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Entscheidender Vorsprung dank Hardware und Software: Bosch überbrückt Grenzen zwischen dem Physischen und dem Digitalen

Bosch CES 2026
Irina Ananyeva

Irina Ananyeva

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Dr. Tanja Rückert,
Mitglied der Geschäftsführung
der Robert Bosch GmbH,
und Paul Thomas,
Präsident von Bosch in Nordamerika,
auf der CES® am 5. Januar 2026

Es gilt das gesprochene Wort.

Tanja Rückert:
Guten Morgen! Herzlich willkommen zur Bosch-Pressekonferenz auf der CES 2026.

Paul Thomas:
Auch von mir ein herzliches Willkommen. Wir freuen uns sehr, dass Sie hier sind – vielen Dank für Ihre Teilnahme, ob vor Ort oder online!

Tanja Rückert:
Ob Fahrzeugkomponenten, Industriemaschinen, Elektrowerkzeuge, Haushaltsgeräte oder Mikrochips – dass Bosch ein breit aufgestelltes Unternehmen ist, ist kein Geheimnis. Doch unsere Kompetenz ist nicht nur breit, sie baut auch Brücken, wo viele andere scheitern: nämlich zwischen der physischen und der digitalen Welt.

Die meisten Unternehmen fühlen sich entweder auf der einen oder auf der anderen Seite zu Hause. Nur selten bewegt sich ein Unternehmen in der Hardware-Welt ebenso sicher wie in der Welt der Software. Bosch ist eine solche Ausnahme. Wir sind in beiden Welten zuhause.

Paul Thomas:
Seit seinen Anfängen steht Bosch für innovative, hochwertige Hardware. Auch mit Beginn des digitalen Zeitalters haben wir getan, was wir immer tun, um bahnbrechende Lösungen mit maximalem Mehrwert auf den Markt zu bringen: Wir haben den Bedarf an künftigen Kompetenzen analysiert und diese intern aufgebaut.

Tanja Rückert:
Dank dieser Herangehensweise gehört Software seit Jahrzehnten zu unseren Kernkompetenzen. Sie hat es uns ermöglicht, uns in unseren vielfältigen hardwarebasierten Geschäftsfeldern früh als digitaler Vorreiter zu positionieren und die Entwicklung des sogenannten Internet der Dinge und der Industrie 4.0 maßgeblich mitzugestalten. Heute verhilft sie uns bei der Gestaltung der softwaregetriebenen Mobilität der Zukunft zu einer Schlüsselposition. Außerdem ist sie ein Wachstumstreiber über alle Bereiche hinweg: Bis zum Beginn des neuen Jahrzehnts wollen wir mit Software und Services einen Umsatz von über 6 Milliarden Euro erwirtschaften.

Gleichzeitig hat sie uns an die Spitze der KI-Entwicklung geführt. Denn mit inzwischen über 2 000 angemeldeten KI-Patenten gehören wir zu den führenden Unternehmen Europas. Bis Ende 2027 werden wir insgesamt mehr als 2,5 Milliarden Euro in künstliche Intelligenz investieren. Bereits heute haben wir über 100 000 Beschäftigte im Umgang mit KI geschult – fast ein Viertel unserer gesamten Belegschaft.

Vor allem aber ermöglicht uns die Kombination aus Hardware- und Softwarekompetenz, in beiden Bereichen Spitzenleistungen zu erbringen. Genau das macht am Ende den entscheidenden Unterschied. Unsere Hardware ist unserer Konkurrenz voraus, weil wir sie mit eigener Software und KI-Kompetenz gezielt weiterentwickeln können. Der Wettbewerbsvorteil unserer Software wiederum besteht darin, dass wir die Hardware, auf der sie läuft, in- und auswendig kennen. So entstehen innovative und intelligente Lösungen, die ihren Anwendern spürbaren Mehrwert bieten. Mit anderen Worten: Es handelt sich um Technologie, die den Mensch in den Mittelpunkt stellt.

Aber kommen wir zu den Einzelheiten. Wie genau verschafft uns unsere Kompetenz an der Schnittstelle von Hard- und Software diesen Vorsprung?

