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Entscheidender Vorsprung dank Hardware und Software: Bosch überbrückt Grenzen zw ...

05.01.2026

Referat

Wirtschaft

Entscheidender Vorsprung dank Hardware und Software: Bosch überbrückt Grenzen zw ...

Dr. Tanja Rückert, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, und Paul Thomas, Präsident von Bosch in Nordamerika, auf der CES ® am 5. Januar 2026 Es gilt das gesprochene Wort.Tanja Rückert: Guten Morgen! Herzlich willkommen zur Bosch-Pressekonferenz auf der CES 2026. Paul Thomas: Auch von mir ein herzliches Willkommen. Wir freuen uns sehr, dass Sie hier sind – vielen Dank für Ihre Teilnahme, ob vor Ort oder online! Tanja Rückert: Ob Fahrzeugkomponenten, Industriemaschinen, Elektrowerkzeuge, Haushaltsgeräte oder Mikrochips – dass Bosch ein breit aufgestelltes Unternehmen ist, ist kein Geheimnis. Doch unsere Kompetenz ist nicht nur breit, sie baut auch Brücken, wo viele andere scheitern: nämlich zwischen der physischen und der digitalen Welt. Die meisten Unternehmen fühlen sich entweder auf der einen oder auf der anderen Seite zu Hause. Nur selten bewegt sich ein Unternehmen in der Hardware-Welt ebenso sicher wie in der Welt der Software. Bosch ist eine solche Ausnahme. Wir sind in beiden Welten zuhause. Paul Thomas: Seit seinen Anfängen steht Bosch für innovative, hochwertige Hardware. Auch mit Beginn des digitalen Zeitalters haben wir getan, was wir immer tun, um bahnbrechende Lösungen mit maximalem Mehrwert auf den Markt zu bringen: Wir haben den Bedarf an künftigen Kompetenzen analysiert und diese intern aufgebaut. Tanja Rückert: Dank dieser Herangehensweise gehört Software seit Jahrzehnten zu unseren Kernkompetenzen. Sie hat es uns ermöglicht, uns in unseren vielfältigen hardwarebasierten Geschäftsfeldern früh als digitaler Vorreiter zu positionieren und die Entwicklung des sogenannten Internet der Dinge und der Industrie 4.0 maßgeblich mitzugestalten. Heute verhilft sie uns bei der Gestaltung der softwaregetriebenen Mobilität der Zukunft zu einer Schlüsselposition. Außerdem ist sie ein Wachstumstreiber über alle Bereiche hinweg: Bis zum Beginn des neuen Jahrzehnts wollen wir mit Software und Services einen Umsatz von über 6 Milliarden Euro erwirtschaften. Gleichzeitig hat sie uns an die Spitze der KI-Entwicklung geführt. Denn mit inzwischen über 2 000 angemeldeten KI-Patenten gehören wir zu den führenden Unternehmen Europas. Bis Ende 2027 werden wir insgesamt mehr als 2,5 Milliarden Euro in künstliche Intelligenz investieren. Bereits heute haben wir über 100 000 Beschäftigte im Umgang mit KI geschult – fast ein Viertel unserer gesamten Belegschaft. Vor allem aber ermöglicht uns die Kombination aus Hardware- und Softwarekompetenz, in beiden Bereichen Spitzenleistungen zu erbringen. Genau das macht am Ende den entscheidenden Unterschied. Unsere Hardware ist unserer Konkurrenz voraus, weil wir sie mit eigener Software und KI-Kompetenz gezielt weiterentwickeln können. Der Wettbewerbsvorteil unserer Software wiederum besteht darin, dass wir die Hardware, auf der sie läuft, in- und auswendig kennen. So entstehen innovative und intelligente Lösungen, die ihren Anwendern spürbaren Mehrwert bieten. Mit anderen Worten: Es handelt sich um Technologie, die den Mensch in den Mittelpunkt stellt. Aber kommen wir zu den Einzelheiten. Wie genau verschafft uns unsere Kompetenz an der Schnittstelle von Hard- und Software diesen Vorsprung? Paul Thomas: Vor allem versetzt uns diese Stärke in die Lage, unsere Lösungen mit bahnbrechenden Funktionen auszustatten und bislang einzigartige Fähigkeiten freizusetzen. Ein anschauliches Beispiel dafür ist unsere smartphonebasierte Lösung Origify, die Sie an unserem Messestand live erleben können. Produktfälschungen sind ein massives und stetig zunehmendes Problem. Allein im vergangenen Jahr machten sie Schätzungen zufolge bis zu drei Prozent des weltweiten Handels aus, mit einem Marktvolumen in Billionenhöhe. Wir brauchen dringend wirksamere Mittel, um diesem Problem Einhalt zu gebieten. Mit Origify haben wir dafür einen wirklich innovativen Ansatz entwickelt. Vereinfacht gesagt, basiert er auf der Erkennung von Oberflächenmustern. Während andere Lösungen auf Add-ons wie Markierungen, Chips oder Codes setzen, nutzt Origify die einzigartigen physischen Eigenschaften eines Objekts, um eine fälschungssichere digitale Identität zu erzeugen. Sobald diese Identität in unserem System hinterlegt ist, kann unsere neue Erkennungs-App die Echtheit schnell und zuverlässig per Live-Videostream überprüfen. So wissen Sie innerhalb weniger Sekunden, ob ein Paar Sneaker, ein Autoteil oder sogar ein Gemälde echt ist. Diese revolutionäre Technologie hat das Potenzial, die Fälschungsindustrie in die Ecke zu treiben. Sie beruht auf unserem fundierten Fachwissen über die physische und digitale Welt. Tanja Rückert: Natürlich drehen sich die täglichen Herausforderungen vieler Menschen um praktischere Dinge: Wäschewaschen, Hausarbeit, Kochen. Im Haushalt setzen unsere Geräte seit Langem Maßstäbe in Sachen Qualität, Innovationskraft und Präzisionstechnik. Mithilfe von Software und künstlicher Intelligenz erschließen wir nun eine neue Dimension von Benutzerfreundlichkeit und Intelligenz. Denn wir sind fest davon überzeugt, dass Technologie dem Menschen dienen sollte – nicht umgekehrt. Sie soll den Alltag entlasten und dabei helfen, mit weniger Aufwand mehr zu erreichen, unabhängig von den eigenen Vorkenntnissen. Zum Beispiel in der Küche… Und wir haben noch eine weitere Überraschung...Gastauftritt von Marcel Vigneron, Top Chef und Food Network Star Paul Thomas: Wir haben heute einen besonderen Gast bei uns. Begrüßen Sie mit uns Marcel Vigneron! Tanja Rückert: Marcel, wir freuen uns sehr, dass Sie heute hier sind. Aber ich muss gestehen: Bei all dem Reden übers Kochen bekomme ich langsam richtig Hunger. Vielleicht auch, weil ich heute nicht gefrühstückt habe… Marcel Vigneron: Tanja, keine Sorge, ich kenne mich da ein klein wenig aus. Ich kümmere mich um alles. Ich hoffe nur, ein kleines Steak zum Frühstück ist für Sie in Ordnung… Tanja Rückert: Ich habe ohnehin Jetlag, und in Deutschland ist jetzt Abendessenszeit. Klingt also wunderbar! Paul Thomas: Gegen ein Steak habe ich sowieso nie etwas einzuwenden! Marcel Vigneron: Zufälligerweise haben wir hier ein paar richtig saftige Ribeyes. Dann legen wir los. Wie mögen Sie Ihr Steak denn am liebsten? Tanja Rückert: Natürlich medium-rare! Paul Thomas: Klingt gut. Marcel Vigneron: Fantastisch. Ich werde Ihr Steak heute mithilfe einiger neuer Technologien zubereiten, die Sie eben im Video gesehen haben. Bei dieser hochmodernen Technik trifft generative KI auf außergewöhnliche Sensorik von Bosch. Paul Thomas: Das Ganze beruht auf einem Feature, das das Induktionskochfeld der Serie 800 bereits serienmäßig mitbringt: unsere AutoChef-Funktion. Marcel Vigneron: Ganz genau, Paul. AutoChef bildet hier die Grundlage. Die sensorbasierte Technologie überwacht die Temperatur der Pfanne permanent und passt sie automatisch für ein perfektes Ergebnis an. Und nun erhält AutoChef durch die neue Bosch Cook AI ein Upgrade. Die Funktion befindet sich noch in der finalen Testphase, aber ich kann Ihnen heute schon einen kleinen Vorgeschmack geben, wie sie funktioniert und wie nützlich sie für Hobbyköchinnen und -köche sein kann. Tanja Rückert: Wir freuen uns immer besonders, wenn KI den Alltag erleichtert. Können Sie uns erklären, wie das funktioniert? Marcel Vigneron: Natürlich, Tanja. Bosch Cook AI basiert auf generativer KI, kombiniert mit Technologien und Prozessen von Bosch in den Geräten selbst. Im Prinzip fotografieren Sie Ihre Zutaten und sagen dem System, welches Ergebnis Sie erzielen wollen, hier zum Beispiel den gewünschten Gargrad Ihres Steaks. Der Algorithmus berechnet dann die optimale Temperatur und Garzeit, kommuniziert direkt mit dem Kochfeld und gibt Ihnen präzise Anweisungen in Echtzeit. Glaskugel-Kochen gehört damit der Vergangenheit an. Außerdem misst dieser Bluetooth-Fleischsensor kontinuierlich die Kerntemperatur des Steaks. So führen Bosch Cook AI und AutoChef Sie gemeinsamen Schritt für Schritt zum perfekten Ergebnis. Ganz einfach. Paul Thomas: Das klingt großartig, aber mal ehrlich, ist das wirklich auch für einen Koch Ihres Kalibers sinnvoll? Marcel Vigneron: Ehrlich gesagt, Paul, bin ich ein großer Fan von Wissenschaft und Technologie. Ich beobachte begeistert, wie neue Innovationen meinen Berufsstand voranbringen können. Genau deshalb schätze ich Bosch so sehr. Ich bekomme hier einen Blick in eine Zukunft, die für uns alle in ein paar Jahren selbstverständlich sein wird. Sie machen diese Zukunft möglich, und es ist großartig, ein Teil davon zu sein. Letztendlich muss selbst ich manchmal einfach nur schnell etwas auf den Tisch bringen. Da ist ein kleines Helferlein Gold wert – vor allem, wenn mein Fünfjähriger mich im falschen Moment ablenkt… Tanja Rückert: Oh ja, das kenne ich nur zu gut. So etwas hätte ich mir gewünscht, als meine Kinder klein waren. Das hätte mir sicher einiges erspart. Marcel Vigneron: Absolut. Übrigens, wer diese Woche am Bosch-Stand vorbeischaut, kann mich und einige meiner Mitstreiter aus „Top Chef“ treffen: meinen Kollegen Bryan Voltaggio, ebenfalls Star des Food Network, und meine langjährige Freundin und Co-Moderatorin von „Next-Level Chef“ auf Fox, Nyesha Arrington. Ganz nach dem Motto „Battle in the Booth“ erwarten Sie dort unter anderem spannende Kochwettbewerbe. Wenn Sie Glück haben, bekommen Sie vielleicht sogar eine Kostprobe... Sieht so aus, als wäre es fertig. Mal sehen, wie es geworden ist. Tanja Rückert: Oh, das sieht perfekt aus. Ich bin fest davon überzeugt, dass dies eine bahnbrechende Neuheit sein könnte, denn damit kann jeder ein tolles Gericht für Freunde und Familie zubereiten. Das nenne ich Technologie, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Paul Thomas: Und genau das ist unser Ziel… Die nahtlose Funktionalität unserer Produkte mit ihren verbesserten digitalen Fähigkeiten soll Menschen unterstützen und ihnen neue Möglichkeiten eröffnen. Wie wir bei Bosch so schön sagen: „The more you Bosch, the more you feel like a Bosch!“ Marcel Vigneron: Oder in diesem Fall: „... cook like a Bosch!“ Tanja Rückert: > Ganz genau, vielen Dank, Marcel! Einen großen Applaus, bitte. Zunächst kombinieren wir unsere Software- und Hardwarekompetenz, um bahnbrechende Funktionen und einzigartige Fähigkeiten auf den Weg zu bringen. Außerdem nutzen wir unser Software-Know-how, um Hardware weiterzuentwickeln – was den bisherigen Ansatz völlig revolutioniert. Denn wer früher auf dem neuesten Stand sein wollte, musste sein altes Gerät gegen ein Neues austauschen. Heute hingegen kann Hardware mit den richtigen Fähigkeiten und der passenden Software auch lange nach dem Kauf weiter dazulernen und neue Funktionen hinzugewinnen. Dank umfassender Konnektivität lassen sich viele Geräte von Bosch heute per Over-the-Air-Updates mit neuen Features ausstatten. So haben wir kürzlich eine Reihe vernetzter Backöfen um Funktionen zum Frittieren und Sous-vide-Garen erweitert, die ursprünglich nicht enthalten waren. Und das ohne zusätzliche Kosten für die Käufer. Paul Thomas: Wir tragen jedoch nicht nur zur Weiterentwicklung unserer eigenen Hardware bei. Im Mobilitätssektor ermöglicht es unser Vehicle Motion Management bei vielen Fahrzeugen, auch lange nach dem Kauf beim Händler neue Features, Funktionen und Personalisierungsoptionen hinzuzufügen. Diese bahnbrechende, hardwareunabhängige Softwarelösung steuert und koordiniert unterschiedlichste Funktionen in Bremse, Lenkung, Antriebsstrang und Fahrwerk. Im Wesentlichen ermöglicht sie die Feinabstimmung all dieser Variablen per Tastendruck. Durch die Auswahl verschiedener Fahrmodi lassen sich die Fahrzeugeigenschaften intelligent an die individuellen Anforderungen oder die jeweilige Fahrsituation anpassen. Und auch das Vehicle Motion Management selbst entwickelt sich kontinuierlich weiter. So haben wir es kürzlich um Funktionen erweitert, mit denen sich die Fahrzeugbewegung in allen sechs Freiheitsgraden steuern lässt. Diese Funktion ist entweder als Bestandteil eines vorinstallierten Pakets oder per Over-the-Air-Update für entsprechend kompatible Fahrzeuge verfügbar und kann eine wesentliche Rolle bei der Reduzierung der Fahrzeugneigung in Kurven spielen. Das wiederum hilft, Reiseübelkeit spürbar zu verringern. Studien zeigen, dass davon bis zu einem Drittel der Erwachsenen betroffen ist und insbesondere Mitfahrende überdurchschnittlich darunter leiden. Da viele von uns in den selbstfahrenden Fahrzeugen der Zukunft vor allem Passagiere sein werden, hat diese Technologie das Potenzial, Hunderten Millionen Menschen weltweit mehr Fahrkomfort zu bieten und ein echtes Hindernis auf dem Weg zur autonomen Mobilität aus dem Weg zu räumen. Gar nicht schlecht für einen kleinen Algorithmus! Das zeigt ebenfalls eindrücklich, wie wir unseren Vorsprung an der Schnittstelle von Hardware und Software nutzen, um das Leben von Menschen konkret zu verbessern. Und damit komme ich zu Punkt 3. Dank unserer Kompetenz in beiden Domänen bieten wir grundsätzlich weit mehr als einzelne Komponenten oder isolierte Insellösungen. Über all unsere Geschäftsbereiche hinweg konzentrieren wir uns auf ganzheitliche Systeme, intelligente Plattformen und sogar komplette Ökosysteme. Wie Sie gleich sehen werden, bringt das unseren Kundinnen und Kunden eine Vielzahl von Vorteilen. Tanja Rückert: Besonders sichtbar und wertvoll wird unser Systemverständnis im Fahrzeugbereich. Sie haben sicher schon gehört, wie Software heute für mehr Intelligenz, Effizienz, Sicherheit und Individualisierung hinter dem Lenkrad sorgt. Das ist wirklich ein Paradigmenwechsel. Bis zum Ende dieses Jahrzehnts werden weltweit voraussichtlich über 80 Prozent aller Neufahrzeuge softwaredefiniert sein. Der Marktwert liegt dabei bei über einer Billion US-Dollar. Bosch gestaltet diesen Wandel maßgeblich mit. Die Kombination aus unserer Softwarekompetenz und unserem tiefgehenden Know-how in allen Bereichen der Fahrzeugtechnik verschafft Automobilherstellern dabei einen erheblichen Vorteil. Konkret bedeutet das, dass wir ihnen individuell anpassbare, sofort einsetzbare Systeme mit minimalen Entwicklungszeiten und ohne die üblichen Kompatibilitätsprobleme bereitstellen. Die softwaregesteuerte Mobilität entwickeln wir von Grund auf federführend mit. Unser Projekt „Eclipse Safe Open Vehicle Core“, kurz S-CORE, treiben wir gemeinsam mit unserer Tochtergesellschaft ETAS voran. Ziel ist der Aufbau einer leistungsfähigen Middleware-Plattform auf Open-Source-Basis. Middleware ist gewissermaßen das zentrale Nervensystem softwaredefinierter Fahrzeuge. Sie vermittelt zwischen den hochkomplexen und vielfältigen Hardware- und Softwarekomponenten im Auto. In Zusammenarbeit mit internationalen Automobilherstellern wollen wir bestehende OEM-spezifische Lösungen hinter uns lassen und einen einheitlichen Standard etablieren, der allen offensteht. Das wird die Entwicklung beschleunigen, Kosten senken, die Sicherheit erhöhen und Innovationen branchenweit vorantreiben. So profitieren letztlich mehr Menschen von den Vorteilen softwaredefinierter Mobilität. Paul Thomas: Auch auf Lösungsebene zeigt sich unsere Systemkompetenz besonders deutlich. Hier zählen wir zu den Leitanbietern innovativer Hardware, etwa elektronischer By-Wire-Systeme, ebenso wie der Software, die deren Funktion und Zusammenspiel steuert. Schon bald werden wir eine echte Marktpremiere erleben: Dann bringen wir unser vollwertiges Brake-by-Wire-System in die Serienproduktion, und zwar gemeinsam mit einem der weltweit größten Automobilhersteller. By-Wire-Systeme bilden eine Schlüsseltechnologie für die selbstfahrenden und softwaredefinierten Fahrzeuge der Zukunft. Bosch etabliert sich hier rasant als bevorzugter Partner: Bis 2032 erwarten wir einen kumulierten weltweiten Umsatz von mehr als 7 Milliarden Euro mit unseren Steer-by-Wire- und Brake-by-Wire-Systemen. Beim Thema Fahrzeuge der Zukunft darf natürlich auch die KI nicht unerwähnt bleiben. Bei Bosch setzen wir KI bereits heute ein, um die Sicherheit und den Komfort im Fahrzeug zu erhöhen. Bis 2035 streben wir mit KI-basierten Lösungen für assistiertes und autonomes Fahren einen Umsatz von deutlich über 10 Milliarden Euro an. An unserem Messestand können Sie unser KI-gestütztes Cockpit live erleben. Ein echter Game Changer ist, dass es sehen und hören kann – dank zweier verschiedener Sprachmodelle. Das eine ist ein textbasiertes Large Language Model, über das Sie ganz natürlich mit Ihrem Fahrzeug sprechen können, als säße eine Person neben Ihnen. Das andere ist ein Vision Language Model, mit dem das Cockpit analysieren und verwerten kann, was es über Kameras und Sensoren inner- und außerhalb des Fahrzeugs erfasst. Die Kombination aus beiden eröffnet revolutionäre Möglichkeiten: Zum Beispiel kann das Fahrzeug bei der Ankunft automatisch nach einem Parkplatz suchen oder Protokolle für Onlinemeetings erstellen, an denen Sie während der Fahrt teilnehmen. Tanja Rückert: Sie sehen also: Unsere Fähigkeit, die physische und digitale Welt zu verbinden, bringt eine enorme Bandbreite an Funktionen, Möglichkeiten und Systemen hervor. Gleichzeitig macht sie uns zum bevorzugten Partner – etwa in der Industrie, wo wir sowohl als Nutzer als auch als Anbieter über jahrelange Erfahrung verfügen. Tatsächlich unterzeichnen wir hier auf der CES eine umfassende Absichtserklärung, um die Möglichkeiten einer Initiative auszuloten, die mithilfe agentengestützter KI den nächsten großen Sprung in der industriellen Produktivität ermöglichen könnte. Um Ihnen diese spannende Kooperation näher vorzustellen, bitte ich nun Dayan Rodriguez auf die Bühne, Corporate Vice President Manufacturing and Mobility bei Microsoft.Gastauftritt von Dayan Rodriguez, Corporate Vice President Manufacturing and Mobility bei Microsoft Dayan Rodriguez: Hallo Tanja, hallo Paul! Tanja Rückert: Hallo Dayan, schön, dass Sie bei uns sind! Erzählen Sie uns doch zum Einstieg ein wenig über das Projekt. Dayan Rodriguez: Sehr gern! Lassen Sie mich zunächst kurz den Kontext erläutern. Die Welt verändert sich, und mit ihr die Anforderungen an die Geschäftswelt im KI-Zeitalter. Unternehmen müssen immer neue Komplexitäten und rasante technologische Entwicklungen bewältigen. In unseren Fabriken ist es eine große Herausforderung, unterschiedliche Wertströme miteinander zu verbinden. Dafür brauchen wir neue Arbeitsweisen. Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Viele Werke arbeiten mit veralteten Systemen, weshalb hier gezielt und mit Bedacht vorgegangen werden muss. Gleichzeitig wächst das Datenvolumen an, was es zunehmend schwierig macht, daraus die richtigen Schlüsse und Entscheidungen zu ziehen. Genau hier setzen wir an. Gemeinsam wollen Bosch und Microsoft KI-Agenten nutzen, um Fabriken grundlegend zu transformieren. Diese leistungsstarke Technologie kann Daten auswerten und anschließend selbstständig Entscheidungen treffen und Aufgaben ausführen, um Produktion, Instandhaltung und Lieferketten zu optimieren. Man kann es sich wie eine zusätzliche Intelligenzebene in den Fertigungsprozessen vorstellen. Paul Thomas: Genau deshalb nennen wir diesen Ansatz „Manufacturing Co-Intelligence“. Unser tiefgreifendes Branchenwissen bildet die Basis dafür. Bosch bringt Fertigungsexpertise aus jahrzehntelanger Erfahrung sowie Lebenszyklusdaten von mehr als einer Milliarde Produkten und 700 Millionen digitalen Zwillingen aus unseren eigenen KI-gestützten Fabriken ein. Tanja Rückert: Stimmt. In Kombination mit der IT-Infrastruktur und Softwarekompetenz von Microsoft wollen wir ein offenes, skalierbares und sicheres Ökosystem mit echtem Mehrwert für unsere Kunden aufbauen. Dabei wollen wir Daten in ihrem Kontext verstehen und daraus Erkenntnisse für das „echte Leben“ ziehen. Das hilft Herstellern, sich weiterzuentwickeln und den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen. Wir wollen ihnen Werkzeuge an die Hand geben, um bessere Entscheidungen zu treffen und ihre Effizienz zu steigern – bei gleichzeitig höchster Qualität und Flexibilität. Ebenso möchten wir die Fertigung menschenzentrierter gestalten, nicht wahr? Dayan Rodriguez: Ja, im Mittelpunkt unserer Vision steht eine Fabrik, die Mitarbeitende unterstützt und entlastet. Das Ziel sind schlankere Lösungen. Heute ist es oft so, dass bei Störungen wie Maschinenausfällen in der Fertigungslinie alle verfügbaren Kräfte sofort ausrücken müssen. Instandhaltungsteams werden nachts, am Wochenende oder an Feiertagen gerufen, um Probleme zu beheben und die Produktion schnellstmöglich wieder zum Laufen zu bringen. Das ist stressig, und große Maschinen unter Zeitdruck zu reparieren, ist auch nicht ungefährlich. Wenn alle Prozesse durch agentengestützte KI überwacht werden, lassen sich schon kleinste Abweichungen erkennen und Lösungen implementieren, lange bevor es zu einem größeren Ausfall kommt. Das schafft ein sichereres, stressfreieres und zugleich produktiveres Arbeitsumfeld für alle. Paul Thomas: Und diese Produktivität zahlt sich natürlich auch finanziell aus. In unseren eigenen Betrieben und bei unseren Pilotkunden sind die Integrationskosten um bis zu 70 Prozent gesunken. Prädiktive Lösungen für Garantieansprüche ermöglichen zusätzlich Einsparungen von bis zu einem Drittel. Tanja Rückert: Unser agentengestützter Ansatz sorgt zudem für eine deutlich höhere Zuverlässigkeit auf semantischer Ebene. Dank integriertem Domänenwissen beantworten unsere KI-Agenten Fragen bis zu dreimal häufiger korrekt als isolierte KI-Systeme. Gleichzeitig sparen sie Zeit und reduzieren den manuellen Aufwand für Aufgaben wie Faktenrecherche, Datenkonsolidierung und Dokumentation um bis zu 50 Prozent. Dayan Rodriguez: Ja, die Wirkung ist wirklich durchgreifend. Durch unsere starke Kombination aus fundiertem Industriewissen und modernster Technologie wollen wir die Fertigungslandschaft und den Arbeitsalltag der Menschen verändern, die dort tätig sind. Gemeinsam gestalten wir eine neue Zukunft, in der Mensch und Maschine intelligent und kooperativ zusammenarbeiten. Nicht ohne Stolz sprechen wir bei dieser Vision von „Manufacturing Co-Intelligence“. Tanja Rückert: Ganz genau. Vielen Dank, Dayan. Ich bin gespannt, wohin uns unsere Zusammenarbeit führen wird! Dayan Rodriguez: Vielen Dank Ihnen beiden! Paul Thomas: Unsere Zusammenarbeit mit Microsoft ist nur eines von vielen tollen Beispielen dafür, wie wir Wachstum, Investitionen und Partnerschaften hier in den USA konsequent vorantreiben. Die USA zählen zu unseren wichtigsten Wachstumsmärkten. So hat Bosch kürzlich eine spannende Kooperationsvereinbarung mit Kodiak AI geschlossen. Kodiak AI ist ein dynamisches Unternehmen an der Spitze KI-gestützter autonomer Lkw-Technologien, das bereits Lastwagen ohne menschliche Besatzung im kommerziellen Betrieb einsetzt. Im Rahmen der Zusammenarbeit unterstützen wir die Entwicklung einer produktionsreifen redundanten Plattform, die die erforderliche Hardware, Firmware und Software bündelt, damit vollautonomes Lkw-Fahren großflächig realisiert werden kann. Zu dieser Plattform gehören Sensoren wie Kameras und Radargeräte, mit denen die Lkws ihre Umgebung erfassen, ebenso wie moderne Lenktechnologien für mehr Sicherheit in diesem wesentlichen Fahrzeugsegment. Diese Zusammenarbeit ist für uns eine Win-win-Situation: Sie bietet uns eine hervorragende Gelegenheit, unser Verständnis realer Anforderungen an selbstfahrende Fahrzeuge weiter zu vertiefen und gleichzeitig unser Portfolio für das gesamte Ökosystem der autonomen Mobilität gezielt auszubauen. Auch bei Investitionen sind wir voll auf Kurs, etwa bei unserem Siliziumkarbid-Halbleiterwerk im kalifornischen Roseville. In den vergangenen zweieinhalb Jahren haben wir bereits einen erheblichen Teil der geplanten Investitionen in Höhe von 1,9 Milliarden US-Dollar getätigt und werden noch in diesem Jahr mit der Produktion beginnen. Die Herstellung von Siliziumkarbid-Chips in den USA ist ein zentraler Baustein unseres strategischen Plans, unser Halbleiterportfolio zu stärken und unsere Kunden vor Ort mit dieser Schlüsseltechnologie für die Zukunft von Energie und Mobilität – insbesondere Hybridfahrzeugen – zu versorgen. Und an alle Football-Fans: Ich hoffe, Sie haben unseren ersten Werbespot bei einem der größten Sportereignissen im letzten Jahr gesehen. Gemeinsam mit großartigen Partnern haben wir den USA gezeigt, wie Bosch-Produkte das Leben zum Besseren verändern können. Wenn Sie den Spot nicht kennen: kein Problem. Am 9. Februar sind wir wieder dabei mit einem weiteren Werbespot, der zeigt, was wir meinen, wenn wir sagen: „The more you Bosch, the more you feel like a Bosch.” Wir hoffen, Sie schalten ein! Tanja Rückert: Ganz toll! Ich bin gespannt, was als Nächstes kommt. Innovation bei Bosch folgt seit jeher einem einfachen Ziel: das Leben mittels Technologie zu verbessern. Dabei stellen wir den Menschen in den Mittelpunkt unseres Handelns und nehmen seine sich wandelnden Bedürfnisse ernst. Doch Technologie, die den Menschen in den Mittelpunkt rückt, entsteht nicht im menschenleeren Raum. Daher ist der Dialog für uns so entscheidend. Genau deshalb führen wir seit fünf Jahren unsere jährliche Umfrage „Bosch Tech Compass“ in sieben Ländern weltweit durch. Hieraus wissen wir beispielsweise, dass viele Menschen des Fortschritts gewissermaßen müde sind. So würden 57 Prozent der Befragten bei der Technologieentwicklung gern einfach mal die Pausetaste drücken, bis die damit einhergehenden Folgen genauer bekannt sind. Andererseits fallen die Rückmeldungen zu KI so begeistert wie nie aus. Die Mehrheit der Befragten prognostiziert ihr einen größeren positiven Einfluss auf unsere Gesellschaft als jeder anderen Technologie. Und damit nicht genug: Allgemein ist der Technologieoptimismus größer als seit Jahren. Weltweit sind heute 71 Prozent der Menschen der Meinung, dass technologischer Fortschritt die Welt zu einem besseren Ort macht. Bei Bosch teilen wir diese Einstellung natürlich aus vollster Überzeugung. Schließlich haben wir uns der Entwicklung von Technologien, die den Menschen in den Mittelpunkt rückt, verschrieben. Wir bauen Brücken zwischen Hard- und Software. So entsteht Technik, die Menschen hilft und neue Möglichkeiten eröffnet. Technik fürs Leben. Herzlichen Dank – und kommen Sie an unserem Stand vorbei! Paul Thomas: Vielen Dank an alle. Wir sehen uns an unserem Stand in der Haupthalle!

„Coded #LikeABosch“: Wie Bosch Technik fürs Leben in Form von Software und KI-Lö ...

06.01.2025

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Wirtschaft

„Coded #LikeABosch“: Wie Bosch Technik fürs Leben in Form von Software und KI-Lö ...

