahren. Sie ermöglichen automatisiertes, ressourcenschonendes Fahren und sorgen für bestmöglichen Insassenschutz – etwa beim Auslösen eines Airbags. Für die immer größeren Anwendungsfelder von Halbleitern erweitern wir unsere Fertigungskapazitäten und setzen für unser neues Werk auf den Technologiestandort Deutschland. Mit dem Neubau steigen wir erstmals in die 300-Millimeter-Technologie ein, um weitere Skaleneffekte zu erzielen und unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Die Landeshauptstadt Dresden ist für uns ein Motor der Mikroelektronik in Europa – und war damit weltweit die erste Wahl für unsere Milliardeninvestition. Ich bin überzeugt: Deutschland kann Hightech. Durch eine enge Kooperation mit Halbleiterunternehmen, Wissenschaft und Lehre wollen wir sowohl unsere Innovationskraft als auch die Wettbewerbsfähigkeit dieser Hochtechnologiebranche stärken – in Deutschland und in Europa. Meine Damen und Herren, in unserer Chipfabrik schaffen wir mit hochautomatisierten Fertigungsprozessen täglich nicht nur Zukunft in Form von Halbleitern. Wir schaffen ebenso die Zukunft für hochattraktive Arbeitsplätze. In unserem Hightech-Werk sollen künftig bis zu 700 Mitarbeiter tätig sein. Wir suchen kreative Köpfe, die den Bau der modernsten Chipfabrik von Bosch mitgestalten. Dazu setzen wir stark auf Fachkräfte aus der Region, aber auch auf internationale Kompetenzträger und Experten. Unser neues Bauvorhaben ist zugleich die größte Einzelinvestition in der Geschichte von Bosch. Wir investieren rund eine Milliarde in unseren neuen Standort und freuen uns, dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie beabsichtigt, die Einrichtung und Inbetriebnahme zu unterstützen. Neben der Bundesregierung haben auch das Land Sachsen und die Stadt Dresden Unterstützung zugesichert. Deshalb bedanke ich mich an dieser Stelle bei Ihnen, Herr Bundesminister Altmaier, und auch bei Ihnen, Herr Ministerpräsident Kretschmer. Sie und Ihre Vorgänger haben dazu beigetragen, dass wir heute gemeinsam bereits den symbolischen Grundstein legen können – für mehr Lebensqualität der Menschen, für die Halbleiterbranche in Dresden und für die Wettbewerbsfähigkeit des Technologiestandortes Deutschland.