Paul Thomas:
Vor allem versetzt uns diese Stärke in die Lage, unsere Lösungen mit bahnbrechenden Funktionen auszustatten und bislang einzigartige Fähigkeiten freizusetzen.

Ein anschauliches Beispiel dafür ist unsere smartphonebasierte Lösung Origify, die Sie an unserem Messestand live erleben können. Produktfälschungen sind ein massives und stetig zunehmendes Problem. Allein im vergangenen Jahr machten sie Schätzungen zufolge bis zu drei Prozent des weltweiten Handels aus, mit einem Marktvolumen in Billionenhöhe. Wir brauchen dringend wirksamere Mittel, um diesem Problem Einhalt zu gebieten. Mit Origify haben wir dafür einen wirklich innovativen Ansatz entwickelt. Vereinfacht gesagt, basiert er auf der Erkennung von Oberflächenmustern. Während andere Lösungen auf Add-ons wie Markierungen, Chips oder Codes setzen, nutzt Origify die einzigartigen physischen Eigenschaften eines Objekts, um eine fälschungssichere digitale Identität zu erzeugen. Sobald diese Identität in unserem System hinterlegt ist, kann unsere neue Erkennungs-App die Echtheit schnell und zuverlässig per Live-Videostream überprüfen. So wissen Sie innerhalb weniger Sekunden, ob ein Paar Sneaker, ein Autoteil oder sogar ein Gemälde echt ist. Diese revolutionäre Technologie hat das Potenzial, die Fälschungsindustrie in die Ecke zu treiben. Sie beruht auf unserem fundierten Fachwissen über die physische und digitale Welt.

Tanja Rückert:
Natürlich drehen sich die täglichen Herausforderungen vieler Menschen um praktischere Dinge: Wäschewaschen, Hausarbeit, Kochen. Im Haushalt setzen unsere Geräte seit Langem Maßstäbe in Sachen Qualität, Innovationskraft und Präzisionstechnik. Mithilfe von Software und künstlicher Intelligenz erschließen wir nun eine neue Dimension von Benutzerfreundlichkeit und Intelligenz. Denn wir sind fest davon überzeugt, dass Technologie dem Menschen dienen sollte – nicht umgekehrt. Sie soll den Alltag entlasten und dabei helfen, mit weniger Aufwand mehr zu erreichen, unabhängig von den eigenen Vorkenntnissen.

Zum Beispiel in der Küche…

Und wir haben noch eine weitere Überraschung...

Gastauftritt von Marcel Vigneron,
Top Chef und Food Network Star

Paul Thomas:
Wir haben heute einen besonderen Gast bei uns. Begrüßen Sie mit uns Marcel Vigneron!

Tanja Rückert:
Marcel, wir freuen uns sehr, dass Sie heute hier sind. Aber ich muss gestehen: Bei all dem Reden übers Kochen bekomme ich langsam richtig Hunger. Vielleicht auch, weil ich heute nicht gefrühstückt habe…

Marcel Vigneron:
Tanja, keine Sorge, ich kenne mich da ein klein wenig aus. Ich kümmere mich um alles. Ich hoffe nur, ein kleines Steak zum Frühstück ist für Sie in Ordnung…

Tanja Rückert:
Ich habe ohnehin Jetlag, und in Deutschland ist jetzt Abendessenszeit. Klingt also wunderbar!

Paul Thomas:
Gegen ein Steak habe ich sowieso nie etwas einzuwenden!

Marcel Vigneron:
Zufälligerweise haben wir hier ein paar richtig saftige Ribeyes. Dann legen wir los. Wie mögen Sie Ihr Steak denn am liebsten?

Tanja Rückert:
Natürlich medium-rare!

Paul Thomas:
Klingt gut.

Marcel Vigneron:
Fantastisch.

Ich werde Ihr Steak heute mithilfe einiger neuer Technologien zubereiten, die Sie eben im Video gesehen haben. Bei dieser hochmodernen Technik trifft generative KI auf außergewöhnliche Sensorik von Bosch.

