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Referat #Wirtschaft

Bosch gestaltet die CO₂-freie Zukunft: Klimaschonende und attraktive Lösungen für alle Arten der Mobilität

Thorsten Schönfeld

Thorsten Schönfeld >

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Dr. Volkmar Denner,

Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH,

und Dr. Stefan Hartung,

Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions,

anlässlich der Pressekonferenz auf der IAA Mobility

am 6. September 2021 in München

Es gilt das gesprochene Wort.



Sehr geehrte Damen und Herren!

Diese IAA steht im Zeichen einer dreifachen Herausforderung für die Automobilindustrie. Corona-Krise, Halbleiter-Knappheit, der Weg in die CO₂-freie Mobilität – das sind die Stichworte. Wir behaupten uns in diesem anspruchsvollen Umfeld und nutzen unsere Chancen. Gemeinsam mit unseren Kunden und Lieferanten tun wir alles, um die Lieferengpässe bei Halbleitern zu überwinden, nicht zuletzt mit dem Hochlauf unserer neuen Chipfabrik in Dresden. Der Umsatz unseres Unternehmensbereichs Mobility Solutions steigt in diesem Jahr um nahezu zehn Prozent. Wir sind technisch führend und daher geschäftlich erfolgreich. Das ist die Grundlage, auf der wir die weitere Transformation der Mobilität meistern. Diesem Wandel folgen wir nicht nur – wir gestalten ihn an der Seite unserer Kunden. Und deshalb wachsen wir gerade auch auf Zukunftsfeldern. Mit Systemen und Sensoren für die Fahrerassistenz legen wir 2021 um mehr als 40 Prozent zu. Unser Umsatz mit Elektromobilität steigt doppelt so stark wie der Markt. Er übertrifft bereits in diesem Jahr eine Milliarde Euro, 2025 werden es gut fünf Milliarden Euro sein. Die Elektromobilität wird für uns zum Kerngeschäft, die CO₂-freie Mobilität zu einem Wachstumsfeld für Bosch. Wir verwandeln Herausforderungen in Chancen – das ist unser Weg.

Dabei verstehen wir uns als vorausdenkendes, die Zukunft gestaltendes Unternehmen. Wir sind Innovationsführer, besonders beim großen Thema Klimaschutz im Straßenverkehr. Welche Dynamik wir entfalten können, zeigt der Erfolg der E-Bikes – in einem Markt, der derzeit rasant wächst, allein 2020 in Europa um 35 Prozent. Mit unseren Innovationen haben wir dem E-Bike zum Durchbruch verholfen. Unser erster E-Bike-Antrieb kam 2011 auf den Markt, darauf folgte 2014 der erste Fahrradcomputer mit integrierter Navigation, 2018 das erste E-Bike-ABS. Innovationskraft kann neue Märkte schaffen.

Es ist unser Anspruch, die Mobilität der Zukunft in der Breite zu gestalten. Dazu gehört, dass es auch morgen kein Auto ohne Bosch geben wird. 55 Prozent weniger CO₂-Ausstoß in europäischen Neuwagen bis 2030, 100 Prozent weniger bis 2035 – diese ambitionierten Ziele der EU-Kommission tragen wir mit. Die Mobilität der Zukunft muss das Klima schonen, aber auch bezahlbar und attraktiv sein. Nur so werden Menschen und Güter auch morgen mobil sein. Dazu verfolgen wir weiter einen technologie-offenen Ansatz. Und das heißt: Wir bieten für jede Anwendung die passende Lösung, maßgeschneidert innerhalb der politischen Rahmenbedingungen. Wir sind dafür so breit aufgestellt wie kein anderes Unternehmen unserer Branche, von Antrieben fürs Fahrrad bis hin zur Baumaschine. Ohne technologische Lücken können wir daher von Segmentverschiebungen im Markt profitieren, wie derzeit vom Schub für die Elektromobilität in Europa.