Dr. Tanja Rückert, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, und Paul Thomas, President von Bosch in Nordamerika, auf der CES® am 6. Januar 2025 Es gilt das gesprochene Wort.Gastauftritt von Danny MacAskill, Trialfahrer aus Schottland Danny MacAskill: Meine Damen und Herren, bitte begrüßen Sie auf der Bühne: Tanja Rückert und Paul Thomas! Tanja Rückert: Vielen Dank, Danny. Einen großen Applaus für Danny MacAskill! Danny, du bist wirklich ein Akrobat auf deinem Rad! Und bestimmt eröffnen sich dir mit den digitalen Technologien, die gerade im Radsport Einzug halten, ganz neue Möglichkeiten. Paul Thomas: Danny, blicken wir einmal zehn oder 15 Jahre voraus: Welche digitale Lösung wird sich am stärksten positiv auf deine Karriere ausgewirkt haben? Danny MacAskill: In zehn bis 15 Jahren? Naja, ich nutze schon heute sehr viele Technologien – beispielsweise um meine Routen zu planen und Daten zu erfassen, mit denen ich dann meine Leistung auswerte, um mich weiter zu verbessern. Aber wenn wir schon so weit in die Zukunft blicken: Ich denke, etwas anderes hätte deutlich mehr Wirkung. Tanja Rückert: Und was? Danny MacAskill: Ein Klon meiner selbst in Form eines KI-gestützten Roboters, der besonders riskante Manöver erst einmal für mich ausprobiert. Das erspart mir viel Reha-Zeit und definitiv eine ganze Reihe unangenehmer Verletzungen. Er müsste nur wirklich genau wie ich aussehen, damit niemand merkt, dass es ein Roboter ist. Aber das schafft ihr mit links, oder? Paul Thomas: Aber deine Stunts werden ja erst durch dich so interessant! KI kann zwar bei Training und Daten helfen, aber als Ersatz für den Menschen sehen zumindest wir sie nicht. Und genau darum geht es übrigens heute. Danny MacAskill: Tja, Fragen kostet nichts. Tanja Rückert und Paul Thomas: Guten Tag und herzlich willkommen zur CES 2025! Wir freuen uns sehr, dass Sie heute vor Ort oder virtuell dabei sind! Danny hat uns mit seinem Rad den perfekten Einstieg in unser heutiges Thema geliefert: wie Bosch im Digitalgeschäft neue Wege geht. Insbesondere unsere eBike-Sparte bildet den idealen Ausgangspunkt, denn sie zeigt beispielhaft, wie sich unser gesamtes Unternehmen in den letzten Jahren entwickelt hat. Wir haben uns von einem führenden Innovator und Hersteller von Hardware zu einem Unternehmen gewandelt, das die Welt der Dinge naht- und mühelos mit der Welt der Daten verbindet. Vor 15 Jahren ging das erste eBike-System von Bosch an den Start. Zu Beginn vereinte der Geschäftsbereich unser Fachwissen aus klassischen Hardware-Bereichen wie kabellosen Elektrowerkzeugen und E-Motoren auf sich. Wir kamen mit einem einzigen Antrieb, Akku und LED-Display auf den Markt. Spulen wir vor in die Gegenwart: Heute sind wir einer der Weltmarktführer für Antriebssysteme von eBikes. Zudem sind wir führender Anbieter intelligenter vernetzter Lösungen, mit denen sich die Einstellung der Kunden zu Mobilität und Radfahren grundlegend wandelt. Von unserem stetig wachsenden Digitalwissen zu eBike-Systemen können Sie sich hier auf der CES ein Bild machen. Mit Battery Lock etwa starten wir eine neue, einzigartige Lösung, über die sich der Akku Ihres eBikes ganz einfach mithilfe des Smartphones oder des Kiox-Displays digital deaktivieren lässt, wenn er nicht gebraucht wird. Denn fest steht: Der Akku ist nicht nur eines der teuersten Teile am eBike, sondern lässt sich auch mit am einfachsten weiterverkaufen. Ist er aber erst einmal deaktiviert, wird er für Fremde quasi nutzlos. Damit sinkt das Diebstahlrisiko – und Sie haben Ihre Ruhe. Das Ganze ist extrem einfach: Um das Rad wieder zu entsperren, braucht man das Handy nicht einmal aus der Tasche ziehen. Denn der Akku erkennt Sie per Bluetooth. Eine weitere Lösung, die wir hier zeigen, ist Range Control. Diese Funktion unserer eBike Flow App unterstützt mithilfe von KI bei der Routenplanung. Wer ein eBike besitzt, weiß, wie sehr man oft zittert, ob die Motorunterstützung noch bis zum Ziel reicht. Mit Range Control weiß man schon vorher genau, wie weit man mit einer Akkuladung kommt. Sie können sogar bestimmen, wie voll der Akku bei der Ankunft noch sein soll. Bei der Berechnung berücksichtigt der Algorithmus Größen wie das Systemgewicht, installierte Komponenten, Höhenunterschiede und individuelles Fahrverhalten. Darauf basierend passt er dann die Motorunterstützung so an, dass der Akku bei der Fahrt maximal effizient genutzt wird. Und das Beste: Je öfter Sie die Funktion nutzen, desto genauer wird sie, weil sie Ihren Fahrstil analysiert. Zumindest auf einem Zweirad mit intelligentem Bosch-System ist die Sorge um genug Reichweite ab sofort Schnee von gestern. Das Beispiel vom eBike zeigt, dass Software und digitale Lösungen mittlerweile fester Bestandteil all unserer Geschäftsbereiche sind – und dass sich unsere massiven Investitionen hier auszahlen. Bis zum Beginn des neuen Jahrzehnts wollen wir mit unabhängigen Softwarelösungen und Services einen Umsatz von 6 Milliarden Euro erwirtschaften. Natürlich kommt vieles davon mit KI: Schließlich beschäftigen wir rund 5 000 KI-Fachkräfte und haben in den letzten fünf Jahren mehr als 1 500 KI-basierte Patente angemeldet. Damit halten wir übrigens europaweit die meisten KI-Patente. Vielleicht erinnern Sie sich an unsere Ankündigung auf der CES 2020, dass wir bis 2025 jedes Produkt und jede Lösung in unserem Portfolio entweder mit KI ausstatten oder mithilfe von KI entwickeln bzw. fertigen wollten. Dieses Ziel haben wir nicht nur umgesetzt, sondern sogar zwei Jahre früher als geplant erreicht. Doch unsere digitale Transformation und der Erfolg, der sich bei Software und KI einstellt, sind nur ein Teil des Ganzen. Der andere Teil verbirgt sich bereits in unserem diesjährigen CES-Slogan „Coded #LikeABosch“. Codes bilden natürlich die Grundlage einer jeden Digitallösung. Heute heißt es „Vorhang auf“, damit Sie sehen, dass diese Grundlage bei Bosch steht. Natürlich nicht Zeile für Zeile – wir zeigen Ihnen etwas viel Grundlegenderes. Kurz gesagt: „Coded #LikeABosch“ beschreibt den Ansatz, mit dem wir an all unsere Digitalaktivitäten herangehen – und der sich vor allem an unserem Grundsatz „Technik fürs Leben“ orientiert. Betrachten wir einmal seine vier Kernaspekte. Vor allem spiegelt „Coded #LikeABosch“ zunächst unser oberstes Ziel wider: zu verstehen, was die Menschen brauchen und wollen – insbesondere bei Themen wie Sicherheit, Komfort und Effizienz. Auf dieser Grundlage entwickeln wir digitale Lösungen mit echtem Mehrwert – und nicht nur Neuheitsfaktor. Als langjähriger Technologieführer ist es uns seit jeher wichtig, mit unseren Innovationen Leben zu verbessern. Von Bosch kam die Magnetzündung, die großen Anteil an der Demokratisierung des Automobils hatte. Und auch revolutionäre Fahrzeug-Sicherheitssysteme wie Airbag-Steuergeräte und ESP, die unzählige Leben weltweit gerettet haben, stammen von uns. Dasselbe gilt nun für unsere digitalen Innovationen. Unsere Software warnt Verkehrsteilnehmer vor Geisterfahrern. Auf ihr basieren intelligente Kameras, die Rauch und Feuer „sehen“, bevor es zu brenzlig wird, oder den Ball erkennen, der vor Ihrem Auto auf die Straße rollt, und Sie vor dem Kind warnen, das möglicherweise hinterherläuft. Auf unserer Software basieren auch Plattformen für energieeffizientes Gebäudemanagement, hochmoderne digitale Gesundheitslösungen und sichere, effiziente Fertigungsbetriebe. Im Bereich Mobilität unterstützt sie uns dabei, dem softwaredefinierten Fahrzeug der Zukunft den Weg zu ebnen, wobei sich ganz nebenbei noch viele weitere neue Vorteile für Nutzer ergeben. Eines der beeindruckendsten Ausstellungsstücke an unserem Stand ist dieses Jahr ein Rennwagen. Aber nicht irgendeiner: Es ist ein hochmoderner Rennwagen der Kategorie Le Mans Daytona hybrid – auch bekannt als LMDh. Es ist der erste hybrid betriebene Prototyp, der sowohl in der IMSA SportsCar Championship von NASCAR als auch der FIA World Endurance Championship des ACO zugelassen ist – also den klassischen Langstreckenrennen wie Le Mans, Daytona und Sebring. Besonders daran ist zweierlei: Erstens war der LMDh das erste völlig neue Auto, das von beiden Organisationen genehmigt wurde, und zweitens fährt er mit einem Hybridsystem von Bosch. Die Motorsportfans unter Ihnen müssen ihn sich unbedingt ansehen! Zu den digitalen Hightech-Leckerbissen gehört dieses Jahr zudem unsere neue cloudbasierte Telemetrielösung RaceConnect. Mit ihrer Hilfe können wir aus dem Datenstrom aus Fahrzeugen auf der Strecke das Maximum herausholen: So ziehen wir daraus in Echtzeit verwertbare Erkenntnisse für das Rennen sowie die Hersteller, Teams und Fans. Aber eigentlich wollte ich einer anderen Systemkomponente ein paar Minuten widmen: dem Bremssystem. Allerdings nicht aus den Gründen, die Sie womöglich annehmen. Wir berichten, wie dieses Bremssystem einem Fahrer trotz widrigster Umstände ermöglicht hat, weiterhin seinen Lieblingssport zu betreiben. Zu dieser packenden Geschichte haben wir heute einen ganz besonderen Gast eingeladen. Doch bevor wir ihn gleich auf die Bühne bitten, sehen wir uns die Herausforderungen an, denen er sich stellen muss, und wie er sie mit Technologie von Bosch meistert.Gastauftritt von Rennfahrer Robert Wickens Paul Thomas: Robert, vielen Dank, dass du heute zu uns auf die CES gekommen bist. Du hast wirklich Unglaubliches erlebt. 2022 bist du wieder ins Renngeschäft eingestiegen und letztes Jahr bist du mit der Bosch Handsteuerung fürs Bremsen an den Start gegangen. Erzähl uns doch ein bisschen über das System und was es dir gebracht hat. Robert Wickens: Vielen Dank, Paul. Ich freue mich, hier zu sein. Als ich nach meinem Unfall auf die Rennstrecke zurückgekehrt bin, bremste ich zunächst über ein System, das mechanisch mit dem echten Bremspedal verbunden war. Das funktionierte zwar, war aber nicht optimal. Dann kam Bosch mit einer Lösung auf mich zu, die auf dem elektrischen Bremssystem für die LMDh-Klasse basierte. Sie nutzt hochmoderne Brake-by-Wire-Technologie, bei der mittels Software das Bremsdrehmoment aus der E-Maschine bzw. Motor-Generator-Einheit und die herkömmlichen Hydraulikbremsen aufeinander abgestimmt werden. Das Bosch-Motorsportteam hat es geschafft, die Neuentwicklung in Teile meines bestehenden Systems zu integrieren und vor allem die Software auf Handsteuerung anzupassen und zuzuschneiden. Für mein Fahrgefühl und die Reaktivität ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Mit der zusätzlichen Technologie kann ich schneller und gefühlvoller bremsen als mit dem Behelfssystem. Außerdem kommt sie mit einer modernen Diagnosefunktion für mehr Sicherheit. Kurzum: Dank des neuen Bremssystems kann ich mein Fahrzeug genauso steuern wie andere Fahrer auch. Paul Thomas: Das heißt, mit der Bosch-Technologie fährst du nun hinsichtlich Geschwindigkeit und Genauigkeit wieder auf Weltklasseniveau? Robert Wickens: Ganz genau. Tanja Rückert: Was ändert das für dich und deine Karriere? Robert Wickens: Ganz ehrlich: alles. Ich fahre wieder wie früher. Und das heißt im Grunde, dass ich meinen Lieblingsberuf weiter ausüben kann: mich als Rennfahrer auf höchstem Niveau zu messen. Besonders toll finde ich auch, dass das System aufgrund seiner Software-Architektur transportabel ist. Bisher bin ich einen Hyundai Elantra N TCR gefahren, aber ich kann es künftig in so viele Autos mitnehmen, wie ich will. Vor allem aber bin ich stolz darauf, dass ich – egal, was ich in meiner Karriere noch erreiche – gemeinsam mit Bosch ein bleibendes Erbe für die nachfolgende Generation von Rennfahrern mit Behinderung hinterlasse. Nicht nur, weil ich ihnen beweise, dass Rennsport und Behinderung absolut kompatibel sind, sondern auch durch meinen Beitrag zur Entwicklung und Feinjustierung der Technologie an sich, die anderen hilft, ihren Traum zu leben. Paul Thomas: Was meinst du, was dir die Zukunft bringt? Robert Wickens: Da habe ich aufregende Neuigkeiten. Erstens werde ich 2025 in der Corvette Z06 GT3.R mit der Startnummer 36 von DXDT in der IMSA WeatherTech SportsCar Championship einsteigen. Damit arbeite ich mich auf ein höheres Leistungs- und Rennniveau vor – und freue mich riesig. Darüber hinaus eröffnet meine Zusammenarbeit mit Bosch unendliche Möglichkeiten, weshalb wir das System weiter ausbauen wollen. Dies ist also erst der Beginn unseres gemeinsamen Wegs. Tanja Rückert und Paul Thomas: Herzlichen Glückwunsch, Robert, und vielen Dank, dass du heute hier warst. Deine unglaubliche Geschichte inspiriert sicher viele Menschen und es ist uns eine Ehre, dazu beigetragen zu haben. Dieses Beispiel zeigt wirklich eindrucksvoll, was wir mit „Technik fürs Leben“ und „echtem Mehrwert“ meinen. Und es verdeutlicht, weshalb wir so ehrgeizig auf das softwaredefinierte Fahrzeug hinarbeiten: weil es ein enormes Potenzial für mehr Sicherheit, Effizienz und Verfügbarkeit bietet. Und das nicht nur im Bereich des Rennsports! Schließlich stammt das Software-Know-how von Bosch aus unserem umfassenden Wissen im gesamten Mobilitätsspektrum. Damit unterscheiden wir uns von anderen Unternehmen. Denn wir sind auf allen Ebenen und in allen Bereichen des softwaredefinierten Fahrzeugs bewandert, was uns zum ersten Ansprechpartner macht. Apropos Partner: Kommen wir nun zum zweiten Aspekt unseres Ansatzes. Grundsätzlich setzen wir bei all unseren Digitalaktivitäten auf eine kollaborative, hardwareunabhängige Strategie mit offener Plattform. Hierbei leitet uns die Überzeugung, dass sich allgemein in diesem Bereich durch Öffnung mehr erreichen lässt als durch Einschränkung. Deshalb schließen wir Kooperationen mit anderen Unternehmen wie mit VW und seiner Tochter Cariad, mit der wir automatisierte Fahrfunktionen in Autos aller Preissegmente einführen wollen. Daher ist uns hardwareunabhängige Software so wichtig. Dazu gehört beispielsweise unser revolutionäres Vehicle Motion Management, das wir an unserem Stand ausgestellt haben. Und deshalb setzen wir in nahezu allen Geschäftsbereichen auf offene, markenübergreifende Plattformen wie unsere preisgekrönte Automatisierungslösung für die Industrie, ctrlX AUTOMATION. Sie basiert auf dem Open-Source-Betriebssystem Linux und funktioniert wie ein App Store für Hightech-Fabrikanwendungen. Über 100 Partner weltweit sind bereits eingebunden und tragen aktiv zur Weiterentwicklung bei. Ein anderes Beispiel ist unsere Smart-Home-Sparte. In den letzten Jahren haben wir nicht nur weitere intelligente, vernetzte Lösungen entwickelt, die für ein einfacheres Leben und mehr Komfort sorgen, sondern wir haben sie auch kompatibel mit den Produkten und Plattformen anderer Hersteller gestaltet. Denn noch einfacher und komfortabler wird es ja, wenn man frei unter verschiedenen Marken wählen kann und trotzdem noch alles nahtlos zusammenwirkt, nicht wahr? An unserem Stand stellen wir eine Reihe neuer Smart-Home-Produkte von Bosch aus, die nun mit „Matter“ kompatibel sind. Dabei handelt es sich um einen kostenlosen, quelloffenen Verbindungsstandard für Smart Home und IoT-Geräte. Kommen Sie vorbei und entdecken Sie unsere Smart-Produkte wie Zwischenstecker, Tür- und Fensterkontakte, Heizkörperthermostate, Luftreiniger und Klimaanlagen. Darüber hinaus präsentieren wir Ihnen den neuen freistehenden French-Door-Kühlschrank der 100er-Serie von Bosch , der ab 2025 dank Matter mit Alexa kompatibel ist. Bei Bosch freuen wir uns sehr, gemeinsam mit Amazon die Sparte Matter-gestützter Haushaltsgeräte voranzubringen. Zudem stärkt dieses Neuprodukt unsere Führungsposition als erstes Unternehmen weltweit, das ein Matter-fähiges Hausgerät auf den Markt bringt. Die Devise lautet also „mehr Auswahl, mehr Komfort“. So können wir Kundenanforderungen dank eines kollaborativen Ansatzes noch besser erfüllen. Damit komme ich zu Aspekt Nummer 3: Bei allen Digitalaktivitäten ist es uns besonders wichtig, Vertrauen in die neuen Technologien aufzubauen. Das hören Sie schon seit Langem von uns, doch heute ist das Thema brisanter denn je. Bei Bosch haben wir schon früh erkannt, dass sich digitale Technologien ohne das Vertrauen der Nutzer niemals breitflächig durchsetzen und verbreiten können. Deshalb haben wir einen wesentlichen Teil unserer Digitalstrategie den Nutzern unserer Technologie gewidmet, um vor allem die Bedenken der Menschen aufzugreifen. Nirgendwo ist dies wichtiger als bei KI. Deshalb ist es unsere erklärte Priorität, KI sicher, robust und erklärbar zu entwickeln. Seit einigen Jahren leitet uns dabei unser KI-Kodex. Wir befürworten darüber hinaus ein standardisiertes, leicht verständliches KI-Label, das dem Kerngedanken des europäischen KI-Gesetzes Leben einhaucht und Verbrauchern mehr Transparenz bietet. DieseAnsätze sind unseres Erachtens unabdingbar, um Menschen davon zu überzeugen, dass sie unseren Digitaltechnologien – ebenso wie seit Langem unseren Analoglösungen – vertrauen können. Außerdem bleibt der Mensch so im Zentrum des Entwicklungs- und Anwendungsinteresses von KI-Technologien. Für uns bedeutet dieser menschenzentrierte Ansatz, dass wir vor allem die Anwendungsfälle identifizieren müssen, in denen KI Menschen helfen und ihr Leben leichter, sicherer und besser machen kann. Eine der Innovationen, die wir auf der CES präsentieren, verkörpert dieses Konzept perfekt: Unsere neue multimodale KI-Lösung „Revol“ für Babys wurde in den Kategorien „Smart Home“ und „Künstliche Intelligenz“ als CES Innovation Award Honoree ausgezeichnet. Alle Eltern da draußen wissen, wie viel Zeit, Energie und Ungewissheit mit der Betreuung eines kleinen Kindes verbunden sind. Hier kann uns Technologie helfen. Das intelligente Babybettchen Revol behält Ihr Baby dank Sensoren, Kamera und KI im Auge. Wie genau? Durch die Überwachung der Herz- und Atemfrequenz Ihres Kindes. Indem es erkennt, wenn das Gesicht von einer Decke oder einem Kuscheltier verdeckt wird oder wenn das Baby weint. Und wenn das Neugeborene schlecht einschläft, kann das Kinderbett es automatisiert in den Schlaf wiegen. Die menschliche Komponente allerdings kann die Lösung nicht ersetzen. Betreuen können das Kind nur seine Eltern mit Liebe und Erfahrung – denn schließlich treffen Sie ja auch die Entscheidungen. Bosch unterstützt Sie lediglich dabei, dass Ihr Baby sicher und gesund bleibt, Sie die gemeinsame Zeit intensiver genießen können und sich weniger Sorgen machen müssen. Hier erweist sich KI als unglaublich hilfreich, weshalb wir uns auf Anwendungsfälle wie diesen konzentrieren, um Vertrauen in die Technologie zu gewinnen. Auch der verantwortungsvolle und transparente Umgang mit Nutzerdaten gehört dazu. Bei Revol werden sämtliche Daten mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung übertragen und auf von Bosch verwalteten Servern gespeichert, während ruhende Daten lokal mit individueller Verschlüsselung gesichert werden. Trotzdem haben Sie das letzte Wort darüber, ob die Daten überhaupt übertragen werden sollen: Denn Revol funktioniert auch offline, wobei Ihre Daten Ihre vier Wände nicht verlassen, wenn Sie es nicht wünschen. Das Babybett Revol und wie es Eltern mit seinen Digitaltechnologien unter die Arme greift, bietet die perfekte Überleitung zum vierten und letzten Aspekt unseres Ansatzes. Unser Ziel ist es nämlich, mit diesen Technologien – und insbesondere KI – menschliche Intelligenz und Fähigkeiten nicht zu ersetzen, sondern zu unterstützen. Erlauben Sie mir, etwas näher auf KI – und insbesondere generative KI bzw. GenAI – einzugehen, da es sich dabei zweifelsohne um die technische Entwicklung handelt, die in den letzten Jahrzehnten so viel verändert hat wie keine andere. Schon die Entwicklung der künstlichen Intelligenz an sich stellte einen Meilenstein dar. Doch der Sprung zur generativen KI ist nicht mehr und nicht weniger als eine technologische Revolution, die sich neben der Erfindung des Computers oder des Internets einreiht. GenAI hat KI für alle zugänglich gemacht. Mittlerweile braucht man kein KI-Experte mehr zu sein, um das Potenzial und die Möglichkeiten der Technologie zu nutzen. Bei Bosch erleben wir derzeit, wie GenAI die Einführung von KI-Technologien in unserem Unternehmen wie ein Katalysator beschleunigt. Dadurch gewinnen Themen wie AI Upskilling und AI Governance rasant an Bedeutung. Wie nutzen wir GenAI? In unseren internen Prozessen kommt GenAI in verschiedensten Anwendungen zum Einsatz, um unsere Arbeit zu bündeln und unsere Kunden besser bedienen zu können. Seit Kurzem nutzen wir etwa ein Tool, das unsere Beschäftigten beim Erstellen von Texten, Videos und Softwarecode unterstützt. Dank GenAI erschließen wir auch in unseren Lösungen für Kunden neue Möglichkeiten. Gemeinsam mit dem deutschen Unternehmen Aleph Alpha haben wir einen KI-gestützten Dienst auf den Markt gebracht, der mithilfe der Verarbeitung natürlicher Sprache auf Pannenmeldungen aus Fahrzeugen reagiert. Der multilinguale Aufzugnotruf von Bosch ist ein weiterer KI-gestützter Dienst, der im steckengebliebenen Fahrstuhl eingesperrte Personen mit unseren Serviceexperten verbindet. Dabei übersetzt ein KI-basierter Voice-Bot – verstärkt durch GenAI – das Gespräch in Echtzeit. Bei beiden Beispielen können Menschen in Not umgehend Hilfe rufen und erhalten – und das in mehreren Sprachen. Auch unser intelligenter Backofen der Serie 8, den Sie hier auf der CES finden, nutzt GenAI. Dank Sensoren, einer Kamera und einem winzigen Basismodell in jedem Gerät lernt der Backofen Gerichte automatisch zu erkennen und wählt jeweils die optimale Back- oder Garzeit und -temperatur aus. Sie kümmern sich um die Zutaten – der Backofen macht den Rest. Und auch hier gilt: Je öfter Sie ihn nutzen, desto besser wird er. Denn er lernt aus der eigenen Erfahrung und merkt sich Ihre Vorlieben. Das ist das Tolle an KI und deshalb faszinieren mich die Möglichkeiten, die sie bietet, so sehr. Aber ehrlich gesagt finde ich es schade, dass die Gesellschaft oft keinen ausgewogenen Blick auf KI wirft. Auf der einen Seite stößt sie auf viel Angst und Missverständnis, was zu Misstrauen und sogar Widerstand gegen KI führt. Und auf der anderen Seite spielen ihre größten Verfechter legitime Bedenken oft herunter und schreiben ihr Superkräfte zu. Wie meistens liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Bei klugem und verantwortungsbewusstem Einsatz ist KI ein wertvolles Instrument, das mit der menschlichen Intelligenz zusammenarbeitet und sie ergänzt. Sie kann uns im Berufs- wie Privatleben unterstützen und begleiten. Aber sie kann – und sollte – nicht menschenunabhängig arbeiten oder den Menschen ersetzen wollen. Daher ist es so essenziell, sich KI-Kenntnisse anzueignen. Dies geht auch aus dem jüngsten Bosch Tech Compass hervor, in dessen Rahmen wir einmal jährlich weltweit Einstellungen gegenüber Technologie erheben. In der jüngsten Umfrage haben wir die Teilnehmenden zu verschiedenen KI-bezogenen Themen befragt. Interessanterweise zeigten die Ergebnisse, dass dem Wissenserwerb rund um KI weithin große Bedeutung beigemessen wird. Beispielsweise planen 82 Prozent der Befragten weltweit, sich zum Thema KI weiterzubilden. Dementsprechend befürworten 63 Prozent, dass KI als eigenständiges Fach in der Schule gelehrt werden sollte. Das zeigt, dass damit verbundene Fähigkeiten zunehmend als grundlegend betrachtet werden und daher früh erworben werden sollten. Demgegenüber beginnen Arbeitgeber gerade erst, die Bedeutung von KI-Kenntnissen zu begreifen: Nur etwa ein Viertel der Befragten gaben an, im Job eine KI-Fortbildung erhalten zu haben. Bei Bosch nehmen wir das Thema KI-Kenntnisse sehr ernst. Wir haben bereits verschiedene Initiativen ins Leben gerufen, um unsere Belegschaft KI-fit zu machen. Hierzu gehört ein eigenes Lernportal, unsere AI Academy, die allen im Unternehmen offen steht. Dort finden sich vielfältigste Präsenz- und virtuelle Schulungen von Anfänger- bis Profiniveau für unsere Beschäftigten. Bisher haben über 65.000 Beschäftigte Schulungen zu KI und GenAI absolviert. Die Fertigung ist ein weiterer Bereich, in dem wir aktiv unter Beweis stellen, wie wir diese neuen Fähigkeiten einsetzen können – und wie KI allgemein menschliches Fachwissen ergänzen statt ersetzen kann. Bosch gilt weithin als Vorreiter der sogenannten industriellen KI, bei der Fertigungsabläufe KI-gestützt optimiert und verschlankt werden, um sie sicherer, effizienter und genauer zu gestalten. Um es auf den Punkt zu bringen: Bei „Coded #LikeABosch“ geht es um Digitallösungen, die Menschen helfen, unterstützen und nützen sollen. Sie spielen in all unseren Märkten weltweit zunehmend eine grundlegende Rolle für unser Portfolio und damit auch unsere Wachstumsbestrebungen. Apropos Wachstum: Die USA sind und bleiben ein wichtiger strategischer Schwerpunkt, weshalb wir dort weiterhin massiv investieren. Vor einigen Monaten haben wir die größte Einzeltransaktion in unserer Unternehmensgeschichte angekündigt: So planen wir, von Johnson Controls und Hitachi das Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungsgeschäft für Wohn- und kleine Gewerbegebäude für acht Milliarden Dollar zu erwerben. Der Abschluss wird für dieses Jahr erwartet. Darüber hinaus wirken wir am Ausbau der Halbleiterfertigung in den USA mit. So sollen ab 2026 in unserem Werk im kalifornischen Roseville Siliziumkarbid-Chips gefertigt werden, worauf wir ehrgeizig hinarbeiten. Erst kürzlich, im Dezember, kam die erfreuliche Nachricht, dass das Projekt vorgeschlagene Förderungen aus dem CHIPS and Science Act erhält, wodurch wir den Standort zu einem Halbleiterwerk von Weltklasse machen können. Und das ist noch nicht alles. Wir planen mehrere Einführungen neuer, speziell auf den US-Markt zugeschnittener Produkte in unseren Bereichen Elektrowerkzeuge und Hausgeräte. Sie sehen, bei Bosch in den USA geht derzeit viel Spannendes vor sich. Und schon bald wird man auch hierzulande mehr von uns hören. Außerdem werden wir dort auftauchen, wo wir bisher noch nicht zu sehen waren. Und besonders ein Auftritt dürfte Sie überraschen: Mit Stolz dürfen wir Ihnen hier auf der CES mitteilen, dass Bosch erstmals in seiner Geschichte Werbung bei einer großen Sportveranstaltung am 9. Februar schalten wird. Mehr dazu erfahren Sie in den nächsten Wochen. Halten Sie auf jeden Fall beim Spiel Ausschau nach Bosch! Mit Blick auf die Zukunft eröffnet sich mithilfe digitaler Technologien eine endlose Landschaft an Möglichkeiten. Insbesondere KI und GenAI besitzen das Potenzial für mehr Komfort, Effizienz, Einsparungen und Nachhaltigkeit in nahezu allen Bereichen – vorausgesetzt, der Ansatz stimmt. Für uns muss dabei der Mensch im Mittelpunkt stehen. Vor allem hinsichtlich KI sind die vier Aspekte, die ich gerade erörtert habe, essenziell, um einen ausgewogenen und realistischen Blick auf die Technologie zu verankern. Sie tragen auch dazu bei, dass KI dazu genutzt wird, was sie am besten kann: unser menschliches Wirken unterstützen, verstärken und optimieren. Bei Bosch haben wir unsere reine Hardware-Fokussierung schon lange hinter uns gelassen und arbeiten beständig an revolutionären digitalen Errungenschaften. Doch auch eine datengetriebene Welt ändert nichts an dem Beweggrund, der uns antreibt: Unser Anspruch ist und bleibt es, das Leben von Menschen mithilfe von Technologie zu verbessern – getreu unserer Devise „Technik fürs Leben“. Kommen Sie zu unserem Stand und sehen Sie selbst, wie mehrwertstiftende Digitaltechnologie im Sinne von „Coded #LikeABosch“ aussieht. Vielen Dank!

Zukunft vorprogrammiert: Bosch treibt das Software-Geschäft voran

19.06.2024

Referat

Wirtschaft

Zukunft vorprogrammiert: Bosch treibt das Software-Geschäft voran

Dr. Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, Dr. Markus Heyn, Mitglied der Geschäftsführung, anlässlich des Bosch Tech Day am 18. und 19. Juni 2024 Es gilt das gesprochene Wort.Sehr geehrte Damen und Herren, die Library of Congress in Washington ist eine der größten Bibliotheken der Welt. Ihre digitale Sammlung umfasst weit über 900 Millionen Dateien mit einer Gesamtgröße von gut 21 Petabyte. Ein Petabyte ist etwas mehr als eine Million Gigabyte. Damit kann man sich schon eine Weile beschäftigen: zum Beispiel mehr als 13 Jahre lang fernsehen – am Stück und in HD. Die Verkehrsdaten, die wir bei Bosch mit unserer Sensorik inzwischen aufgezeichnet haben, brauchen allerdings etwas mehr an Platz als 21 Petabyte: nämlich weit mehr als das Zehnfache. Das zeigt nicht nur, dass wir zusammen mit unseren Partnern oft auf den Straßen dieser Welt unterwegs sind. Es ist auch ein Zeichen dafür, dass digitale und dingliche Welt bei Bosch miteinander verschmelzen und sich gegenseitig bedingen. Denn nur mithilfe dieser enormen Fülle an Daten können wir beispielsweise unsere Lösungen für die Mobilität der Zukunft entwickeln – Hardware wie Sensoren oder Bremssysteme, vor allem aber auch neue, intelligente Software für die Mobilität von morgen. Sie werden heute hier auf der Teststrecke einige dieser Lösungen selbst erleben und – im wahrsten Sinne des Wortes – erfahren können – und ich freue mich sehr, dass Sie dafür zu uns gekommen sind: herzlich willkommen in Renningen zu unserem Bosch Tech Day. Gerade in der Mobilität ist das Tempo der Software-Entwicklung äußerst hoch. Man könnte fast den alten Begriff der „Datenautobahn“ wieder hervorkramen – dieses Mal aber in einer neuen, nahezu wörtlichen Bedeutung: Denn auf den Straßen der Zukunft wird Software den Verkehr stärker prägen als jede andere Technologie. Für Bosch ist die hohe Dynamik in diesem Bereich ein Vorteil: Software ist schließlich über alle Unternehmensbereiche hinweg bereits der entscheidende Treiber für all unsere Zukunftsthemen – das gilt für die intelligente Steuerung von Fabriken ebenso wie für smarte Hausgeräte oder auch für unser neues Wachstumsfeld Medizintechnik. Dabei ist Software nichts Neues für Bosch. Bislang aber lag der Schwerpunkt weit überwiegend auf Programmen für Produkte; Software zum Beispiel für Airbag-Steuergeräte etwa, für eBikes oder auch für effiziente Wärmepumpen. Mittlerweile aber wächst parallel dazu unser Geschäft mit sogenannter „eigenständiger Software“, die unabhängig vom Produkt entwickelt und vertrieben werden kann. So bieten wir beispielsweise eine Software für eine Videofunktion an, mit der Fahrzeuge ihr Umfeld besser erkennen können. Entscheidend dabei: Das Programm läuft hardwareunabhängig auf Chips verschiedener Hersteller. Der Bedarf an solch eigenständiger Software sowie an digitalen Diensten wird in den kommenden Jahren stark anziehen. Bis Ende der Dekade wollen wir mit Software Umsätze in Milliardenhöhe erwirtschaften Dabei ist die in unseren Produkten eingebettete Software noch nicht einmal eingerechnet. Wie wichtig diese embedded software ist, zeigt ein kurzer Rückblick auf unser allererstes Softwareprodukt: die Bosch-Motronic. Das war ein Steuergerät, das Zündung und Benzineinspritzung gleichzeitig steuerte – und zwar digital, mit Microcontroller und Speicher. Vor 45 Jahren wurde die Motronic erstmals in ein Serienfahrzeug eingebaut, in den BMW 732i. Damit hatte Bosch das Software-Zeitalter im Automobil eingeläutet. Und was 1979 mit sehr überschaubaren Stückzahlen für ein einzelnes Fahrzeugmodell begann, bewegt sich inzwischen in ganz anderen Dimensionen – jedes Jahr liefern wir weltweit mehr als 250 Millionen Steuergeräte mit eigenem Code an unsere Kunden aus. Seit der Einführung der Motronic hat sich Bosch also von einem reinen Hardware-Unternehmen zu einem der größten Anbieter von Software in Europa, wenn nicht weltweit, entwickelt. Insgesamt arbeiten bei Bosch derzeit 48 000 Menschen an Software – viele davon in Deutschland, aber auch in unserem indischen Tochterunternehmen Bosch Global Software Technologies, das in den vergangenen 25 Jahren massiv gewachsen ist und mittlerweile Niederlassungen in Mexiko und Vietnam betreibt. Bosch-Software findet sich in zahllosen Fertigungslinien, Auto-Werkstätten oder in medizinischen Geräten rund um den Globus. Sie warnt vor Falschfahrern und wacht über Wahrzeichen wie etwa die Elbphilharmonie oder das Schloss Neuschwanstein, wo sie wertvolles Kulturgut vor Feuer und Vandalismus schützt. Sie finden Software in der Industrietechnik, wo wir mit der Steuerungsplattform crtlX Automation das am schnellsten wachsende Ökosystem der Fabrikautomation geschaffen haben. Oder im Bereich Building Technologies, wo wir mit Nexospace eine digitale Service-Lösung für effizientes und nachhaltiges Gebäudemanagement anbieten. Und bis vor kurzem waren von uns entwickelte Algorithmen sogar im Weltraum unterwegs, wo die Software an Bord der ISS Geräusche analysiert und auf mögliche Abweichungen hingewiesen hat. Sie sehen also, „Technik fürs Leben“ gilt auch bei der Software. Und wir können sogar – im Unterschied zu reinen Software-Unternehmen – Codezeilen direkt in Produkte bringen, sozusagen ins Leben der Menschen. Die Basis für unseren Anspruch – Technik fürs Leben – liegt seit jeher in unseren Stärken bei der präzisen, qualitätssicheren Herstellung von komplexen, physischen Dingen. Auf diese Stärken wollen wir weiterhin kraftvoll aufbauen, genauso wie auf unserem tiefen Domänenwissen in Mobilität, Industrie oder der Gebäudetechnik. Und mittlerweile machen uns genau diese Fähigkeiten immer attraktiver für Partner, die in der Welt der Software traditionell führend sind. Im Alleingang wird ohnehin kaum ein Unternehmen das große Potenzial von Software und KI voll ausschöpfen können. Gefragt sind stattdessen Kooperationen auf Augenhöhe. Insbesondere Open-Source-Software bietet dabei die Möglichkeit, Kompetenzen über Unternehmen hinweg zu bündeln, Kosten zu sparen und standardisierte Lösungen zu schaffen. Bei der KI wiederum, die für die Software-Entwicklung immer wichtiger wird, brauchen wir jetzt Planungssicherheit. Der von der EU beschlossene AI Act muss nun rasch in Standards und Normen umgesetzt werden, um teure und aufwendige Einzelfallprüfungen zu vermeiden. Regulierung ist notwendig. Aber sie darf das Tempo der Technik nicht unnötig drosseln oder sogar Innovationen verhindern. Und dieses Tempo zieht vor allem im Bereich der Mobilität immer stärker an. Der Siegeszug der Software wird die Autobranche umfassender umwälzen als jeder neue Antrieb. Immer mehr Kunden erwarten zurecht, dass sich ihr Fahrzeug nahtlos in ihre digitale Welt einfügt. Dazu gehört auch die Update-Fähigkeit. Die Software von Autos, Lastwagen, Motorrädern oder eBikes wird in Zukunft nicht mehr auf dem Stand der Technik zum Zeitpunkt ihrer Herstellung sein, sondern auf dem jeweils aktuellen. Mit Software unter der Haube altern Autos langsamer. Fortschritte beim Fahrkomfort, neue Sicherheitsfunktionen können dann ganz entspannt per Update over the air – wie beim Smartphone – ins Fahrzeug integriert werden. Bosch-Technik ermöglicht Software-Updates für eBikes, Motorräder, Pkw und Lkw. Allein seit Einführung unseres smarten Systems für eBikes Ende 2021 haben wir per Software-Update über die eBike Flow App rund 70 neue Features oder Erweiterungen ausgerollt – angefangen bei einer Alarm- und Trackingfunktion bis hin zu neuen Fahrmodi. Die steigenden Ansprüche an die softwaredefinierte Mobilität bringen allerdings die bisherigen Fahrzeugarchitekturen an ihre Grenzen. Deshalb entwickelt Bosch nun eine zentralisierte, domänenübergreifende Software- und Elektronik-Architektur mit einem performanten Software-Stack und leistungsstarken Fahrzeugcomputern und Sensoren. Unser Vorteil dabei: Wir können Hardware UND Software – und sind damit eines der wenigen Unternehmen, die das Zusammenspiel von Automobilelektronik und Cloud umfassend beherrschen. Der globale Markt für Automobilsoftware und -elektronik, so hat es McKinsey ausgerechnet, kann 2030 voraussichtlich 462 Milliarden US-Dollar erreichen. Das entspricht einem durchschnittlichen Wachstum von mehr als 5,5 Prozent seit 2019 – und liegt damit deutlich höher als der Zuwachs in der Fahrzeugproduktion. Unser Anspruch ist es, auch in diesem Bereich Partner Nummer eins für Automobilhersteller weltweit zu sein. Hinzu kommt die Hardware, ohne die sich die neue Software-Welt nicht umsetzen lässt. Hier sind wir bereits erfolgreich unterwegs: Allein mit unseren modernen Fahrzeugcomputern haben wir in den vergangenen drei Jahren knapp vier Milliarden Euro umgesetzt. Meine Damen und Herren, Software ist für Bosch kein Add-On, sondern eine der Säulen unseres Erfolgs. Software bestimmt unsere Prozesse, unsere Produktion, unser Denken. Software gehört für uns also längst genauso zum Alltag wie die fünf roten Buchstaben an den Werkstoren. Sie ist zusammen mit der KI die Grundlage für kommende Innovationen. Und sie wird in allen Unternehmensbereichen in stark zunehmendem Maße zur Wertschöpfung beitragen. Insbesondere aber in der Mobilität haben wir ein ganz klares Ziel: So wie es heute nahezu kein Auto ohne ein Bosch-Teil an Bord gibt, so wird in Zukunft kein Fahrzeug ohne Software von Bosch unterwegs sein. Und wie wir damit die Mobilität der Zukunft mitgestalten, erklärt Ihnen nun mein Kollege Markus Heyn. Vielen Dank!Ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Automobilbaus: Markus Heyn über das Zeitalter des softwaredefinierten FahrzeugsMeine Damen und Herren, auch ich darf Sie herzlich in Renningen begrüßen. Um zu uns zu kommen, haben wahrscheinlich einige von Ihnen heute Morgen schon ein paar Minuten in einem der Staus rund um Stuttgart verbracht. Zehn Meter vor – Bremsen – Stehen – Nicken. Nochmal zehn Meter – wieder Bremsen, Stehen, Nicken. Damit könnte es bald vorbei sein. Leider nicht mit den Staus. Aber immerhin mit dem ständigen Nicken bei jedem Bremsvorgang. Denn Bosch – und wir führen Ihnen das später noch vor – hat eine Software entwickelt, mit der sich das Fahrzeug ganz butterweich abbremsen lässt – ohne jeden Nicker. Nun könnte man meinen, dieses sanfte Anhalten sei nicht viel mehr als eine nette Spielerei im Auto der Zukunft. Aber haben Sie tatsächlich schon einmal versucht, ihr Fahrzeug ohne jeden Ruck, so wie ein echter Chauffeur, zum Stehen zu bringen? Das ist gar nicht so einfach, selbst wenn man sich darauf konzentriert! Und außerdem können Sie mal ihre Mitfahrer oder die Kinder auf dem Rücksitz fragen, was die davon halten. Wer gerade auf dem Handy liest oder an Reisekrankheit leidet, wird für das samtweiche Bremsen sehr dankbar sein. Wir sorgen für ruckfreies Stop and Go mit einer Software, die so sanft bremst wie ein echter Chauffeur. Dabei ist diese Lösung nicht nur besonders komfortabel, sondern gehört auch schon zu einem neuen Abschnitt in der Geschichte des Automobilbaus: denn vor uns liegt das Zeitalter des softwaredefinierten Fahrzeugs. Stefan hat es gerade schon deutlich gemacht: Bosch ist ebenso ein Software- wie ein Hardwareunternehmen. Das gilt besonders für unsere Mobilitätssparte: Weltweit arbeiten 42 000 Menschen daran, Software für aktuelle und kommende Fahrzeuge zu entwickeln. Das sind so viele wie sonst in keinem anderen Unternehmen in der Automobilindustrie. Damit sind wir also bereits ein Teil des Wandels in unserer Branche: neue Fahrzeugmodelle werden immer mehr von der Software her gedacht und entwickelt. Das software defined vehicle (SdV) kommt allerdings nicht von heute auf morgen, und bislang sind erst sehr wenige sogenannte fully SdVs unterwegs – nahezu ausschließlich von Herstellern, die völlig neu auf dem Markt sind. Der Softwareanteil im Fahrzeug wird sich mit der schrittweisen Einführung von fully SdV verdreifachen. Derzeit arbeiten teilweise mehr als hundert Steuergeräte von verschiedenen Herstellern in einem einzigen Auto. Diese Vielfalt zu koordinieren, ist schon höchst anspruchsvoll. Sie mit der gebotenen Sicherheit und Verlässlichkeit upzudaten, ist eine Herausforderung. Damit ein SdV aber updatefähig ist, darf die elektrische und elektronische Architektur eines Fahrzeugs nicht zu komplex daherkommen. Wir brauchen also einen performanten Software-Stack und immer weniger, dafür jedoch leistungsfähigere Fahrzeugcomputer. Also müssen wir im SdV viele der Funktionen, die bislang domänenspezifisch waren, zusammenbringen: Bosch hat als erster Zulieferer überhaupt zusammen mit Qualcomm bereits ein System on Chip vorgestellt, mit dem Vorgänge aus dem Infotainment und aus der Fahrerassistenz zeitgleich verarbeitet werden. In Zukunft könnten weitere Domänen auf einen Chip integriert werden. Bis 2030 könnte so die Zahl der Steuergeräte auf unter Zehn sinken. Die Folge: weniger Bauraum, weniger Kabel, weniger Gewicht, kurz: weniger Kosten bei höherer Flexibilität. Allein die Fusion von Fahrerassistenz- und Infotainment-Steuergeräten kann die Kosten um bis zu 30 Prozent senken. Das sind – je nach Fahrzeugklasse – teils mehr als 100 Euro Ersparnis bei nur einer einzigen Komponente. Dadurch werden automatisierte Fahrfunktionen günstiger und somit auch für preissensible Fahrzeugsegmente attraktiv. Sie sehen also, das software defined vehicle verändert die Anforderungen auch an die Hardware, mehr als der Name vermuten lässt. Die notwendige Software wiederum wird in enger Partnerschaft zwischen OEM und Zulieferer entwickelt. Eine Herausforderung dabei ist die Vernetzung der vielen Software-Pakete im Fahrzeug, die über alle Hersteller hinweg kommunizieren müssen. Die Bosch-Tochter ETAS liefert dafür die Middleware. Das ist, wenn Sie so wollen, die Übersetzungssoftware zwischen den physischen Komponenten und der Anwendungssoftware im Auto – auch von verschiedenen Zulieferern. Neu ist aber vor allem, dass einzelne Software-Funktionen nun auch losgelöst von Hardware als Lizenzprodukt auf den Markt kommen können. Ein gutes Beispiel ist das Vehicle Motion Management von Bosch. Und damit kommen wir wieder zurück zum Nicken oder zum „Ruck“ beim Bremsen. Denn das Vehicle Motion Management oder kurz VMM ist eine umfassende Systemlösung, die das Fahrerlebnis sicherer, komfortabler, effizienter und auch ein Stück außergewöhnlicher macht. Sowohl die Dämpfung wie auch die Antriebs-, Brems- und Lenksysteme werden von der Software optimal und koordiniert angesteuert. Damit kann das Fahrverhalten, etwa Beschleunigung und Bremsverhalten, individuell abgestimmt werden – bis hin zum ruckfreien Anhalten. Ich kann Ihnen nur empfehlen, sich nachher selbst ein Bild von dieser Steigerung bei Komfort, Sicherheit und Fahrdynamik zu machen. Das Vehicle Motion Management steht auch für den Erfolg unserer neuen Organisation im Geschäftssektor „Mobility“. Sie wissen sicher bereits, dass wir uns hier völlig neu aufgestellt haben – vor allem mit Blick auf drei domänenübergreifende Zukunftsfelder der Mobilität: Software, Halbleiter und Fahrzeugrechner. Wichtigstes Ziel dabei ist die bestmögliche Ausrichtung auf Märkte und Kunden. Unsere Antwort auf die weltpolitischen Entwicklungen ist eine nochmals deutliche Verstärkung der internationalen Zusammenarbeit. Dafür arbeiten wir seit Anfang dieses Jahres noch stärker über Geschäftsbereiche, Regionen und Funktionen hinweg zusammen. Das Vehicle Motion Management wäre ohne diese neue Struktur wohl nicht so schnell gekommen. Das neue Tempo kommt auch bei unseren Kunden gut an: Wir erwarten allein für das VMM bereits 2030 einen Umsatz in dreistelliger Millionenhöhe. Der Anteil der Stand Alone-Software wird dabei in Zukunft deutlich höher sein als der der klassischen Embedded Software. Insgesamt wollen wir mit unseren Mobilitätslösungen in der neuen Aufstellung bis 2029 einen Umsatz von mehr als 80 Milliarden Euro weltweit erzielen.Dazu sollen natürlich auch Lösungen aus dem Bereich des Automatisierten Fahrens beitragen: Das SdV ist hier eine ganz wesentliche Voraussetzung für die weitere Entwicklung. Bosch konzentriert sich für Fahrzeuge in Privatbesitz auf einen schrittweisen Fortschritt bei der Fahrerassistenz. Aktuell sind wir der einzige etablierte Tier-1-Lieferant, der Fahrerassistenzsoftware für Level 2+ und darüber hinaus entwickelt. Bosch bietet dabei für verschiedene Stufen die wichtigsten Produkte an: Sensoren, Kameras und Radar ebenso wie die dazugehörigen Fahrzeugrechner, Software und Services. Gerade beim Automatisierten Fahren eröffnen sich mit dem Fortschritt der KI ganz neue Möglichkeiten. Denn generative KI wird in der Lage sein, die visuelle Welt genauer zu beschreiben und in Code umzusetzen. Fahrzeuge werden damit viel besser mit komplexen Situationen umgehen können. Wenn also plötzlich ein Ball auf die Fahrbahn rollt, erkennt das Auto demnächst nicht mehr nur den bloßen Gegenstand, sondern „ahnt“ auch das Kind, das vielleicht hinterläuft. Das System kann sich durch den erweiterten Kontext deutlich schneller und angemessener in vergleichbaren Situationen verhalten. Möglich wird dieses Szenario durch die Verknüpfung von sogenannten foundation models mit unserem tiefen Verständnis von Fahrzeugsystemen. Mit unseren enormen Mengen an Verkehrsdaten trainieren wir die KI. Und weil man dafür nie genug Material haben kann, arbeiten wir mit verschiedenen Herstellern auf der ganzen Welt zusammen, um noch mehr Verkehrsdaten zu sammeln, unter anderem auch mit der VW-Softwaretochter Cariad. Unser Datenspeicher wird also wohl auch in Zukunft größer sein als jener der Library of Congress – eine Art von digitaler Bibliothek für die Mobilität der Zukunft. Jetzt freuen wir uns auf Ihre Fragen und anschließend können Sie dann vieles von dem, was wir hier angesprochen haben, in der Praxis ausprobieren. Unter anderem auch das butterweiche Bremsen. Ich wünsche Ihnen einen spannenden – und ruckelfreien – Nachmittag. Vielen Dank!