Paul Thomas:
Das Ganze beruht auf einem Feature, das das Induktionskochfeld der Serie 800 bereits serienmäßig mitbringt: unsere AutoChef-Funktion.

Marcel Vigneron:
Ganz genau, Paul. AutoChef bildet hier die Grundlage. Die sensorbasierte Technologie überwacht die Temperatur der Pfanne permanent und passt sie automatisch für ein perfektes Ergebnis an. Und nun erhält AutoChef durch die neue Bosch Cook AI ein Upgrade. Die Funktion befindet sich noch in der finalen Testphase, aber ich kann Ihnen heute schon einen kleinen Vorgeschmack geben, wie sie funktioniert und wie nützlich sie für Hobbyköchinnen und -köche sein kann.

Tanja Rückert:
Wir freuen uns immer besonders, wenn KI den Alltag erleichtert. Können Sie uns erklären, wie das funktioniert?

Marcel Vigneron:
Natürlich, Tanja. Bosch Cook AI basiert auf generativer KI, kombiniert mit Technologien und Prozessen von Bosch in den Geräten selbst. Im Prinzip fotografieren Sie Ihre Zutaten und sagen dem System, welches Ergebnis Sie erzielen wollen, hier zum Beispiel den gewünschten Gargrad Ihres Steaks. Der Algorithmus berechnet dann die optimale Temperatur und Garzeit, kommuniziert direkt mit dem Kochfeld und gibt Ihnen präzise Anweisungen in Echtzeit. Glaskugel-Kochen gehört damit der Vergangenheit an. Außerdem misst dieser Bluetooth-Fleischsensor kontinuierlich die Kerntemperatur des Steaks. So führen Bosch Cook AI und AutoChef Sie gemeinsamen Schritt für Schritt zum perfekten Ergebnis. Ganz einfach.

Paul Thomas:
Das klingt großartig, aber mal ehrlich, ist das wirklich auch für einen Koch Ihres Kalibers sinnvoll?

Marcel Vigneron:
Ehrlich gesagt, Paul, bin ich ein großer Fan von Wissenschaft und Technologie. Ich beobachte begeistert, wie neue Innovationen meinen Berufsstand voranbringen können. Genau deshalb schätze ich Bosch so sehr. Ich bekomme hier einen Blick in eine Zukunft, die für uns alle in ein paar Jahren selbstverständlich sein wird. Sie machen diese Zukunft möglich, und es ist großartig, ein Teil davon zu sein.

Letztendlich muss selbst ich manchmal einfach nur schnell etwas auf den Tisch bringen. Da ist ein kleines Helferlein Gold wert – vor allem, wenn mein Fünfjähriger mich im falschen Moment ablenkt…

Tanja Rückert:
Oh ja, das kenne ich nur zu gut. So etwas hätte ich mir gewünscht, als meine Kinder klein waren. Das hätte mir sicher einiges erspart.

Marcel Vigneron:
Absolut. Übrigens, wer diese Woche am Bosch-Stand vorbeischaut, kann mich und einige meiner Mitstreiter aus „Top Chef“ treffen: meinen Kollegen Bryan Voltaggio, ebenfalls Star des Food Network, und meine langjährige Freundin und Co-Moderatorin von „Next-Level Chef“ auf Fox, Nyesha Arrington. Ganz nach dem Motto „Battle in the Booth“ erwarten Sie dort unter anderem spannende Kochwettbewerbe. Wenn Sie Glück haben, bekommen Sie vielleicht sogar eine Kostprobe...

Sieht so aus, als wäre es fertig. Mal sehen, wie es geworden ist.

Tanja Rückert:
Oh, das sieht perfekt aus. Ich bin fest davon überzeugt, dass dies eine bahnbrechende Neuheit sein könnte, denn damit kann jeder ein tolles Gericht für Freunde und Familie zubereiten. Das nenne ich Technologie, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Paul Thomas:
Und genau das ist unser Ziel… Die nahtlose Funktionalität unserer Produkte mit ihren verbesserten digitalen Fähigkeiten soll Menschen unterstützen und ihnen neue Möglichkeiten eröffnen. Wie wir bei Bosch so schön sagen: „The more you Bosch, the more you feel like a Bosch!“

Marcel Vigneron:
Oder in diesem Fall: „... cook like a Bosch!“

Tanja Rückert:>
Ganz genau, vielen Dank, Marcel! Einen großen Applaus, bitte.