Allerdings sind bei der Elektrifizierung des Fahrens noch einige Fragen offen – zum Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie zum CO₂-freien Strom. Hier darf es nicht bei Zielen bleiben, konkrete Umsetzungsschritte müssen folgen. Und hier sind Industrie und Politik gleichermaßen gefordert. Gemeinsam gilt es, die Balance zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Interessen im Auge zu behalten. Die EU-Kommission hat bei Pkw die Weichen klar in Richtung Elektromobilität gestellt – jetzt muss die Transformation der Automobilindustrie gelingen. Sie wird durch das hohe vorgegebene Tempo nicht einfach. Entscheidend wird sein, dass möglichst viele Menschen die ökologischen Ziele mittragen, auch unsere Beschäftigten. Dafür investieren wir in Qualifikations- und Weiterbildungsangebote. Das gehört zu unserer unternehmerischen Verantwortung. Aber eine Politik, die strenge technologische Vorgaben macht, ist auch in der Pflicht, sich um den Erhalt der Arbeitsplätze in unserer Industrie sowie um bezahlbare Mobilität zu kümmern.

Wie aber profitieren wir von der neuen geschäftlichen Dynamik in der Elektromobilität? Darauf wird mein Kollege Stefan Hartung näher eingehen …

Die Elektromobilität: Unsere nächste Erfolgsgeschichte

… vielen Dank, Volkmar! Wie Du gesagt hast, liegt unser Vorteil in der breiten Aufstellung. Auch elektrisch macht kein anderes Unternehmen so vielseitig mobil wie Bosch, vom E-Bike bis zum 40-Tonner. Wir ermöglichen Elektromobilität in allen Anwendungen. Und wir sind zuversichtlich: Aus der Elektrifizierung des Fahrens wird das nächste Kapitel in der Erfolgsgeschichte von Bosch. Allerdings will ich hier nochmals betonen: Die geschäftliche Dynamik ist das eine, der Transfer unserer Mitarbeiter in das neue Geschäft das andere. Längst findet beides an unseren Standorten statt, aber der Wandel braucht Zeit – und Zeit ist besonders knapp im Klimaschutz. Umso mehr müssen wir die Menschen für die Nachhaltigkeit gewinnen. Wer das ökologische Klima schützen will, darf das soziale Klima nicht aus dem Auge verlieren.

Für die Elektromobilität haben wir bereits Vorleistungen in Höhe von fünf Milliarden Euro erbracht. Allein in diesem Jahr kommen 700 Millionen Euro hinzu. Damit haben wir nicht zuletzt den beschleunigten Hochlauf in der Europäischen Union vorausgedacht. Und wir richten uns darauf ein, dass die Nachfrage auch global steigt. In aller Welt werden 2035 voraussichtlich 60 Prozent aller Neuzulassungen Elektroautos sein.

Dabei denkt Bosch die Elektromobilität in technologischen Alternativen. Das bedeutet konkret: Wir investieren in den Batterie-, aber auch in den Brennstoffzellen-Antrieb. Je nach Anwendung differenzieren wir. Vor allem beim Schwerlast- und Langstreckenverkehr ist die Brennstoffzelle erste Wahl. Dazu verfolgen wir Kundenprojekte in China ebenso wie in den USA und Europa. Erste Lkw mit unserer Technik rollen bereits auf chinesischen Straßen.

Wenn es um die batterieelektrische Mobilität geht, ist Bosch so vielseitig wie kein anderes Unternehmen aktiv. Wir treiben ihren Durchbruch mit spezifischen und umfassenden Lösungen voran. Wir liefern Silizium-Carbid-Chips, die den Wirkungsgrad des Batterie-Antriebs um bis zu sechs Prozent steigern. An der Spitze der Effizienz liegen wir mit unseren integrierten E-Achsen. Und last but not least bieten wir Autofahrern eine Eintrittskarte in unser Netzwerk von 200 000 Ladepunkten in Europa. Zur nächsten freien Säule navigieren, unkompliziert abrechnen – das macht unser internetbasierter Ladeservice möglich.