Energized #LikeABosch – Technologische Innovationen für eine nachhaltige Zukunft

08.01.2024

Referat

Wirtschaft

Energized #LikeABosch – Technologische Innovationen für eine nachhaltige Zukunft

Dr. Tanja Rückert, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, und Mike Mansuetti, President von Bosch in Nordamerika, auf der CES® am 8. Januar 2024 Es gilt das gesprochene Wort. Übersetzung aus dem Amerikanischen.Guten Tag und herzlich willkommen zur Bosch-Pressekonferenz auf der CES 2024! Wir freuen uns sehr, dass Sie hier sind – vielen Dank für Ihre zahlreiche Teilnahme, ob persönlich oder online! Heute geht es um ein Thema, das uns alle betrifft: Energie. Wussten Sie, dass der weltweite Energieverbrauch sich in den letzten 50 Jahren verdoppelt hat? Schon die 1970er-Jahre waren keineswegs mehr ein „finsteres Mittelalter“. Die meisten modernen Errungenschaften wie Autos, Geschirrspüler, Klimaanlagen oder Flugreisen gab es auch damals schon. Da jedoch immer mehr Menschen auf der Welt Zugang zu modernen Technologien haben und wir diese insgesamt intensiver nutzen, ist unser Energieverbrauch gestiegen. Den Höhepunkt haben wir dabei noch gar nicht erreicht: Tatsächlich steigt unser Energiebedarf noch immer um ein bis zwei Prozent jährlich. Herausfordernd ist natürlich, dass wir diesen Bedarf weiterhin hauptsächlich mit fossilen Energieträgern decken. Diese machen nach wie vor über 80 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs aus – obwohl wir unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zum Schutz des Klimas reduzieren müssen. Den Verbrauch auf vorindustrielles Niveau zu senken, ist definitiv keine Option. Es gilt, unseren ständig steigenden Energiebedarf mit der Gesundheit und Stabilität unseres Planeten in Einklang zu bringen. Wir brauchen ein gesellschaftlich, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltiges Konzept. Das gilt insbesondere beim Thema Energie. Heute stellen wir Ihnen unser breites Technologieportfolio vor, das künftig zu einer nachhaltigeren Deckung unseres Energiebedarfs beitragen kann – mit Lösungen für ein Leben ganz nach dem Motto „Energized #LikeABosch“. Bei energiespezifischen Innovationen fahren wir einen zweigleisigen Ansatz: Erstens konzentrieren wir uns darauf, herkömmliche Energiequellen optimal zu nutzen . Das bedeutet vor allem ständige Effizienzsteigerungen, Energie- und Kosteneinsparungen sowie das Vorantreiben der Elektrifizierung. Letztere bietet immenses Potenzial auf dem Weg hin zu den Emissionszielen in verschiedensten Bereichen, etwa der privaten wie der geschäftlichen Mobilität sowie zu Hause. Zweitens suchen wir neben herkömmlichen Energiequellen auch nach nachhaltigeren Alternativen. Hierbei konzentrieren wir uns insbesondere auf Wasserstoff, der unseres Erachtens maßgeblich dazu beitragen wird, unseren künftigen Energiebedarf klimaneutral zu decken. Wir setzen an verschiedenen Punkten der Wertschöpfungskette an: vom Aufbau der Erzeugungs- und Versorgungsinfrastruktur bis hin zur Entwicklung innovativer wasserstoffbasierter Technologien. Sehen wir uns nun genauer an, wie wir die Nutzung herkömmlicher Energieträger optimieren. Wie erwähnt, liegt dabei ein wesentlicher Schwerpunkt auf der Elektrifizierung. Auf den ersten Blick scheint die Elektrifizierung nur ein Mittel zur Senkung des Energieverbrauchs zu sein, da elektrische Technologien oft deutlich effizienter sind als ihre fossilen Pendants. Doch sie bietet weit mehr: Elektrische Lösungen bergen automatisch das Potenzial für klimaneutralen Betrieb. Denn hierzu müssen sie lediglich mit Strom aus erneuerbaren Energien gespeist werden. Insbesondere die Mobilität wird zusehends elektrisch, weshalb Bosch sich als Leitanbieter entlang der gesamten Wertschöpfungskette für Elektromobilität etabliert hat. In Sachen Vielseitigkeit sind wir weltweit ein Vorreiter – mit Technik vom Chip bis zur E-Achse, vom eBike bis zum Truck, von der Batterie bis zur Brennstoffzelle und von Hardware über Software bis hin zu Services. In den letzten Jahren haben sich E-Autos zunehmend als Transportmittel für den Alltag etabliert. Eine Herausforderung stellt jedoch nach wie vor der Ladevorgang dar: War es bisher eine Sache von wenigen Minuten, eine Tankstelle zu finden und zu tanken, müssen sich Autofahrer heute mit der Frage auseinandersetzen, wo sie ihr E-Fahrzeug laden sollen – und vor allem wann. Darüber haben wir uns natürlich auch Gedanken gemacht und eine Antwort gefunden: Wie wäre es, wenn sich das Auto selbst laden würde? Vorletztes Jahr wurde unsere Lösung „Automated Valet Parking“ als erstes fahrerloses Parksystem offiziell für den gewerblichen Einsatz zugelassen. Auf der CES 2024 präsentieren wir eine spannende Ergänzung dazu, die praktischerweise auch mit Energie zu tun hat – und als CES Innovation Award Honoree ausgezeichnet wurde: Mit Automated Valet Charging (AVC) laden Sie Ihr E-Auto, ohne dabei sein zu müssen. Sie brauchen sich nicht um eine freie Ladestation kümmern oder Ihren Einkauf unterbrechen, um zurück zum Parkhaus zu hetzen und Ihr Auto von der Ladesäule abzustecken. Alles, was Sie tun müssen, ist einen Knopf auf Ihrem Handy zu drücken. Den Rest erledigt das System: Es fährt das Auto zur Ladestation und nach abgeschlossenem Ladevorgang zurück zum Parkplatz. Diese Technologie steckt nicht irgendwo in der Pipeline – sie steht unseren Kunden schon jetzt zur Verfügung. Dazu braucht es keineswegs neue, hochmoderne Parkhäuser. Das Ladesystem funktioniert auf zweierlei Weise: Der AVC-Roboter lässt sich entweder in Parkhäusern einsetzen, die bereits über Automated Valet Parking verfügen, oder in solchen, die die erforderliche Infrastruktur gerade erst einführen. Die Kombination aus Automated Valet Parking und Automated Valet Charging ist einmalig und stößt bei unseren Automobilkunden bereits auf beträchtliches Interesse. Hört sich wie ein nettes Gadget an, stimmt‘s? In Wirklichkeit ist es weit mehr: Denn je komfortabler wir Elektromobilität gestalten, desto attraktiver wird sie auch – und damit steigt wiederum ihre Akzeptanz. Aktuell arbeiten wir daran, ihre Praktikabilität und Attraktivität auf verschiedensten Ebenen zu verbessern. Deshalb investieren wir auch in Siliziumkarbid-Chips. Sie steigern die Reichweite von Elektrofahrzeugen und ermöglichen effizienteres Laden, da sie bis zu 50 Prozent weniger Energie als herkömmliche Chips benötigen. So verlängern sie als Bestandteil der Leistungselektronik die Strecke, die ein Fahrzeug mit einer Batterieladung zurücklegen kann, beträchtlich – im Schnitt um sechs Prozent. Derzeit bauen wir unsere Produktionskapazitäten für Siliziumkarbid-Chips weltweit aus, unter anderem mit einer erheblichen Investition hier in den USA. So haben wir, wie bereits vor einigen Monaten bekannt gegeben, ein Halbleiterwerk im kalifornischen Roseville gekauft, in das wir in den nächsten Jahren über 1,5 Milliarden Dollar investieren wollen. Der Produktionsstart ist für 2026 geplant. An unserem Messestand erfahren Sie in einer Demo mehr über die Vorteile der überaus wichtigen Siliziumkarbid-Technologie, deren Herstellung wir hier in den USA ausbauen wollen. Neben der Mobilität nehmen wir uns den Bereich Wohnen mit seinem gewaltigen Optimierungspotenzial vor. Haushalte bieten bei der Energienutzung enormes Optimierungspotenzial. So entfällt in den USA knapp ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs sowie aller Treibhausgasemissionen auf Wohn- und Geschäftsgebäude. Dies ist nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass über die Hälfte der amerikanischen Haushalte immer noch hauptsächlich mit Gas oder anderen fossilen Brennstoffen heizen oder kochen. Weltweit entwickeln wir Technologien, um Gebäude und ihre Ausstattung energieeffizienter zu gestalten und die Elektrifizierung zu fördern. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Wärmepumpentechnologie. Auf der CES präsentieren wir eine spannende Innovation für Nordamerika, die noch dieses Jahr auf den Markt kommt: unsere neue Kaltklima-Wärmepumpe IDS Ultra . Anders als die meisten Luft-Luft-Wärmepumpen wurde sie für Gebiete mit sehr kalten Wintern entwickelt. Herkömmliche Luftwärmepumpen sind meist recht erschwinglich und leicht installierbar und können – wie alle Wärmepumpen – heizen ebenso wie kühlen. Ihr Nachteil besteht jedoch darin, dass sie bei sehr kalten Temperaturen an ihre Grenzen kommen. Kürzlich haben wir hier in den USA und Kanada eine Studie durchgeführt, die unsere Vermutung bestätigte: Zwar hat fast jeder schon einmal von Wärmepumpen gehört und über 20 Prozent aller Befragten haben aktuell sogar eine, doch ist die geografische Verteilung sehr unregelmäßig. Die anteilsmäßig meisten Wärmepumpen sind im Südosten des Landes installiert, höchstwahrscheinlich weil dort die Winter mild sind. In kälteren Gebieten wie New England oder dem oberen Mittleren Westen liegen die Installationsraten sechs- bis siebenmal niedriger. Die wenigen Hausbesitzer, die dort in eine Wärmepumpe investieren, müssen meist ein Notheizsystem vorhalten, das bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt einspringt. Mit unserer neuen Kaltklima-Luft-Luft-Wärmepumpe ist das nahezu nicht mehr nötig. Sie liefert bei Außentemperaturen von -15 Grad Celsius volle Heizleistung und funktioniert auch bei -25 Grad Celsius noch. Haushalte in nördlichen Regionen sind damit weniger von fossil betriebenen Heizsystemen abhängig. Die Umstellung auf eine elektrische Anlage wird außerdem dank staatlicher Subventionen und Steuergutschriften hier in den USA erschwinglicher. Und abgesehen davon, dass elektrische Systeme nachhaltiger sind und den Emissionszielen zuarbeiten, können Wärmepumpen Energie und Kosten sparen. Über unser neues Produkt freuen sich daher sicherlich die knapp zwei Drittel der Befragten, für die beim Thema Heizung und Klimatisierung ihres Zuhauses Kosten und Effizienz im Mittelpunkt stehen! Wie heute vom US-amerikanischen Energieministerium angekündigt, erfüllt die Kaltklima-Wärmepumpe von Bosch die Anforderungen für den Übergang vom Labor zum Feldversuch als Teil der „Residential Cold Climate Heat Pump Challenge“, mit der das Ministerium die Entwicklung der Wärmepumpentechnologie voranbringen und Verbrauchern den Umstieg auf die elektrische Beheizung und Klimatisierung ihres Zuhauses erleichtern will. Die Wärmepumpentechnologie ist so vielversprechend, dass wir sie auch noch in anderen Haushaltsbereichen einsetzen. Ein Beispiel dafür ist der neue hybridelektrische Warmwasserbereiter , den wir auch hier auf der CES ausstellen. Er startet dieses Jahr in Nordamerika und ist das energieeffizienteste Gerät seiner Art in unserem Sortiment: Durch die Kombination von Wärmepumpentechnologie und elektrischen Elementen ist der ENERGY-STAR-zertifizierte Warmwasserbereiter drei- bis viermal effizienter als unsere herkömmlichen Elektro-Warmwasserspeicher. Mit Lösungen wie dieser tragen wir zu zunehmend elektrifizierten Haushalten bei. Natürlich wollen wir auch mit unseren Geräten Energie sparen. Die Hausgeräte von Bosch sind hier seit Langem Vorreiter – was etwa die Ernennung zum ENERGY-STAR-Partner des Jahres im dritten Jahr in Folge durch die US-Umweltschutzbehörde sowie das US-Energieministerium belegt. Zwar lassen sich unsere Produkte bekanntermaßen so programmieren, dass Stromkosten minimiert oder bevorzugt grüne Energien verwendet werden. Doch in der Praxis ist das nicht immer ganz einfach. Zunächst muss man wissen, zu welcher Tageszeit das Gerät laufen soll – zu der es dann auch eingeschaltet werden muss. Bei beidem hilft nun die neue Funktion MySchedule. Sie ist bereits in unserer neuen Geschirrspüler-Generation integriert und funktioniert über Home Connect. Kurz gesagt: Mit MySchedule lassen sich Geräte so programmieren, dass sie zu Zeiten geringerer Strompreise oder bei Verfügbarkeit von grüner Energie laufen. Damit kann man nicht mehr nur dann Energie sparen, wenn man daran denkt, im richtigen Moment auf „On“ zu drücken. Ein weiterer Ansatz zu optimierter Energienutzung stammt von Bosch Power Tools. Wer schon einmal mit kabellosen Elektrowerkzeugen gearbeitet hat, kennt das Dilemma: Man weiß nicht mehr, welcher Akku wohin gehört und welcher geladen war oder eben nicht. Wir wollen Handwerkern mit weniger unterschiedlichen Akku-Lösungen das Leben erleichtern. Dank der gemeinsamen Akku-Plattform AMPShare lässt sich ein und derselbe Akku für alle Elektrowerkzeuge von Bosch ebenso wie für AMPShare-kompatible Produkte unserer Partner verwenden. Die Idee, die Akkuvielfalt zu verschlanken, stieß bei Handwerkern auf große Begeisterung. Seit dem Start von AMPShare hat die Plattform über 30 Partner weltweit gewonnen, darunter 15 hier in Nordamerika, von denen wir ihnen drei neue hier auf der CES vorstellen! Wir suchen aber nicht nur nach neuen Partnern, sondern arbeiten auch mit unseren Bestandspartnern an Neuprodukten. Schon bald dürften einige neue AMPShare-kompatible Geräte auf den Markt kommen, etwa das PerfectPro Radio, das am CES-Stand von Bosch zu sehen ist. AMPShare erleichtert nicht nur das Akkumanagement, sondern soll auch die Zahl an benötigten Akkus und damit Materialeinsatz und Abfallproduktion verringern – während gleichzeitig mehr Werkzeuge im Einsatz sind. Neben dem Wohnbereich arbeiten wir auch daran, den gewerblichen Sektor energieeffizienter aufzustellen. Hier bieten wir nicht nur Produkte, sondern auch Beratungsdienste und Systemlösungen an. Weltweit – wie auch hier in Nordamerika – investieren wir massiv in unser Geschäftsfeld Systemintegration. Wie vor einigen Monaten bekannt gegeben, haben wir kürzlich das kanadische Unternehmen Paladin Technologies übernommen, mit dem wir unser Geschäft in Nordamerika beträchtlich ausweiten werden. In den USA haben wir bereits durch unsere weiter wachsende Tochtergesellschaft Climatec eine starke Marktpräsenz aufgebaut, die unterschiedliche Kunden bei der energetischen Gebäudeoptimierung unterstützt. So arbeitet Climatec etwa seit sieben Jahren mit dem Schulbezirk Rowland Unified School District in Kalifornien zusammen. Dank der von unserer Tochter durchgeführten Verbesserungen, einschließlich Modernisierung der Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, Gebäudeautomatisierungssysteme, LED-Beleuchtung und Solaranlagen, erwartet der Schulbezirk in den nächsten Jahren Effizienzsteigerungen mit Energiekosteneinsparungen von über 38 Millionen Dollar. Der Ausbau unserer Portfolios im Wohnbereich und bei Konsumgütern sowie unseres Geschäftsfelds Systemintegration unterstreicht unseren Fokus auf profitables Wachstum in Nordamerika. Auch der Bereich Mobilität wird maßgeblich dazu beitragen, was mich zum zweiten Strang unserer Energiestrategie bringt. Wie bereits gesagt, setzen wir bei der aktuellen Klimaherausforderung auf neue erneuerbare Energiequellen – insbesondere Wasserstoff. Erneuerbare Energie lässt sich am effizientesten in den sonnen- und windreichsten Regionen der Welt erzeugen, wo sie aber nicht immer benötigt wird. Daher brauchen wir Speicher, um diese Energie zu transportieren, wofür sich Trägermedien wie Wasserstoff, der mithilfe von Strom gewonnen wird, hervorragend eignen. Bei Bosch sind wir davon überzeugt, dass Wasserstoff maßgeblich zur Dekarbonisierung unseres Energiesystems beitragen kann. Daher investieren wir erheblich in Wasserstofftechnologien und entwickeln Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ein Schwerpunkt besteht hierbei in unserem wasserstoffbasierten Brennstoffzellenantrieb, mit dem sich unserer Ansicht nach auch schwerere Fahrzeuge elektrifizieren lassen werden. Im vergangenen Sommer haben wir in Stuttgart mit der Serienproduktion dieses Systems begonnen. Daneben wollen wir auch wichtige zugehörige Komponenten bereitstellen und verzeichnen bereits Bestellungen von Lkw-Herstellern aus den USA, Europa und China. Diese Woche führt Nikola die neue Technologie bei Probefahrten mit einem Laster mit Brennstoffzelle von Bosch vor. Darüber hinaus arbeiten wir an Komponenten für einen Wasserstoffmotor, der den Kraftstoff unmittelbar für den Antrieb nutzt, ohne ihn zuerst in Strom umzuwandeln. Diese Technologie kann die Leistung eines Dieselmotors erbringen. Zudem lässt sich die Klimafreundlichkeit des Wasserstoffmotors durch den Einsatz von grünem Wasserstoff weiter steigern. Er eignet sich für Nutzfahrzeuge im On- und Offroad-Segment wie Schwerlast- bzw. Langstreckentransporter sowie Baumaschinen. Als Systemanbieter entwickeln wir Lösungen für die Saugrohr- als auch Direkteinblasung. Der Start unseres ersten Wasserstoffmotors mit unseren Komponenten soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Weltweit gewinnen Investitionen in Wasserstofftechnologien langsam, aber sicher an Fahrt. Die USA gehen hier mit gutem Beispiel voran: Die Regierung fördert den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur und hat sieben Milliarden Dollar für die Errichtung sogenannter Wasserstoff-Hubs im ganzen Land bereitgestellt. Private Mittel mit eingerechnet, haben die Investitionen bereits die 50-Milliarden-Dollar-Marke überschritten – was das Geschäft kräftig ankurbelt. Bei Bosch unterstützen wir den Ausbau sauberer Energien in Nordamerika, weshalb wir derzeit an verschiedenen Stellen Projekte identifizieren, zu denen wir mit unserem technologischen Fachwissen rund um die Erzeugung wie auch die Bereitstellung von Wasserstoff beitragen können. Dabei intensivieren wir nicht nur unsere Aktivitäten bei der Erzeugung von Wasserstoff, sondern suchen auch nach Möglichkeiten, ihn lokal herzustellen. Zum einen verbessern wir also die Energieeffizienz und treiben die Elektrifizierung voran, zum anderen setzen wir auf Wasserstoff als nachhaltigere Energiequelle. In all unseren Geschäftsfeldern setzen wir auf eine umfassende Nutzung von Software und Digitalisierung, um Bestandslösungen zu optimieren und neue zu entwickeln. Hier macht unser Fachwissen nicht mehr nur einen kleinen Teil unseres Portfolios aus, sondern bildet die Grundlage nahezu jedes Produkts. Bosch gehört zu den wenigen Hightech-Innovatoren, die sich sowohl mit Geräten als auch mit Daten auskennen. So umfasst unsere weltweite Software-Entwicklung derzeit mehr als 44 000 Mitarbeitende. Auch hier treibt uns unser Motto „Technik fürs Leben“ an: Praktisch bedeutet das, dass wir Daten und Algorithmen gezielt einsetzen, um Komfort, Effizienz und Nachhaltigkeit zu steigern. Im Bereich Mobilität ist Software der Schlüssel zu einer nachhaltigen Zukunft. Wir sind derart von dieser Vision überzeugt, dass wir unser gesamtes Mobilitätsgeschäft daran ausrichten, um sie in die Tat umzusetzen: So positionieren wir uns stärker denn je als Softwareanbieter für Mobilität und intensivieren unsere bereichsübergreifende Zusammenarbeit. Als weltweit größter Automobilzulieferer ebnen wir den Weg hin zum softwaredefinierten Fahrzeug – das elektrifiziert, automatisiert und vernetzt ist und ein breites Spektrum an Mobilitätsdiensten nutzt, die wiederum für mehr Effizienz, Leistung und Komfort sorgen. Insbesondere bei der Entwicklung nützlicher, gewinnbringender Services für softwaredefinierte Fahrzeuge setzen wir alles daran, möglichst viel Know-how einzubringen. Deshalb arbeiten wir mit Partnern aus dem Automotive-Umfeld zusammen, um neue, innovative Lösungen für unsere Kunden bereitzustellen. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist unsere Kooperation mit Amazon Web Services (AWS) , in deren Rahmen wir nützliche bereichsübergreifende Bordfunktionen und Services entwickeln, die Fahrerassistenzsysteme auf ein neues Level heben. An dieser Stelle darf ich Wendy Bauer bei uns begrüßen. Sie ist Vice President und Geschäftsführerin des Automotive- und Produktionsbereichs von AWS und wird Ihnen präsentieren, woran wir derzeit gemeinsam arbeiten. Gastauftritt Wendy Bauer, Vice President und Geschäftsführerin des Automotive- und Produktionsbereichs von AWS: Wir arbeiten tatsächlich an einigen überaus spannenden neuen Funktionen und Services und freuen uns schon darauf, die Vorzüge der Cloud der gesamten Branche sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern weltweit, zugutekommen zu lassen. Das Innovationsspektrum ist breit gefächert und reicht von der Fahrzeugtechnik über die Logistik mit der Service-Plattform L.OS bis hin zu Smart Home-Geräten. Tanja Rückert: Nehmen wir beispielsweise die vernetzte, vollautomatische Bean-to-Cup-Espressomaschine , die Bosch hier auf der CES erstmals präsentiert. Das Gerät – übrigens ein CES Innovation Honoree der Kategorie „Smart Home“ – ist schon an sich ein tolles Ding, doch gemeinsam statten wir es mit der Funktion für Fahrermüdigkeitserkennung aus. Wendy Bauer: Wir alle kennen die Situation: Man macht sich, erschöpft von Besorgungen, auf den Heimweg. Wie wäre es, wenn Ihr Auto Ihre Müdigkeit erkennen könnte und automatisch Maßnahmen ergreifen würde? Mit der neuen Cloudfunktion in softwaredefinierten Fahrzeugen greift Ihr Fahrzeug Ihren Bedürfnissen künftig vor. Bevor Sie überhaupt auf die Idee kommen, sich noch irgendwo einen Kaffee mitzunehmen, fragt Sie nun Ihr fahrzeugintegrierter Sprachassistent – etwa Amazon Alexa –, ob Sie einen koffeinhaltigen Muntermacher gebrauchen könnten. „Ja, warum nicht“, antworten Sie. Nach der CES käme ein dreifacher Cappuccino gerade recht. Und siehe da: Wenn Sie zehn Minuten später zur Haustür hereinkommen, rundet Ihre Kaffeemaschine Ihr Getränk gerade mit einer Milchschaumwolke ab. Tanja Rückert: Und für den Fall, dass Sie keine Erfrischung zu Hause einnehmen können, entwickeln wir derzeit unseren Point-of-Interest-Assistenten. Dabei verfolgt die Fahrzeuginnenraumkamera von Bosch während der Fahrt Ihren Blick und erkennt automatisch, wohin er sich richtet – beispielsweise auf ein bestimmtes Restaurant oder Café. Wendy Bauer: Dank der Echtzeit-Funktion der Cloud und mit Unterstützung von Technologien wie KI, generativer KI und dem Zugang zu führenden Basismodellen können Sie Ihren Sprachassistenten fragen, ob es geöffnet und viel los ist – ohne dabei den Namen des Lokals in Ihrem Sichtfeld nennen zu müssen. In Echtzeit erfahren Sie nun, ob sich ein Zwischenstopp dort lohnt oder ob Sie lieber anderswo auf dem Weg anhalten sollten, um Zeit und Umwege zu sparen. Tanja Rückert: Wäre das nicht hilfreich? Und das sind nur einige der Funktionen, mit denen Fahrzeuge dank unserer Zusammenarbeit schon bald aufwarten könnten. Fest steht, dass kein Unternehmen allein die Zukunft der Mobilität gestalten kann. Deshalb ist es wichtig, branchenweit zusammenzuarbeiten. Wendy Bauer: Für uns bei AWS liegt der Schlüssel zum Fortschritt und Erfolg unserer Branche in der Zusammenarbeit. Gemeinsam mit Partnern machen wir die Zukunft der Mobilität schneller denn je zur Realität. Tanja Rückert: Bleiben wir bei Fahrzeugen und Digitalisierung: Hier auf der CES stellen wir auch zwei neue Mobilitätsdienste vor, die cloudbasiert Kosten senken und für mehr Nachhaltigkeit sorgen. Ich meine zum einen den Neuzugang zu unserem Serviceportfolio „Battery in the cloud“: Usage Certificate To Go ist ein Nachrüstprodukt, das wir mit unserem umfassenden Know-how in der Batteriemodellierung entwickelt haben. Es analysiert die Batteriedaten, die über einen OBD2-Dongle in die Cloud hochgeladen wurden. Damit bestimmt der Service den genauen Zustand der Batterie, deren Lebensdauer sich so um bis zu 20 Prozent verlängern lässt. Unsere neuen cloudbasierten Vehicle Health Services richten sich an Flottenbetreiber: Sie bieten Tools wie vorausschauende Diagnosen für eine effizientere Überwachung des Fahrzeugzustands und präventive Wartung, um Fahrzeugausfälle zu vermeiden und die Flottenverfügbarkeit zu steigern. Diese beiden neuen Serviceangebote tragen letztlich zu einer längeren Fahrzeuglebensdauer und optimaler Ressourcennutzung bei. Wer Mobilität mithilfe der Digitalisierung optimieren will, kommt nicht um unser eBike-Geschäft herum. Wir setzen in allen Bereichen auf cloudbasierte Vernetzung, um das eBiken noch attraktiver zu gestalten. So lässt sich das eBike-System etwa mit Over-the-Air-Updates über unsere eBike Flow App regelmäßig aktualisieren und kontinuierlich mit neuen Funktionen und Upgrades verbessern. Vernetzung liegt auch einer ganzen Reihe Digitaldienste zugrunde, etwa eBike Lock oder der Lösung eBike Alarm, die Sie über verdächtige Bewegungen Ihres Rads informiert und es im Diebstahlsfall orten kann. Wie Sie an unserem Stand sehen können, erweitern wir fortlaufend unser eBike-Portfolio, um eBikes zu einem praktikablen und attraktiven Teil im Puzzle der urbanen Mobilität zu machen. Mehr Nachhaltigkeit ist in vielen unserer digitalen Servicelösungen ein positiver Nebeneffekt, bei anderen ist sie das Hauptziel. Wir haben bereits erläutert, wie wir über unsere Systemintegrationslösungen den Energieverbrauch auf Gewerbeflächen reduzieren. Hier setzen wir für weitere Effizienzsteigerungen ebenfalls auf die Digitalisierung. Unser Geschäftsbereich Building Technologies etwa hat kürzlich sein Angebot für digitales Gewerbegebäudemanagement um einen neuen energieorientierten Dienst für den europäischen Markt ergänzt. Der Nexospace Energy Manager ist modular, anpassbar und mit Alt- wie Neubauten kompatibel und analysiert mithilfe von cloudbasierter Datenanalytik die Effizienz der Energieversorgung, -verteilung und -nutzung. Auf dieser Grundlage schlägt er konkrete Maßnahmen für eine Senkung des Verbrauchs vor. Einer unserer aktuellen Kunden ist die deutsche, international tätige Supermarktkette REWE. Sie konnte ihren Energieverbrauch mithilfe unserer Software in über 2 000 ihrer Filialen um bis zu 20 Prozent senken. Außerdem nutzen wir digitale Technologien in Kombination mit unserem Know-how im Bereich der emissionsarmen Fertigung, um anderen Akteuren der Industrie zu helfen, ihren CO 2 -Fußabdruck zu reduzieren. Das Herzstück von „Decarbonize Industries“, unseres digitalen Planungsdienstes zur Dekarbonisierung, den wir mit einem Partner anbieten, bildet ein leistungsstarkes, KI-gestütztes Datenanalysetool. Bei Bosch wissen wir aus Erfahrung, dass die Erstellung herkömmlicher Dekarbonisierungspläne Monate, wenn nicht Jahre dauert. Dagegen liefert unser datenbasiertes Programm innerhalb weniger Minuten einen konkreten Plan. Der Abo-Dienst unterstützt unsere Kunden in Deutschland mithilfe von Effizienzsteigerungen bereits dabei, sowohl CO 2 -Emissionen als auch Kosten zu senken. Derzeit bereiten wir die Einführung der Plattform in anderen Regionen vor. Die Herausforderungen im Energiesektor lassen sich nicht über Nacht lösen, doch eins steht fest: Wir können es uns nicht leisten, untätig zu bleiben. Um unseres Planeten willen müssen wir uns von fossilen Brennstoffen lossagen – und zwar schnell. Gleichzeitig führen unrealistische Ziele in die Sackgasse. Deshalb müssen wir uns auf machbare und bezahlbare Lösungen konzentrieren. Die Vergangenheit zeigt, dass unser Energiebedarf offenbar keine Grenzen kennt. Das bedeutet jedoch nicht zwingend, dass auch unser CO 2 -Fußabdruck ins Unermessliche steigen muss. Indem wir die Elektrifizierung vorantreiben, auf sauberere, erneuerbare Stromquellen umstellen und die Energieeffizienz maximieren, decken wir unseren stetig ansteigenden Energiebedarf auf für Mensch und Planeten nachhaltige Weise. Dies erfordert jedoch entsprechende Anstrengungen, Investitionen und politische Rahmenbedingungen. Ein weiteres wichtiges Puzzleteil besteht in der richtigen Technologie. Hier arbeiten wir bereits intensiv an innovativen, neuen Lösungen, mit denen wir die CO 2 -Bilanz unserer Fahrzeuge, Gebäude und Branchen verbessern und gleichzeitig das Fundament für eine klimaneutrale Energieversorgung legen können. Bei Bosch ist es unser Anspruch, mithilfe von Technologien eine bessere Zukunft zu gestalten. An unserem Stand auf der CES erleben Sie diese Woche, wie unsere Technik fürs Leben uns unserem Ziel von nachhaltiger, unbegrenzter Energie für alle näherbringt. Vielen Dank! Pressemappe #BoschCES 2024 Event #BoschCES 2024

Hardware, Software und ihre Kombination: Bosch bringt alles mit für die Mobilitä ...

04.09.2023

Referat

Wirtschaft

Hardware, Software und ihre Kombination: Bosch bringt alles mit für die Mobilitä ...