Zunächst kombinieren wir unsere Software- und Hardwarekompetenz, um bahnbrechende Funktionen und einzigartige Fähigkeiten auf den Weg zu bringen. Außerdem nutzen wir unser Software-Know-how, um Hardware weiterzuentwickeln – was den bisherigen Ansatz völlig revolutioniert.

Denn wer früher auf dem neuesten Stand sein wollte, musste sein altes Gerät gegen ein Neues austauschen. Heute hingegen kann Hardware mit den richtigen Fähigkeiten und der passenden Software auch lange nach dem Kauf weiter dazulernen und neue Funktionen hinzugewinnen.

Dank umfassender Konnektivität lassen sich viele Geräte von Bosch heute per Over-the-Air-Updates mit neuen Features ausstatten. So haben wir kürzlich eine Reihe vernetzter Backöfen um Funktionen zum Frittieren und Sous-vide-Garen erweitert, die ursprünglich nicht enthalten waren. Und das ohne zusätzliche Kosten für die Käufer.

Paul Thomas:
Wir tragen jedoch nicht nur zur Weiterentwicklung unserer eigenen Hardware bei. Im Mobilitätssektor ermöglicht es unser Vehicle Motion Management bei vielen Fahrzeugen, auch lange nach dem Kauf beim Händler neue Features, Funktionen und Personalisierungsoptionen hinzuzufügen. Diese bahnbrechende, hardwareunabhängige Softwarelösung steuert und koordiniert unterschiedlichste Funktionen in Bremse, Lenkung, Antriebsstrang und Fahrwerk. Im Wesentlichen ermöglicht sie die Feinabstimmung all dieser Variablen per Tastendruck. Durch die Auswahl verschiedener Fahrmodi lassen sich die Fahrzeugeigenschaften intelligent an die individuellen Anforderungen oder die jeweilige Fahrsituation anpassen.

Und auch das Vehicle Motion Management selbst entwickelt sich kontinuierlich weiter. So haben wir es kürzlich um Funktionen erweitert, mit denen sich die Fahrzeugbewegung in allen sechs Freiheitsgraden steuern lässt. Diese Funktion ist entweder als Bestandteil eines vorinstallierten Pakets oder per Over-the-Air-Update für entsprechend kompatible Fahrzeuge verfügbar und kann eine wesentliche Rolle bei der Reduzierung der Fahrzeugneigung in Kurven spielen. Das wiederum hilft, Reiseübelkeit spürbar zu verringern. Studien zeigen, dass davon bis zu einem Drittel der Erwachsenen betroffen ist und insbesondere Mitfahrende überdurchschnittlich darunter leiden. Da viele von uns in den selbstfahrenden Fahrzeugen der Zukunft vor allem Passagiere sein werden, hat diese Technologie das Potenzial, Hunderten Millionen Menschen weltweit mehr Fahrkomfort zu bieten und ein echtes Hindernis auf dem Weg zur autonomen Mobilität aus dem Weg zu räumen. Gar nicht schlecht für einen kleinen Algorithmus!

Das zeigt ebenfalls eindrücklich, wie wir unseren Vorsprung an der Schnittstelle von Hardware und Software nutzen, um das Leben von Menschen konkret zu verbessern. Und damit komme ich zu Punkt 3. Dank unserer Kompetenz in beiden Domänen bieten wir grundsätzlich weit mehr als einzelne Komponenten oder isolierte Insellösungen. Über all unsere Geschäftsbereiche hinweg konzentrieren wir uns auf ganzheitliche Systeme, intelligente Plattformen und sogar komplette Ökosysteme. Wie Sie gleich sehen werden, bringt das unseren Kundinnen und Kunden eine Vielzahl von Vorteilen.