Von der Vision zum Geschäft: Das vernetzte Fahren wird Wachstumsfeld

21.02.2018

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Wirtschaft

Von der Vision zum Geschäft: Das vernetzte Fahren wird Wachstumsfeld

Statement von Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH anlässlich des Pressegesprächs zur Bosch ConnectedWorld in Berlin am 21. Februar 2018. Es gilt das gesprochene Wort.Sehr geehrte Damen und Herren, im Netz liegt die Zukunft, auch und gerade die Zukunft der Mobilität. Es geht nicht bloß um die Modernisierung des Straßen- und Schienennetzes, es geht um die Vernetzung aller Verkehrsträger über das Internet. Das und noch vieles mehr zeigen wir auf der Bosch ConnectedWorld hier in Berlin. Die BCW ist weltweit eine der größten Konferenzen zum Internet der Dinge, sie versammelt die Avantgarde der Digitalisierung. Hier diskutieren wir mit nahezu 4 000 IoT-Vordenkern und Umsetzern, hier präsentieren wir den praktischen Nutzen von mehr als 60 IoT-Lösungen. Die deutsche Hauptstadt ist dafür der richtige Ort: Hier haben wir erst vor einem Monat unseren IoT-Campus eröffnet, und hier rollen bereits 1000 der 3500 eScooter unseres Sharing-Dienstes COUP. Schon die Beispiele aus dieser Stadt zeigen: Es geht uns nicht um schöne Fernsichten auf die vernetzte Welt und den Verkehr von morgen, wir liefern zukunftsweisende Lösungen für die Verkehrsprobleme von heute. Genau mit diesen Lösungen wollen wir wachsen. Die Gründung unseres neuen Geschäftsbereichs Connected Mobility Solutions ist ein klares Signal: Wir überführen die Vielzahl unserer Serviceprojekte für das Fahren von morgen in Dienstleistungsgeschäft. Wir haben zum Beispiel zusammen mit Partnern einen intermodalen Mobilitätsassistenten entwickelt, der das Planen, Buchen und Bezahlen von Car- und Bikesharing, Bahnen und Bussen ermöglicht. Und in diesem Jahr wird das vernetzte Parken mit unserer Technik erstmals Realität – sei es, dass Autos in Parkhäusern selbstständig freie Plätze ansteuern, sei es, dass sie mit ihren Sensoren Parklücken am Straßenrand erkennen und in eine Online-Karte einspeisen. Das eine wie das andere erleichtert den Alltag in den Städten. Um Services wie diese zu realisieren, verfügen wir über eine eigene technische Basis – die Software-Plattform Bosch Automotive Cloud Suite. Dies alles bündeln wir in unserem neuen Bereich. Er wird damit neue Heimat für mehr als 20 Services aus der „shared Mobility“, der intermodalen Mobilität und auf Vernetzung basierenden Service-Angeboten für Autofahrer. Für die Connected Mobility Solutions sind bei Bosch mehr als 600 Mitarbeiter an fünf Standorten in Deutschland und China tätig. Das geschäftliche Potenzial ergibt sich aus der steigenden Zahl vernetzter Fahrzeuge – 2025 sollen es mehr als 470 Millionen sein. Darauf zielen Mobilitätsdienste und digitale Services. Ihr Marktvolumen in aller Welt wird binnen fünf Jahren, also zwischen 2017 und 2022, voraussichtlich von 47 auf 140 Milliarden Euro zulegen. Noch ist dieser Markt fragmentiert. Bosch strebt mit seinen Lösungen ein deutlich zweistelliges Wachstum an. Dazu wird auch eine Akquisition in den USA beitragen, die ich heute bekanntgeben möchte. Bosch steigt in das Geschäft mit internetbasierten Mitfahrservices ein – wir haben das US-Start-up SPLT übernommen, das mit solchen Services gezielt Berufspendler erreichen möchte. Auch diese Art der Vernetzung hilft, Verkehrsprobleme hier und jetzt zu lösen – die Probleme, die jeder hat, der im Verkehr unterwegs ist. Das Besondere am Service von SPLT: Es ist eine B2B-Lösung, die sich nicht direkt an mögliche Mitfahrer richtet, sondern an deren Arbeitgeber. SPLT betreibt eine Plattform, mit der Unternehmen, Universitäten oder Stadtverwaltungen ihren Mitarbeitern Angebote für Fahrgemeinschaften vermitteln können. Warum gerade diese Lösung über den Arbeitgeber sinnvoll ist? Die Antwort ist einfach: Fahrgemeinschaften leben davon, dass mehrere Menschen zur gleichen Zeit zum gleichen Ort wollen. Und wann und wo ist das häufiger der Fall als auf dem Weg zum gemeinsamen Arbeitsort? Genau hier setzt der SPLT-Service an: Ein Algorithmus findet unter der Vielzahl der Kollegen die passende Fahrgemeinschaft und berechnet den schnellsten Weg. Weniger Stress in der Rushhour, Umwelt und Geldbeutel schonen – das sind die Ziele. SPLT zählt in den USA, Mexiko und Deutschland bereits rund 140 000 Anwender in Firmen und Verwaltungen – eine Zahl, die sich in den nächsten Jahren vervielfachen wird. Die Vernetzung ist nicht der einzige Entwicklungspfad, den Bosch für die Zukunft der Mobilität verfolgt. Wir sind auf drei Pfaden unterwegs: Wir vernetzen, elektrifizieren und automatisieren das Fahren. Damit wird es so stressfrei, aber auch so emissions- und unfallfrei wie möglich. Wir haben also ein umfassendes Zukunftsbild von der Mobilität. In diesem Bild jedoch ist die Vernetzung, wenn man so will, mit den anderen Entwicklungspfaden vernetzt. Deutlich erkennbar wird dies auf dieser Bosch ConnectedWorld vor allem am Zusammenspiel von elektrischem und vernetztem Fahren. Elektromobilität – das war für Bosch von Anfang mehr als ein alternativer Antrieb fürs Auto. Wir haben zunächst das Radfahren elektrifiziert und sind heute ein führender Anbieter von eBike-Systemen. Elektrische Antriebslösungen vom Bike bis zum Truck zu liefern – das ist unser Anspruch. Bei allem verstehen wir uns als Systemlieferant, so haben wir erste Aufträge für die eAchse akquiriert, die im Elektroauto Getriebe, Motor und Leistungselektronik integriert. Das System-Know-how hört bei der Hardware nicht auf, wir verbinden auch die Elektromobilität mit den für das Internet der Dinge wichtigen „3S“ – Sensoren, Software und Services. Denn vernetzt fährt es sich auch elektrisch am besten. Dazu stellen wir auf dieser BCW ein neues Konzept vor – wir nennen es „system!e“. Details dazu wird Ihnen nun der Leiter unseres neuen Geschäftsbereichs Connected Mobility Solutions nennen, Rainer Kallenbach.