Dr. Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, und Dr. Markus Heyn, Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility, auf der IAA-Pressekonferenz am 4. September 2023 Es gilt das gesprochene Wort.Sehr geehrte Damen und Herren, das Video hat es uns gezeigt: Wir werden morgen anders fahren als heute! Gemeinsam mit unseren Kunden und Mitarbeitern, aber auch mit Gesellschaft und Politik wollen wir die Zukunft der Mobilität gestalten. Genau das meinen wir mit unserem Motto: „Let’s shape the new era of mobility, together.“ Dabei sehen wir durchaus, dass auf dieser IAA nicht nur das Auto im Fokus des Interesses steht, sondern auch der Protest gegen das Autofahren. Es ist okay, dass die Automobilindustrie auch kritisch beobachtet wird. Allerdings sollte die Kritik fair bleiben. Die Elektromobilität wird für uns ein Kerngeschäft. Wir wollen nachhaltige Mobilität, wir wollen sie vor allem bezahlbar machen – nur so wird sie sich auf dem Markt durchsetzen. Einfach ist die Transformation unseres Geschäfts nicht, aber wir gehen diese Aufgabe im Sinne unserer Kunden mit aller Kraft an. Und das heißt auch: Wir stellen uns – über unsere Stärken in der Hardware hinaus – mehr denn je als Software-Haus der Mobilität auf. Wenn man so will, werden Fahrzeuge in Zukunft in der Cloud ebenso wie auf der Straße unterwegs sein. Dabei wird es neben der Hardware auf das problemlose Zusammenspiel von Software aus verschiedenen Quellen ankommen. Eben deshalb stärken wir mit der neuen Organisation unseres Unternehmensbereichs Mobility die Zusammenarbeit über Bereichsgrenzen hinweg. Dazu richten wir auch eine horizontale Verantwortung für Software, Fahrzeugrechner und Halbleiter ein. Alles dies ist auf gutem Weg. Dahinter steht ein großes Ziel: Wir wollen mit Bosch-Technik das Software-definierte Fahrzeug Realität werden lassen. Schon jetzt bieten wir vom Steuergerät bis zur Cloud Lösungen in allen Domänen der automobilen Software-Entwicklung. Dazu nachher noch mehr von meinem Kollegen Markus Heyn, vorab will ich die aktuelle Marktsituation skizzieren. Hier zeigt sich: Bosch wächst kräftig, investiert aber auch kräftig in die Zukunft der Mobilität. Die Geschäftslage: Bosch legt stark zu und erbringt hohe Vorleistungen Dabei sehen wir auch 2023 eine volatile Marktentwicklung. Die Automobilproduktion ist im ersten Halbjahr zwar auf niedrigem Niveau gewachsen, doch das Plus schmilzt bereits wieder ab. Die Folgen des Krieges, vor allem die Unsicherheiten bei Energie und Rohstoffen, werden uns noch länger beschäftigen. Zudem belastet die Inflation vor allem in Europa und den USA die Kaufkraft. Dieser Entwicklung kann sich unser Unternehmensbereich Mobility nicht entziehen, auch wenn er stärker wächst als die Branche. Wechselkursbereinigt wird sein Umsatz 2023 voraussichtlich um rund zehn Prozent steigen. Darin sehen wir zwar auch Preiseffekte. Doch zugleich verzeichnen wir starke Volumen-Zuwächse vor allem durch Neuanläufe, zum Beispiel mit der neuen Generation des ESP-Schleuderschutzes. Über das Jahr hinaus erbringen wir hohe Vorleistungen für den Wandel der Mobilität – Software, elektrisches und automatisiertes Fahren, um hier nur Stichworte zu nennen. Insgesamt stehen wir, wie andere Unternehmen auch, mit der Transformation unserer Branche vor einer Doppelaufgabe: Einerseits geht es um tragfähige Perspektiven für unsere Beschäftigten und ihre Qualifizierung. Dazu haben wir mit der Zukunftsvereinbarung für unsere deutschen Standorte jüngst eine wichtige Voraussetzung geschaffen. Anderseits müssen wir technisch ganz vorn bleiben. Dies gilt vor allem auf dem Weg zum Softwaredefinierten Fahrzeug. Auf dem Weg zur Mobilität von morgen: Bosch denkt das „Software Defined Vehicle“ weiter Software von Bosch verändert allerdings nicht nur das Fahren, sondern auch die Produktion der Fahrzeuge. Wir sind mehr als Automobilzulieferer, auch mit unserer Industrietechnik können wir die Automobilbranche entlang der gesamten Wertschöpfungskette unterstützen. Dazu drei Beispiele, bevor wir unmittelbar ins Auto einsteigen: Erstens sichern wir Automotive-Lieferketten. Mit unserer Track- & Trace-Lösung erfassen wir Position und Zustand von Transportboxen in Echtzeit. Damit statten wir jetzt bei BMW 260 000 Ladungsträger aus, um wichtige Antriebskomponenten transparent und sicher zu verfolgen. Zweitens digitalisieren und vernetzen wir die Automotive-Produktion. Noch haben zum Beispiel Batteriezellfabriken einen Ausschuss von zehn bis 15 Prozent. Unsere Industrie-4.0-Software Nexeed hilft diesen Ausschuss deutlich zu reduzieren. Sie kommt künftig in VW-Zellfabriken zum Einsatz. Drittens bringen wir künstliche Intelligenz in die Automotive-Produktion, um Anomalien und Fehler frühzeitig zu erkennen. Unsere Manufacturing Analytics Solution, kurz MAS, ist bei Bosch bereits in 50 Werken im Einsatz. Mit Hilfe von KI sind die Fertigungskosten zum Beispiel am türkischen Standort Bursa deutlich gesunken. Jetzt aber steigen wir unmittelbar ins „Software Defined Vehicle“ ein. Es setzt eine neue zentralisierte IT- und Elektronik-Architektur voraus. Bosch gehört zu den wenigen Unternehmen, die solch eine Architektur durchgängig entwickeln – von der Cloud über zentrale Fahrzeugcomputer bis zum Chip. Wir fertigen als führendes Unternehmen in der Automobilindustrie Halbleiter selbst. Zudem produzieren wir einen großen Teil der Chips gemeinsam mit Partnern. Gerade erst haben wir mit TSMC, Infineon und NXP angekündigt, in ein Joint Venture in Dresden zu investieren. Das gemeinsame Ziel: eine neue Fabrik für den weiter-wachsenden Bedarf an Chips für das Auto der Zukunft. Wir verzeichnen ein starkes Wachstum im Geschäft mit Fahrzeugrechnern. Voraussichtlich kommen wir allein mit Rechnern für Fahrerassistenz und Infotainment bereits 2026 auf einen Umsatz von mehr als drei Milliarden Euro. Und wir beherrschen das Zusammenspiel der automobilen Elektronik mit dem Internet der Dinge. Mit der nächsten Fahrzeug-Generation, die in der zweiten Hälfte der Dekade auf den Markt kommt, wird Vernetzung Standard. Hier sehen wir nicht nur eine Verdreifachung der Software-Applikation voraus, sondern auch eine Verzehnfachung der Anwendungen mit Zugriff auf die Cloud. In dieser Zukunft der Mobilität versteht sich Bosch nicht mehr nur als Zulieferer von Systemen und Komponenten. Wir sind mehr denn je auch Software-Partner der Automobilhersteller. Dazu beschäftigt unser Unternehmensbereich Mobility allein 38 000 Software-Entwickler – das größte Team dieser Art in unserer Branche. Dabei denken wir das „Software Defined Vehicle“ weiter als andere. Unsere Logik unterscheidet sich vom Ansatz vieler Tech-Player, die Rechnerkerne aus der Konsumelektronik fest mit automobilen Software-Funktionen verknüpfen. Das schafft technische Abhängigkeiten, die wir im Interesse der Branche möglichst vermeiden wollen. Software von Bosch läuft daher weitgehend hardware-unabhängig auf Chips verschiedener Hersteller. Möglich wird das zum Beispiel durch unsere neue Middleware-Lösung für Systeme der Fahrerassistenz und des automatisierten Fahrens, die Software-Anwendungen und die zugrundeliegende Hardware entkoppeln hilft. Mehr denn je kommt es zudem auf die Integration von Software aus verschiedenen Quellen an. Auch dafür bringt Bosch besonderes Know-how mit. Beispiel Infotainment-Systeme, wo der Anteil der Fremdsoftware bei 90 Prozent liegt. Bosch realisiert hier das flexible Zusammenspiel der Software-Pakete, egal woher sie kommen – und dies „on time“ etwa für einen weltweit agierenden Automobilhersteller, der jährlich 200 Neuanläufe bewältigen muss. Wir wachsen derzeit mit Infotainment-Systemen jährlich um 25 Prozent – doppelt so schnell wie der Markt. Mit unserer Erfahrung wollen wir auch die Software-Entwicklung entlang der Wertschöpfungskette in der Automobilindustrie beschleunigen. Dazu etablieren wir jetzt eine Kooperationsplattform, mit der Entwickler aus verschiedenen Unternehmen Funktionsänderungen kontinuierlich testen und integrieren können. Dies ist bereits Standard in der IT-Industrie – mit unserer Lösung setzen wir ihn erstmals in der Automobilindustrie um. Über die neue Plattform arbeiten wir bereits mit anderen Zulieferern zusammen und bieten dies auch den Automobilherstellern an. Grundsätzlich kommen mit dem „Software Defined Vehicle“ neue Funktionen etwa für die Fahrerassistenz schneller auf die Straße – sie kommen über Software-Updates, entkoppelt von der Hardware-Entwicklung. Auch nach Jahren können Fahrzeuge damit „wie neu“ werden. Dabei ist auch Software „Technik fürs Leben“, wie wir bei Bosch sagen. Denn ganz konkret macht sie Mobilität auch nachhaltiger und sicherer. Dazu übergebe ich nunmehr an meinen Kollegen Markus Heyn … Die Elektromobilität: Bosch bietet Lösungen für die gesamte Wertschöpfungskette … Vielen Dank, Stefan! Ich beginne mit der nachhaltigen Mobilität, die wir sehr konkret in Elektromobilität übersetzen können. Wir tun alles für ihren Hochlauf, auch mit neuen Software-Lösungen. Insgesamt entwickelt sich unser Geschäft mit Elektromobilität gut – ich könnte auch sagen: Es steht unter Strom. Wir sind hier klar auf Kurs zu unserem Ziel: sechs Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2026. Schon im vergangenen Jahr konnten wir unsere Fertigung von Komponenten für das elektrische Fahren um gut 50 Prozent steigern, in diesem Jahr wird sich allein die Produktion von E-Motoren verdoppeln. Noch in diesem Herbst bringen wir in 800-Volt-Technik einen neuen Antrieb mit Inverter in Serie – ein System, mit dem sich die Batterie doppelt so schnell laden lässt als bisher. Ob technisch oder geschäftlich – auch in der Elektromobilität will Bosch vorn sein. Dabei ist Software der Schlüssel, um Komfort und Nachhaltigkeit noch zu steigern. Im Elektroauto selbst unterstützt sie das vernetzte Energie- und Thermomanagement, das die Batterie prädiktiv auf die richtige Temperatur für den Ladezeitpunkt bringt. Allein damit verkürzt sich die Ladezeit um bis zu 20 Prozent. Neu ist die effiziente Verteilung elektrischer und thermischer Energie während der Fahrt zwischen Batterie, Antrieb oder auch Klimaanlage. Wichtig für den Autofahrer ist nicht nur der Komfort, sondern auch die Sicherheit beim Laden. Gemeinsam mit dem Start-up Fetch AI entwickelt Bosch einen digitalen Pass fürs Elektroauto – unabhängig von zentralen Datenplattformen. Dieses Software-Paket bedeutet Datenschutz beim Zugang zum Ladenetzwerk. Zudem ermöglicht es neue Services, zum Beispiel die KI-gestützte Prognose der Verkehrslage, um die Ladesäulen-Suche noch einfacher zu machen. Wirklich nachhaltig ist Elektromobilität vor allem dann, wenn Rohstoffe wie Lithium und Kobalt zurückgewonnen werden. Auch dabei kommt Software von Bosch zum Einsatz. In automatisierten Recycling-Anlagen identifiziert sie nicht nur Herkunft und Zustand der Batterien, sie führt auch durch die Prozess-Schritte. So wird die Demontage der Batteriepacks schnell und sicher. Der Bedarf für diese Art der Kreislauf-Wirtschaft wächst: Bis 2030 wird die jährliche Recycling-Kapazität für Batteriematerialien von 50 auf 420 Kilotonnen steigen. Auch dieses Beispiel zeigt: Bosch begleitet Elektromobilität entlang der ganzen Wertschöpfungskette. Wir sind vielseitig wie kein anderer Automobilzulieferer aktiv – mit Technik vom Chip bis zur E-Achse, vom E-Bike bis zum Truck, für Batterie und Brennstoffzelle. Und schon hier ist Bosch immer beides: Lieferant von Hard- und Software. Das eine fördert das andere. Das automatisierte Fahren: Bosch bringt Video-Software, die auf jedem Chip läuft Noch deutlicher, meine Damen und Herren, zeigt sich bei unseren Unfallschutz-Systemen, wie sich Hard- und Software-Entwicklung entkoppeln, aber auch gegenseitig treiben. Schon unsere neue ESP-Generation ist dafür ein markantes Beispiel. Sie ist mehr als eine Weiterentwicklung der Hardware. Denn die wesentliche Innovation steckt in der Software. Es ist die Vehicle Dynamics Control 2.0 – ein neues Regelungskonzept, das nicht nur auf das Bremssystem, sondern auch auf den elektrischen Antrieb und die elektrische Lenkung zugreifen kann. Damit wird der Autofahrer noch mehr Sicherheit erleben: weniger Gegenlenken, kürzere Bremswege. Wichtig für die Automobilhersteller ist der flexible Einsatz in der Elektronik-Architektur von morgen: Die neue Regelung lässt sich in zentrale Fahrzeugrechner ebenso wie im ESP-Steuergerät integrieren, und künftig kommt sie auch als eigenständiges Software-Paket. Sie wird Teil des Vehicle Motion Managements – einer Software, die alle Fahrzeugbewegungen koordiniert, indem sie zentral Bremse, Lenkung, Antrieb und Fahrwerk ansteuert. Dies bringt uns nicht zuletzt auf dem Weg zum automatisierten Fahren voran. Auf diesem Weg hat Bosch früh die technischen und geschäftlichen Chancen erkannt. Mit Systemen für die Fahrerassistenz werden wir auch im laufenden Jahr zweistellig zulegen. Und über die vergangenen fünf Jahre haben wir unsere Entwicklungspower für das assistierte und automatisierte Fahren mehr als verdoppelt. Unsere Neuheiten, wie wir sie hier auf der IAA vorstellen, zeigen den flexiblen Zuschnitt von Hard- und Software. So arbeitet zum Beispiel unsere neue Radarsensor-Generation mit künstlicher Intelligenz. Damit kann sie Hindernisse noch genauer und trennschärfer erkennen und klassifizieren – auch kleinere Objekte wie Motorräder, die nur wenig reflektieren. Für die Videosensorik bieten wir zum einen neue Kameraköpfe, deren Intelligenz sich in zentrale Fahrzeugrechner auslagern lässt. Zum anderen führen wir mit der „Video Perception“ eine reine Software-Lösung ein. Damit lässt sich die Umfeld-Wahrnehmung des Fahrzeugs flexibel auslegen – sei es nach vorn oder auch mit einem 360-Grad-Gürtel. So können Automobilhersteller, egal mit welcher Hardware, neue Sicherheits- und Komfortfunktionen schneller realisieren. Mit der „ADAS Integration Plattform“ bringen wir schließlich einen Fahrzeugcomputer auf den Markt, der gleichsam als Gehirn automatisierter Fahr- und Parkfunktionen fungiert. Diese Plattform lässt sich auch als modularer Baukasten verstehen, offen für Hard- und Software aus eigener oder anderer Entwicklung, flexibel vor allem durch die Möglichkeit, „Systems on Chip“ verschiedener Hersteller zu integrieren. Entscheidend auch hier: Software von Bosch läuft auf jedem Chip. Services für Mobilitätsdienstleister: Bosch macht den Betrieb von Fahrzeugflotten noch effizienter Die Beispiele zeigen, wie rasant sich die Entwicklung des Autos verändert – und Bosch gehört zu den Treibern dieser Entwicklung, immer das Interesse der Kunden fest im Blick. Dabei denken wir die Softwaredefinierte Mobilität auch übers einzelne Fahrzeug hinaus. Mit unserer neuen Cloud-Lösung „RideCare Connected Rent“ können Mobilitätsdienstleister ihre Flotten noch effizienter betreiben. Sie erhalten nach der Vermietung ihrer Fahrzeuge automatisiert Informationen – etwa über den Ladezustand der Batterie oder auch über Schäden, die daraufhin zweifelsfrei zugeordnet werden können. Das bietet zwei wesentliche Vorteile: mehr Effizienz für den Dienstleister, mehr Transparenz für den Nutzer. Die neue Lösung wird bereits bei Rental-Firmen erprobt – nach ersten Erfahrungen ermöglicht sie bis zu 150 Euro Ersparnis pro Fahrzeug und Monat. Bis Ende der Dekade will Bosch damit mehr als zwei Millionen Fahrzeuge ausstatten. Auch damit wird deutlich: In der Mobilität von morgen steht Bosch für Hard- und Software-Lösungen gleichermaßen – und wenn wir von Software sprechen, dann immer auch von Services, die Menschen einfacher denn je bewegen. Wir bringen breites Knowhow mit für den Aufbruch in die neue Ära der Mobilität. In unserem Eingangsvideo heißt es denn auch: „Let’s move like a Bosch!“ Pressemappe IAA 2023 Eventseite IAA 2023

Wachsen mit Wasserstoff

13.07.2023

Referat

Wirtschaft

Wachsen mit Wasserstoff

Dr. Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, und Dr. Markus Heyn, Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility, anlässlich des Bosch Tech Day am 13. Juli 2023 in Stuttgart-Feuerbach Es gilt das gesprochene Wort.Sehr geehrte Damen und Herren, geografisch liegen die Auto Shanghai und die Hannover Messe weit auseinander, aber nie waren sie sich so nah wie in diesem Jahr: In China wie in Deutschland war auf dem Bosch-Stand kaum ein Thema so gefragt wie „Wasserstoff“. Uns werden Lösungen zugetraut wie nur wenigen Unternehmen – Lösungen für die Erzeugung und Verwendung von H 2 , die schnell in große Serien übergehen. Genau daran arbeiten wir – in aller Welt, zugleich mitten in Europa. Auch hier in Stuttgart-Feuerbach, an unserem ältesten Produktionsstandort, findet die Wasserstoff-Zukunft statt. Hier startet heute symbolisch die Serienproduktion unseres Brennstoffzellen-Antriebssystems. Das ist der Anlass dieser Presseveranstaltung, zu der auch ich Sie herzlich begrüße. Wir wollen zeigen: Bosch „kann“ Wasserstoff, und Bosch wächst mit Wasserstoff. 2030 wollen wir mit unseren H 2 -Technologien einen Umsatz von rund fünf Milliarden Euro erzielen. Unsere Lösungen entwickeln wir entlang der gesamten H 2 -Wertschöpfungskette. Dazu vorab eine kleine technische Orientierung, aber keine Sorge, daraus wird keine naturwissenschaftliche Lehrstunde. Nur so viel: Wir erzeugen in der Brennstoffzelle aus Wasserstoff Strom – mobil mit Protonen-Austausch-Membranen, stationär im Festoxid-Verfahren. Wobei die mobilen Systeme vor allem in Nutzfahrzeugen zum Einsatz kommen, die stationären Anlagen hingegen Rechenzentren oder Stadtquartiere mit Energie versorgen können. Was ist hier der Clou? Beide Verfahren lassen sich umkehren, und in dieser Umkehrung eignen sie sich für die Elektrolyse, sie können also auch aus Strom Wasserstoff erzeugen. Auch dabei ist Bosch aktiv. Es ist offensichtlich, dass es zwischen den jeweiligen Brennstoffzellen- und Elektrolyse-Verfahren große Synergien gibt. Wir wollen sie heben. Bosch gestaltet die Wasserstoff-Wirtschaft mit, aber die Politik muss in vier Punkten Tempo machen Ob mit Brennstoffzelle oder Elektrolyse, Bosch gestaltet die Wasserstoff-Wirtschaft mit. Das hilft, weltweit neues Geschäft zu erschließen, aber auch Beschäftigung in unseren Werken zu sichern – wir haben immer beides im Blick. So startet die Produktion mobiler Brennstoffzellen-Systeme in Chongqing ebenso wie hier in Feuerbach. Bosch ist das erste Unternehmen, das solche Systeme in China und in Deutschland fertigt. Und die nötigen Komponenten kommen aus Bamberg und Homburg wie aus Wuxi. Auch bei Wasserstoff setzen wir von Anfang an auf einen weltweiten Fertigungsverbund. Wir planen, daran künftig auch das Werk Anderson in South Carolina zu beteiligen. Vor allem zu Beginn kommt es in diesem Verbund auf die Leistungsfähigkeit der deutschen Standorte an. Wie aber sehen die langfristigen Perspektiven aus? Wie groß sind die Aussichten, in Deutschland und Europa mit Wasserstoff nicht nur zu starten, sondern auch dauerhaft zu wachsen? Die Antwort hängt davon ab, ob die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Darauf will ich noch genauer eingehen, weil diese Bedingungen den Erfolg der Wasserstoff-Technologien in Deutschland und im globalen Wettbewerb erst möglich machen. Grundsätzlich eint uns das politische Ziel der Klimaneutralität – die aber wird es ohne Wasserstoff nicht geben. Zwar ist die Elektrifizierung von Fahrzeugen und Heizungen aktuell der wesentliche Hebel der Energiewende, und auch hier ist Bosch dabei. Aber regenerative Energien lassen sich besonders effizient in den sonnen- und windreichsten Regionen der Welt gewinnen, also nicht dort, wo die industriellen Zentren liegen. Wie also grüne Energie vom Ort ihrer Gewinnung an die Orte ihrer Verwendung bringen? Das gelingt nicht über Strom, sondern nur mit chemischen Trägern, konkret mit Wasserstoff und seinen Derivaten. Weltweit wird der Übergang von der Kohlenstoff- in die Wasserstoff-Wirtschaft entscheidend im Kampf gegen den Klimawandel sein. Dieser Kampf ist eine Jahrhundertaufgabe. Und doch müssen wir den Turbo einlegen, hier und jetzt auch in Deutschland. Wir sind dankbar, dass wir gerade einen Förderbescheid für unsere stationäre Brennstoffzellen-Technologie bekommen haben. Insgesamt aber erreichen wir, wenn es um Wasserstoff geht, das neue „Deutschland-Tempo“ noch nicht. Die USA sind schneller unterwegs. Dort werden mit dem „Inflation Reduction Act“ die Betriebsmittel für den Hochlauf der Wasserstoff-Wirtschaft massiv gefördert. Außerhalb Europas wächst das Interesse an H 2 -Technologien rasant, von China ganz zu schweigen. Europa selbst hat große Ambitionen, jedoch sehen wir bedenkliche Widersprüche zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Vier Punkte sind uns wichtig. Erstens müssen wir die Wasserstoff-Erzeugung in Europa forcieren. Tatsächlich wird sie derzeit eher erschwert – vor allem durch strenge Strombezugskriterien, wie es sie weder in China noch in den USA gibt. Beispiel ist das sogenannte „Additionalitätsprinzip“, das den Bezug von Grünstrom für Elektrolyseure nur aus zusätzlichen Wind- und Sonnenenergie-Anlagen zulässt. Klar ist: Die Priorität der Europäischen Union liegt auf der direkten Verstromung erneuerbarer Energien etwa in Autos und Heizungen. Jedoch stellt sich die Frage: Warum müssen Elektrolyseure sogar die Herkunft des genutzten Grünstroms nachweisen, während es für E-Autos und Wärmepumpen egal ist, woher überhaupt der Strom kommt. Gleichbehandlung geht anders. Vor allem kurbelt diese Art der Regulierung die Wasserstoff-Produktion nicht an, die EU tut sich damit keinen Gefallen. Um diesen Wettbewerbsnachteil wenigstens annähernd auszugleichen, braucht es zumindest in der Hochlaufphase eine starke Förderung von Investitions- und Betriebskosten. Zweitens gilt es internationale Wasserstoff-Lieferketten zu etablieren. Noch sind auch hier Hürden zu überwinden. Denn weltweit lässt sich Wasserstoff am besten über Derivate transportieren, die zum Beispiel aus der Synthese mit Kohlenstoff gewonnen werden, etwa Methanol. Für den Import dieser Derivate schreibt die EU jedoch eine effektive CO 2 -Bepreisung in den Herkunftsländern vor – ohne die Kriterien bisher genauer zu spezifizieren. Das ist wichtig, weil es solch eine Bepreisung bisher in den wenigsten Ländern der Welt gibt. Unter diesen Bedingungen werden mögliche Investoren eines nur zögerlich tun – investieren. Das ist bedenklich, weil Europa bis 2030 die Hälfte seines Wasserstoff-Bedarfs über Partnerschaften mit anderen Weltregionen abdecken will. Nach Einschätzung der Internationalen Energie-Agentur können afrikanische Länder 5 000 Megatonnen H 2 pro Jahr produzieren – das entspricht der heutigen Gesamtenergieversorgung der Welt. Die EU muss alles tun, um Wasserstoff-Partnerschaften mit anderen Kontinenten aufzubauen. Das ist kluge Energie- und Entwicklungspolitik zugleich. Mein dritter Punkt ist das Plädoyer, Wasserstoff in allen Sektoren der Wirtschaft einzusetzen. Richtig ist: Für die CO 2 -Neutralität von Chemie- und Stahlwerken ist H 2 unabdingbar. Aber auch in Verkehr und Gebäuden kommen rein strombasierte Lösungen an Grenzen. Je älter das Haus, desto weniger rechnet sich die Wärmepumpe. Und je länger die Fahrstrecke, desto weniger sinnvoll ist der bloße Batterie-Antrieb. Nicht nur Schiffe und Flugzeuge, auch Nutzfahrzeuge benötigen H 2 -basierte Kraftstoffe. Unsere Devise in Verkehr und Gebäuden lautet also: kein Entweder-oder zwischen Elektrifizierung und Wasserstoff-Lösungen, sondern Sowohl-als-auch. Last but not least muss in Europa Infrastruktur für die Wasserstoff-Verteilung entstehen. Der Transport grüner Moleküle ist auf vielen Wegen möglich, über Pipelines, Lastwagen und Schiffe. Auch innerhalb der EU benötigen wir eine bessere Vernetzung von Energieversorgungs- und Energieverbrauchszentren. Eine Voraussetzung, damit zum Beispiel der H 2 -Betrieb stationärer Brennstoffzellen in Kleinkraftwerken gelingt. Und nicht zuletzt kommt es auf ein Wasserstoff-Tankstellennetz an, orientiert am Bedarf von Nutzfahrzeugen. Ohne fördernde Rahmenbedingungen wird es nicht gehen. Egal ob in Europa oder USA, der Staat ist gefordert, um auf dem Weg in die Wasserstoff-Wirtschaft das „Henne-Ei-Problem“ zwischen Infrastruktur- und Marktentwicklung zu überwinden. Ohne H 2 -Lastwagen keine H 2 -Tankstellen und ohne H 2 -Tankstellen keine H 2 -Lastwagen – hier wird die Notwendigkeit staatlichen Anschubs überdeutlich. Insgesamt muss Europa weit mehr tun, um nicht nur „H 2 ready“, sondern „H 2 competitive“ zu werden. Immerhin gibt es positive Signale, die Forschungsförderung zum Beispiel – genau darauf zielt die Unterstützung für unsere stationären Brennstoffzellen-Technologie im Rahmen des IPCEI-Programms. Auch bei der Regulierung der Wasserstoff-Erzeugung ist die EU-Kommission der Industrie mit einigen Lockerungen entgegengekommen. Ganz wichtig jedoch ist die geplante Review-Klausel. Möglichst zügig muss überprüft werden, wie die Kriterien zum Strombezug die H 2 -Produktionskosten und damit die europäische Wettbewerbsfähigkeit belasten. Weltweit wird jetzt das „Level Playing Field“ für die Wasserstoff-Wirtschaft bestellt, auch dabei muss Europa ein Gegengewicht zur starken Dynamik in den USA schaffen. Es ist höchste Zeit für einen Sprint! Was aber tut Bosch? Dazu übergebe ich nunmehr an meinen Kollegen Markus Heyn … Bosch industrialisiert Wasserstoff-Technologien, das Brennstoffzellen-Antriebssystem geht jetzt in Serie … vielen Dank Stefan! Ich kann klar sagen: Bosch macht Ernst mit dem Einstieg in die Wasserstoff-Wirtschaft. Das deutlichste Signal sind unsere Vorleistungen. Insgesamt investieren wir von 2021 bis 2026 nahezu 2,5 Milliarden Euro in die Entwicklung und Fertigung unserer H 2 -Technologien. Davon zielen nahezu zwei Drittel auf den Brennstoffzellen-Antrieb, mit dem voraussichtlich schon 2030 jedes fünfte neue Nutzfahrzeug ab sechs Tonnen unterwegs sein kann. Zudem arbeiten wir an einem Wasserstoff-Motor, geeignet vor allem für Land- und Baumaschinen, aber auch für schweren Fernverkehr. Wie Stefan Hartung bereits deutlich gemacht hat, stellen wir uns breit auf, entlang der gesamten H 2 -Wertschöpfungskette. Das heißt auch: Wir werden Stacks für die Wasserstoff-Erzeugung liefern – damit treten wir in den Elektrolyse-Markt ein, der 2030 weltweit ein Volumen von 26 Milliarden Euro haben soll. Und wir wollen Brennstoffzellen-Technik auch stationär für dezentrale Energiesysteme nutzen – hier wird das Weltmarktvolumen 2030 voraussichtlich bei 20 Milliarden Euro liegen. Die geschäftlichen Chancen also sind groß, nicht weniger wichtig sind die Beschäftigungseffekte, die vom Einstieg in die Wasserstoff-Wirtschaft ausgehen. Schon jetzt beschäftigen wir bei Bosch mehr als 3 000 Menschen mit Wasserstoff-Technologien, davon mehr als die Hälfte in Europa. Wenn es hier noch mehr werden sollen, dann kommt es wiederum auf die politischen Rahmenbedingungen an, wie Stefan Hartung sie beschrieben hat. Was dabei besonders wichtig ist: Unser Engagement für Elektrolyse und Brennstoffzelle hilft bei der Transformation unseres Kerngeschäfts. Denn das Gros der Stellen im entstehenden Wasserstoff-Geschäft können wir intern besetzen, vor allem mit Beschäftigten aus unserer Antriebssparte. Das Gute ist: Wir können Know-how von hier nach dort mitnehmen. Ob es um Diesel oder Wasserstoff geht, tatsächlich kann sich Bosch in der einen wie der anderen Technologie auf zwei wesentliche Kernkompetenzen stützen: Da ist zum einen das System-Know-how – die Fähigkeit, eine Vielzahl von Komponenten mit Sensorik und komplexer Elektronik zu steuern. Zum anderen ist es die Industrialisierung – die Fähigkeit, neue Entwicklung schnell in großen Serien zu skalieren. Grundsätzlich bringt Bosch einzigartige Automotive-Erfahrung in die Wasserstoff-Wirtschaft mit. Gefragt sind wir daher auch in der H 2 -Erzeugung, wo wir neu in den Markt eintreten. Elektrolyse-Stacks im Labor bauen, das können viele. Solche Stacks aber auch großindustriell vom Band laufen zu lassen, das werden nur wenige realisieren. Ganz konkret können wir Prozesse aus der Fertigung von Diesel- und Benzinsystemen für die Herstellung von Brennstoffzellen nutzen und weiterentwickeln. Das Laserschweißen etwa kennen wir aus der Injektor-Produktion. Sei es in der Beschichtungstechnik oder bei Dichtheitsprüfungen – allenthalben ist ein Technologie-Übertrag möglich. Ohne die Beherrschung komplexer Verfahren ist alles nichts. Das ist der Grund für unsere hohe Fertigungstiefe: Auch langfristig soll mehr als die Hälfte der Wertschöpfung unseres Brennstoffzellen-Antriebs im eigenen Haus entstehen. Dahinter steckt nicht zuletzt der traditionell starke Sondermaschinenbau von Bosch. Er deckt gut 50 Prozent unserer Fertigungsausrüstung ab. Was wir können, zeigt sich auch im Detail. Dazu noch zwei markante Beispiele: Erstens das Highspeed-Laserschweißen: Damit machen wir in mobilen Brennstoffzellen-Systemen in jedem Stack 1 200 Meter Schweißnähte wasserstoffdicht. Ein Prozess, den es so nur bei Bosch gibt. Zweitens das Laserbohren. Damit erzeugen wir in stationären Brennstoffzellen-Systemen pro Stack mehr als 200 Millionen Löcher – 6 000 pro Sekunde. Auch beim Übergang in die Wasserstoff-Wirtschaft zeigt sich: Die konkreten Lösungen für den Klimaschutz setzen tiefes technisches Wissen voraus. Eben dieses Wissen bringt Bosch mit. Zu guter Letzt möchte ich Ihnen dazu einen Überblick über den aktuellen Stand der Dinge vermitteln. Zunächst zur Wasserstoff-Erzeugung: Zu Jahresbeginn hat bei Bosch der Musterbau für das Elektrolyse-Verfahren mit Protonen-Austausch-Membranen begonnen – das ist die Umkehrung der Energieumwandlung, wie wir sie in der mobilen Brennstoffzelle nutzen. Im ersten Schritt haben wir 150-Kilowatt-Stacks hergestellt, von Herbst an werden wir 1,25-Megawatt-Funktionsmuster für Pilotanwendungen zur Verfügung stellen. Damit sind wir auf Kurs zum Serienstart im Jahr 2025. In den Markt treten wir als Zulieferer von Stacks ein, wir werden aber auch Sensorik und Steuerung sowie die nötigen Services anbieten. Unser Leitwerk ist Bamberg, zugleich kommt es gerade in der Elektrolyse auf weltweite Lieferketten an. Der Kundenwunsch ist klar: Es geht um Skaleneffekte durch hohe Fertigungsvolumina – dafür steht Bosch. Zudem ist die Wasserstoff-Erzeugung ein wichtiges Thema in unserer Forschung und Entwicklung. So werden wir von 2024 an gemeinsam mit unseren Partnern Ceres Power und Linde in einem Demonstrator-Projekt auch die Elektrolyse im Festoxid-Verfahren erproben. Damit bin ich bereits bei der stationären Brennstoffzelle, die gleichermaßen auf der Festoxid-Technologie basiert. Ihr Einsatzgebiet ist die dezentrale Energieversorgung – und das nicht nur mit Strom, sondern auch mit Wärme. Damit werden wir zum Beispiel bei unserem Pilotprojekt im Krankenhaus Erkelenz bei Köln bereits einen Gesamtwirkungsgrad von 90 Prozent erzielen. Solch ein Kleinkraftwerk startet mit Erdgas, kann jedoch auf grünen Wasserstoff umgerüstet werden – so gelingt ein schrittweiser Übergang in die Klimaneutralität. Unsere Technik wollen wir Mitte der Dekade in Serie bringen. Für die Fertigung der stationären Brennstoffzellen-Stacks können wir nicht zuletzt unser Know-how in der Funktionskeramik nutzen, wie wir es aus der Produktion der Lambda-Sonde mitbringen. Schauen wir auf die mobilen Anwendungen, so können wir Wasserstoff nicht nur mit dem Brennstoffzellen-Antrieb in Strom umwandeln – wir können ihn auch unmittelbar als Kraftstoff nutzen. Solch ein H 2 -Motor kann alles, was der Diesel kann, jedoch nahezu CO 2 -neutral. Dies ist ein schneller und kostengünstiger Einstieg in den mobilen Wasserstoff-Einsatz, da sich bestehende Entwicklungs- und Fertigungstechnologien zu mehr als 90 Prozent nutzen lassen. Geeignet ist der H 2 -Motor vor allem für schwere Fahrzeuge, die über längere Zeit mit besonders hohen Lasten unterwegs sind. Bosch entwickelt für diesen Motor zwei Systeme: die Saugrohr- und die Direkteinblasung von Wasserstoff. Die größte technische Herausforderung ist der Injektor für die direkte Einblasung. Er muss, anders als beim Diesel, ohne Schmierung durch den Kraftstoff auskommen – und doch, genauso wie beim Diesel, milliardenfach öffnen und schließen können. Unsere Ingenieure sind dabei, diese Herausforderung zu meistern, ohne dass zusätzlich Öl emittiert wird – das ist bisher weltweit einzigartig. Auf den Markt kommt der H 2 -Motor voraussichtlich von 2024 an. Schon jetzt hat Bosch vier Serienprojekte in allen Teilen der Triade. Ende der Dekade sind sechsstellige Stückzahlen möglich. Zu guter Letzt nun, meine Damen und Herren, zum Brennstoffzellen-Antrieb. Hier gehen wir in Serie. Wir können das Antriebssystem, aber auch wichtige Bestandteile liefern, sei es den Stack, sei es das Wasserstoff-Dosierventil und den elektrischen Luftverdichter. Wir haben vier Serienaufträge für das komplette System, weitere für unsere Komponenten. Den Truck unseres Kunden Nikola Iveco können Sie hier in der Ausstellung sehen. Insgesamt beliefern wir Nutzfahrzeug-Hersteller in China ebenso wie in den USA und Europa. Im Pilotbetrieb bei unseren Kunden hat unser System bereits mehr als zwei Millionen Kilometer zurückgelegt. Dazu haben wir einen internationalen Fertigungsverbund aufgebaut. So ist die Stack-Produktion bereits 2022 in Bamberg und Wuxi angelaufen. Hier wie dort werden wir bis Mitte der Dekade Stacks mit einer Gesamtleistung von einem Gigawatt hergestellt haben. Überdies läuft jetzt die Produktion unseres kompletten Antriebssystems an, hier in Feuerbach ebenso wie in Chongqing. In der ersten Ausbaustufe werden wir insgesamt jährlich mehrere tausend Systeme fertigen. Die stärkste Marktentwicklung sehen wir zunächst in China. Dennoch beginnt hier und heute ganz offiziell die Serienproduktion unseres Brennstoffzellen-Antriebssystems. Gemeinsam mit Stefan Hartung und Thomas Pauer, dem Chef unserer Antriebssparte, starte ich jetzt symbolisch diese Produktion. Dazu darf ich die Kollegen auf die Bühne bitten. Es ist nur ein kleiner Knopfdruck, doch damit beginnt für uns der Aufbruch in ein neues und großes Geschäftsfeld. Bosch wird ein Name für Wasserstoff!