Tanja Rückert:
Besonders sichtbar und wertvoll wird unser Systemverständnis im Fahrzeugbereich. Sie haben sicher schon gehört, wie Software heute für mehr Intelligenz, Effizienz, Sicherheit und Individualisierung hinter dem Lenkrad sorgt. Das ist wirklich ein Paradigmenwechsel. Bis zum Ende dieses Jahrzehnts werden weltweit voraussichtlich über 80 Prozent aller Neufahrzeuge softwaredefiniert sein. Der Marktwert liegt dabei bei über einer Billion US-Dollar. Bosch gestaltet diesen Wandel maßgeblich mit. Die Kombination aus unserer Softwarekompetenz und unserem tiefgehenden Know-how in allen Bereichen der Fahrzeugtechnik verschafft Automobilherstellern dabei einen erheblichen Vorteil. Konkret bedeutet das, dass wir ihnen individuell anpassbare, sofort einsetzbare Systeme mit minimalen Entwicklungszeiten und ohne die üblichen Kompatibilitätsprobleme bereitstellen.

Die softwaregesteuerte Mobilität entwickeln wir von Grund auf federführend mit. Unser Projekt „Eclipse Safe Open Vehicle Core“, kurz S-CORE, treiben wir gemeinsam mit unserer Tochtergesellschaft ETAS voran. Ziel ist der Aufbau einer leistungsfähigen Middleware-Plattform auf Open-Source-Basis. Middleware ist gewissermaßen das zentrale Nervensystem softwaredefinierter Fahrzeuge. Sie vermittelt zwischen den hochkomplexen und vielfältigen Hardware- und Softwarekomponenten im Auto. In Zusammenarbeit mit internationalen Automobilherstellern wollen wir bestehende OEM-spezifische Lösungen hinter uns lassen und einen einheitlichen Standard etablieren, der allen offensteht. Das wird die Entwicklung beschleunigen, Kosten senken, die Sicherheit erhöhen und Innovationen branchenweit vorantreiben. So profitieren letztlich mehr Menschen von den Vorteilen softwaredefinierter Mobilität.

Paul Thomas:
Auch auf Lösungsebene zeigt sich unsere Systemkompetenz besonders deutlich. Hier zählen wir zu den Leitanbietern innovativer Hardware, etwa elektronischer By-Wire-Systeme, ebenso wie der Software, die deren Funktion und Zusammenspiel steuert. Schon bald werden wir eine echte Marktpremiere erleben: Dann bringen wir unser vollwertiges Brake-by-Wire-System in die Serienproduktion, und zwar gemeinsam mit einem der weltweit größten Automobilhersteller. By-Wire-Systeme bilden eine Schlüsseltechnologie für die selbstfahrenden und softwaredefinierten Fahrzeuge der Zukunft. Bosch etabliert sich hier rasant als bevorzugter Partner: Bis 2032 erwarten wir einen kumulierten weltweiten Umsatz von mehr als 7 Milliarden Euro mit unseren Steer-by-Wire- und Brake-by-Wire-Systemen.

Beim Thema Fahrzeuge der Zukunft darf natürlich auch die KI nicht unerwähnt bleiben. Bei Bosch setzen wir KI bereits heute ein, um die Sicherheit und den Komfort im Fahrzeug zu erhöhen. Bis 2035 streben wir mit KI-basierten Lösungen für assistiertes und autonomes Fahren einen Umsatz von deutlich über 10 Milliarden Euro an. An unserem Messestand können Sie unser KI-gestütztes Cockpit live erleben. Ein echter Game Changer ist, dass es sehen und hören kann – dank zweier verschiedener Sprachmodelle. Das eine ist ein textbasiertes Large Language Model, über das Sie ganz natürlich mit Ihrem Fahrzeug sprechen können, als säße eine Person neben Ihnen. Das andere ist ein Vision Language Model, mit dem das Cockpit analysieren und verwerten kann, was es über Kameras und Sensoren inner- und außerhalb des Fahrzeugs erfasst. Die Kombination aus beiden eröffnet revolutionäre Möglichkeiten: Zum Beispiel kann das Fahrzeug bei der Ankunft automatisch nach einem Parkplatz suchen oder Protokolle für Onlinemeetings erstellen, an denen Sie während der Fahrt teilnehmen.