Gegen die „Reichweiten-Angst“: Neue Services machen Elektromobilität alltagstauglich

21.02.2018

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Wirtschaft

Gegen die „Reichweiten-Angst“: Neue Services machen Elektromobilität alltagstauglich

Statement von Dr. Rainer Kallenbach, Vorsitzender des Bereichsvorstands für den Geschäftsbereich Connected Mobility Solutions, anlässlich des Pressegesprächs zur Bosch ConnectedWorld in Berlin am 21. Februar 2018. Es gilt das gesprochene Wort.Vielen Dank, Herr Denner. Sehr geehrte Damen und Herren, gerne gebe ich Ihnen einen tieferen Einblick in unser Konzept „system!e“. Technisch betrachtet, verknüpft „system!e“ den elektrischen Antrieb mit der Bosch Automotive Cloud Suite. Daraus gehen internetbasierte Services hervor, die den ganz alltäglichen Nutzen der Elektromobilität steigern – und damit auch Hemmschwellen für den Kauf von Elektrofahrzeugen absenken. Mit „system!e“ weiß das Elektroauto künftig ganz genau, wann ihm der Strom ausgeht, aber auch, wo neuer Strom zu holen ist. Und nicht zuletzt wird es sich leichter ins Stromnetz des eigenen Hauses integrieren lassen. Dazu gleich drei konkrete Anwendungen: Erstens: die erweiterte Reichweiten-Prognose. Sie hilft den wesentlichen Vorbehalt gegenüber der Elektromobilität zu überwinden. Nach allen einschlägigen Umfragen scheitert die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs vor allem an der sogenannten „Reichweiten-Angst“ – Autokäufer bemängeln den geringen Radius dieser Autos noch vor dem hohen Preis und den langen Ladezeiten. Unsere Reichweiten-Prognose beseitigt die Angst, beim elektrischen Fahren irgendwo liegen zu bleiben. Sie berücksichtigt Daten aus der Umgebung wie auch aus dem Fahrzeug – einerseits Stau- und Wettervorschau, andererseits Ladezustand, Verbrauch durch Heizung und Klimaanlage, den Reifendruck und nicht zuletzt den eigenen Fahrstil. Dies alles wird verknüpft zu einer genauen und verlässlichen Prognose der noch verfügbaren Reichweite. Zweitens ein Lade-Assistent für lange Fahrten. Auch dieser Service versteht sich als Gegenmittel zur „Reichweiten-Angst“. Ausgangspunkt ist eine neue Art der Routenführung. Sie basiert auf der erweiterten Reichweiten-Prognose und macht Streckenvorschläge entlang der nötigen Ladestopps. Informationen über beispielsweise Restaurants, Cafés oder Supermärkte in der Nähe der Stopps kommen hinzu, so dass der Fahrer die Ladezeit besser überbrücken kann. Und weil die Säulen vernetzt sind, kann er das Laden schließlich via Internet bezahlen. So werden auch Langstrecken-Fahrten mit dem Elektroauto komfortabel. Elektrisch und zugleich entspannt fahren – das ist das Ziel. Drittens unser Konzept eines Energiemanagements für das Laden zuhause, das deutlich Kosten sparen hilft. Konkret heißt das: Das Elektroauto wird künftig ins Stromnetz des Smart Home integriert. Seine Batterie ergänzt dann zum Beispiel den stationären Stromspeicher für die Photovoltaik-Anlage. So kann sie tagsüber den überschüssigen Sonnenstrom aufnehmen, nachts diesen Strom wieder zurückspeisen, um etwa eine Wärmepumpe zu betreiben. Allerdings werden die Hausbesitzer dennoch am nächsten Morgen wieder elektrisch fahren wollen – dafür genügt es, dem Auto je nach Fahrziel die Mindestladung vorzugeben. So effizient kann in Zukunft das Zusammenspiel von Auto und Haus sein. Die Vernetzung des Elektrofahrzeugs mit dem Smart Home – das ist ein Paradebeispiel für ein „cross domain ecosystem“, der Königsdisziplin im Internet der Dinge. Realisieren können es nur vielseitige Unternehmen – Unternehmen wie Bosch, die nicht nur im Auto zuhause sind. Dabei verstehen wir „system!e“ als Baukasten – wir werden daraus Lösungen für etablierte Fahrzeughersteller ebenso wie für Start-ups ableiten können. Auch dies ist keine Fernsicht: Gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern können wir entsprechende Services innerhalb weniger Monate realisieren. Über die Zukunft der Mobilität reden viele, wir wollen sie auf den Markt bringen. Was wir auch jenseits der Mobilität alles auf den Markt bringen und teilweise hier auf der Bosch ConnectedWorld präsentieren, erläutert Ihnen nun Stefan Hartung.