Nach vorne: Bosch beschleunigt sein Wachstum in allen Regionen und Bereichen

04.05.2023

Referat

Bosch Gruppe

Nach vorne: Bosch beschleunigt sein Wachstum in allen Regionen und Bereichen

Dr. Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, und Dr. Markus Forschner, Geschäftsführer und Finanzchef der Robert Bosch GmbH, anlässlich der Bilanzpressekonferenz am 4. Mai 2023 Es gilt das gesprochene Wort.Sehr geehrte Damen und Herren, der Titel unseres Geschäftsberichts scheint auf bessere Zeiten zu zielen. Onwards – das heißt jedoch nicht, dass wir die Krisen unserer Zeit einfach hinter uns lassen könnten. Im Gegenteil: Auch diese Bilanzpressekonferenz, zu der ich Sie herzlich begrüße, findet in einer Zeit statt, da kein Ende des Krieges in der Ukraine absehbar ist. Genauso wenig sind Energieknappheit, Lieferengpässe, Inflation überwunden, und der Klimawandel bleibt eine Jahrhundertaufgabe. Ja, es sind anspruchsvolle Zeiten, in denen sich Krisen überlagern. Immerhin hat Bosch das Jahr 2022 gut überstanden – der Umsatzanstieg liegt über den Erwartungen, die Rendite hat sich leicht verbessert. Aber auch 2023 wird anspruchsvoll. Warum also „onwards“? Weil uns schwierige Zeiten nicht davon abhalten, nach vorne zu schauen. Dabei warten wir nicht auf bessere Zeiten, wir unternehmen alles, um sie herbeizuführen. Was leitet unseren Blick übers Jahr und die aktuellen Krisen hinaus? Allen voran unser Leitmotiv „Technik fürs Leben“. Es passt in eine Zeit, in der die Menschheit den Klimawandel bekämpfen muss. Dies führt zu erheblichen Umbrüchen in Wirtschaft und Gesellschaft und beschleunigt den technologischen Wandel. Zwar kann Technik nicht jedes Problem auf dieser Welt lösen. Aber gerade für den Klimaschutz kann sie ihren Beitrag leisten – beim Umbau unserer Energiesysteme, unserer Mobilität, letztendlich unseres gesamten Lebensumfeldes. Daraus ergibt sich für Bosch neues Wachstumspotenzial, zugleich aber die Notwendigkeit, sich selbst umfassend zu erneuern. Unsere Chancen sind groß. Auf zwei Punkte kommt es an, die wir wahrnehmen wollen: Einerseits müssen wir innovativ sein. Das heißt, die Leistungsfähigkeit und Kreativität unserer Mitarbeiter erhalten und mobilisieren. Und es bedeutet, Entwicklungszentren, Fabriken und Infrastruktur zu errichten, um Innovationen weltweit durchzusetzen. Andererseits müssen wir ertragreich, also wirtschaftlich schlagkräftig sein. Gerade Bosch muss die Balance halten zwischen ökonomischer Leistung sowie ökologischen und gesellschaftlichen Zielen. Konkret müssen wir – durch Vorleistungen und Investitionen Wachstumschancen wahrnehmen, zugleich Kostendisziplin wahren und das Kapital mit hoher Effizienz einsetzen. Auch das meint „Onwards“: den Weg nach vorn kräftig und mutig, aber auch diszipliniert und effizient gehen. Dabei stellen wir uns darauf ein, dass der Kampf gegen den Klimawandel umfassende Transformationen auslöst, die von zwei Seiten gesehen werden. Dieser Kampf ist ein weltweites Wachstumsprogramm für neue Technologien, wir erleben ein Feuerwerk an Innovationen, die in den Markt drängen, von neuen Halbleitern und Sensoren bis hin zur künstlichen Intelligenz. Doch das ist nur die eine Seite. Das andere ist die Verdrängung bewährter Technologien. Dass Verbrennungsmotoren in Zukunft deutlich weniger genutzt werden, hat für Bosch Folgen. Auf die entsprechende EU-Regulierung müssen wir uns einstellen. Das führt auch zu Sorgen bei unseren Mitarbeitenden – und das verstehen wir. Auch deshalb wollen wir weltweit balanciert wachsen. 2022 haben wir zwar jeden dritten Euro in der Region Asien/Pazifik investiert, aber in Deutschland war es genauso viel. Und wenn wir in Nordamerika zulegen, dann müssen wir andere Teile der Welt nicht vernachlässigen. Wir können das eine tun, ohne das andere zu lassen – und insgesamt werden wir in unserer regionalen Aufstellung robuster. Auch sektoral gehen wir in unserer Wachstumsstrategie vielseitig vor. Wir können noch viel Potenzial im bestehenden Geschäft ausschöpfen, aber uns auch in angrenzenden Feldern ergänzen – und nicht zuletzt in neue Felder einsteigen. Das werde ich an einigen Beispielen deutlich machen. Zunächst aber wird mein Kollege Markus Forschner die aktuelle Geschäftslage skizzieren … Dr. Markus Forschner über das Geschäft 2022 und 2023 Meine Damen und Herren, auch geschäftlich stehen wir bei Bosch vor beträchtlichen Herausforderungen. Dazu gehören – ausgelöst vor allem durch den Krieg in der Ukraine – die weiterhin hohen Preise auf den Rohstoff- und Energiemärkten, die mit für die hohe Inflation sorgen, und die nur mäßigen Konjunkturaussichten für dieses Jahr. Die Lieferketten sind ebenfalls noch weiterhin beeinträchtigt – gerade bei Halbleitern. Trotz dieses schwierigen Umfelds stellen wir wichtige Weichen für den Erfolg von Bosch auf den Märkten von morgen und übermorgen. Wir wollen ein weltweit aufgestelltes und in mehreren Sektoren führendes Technologieunternehmen sein und unser Wachstum beschleunigen. Stefan Hartung wird dies gleich weiter erläutern. Aus meiner Sicht als Finanzchef bedeutet das: Wir müssen die schwierige Balance halten zwischen Investieren und Kostendisziplin. Wir investieren hohe Beträge in die Zukunft und damit auch in das aktuelle Wachstum, das durch die Transformation in Richtung Dekarbonisierung und Digitalisierung getrieben wird. Dabei sind wir erfolgreich. Dafür müssen wir die Lieferfähigkeit sicherstellen. Aber, hierfür müssen wir ertragsstärker sein. Wir müssen auch im Wachstum sparen, Bestände abbauen und eine hohe Kapitaleffizienz sicherstellen. Nur so können wir bei unserer im Grundsatz konservativen Finanzpolitik bleiben und unsere finanzielle Solidität wahren, die Basis für unsere finanzielle Unabhängigkeit ist. Diese Balance ist keine einfache Aufgabe. Sie fordert – zusätzlich zu der Bewältigung der Krisen der vergangenen Jahre – sehr viel von unseren Führungskräften und Beschäftigten: neben strategischen Weichenstellungen und Innovationen, viele Task-Forces, hohe Kostendisziplin, den effizienten Einsatz von Kapital. Und es ist eine Aufgabe, bei der wir, allein schon aufgrund der großen Volatilität und Dynamik der Märkte, immer wieder nachjustieren müssen. Der Jahresabschluss 2022 hat erneut gezeigt: Wir bei Bosch können schwierige Zeiten meistern. Dennoch hat die Krise des vergangenen Jahres auch in unseren Geschäftszahlen Spuren hinterlassen. Da sich der Abschluss von den bereits veröffentlichten vorläufigen Zahlen nicht grundsätzlich unterscheidet, möchte ich nur einige Punkte exemplarisch herausgreifen. Die vollständigen Kenndaten können Sie Ihren Presseunterlagen, beziehungsweise dem Geschäftsbericht, entnehmen. Wir haben unseren Umsatz 2022 trotz des schwierigen Umfelds stärker als geplant um zwölf Prozent auf 88,2 Milliarden Euro gesteigert. Dazu haben Volumen-, Wechselkurs- und auch Preiseffekte beigetragen. Auch wir waren gezwungen, gestiegene Kosten über höhere Preisstellungen an unsere Kunden weiterzugeben. Keine einfache Aufgabe gerade im Mobilitätsgeschäft. Bis auf Consumer Goods war das Wachstum in allen Unternehmensbereichen zweistellig. Bei Mobility Solutions erzielten wir ein kräftiges Wachstum trotz andauernder Halbleiterengpässe und der deshalb nur schwach auf 85 Millionen Einheiten gestiegenen Automobilproduktion. Industrial Technology profitierte von einem relativ stabilen Maschinenbaumarkt und Energy and Building Technology kam unter anderem die hohe Nachfrage nach klimafreundlicher Heiztechnik zugute. Bei Consumer Goods ging die Marktnachfrage nach der langen Corona-Sonderkonjunktur erheblich zurück, dennoch stieg der Umsatz leicht. Zudem steigerten wir unsere operative EBIT-Rendite trotz aller Widrigkeiten auf 4,3 Prozent gegenüber vier Prozent im Vorjahr – und dies, obwohl wir unsere Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen stärker als den Umsatz erhöht haben – um 1,1 Milliarden Euro auf 7,2 Milliarden Euro beziehungsweise von 7,8 Prozent auf 8,2 Prozent vom Umsatz. Die Kraftanstrengung bei den Vorleistungen zeigen auch die um eine Milliarde Euro auf 4,9 Milliarden Euro gestiegenen Investitionen; die Investitionsquote stieg auf 5,6 Prozent gegenüber fünf Prozent vom Umsatz. Die höchsten Renditen erzielten wir bei Industrial Technology und Energy and Building Technology mit 9,8 Prozent respektive sechs Prozent. Mobility Solutions hat seine operative Rendite auf 3,4 Prozent verbessert und damit stärker als erwartet. Aber gerade hier belasten die Vorleistungen für Zukunftsprojekte in ganz besonderem Maße. Consumer Goods hat nicht nur die Kaufzurückhaltung zu spüren bekommen, sondern auch die Belastungen durch das weitgehend ausgelaufene Russlandgeschäft. Die operative Rendite sank auf 4,5 Prozent. Die Konsequenz unserer hohen Lieferfähigkeit in Zeiten großer Unsicherheit und gleichzeitig hoher Zukunftsinvestitionen war allerdings ein negativer Free-Cash-Flow von vier Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Diese Kennzahl drückt aus, dass wir das Wachstum nicht aus dem operativen Geschäft finanziert, sondern auf vorhandene Finanzmittel zurückgegriffen haben. Wir verfügen über die erforderlichen Mittel und eine hohe finanzielle Solidität – mit einer gleichzeitig auf 46,6 Prozent gestiegenen sehr komfortablen Eigenkapitalquote. 2023 wird erneut sehr anspruchsvoll. Das wirtschaftliche Umfeld betrachten wir eher skeptisch. Wir rechnen mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von nur 1,7 Prozent – also mit einer weiteren erheblichen Abkühlung gegenüber dem Vorjahreswert von 2,9 Prozent. Europa dürfte besonders betroffen sein. Hier könnte es zu einer Rezession kommen. In Nordamerika gehen wir von einer Stagnation aus, wobei ein Rückgang der Wirtschaftsleistung nicht ausgeschlossen werden kann. Für Asien-Pazifik liegt unsere Prognose aufgrund der erwarteten Nachholeffekte in China nach Einschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie bei einem Wachstum von knapp vier Prozent. Hintergrund für die mäßigen Konjunkturaussichten sind weiterhin hohe Preise bei Energie- und Rohstoffen, auch wenn der Höhepunkt überwunden sein dürfte. Doch hohe Inflationsraten werden voraussichtlich nicht nur dieses Jahr eine Herausforderung sein, sondern auch im kommenden Jahr. Das wiederum zwingt die Notenbanken dazu, die Zinsen weiter anzuheben, mit entsprechenden konjunkturellen Bremswirkungen. Die Turbulenzen im Bankensektor dürften die Belastungen tendenziell verstärken. Wir halten die Finanzmärkte jedoch für robust, da seit der Finanzkrise insgesamt weitreichende Reformen umgesetzt wurden. Das Umfeld wird also nicht einfacher, auch wenn wir erwarten, dass wir von den Nachholeffekten in China profitieren werden. Allerdings haben wir hier zunächst insbesondere in den ersten beiden Monaten 2023 noch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Restriktionen mit Blick auf die Coronavirus-Pandemie zu spüren bekommen. Weltweit ist der Umsatz der Bosch-Gruppe auf Basis der internen, operativ vergleichbaren Zahlen moderat um 3,5 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2022 gewachsen. In Asien-Pazifik ging er aufgrund der Einschränkungen in China dabei um 9,3 Prozent zurück. Günstig hat sich insbesondere Nordamerika entwickelt mit einem zweistelligen Umsatzplus von 18 Prozent; auch in Europa konnten wir ganz gut zulegen mit 7,7 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnen wir mit einem Umsatzwachstum der Bosch-Gruppe in einem Korridor von sechs bis neun Prozent, am stärksten hierbei im Bereich Mobility Solutions und bei Energy and Building Technology. Bei Industrial Technology erwarten wir – ohne Berücksichtigung der Akquisitionen – ein moderates Wachstum. Eher verhalten dürfte weiterhin die Umsatzentwicklung bei Consumer Goods ausfallen, allerdings auch durch erhebliche Wechselkursbelastungen bedingt. Unsere operative Rendite wollen wir 2023 ebenfalls steigern. Die Zielrichtung liegt bei fünf Prozent – trotz der anhaltenden Belastungen bei Energie, Rohstoffen und Vorprodukten, und obwohl wir mindestens so viel wie im Vorjahr für Forschung und Entwicklung aufwenden werden. Wir wollen damit einen weiteren Schritt in Richtung Zielrendite von mindestens sieben Prozent EBIT vom Umsatz machen. Das bedeutet intensive Arbeit aller Bereiche auf der Kostenseite – einschließlich Effizienzsteigerungen gerade im indirekten Bereich. Wie in den vergangenen Jahren werden wir an verschiedenen Stellen Strukturanpassungen vornehmen. Hierzu sind wir auch im intensiven Austausch mit den Arbeitnehmervertretungen. Langfristig peilen wir zudem an, über mehr Wachstum in angrenzenden und neuen Geschäftsfeldern unsere Rendite nachhaltig zu steigern. Auch die Investitionen werden wir nochmals erhöhen. Hierbei sind aber die Bereiche zu Augenmaß aufgerufen. Wir werden zudem hart daran arbeiten, das Niveau bei den Vorräten zu normalisieren. Darüber hinaus werden wir das Forderungsmanagement intensivieren und uns die Zahlungsziele auf der Lieferantenseite kritisch anschauen. Das wichtige Thema neben der Verbesserung der EBIT-Rendite heißt damit Stärkung der Kapitaleffizienz. Ziel ist ein hinreichend positiver Free-Cash-Flow – auch vor dem Hintergrund, dass wir zur Beschleunigung des Wachstums Akquisitionen brauchen, um uns in bestehenden, angrenzenden und neuen Gebieten zu verstärken. Wir haben also trotz aller konjunkturellen Bremsspuren ein ehrgeiziges Programm. Für 2023 haben wir uns einiges an Fortschritten bei der Profitabilität und Kapitaleffizienz vorgenommen, um die finanzielle Basis für das künftige Wachstum zu schaffen. Es wartet viel Arbeit auf uns alle bei Bosch, aber sie lohnt sich angesichts der großen Markt- und Wachstumschancen, über die jetzt Stefan Hartung sprechen wird. Das ist damit auch der richtige Zeitpunkt, an ihn zu übergeben. Dr. Stefan Hartung über die langfristigen Wachstumsziele Wenn wir übers laufende Jahr hinausschauen, meine Damen und Herren, so können wir selbstbewusst sagen: Wir liegen mit unserem Leitmotiv „Technik fürs Leben“ genau richtig. Das gilt entlang der großen Trends Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung. Und mehr denn je zeigt es sich auf den Feldern Software und künstlicher Intelligenz. Im Zuge der technologischen Transformation eröffnen sich damit für uns Wachstumsoptionen, die wir wahrnehmen wollen. Wir können unser Wachstum beschleunigen, sowohl in bestehenden und angrenzenden als auch in neuen Geschäftsfeldern. Diese neuen Felder müssen zu uns passen, damit wir unsere Stärken einbringen können: tiefes technologisches Wissen, Erfahrung in der Industrialisierung von Innovationen und nicht zuletzt die Beherrschung von Großserienproduktion. Dabei bleiben wir nicht stehen, wir fügen neue Stärken hinzu – etwa das Know-how unserer demnächst 50 000 Software-Entwickler. Eine Zahl, die in einem Unternehmen mit industriellen Wurzeln ihresgleichen sucht. Unsere strategische Ausrichtung ist klar, unsere Ziele kann ich in drei Punkten zusammenfassen: Wir wollen in den für uns relevanten, globalen und regionalen Märkten einer der führenden drei Anbieter sein. Wir wollen in allen Weltregionen, also in Amerika, Südostasien und Indien ebenso wie in China und Europa, solide und leistungsfähig aufgestellt sein. Wir streben bei einer normalen Inflationsrate ein jährliches Wachstum von sechs bis acht Prozent an, bei einer Rendite von mindestens sieben Prozent und einer soliden Eigenfinanzierung. Auf dem Weg in die Zukunft der Mobilität: Wir verändern unser Kerngeschäft, wir verzeichnen Erfolge Wie wir diese Ziele erreichen, kann ich quer durchs Unternehmen zeigen. Ich beginne mit der Entwicklung unseres Kerngeschäfts Mobility Solutions – ein Geschäft, das bis 2029 auf einen Jahresumsatz von 80 Milliarden Euro wachsen wird, schon jetzt aber mitten in der Transformation ist. Was meine ich damit? Beispielhaft lässt sich das an unseren Bremsregelsystemen skizzieren. Damit sind wir selbst im schwierigen Jahr 2022 um mehr als 25 Prozent gewachsen, deutlich stärker als der Markt. Und in diesen Wochen geht das ESP 10 in Serie – soweit ließe sich sagen: alles wie immer, Bosch gewinnt Marktanteile, Bosch bringt eine neue Generation seines elektronischen Schutzengels heraus. Doch diese Generation ist weit mehr als eine Weiterentwicklung der Hardware. Der innovative Sprung findet in der Software statt. Es ist die Vehicle Dynamics Control 2.0 – ein neues Regelungskonzept, das Fahrzeuge noch schneller und genauer stabilisiert. Dabei kann es nicht nur auf das Bremssystem, sondern auch auf den elektrischen Antrieb und die elektrische Lenkung zurückgreifen. Das bedeutet ein erlebbares Plus an Sicherheit – deutlich weniger Gegenlenken, kürzerer Bremsweg. Was für die Zukunft unserer Industrie noch wichtiger ist: Die neue Regelung muss nicht Teil des ESP-Steuergeräts sein, sie lässt sich auch in zentrale Fahrzeugrechner integrieren – und künftig kommt sie auch als eigenständiges Software-Paket. Sie wird Teil des Vehicle Motion Management – einer Software, die alle Fahrzeugbewegungen koordiniert und dabei zentral Bremse, Lenkung, Antrieb und Fahrwerk ansteuert. Dieses Beispiel deutet alle wesentlichen Trends an, die zu mehr Sicherheit und Effizienz im Straßenverkehr führen. Da ist zum ersten die Elektrifizierung und die Automatisierung des Fahrens. Zweitens zeigt sich die Zentralisierung der Elektronik-Architektur von bisher mehr als 100 Steuergeräten auf wenige Fahrzeugrechner. Und drittens sehen wir hier die Entwicklung zum „software defined vehicle“, die mehr als alles andere das Geschäft in unserer Branche verändert. Umfassend erlebbar wird diese Entwicklung in der nächsten Fahrzeuggeneration, die in der zweiten Hälfte der Dekade auf den Markt kommt. Wir sehen eine Verdreifachung von Software-Applikationen voraus, sogar eine Verzehnfachung von Anwendungen mit Zugriff auf die Cloud. Das können erweiterte Funktionen für die Fahrerassistenz ebenso wie neue Ladeservices sein. Was sind die Vorteile dieser Entwicklung für Autohersteller und Autofahrer? Vor allem zwei Pluspunkte stecken im „software defined vehicle“: Zum einen wird es nicht mehr Jahre, sondern nur noch Tage dauern, um neue Funktionen in bestehende Systeme einzubringen. Möglich wird dies durch deutlich höhere Entwicklungsgeschwindigkeiten. Zum anderen können Fahrzeuge auch Jahre nach ihrer Auslieferung „wie neu“ werden – wenn man so will, als Version 2.0. Möglich wird dies durch die Entkopplung der Software- von der Hardware-Entwicklung. Neue Funktionen lassen sich damit einfacher als bisher ins Auto einführen, sie kommen über Software-Updates. Dieser technische Wandel spiegelt sich in wirtschaftlichen Trends. So wird das Marktvolumen für automobile Software bis 2030 insgesamt voraussichtlich 200 Milliarden Euro erreichen. Alle Beteiligten in der Automobilindustrie verstärken ihre Software-Entwicklung, Hersteller wie Zulieferer – und nicht zuletzt Tech-Player dringen in den Markt ein. Grundsätzlich ist Bosch gut aufgestellt – etwa mit einer Basis-Software, die offen ist für die Chips verschiedener Hersteller. Und während der Software-Anteil am Entwicklungsaufwand der Automobilindustrie bis 2030 30 Prozent erreichen wird, liegt er bei uns schon jetzt darüber. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung von Bosch Mobility sind Software-Entwickler. Bosch versteht sich auch als Software-Haus der Mobilität. Jedoch gilt es in der neuen Art der automobilen Entwicklung Komplexität zu beherrschen. Technisch kommt es auf das Zusammenspiel von Fahrzeug und Cloud an, ebenso auf die Integration von Software aus verschiedenen Quellen. Organisatorisch und kulturell ist Zusammenarbeit von Automobil- und IT-Industrie eine Herausforderung. Das setzt mehr interdisziplinäre Kooperation voraus, auch bei Bosch selbst. Vor diesem Hintergrund ist unsere neue Mobility-Company-Organisation zu verstehen. Aufgestellt nach den veränderten Markt- und Kundenbedürfnissen, zielt sie auf mehr Kommunikation und Kollaboration über die bisherigen Bereichsgrenzen hinweg. Dafür steht nicht nur der gemeinsame Vorstand und die Zusammenführung von Geschäftsbereichen wie der Brems- und Lenksysteme. Vielmehr wird es künftig auch eine horizontale Verantwortung für Software, Fahrzeugrechner und Halbleiter geben. Schon jetzt verzeichnen wir Erfolge auf dem Weg in die Zukunft der Mobilität. Hier Beispiele aus wichtigen Geschäftsfeldern: Unser Umsatz mit Elektromobilität wird sich bis 2026 auf sechs Milliarden Euro vervierfachen. In diesem Jahr wird sich unser Absatz bei Elektromotoren für den automobilen Antrieb nahezu verdoppeln, ebenso wie im vergangenen Jahr. Für Fahrerassistenz und automatisiertes Fahren haben wir unsere Forschung und Entwicklung nochmals um 1 500 Mitarbeiter verstärkt. Vor allem Software-Entwickler sind hinzugekommen – für sie ist Bosch ein attraktiver Arbeitgeber. Auf Wachstumskurs sind wir auch hier. So ist unser Umsatz mit Fahrerassistenz-Systemen 2022 um gut 20 Prozent gestiegen, stärker als der Markt. Für die nächsten Ausbaustufen dieser Systeme arbeiten wir mit Partnern zusammen, zum Beispiel mit der VW-Tochtergesellschaft Cariad. Last but not least: Unsere Innovationen für die Zukunft der Mobilität fangen ganz klein an, bei den Chips. Der Markt für Automotive-Halbleiter wächst jährlich um nahezu zehn Prozent, Bosch legt noch stärker zu. Mit der Elektrifizierung und Hochautomatisierung des Fahrens wird sich der Chip-Anteil an der automobilen Wertschöpfung mehr als verdoppeln. Unser Fokus liegt nicht zuletzt auf Silizium-Carbid-Halbleitern, einer Schlüsseltechnologie für die Elektromobilität. Deren Markt wird bis 2030 jährlich um 35 Prozent zulegen. Im Laufe der Dekade werden wir Silizium-Carbid-Chips auch in den USA produzieren. Dazu haben wir gerade erst eine Akquisition angekündigt: Wir wollen Teile des amerikanischen Halbleiter-Herstellers TSI Semiconductors übernehmen und in den kommenden Jahren vor Ort nahezu 1,4 Milliarden Euro investieren. Jeder dieser Punkte zeigt: Selbst im größten Unternehmensbereich kann Bosch noch großes Wachstumspotenzial heben. Die batterieelektrische Mobilität ist bereits Kerngeschäft, andere Technologien sind auf dem Weg dorthin. Auch wasserstoffbasierte Mobilität kommt mit Bosch, der Serienstart unseres Brennstoffzellen-Antriebssystems steht unmittelbar bevor. Wenn es um Wasserstoff geht, haben wir die ganze Wertschöpfungskette im Blick. So entwickeln wir Stacks auch für die Elektrolyse. Schon jetzt möchte ich Sie zu unserem Tech Day im Juli einladen – dort werden wir über die Aussichten von Bosch in der kommenden Wasserstoff-Wirtschaft detaillierter berichten. Wachstum liegt nicht nur auf der Straße: Unsere Chancen von der Wärmepumpe bis zur Fabrikautomation Was wir sicher sagen können: Der Umbau der Energiesysteme ist eines der größten Wachstumsfelder von Bosch. Wir müssen dazu nicht nur unter die Motorhauben, wir können auch in die Keller schauen. Mit der Elektrifizierung der Heizungen, konkret mit Wärmepumpen, legen wir ebenso überdurchschnittlich zu wie bei den elektrischen Antrieben fürs Auto. Dazu investieren wir kräftig in unsere Kapazitäten. Seit Jahresbeginn produzieren wir Wärmepumpen auch in unserem Werk Eibelshausen, und gerade erst haben wir den Bau eines neuen Werks in Polen angekündigt. Um die Heizungsmodernisierung für Hausbesitzer erschwinglich zu machen, setzen wir nicht zuletzt auf Hybridlösungen. Das kann heißen: bestehende Gastherme plus Wärmepumpe, die jedoch das Gros der Heizleistung erzeugt. Das erspart zumeist eine aufwändige Gebäudesanierung, so dass die Modernisierungskosten gegenüber einer reinen Wärmepumpen-Lösung um bis zu 30 Prozent sinken können. Bei allem erwarten wir, dass der europäische Wärmepumpen-Markt 2023 um 20 Prozent zulegt. Unser Umsatz wächst mehr als doppelt so schnell – und dieses höhere Tempo werden wir bis Mitte der Dekade fortsetzen. In allen Unternehmensbereichen, meine Damen und Herren, stellt Bosch die Zeichen auf Wachstum. Dazu noch drei weitere markante Beispiele: Erstens sind Energie- und Kosteneffizienz auch Treiber für die technische Modernisierung gewerblicher Gebäude. Damit expandieren unsere Building Technologies auf beiden Seiten des Atlantiks. In den USA schreiben wir mit unserer Tochtergesellschaft Climatec eine Erfolgsgeschichte. Seit ihrer Übernahme 2015 haben sich Umsatz und Beschäftigung verdoppelt. Dahinter steht nicht zuletzt eine regionale Expansion. Traditionell ist Climatec im amerikanischen Westen stark, längst ist das Unternehmen auch an der Ostküste angekommen. Dafür steht zum Beispiel ein Leuchtturm-Projekt: die Hightech-Gebäudeautomation für „The Spiral“, einen Wolkenkratzer-Neubau in New York. Climatec hat gute Aussichten, seinen Umsatz in den nächsten drei Jahren nochmals zu verdoppeln. Auch in Europa haben wir unserem Geschäft mit Gebäudesystemen einen Schub durch Übernahmen gegeben. Die Branche ist auch auf dieser Seite des Atlantiks regional stark segmentiert. Somit war die Akquisition der Protec Fire and Security Group für uns eine Eintrittskarte in den britischen Markt. Über die klassische Sicherheitstechnik hinaus haben wir auch in Europa unser Portfolio erweitert – in Richtung Gebäudeautomation. Dafür standen gleich zwei Akquisitionen: GFR und Hörburger. Die Ergänzung passt. In den vergangenen beiden Jahren ist unser Auftragseingang für Gebäudeautomation in Europa um 50 Prozent gestiegen. Zweitens haben wir uns für unser Gebrauchsgüter-Geschäft ambitionierte Wachstumsziele gesteckt. Beispiel Elektrowerkzeuge – hier wollen wir unseren Umsatz bis 2030 mehr als verdoppeln, über die Marke von zehn Milliarden Euro hinaus. Dazu haben wir bereits im vergangenen Jahr gut 300 Millionen Euro investiert, etwa in die Ausweitung des umsatzstarken Zubehör-Geschäfts. In diesem Jahr sind weitere Investitionen im dreistelligen Millionenbereich geplant. Dabei liegt nicht zuletzt ein Fokus auf Nordamerika – eine Region, die allein mehr als 40 Prozent des weltweiten Elektrowerkzeug-Markts stellt. Ebenso stärkt die BSH Hausgeräte ihre internationale Präsenz. Von 2024 an wird sie zum Beispiel in einer neuen Fabrik in Mexiko Kühlgeräte für den nordamerikanischen Markt fertigen. Drittens sind wir auch in der Industrietechnik auf Wachstumskurs. Hier wollen wir unseren Umsatz bis 2028 von derzeit sieben auf zehn Milliarden Euro steigern – wichtig, um in der Branche vorn dabei zu sein. Auf diesem Weg haben Akquisitionen immer auch strategische Bedeutung, wie das Beispiel Hydraforce in Nordamerika zeigt. Mit dieser Übernahme verdreifachen wir nicht nur unseren Kompakthydraulik-Umsatz. Vielmehr verbessert sich über das Hydraforce-Händlernetzwerk auch unser Marktzugang in den USA. Zugleich kommen wir in der Fabrikautomation durch Akquisitionen voran. Dies ist ein Geschäftsfeld, in dem wir jährlich zweistellig wachsen wollen. Mit der offenen Steuerungsplattform ctrlX Automation ist es uns gelungen, einen Standard in der Industrie zu setzen – der entsprechende Appstore bietet bereits 80 Partner-Anwendungen. Ein neues Geschäftsfeld betreten wir schließlich mit der Elektrifizierung mobiler Arbeitsmaschinen. Dazu ist jetzt mit dem eLion-Programm ein komplettes Produktportfolio auf den Markt gekommen – mit zahlreichen Serienprojekten bei Herstellern von Off-Highway-Fahrzeugen. Ob in Häfen, Minen, Baustellen oder in der Landwirtschaft – auch abseits der Straßen verschärfen sich die Emissions- und Lärmvorschriften. Die Elektrifizierung von Traktoren, Betonmischern und Baggern trifft den Nerv der Branche. Wir sind mit Bosch Rexroth weltweit die Nummer eins in der Mobilhydraulik – eben dies ist unser Ziel auch mit den elektrischen Antrieben für mobile Arbeitsmaschinen. Ein neues Geschäftsfeld betreten wir schließlich mit der Elektrifizierung mobiler Arbeitsmaschinen. Dazu ist jetzt mit dem eLion-Programm ein komplettes Produktportfolio auf den Markt gekommen – mit zahlreichen Serienprojekten bei Herstellern von Off-Highway-Fahrzeugen. Ob in Häfen, Minen, Baustellen oder in der Landwirtschaft – auch abseits der Straßen verschärfen sich die Emissions- und Lärmvorschriften. Die Elektrifizierung von Traktoren, Betonmischern und Baggern trifft den Nerv der Branche. Wir sind mit Bosch Rexroth weltweit die Nummer eins in der Mobilhydraulik – eben dies ist unser Ziel auch mit den elektrischen Antrieben für mobile Arbeitsmaschinen. Mit diesem Beispiel komme ich zum Schluss, meine Damen und Herren. In Summe zeigt sich, dass Bosch mit seiner „Technik fürs Leben“ geradezu im Zentrum gleich mehrerer Megatrends liegt. Um den Klimawandel aufzuhalten, ist Elektrifizierung gefragt, wie wir sie in allen unseren Unternehmensbereichen bieten. Klimaschutz ruft jedoch auch nach effizienten Lösungen, wie sie durch Automatisierung und Digitalisierung gefördert wird. Richtig verstanden, löst Klimaschutz eine Innovationswelle in Wirtschaft und Gesellschaft aus. Und diese Welle kann uns nicht nur tragen, wir können sie mit unserer Forschung und Entwicklung nutzen und verstärken. Bis Ende des Jahres, um noch ein Beispiel zu nennen, werden alle unsere Produkte mit künstlicher Intelligenz ausgestattet, entwickelt oder produziert sein – ein KI-Ziel, das wir uns erst für 2025 gesteckt hatten, aber schneller erreichen werden. Unsere Innovationskraft ist ungebrochen, und damit können wir gleich zwei Dinge tun: zum einen unseren Beitrag für die ökologischen Herausforderungen unserer Zeit leisten, zum anderen unser eigenes Wachstum fördern. Es ist der Fortschritt durch unsere „Technik fürs Leben“, der Bosch „onwards“ führt.