Tanja Rückert:
Sie sehen also: Unsere Fähigkeit, die physische und digitale Welt zu verbinden, bringt eine enorme Bandbreite an Funktionen, Möglichkeiten und Systemen hervor. Gleichzeitig macht sie uns zum bevorzugten Partner – etwa in der Industrie, wo wir sowohl als Nutzer als auch als Anbieter über jahrelange Erfahrung verfügen. Tatsächlich unterzeichnen wir hier auf der CES eine umfassende Absichtserklärung, um die Möglichkeiten einer Initiative auszuloten, die mithilfe agentengestützter KI den nächsten großen Sprung in der industriellen Produktivität ermöglichen könnte. Um Ihnen diese spannende Kooperation näher vorzustellen, bitte ich nun Dayan Rodriguez auf die Bühne, Corporate Vice President Manufacturing and Mobility bei Microsoft.

Gastauftritt von Dayan Rodriguez,
Corporate Vice President Manufacturing and Mobility bei Microsoft

Dayan Rodriguez:
Hallo Tanja, hallo Paul!

Tanja Rückert:
Hallo Dayan, schön, dass Sie bei uns sind! Erzählen Sie uns doch zum Einstieg ein wenig über das Projekt.

Dayan Rodriguez:
Sehr gern! Lassen Sie mich zunächst kurz den Kontext erläutern. Die Welt verändert sich, und mit ihr die Anforderungen an die Geschäftswelt im KI-Zeitalter. Unternehmen müssen immer neue Komplexitäten und rasante technologische Entwicklungen bewältigen. In unseren Fabriken ist es eine große Herausforderung, unterschiedliche Wertströme miteinander zu verbinden. Dafür brauchen wir neue Arbeitsweisen.

Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Viele Werke arbeiten mit veralteten Systemen, weshalb hier gezielt und mit Bedacht vorgegangen werden muss. Gleichzeitig wächst das Datenvolumen an, was es zunehmend schwierig macht, daraus die richtigen Schlüsse und Entscheidungen zu ziehen. Genau hier setzen wir an. Gemeinsam wollen Bosch und Microsoft KI-Agenten nutzen, um Fabriken grundlegend zu transformieren. Diese leistungsstarke Technologie kann Daten auswerten und anschließend selbstständig Entscheidungen treffen und Aufgaben ausführen, um Produktion, Instandhaltung und Lieferketten zu optimieren. Man kann es sich wie eine zusätzliche Intelligenzebene in den Fertigungsprozessen vorstellen.

Paul Thomas:
Genau deshalb nennen wir diesen Ansatz „Manufacturing Co-Intelligence“. Unser tiefgreifendes Branchenwissen bildet die Basis dafür. Bosch bringt Fertigungsexpertise aus jahrzehntelanger Erfahrung sowie Lebenszyklusdaten von mehr als einer Milliarde Produkten und 700 Millionen digitalen Zwillingen aus unseren eigenen KI-gestützten Fabriken ein.

Tanja Rückert:
Stimmt. In Kombination mit der IT-Infrastruktur und Softwarekompetenz von Microsoft wollen wir ein offenes, skalierbares und sicheres Ökosystem mit echtem Mehrwert für unsere Kunden aufbauen. Dabei wollen wir Daten in ihrem Kontext verstehen und daraus Erkenntnisse für das „echte Leben“ ziehen. Das hilft Herstellern, sich weiterzuentwickeln und den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen. Wir wollen ihnen Werkzeuge an die Hand geben, um bessere Entscheidungen zu treffen und ihre Effizienz zu steigern – bei gleichzeitig höchster Qualität und Flexibilität. Ebenso möchten wir die Fertigung menschenzentrierter gestalten, nicht wahr?