Wir halten es für entscheidend, den Alltag des elektrischen Fahrens zu erleichtern. Dazu stellen wir hier auf der IAA ein Kabel vor, das beim Laden an der eigenen Steckdose erstmals ohne schwere Kontrollbox auskommt. Auch nachhaltige Mobilität soll unkompliziert sein – nur so wird sie sich durchsetzen. Mit unseren Produkten und Services werden wir zum Durchbruch der Elektromobilität beitragen. Wir sind in allen Systemen des Fahrzeugs mit tiefem Verständnis vorn dabei, das veranschaulicht auch dieses Showcar hier auf unserem Messestand. So ermöglichen wir nicht zuletzt das automatisierte Fahren – ein Zukunftsfeld, das wiederum Volkmar Denner skizzieren wird ...

Das automatisierte Fahren: Wir machen Tempo

… auch auf diesem Feld kommen wir voran, meine Damen und Herren. Konkret ebnen wir dem automatisierten Fahren über die Fahrerassistenz den Weg. Auch hier ist Bosch das Unternehmen der Pionierleistungen, vom elektronischen Schleuderschutz bis hin zur automatischen Notbremsung. Wir verfolgen weiter die „Vision Zero“ – keine Verkehrstoten mehr. Die Fahrerassistenz macht das Autofahren sicherer und komfortabler zugleich. Unsere Erfolgsgeschichte schreiben wir mit neuen Assistenzfunktionen für Pkw fort. So wird der Fahrer mit Bosch-Technik zum Beispiel die Hände vom Lenkrad nehmen können. Wir sind Marktführer in der Fahrerassistenz und wachsen auch 2021 kräftiger als der Markt.

Für die Automatisierung des Fahrens beherrscht Bosch alle Disziplinen. Wir verfolgen die Strategie, alle wesentlichen Elemente aus einer Hand zu liefern: Zentralsteuergeräte, Sensoren und Vernetzung. Daran arbeiten bei Bosch mehr als 5 000 Ingenieurinnen und Ingenieure, und es werden noch mehr. Mit unseren Patenten liegen wir weltweit auf einem vorderen Platz – allein 2020 sind gut 1 000 Patentanmeldungen hinzugekommen. An Bosch führt also auch beim automatisierten Fahren kein Weg vorbei. Und wir machen weiter Tempo. Ein künftiger Fokus liegt auf Anwendungen in der Logistik. Lastwagen, die sich fahrerlos auf Speditionshöfen bewegen – auch das wird mit Bosch an Bord möglich.

Der Alltag des automatisierten Fahrens jedoch beginnt mit dem fahrerlosen Parken. Hier liegt Bosch gleichermaßen vorn und hat mit Pilotprojekten in Deutschland und den USA Standards gesetzt. Vor allem das Automated Valet Parking, wie es auf dieser IAA demonstriert wird, ist „made by Bosch“. Entscheidend ist unser Konzept zur Vernetzung von Fahrzeugen und festinstallierten Videokameras im Parkhaus. Dazu haben wir die Kameras mit dem Knowhow aus unserer Sicherheitstechnik entwickelt. In den nächsten Jahren wird sich das fahrerlose Parken im Parkhaus durchsetzen. Dazu arbeitet Bosch mit Mercedes-Benz und weiteren Partnern bereits am weltweit ersten Serieneinsatz. Im Stuttgarter Flughafen-Parkhaus sollen Autos künftig per Smartphone-Befehl parken. Die neue Mercedes-Benz S-Klasse ist das weltweit erste Serienfahrzeug mit der notwendigen Technik an Bord. Weitere Modelle verschiedenster Hersteller werden folgen. 2025 erwarten wir weltweit mehrere Millionen Fahrzeuge und gut 1 000 Parkhäuser, die das Automated Valet Parking „können“.