Bosch Power Tools: Mit starken Partnern in eine nachhaltigere Zukunft

22.03.2023

Referat

Power Tools

Bosch Power Tools: Mit starken Partnern in eine nachhaltigere Zukunft

Henk Becker, Vorsitzender des Bereichsvorstands von Bosch Power Tools anlässlich der Pressekonferenz in Leinfelden am 22. März 2023 Es gilt das gesprochene Wort.Sehr geehrte Damen und Herren, herzlich willkommen beim Bosch Power Tools Media Event 2023! Schön, dass Sie heute da sind! Es sind herausfordernde Zeiten – für jeden von uns. Der Krieg in der Ukraine und die Auswirkungen der Corona-Pandemie vor allem in China haben Kettenreaktionen ausgelöst, die auch unser Geschäft im vergangenen Jahr erheblich beeinflusst haben: Die Preise für Rohmaterialien und Energie sind weiter gestiegen, die Wechselkurse waren sehr volatil, und in vielen Ländern hat die Inflationsrate den höchsten Wert seit Jahrzehnten erreicht. Angesichts steigender Kosten und Rezessionsängsten hat sich das Kaufverhalten der Verbraucher verändert: Der DIY-Boom ist zu einem Ende gekommen und die Nachfrage dadurch signifikant gesunken. Darüber hinaus leidet auch die Baubranche, verursacht durch Kostensteigerungen für Baumaterialien und Transport, höheren Zinsen und eine geringere Investitionsbereitschaft. Dieses konjunkturelle Umfeld war und ist auch für uns sehr anspruchsvoll. Was uns geholfen hat und worauf wir auch in Zukunft bauen können, ist unsere sehr starke Marke und das Vertrauen, das uns Verwender entgegenbringen. Das wurde uns im Rahmen des Best Brands Awards gerade aufs Neue bestätigt. Das Besondere daran ist, dass dieser Award nicht von einer Jury verliehen, sondern auf Basis einer repräsentativen Konsumentenbefragung der Gesellschaft für Konsumforschung vergeben wird. 12.000 Verbraucher haben daran teilgenommen. In den vergangenen 20 Jahren waren wir überdurchschnittlich oft in den Top zehn oder sogar Top drei vertreten – ein großartiges Ergebnis! Dafür wurden wir jetzt in der Jubiläumskategorie „Best of the Best Brands“ ausgezeichnet. Beleuchtet wurde dabei, wie gut einzelne Marken über die vergangenen 20 Jahre hinweg performt haben. Maßgeblich sind dabei zwei Kriterien: „Share of Market“, also der tatsächliche wirtschaftliche Erfolg einer Marke, sowie „Share of Soul“, die Attraktivität der Marke in der Wahrnehmung der Verbraucher. Wir sind sehr stolz darauf, dass der Erfolg der Marke Bosch, ihre Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit, entscheidend von der guten Marktposition von Bosch Power Tools geprägt wird. 2021 – daran können Sie sich vielleicht noch erinnern – durften wir uns bereits über die Auszeichnung „Best Brand Overall“ freuen. 72 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass sie Bosch als Marke für Elektrowerkzeuge vertrauen – der höchste Wert über alle Marken hinweg. Diese Auszeichnungen motivieren uns, uns weiter konsequent an den Bedürfnissen unserer Verwender zu orientieren und ihnen Mehrwert zu bieten: Wir erleichtern Profis ihre harte Arbeit und unterstützen die Selbstverwirklichung und das Gefühl von „Home made by you“ unserer Heimwerker. Darüber hinaus sichern wir uns in diesem weiterhin herausfordernden Umfeld mit strategischen Investitionen weltweit Wachstumschancen und stärken unsere internationale Präsenz. Im vergangenen Jahr haben wir mehr als 300 Millionen Euro für zukünftiges Wachstum in unsere Wertschöpfungskette und unser Produkt-Portfolio investiert. Darunter zum Beispiel in die Ausweitung unseres umsatzstarken Zubehörgeschäfts, in Infrastrukturprojekte zur Kapazitätserweiterung sowie in den konsequenten Ausbau unserer beiden markenübergreifenden Akku-Plattformen mit 18 Volt: die „Power for All Alliance“ für Anwendungen rund um das Zuhause sowie die AmpShare-Allianz für den gewerblichen Bereich. Auf beide Allianzen werde ich später noch im Detail eingehen. Unsere Investitionen waren entscheidend dafür, dass wir im vergangenen Jahr trotz massiver Kostensteigerungen – zum Beispiel im Material- und Logistikbereich – und einer sehr angespannten Ertragslage gewachsen sind: Es ist uns sogar gelungen, das Umsatzniveau der beiden Rekordjahre 2020 und 2021 nochmals um drei Prozent auf 5,9 Milliarden Euro zu steigern. Mit dieser Leistung können wir angesichts der besonderen Umstände zufrieden sein – gleichzeitig richten wir unseren Blick konsequent in die Zukunft: Bis zum Ende dieser Dekade wollen wir unseren Umsatz bei Bosch Power Tools mehr als verdoppeln. Für dieses Jahr planen wir erneut Investitionen im dreistelligen Millionenbereich. Ein Fokus liegt unter anderem auf Nordamerika, auf das mehr als 40 Prozent des weltweiten Elektrowerkzeug-Marktes entfallen. Durch ein stärker auf die Bedarfe der nordamerikanischen Verwender zugeschnittenes Produkt-Portfolio sowie den Ausbau unserer Marketing-Aktivitäten und Vertriebsstrukturen wollen wir bestehende Zielgruppen noch besser ansprechen und in neue Segmente expandieren. Wenn wir den Blick nach vorne richten, gilt es – gerade angesichts der zuvor skizzierten Änderungsdynamik im Hier und Jetzt – die langfristigen Entwicklungen nicht aus den Augen zu verlieren: Die Demografie, die Globalisierung und der Klimawandel markieren Megatrends, die vielschichtige wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Auswirkungen nach sich ziehen. Viele Unternehmen fokussieren sich angesichts dieser Gemengelage auf ihr Kerngeschäft. Dabei bleiben übergeordnete Ziele wie der Klimaschutz mitunter auf der Strecke. Lassen Sie mich Ihnen im folgenden Film des World Economic Forums zeigen, warum das nicht passieren darf. Wir haben es eben gesehen: Wir befinden uns bereits mitten in einer massiven Klima- und Biodiversitätskrise. Es gibt viele Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen. Als Teil der Bosch-Gruppe ist es unser Ziel, Ökonomie und Ökologie zu vereinen. Das Thema Nachhaltigkeit ist fest in unseren Werten verankert und seit Jahrzehnten wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Dementsprechend wurden bereits wichtige Meilensteine erreicht: Seit 2020 ist Bosch als erstes globales Industrieunternehmen komplett klimaneutral (Scope 1 und 2). Das bedeutet, dass alle 400 Verwaltungs-, Forschungs- und Fertigungsstandorte rund um den Globus keinen Fußabdruck hinsichtlich CO 2 und äquivalenter Treibhausgase, kurz CO 2 e, mehr hinterlassen. Das gilt selbstverständlich auch für die Standorte von Bosch Power Tools. Für die erfolgreiche Umsetzung unserer Klimaneutralität haben wir vier Hebel definiert: Energieeffizienz steigern, regenerative Energieerzeugung ausbauen, den Bezug von Grünstrom erweitern und – als letzte Option – unvermeidbare CO₂e-Emissionen mit Kompensationsmaßnahmen ausgleichen, so genannten Carbon Credits. Bis 2030 wollen wir nun den Mix unserer vier Hebel kontinuierlich weiter optimieren. Darüber hinaus verfolgen wir das Ziel, auch die über unseren unmittelbaren Einflussbereich hinausgehenden vor- und nachgelagerten Emissionen (Scope 3) systematisch zu verringern – bis 2030 sollen diese bezogen auf den Basiswert 2018 um mindestens 15 Prozent sinken. Diese Bosch-Klimaziele wurden wissenschaftlich abgeleitet und durch die Science Based Targets Initiative (SBTi) geprüft und anerkannt. Bei Bosch Power Tools betrachten wir bezüglich Scope 3 die komplette Wertschöpfungskette. Der Schwerpunkt liegt vor allem auf dem Produktdesign, den eingesetzten Materialien, den Verpackungen sowie Modellen der Kreislaufwirtschaft. Wirtschaftliches Handeln und Verantwortungsbewusstsein gehen für uns Hand in Hand. Darum forcieren wir unser Engagement im Bereich der Nachhaltigkeit und verleihen unserer Transformation jetzt einen zusätzlichen Schub. Ich freue mich ganz besonders, Ihnen heute eine bedeutende und langfristige Kooperation verkünden zu dürfen: Bosch Power Tools und der WWF Deutschland gehen gemeinsame Wege! Der WWF ist eine der größten und erfahrensten Naturschutzorganisationen weltweit. Er engagiert sich seit mehr als 60 Jahren weltweit für die Bewahrung der biologischen Vielfalt und ist als private, unabhängige Naturschutzorganisation in fast 100 Ländern aktiv. Was uns eint ist der Gedanke, eine bessere Zukunft zu gestalten. Wir sind davon überzeugt, dass der WWF Deutschland genau der richtige Partner ist, um Bosch Power Tools auf unserer transformativen Reise hin zu einem noch nachhaltigeren Unternehmen zu begleiten. An dieser Stelle übergebe ich kurz an Heike Vesper, Mitglied der Geschäftsleitung des WWF Deutschland und verantwortlich für den Bereich „Transformation & Politik“. Sie haben es eben gehört – gemeinsam mit dem WWF Deutschland wollen wir unsere bestehende Nachhaltigkeitsstrategie weiterentwickeln und wirksam dazu beitragen, die Klima- und Biodiversitätskrise abzumildern. Unsere Partnerschaft ist langfristig auf mindestens fünf Jahre ausgelegt und wird die folgenden Bausteine umfassen: Erstens werden wir vier Naturschutzprojekte des WWF in Asien – der Werkbank der Welt – fördern, um einen unmittelbar wirksamen Beitrag zur Bekämpfung der Klima- und Biodiversitätskrise zu leisten. Ein Fokus liegt dabei auf der Vermeidung von Plastikmüll, der weltweit eines der größten Probleme darstellt. Darauf werde ich gleich im Detail noch eingehen. Zweitens gehen wir in den fachlich kritischen Austausch mit den Experten des WWF in nachhaltigkeitsrelevanten Bereichen unserer Wertschöpfung – dazu zählen zum Beispiel die Klima- und Verpackungsstrategie sowie perspektivisch auch Fragestellungen zur zirkulären Ausrichtung unseres Unternehmens. Dafür durchlaufen wir nach einer ersten Bestandsanalyse das so genannte „One Planet Rating“ des WWF. Das „One Planet Rating“ bewertet unsere Nachhaltigkeitsleistung entlang der vier Kerndimensionen Klima, Süßwasser, Biodiversität und Menschenrechte. Ausgehend von den identifizierten Handlungsbedarfen entwickeln wir dann gemeinsam adäquate Zielsetzungen und wirksame Maßnahmen, um einen entsprechenden Transformationspfad einschlagen zu können. Drittens werden wir unsere Mitarbeiter noch stärker hinsichtlich des Themas Nachhaltigkeit sensibilisieren und weiterbilden. Das beinhaltet zum Beispiel Lern-Module des WWF zum Klimawandel und seinen Folgen sowie individuelle Maßnahmen, wie jeder Mitarbeiter im Alltag in den Bereichen Energie, Mobilität und Ernährung nachhaltiger denken und handeln kann. Ich hatte es bereits erwähnt: Ein Fokus der Kooperation liegt auf der Vermeidung von Plastikmüll. Warum ist das Thema Plastik so wichtig? Es stellt uns weltweit vor zwei wesentliche Herausforderungen: Erstens gilt es, die CO 2 e-Emissionen, die bei der Herstellung von Kunststoffen entstehen, und die den Klimawandel maßgeblich vorantreiben, drastisch zu senken beziehungsweise diese komplett zu vermeiden. Zweitens ist die Entsorgung beziehungsweise die fachgerechte Rückführung von Kunststoffen in die Kreislaufwirtschaft eine enorme Herausforderung. Oder mit anderen Worten: Plastikmüll ist ein ungelöstes globales Problem. Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wurden 2019 über 90 Prozent des Plastikmülls weltweit nicht recycelt. Das meiste Plastik wird für Einwegprodukte und Verpackungen produziert. Die OECD erwartet, dass der weltweite Plastikverbrauch von 460 Millionen Tonnen im Jahr 2019 auf 1,2 Milliarden Tonnen im Jahr 2060 steigen wird – wenn sich nichts ändert. Bei einem hypothetischen Durchschnittsverbrauch wären das bei 85 Millionen Einwohnern in Deutschland eine Steigerung von 5,5 Kilogramm auf über 14 Kilogramm pro Kopf! Genau hier setzt das globale Plastikabkommen an, für das sich unter anderem der WWF stark macht. Die UN-Mitgliedsstaaten haben es auf der Umweltversammlung der Vereinten Nationen im März 2022 einstimmig beschlossen: Bis 2024 soll ein weltweit verbindlicher Vertrag ausgearbeitet werden, der die Plastikverschmutzung beenden soll. In dem Vertrag sollen Standards und Maßnahmen festgelegt werden, die den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen abdecken – vom Rohstoff über das Produktdesign bis hin zum Recycling. Sichergestellt werden soll, dass in Zukunft gar nicht erst so viel Plastik produziert wird. Kunststoffe finden sich heute in nahezu allen Lebensbereichen wieder. Auch bei Bosch Power Tools spielen sie eine wesentliche Rolle. Sie sind ein elementarer Bestandteil nahezu jeden Produkts und belasten unsere CO 2 e-Bilanz maßgeblich. Das wollen wir ändern! Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und arbeiten fortlaufend an der Verringerung unseres ökologischen Fußabdrucks. Wesentliche Schritte auf diesem Weg wie das Einsparen von Neukunststoff, die Erhöhung des Rezyklat-Anteils in unseren Produkten sowie das Weglassen unnötiger Komponenten wie Einwegplastiktüten haben wir mittlerweile in allen unseren Produktbereichen in unterschiedlichen Projekten erfolgreich umgesetzt. Im Bereich Home & Garden haben wir bereits 2019 Koffer aus recycelten Kunststoffen eingeführt. Produkte aus recycelten Kunststoffen verbrauchen bei der Herstellung weniger Rohöl und stellen daher eine geringere CO₂e-Belastung für unsere Umwelt dar. Dadurch sparen wir jährlich etwas mehr als 1.000 Tonnen Neukunststoff ein. Im Gartenbereich haben wir 2020 angefangen, Kunststoffblister- auf Kartonverpackungen umzustellen und vermeiden dadurch rund 50 Tonnen Plastikmüll pro Jahr. Darüber hinaus spielen Größenoptimierungen eine wichtige Rolle. Ziel ist es, Ressourcen zu schonen und Material grundsätzlich einzusparen. Dadurch können zum Beispiel auch mehr Geräte pro Palette transportiert werden, was sich positiv auf den Transport und somit den gesamten CO 2 e-Fußabdruck auswirkt. Sie sehen: Wir schauen uns immer die komplette Wertschöpfungskette an. Denn viele vermeintlich kleine Änderungen können in Summe Großes bewirken! Was als Pilotprojekt bei Home & Garden begann, findet sich mittlerweile in all unseren Bereichen wieder – von der Messtechnik über unsere Profigeräte bis hin zu unserer Marke Dremel und unseren Zubehören. Wichtig zu verstehen ist, dass es sich dabei nicht um eine Blaupause handelt: Jedes Projekt hat seine ganz eigenen Parameter und Herausforderungen. Gerade weil es so viele unterschiedliche Aspekte zu berücksichtigen gilt, sind wir sehr stolz auf das, was wir bereits erreicht haben und aktuell schon umgesetzt wird: Innerhalb von vier Jahren haben wir schon 7.230 Tonnen Neukunststoff eingespart – das entspricht ungefähr dem Gewicht der Stahlkonstruktion des Eiffelturms! Ab diesem Jahr sparen wir bis zu 4.050 Tonnen Neukunststoff jährlich ein – das entspricht in etwa dem Leergewicht von etwas mehr als 1.000 40-Fuß-Seefracht-Containern. Außerdem kommen in unseren Verpackungen seit 2020 weniger Plastikbeutel zum Einsatz. Wenn wir alle Tüten aufeinanderlegen würden, in denen bisher zum Beispiel Batterien eingepackt waren, wäre der Stapel mehr als doppelt so hoch wie der Eiffelturm. Darüber hinaus reduzieren wir auch das Füllmaterial für den Transport: Allein dadurch sparen wir innerhalb dieses Jahres 110 Tonnen Kunststoffe ein. Unser Vorreiter und ein Meilenstein nachhaltiger Produktentwicklung ist der Kreuzlinienlaser Quigo Green . Er war unser erstes Messtechnik-Gerät, dessen Gehäuse und Zubehöre zu 90 Prozent aus recyceltem Kunststoff bestanden. Schwerpunkt bereits in der Produktentwicklung war es, den CO 2 e-Fußabdruck vom Produkt über das Zubehör bis hin zur Verpackung zu reduzieren. Dafür mussten wir zunächst die größten CO₂e-Hotspots des bisherigen Geräts identifizieren. Wir nutzen dafür so genannte Produkt-Lebenszyklus-Analysen. Mit diesen Analysen werten wir die Umweltauswirkung unserer Produkte über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg aus – von der Gewinnung benötigter Rohmaterialien über die Fertigung und eigentliche Nutzung bis hin zum Recycling des Produkts. Wie machen wir das genau? Wir zerlegen unsere Elektrowerkzeuge in ihre einzelnen Komponenten und nehmen diese bezüglich ihrer CO 2 e-Bilanz im Detail unter die Lupe. Danach wissen wir, an welchen Stellschrauben wir drehen müssen, um ein Produkt nachhaltiger zu machen und zukünftige Produktgenerationen zu verbessern. Diesen Prozess hat auch unser Quigo Green durchlaufen. Wir haben im Quigo-Projekt unglaublich viel gelernt und es erstmals geschafft, alle Maßnahmen gebündelt umzusetzen, die ich Ihnen im Verlauf dieses Vortrags bereits vorgestellt hatte: Wir sparen 90 Prozent Neukunststoff ein für Gehäuse und Zubehöre durch die Verwendung von Rezyklat. Wir verwenden eine größen- und entsprechend auch transport-optimierte Verpackung aus zu 70 Prozent recyceltem Papier. Wir verzichten komplett auf Kunststofffolien in der Verpackung. Darüber hinaus haben wir auch die Elektronik des Quigo Green optimiert, sodass er 50 Prozent weniger Energie benötigt als sein Vorgänger. Jetzt gehen wir nochmals einen Schritt weiter und übertragen dieses nachhaltige Produktkonzept auf unser komplettes Messtechnik-Portfolio für Heimwerker! Insgesamt 23 Geräte und acht Zubehöre umfasst unser Angebot in diesem Segment dann – mit gewohnt einfacher Bedienung und nachhaltiger denn je! Aber sehen Sie selbst! Film ab! Wichtige Erkenntnisse, die wir bei der Umsetzung des Quigo Green in puncto Nachhaltigkeit gewonnen haben, zahlen nun auf das komplette Sortiment ein: Wir verwenden für alle Produktgehäuse so viel recyceltes Material wie möglich, sowohl für die Hartplastik- als auch für die Metall-Teile. Wann immer möglich, ist auch der Softgrip aus recyceltem Kunststoff. Alle Verpackungen sind mindestens zu 70 Prozent aus recyceltem Material. Unser Ziel sind mindestens 90 Prozent. Papier und Karton für Bedienungsanleitungen und Broschüren sind bereits zu 100 Prozent aus Recycling-Material, ebenso das PET für unsere Schutztaschen. Es macht rund 70 Prozent des Gesamt-Materials aus. Einwegplastiktüten haben wir komplett aus allen Lieferumfängen verbannt. Und wir haben alle Verpackungen für den Transport optimiert: Nur so groß wie gerade nötig, um Paletten optimal auszulasten. Dadurch sparen wir Lager- und Transportkosten und damit CO 2 e ein. Darüber hinaus haben wir unsere Produkte selbstverständlich auch hinsichtlich ihrer Funktionen und einfachen Bedienbarkeit weiterentwickelt. Lassen Sie mich Ihnen eins versichern: Wir arbeiten mit Hochdruck daran, sukzessive unser gesamtes Portfolio noch nachhaltiger zu gestalten. Die Erkenntnisse, die wir bisher gewonnen haben, zum Beispiel zu Potenzialen und Grenzen von Rezyklaten, fließen dabei kontinuierlich in unsere Prozesse und in die Produktion ein. Unser Ziel ist es, ein Vorbild für die Branche zu sein und jeden Einzelnen zu motivieren, einen Beitrag für eine lebenswertere Umwelt zu leisten. Vielleicht erinnern Sie sich noch, was ich zu Beginn gesagt hatte: Worauf wir bauen, sind starke Partner, die ihre Expertise langfristig einbringen, um tragfähige Konzepte und Lösungen zu entwickeln und zu etablieren. Das gilt insbesondere auch für die ressourcenschonende, markenübergreifende Nutzung von Akkus in Geräten unterschiedlicher Hersteller. Das ist ein Thema, dem wir uns bereits seit drei Jahren mit großer Leidenschaft und Überzeugung widmen. Gemeinsam mit unseren Partnern bieten wir Verwendern zwei unterschiedliche Akku-Systeme in dem am meisten genutzten 18 Volt-Segment an: Erstens die „Power for All Alliance“ für Anwendungen rund um das Zuhause. Zweitens die AmpShare-Allianz mit Profigeräten für den gewerblichen Einsatz. Unsere beiden Zielgruppen sparen im Do-it-yourself und im professionellen Segment mit dem jeweiligen System durch die markenübergreifende Akku-Nutzung Geld, Platz und Zeit – und tragen darüber hinaus auch zu mehr Nachhaltigkeit bei, denn in Summe benötigen sie weniger Akkus und Ladegeräte. Werfen wir zunächst einen Blick auf den DIY-Bereich: Verwender, die sich für die „Power for All Alliance“ entscheiden, können mit ein und demselben 18 Volt-Akku sowohl Elektrowerkzeuge, Gartengeräte und Haushaltsgeräte von Bosch als auch Produkte der Marken Gardena, Gloria, Wagner, Rapid, Steinel, Flymo, Kübler Workwear und PerfectPro betreiben. Letztes Jahr ist es uns außerdem gelungen, die starke Marke Husqvarna für unsere „Power for All Alliance“ zu gewinnen. Mehr als 100 Geräte bieten wir im Rahmen unserer Allianz bereits an. Unser gemeinsames Ziel ist es, dem Verwender das größte herstellerübergreifende Akku-System und damit das breiteste Anwendungsspektrum für sein Zuhause zu bieten: Heimwerkergeräte, Garten- und Reinigungsgeräte, Haushaltsgeräte, Produkte für die Oberflächenbeschichtung, für Freizeit und Camping – und vieles mehr. Die Anzahl der Geräte im System und die Anzahl der Partner wächst kontinuierlich. So viel kann ich heute schon verraten: Wir sind bereits in Gesprächen mit weiteren namhaften potenziellen Partnern. Lassen Sie sich überraschen – schon in Kürze wird es dazu ein Update geben. Wir haben außerdem beschlossen, diese enge herstellerübergreifende Kooperation durch eine Kapitalbeteiligung noch weiter zu stärken: Bosch hat vor wenigen Wochen die Vereinbarung bekanntgegeben, insgesamt rund zwölf Prozent des Aktienkapitals der Husqvarna AB zu erwerben. Zu dem schwedischen Traditionsunternehmen gehören neben der Marke Husqvarna weitere erfolgreiche Marken wie Gardena – Gründungsmitglied der „Power for All Alliance“ – oder Flymo. Insbesondere im Bereich der Akku-Kooperationen werden wir dadurch zusätzliche Impulse setzen können. Gemeinsam wollen wir so unsere Erfolgsgeschichte fortschreiben, die „Power for All Alliance“ stärken und weiter wachsen! Für den gewerblichen Bereich bieten wir mit unseren Partnern der AmpShare-Allianz bereits über 200 Profigeräte. Mehr als 25 Marken beteiligen sich aktuell. Alle sind – wie unsere Gründungsmitglieder Fein und Rothenberger – Experten auf ihrem Gebiet: zum Beispiel Fischer, technologischer Weltmarktführer in wichtigen Feldern der Befestigungstechnik, oder Klauke, Spezialist für Werkzeuge zum Pressen, Schneiden und Lochen. Und auch hier sind wir noch lange nicht am Ziel: Bis Ende dieses Jahres wollen wir dem Handwerk und der Industrie als AmpShare-Allianz bereits über 300 kompatible Geräte anbieten. Wir setzen dabei auf ein möglichst breites und vollständiges Sortiment in allen Bereichen und Gewerken. Ein besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Entwicklungen im Hochbau, Sanitär-, Heizungs- und Klimabau, bei der Elektroinstallation, im Metallbau, im Innenausbau sowie im Dach- und Holzbau. Ziel ist es, unseren Verwendern die Arbeit so leicht wie möglich zu machen, damit sie die steigenden Anforderungen der Baubranche bestmöglich erfüllen und umsetzen können. Im Zuge des Eingangs thematisierten Klimawandels geht es hier vor allem um nachhaltiges Bauen sowie die Bestandssanierung. Dafür bauen wir unser Angebot sukzessive aus. Ich freue mich deshalb ganz besonders, Ihnen heute drei weitere Marken in der AmpShare-Allianz vorstellen zu dürfen: Aircraft, Cleancraft und Steinel werden das Portfolio künftig bereichern und ihre Expertise für Druckluft- und Reinigungstechnik sowie für Thermowerkzeuge einbringen. Das Angebot der Stürmer Maschinen GmbH umfasst unter der Marke Aircraft unter anderem Kolben- und Schraubenkompressoren, unter der Marke Cleancraft zum Beispiel Sauger für verschiedene Anforderungen, Bodenreinigungsmaschinen, Hochdruckreiniger und Wasserpumpen. Im Rahmen der AmpShare-Allianz wird unser Partner die Umsetzung akku-betriebener Produkte vorantreiben. Auch Steinel setzt auf Akku und das 18 Volt-Segment. Das Unternehmen ist unter anderem Spezialist für Heißluftgebläse und Heißklebepistolen und wird schon bald erste Geräte im Rahmen der AmpShare-Allianz präsentieren. Mit jedem weiteren Hersteller und jeder weiteren Marke machen wir es dem Verwender leichter, genau die Geräte in seinen Werkzeugkoffer zu packen, die er braucht. Jeder Partner bringt sein Knowhow und seine spezielle Kompetenz in diese Allianz ein und bereichert so das gesamte Portfolio. Knapp 30 Marken vereinen wir dann schon in der AmpShare-Allianz. Weitere Hersteller folgen noch dieses Jahr – wir halten Sie selbstverständlich auf dem Laufenden! Gemeinsam mit unseren Partnern schaffen wir ein Akku-System, auf das gewerbliche Verwender bauen können. Viele Marken, viele Maschinen, ein Akku-System – so machen wir harte Arbeit leichter! Und selbstverständlich bauen wir auch unser eigenes Akku-Sortiment kontinuierlich aus. Sie haben gleich die Möglichkeit, wichtige 18 Volt-Neuheiten von uns selbst zu testen. Im Heimwerkerbereich stellen wir Ihnen zum Beispiel neue Sägen und die erste Volumenpumpe im Sortiment vor. Auch im Profi-Segment warten wir mit neuen Produkt-Kategorien auf. Sie dürfen gespannt sein! Und Sie können sich selbstverständlich auch unser neues nachhaltiges Messtechnik-Sortiment genauer anschauen. Diese Auswahl an Innovationen stellt wie immer nur einen kleinen Einblick in unser riesiges Portfolio dar: Wir bringen jedes Jahr mehr als 100 Neuheiten auf den Markt in unseren vier Geschäftsfeldern Elektrowerkzeuge, Gartengeräte, Zubehör und Messtechnik. Lassen Sie mich zum Schluss die wichtigsten Punkte nochmals kurz zusammenfassen: Wir sind davon überzeugt, dass Unternehmertum und der Schutz unseres Planeten Hand in Hand gehen sollten. Dabei gehen wir mit gutem Beispiel voran. Wir arbeiten konsequent an der Verringerung unseres ökologischen Fußabdrucks und schauen uns dazu immer die komplette Wertschöpfungskette an. Wir befinden uns in einem transformativen Prozess. Einiges haben wir schon erreicht, vieles mehr wollen wir noch erreichen. Es ist eine sehr spannende Reise mit dem Ziel, wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen bestmöglich in Einklang zu bringen. Nachhaltigkeit ist für uns ein Game-Changer. Deshalb heben wir das Thema durch die langfristige Partnerschaft mit dem WWF und die Expertise von außen jetzt auf die nächste Ebene. Gemeinsam mit starken Partnern finden wir innovative und wirksame Antworten auf komplexe Fragen – für heute und für eine nachhaltigere Zukunft. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Power up your senses #LikeABosch – innovative Sensorlösungen für den Alltag

04.01.2023

Referat

Bosch Gruppe

Power up your senses #LikeABosch – innovative Sensorlösungen für den Alltag

Dr. Tanja Rückert, Geschäftsführerin der Robert Bosch GmbH, und Mike Mansuetti, President Bosch in Nordamerika, auf der CES®, am 4. Januar 2023 Es gilt das gesprochene Wort. Übersetzung aus dem Amerikanischen.Guten Morgen und herzlich willkommen zur Bosch-Pressekonferenz! Nachdem wir uns zwei Jahre lang aufgrund der Pandemie nur virtuell treffen konnten, freue ich mich sehr über diese Live-Veranstaltung – und dass ich endlich persönlich Bosch hier im pulsierenden Herzen der Tech-Welt vertreten darf! Natürlich ist die Pandemie noch nicht vorbei, und die globalen Herausforderungen scheinen jedes Jahr mehr und größer zu werden. Krieg in Europa, steigende Inflationsraten, Energieknappheit, verheerende Überschwemmungen und Brände... Deshalb freuen wir uns besonders, dass der Branchenverband CTA für die diesjährige CES das Motto „Human security for all“ (Menschliche Sicherheit für alle) gewählt hat. Es bringt zum Ausdruck, dass Technologie zum Schutz und zur Verbesserung unserer Sicherheit und unseres Wohlbefindens sowie für die Gesundheit unseres Planeten eine Schlüsselrolle spielen muss. Heute möchten wir mit Ihnen über ein technisches Bauteil sprechen, das bei all dem besonders wichtig ist. Es ist allgegenwärtig und doch nahezu unsichtbar, obwohl es die Basis eines Großteils der modernen Lösungen ist, auf die wir uns tagtäglich verlassen. Da es aber nicht so oft im Rampenlicht steht, haben wir beschlossen, es zum Star unserer aktuellen „Like a Bosch“-Kampagne zu machen. Wie Sie wahrscheinlich nach dem Video schon erraten haben, meine ich: Sensoren. Die Bedeutung von Sensoren für unser Leben kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie machen unsere Fahrzeuge sicherer, sie helfen uns, gesünder zu leben, und sie ermöglichen es uns, Dinge im Blick zu behalten, die sonst nur schwer erkennbar sind – von Temperatur und Druck bis hin zu Schadstoffen in unseren Lebensmitteln und im Trinkwasser. Sie retten tagtäglich Menschenleben, indem sie z.B. Unfälle automatisch erkennen und Airbags auslösen oder einen Notruf absetzen. Apropos Notruf: Wussten Sie, dass Drucksensoren in Smartphones auf wenige Zentimeter genau erkennen können, auf welcher Höhe sich das Gerät befindet? So können beispielsweise Ersthelfer eine Person in einem mehrstöckigen Gebäude schneller lokalisieren, was nach Schätzungen der US-Bundesbehörde FCC allein in den USA jedes Jahr mehr als 10.000 Menschenleben rettet. Dank Sensoren ist unser Leben sicherer geworden, wir verbrauchen weniger Ressourcen und atmen sogar sauberere Luft. Sensoren bilden auch das Rückgrat unserer vernetzten Welt – ohne intelligente Sensoren wäre das Internet der Dinge gar nicht denkbar. Und je mehr Sensoren können, desto wichtiger werden sie. Zwischen 2019 und 2030 wird sich der globale Sensormarkt voraussichtlich auf über 400 Milliarden Dollar mehr als verdoppeln. Bosch ist ein Pionier in der Entwicklung eines der wichtigsten und heute am weitesten verbreiteten Sensortypen: den winzigen, aber leistungsstarken mikro-elektromechanischen Systemen, auch MEMS genannt. Wir sind der weltweit führende Hersteller dieser Technologie – seit dem Start im Jahr 1995 haben wir mehr als 18 Milliarden MEMS-Sensoren produziert. Und unser Geschäft wächst nach wie vor rasant: In den letzten fünf Jahren haben wir so viele MEMS produziert wie in all den Jahren zuvor. Heute befinden sich in jedem Auto durchschnittlich 22 MEMS von Bosch. Sehr wahrscheinlich haben Sie auch einen in der Tasche: Jedes zweite Smartphone enthält mindestens einen Bosch-Sensor, und wenn Sie auch einen Fitness-Tracker oder smarte Kopfhörer benutzen, dürften es sogar einige mehr sein. Im Laufe der Jahre haben wir die MEMS immer weiter optimiert und mit immer ausgefeilteren Funktionen ausgestattet. Aber das ist erst die Spitze des Eisbergs. Dank Spitzentechnologien werden Sensoren immer intelligenter und können Daten jetzt nicht nur erfassen und weiterleiten, sondern diese auch verarbeiten und auswerten. In zunehmendem Maße können Sensoren sogar aus den erfassten Daten lernen, da wir sie jetzt direkt mit KI-Algorithmen ausstatten können. Ein besonders vielversprechendes neues Gebiet ist die Quantensensorik. Sie steckt zwar noch in den Kinderschuhen, könnte aber schon bald Messungen ermöglichen, die 1.000-mal genauer sind als heutige MEMS. Dann können neurologische Erkrankungen wie etwa Alzheimer schneller und besser diagnostiziert und der Einsatz von Prothesen revolutioniert werden. Letztes Jahr gründete Bosch ein Start-up, um Quantensensoren besser zu vermarkten und einen Markt zu erschließen, der in den kommenden Jahren bis zu 7 Milliarden Dollar erreichen dürfte. Unsere Arbeit an dieser Spitzentechnologie unterstreicht die Strategie unseres Unternehmens als Hightech-Innovator und passt zu unserem Digitalisierungsanspruch. In den nächsten drei Jahren werden wir weitere 10 Milliarden Dollar in die Digitalisierung unseres Geschäfts investieren und unser Team aus 40.000 Software-Entwicklern weiter aufstocken. Bei der Digitalisierung ist unser oberstes Ziel, immer neue Wege zu finden, um unserem Anspruch „Technik fürs Leben“ gerecht zu werden. Das bedeutet für uns, Produkte und Lösungen anzubieten, die die Lebensqualität verbessern und den Menschen einen echten Mehrwert bringen. Es bedeutet auch, dass wir die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt unserer Entwicklungsarbeit stellen, indem wir den ökologischen Fußabdruck unserer Produkte kontinuierlich reduzieren und noch nachhaltigere Anwendungsmöglichkeiten finden. Wir werden gleich noch mehr zur Schnittmenge aus Technologie und Nachhaltigkeit hören – und uns anhand der Ergebnisse unserer zweiten „Bosch Tech Compass“-Umfrage anschauen, wie die Verbraucher dieses Thema sehen. Zunächst möchten wir Ihnen erläutern, wie wir unser Sensor-Know-how in nützliche Lösungen einbringen. Denn das unterscheidet uns von den meisten anderen Sensoranbietern: Wir stellen diesen wichtigen Baustein nicht einfach nur her, sondern nutzen ihn als Grundlage für vielerlei Hardware, Software und Dienstleistungen, die die Art und Weise verändern, wie wir uns bewegen und leben. Der erste Bereich, in dem unsere Sensoren breite Anwendung fanden, war die Automobilindustrie, und Bosch ist nach wie vor einer der führenden Hersteller von Sensoren für diese Branche. Bosch-Sensoren helfen etwa bei der Fahrzeugnavigation, sie steuern Airbags und ESP-Systeme und sie ermöglichen eine Vielzahl von Assistenzfunktionen, die Sicherheit, Komfort und Effizienz beim Fahren erhöhen. Gerade für das automatisierte Fahren sind Sensoren unverzichtbar. Als einer der Pioniere dieser Technologie setzen wir unser Sensor-Know-how in Lösungen ein, die uns den fahrerlosen Fahrzeugen von morgen immer näher bringen und bereits heute modernste Fahrerassistenzsysteme ermöglichen. Wir stellen eine breite Palette von Sensoren her, mit denen Autos ihre Umgebung selbstständig wahrnehmen können, darunter Radar-, Video- und Ultraschallsensoren. Wir arbeiten auch an einem für Kraftfahrzeuge geeigneten Fernbereichs-LIDAR. Ein großartiges Beispiel dafür, was wir mit Hilfe von Sensoren in diesem Bereich erreichen können, ist das Automated Valet Parking , das wir mit Mercedes-Benz entwickelt haben. Mit dieser Technologie haben wir gerade einen wichtigen Meilenstein erreicht: Im November hat das Kraftfahrt-Bundesamt das hochautomatisierte Parksystem für das Parkhaus am Stuttgarter Flughafen zugelassen. Es ist damit die weltweit erste behördlich für den Alltagsbetrieb zugelassene Parkfunktion nach SAE Level 4. Stellen Sie sich eine Welt vor, in der Sie keine Zeit mehr mit Parkplatzsuche verschwenden! Bald ist es soweit. Aber nicht nur mit mehr Komfort verbessern wir das Leben hinter dem Steuer. Hier auf der CES stellen wir eine weitere sensorbasierte Innovation vor, die die Sicherheit von Fahrern und deren Fahrgästen bei Mitfahrservices erhöhen soll. Unser neuer RideCare Companion ist eine Full-Service-Hard- und Softwarelösung. Sie besteht aus einer vernetzten Kamera, einem drahtlosen SOS-Knopf sowie cloudbasierten Datendiensten und geht über eine bloße Videoaufzeichnung hinaus: Im Bedarfsfall können Service-Mitarbeiter aus der Ferne einen Blick in das Fahrzeug werfen und aktiv Hilfe leisten. Derzeit ist es als wertvolles Sicherheitsfeature für Auftragsfahrten konzipiert. Mit Blick auf automatisierte Mitfahrservices der Zukunft sehen wir diese Lösung als wesentlichen Beitrag zu mehr Sicherheit für alle Fahrzeuginsassen. Das fand auch die Consumer Technology Association (CTA) und zeichnete sie mit einen Best of Innovation Award aus! Natürlich lassen sich Sensoren auch jenseits der herkömmlichen motorisierten Fahrzeuge einsetzen – an unserem Stand präsentieren wir unsere neuesten E-Bike-Innovationen unter dem Motto „Sicherheit durch Sensortechnik“. Besonders spannend finde ich unser neues eBike ABS , das noch in diesem Jahr in den USA auf den Markt kommen wird. Genau wie beim Auto arbeitet das ABS für Fahrräder mit Raddrehzahlsensoren und verhindert das Blockieren des Vorderrads bei einer Vollbremsung, indem es den Bremsdruck reguliert. Es gibt unzählige Situationen auf dem Fahrrad, in denen eine schnelle, stabile Bremswirkung entscheidend ist: wenn Sie bergab fahren und plötzlich eine Autotür aufgeht, oder wenn Sie Kinder in Ihrem Lastenrad haben und bei Nässe plötzlich eine Vollbremsung machen müssen. In solchen Schreckmomenten hilft das eBike ABS nicht nur, das Rad stabil und lenkbar zu halten, sondern verringert auch die Wahrscheinlichkeit, dass das Hinterrad abhebt. Eine Technologie, die Leben rettet: Untersuchungen zufolge könnte die Zahl der Unfälle um fast ein Drittel sinken, wenn alle eBikes mit diesem System ausgestattet wären. Natürlich lassen sich Unfälle nicht immer verhindern. Aber wenn sie passieren, versuchen wir, die Folgen abzuschwächen. Genau das leistet unsere neue Lösung namens Off-Zone Crash Detection . Sie wurde entwickelt, um Fahrzeuginsassen bei einer so genannten „Off-Zone“-Kollision zu schützen: Das ist ein Seitenaufprall auf die Front- oder Heckpartie des Fahrzeugs, meist beim Spurwechsel und beim Einfädeln, wie er von herkömmlichen Sicherheitssystemen womöglich nicht erfasst wird. Die Idee stammt von einem unserer US-Ingenieure, der bei einem solchen Unfall feststellen musste, dass seine Insassenschutzsysteme nicht ausgelöst hatten. Er entwickelte eine clevere Lösung, bei der Airbag-Sensoren in Verbindung mit einem neuen Software-Algorithmus diese Art des Zusammenstoßes zuverlässig erkennen können. Dies ist ein großartiges Beispiel dafür, wie wir Software einsetzen, um mehr aus vorhandener Hardware herauszuholen und dem Fahrer auf der Straße neue nützliche Funktionen zu bieten – und die Lösung wurde außerdem mit einem CTA Innovation Award ausgezeichnet! Neben der Mobilität bedienen oder verbessern MEMS-Sensoren auch viele Hightech-Geräte, die wir im täglichen Leben verwenden. Viele von Ihnen kennen sicherlich die Virtual-Reality-Technologie, die ebenfalls mit Hilfe von Sensoren ein dynamisches, interaktives Bild erzeugt. Aber wissen Sie auch, wofür man sie neben Unterhaltung und Spielen noch alles einsetzen kann? VR-basierte Therapien sind hier besonders vielversprechend. Derzeit läuft ein Projekt in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen mit einer neuen Bosch-Lösung namens VR Bus Ride . Sie soll jungen Erwachsenen mit Lernbehinderungen zu mehr Selbstständigkeit verhelfen: Busfahren ist für sie schwierig, und indem sie es zuerst in der Virtual Reality üben, gewinnen sie an Selbstvertrauen und können es dann im wirklichen Leben umsetzen. Die Ergebnisse waren für die beteiligten jungen Menschen äußerst ermutigend, und wir erforschen derzeit eine Reihe weiterer therapeutischer Anwendungen für diese Technologie. Letztes Jahr haben wir Ihnen eine neue Sensortechnologie vorgestellt, auf die wir besonders stolz sind: Unser neuer KI-Gassensor ist das Herzstück von Dryad Silvanet , einem System zur Früherkennung von Waldbränden mit enormem Potenzial zum Game Changer. Letzten Sommer erkannte ein Dryad-Gerät erstmals einen Flächenbrand in Deutschland und ermöglichte so eine schnelle und wirksame Bekämpfung durch die örtlichen Feuerwehreinheiten. Nachdem im vergangenen Jahr weltweit zahlreiche Machbarkeitsnachweise erbracht wurden, geht das Dryad-System dieses Jahr in die Massenproduktion. Ein Eckpfeiler unserer Entwicklungsarbeit ist es, zur Verbesserung der Lebensqualität beizutragen und für Menschen einen echten Mehrwert zu schaffen; der andere ist unser Engagement für mehr Nachhaltigkeit – das gilt für die Sensorik ebenso wie für unsere anderen Geschäftsfelder. Dies treibt auch den technologischen Fortschritt voran – sowohl hinsichtlich der Art wie wir unsere Produkte herstellen als auch hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit. Im Bereich Sensoren könnte man meinen, dass es bei der Herstellung eines so kleinen Produkts nicht allzu viel Nachhaltigkeitspotenzial gibt. Ganz im Gegenteil! Als Bosch 1995 die Produktion von mikro-elektromechanischen Systemen aufnahm, betrug die Kantenlänge eines Beschleunigungssensors noch rund 13 Zentimeter. Mit einer Kantenlänge von nur 1,28 Millimetern ist der kleinste MEMS-Sensor von Bosch heute kleiner als ein Stecknadelkopf. Das entspricht einer Verkleinerung um den Faktor 97, während wir gleichzeitig den Stromverbrauch der MEMS um den Faktor 100 gesenkt haben – und das alles bei ständig verbesserter Funktionalität. Und wir machen weiter Fortschritte: So stellen wir hier auf der CES einige neue MEMS-Sensoren vor, die nicht nur in Bezug auf Robustheit und Präzision führend sind, sondern auch in Bezug auf Größe und Effizienz neue Maßstäbe setzen. Dazu gehört unser programmierbarer Trägheitssensor mit integrierter KI , der weltweit erste selbstlernende Fitness-Sensor, der jetzt um die Hälfte kleiner ist und nur noch halb so viel Strom verbraucht wie das Vorgängermodell. Außerdem haben wir einen außergewöhnlich robusten Luftdrucksensor entwickelt, der die größte Genauigkeit seiner Klasse bietet und dabei 85 Prozent weniger Strom verbraucht als bisher. Und wir haben ein Hochleistungsmagnetometer , das über unsere einzigartige „Field-Shock-Recovery-Funktion“ verfügt, d. h. es ist extrem unempfindlich gegen externe Magnetfelder und benötigt 20-mal weniger Strom als die vorherige Generation. In allen unseren Produktklassen entwickeln wir Lösungen und Dienstleistungen zur Bewältigung der drängendsten Umweltprobleme. Im Bereich Mobilität treiben wir Innovationen in den Bereichen Elektrifizierung und Wasserstoff-Brennstoffzellen weiter voran. In Sachen Elektrifizierung stellen wir hier auf der CES unsere neue eAxle City vor. Es handelt sich um eine besonders leichte und kompakte elektrische All-in-One-Antriebslösung, entweder als Hauptantrieb in kleineren Fahrzeugen oder als Zweitantrieb für mehr Schub. Sie verfügt über Leistungsmodule auf Basis der hocheffizienten Siliziumkarbid-Halbleitertechnologie, die größere Reichweiten und kürzere Ladezeiten ermöglicht. Für alle Fahrzeugklassen von leicht bis schwer machen wir auch in der Entwicklung mobiler Wasserstoff-Brennstoffzellen weiter Fortschritte. Unser Engagement in diesen beiden Bereichen spiegelt sich auch hier in den USA wider. Ende 2022 konnten wir zwei wichtige Entwicklungen für South Carolina bekanntgeben: den Bau von Elektromotoren in Charleston und die geplante Produktion von Brennstoffzellenstacks in Anderson. Es geht aber nicht nur um physische Produkte – wir nutzen unser Know-how in Sachen Digitalisierung und Software auch, um nachhaltiger zu werden. So haben wir vor kurzem die neue digitale End-to-End-Lösung Autotrace auf den Markt gebracht. Sie nutzt Blockchain-Technologie für den Aufbau einer Kreislaufwirtschaft in der Fertigungs- und Automobilindustrie. Autotrace verfolgt und überwacht kritische Aspekte der Lieferkette – wie die Herkunft von Teilen, CO2-Emissionen und bedenklichen Materialien – und trägt so zu einer optimierten Bestandsverwaltung und verantwortungsvolleren Entsorgung und Wiederverwendung bei. Damit erhalten Hersteller Anreize, kreislauforientiert zu handeln und diese Praxis in der gesamten Lieferkette zu fördern. Ein weiteres gutes Beispiel für Digitalisierung ist die kürzlich angekündigte Partnerschaft mit IBM im Bereich Quantencomputing. Gemeinsam wollen wir die leistungsstarken Computer von morgen zur Suche nach Alternativen für Edelmetalle und Seltene Erden einsetzen, die derzeit in CO2-neutralen Antrieben verbaut werden. Partnerschaften sind für uns ein wichtiger Baustein, um unsere Technologieführerschaft auszubauen. Auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit sind sie unverzichtbar – denn wir sind davon überzeugt, dass wir Lösungen für unsere größten Herausforderungen nur gemeinsam finden können. Als weltweit agierendes Unternehmen tragen wir in Sachen CO2-Fußabdruck eine besondere Verantwortung, sowohl für unsere Geschäftstätigkeit als auch für die Auswirkungen unserer Lösungen auf die Menschheit und den Planeten. Vor allem wollen wir beweisen, dass Rentabilität durchaus mit Nachhaltigkeit einher gehen kann, sofern man es richtig angeht. Seit langem wissen wir, dass unseren Kunden unser Engagement für Nachhaltigkeit wichtig ist. Dies können wir jetzt auch mit handfesten Zahlen untermauern. Vor einem Jahr haben wir die Ergebnisse unseres ersten Bosch Tech Compass bei der CES präsentiert, eine weltweite Umfrage zur Haltung der Mensch gegenüber Technik. Dieses Jahr sind wir noch tiefer eingestiegen – mit einem neuen Fragenkatalog und einem größeren Kreis von Befragten, die insgesamt sieben Ländern repräsentieren. Die Ergebnisse der zweiten Umfrage haben die Unterstützung der Verbraucher für nachhaltige Geschäftspraktiken noch deutlicher bestätigt. So gaben sage und schreibe 85 Prozent der Befragten an, dass jedes Unternehmen vorrangig nachhaltige Technologien nutzen sollte. 82 Prozent sind der Ansicht, dass ein Unternehmen umso erfolgreicher sein wird, je mehr es auf nachhaltige Technologien setzt. Das ist eine sehr gute Nachricht für Bosch – und für unseren Planeten. Wenn wir davon ausgehen, dass sich diese Haltung auch im Kaufverhalten niederschlägt, dürften mehr als vier Fünftel künftig eher bei Unternehmen einkaufen, die nachhaltige Technologien entwickeln oder einsetzen. Dies wiederum dürfte in einer Art positiver Rückkopplung noch mehr nachhaltigkeitsfördernde Innovationen nach sich ziehen. Kurzum: Alle würden davon profitieren. In diesen bewegten Zeiten tut es gut zu wissen, dass wir hier optimistisch sein dürfen. Ob bei der Ortung in Innenräumen, der Unfallverhütung beim E-Bike-Fahren oder durch Quantenalgorithmen, die den Weg zur klimaneutralen Mobilität beschleunigen – Technologie macht unser Leben zunehmend sicherer, einfacher und nachhaltiger. Als Unternehmen an der Spitze der technologischen Innovation wissen wir genau, dass es noch unzählige weitere Potenziale zu erschließen gibt. Dabei helfen uns unter anderem diese Miniaturwunder, die wir Sensoren nennen. Als unsichtbares Rückgrat unserer modernen Welt ermöglichen sie viele nützliche Anwendungen, auf die wir uns Tag für Tag verlassen. Sie sind zwar winzig klein, spielen aber eine sehr große Rolle bei der Steigerung von Lebensqualität und der Reduzierung von Auswirkungen auf unseren Planeten. Was uns da so sicher macht? Nun – wir arbeiten bereits daran. Und darum geht es uns letztlich: Bei allem, was wir tun, wollen wir mit unseren Innovationen vor allem die Zukunft besser machen. Bosch ist eben „Technik fürs Leben“.