Dayan Rodriguez:
Ja, im Mittelpunkt unserer Vision steht eine Fabrik, die Mitarbeitende unterstützt und entlastet. Das Ziel sind schlankere Lösungen. Heute ist es oft so, dass bei Störungen wie Maschinenausfällen in der Fertigungslinie alle verfügbaren Kräfte sofort ausrücken müssen. Instandhaltungsteams werden nachts, am Wochenende oder an Feiertagen gerufen, um Probleme zu beheben und die Produktion schnellstmöglich wieder zum Laufen zu bringen. Das ist stressig, und große Maschinen unter Zeitdruck zu reparieren, ist auch nicht ungefährlich. Wenn alle Prozesse durch agentengestützte KI überwacht werden, lassen sich schon kleinste Abweichungen erkennen und Lösungen implementieren, lange bevor es zu einem größeren Ausfall kommt. Das schafft ein sichereres, stressfreieres und zugleich produktiveres Arbeitsumfeld für alle.

Paul Thomas:
Und diese Produktivität zahlt sich natürlich auch finanziell aus. In unseren eigenen Betrieben und bei unseren Pilotkunden sind die Integrationskosten um bis zu 70 Prozent gesunken. Prädiktive Lösungen für Garantieansprüche ermöglichen zusätzlich Einsparungen von bis zu einem Drittel.

Tanja Rückert:
Unser agentengestützter Ansatz sorgt zudem für eine deutlich höhere Zuverlässigkeit auf semantischer Ebene. Dank integriertem Domänenwissen beantworten unsere KI-Agenten Fragen bis zu dreimal häufiger korrekt als isolierte KI-Systeme. Gleichzeitig sparen sie Zeit und reduzieren den manuellen Aufwand für Aufgaben wie Faktenrecherche, Datenkonsolidierung und Dokumentation um bis zu 50 Prozent.

Dayan Rodriguez:
Ja, die Wirkung ist wirklich durchgreifend. Durch unsere starke Kombination aus fundiertem Industriewissen und modernster Technologie wollen wir die Fertigungslandschaft und den Arbeitsalltag der Menschen verändern, die dort tätig sind. Gemeinsam gestalten wir eine neue Zukunft, in der Mensch und Maschine intelligent und kooperativ zusammenarbeiten. Nicht ohne Stolz sprechen wir bei dieser Vision von „Manufacturing Co-Intelligence“.

Tanja Rückert:
Ganz genau. Vielen Dank, Dayan. Ich bin gespannt, wohin uns unsere Zusammenarbeit führen wird!

Dayan Rodriguez:
Vielen Dank Ihnen beiden!

Paul Thomas:
Unsere Zusammenarbeit mit Microsoft ist nur eines von vielen tollen Beispielen dafür, wie wir Wachstum, Investitionen und Partnerschaften hier in den USA konsequent vorantreiben. Die USA zählen zu unseren wichtigsten Wachstumsmärkten.

So hat Bosch kürzlich eine spannende Kooperationsvereinbarung mit Kodiak AI geschlossen. Kodiak AI ist ein dynamisches Unternehmen an der Spitze KI-gestützter autonomer Lkw-Technologien, das bereits Lastwagen ohne menschliche Besatzung im kommerziellen Betrieb einsetzt. Im Rahmen der Zusammenarbeit unterstützen wir die Entwicklung einer produktionsreifen redundanten Plattform, die die erforderliche Hardware, Firmware und Software bündelt, damit vollautonomes Lkw-Fahren großflächig realisiert werden kann. Zu dieser Plattform gehören Sensoren wie Kameras und Radargeräte, mit denen die Lkws ihre Umgebung erfassen, ebenso wie moderne Lenktechnologien für mehr Sicherheit in diesem wesentlichen Fahrzeugsegment. Diese Zusammenarbeit ist für uns eine Win-win-Situation: Sie bietet uns eine hervorragende Gelegenheit, unser Verständnis realer Anforderungen an selbstfahrende Fahrzeuge weiter zu vertiefen und gleichzeitig unser Portfolio für das gesamte Ökosystem der autonomen Mobilität gezielt auszubauen.