Das Fahrzeug als Internetknoten: Unser Software-Knowhow

Mit solchen Funktionen, meine Damen und Herren, wird eine Prognose Realität, die wir bereits vor zehn Jahren formuliert haben: Das Fahrzeug wird zum Internetknoten. Vom Auto bis zur Cloud – nur Bosch ist in allen Domänen der Software-Entwicklung aktiv. Dazu kooperieren wir auch mit Microsoft. Die software-dominierte Zukunft des Autos braucht Unternehmen wie Bosch, die beides beherrschen: die elektronischen Systeme im Auto sowie das Internet der Dinge, mit dem das Auto vernetzt ist. An Bord der Fahrzeuge wird eine neue Elektronik- und Software-Architektur notwendig – wir können sie liefern. Selbst das Fahrrad wird Teil des Internets. Dazu stellen wir hier auf der IAA unsere neue E-Bike-Flow-App vor, die zum Beispiel Software-Updates unserer Komponenten ermöglicht. In der Forschung und Entwicklung unserer Mobility Solutions ist inzwischen fast jeder zweite Mitarbeiter Software-Ingenieur.

Damit stellen wir uns nicht zuletzt auf eine neue Rollenverteilung in unserer Branche ein. Mehr als bisher entwickeln Automobilhersteller eigene Software, sie beauftragen auch spezialisierte Software- und Chiplieferanten. Umso mehr wird Software-Integration nachgefragt, damit in allen Modellen die Module aus verschiedenen Quellen zusammenpassen. Auch dieses integrative Knowhow bringt Bosch mit. Beispiel Infotainment Computer: Dies sind die software-intensivsten Systeme im Fahrzeug, und bis 2025 werden sich Rechenleistung und Software-Komplexität nochmals verdoppeln. Hier ist der Anteil integrierter Fremdsoftware besonders hoch, bis zu 90 Prozent. Und auch hier verzeichnen wir ein weit überdurchschnittliches Wachstum, jährlich um 25 Prozent bis 2025.

Mit allen unseren Lösungen, meine Damen und Herren, gestalten wir eine neue Ära der Mobilität mit, wie es das Motto unseres IAA-Standes ist.

Mobility Solutions ist der größte Unternehmensbereich der Bosch-Gruppe. Er trug 2020 mit 42,1 Milliarden Euro 59 Prozent zum operativen Umsatz bei. Damit ist das Technologieunternehmen einer der führenden Zulieferer der Automobilindustrie. Der Bereich Mobility Solutions verfolgt die Vision einer sicheren, nachhaltigen und begeisternden Mobilität der Zukunft und bündelt seine Kompetenzen in den Domänen – Personalisierung, Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung. Seinen Kunden bietet der Bereich ganzheitliche Mobilitätslösungen. Die wesentlichen Geschäftsfelder sind: Einspritztechnik und Nebenaggregate für Verbrennungsmotoren sowie vielfältige Lösungen zur Elektrifizierung des Antriebs, Fahrzeug-Sicherheitssysteme, Assistenz- und Automatisierungsfunktionen, Technik für bedienerfreundliches Infotainment und fahrzeugübergreifende Kommunikation, Werkstattkonzepte sowie Technik und Service für den Kraftfahrzeughandel. Wichtige Innovationen im Automobil wie das elektronische Motormanagement, der Schleuderschutz ESP oder die Common-Rail-Dieseltechnik kommen von Bosch.

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 395 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2020). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von 71,5 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Als führender Anbieter im Internet der Dinge (IoT) bietet Bosch innovative Lösungen für Smart Home, Industrie 4.0 und Connected Mobility. Bosch verfolgt die Vision einer nachhaltigen, sicheren und begeisternden Mobilität. Mit seiner Kompetenz in Sensorik, Software und Services sowie der eigenen IoT-Cloud ist das Unternehmen in der Lage, seinen Kunden vernetzte und domänenübergreifende Lösungen aus einer Hand anzubieten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen und Produkte für das vernetzte Leben, die entweder über künstliche Intelligenz (KI) verfügen oder mit ihrer Hilfe entwickelt oder hergestellt werden. Mit innovativen und begeisternden Produkten sowie Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH sowie ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs-, Entwicklungs- und Vertriebsverbund von Bosch über fast alle Länder der Welt. Mit ihren weltweit mehr als 400 Standorten ist die Bosch-Gruppe seit Frühjahr 2020 CO₂-neutral. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit rund 73 000 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 129 Standorten, davon etwa 34 000 Software-Entwickler.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.iot.bosch.com, www.bosch-presse.de, www.twitter.com/BoschPresse.

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