Unser Alltag im Umbruch: Wie Bosch die Chancen der Vernetzung über das Internet  ...

21.02.2018

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Wirtschaft

Unser Alltag im Umbruch: Wie Bosch die Chancen der Vernetzung über das Internet ...

Statement von Dr. Stefan Hartung, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, anlässlich des Pressegesprächs zur Bosch Connected World in Berlin am 21. Februar 2018. Es gilt das gesprochene Wort.Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben es eben von Herrn Denner gehört: im Netz liegt die Zukunft. Nicht nur des Autos und der Mobilität, sondern weit darüber hinaus. Welche Möglichkeiten das Internet der Dinge auf der Straße, bei der Arbeit und zu Hause bietet, das zeigen wir auf der Bosch ConnectedWorld. Und ich möchte betonen: Wir präsentieren keine fernen Zukunftsvisionen, sondern setzen reale Lösungen um. Dazu ein paar Fakten: 250 IoT-Projekte hat Bosch bereits designt, entwickelt und umgesetzt. An 170 eigenen IoT-Projekten arbeiten wir bei Bosch derzeit, in so unterschiedlichen Bereichen wie vernetzte Mobilität, vernetzte Gebäude, vernetzte Industrie und vernetzte Landwirtschaft – alle laufen auf der Bosch IoT Cloud. 38 Millionen internetfähige Produkte haben wir 2017 verkauft. 6,2 Millionen Sensoren, Geräte und Maschinen vernetzen sich heute über die Bosch IoT Suite mit Nutzern und Unternehmensanwendungen. Wir haben das Potenzial der Vernetzung früh erkannt. Seit fast zehn Jahren gestalten wir die vernetzte Welt aktiv mit. Sukzessive haben wir unsere Software- und IT-Kompetenz weiter ausgebaut. Mit mehr als 25 000 Software-Experten sind wir heute selbst ein Software-Unternehmen. Was uns von den Internetkonzernen aus Amerika und Asien unterscheidet: Während das Silicon Valley die digitale Welt vernetzt, vernetzt Bosch die reale Welt. Wir können sowohl Hardware als auch Software. Unser Ansatz im Internet der Dinge dient vor allem konkreten Verbesserungen im realen Alltag. Was bedeutet das konkret? Lassen Sie mich einige Beispiele nennen: Da wäre zum einen die vernetzte Stadt . Bereits in knapp 30 Jahren werden zwei Drittel der Weltbevölkerung, sechs Milliarden Menschen, in Städten leben. Schon heute verursachen Städte 80 Prozent aller Treibhausgasemissionen und verbrauchen 75 Prozent der weltweiten Energie. Die Lebensqualität in Städten wird künftig in hohem Maße von intelligenten und vernetzten Lösungen abhängen. Bis 2020 wird der Smart-City-Markt jährlich um 19 Prozent auf 700 Milliarden Euro wachsen. Wir profitieren im Smart City-Geschäft von unserer breiten Aufstellung und unseren domänenübergreifenden Kompetenzen. Unsere Kunden wiederum profitieren von konkreten Bosch-Lösungen für Energie, Gebäude, Mobilität, Sicherheit und digitale Stadtverwaltung. Das Unternehmen ist derzeit an 14 umfassenden Smart City-Projekten beteiligt, unter anderem in San Francisco, Singapur, Tianjin, Berlin und Stuttgart. Weitere werden folgen. Heute unterzeichnen wir eine Vereinbarung mit dem chinesischen Projektentwickler Country Garden. Gemeinsam werden wir Möglichkeiten für Planung und Bau von weiteren vernetzten Städten und Smart Living Labs in China erkunden. Country Garden verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Bereich der Wohnquartierentwicklung. Bosch wird seine