Bosch sorgt für nachhaltige Bewegung im Güterverkehr mit Software, Logistik-Plat ...

19.09.2022

Referat

Bosch Gruppe

Bosch sorgt für nachhaltige Bewegung im Güterverkehr mit Software, Logistik-Plat ...

Dr. Markus Heyn, Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions der Robert Bosch GmbH, anlässlich der Pressekonferenz auf der IAA Transportation am 19. September 2022 in Hannover Es gilt das gesprochene Wort. Sehr geehrte Damen und Herren, zu keiner Zeit war die Entwicklungsperspektive des Nutzfahrzeugs so offen wie jetzt. In dieser für unsere Kunden und Ingenieure spannenden Zeit heiße ich Sie bei Bosch auf der IAA Transportation willkommen. Während die Elektromobilität für die Zukunft des Pkw nahezu alternativlos wird, können wir den Antrieb für den Lkw von morgen gleich in mehreren Alternativen denken. Im Zeichen des Klimaschutzes wird sich der Güterverkehr anders und vor allem vielfältiger bewegen als bisher. Zwar hat der Diesel im Lkw, vor allem außerhalb Europas, noch ein längeres Leben vor sich als im Pkw. Aber gleich drei klimaneutrale Antriebsoptionen kommen hinzu: die Batterie, die Brennstoffzelle und nicht zuletzt der Wasserstoffmotor. Bosch entwickelt, wie kein anderes Unternehmen, alle Antriebe für den Lkw von morgen. Unser Ziel sind Lastwagen, die dem Klima nicht mehr zur Last fallen. Dieses Ziel ist ambitioniert, da der weltweite Gütertransport bis 2030 voraussichtlich um 40 Prozent zunehmen, sich bis 2050 sogar verdreifachen wird. Er bewegt das wirtschaftliche Wachstum, das Wachstum bewegt ihn. Also entscheidet sich auch am Lkw-Antrieb die Frage, ob sich Wachstum und Klimaschutz auf einen Nenner bringen lassen. Dies ist nicht das einzige Thema, das derzeit die Logistikbranche bewegt. Hier vier weitere Herausforderungen, die wir lösen helfen: Erstens der Fahrermangel. Europaweit fehlen 400 000 Trucker. Also bringen wir dem Truck selbst das Fahren bei. Ein Lkw, der automatisiert fährt, vermeidet nicht nur Unfälle aufgrund menschlicher Fehler – er wird sich auch rechnen. Zweitens die derzeit angespannten Lieferketten in aller Welt. Wo ist die Ware, wie ist ihr Zustand – solche Fragen beantwortet unsere Track-and-Trace-Lösung in Echtzeit, mit Sensoren an den Transportboxen. Drittens die mangelnde Effizienz und Sicherheit der Warentransporte. Mehr als jede dritte Lkw-Fahrt ist eine Leerfahrt, und durch gestohlene Frachten entsteht jährlich europaweit ein Schaden von mehr als acht Milliarden Euro. Dagegen helfen Logistikservices, die auf der Vernetzung der Lkw-Flotten basieren. Viertens die nahezu unübersichtliche Vielfalt der IT-Lösungen für das Management von Lkw-Flotten. Umso wichtiger ist ihre Bündelung auf einer Plattform, wie Bosch sie in diesen Monaten mit Amazon Web Services einführt. Herausforderungen wie diese verlangen mehr denn je Know-how in Software und im Internet der Dinge. Daher arbeiten wir auch über die Motorhaube hinaus an der Zukunft des Güterverkehrs. Bei allem bleiben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schwierig – der Krieg in der Ukraine, die Lieferengpässe, die Inflation, um nur Stichworte zu nennen. Zuletzt hat sich die Energiekrise verschärft, nach der erheblichen Verteuerung von Rohstoffen und Halbleitern. Unter dieser Entwicklung leidet die gesamte Branche, daher muss auch Bosch mit seinen Kunden in der Automobilindustrie über einen fairen Ausgleich im Gespräch bleiben. Bisher ist der Umsatz unseres Unternehmensbereichs Mobility Solutions in diesem Jahr wechselkursbereinigt um gut sechs Prozent gewachsen. Jeden vierten Euro erwirtschaften wir dabei im Geschäft mit Nutzfahrzeugtechnik, vom Transporter bis zum 40-Tonner. Gerade dieses Geschäft wird im Laufe der Dekade einen Wachstumsschub bekommen, vor allem durch alternative Antriebe wie der Brennstoffzellen-Technik. Viele Wege führen zum klimaneutralen Antrieb – Bosch geht alle Wie aber entwickelt sich der Markt für diese Antriebe? Wir tun gut daran, in Szenarien zu denken. Voraussichtlich jedoch wird bis 2035 bei Nutzfahrzeugen ab sechs Tonnen der bisher dominierende Dieselanteil auf weniger als die Hälfte zurückgehen – immerhin noch so viel, um in seiner Entwicklung nicht nachzulassen. Und mit synthetischen Kraftstoffen werden auch Dieselfahrzeuge CO₂-neutral fahren – so ist Klimaschutz auch im Flottenbestand möglich. Allerdings wird mehr als jedes zweite neue Nutzfahrzeug Mitte nächster Dekade elektrisch angetrieben, entweder batterieelektrisch oder wasserstoffbasiert. Besonders im Nutzfahrzeug ist Technologie-Offenheit sinnvoll: Es wird – je nach Anwendung, Streckenlänge und Fahrzeuggewicht – mehr als einen klimaneutralen Lkw-Antrieb geben. Mit 3.400 Ingenieuren ist Bosch auf vier Entwicklungspfaden unterwegs, um das Nutzfahrzeug von morgen zu bewegen: Da ist erstens der Diesel, der mit neuen Abgas- und CO₂-Grenzwerten noch effizienter wird. In China ebenso wie den USA ziehen die Normen an, in Europa kommt Euro VII, und das kann nochmals zum Innovationstreiber werden. Umso wichtiger, dass die Emissionsvorgaben auf möglichst realistische Fahrbedingungen zielen. Wir sehen einen Schub für die Abgasnachbehandlung voraus, schon im nächsten Jahr wird der Absatz unseres Denoxtronic-Systems um zehn Prozent zulegen. Auch die CO₂-Gesetzgebung bringt wirtschaftlichen Nutzen, und das unmittelbar für die Spediteure. Denn weniger Kohlendioxid setzt mehr Effizienz beim Diesel voraus. Unser zweiter Entwicklungspfad ist der batterieelektrische Antrieb. Zunehmend schlägt er sich in unseren Auftragsbüchern nieder. So verzeichnen wir bereits 30 Serienaufträge von Nutzfahrzeugherstellern aus allen Teilen der Triade. Wir punkten nicht nur mit unseren Komponenten, sondern auch mit integrierten Lösungen. Für Transporter eignet sich unser „Advanced Driving Module“ – es vereint E-Achse, Bremse und Lenkung. Für Trucks bieten wir skalierbare Elektromotoren, die auf den gemeinsamen Einsatz mit Silizium-Karbid-Invertern abgestimmt sind. Aus diesem Zusammenspiel ergibt sich ein Wirkungsgrad von bis zu 97 Prozent. Ein Spitzenwert unter den elektrischen Antrieben fürs Nutzfahrzeug. Auf dem dritten Entwicklungspfad nähern wir uns mit großen Schritten der Serienreife – es geht um den brennstoffzellen-elektrischen Antrieb, der auf dieser IAA zum Beispiel in einem Nikola-Truck zu sehen ist, mit Bosch an Bord. Zum Jahresende werden bereits 500 Lkw mit unserer Brennstoffzellen-Technik unterwegs sein, bis 2025 voraussichtlich mehr als 40.000. Produzieren wollen wir weltweit in der Nähe unserer Kunden. So werden wir Brennstoffzellen-Stacks auch im chinesischen Wuxi herstellen, und im amerikanischen Anderson investieren wir dafür 200 Millionen Euro. Schon in diesen Wochen fällt der Startschuss für die Stack-Fertigung im Werk Bamberg. Ende der Dekade soll der Betrieb eines Brennstoffzellen-Trucks nicht mehr kosten als ein Diesel. Was ökologisch richtig ist, darf ökonomisch nicht falsch sein – so gelingt Klimaschutz. Last but not least arbeiten wir am Wasserstoffmotor. Ein Motor, der alles kann, was der Diesel kann, aber nahezu klimaneutral. Genau betrachtet, schließt er eine Lücke unter den CO₂-neutralen Antrieben. Zwar liegt sein Wirkungsgrad bei niedrigen und mittleren Lasten unter der Brennstoffzelle, bei Volllast aber darüber. Also wird sein Einsatzfeld der schwere Fernverkehr und vor allem die Land- und Baumaschine sein. Mit unseren Komponenten sind wir an mehr als 100 technischen Versuchen in allen Teilen der Triade beteiligt. In Indien haben wir bereits ein erstes Serienprojekt gewonnen. Auch hier machen wir ernst. Ohne Infrastruktur geht es nicht – zwei Lösungen von Bosch Eins jedoch müssen wir bedenken, meine Damen und Herren: Was immer wir an klimaneutraler Antriebstechnik entwickeln, durchsetzen wird sie sich nur, wenn die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung steht. Ohne flächendeckendes Netz an Ladepunkten und Wasserstoff-Tankstellen werden auf Dauer nur wenige Fahrzeuge mit alternativen Antrieben auf unseren Straßen rollen – und umgekehrt. Ein Henne-Ei-Problem, wenn man so will. Hier ist die Politik gefragt, aber auch Bosch geht beide Seiten des Problems an. Wir entwickeln nicht nur Lösungen fürs Fahrzeug, sondern auch für die Infrastruktur: Zum einen ermöglichen wir Tankstellen-Betreibern einen kostengünstigen Einstieg in die Wasserstoff-Technologie. Dazu hat unsere Tochtergesellschaft Bosch Rexroth gemeinsam mit Maximator Hydrogen eine Lösung zur Kompression von Wasserstoff für Tank-stellen, Speicher und Pipelines entwickelt. Schon im nächsten Jahr soll diese Technik auf den Markt kommen. Bis 2030 soll sie in 4.000 Wasserstoff-Tankstellen eingesetzt werden. Zum anderen entwickeln wir einen digitalen Lade- und Betriebsser-vice für elektrifizierte Nutzfahrzeug-Flotten. Auch dieser Service kommt nächstes Jahr auf den Markt. Wir gehen davon aus, dass Nutzfahrzeuge vor allem an privaten Punkten elektrisch geladen werden, etwa auf den Betriebshöfen großer Flotten. Dafür bietet der neue Service von Bosch unter anderem ein Energiemanagement, das teure Lastspitzen beim elektrischen Laden einer Vielzahl von Fahrzeugen abfängt. Eine Lösung, die besonders auf die Elektromobilität in der Logistik zugeschnitten ist. Insgesamt wird der Markt für das „Charging“ von Nutzfahrzeugen in dieser Dekade jährlich um 50 Prozent wachsen. Gegen den Fahrermangel – selbst fährt der Truck In jeder Hinsicht müssen wir den Güterverkehr neu denken – nicht nur, was ihn bewegt, sondern auch, wie er sich bewegt. Denn das automa-tisierte Fahren kommt, getrieben auch durch den akuten Fahrermangel. Nirgends ist es wirtschaftlich so sinnvoll wie im Nutzfahrzeug. Bosch macht Tempo, um dem Truck das Fahren mit europäischer Technik auf europäischen Straßen beizubringen. Gerade erst haben wir mit dem britischen Start-up Five ein Unternehmen übernommen, das mit seiner cloudbasierten Testplattform unsere Software-Entwicklung nochmals beschleunigen wird. Ohnehin ist es die Software, die auch im Nutz-fahrzeug die automatisierten Fahreigenschaften wesentlich bestimmen wird. Kommen wird also der „software defined truck“. Hier liegt eine Stärke von Bosch: Jeder zweite Mitarbeiter der Forschung und Ent-wicklung unserer Mobility Solutions ist Software-Entwickler. Noch in dieser Dekade sollen mit unserer Technik Trucks hochautomatisiert auf Autobahnen unterwegs sein. Im ersten Schritt wollen wir den fahrerlosen Betrieb zwischen zwei Rasthöfen realisieren. Folgen wird das automatisierte Pendeln zwischen zwei Logistikhöfen. An den entsprechenden Lösungen arbeiten wir mit mehr als 1.100 Ingenieuren. Schon jetzt haben wir drei wichtige Voraussetzungen geschaffen: Erstens verfügen wir über ein Steuergerät fürs automatisierte Fahren – mit einer Rechenpower, die gut 100-mal größer ist als für die Fahrerassistenz. Der Prototyp ist entwickelt. Er ist die Basis für un-sere Fahrstrategie-Software sowie für die Auswertung von Sensor-daten mit künstlicher Intelligenz. Zweitens machen wir die Elektronik-Architektur in künftigen Trucks noch deutlich leistungsfähiger. Dazu bringt Bosch Mitte der Dekade einen Fahrzeugcomputer bei einem europäischen Lkw-Hersteller in Serie. Drittens stellen wir auf dieser IAA gleich zwei neue Lenkungen vor, die hochautomatisiertes Fahren ermöglichen. Die eine ist rein elektrisch ausgelegt, die andere elektrohydraulisch. Dazu haben wir Kunden nicht nur in Europa, sondern auch in China und den USA. Auf dem Markt ist bereits eine elektrohydraulische Lenkung, mit der Nutzfahrzeuge automatisch die Spur halten können. Allein damit wachsen wir jährlich um rund 40 Prozent. Gut unterwegs ist Bosch schließlich in der Fahrerassistenz. Treiber sind hier die gesetzlichen Vorgaben für den Unfallschutz im Nutzfahrzeug. So werden zum Beispiel in Europa von 2024 an Abbiege-Assistenten in neuen Lkw Pflicht. Das bringt einen Schub für das Geschäft für Corner-Radarsensoren im Truck. Dabei wächst der Markt in den nächsten Jahren um 40 Prozent, Bosch um nahezu 60 Prozent. Übersicht in der Service-Vielfalt – die Logistik-Plattform startet Mehr Sicherheit, mehr Effizienz – beides wird schließlich durch die Vernetzung des Güterverkehrs getrieben. Mit der Connectivity Control Unit, kurz CCU, liefern wir die wesentliche technische Voraussetzung, damit Trucks Teil des Internets werden können. Längst ist die CCU mehr als ein Mautgerät, sie ermöglicht Software-Updates, vorausschauende Diagnosen und nicht zuletzt Logistik-Services. Unser Geschäft mit solchen Vernetzungsboxen wächst um 25 Prozent, der Markt um zehn Prozent. Auch hier legen wir überdurchschnittlich zu. Wenn es um Vernetzung geht, kann Bosch doppeltes Know-how nut-zen: im Lkw selbst, aber auch im Internet der Dinge. Wir sind hier mehr als Hardware-Lieferant, wir forcieren auch unmittelbar das Geschäft mit Logistik-Services. Dazu zwei Beispiele: Erstens das Logistik-Monitoring: Service-Center von Bosch über-wachen rund um die Uhr den Zustand kritischer oder gar lebens-wichtiger Transporte, jährlich zwischen 30 000 und 40 000 hochwertige Lkw-Touren. In der Corona-Pandemie haben wir auch das Monitoring von Impfstoff-Transporten übernommen. Zweitens das Secure Truck Parking: Europaweit fehlen 400 000 sichere Lkw-Parkplätze. Bosch bietet in elf Ländern 100 passende Areale entlang der Autobahnen. Das heißt: Sichere Stellplätze können über unsere Plattform bequem gebucht werden, die Lkw-Fahrer müssen nicht jeden Abend verzweifelt danach suchen. Die Nachfrage steigt, allein 2021 hat sich das Buchungsaufkommen verdreifacht. In Zukunft kommt auf unseren sicheren Parkplätzen auch das „Overnight-Charging“ – womit gleich zwei Probleme des Güterverkehrs gelöst werden. Bei allem, was wir als Provider von Logistikservices tun – wir bieten auch eine Plattform, die solche Services bündelt. Aus unserer Sicht ist das entscheidend für den praktischen Nutzen digitaler Services unter Zeit- und Kostendruck. Bisher haben es die Flottenbetreiber mit einer Vielzahl von Lösungen zu tun, die unabhängig voneinander bestehen, also keine gemeinsame Datenbasis haben. Ihre Integration ermöglicht ein Plus an Effizienz. Genau dies bietet eine neue Plattform von Bosch und Amazon Web Services: das Logistics Operating System, kurz L.OS. Schon in diesen Wochen starten wir es in Indien, Anfang nächsten Jahres auch in Europa und den USA. Bosch liefert noch mehr als klimaneutrale Antriebe, auch mit unseren Software-Lösungen sorgen wir für neue Bewegung im Güterverkehr. Alles dies ist hier auf unserem Stand zu besichtigen – dazu lade ich Sie herzlich ein!

Neue Energie für die Nachhaltigkeit mit Technik von Bosch

04.05.2022

Referat

Bosch Gruppe

Neue Energie für die Nachhaltigkeit mit Technik von Bosch

Dr. Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, sowie Filiz Albrecht, Dr. Christian Fischer, Dr. Markus Forschner, Dr. Markus Heyn und Rolf Najork, Mitglieder der Bosch-Geschäftsführung, anlässlich der Bilanzpressekonferenz am 4. Mai 2022 Es gilt das gesprochene Wort.Meine Damen und Herren … … "Decoding tomorrow" ... das Leitmotiv unseres diesjährigen Geschäftsberichts, erscheint etwas technisch und zugleich sehr optimistisch. Dazu stehen wir. Es bezieht sich auf die Kernbotschaft von Bosch, mit „Technik fürs Leben“ die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Das ist, während wir auch Antriebssysteme in vielen Varianten herstellen, unser eigener Antrieb. Ganz akut jedoch überschattet die Frage nach Krieg und Frieden unseren Alltag, wie wir es uns seit Jahrzehnten nicht mehr vorstellen konnten. Wo Menschen ums Überleben kämpfen, fühlen und bangen wir mit ihnen und dürfen doch die Hoffnung nicht aufgeben. Wie aber verhält sich der Konflikt in Osteuropa zur Gefahr für die Menschheit, den Klimawandel? Tatsächlich gibt es einen Zusammenhang: Wir müssen unsere Energienutzung diversifizieren. Wir brauchen Versorgungssicherheit und müssen zugleich neue Energien erschließen. Wie decodiert Bosch diese Zukunftsaufgabe? Dieser Frage wollen wir in unserer Bilanzpressekonferenz nachgehen, zu der ich Sie in dieser ernsten Zeit herzlich begrüße. Dr. Stefan Hartung: Elektrifizierung und grüner Wasserstoff – Bosch setzt auf beides Zunächst lohnt es sich, die Auswirkungen des Krieges auf den Klimaschutz genauer zu betrachten. Meine Einschätzung ist differenziert: Kurzfristig wird der akute Konflikt die Reduktion des CO2-Ausstoßes verlangsamen, langfristig aber vor allem in Europa die technologische Transformation beschleunigen. Das eine sind die Effekte auf dem Öl- und Gasmarkt. Dort ist der Schock des Kriegs in Osteuropa auf eine ohnehin angespannte Lage getroffen – angespannt auch im Zuge der Erholung von der Coronavirus-Krise. Steigende Nachfrage einerseits, knappes Angebot und niedrige Kapazitätsreserven andererseits – das war der Zustand des Öl- und Gasmarktes schon Anfang 2022. Genau diese Lage hat sich mit den Folgen des Krieges nochmals verschärft. Jetzt geht es um die Sicherheit der Energieversorgung, und dies führt in vielen Ländern zumindest übergangsweise zu neuem „Energiepragmatismus“. Sicher aber werden die Öl- und Gaspreise auf längere Sicht auf hohem, sehr hohem Niveau bleiben. Zum anderen werden die hohen Kraft- und Brennstoffpreise allerdings die Elektrifizierung attraktiver machen, beim Fahren ebenso wie beim Heizen. Eine Entwicklung, die noch verstärkt wird durch das wachsende Interesse von Konsumenten an alternativen Mobilitätsangeboten und Energiequellen. Für die Politik kann dies der Anlass sein zu einem deutlichen Plus an Entschlossenheit – sei es in der Förderung der energetischen Gebäudesanierung, sei es im massiven Ausbau der regenerativen Stromerzeugung. Die akute Krise ist voller Gefahren – das wollen wir nicht kleinreden. Doch langfristig, da sind wir sicher, wird sie zum Katalysator der Dekarbonisierung zu Hause wie auf der Straße. Schon diese energiepolitische Skizze zeigt: Es mag eine Versuchung geben, in Zeiten internationaler Konflikte den Klimaschutz in den Hintergrund zu schieben, aber es gibt gute Gründe, gerade umgekehrt an seinen technologischen Voraussetzungen zu arbeiten. Genau das kann Bosch leisten, davon sind wir überzeugt. Nach unserem Selbstverständnis geben wir technische Antworten auf die ökologische Frage. Technik fürs Leben heißt in diesem Sinne: Technik für mehr Nachhaltigkeit auf der Straße, in Gebäuden und in der Fabrik. Wie wir an der Spitze dieser Entwicklung agieren, werden die folgenden Beiträge zeigen. Vorab will ich unsere Strategie abstecken. Meine Logik ist klar: Wer Klimaschutz wirklich will, muss offen sein für alle CO2-neutralen Technologien in allen Teilen der Wirtschaft. Einige dieser Technologien müssen wir noch wettbewerbsfähig verfügbar machen oder vollständig neu entwickeln. Dazu verfolgen wir zwei Ausrichtungen. Zum ersten: Wir setzen auf Elektrifizierung. Dies ist, Grünstrom vorausgesetzt, der schnellste Weg in ein klimaneutrales Leben. Bosch hat dafür Lösungen, Wärmepumpen fürs Haus ebenso wie elektrische Antriebssysteme fürs Fahrzeug. Hier wie dort investieren und wachsen wir stärker als der Markt. Wie dynamisch wir unterwegs sind, mag eine Zahl zeigen: Unser Auftragsvolumen für Elektromobilität lag 2021 erstmals über zehn Milliarden Euro. Unsere zweite Ausrichtung: Wir setzen auf Wasserstoff und entwickeln dafür Anwendungen. Ohne grünen Wasserstoff geht es nicht, wenn die Welt klimaneutral werden soll. Gebraucht wird Wasserstoff keineswegs nur in der Stahl- und Chemieindustrie, wie manche glauben. Sein Einsatz ist in fast allen Sektoren sinnvoll – sei es in Gebäuden, um Erdgas zu ersetzen, sei es in Lastwagen und Arbeitsmaschinen, um ohne Diesel auszukommen. Technologisch steht dem nichts im Weg. Denn es ist möglich, Wasserstoff als grünen Energieträger leicht zu transportieren und zu importieren. Für ökonomische Lösungen zur Verteilung von Wasserstoff müssen die Märkte sorgen. Dem Klimaschutz hilft der Einsatz von Wasserstoff in allen Sektoren. Vorausschauende Industriepolitik heißt nach unserem Verständnis: Anwendungen sinnvoll priorisieren, aber keine Sektoren von der Wasserstoff-Nutzung ausschließen, sondern im Gegenteil alle darauf vorbereiten. Konkret bedeutet das: eine Tankstellen-Infrastruktur für Wasserstoff-Fahrzeuge aufbauen, Wasserstoff-fähige Gasthermen fördern, auch in Hybridsystemen im Zusammenspiel mit der Wärmepumpe. Dabei will Bosch Wasserstoff-Technologien nicht nur nutzen, sondern sich auch an der Herstellung beteiligen. So werden wir Mitte der Dekade ins Komponenten-Geschäft für die Wasserstoff-Elektrolyse einsteigen. Für die Entwicklung von Wasserstoff-Technologien sind wir breit aufgestellt. Unsere Investitionen fahren wir gerade in unseren Stammwerken hoch. Neue Energie für den Klimaschutz – das ist für uns auch eine soziale Aufgabe. Bei allem unterstützen wir den Green Deal der Europäischen Union. Zugleich aber schauen wir auf andere Weltregionen. Wir registrieren, wie das japanische Industrieministerium langfristig auch auf synthetische Kraftstoffe setzt. Wir sehen, dass klassische Ölförderländer gute Voraussetzungen haben, um sich CO2-neutral zu diversifizieren – reichlich Sonnenstrom vor Ort, um günstig grünen Wasserstoff zu produzieren. Die Wasserstoff-Wirtschaft wird globalisiert kommen, und Bosch muss für alle Szenarien offen sein. Last but not least: Gerade auch die Digitalisierung leistet einen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Dafür stehen beispielhaft Lösungen von Bosch wie der Energiemanager im Smart Home oder auch die Energy Plattform in der vernetzten Produktion – dazu später mehr. In allen unseren Bereichen setzen wir auf Vernetzung ebenso wie auf künstliche Intelligenz. Früher als andere haben wir uns darauf ausgerichtet. In den nächsten drei Jahren investieren wir nochmals zehn Milliarden Euro für die Digitalisierung unseres Geschäfts. Das zeigt: Wir setzen verstärkt auf das Zusammenspiel von Internet der Dinge und künstlicher Intelligenz, und wenn sich das „software defined car“ fahrerlos und unfallfrei durch den Straßenverkehr bewegen wird, dann mit Bosch an Bord und in der Cloud. Dazu entwickeln wir gleichermaßen Plattformen und Funktionen. Schneller als erwartet, geht es mit künstlicher Intelligenz voran. Ein markantes Beispiel ist unsere neue Waferfab in Dresden. Dort hilft die KI-basierte Qualitätsfreigabe Zeit und Geld zu sparen. Damit sind die Anlaufkosten vor Ort um nahezu 100 Millionen Euro gesunken. „Decoding tomorrow“ findet an unseren Standorten schon heute statt. Die Themenfelder der Digitalisierung werden wir bei unseren Veranstaltungen im laufenden Jahr noch vertiefen, etwa bei der Bosch Connected World im November. Auf dieser Bilanzpressekonferenz ist Energie das Leitthema. Es zieht sich durch alle Beiträge meiner Kollegen, ob es um Gebäude, Industrie oder Verkehr geht. Vorab aber wirft Markus Forschner einen Blick auf die Geschäftslage … Dr. Markus Forschner: Geschäftsjahr 2021 gut gemeistert – Ergebnisdruck wächst Aufgrund der aktuellen Entwicklung werde ich einen starken Akzent auf das laufende Geschäftsjahr legen. Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, einschließlich der in der Folge weiter steigenden Rohstoffpreise, werden auch uns belasten. Noch schlägt sich diese Entwicklung aber nur begrenzt in den Geschäftszahlen nieder. Wie bei der Vorstellung der vorläufigen Geschäftszahlen im Februar deutlich gemacht, haben wir 2021 die Herausforderungen gut gemeistert. Wir konnten ein Umsatzplus in der Bosch-Gruppe von 10,1 Prozent auf 78,7 Milliarden Euro erzielen und unser operatives EBIT um mehr als die Hälfte auf 3,2 Milliarden Euro steigern. Wir haben damit die operative EBIT-Rendite auf vier Prozent gegenüber 2,8 Prozent im Vorjahr verbessert. Dies ist uns trotz noch nicht überwundener Coronavirus-Pandemie, anhaltender Lieferengpässe bei Halbleitern und bereits im Geschäftsjahr 2021 deutlich gestiegener Rohstoffpreise gelungen. Neben den guten Umsatzzahlen haben sich auch unsere umfangreichen Maßnahmen zur Kostensenkung ausgezahlt. Zu dem erfreulichen Jahresabschluss haben alle Unternehmensbereiche beigetragen. Mobility Solutions weist ein Umsatzplus von 7,6 Prozent aus. Zudem erzielten wir nach dem Verlust im Vorjahr wieder ein leicht positives Ergebnis mit einer operativen EBIT-Rendite von 0,7 Prozent. Wir haben hier zwar damit wichtige Fortschritte gemacht, können aber mit einer solchen Rendite nicht zufrieden sein. Bereits 2021 ging ein hoher Druck auf das Ergebnis von den gestiegenen Halbleiter-, Rohstoff- und Logistikkosten aus. Der Bereich Mobility Solutions ist zudem besonders durch die Lieferengpässe bei Halbleitern belastet und muss sich auf tiefgreifende Veränderungen in der Mobilität einstellen. Diese erfordern weiterhin erhebliche Aufwendungen für Anpassungsmaßnahmen; gleichzeitig erbringen wir hohe Vorleistungen für Elektromobilität und automatisiertes Fahren. Besonders erfolgreich waren die Unternehmensbereiche Industrial Technology und Consumer Goods. Industrial Technology profitierte von der Erholung wichtiger Maschinenbaumärkte und erzielte ein Umsatzwachstum von 18,9 Prozent und eine EBIT-Rendite von 8,4 Prozent. Consumer Goods konnte gegenüber dem bereits starken Vorjahr seinen Umsatz nochmals um 12,7 Prozent erhöhen und erreichte mit 10,2 Prozent erneut eine zweistellige operative Rendite. Auch Energy and Building Technology hat sich mit einem Umsatzplus von 7,8 Prozent und einer verbesserten Rendite von 5,1 Prozent erfreulich entwickelt; dazu hat unser Erfolg bei klimafreundlicher Heiztechnik beigetragen. Meine Kollegen gehen gleich auf wichtige strategische Schwerpunkte ein. Der positive Jahresabschluss spiegelt sich auch in der Mitarbeiterzahl wider: In der Bosch-Gruppe waren zum Stichtag 31.12.2021 weltweit mehr als 402 000 Menschen beschäftigt – rund 7 600 mehr als im Vorjahr. Dabei erfolgte der Aufbau in allen drei Regionen – in Deutschland blieb die Anzahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit mehr als 131 000 stabil. In Forschung und Entwicklung erhöhte sich die Anzahl der Beschäftigten um rund 3 000 auf mehr als 76 000. Mit ein paar weiteren Zahlen möchte ich die Zukunftsorientierung und die Solidität des Abschlusses unterstreichen. Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen sind auf 6,1 Milliarden Euro gegenüber 5,9 Milliarden Euro im Vorjahr und die Investitionen auf 3,9 Milliarden Euro gegenüber 3,3 Milliarden Euro gestiegen. Schwerpunkte bei den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen waren Elektromobilität, Fahrerassistenzsysteme, aber auch die Elektrifizierung in der Industrie und der Heiztechnik. Eine herausragende Investition war die neue Halbleiterfabrik in Dresden, die wir vergangenes Jahr eröffnet haben. Die Eigenkapitalquote stieg aufgrund der verbesserten Ergebniszahlen um 1,3 Prozentpunkte auf 45,3 Prozent. Alle weiteren Details finden Sie im Geschäftsbericht, der erstmals vollständig elektronisch ist – mit nutzerfreundlichen Navigationsmöglichkeiten im PDF. Damit zum Geschäftsjahr 2022. In den ersten drei Monaten konnten wir den Umsatz in der Bosch-Gruppe um 5,2 Prozent steigern. Dabei weist der Unternehmensbereich Mobility Solutions einen Zuwachs von 4,8 Prozent aus. Zweistellig legten die Unternehmensbereiche Industrial Technology mit 14,4 Prozent und Energy and Building Technology mit 11,7 Prozent zu. Bei Consumer Goods haben wir ein Wachstum von 1,7 Prozent erzielt. Bei Konsumgütern rund um Haus und Garten flacht das Wachstum ab, nachdem sie durch veränderte Schwerpunkte der Konsumenten in der Coronavirus-Pandemie besonders gefragt waren. Regional gesehen legte der Umsatz im ersten Quartal besonders in Asien-Pazifik und Nord- und Südamerika zu, während er in Europa auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums stagnierte. Die Einschätzungen für das Gesamtjahr sind mit beträchtlichen Unsicherheiten verbunden. Auch wir haben bereits unsere konjunkturellen Erwartungen deutlich zurückgenommen. Wir erwarten jetzt für 2022 ein Wachstum der Weltwirtschaft von 3½ gegenüber 4¼ Prozent im Geschäftsbericht. Zudem wird unsere bisherige Prognose für die Automobilproduktion von weltweit rund 88 Millionen Fahrzeugen und damit einer Steigerung um neun Prozent voraussichtlich nicht zu halten sein. Die Gründe sind die erneuten Beeinträchtigungen durch die Coronavirus-Pandemie in China und die anhaltenden Halbleiterengpässe. Eine Prognose für Umsatz und Ergebnis der Bosch-Gruppe für das Gesamtjahr 2022 ist unter den gegebenen Umständen schwierig. Neben der Ungewissheit, wie sich die Lage in der Ukraine entwickelt und weiter auswirkt, ist aktuell nicht absehbar, welche Konsequenzen die erneuten Lockdowns in China auf die wirtschaftliche Entwicklung haben werden. Bislang gehen wir davon aus, dass wir die im Geschäftsbericht prognostizierte Umsatzsteigerung von sechs Prozent übertreffen werden. So sehen wir derzeit umsatzerhöhende Effekte aus Preisen und der Wechselkursentwicklung. Wir werden aber wohl trotz der erwarteten Umsatzsteigerungen unser Ziel einer vergleichbaren EBIT-Rendite wie im Vorjahr nicht ganz erreichen. Sie dürfte im Korridor von drei bis vier Prozent liegen. Dabei lassen sich die Ergebnisbelastungen durch den Ausfall des Geschäfts in Russland noch nicht exakt beziffern. Wie Sie wissen, sind in Folge der Sanktionen unsere Lieferungen nach Russland in wesentlichen Teilen zum Erliegen gekommen, und ein Großteil unseres Geschäfts mit russischen Kunden und in Russland ist unterbrochen. Durch die hohen Kostensteigerungen bei Energie, Material und Logistik wächst zudem die Belastung für unser Ergebnis erheblich. Gerade im Bereich Mobility Solutions ist der aktuelle Kostendruck immens. Nicht nur die Automobilhersteller, auch gerade wir als Zulieferer sind darauf angewiesen, Preissteigerungen weiterzugeben. Ich möchte Ihnen den enormen Kostendruck bei Rohstoffen anhand der indexierten Entwicklung von Flach- und Rundstahl verdeutlichen, zwei für uns wichtige Materialien. Wie Sie sehen, haben sich die Preise seit 2020 in etwa verdreifacht. Durch die Ukraine-Krise haben sie nach einem zwischenzeitlichen leichten Rückgang zusätzlichen Schub erhalten. Die angespannte Versorgungslage wird durch die wichtige Rolle, die Russland gerade in der europäischen Rohstoffversorgung einnimmt, noch signifikant verstärkt. Wir müssen uns deshalb auf anhaltend hohe Preise und sehr volatile Märkte einstellen. Die Preissteigerungen bei Rohstoffen machen es Regierungen, Notenbanken und auch Unternehmen nicht einfach, die wirtschaftliche Stabilität zu sichern. Zudem dürften sie sich negativ auf das Verbraucherverhalten auswirken. Während 2022 die Nachfrage noch relativ stabil bleiben dürfte, müssen wir uns für 2023 auf ein Abflauen vorbereiten. Dennoch sind wir als Bosch zuversichtlich, dass wir auch diese schwierige Phase meistern werden. Wichtig ist dabei, zukunftsweisende Produkte und eine klare langfristige strategische Ausrichtung zu haben. Zum Aspekt Nachhaltigkeit möchte ich das Wort an Filiz Albrecht weitergeben. Filiz Albrecht: Nachhaltigkeit ist unternehmerische Kernaufgabe geworden Vorbei die Zeit, meine Damen und Herren, da Nachhaltigkeit wie eine wünschenswerte Zugabe zum ohnehin laufenden Geschäft erschien. Sie ist unternehmerische Kern- und Pflichtaufgabe geworden, und das ist gut so. Getrieben wird dies auch von der zunehmenden Regulierung, nicht nur durch den Green Deal der EU, auch durch das Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz in Deutschland. Vor drei Jahren haben wir hier auf dieser Pressekonferenz unser Ziel vorgestellt, Bosch mit seinen weltweit 400 Standorten CO2-neutral zu stellen. Dieses Ziel konnten wir 2020 einlösen, als erstes globales Industrieunternehmen. Wir haben das freiwillig getan, genauso wie über 100 Jahre zuvor die Einführung des Acht-Stunden-Tages in unseren Werken. Es scheint, als holte heute wie damals Regulierung unternehmerische Verantwortung ein. Nach wie vor bewegt sich unsere Verantwortung im Dreieck ökonomischer, sozialer und ökologischer Interessen. Einfach ist es nicht, in diesem Dreieck die Balance zu halten. Soziale Verantwortung im Zeichen des Wandels heißt: möglichst viele Beschäftigte in neue Geschäftsfelder mitnehmen. Das gelingt uns mit Qualifizierung und unternehmensweiten Vermittlungsplattformen. Allein damit konnten wir bereits 1 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Antriebssparte zu neuen Stellen etwa in Software und Elektromobilität begleiten. Dabei helfen unkonventionelle Standortentscheidungen: Klimaneutrale Technik entwickeln wir eben nicht auf grüner Wiese, sondern vor allem dort, wo bisher Verbrenner-Systeme produziert werden. So werden bis Jahresende nahezu 2 300 Beschäftigte für die mobile und stationäre Brennstoffzelle tätig sein – 90 Prozent dieser Stellen konnten wir intern besetzen. Das ist Transformation „made by Bosch“ – genauso wie wir in diesem Jahr weltweit 10 000 neue Software-Entwickler einstellen. Auch ökologische Verantwortung beginnt im eigenen Haus. So haben wir die Qualität der CO2-Neutralstellung in unserem weltweiten Standortverbund nochmals deutlich verbessert. Das heißt im Klartext: Wir sind auf immer weniger CO2-Kompensationen angewiesen. Seit 2019 haben wir an unseren Standorten 3 000 Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz eingeleitet. Damit konnten wir bereits ein Drittel der Energieersparnis realisieren, die wir uns bis Ende der Dekade vorgenommen haben. Ebenso zügig gehen wir den Klimaschutz entlang unserer Lieferketten an. Dazu haben wir für die laufende Dekade ein verbindliches Ziel mit der Initiative Science Based Target vereinbart. Dieses Ziel setzen wir um: Nachdem schon die CO2-Neutralstellung im eigenen Haus ein großer Schritt war, verringern wir jetzt den CO2-Fußabdruck jährlich doppelt so stark, und zwar von den Lieferanten bis zu den Kunden. Daran arbeitet unser Einkauf, aber auch jeder einzelne Geschäftsbereich. Drei Hebel bewegen wir unmittelbar: erstens mehr Kreislauf-Wirtschaft, zweitens mehr Energieeffizienz unserer bestehenden Produkte, drittens die Verschiebung unseres Produktportfolios in Richtung klimaneutrale Erzeugnisse. Gerade Klimaschutz ist kein Anspruch, der neben oder über unserem Geschäft steht – er wird Geschäft. Dazu jetzt mehr von Christian Fischer. Dr. Christian Fischer: Es führt mehr als ein Weg zur Wärmewende in Gebäuden Wie offensiv wir mit den Herausforderungen des Klimawandels unser Portfolio gestalten, wie wir aber auch differenzierte Antworten finden müssen, zeigt sich deutlich bei Bosch Thermotechnik. Bekanntlich stammt mehr als ein Drittel der CO2-Emissionen aus Gebäuden, daher muss Klimaschutz auch in den eigenen vier Wänden stattfinden. Die deutsche Bundesregierung hat dazu ein ehrgeiziges Ziel gesteckt: Bis 2024 sollen neue Heizungen zu 65 Prozent regenerativ betrieben werden. Bosch kann helfen, dieses Ziel zu realisieren, aber auch hier gibt es mehr als einen Weg. Dabei setzen wir in Gebäuden wie auch auf der Straße auf das Prinzip „electrification first“. Das heißt konkret: Die Wärmewende beginnt mit der Wärmepumpe, idealerweise mit grünem Strom betrieben. Die Marktentwicklung zeigt klar in diese Richtung. Schon in diesem Jahr zieht in Europa der Wärmepumpen-Markt wertmäßig mit dem Gasthermen-Markt gleich. Bis 2025 wird er jährlich um 15 bis 20 Prozent zulegen, und wir wollen doppelt so stark wachsen, das heißt 30 bis 40 Prozent. Dazu haben wir in den vergangenen vier Jahren bereits 400 Millionen Euro investiert - weitere 300 Millionen Euro kommen bis Mitte der Dekade dazu. Investition schafft Innovation. Wir haben eine Lösung entwickelt, um die Wärmepumpe ins häusliche Energiemanagement zu integrieren und damit je nach Bedarf auch im Teillastbetrieb zu fahren. Das reduziert den Stromverbrauch und Geräusche zugleich, erleichtert also das Leben mit der Wärmewende. Jetzt kommt es allerdings auf einen differenzierten Blick an. Wärmepumpen rechnen sich vor allem in Neubauten, 70 Prozent aller Häuser in Deutschland sind jedoch älter als 50 Jahre. Wie also die Wärmewende im Gebäudebestand durchsetzen? Der Abriss und Neubau ganzer Stadtviertel kann keine Lösung sein, wohl aber die Umstellung der Heizungen von Erdgas auf Wasserstoff. Es ist gut, dass in vielen europäischen Ländern das Gasnetz bereits Wasserstoff-fähig ist – in Deutschland sogar 96 Prozent der Leitungen. Und doch gilt es, die Umstellung der Endgeräte rechtzeitig vorzubereiten. Dazu ist Großbritannien ein Vorbild, wo neue Gasthermen bereits ab 2026 „H 2 -ready“ sein müssen. Anfang 2023 beginnt ein größerer Feldtest mit 300 Wasserstoff-Heizungen in Schottland, und jede zweite ist von Bosch. Auf allen Wegen machen wir Tempo für die Wärmewende. Dabei bringen wir nicht nur neue Energien, sondern auch Energieeffizienz ins Haus: Mit einem großen Portfolio an Hausgeräten, die Ressourcen schonen. Mit dem Energiemanager, der im Smart Home etwa Solarstrom intelligent verteilen kann, sei es auf Waschmaschine, Wärmepumpe oder in den Batteriespeicher. Damit lassen sich die Stromkosten um nahezu 60 Prozent reduzieren. Über die Gleichung von Energie- und Kosteneffizienz setzt sich Klimaschutz auch in gewerblichen Gebäuden durch. Die Einsparungen sind erheblich, so senken wir mit unseren Lösungen beispielsweise die jährlichen Energiekosten des Robert-Bosch-Krankenhauses um bis zu 1,3 Millionen Euro. Möglich wird das Plus an Effizienz nicht zuletzt durch die Vernetzung und Integration von Gebäudesystemen – es ist bezeichnend, dass zwei von drei Ausschreibungen in der Gebäudetechnik inzwischen auf integrierte Projekte zielen. Über Akquisitionen wie zuletzt von Hörburger, einem Spezialisten für Gebäudeautomation, wächst Bosch stärker als der Markt. Damit kommen wir zugleich unserem Ziel näher, mit Dienstleistungen mehr regelmäßig wiederkehrende Einnahmen zu erwirtschaften. Denn im Geschäft mit Gebäudesystemen wird schon jetzt nahezu jeder zweite Euro mit Services verdient. Unsere strategischen Ziele – den Klimaschutz technisch mitgestalten, das Dienstleistungsgeschäft ausbauen – ergänzen sich also. Und damit gebe ich das Wort weiter an Rolf Najork. Rolf Najork: Die Industrietechnik forciert die Elektrifizierung Dass ökonomische und ökologische Ziele eine Verbindung eingehen können, muss sich gerade dort erweisen, wo die Rationalisierung ihren Ursprung hat: in der industriellen Produktion. Tatsächlich forciert die Gleichung von Energie- und Kosteneffizienz den Klimaschutz auch in den Fabriken – und auch hier kommt es auf Digitalisierung an. Allein über das vernetzte Energiemanagement senken wir den jährlichen Energieverbrauch unserer Produktion im Schnitt um fünf Prozent. Die Energy Plattform aus unserem Industrie-4.0-Portfolio ist bereits in 80 Kundenprojekten und an 120 Bosch-Standorten im Einsatz. Noch mehr Effizienz geht aus dem Zusammenspiel mit künstlicher Intelligenz hervor. So hat unser chinesisches Werk Changsha ein KI-gesteuertes Energiemanagement entwickelt. Damit ist es gelungen, den jährlichen Stromverbrauch um 18 Prozent zu reduzieren. Anlass genug für das Weltwirtschaftsforum, Changsha als globalen Leuchtturm für Industrie 4.0 auszuzeichnen. Zugleich setzen wir in der Industrietechnik auf Elektrifizierung. Wir sehen dafür einen Trend vor allem bei mobilen Arbeitsmaschinen, wie sie in Häfen, auf Baustellen oder auch im Bergbau eingesetzt werden. In diesem Umfeld kommen schärfere Emissions- und Lärmvorschriften, es geht um robuste „Technik fürs Leben“. Schon in diesem Jahr wird Bosch Rexroth, Weltmarktführer für Mobilhydraulik, sein Portfolio durch elektrische Komponenten für Fahr- und Arbeitsantriebe erweitern. Elektrifizieren lässt sich damit, um nur ein Beispiel zu nennen, die Baggerfahrt ebenso wie die Schaufel. Dieses eLion-Programm wird aus 80 Motorenvarianten bestehen, gestaffelt in verschiedenen Nenngrößen nach Drehmoment und Drehzahl – das breiteste Angebot der Branche. Auch hier zeigt sich, was typisch ist für Bosch. Unsere Stärke liegt in der Kombination verschiedener Stärken: Erfahrung mit elektrischen Industrielösungen, Branchenwissen bei Off-Highway-Maschinen sowie Know-how in der Elektromobilität. 2030 werden voraussichtlich 30 Prozent der mobilen Arbeitsmaschinen elektrifiziert sein. Dies entspricht einem zusätzlichen Marktvolumen von 1,5 Milliarden Euro für Hochvolt-Antriebe. Mit unserem neuen Produktportfolio sind wir auch hier vorn dabei. Über die Industrietechnik bringen wir schließlich das elektrische Fahren auf der Straße voran. In einem Projekthaus mit VW arbeiten wir an der Gründung eines Unternehmens, das Batteriezellfabriken in Europa ausrüsten soll. Unser gemeinsames Ziel: die Kosten- und Technologieführerschaft bei der Industrialisierung der Batterieproduktion. Mit unserer Erfahrung in der Fabrikautomation sehen wir Potenzial für höhere Produktivität in Kernprozessen, zum Beispiel in der sogenannten Zell-Assemblierung. Dazu bringen wir die Breite unseres industrietechnischen Know-hows ein: Antriebs- und Steuerungstechnik, Montage- und Prozesstechnik sowie Software für Industrie 4.0. Schon jetzt bieten wir Lösungen für die Fertigung und das Recycling von Batteriemodulen und -packs. Mit Technik für die Produktion von Batteriezellen machen wir das Angebot komplett. Dabei können wir mit starker Nachfrage rechnen – weltweit mit einem kumulierten Marktvolumen von 50 Milliarden Euro bis 2030. Allein in Europa sind derzeit mehr als 30 neue Zellfabriken geplant, davon sechs bei VW. Kein anderes Segment im Anlagen- und Maschinenbau hat derzeit eine größere Wachstumsperspektive. Bosch forciert die Elektromobilität gleich von zwei Seiten: nicht nur als Automobilzulieferer, sondern auch als Fabrikausrüster. Mehr zum elektrischen Fahren jetzt von Markus Heyn. Dr. Markus Heyn: Verkehrswende heißt auch Elektromobilität plus Brennstoffzelle 2035 dürfen Neuwagen in Europa kein CO2 mehr ausstoßen. Mit dieser Vorgabe bringt der Green Deal der EU den entscheidenden Schub für die Elektrifizierung des Straßenverkehrs. Dies fällt in eine Zeit, in der die Automobilbranche wirtschaftlich unter einem sehr hohen Druck steht. Die Hersteller haben Endkunden-Preise für Neufahrzeuge im Schnitt bereits im hohen einstelligen Prozentbereich erhöht. So sind die Preise für neue Elektroautos allein in den vergangenen beiden Monaten um knapp acht Prozent gestiegen. Auch Bosch wird die nochmals erheblich gestiegenen Rohstoff-, Halbleiter- und Logistikkosten an seine Kunden weitergeben müssen. Das hat auch mein Kollege Markus Forschner schon sehr deutlich gemacht. Nur dann können wir unser Zulieferer-Geschäft für die Automobilindustrie weiterhin profitabel betreiben. Immerhin nimmt der Elektrofahrzeug-Markt Fahrt auf. Denn alle Automobilhersteller sind bestrebt, sich möglichst hohe Anteile an diesem Markt zu sichern. Bosch versteht sich als Zulieferer Nummer eins auch für den elektrischen Antrieb auf der Straße. Dabei tun wir alles, um die Elektromobilität noch praktikabler zu machen. Den Antrieb inklusive Batterie in der richtigen Temperatur halten, den nötigen Klimakomfort in der Kabine bereitstellen – allein das intelligente Thermomanagement steigert die Reichweite des elektrischen Fahrens um 25 Prozent. Auch deshalb ist sein Anteil an der Wertschöpfung beim Elektroauto etwa viermal höher als bei einem Diesel oder Benziner. Dazu hat Bosch mit der Flexible Thermal Unit, kurz FTU, eine vorintegrierte Lösung entwickelt. Diese Lösung reduziert Systemkosten und Komplexität deutlich: weniger Teile, weniger Montageschritte, weniger Kühlmittel-Leitungen und damit weniger Kühlmittel-Gewicht. Allein mit der FTU adressieren wir einen Markt, der gegen Ende der Dekade ein Volumen von 3,5 Milliarden Euro haben wird. Überdies sind wir für die Elektromobilität auf den beiden wesentlichen technischen Pfaden gut unterwegs: Der eine ist die Dynamik von Bosch im Geschäft mit der batterieelektrischen Mobilität. Seit 2018 haben wir dazu 170 Serienprojekte akquiriert, davon 60 allein 2021. Der Markt legt kräftig zu, wir noch kräftiger. Unsere Stückzahlen steigen jährlich mit zweistelligen Raten. 2025 wird unser Umsatz die Fünf-Milliarden-Euro-Marke überschreiten, bis dahin entfallen 70 Prozent auf reine Elektroauto-Komponenten. Unsere Investitionen bewegen sich nach wie vor auf hohem Niveau, allein in diesem Jahr sind es mehr als 500 Millionen Euro. Der andere Pfad öffnet sich mit dem Startschuss von Bosch für die Elektromobilität auf Basis der Brennstoffzelle. Konkret startet in diesem Jahr unsere Serienproduktion für den Brennstoffzellen-Antrieb im Lkw. Schon 2021 hat unsere Technik gut 100 000 Testkilometer absolviert, gefahren von chinesischen Prototypen. 2022 läuft die Fertigung von Brennstoffzellen-Stacks im Werk Bamberg an. Vor Ort wollen wir bis Mitte der Dekade Stacks mit einem Gigawatt Leistung produziert haben – unsere „Gigafactory“, wenn man so will. Dazu beginnt 2023 in Stuttgart-Feuerbach die Montage des kompletten Brennstoffzellen-Systems, wobei Komponenten auch aus Homburg zugeliefert werden. Dieser Verbund macht deutlich: In unseren Stammwerken entsteht Neues. Hinzu kommt der Standort Wuxi, der unsere chinesischen Kunden bedient. 2030 soll der Betrieb eines Brennstoffzellen-Trucks nicht mehr kosten als ein Diesel – das ist unser Ziel. Dafür bringen wir das nötige Know-how in der Industrialisierung mit, zum Beispiel einen Prozess, den es so nur bei Bosch gibt: das Highspeed-Laserschweißen, um pro Stack 1 000 Meter Schweißnähte wasserstoffdicht zu machen. Notwendig sind zudem hohe Investitionen. Wir haben sie nochmals gesteigert, auf nahezu eine Milliarde Euro zwischen 2021 und 2024. Doch damit nicht genug: Im selben Zeitraum investieren wir eine halbe Milliarde Euro in die stationäre Brennstoffzellentechnik. Auch hier stellt sich Bosch also breit auf – wir denken über die Mobilität hinaus. Typischerweise wird die stationäre Brennstoffzelle in Kleinkraftwerken zum Einsatz kommen, um Rechenzentren oder auch Stadtviertel mit Strom zu versorgen. Auch dafür entsteht Fertigung in unseren Stammwerken – in Bamberg, Homburg und Wernau. Die Markteinführung planen wir 2024. Um den chinesischen Markt zu erschließen, planen wir ein Joint Venture mit unseren Partnern Ceres Power und Weichai. 2030 wird der Weltmarkt voraussichtlich ein Volumen von 20 Milliarden Euro haben, und wir haben gute Chancen, einer der führenden drei Anbieter zu werden. Damit geht das Wort zurück an Stefan Hartung. Dr. Stefan Hartung: Bosch wendet drei Milliarden Euro für klimaneutrale Technik auf Wir kommen zum Schluss, meine Damen und Herren. Das nachhaltige Leben kommt, es muss kommen. Wo die Abhängigkeit von fossilen Energien in internationalen Konflikten instrumentalisiert wird, müssen wir erst recht das tun, was wir auch für den Klimaschutz brauchen: unsere Energienutzung diversifizieren. Bosch dekliniert dies durch alle Bereiche, als Wärmewende ebenso wie als Verkehrswende. Unser Leitmotiv „Technik fürs Leben“ heißt dabei auch: das Leben mit der Wende möglichst einfach machen. So bringen wir eine vernetzte Wallbox auf den Markt. Damit lässt sich das häusliche Laden des Elektroautos über eine App steuern und in den Energiemanager des Smart Home integrieren. Überdies wäre Bosch nicht Bosch, ließen wir eine zukunftsträchtige Entwicklung aus. So arbeiten wir auch am Wasserstoffmotor für schwere Nutzfahrzeuge. Und wie eingangs erwähnt, wollen wir mit unserer Technik nicht zuletzt den Aufbau der Wasserstoff-Produktion in Europa unterstützen. Mit dem Stack werden wir das Kernstück der Wasserstoff-Elektrolyse liefern, kombiniert mit Leistungselektronik, Sensoren und Steuergerät zu einem Smart Module. Unsere Entwicklung zielt auf den Markt für Elektrolyseur-Komponenten, der 2030 weltweit auf ein Volumen von 14 Milliarden Euro kommen wird. Bis Ende des Jahrzehnts werden wir dafür nahezu 500 Millionen Euro investieren, die Hälfte davon bis zur Markteinführung, die wir 2025 planen. In Summe belaufen sich unsere Vorleistungen für Technologien, die auf Klimaneutralität zielen, über drei Jahre auf gut drei Milliarden Euro. Kein anderes Unternehmen diversifiziert sich mit solchen Technologien wie Bosch. Und doch kann ich unsere Strategie auf einen Satz bringen: Wir sind mit strombasierten Lösungen bereits gut in Fahrt, aber auch wasserstoffbasierte Lösungen werden Fahrt aufnehmen. Ausschließen will ich nicht, dass wir dafür noch einige Technologien erfinden müssen, andere noch zu teuer sind. Wir dürfen aber nicht den Fehler machen, uns technologisch nur auf das zu beschränken, was heute schon im Einsatz ist. Elektrifizierung und grüner Wasserstoff: Beides wird gebraucht – fürs nachhaltige Leben auf dem blauen Planeten.

Hightech #LikeABosch – mit vernetzten, intelligenten und nachhaltigen Lösungen d ...

04.01.2022

Referat

Wirtschaft

Hightech #LikeABosch – mit vernetzten, intelligenten und nachhaltigen Lösungen d ...

Dr. Tanja Rückert, Chief Digital Officer der Robert Bosch GmbH, und Mike Mansuetti, Präsident Bosch in Nordamerika, anlässlich der Consumer Electronics Show am 4. Januar 2022 Es gilt das gesprochene Wort. Guten Morgen und herzlich willkommen zur Bosch-Pressekonferenz! Wir freuen uns, dass wir Sie heute digital bei uns begrüßen dürfen. Leider können wir uns wegen der aktuellen Pandemie-Lage wieder nicht persönlich treffen. Das ist bedauerlich, aber die Gesundheit aller hat natürlich oberste Priorität. Die gute Nachricht ist, dass wir dank technischer Lösungen sicher auf virtuelle Art und Weise zusammenkommen können. Und das passt perfekt zu dem, was heute unser Thema ist. Wir möchten mit Ihnen über Technologie, ihre Vorteile und Möglichkeiten sprechen und darüber, welche positiven Auswirkungen sie haben kann. Technologie für eine bessere Welt – heute und morgen Sie haben gerade den neuesten Clip unserer #LikeABosch-Kampagne gesehen: „Hightech #LikeABosch“. Hier auf der CES ist der Begriff „Hightech“ natürlich jedem vertraut; bei Bosch haben wir jedoch eine ganz besondere Sicht darauf. Welche, das möchten wir Ihnen heute zeigen. Wir wollen erläutern, warum Hightech für uns mehr bedeutet, als nur die Grenzen des Machbaren zu erweitern. Wir setzen Technologie vielmehr als Mittel ein, um das Leben der Menschen zu verbessern, wo immer sie sind: zu Hause, bei der Arbeit, auf der Straße, im Krankenhaus oder sogar im Weltall! Als Unternehmen, das sich Innovationen verschrieben hat, die das Leben verbessern, stellen wir den Menschen in den Mittelpunkt unserer Entwicklung. Aber gerade in Zeiten so tiefgreifenden technologischen Wandels reicht es für Unternehmen nicht zu glauben, sie hätten auf alles eine Antwort. Um Menschen das zu geben, was sie brauchen und sich wünschen, muss man ihre Bedürfnisse – aber auch ihre damit verbundenen Vorbehalte und Bedenken – verstehen. Deshalb haben wir genau das getan: Wir haben eine repräsentative Meinungsumfrage in fünf Ländern – China, Deutschland, Indien, Großbritannien und USA – zu unterschiedlichen Technologiethemen durchgeführt. Ziel ist, herauszufinden, wie Menschen technologischen Fortschritt beurteilen, was sie von Technologie erwarten und worin sie die größten Chancen und Risiken sehen. Entstanden ist der Bosch Tech Compass, der hier auf der CES seine Weltpremiere feiert. Im Verlauf unserer Pressekonferenz werden wir einige der interessantesten und wichtigsten Erkenntnisse mit Ihnen teilen. Beginnen wir gleich mit dem für uns vielleicht entscheidendsten Ergebnis. Wie die Umfrage zeigt, herrscht weltweit großes Vertrauen in Technologie und starke Begeisterung für ihre Möglichkeiten. 72 Prozent der Befragten weltweit glauben, dass Technologie die Welt zu einem besseren Ort macht. Sie glauben vor allem, dass Technologie ihr Leben bequemer und sicherer macht und ihnen die Arbeit erleichtert. Auch zeigen sich die Menschen optimistisch, was das Potenzial von Technologie betrifft: 76 Prozent der Befragten sehen in ihr den Schlüssel zur Bekämpfung des Klimawandels. Dem stimmen wir bei Bosch voll und ganz zu. Auch wir sind fest davon überzeugt, dass Technologie unser aller Leben verbessern kann – nicht umsonst ist „Technik fürs Leben“ unser Leitbild. Das zeigt ein Blick in unser Portfolio: Denken Sie an nützliche und sogar lebensrettende Innovationen wie das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP), Airbag-Steuergeräte, unseren digitalen Schutzengel Help Connect oder den Corona-PCR-Schnelltest, den wir letztes Jahr für unser Vivalytic-Analysegerät entwickelt haben. Auch das Thema Klimaschutz nehmen wir sehr ernst: Bosch war das erste global tätige Industrieunternehmen, das alle internationalen Standorte klimaneutral gestellt hat. Derzeit arbeiten wir daran, bis 2030 die CO 2 -Emissionen entlang unserer Lieferketten und über den Lebenszyklus unserer Produkte um 15 Prozent zu senken. Dies entspricht 67 Millionen Tonnen Kohlendioxid – und ist etwa zwanzigmal mehr als unsere Standorte im Basisjahr 2018 emittiert haben. Über unsere Tochtergesellschaft Bosch Climate Solutions teilen wir zudem unsere Erfahrungen und unterstützen andere Unternehmen dabei, Klimaneutralität zu erreichen. Auch mit unseren Produkten fördern wir Nachhaltigkeit und ermöglichen den Nutzern, ihren CO 2 -Fußabdruck zu reduzieren. So hat zum Beispiel unsere US-Gebäudetechnik-Tochter Climatec einen 35-Millionen-Dollar-Auftrag der kalifornischen Stadt Ontario gewonnen, um sie energieeffizienter und sicherer zu machen und ihre Vernetzung voranzutreiben. Im Rahmen des „Smart Ontario“-Projekts werden wir durch die Nachrüstung der Infrastruktur mit intelligenten, vernetzten Lösungen wie Gebäudeautomation und LED-Straßenbeleuchtung die Treibhausgasemissionen der Stadt um voraussichtlich mehr als 10 000 Tonnen pro Jahr reduzieren. Zudem verfolgen wir schon lange die Vision einer klimafreundlichen Mobilität und haben dafür die ganze Palette an Komponenten und Systemlösungen für die Elektromobilität im Portfolio. Tatsächlich verfügt kein anderes Unternehmen über ein so breitgefächertes Angebot wie Bosch; vom batterieelektrischen Antrieb über regenerative Bremssysteme bis hin zur Brennstoffzelle: Wir bewegen alles, vom eBike bis zum schweren Nutzfahrzeug. Apropos eBikes: Hier kommen zwei der wichtigsten Treiber unseres Geschäfts zusammen – die Elektrifizierung und die Vernetzung. Vor nicht allzu langer Zeit galt das eBike noch als Nischenprodukt. Inzwischen ist es weltweit zu einem der beliebtesten Fortbewegungsmittel aufgestiegen. Was aber hat Vernetzung mit eBikes zu tun? Mehr denn je ist sie die Grundlage für ein individuelles Fahrerlebnis. Genau das bietet unsere neue Systemgeneration namens eBike Smart System den Nutzern. Die Ende letzten Jahres erstmals vorgestellte Innovation wurde mit einem CES ® 2022 Innovation Award Honoree ausgezeichnet und wird nun hier auf der CES erstmals in den USA einem breiten Publikum vorgestellt. Das völlig neue System bestehend aus eBike Flow App, Bedieneinheit, Display, Akku sowie Drive Unit verbindet das physische Erlebnis des eBike-Fahrens mit digitalen Annehmlichkeiten wie Vernetzung, Personalisierung und Services. So kann sich Ihr eBike zum Beispiel künftig Ihrem Fahrstil anpassen, Routen nach Ihrem Geschmack vorschlagen und Sie sicher ans Ziel leiten. Zudem lernt es dabei Ihre Interessen und Vorlieben. Dank Vernetzung ist das Fahrrad somit kein statisches Produkt mehr, sondern entwickelt sich nach dem Kauf ständig weiter. Mit Over-the-Air-Updates kann das Nutzererlebnis fortwährend mit neuen digitalen Erfahrungen verbessert werden. Dies ist nur ein Beispiel dafür, welche zentrale Bedeutung Vernetzung für unsere Produkte hat. Mehr noch freuen wir uns, Ihnen mitteilen zu können, dass wir ein wichtiges und langjähriges Ziel unseres Unternehmens erreicht haben: 100 Prozent unserer elektronischen Produktklassen sind inzwischen internetfähig. Das bedeutet, dass wir für nahezu alle unserer Produkte auch Funktionen wie drahtlose Updates und internetbasierte Services anbieten können. Denken Sie etwa an nützliche Dienste, wie den automatischen Notrufservice eCall oder unsere Falschfahrerwarnung, die wir durch die Internetanbindung von Fahrzeugen ermöglicht haben. Bosch ist ein IoT- und Softwareunternehmen Dieser Meilenstein ist ein Beleg dafür, wie Bosch sich zu einem Software- und IoT-Unternehmen entwickelt hat. Derzeit beschäftigen wir rund 35 000 Softwareentwickler. Jährlich investieren wir mehr als viereinhalb Milliarden Dollar in den Auf- und Ausbau der Softwarekompetenz in unserem Unternehmen. Wir verstehen deshalb besser als die meisten anderen Unternehmen beide Seiten der Medaille – besonders, wenn es um die Vernetzung von Dingen mit dem Internet geht. Lassen Sie uns einen Blick darauf werfen, was wir in zwei unserer Kernbereiche jüngst erreicht haben: dem Zuhause und der Mobilität. Im Bereich Technik für die eigenen vier Wände hat Bosch im Jahr 2020 vier Millionen internetfähige Elektrowerkzeuge, Hausgeräte und Heizsysteme verkauft. Diese Zahl ist 2021 auf über sechs Millionen Stück gestiegen – ein Wachstum von 50 Prozent. Und auch im Mobilitätsbereich hat Software absolute Priorität: Fahrzeuge entwickeln sich mehr und mehr zu Internetknoten. Das ist bereits seit geraumer Zeit eine Vision von Bosch. Daher sind wir bestens positioniert, um das softwaredefinierte Fahrzeug entscheidend mitzugestalten. In unserem Unternehmensbereich Mobility Solutions investieren wir jährlich knapp dreieinhalb Milliarden Dollar in unsere Softwarekompetenz. Zu Beginn des letzten Jahres hat der neue Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions seine Arbeit aufgenommen. Diese Einheit bündelt die Hard- und Softwareentwicklung für neue Elektronikarchitekturen im Fahrzeug. Dieses Jahr unternehmen wir einen weiteren Schritt und bündeln unsere Arbeit an anwendungsunabhängiger Fahrzeugsoftware für Autos und Cloud unter dem Dach unserer Tochtergesellschaft ETAS GmbH. Damit können wir Herstellern und anderen Zulieferern entsprechende Softwarelösungen künftig schneller, sicherer und effizienter bereitstellen. Wir optimieren aber nicht nur unsere eigene Organisation und bauen unsere Kompetenzen aus, sondern gehen auch Partnerschaften ein, um unsere Technologieführerschaft im Mobilitätsbereich voranzutreiben. So stärken wir beispielsweise gemeinsam mit Microsoft unsere Position in der Softwareentwicklung für alle Domänen – vom Auto bis zur Cloud. Wir können so die Softwareentwicklung beschleunigen und neue Funktionen schneller in Fahrzeuge bringen. Wir machen in der Zusammenarbeit große Fortschritte bei der Entwicklung einer offenen Technologieplattform, mit dem Ziel, die Entwicklungszyklen in der Autoindustrie zu verkürzen. Der steigende Bedarf an Software bringt nicht zuletzt auch einen erhöhten Bedarf an Softwareintegration mit sich. Auf diesem Gebiet ist Bosch dank seines Domänenwissens ideal aufgestellt und verfügt über das nötige Integrations-Know-how. Nehmen wir zum Beispiel das automatisierte Fahren. Ein automatisiertes Fahrzeug muss alle Fähigkeiten mitbringen, die auch ein Mensch zum Autofahren braucht: seine Umgebung wahrnehmen, Entscheidungen treffen, beschleunigen, bremsen und lenken. Bosch hat alle Bausteine für das automatisierte Fahren im Portfolio und schafft Schritt für Schritt die technischen Voraussetzungen. Mit unseren Fahrerassistenzsystemen ebnen wir schon jetzt den Weg für alle Stufen der Automatisierung. Das zahlt sich aus: Bosch hat mit Fahrerassistenzsystemen in den letzten fünf Jahren mehr als 10 Milliarden Dollar umgesetzt. Von Komponenten bis zu Systemen, von Software bis zu Services – bei der Mobilität der Zukunft führt kein Weg an Bosch vorbei. Welche Bandbreite an Technologien wir anbieten und wie diese in künftigen Fahrzeugen nahtlos integriert werden, zeigen wir auf unserem Messestand. Wir geben einen Einblick, wie Software, Personalisierung, Automatisierung, Vernetzung und Elektrifizierung schier unendliche Möglichkeiten für die Art und Weise eröffnen, wie wir in Zukunft von A nach B gelangen. Bosch auf dem Weg zu einem führenden datengetriebenen KI-Unternehmen Apropos Zukunft: Auf die Frage, welche Technologie in zehn Jahren ihrer Meinung nach den größten Einfluss haben wird, nannten die Befragten des Bosch Tech Compass weltweitübereinstimmend KI und 5G. Bei Bosch haben wir KI zu einem strategischen Schwerpunktthema gemacht. Wir wollen Vernetzung und Daten, die im Internet der Dinge (IoT) gesammelt werden, mit künstlicher Intelligenz (KI oder englisch: AI) zum AIoT verbinden, um unsere Produkte und Services kontinuierlich zu verbessern. Ein Meilenstein auf unserem Weg zu einem führenden datengetriebenen KI-Unternehmen war die Gründung des Bosch Center for Artificial Intelligence (BCAI) im Jahr 2017. Das BCAI ist derzeit mit insgesamt sieben Standorten in den USA, Deutschland, Indien, Israel und China vertreten. Es hat mehr als 200 Projekte in den Bereichen Mobilität, Fertigung, Landwirtschaft und Smart Home umgesetzt und leistet bereits einen positiven Ergebnisbeitrag von rund 350 Millionen Dollar. Mit dem systematischen Ausbau unserer KI-Kompetenz verfolgen wir zudem ein konkretes Ziel: Bis 2025 soll jedes Bosch-Produkt entweder mit KI ausgestattet oder mithilfe von KI gefertigt werden. Ein neues KI-Produkt, das wir hier auf der CES zeigen, ist unser neuer Home-Connect-Kühlschrank. Er kann die enthaltenen Lebensmittel erkennen, entsprechende Rezepte vorschlagen und damit nicht nur Abwechslung in Ihre Essensroutine bringen, sondern auch dabei helfen, Lebensmittel rechtzeitig aufzubrauchen, anstatt sie wegwerfen zu müssen. Ein weiteres, ganz besonderes Beispiel dafür, wie wir fortwährend Lösungen für höchstmöglichen Nutzen entwickeln, ist unsere SoundSee-Technologie. Dieses Audio-System kam erstmals in der Internationalen Raumstation ISS zum Einsatz, wo es mit KI dabei hilft, den Zustand kritischer Systeme zu überwachen, zum Beispiel die Umweltkontroll- und Lebenserhaltungssysteme der Raumstation. Heute zeigen wir erstmals einen neuen Anwendungsfall für Audio-KI, der auf der gleichen Technik basiert wie an Bord der ISS. Gemeinsam mit Highmark Health in Pittsburgh, Pennsylvania, erforschen wir, wie Audio-KI als Diagnosewerkzeug in der Kindermedizin genutzt werden kann. Genauer gesagt, arbeiten wir daran, das Sensorsystem so anzupassen, dass es Lungenkrankheiten wie Asthma schon in jungen Jahren erkennen kann, indem es die Atemmuster von Kindern abhört. Unsere Annahme ist, dass jedes Kind einen individuellen Audio-Fingerabdruck hat, und wir mithilfe von Audio-KI sein normales Atemgeräusch ermitteln können. Etwaige Veränderungen, so der Ansatz, werden von der KI erkannt, sodass möglichst durch einen frühzeitigen therapeutischen Eingriff bessere Ergebnisse erzielt werden können. Idealerweise ermöglicht uns diese Technologie eine nicht-invasive Überwachung kleiner Patienten und eine weitaus frühzeitigere Warnung der Eltern, sobald eine Abweichung vom Normalzustand vorliegt. Wir sehen in der Kombination von KI und IoT den Schlüssel, um den größten Nutzen aus diesen beiden Technologien zu ziehen. Sie können sich das wie einen unendlichen Verbesserungskreislauf vorstellen: Vernetzte Produkte übertragen Daten, die mithilfe von KI verarbeitet werden. Verbesserungen werden identifiziert, über Software-Updates wieder in das Produkt eingespeist und immer so weiter. Auf diese Weise werden die Kunden in den Entwicklungsprozess einbezogen und die Lösungen genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Das Ergebnis sind bessere Lösungen für unsere Kunden – und neue Einnahmequellen für uns. Wir sind in der Lage aus jedem Umsatz mit digitalen Produkten auch einen Serviceumsatz abzuleiten. Vertrauen und Verantwortung als Schlüssel zum Erfolg Wie die Befragten des Bosch Tech Compass sind auch wir überzeugt, dass künstliche Intelligenz und zunehmende Vernetzung künftig enormen Einfluss haben werden. Um das volle Potenzial dieser neuen Technologien auszuschöpfen, müssen sie jedoch auf breite Akzeptanz stoßen. Um das zu erreichen, müssen wir den Menschen den Nutzen nicht nur nachvollziehbar erläutern, sondern auch ihr Vertrauen in die Technologie und die Unternehmen, die sie entwickeln, stärken. Das gilt für alle neuen digitalen Technologien: Vertrauen kommt nicht von allein, es muss gewonnen werden. In diesem Punkt herrscht in unserer Umfrage ebenfalls große Übereinstimmung. Vier von fünf Befragten weltweit glauben, dass der Erfolg eines Unternehmens davon abhängt, inwieweit es ihm gelingt, das Vertrauen seiner Kunden im digitalen Umfeld aufzubauen. Dazu müssen Unternehmen verantwortungsbewusst handeln: beim Umgang mit sensiblen Daten ebenso wie bei der Abwägung ökologischer und ökonomischer Überlegungen und der Nutzung von Innovationen für das Gemeinwohl. Auch darin sind sich die Umfrageteilnehmer einig: Beeindruckende 83 Prozent der Befragten denken, dass sich technologischer Fortschritt stärker auf die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen statt auf die Befriedigung individueller Bedürfnisse konzentrieren sollte. In besonderem Maße zeigt der Bosch Tech Compass, dass sich die Menschen mehr denn je des Potenzials, aber auch der Tücken der Technik bewusst sind. Sie fordern von denen, die sie entwickeln, ebenso wie von denen, die ihre Nutzung gesetzlich regeln – also von Unternehmen und der Politik –, dass sie die Entwicklung verantwortungsbewusst in die richtige Richtung steuern. In unserem Streben nach technischem Fortschritt haben wir bei Bosch Vertrauen und Verantwortungsbewusstsein stets in den Mittelpunkt gestellt. Dies galt in der analogen Welt und gilt umso mehr in der digitalen Welt, wo Vertrauen ein knappes Gut ist. Vor allem wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen, wenn es darum geht, Innovation als Kraft für das Gute statt nur für den Profit einzusetzen. Deshalb haben wir für unsere eigenen Entwickler einen KI-Ethikkodex herausgegeben und verfolgen ausdrücklich eine KI, die sicher, robust und nachvollziehbar ist. Zudem stehen wir als treibende Kraft hinter dem Digital Trust Forum, einem internationalen Konsortium, das sich zum Ziel gesetzt hat, Vertrauen in KI und IoT-basierte Lösungen maßgeblich zu stärken. Insbesondere arbeiten wir mit unseren Partnern daran, vertrauensfördernde Richtlinien und mögliche Zertifizierungs- und Konformitätskennzeichen zu definieren. Die Idee ist, dass Produkte, die bestimmte Kriterien erfüllen, ein Digital-Trust-Siegel erhalten – vergleichbar mit den Energieeffizienzklassen, die Sie von Hausgeräten kennen. Nicht zuletzt hängen Vertrauen und Akzeptanz auch davon ab, ob Menschen einen konkreten Nutzen einer neuen Technologie erkennen können. In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen eine Bosch-Innovation vorstellen, die einmal mehr das unglaubliche Potenzial von KI zeigt. Es handelt sich um den ersten auf dem Markt verfügbaren Gassensor mit KI von Bosch, der in einem revolutionären neuen Produkt zur Anwendung kommt. Der Silvanet Wildfire Sensor von Dryad ist eine bahnbrechende Innovation zur sehr frühen Erkennung von Waldbränden – und unser Gassensor ist seine digitale Nase. Ganz abgesehen von der unvorstellbaren Zerstörungskraft die Waldbrände haben: Wussten Sie, dass sie für bis zu 20 Prozent der jährlichen CO 2 -Emissionen weltweit verantwortlich sind? Das ist so viel wie der gesamte Transportsektor zusammen, also alle Autos, Schiffe und Flugzeuge auf dieser Erde. Die Sensoren von Dryad werden an Bäumen angebracht, wo sie kontinuierlich das lokale Mikroklima überwachen, um beginnende Brände frühzeitig zu erkennen und die örtlichen Behörden drahtlos zu benachrichtigen – lange, bevor kamera- oder satellitengestützte Systeme dies tun können. Diese Sensoren werden dazu beitragen, zahllose Menschenleben und Häuser zu retten und Tonnen von CO 2 davor zu bewahren, in die Atmosphäre zu gelangen – alles dank KI und Konnektivität. Lösungen für eine bessere Welt Unser Ziel bei Bosch war stets und ist es nach wie vor, mit unseren Produkten und Lösungen den Alltag von Menschen zu verbessern. Die Befragten das Bosch Tech Compass sind optimistisch, was das Potential und den Nutzen von Technologie betrifft. Und wir sind es auch: Deshalb arbeiten wir weiterhin an Innovationen, die das Leben von Menschen in aller Welt positiv verändern sollen. Das geht Lichtjahre über Hightech hinaus, das ist „Hightech #LikeABosch“. Vielen Dank.