IoT- und Kundenkompetenz einbringen. Einen Eindruck von unseren Aktivitäten im Smart City Bereich erhalten Sie nebenan auf der Ausstellungsfläche. Vernetztes Zuhause: Ebenfalls zeigen wir hier auf der Bosch ConnectedWorld die intelligente Küche. Bei Bosch lassen sich ausgewählte Geschirrspüler, Backöfen, Kühlschränke und Kaffeevollautomaten bereits jetzt über die App „Home Connect“ steuern. Neben vernetzten Hausgeräten bieten wir auch in diesem Bereich vermehrt digitale Services an. In Herrn Denners Keynote haben wir „Mykie“ gesehen. Der digitale Küchenassistent versteht Gesten und Sprache. Möchten Sie zum Beispiel einen Auflauf machen, aber lieber mit Lamm statt mit Speck, dann stellt Mykie das angepasste Rezept zusammen – künftig unter Berücksichtigung der Speisekammer-Bestände – und er stellt zum Beispiel den Ofen auf die richtige Temperatur ein. Vernetzte Landwirtschaft: Auch dem Farmer hilft Bosch bei der Arbeit. Auf der brasilianischen Rinderfarm Fazenda Santa Fé helfen Sensoren, Software und Services von Bosch den Cowboys auf einer der größten Rinderfarmen des Landes dabei, auch den Gewichtszuwachs der Rinder zu überwachen. Allein in Brasilien gibt es 100 Millionen Rinder, in Argentinien 50 Millionen und in den USA noch einmal 100 Millionen. Auch hierzulande setzen wir Smart Farming vielseitig um: Unsere sensorbasierten Lösungen unterstützen schon heute Landwirte beim Anbau von Tomaten, Spargel oder Kartoffeln. Unser cloudbasiertes Milchüberwachungssystem sorgt bei Molkereien und Erzeugern dafür, dass Milch haltbar bleibt. Auf Rinderherden haben wir heute verzichtet, dafür können Sie aber den Spargel- und auch den Erdbeersensor hier vor Ort kennenlernen. Im Bereich der vernetzten Industrie startete im Januar 2018 der neue Bereich Bosch Connected Industry. Darin bündeln wir unsere Industrie 4.0-Aktivitäten verschiedener Abteilungen und Einheiten, vor allem das Software- und Service-Geschäft. Mehr als 500 Mitarbeiter bieten unsere Erfahrungen in der Umsetzung von Projekten an. Eine große Rolle spielt auch unsere Industrietochter Bosch Rexroth. Sie arbeitet an der vollvernetzten Fabrik. Diese wird weit mehr können, als zum Beispiel nur den Energieverbrauch einer Maschine zu senken. Künftig werden durchgehend vernetzte Maschinen dank künstlicher Intelligenz auch eigenständig Entscheidungen treffen und sich selbst organisieren können. Ob Einzelstück oder Massenserie: Industrie 4.0 und Logistik 4.0 sorgen dafür, dass unsere Kunden und wir selbst unterschiedlich hohe Stückzahlen flexibel und kostengünstig produzieren können. Wie das aussehen kann, werden wir in rund zwei Jahren mit unserer Referenzfabrik im chinesischen Xian zeigen. Bis 2020 wollen wir mit Industrie 4.0 mehr als eine Milliarde Euro Zusatzumsatz erzielen. Zur komplett vernetzten Fertigung, vernetzten Logistik und vor allem zu neuen Services und Geschäftsmodellen werde ich morgen – gemeinsam mit Vertretern von Partnerunternehmen – in meiner Keynote noch mehr sagen. Ich lade Sie herzlich dazu ein. Ich komme damit zum Ende meiner Ausführungen. Wir haben früh prognostiziert, dass das IoT alles verändern wird. Wir sind Vordenker, Gestalter und Partner in vielen Fragen der digitalen Transformation. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Wir freuen uns auf Ihre Fragen.