Auch bei Investitionen sind wir voll auf Kurs, etwa bei unserem Siliziumkarbid-Halbleiterwerk im kalifornischen Roseville. In den vergangenen zweieinhalb Jahren haben wir bereits einen erheblichen Teil der geplanten Investitionen in Höhe von 1,9 Milliarden US-Dollar getätigt und werden noch in diesem Jahr mit der Produktion beginnen. Die Herstellung von Siliziumkarbid-Chips in den USA ist ein zentraler Baustein unseres strategischen Plans, unser Halbleiterportfolio zu stärken und unsere Kunden vor Ort mit dieser Schlüsseltechnologie für die Zukunft von Energie und Mobilität – insbesondere Hybridfahrzeugen – zu versorgen.

Und an alle Football-Fans: Ich hoffe, Sie haben unseren ersten Werbespot bei einem der größten Sportereignissen im letzten Jahr gesehen. Gemeinsam mit großartigen Partnern haben wir den USA gezeigt, wie Bosch-Produkte das Leben zum Besseren verändern können. Wenn Sie den Spot nicht kennen: kein Problem. Am 9. Februar sind wir wieder dabei mit einem weiteren Werbespot, der zeigt, was wir meinen, wenn wir sagen: „The more you Bosch, the more you feel like a Bosch.” Wir hoffen, Sie schalten ein!

Tanja Rückert:
Ganz toll! Ich bin gespannt, was als Nächstes kommt.

Innovation bei Bosch folgt seit jeher einem einfachen Ziel: das Leben mittels Technologie zu verbessern. Dabei stellen wir den Menschen in den Mittelpunkt unseres Handelns und nehmen seine sich wandelnden Bedürfnisse ernst. Doch Technologie, die den Menschen in den Mittelpunkt rückt, entsteht nicht im menschenleeren Raum. Daher ist der Dialog für uns so entscheidend. Genau deshalb führen wir seit fünf Jahren unsere jährliche Umfrage „Bosch Tech Compass“ in sieben Ländern weltweit durch.

Hieraus wissen wir beispielsweise, dass viele Menschen des Fortschritts gewissermaßen müde sind. So würden 57 Prozent der Befragten bei der Technologieentwicklung gern einfach mal die Pausetaste drücken, bis die damit einhergehenden Folgen genauer bekannt sind. Andererseits fallen die Rückmeldungen zu KI so begeistert wie nie aus. Die Mehrheit der Befragten prognostiziert ihr einen größeren positiven Einfluss auf unsere Gesellschaft als jeder anderen Technologie.

Und damit nicht genug: Allgemein ist der Technologieoptimismus größer als seit Jahren. Weltweit sind heute 71 Prozent der Menschen der Meinung, dass technologischer Fortschritt die Welt zu einem besseren Ort macht. Bei Bosch teilen wir diese Einstellung natürlich aus vollster Überzeugung. Schließlich haben wir uns der Entwicklung von Technologien, die den Menschen in den Mittelpunkt rückt, verschrieben. Wir bauen Brücken zwischen Hard- und Software. So entsteht Technik, die Menschen hilft und neue Möglichkeiten eröffnet. Technik fürs Leben.

Herzlichen Dank – und kommen Sie an unserem Stand vorbei!

Paul Thomas:
Vielen Dank an alle. Wir sehen uns an unserem Stand in der Haupthalle!

Journalistenkontakte:

Bosch auf der CES: Irina Ananyeva, +49 152 597-53284, Megan Bonelli, +1 947 281-7062, Tim Wieland, +1 248 410-0288

Mobilität, Software: Athanassios Kaliudis, +49 152 086-51292

Künstliche Intelligenz: Matthias Jekosch, +49 711 811-17645

Connected Manufacturing: Manuela Kaiser, +49 711 811-44203

Über Bosch

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 418 000 Mitarbeitenden (Stand: 31.12.2024). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 90,3 Milliarden Euro. Die Geschäftsaktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Mit seiner Geschäftstätigkeit will das Unternehmen übergreifende Trends wie Automatisierung, Elektrifizierung, Digitalisierung, Vernetzung sowie die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit technologisch mitgestalten. Die breite Aufstellung über Branchen und Regionen hinweg stärkt die Innovationskraft und Robustheit von Bosch. Mit seiner ausgewiesenen Kompetenz bei Sensorik, Software und Services ist das Unternehmen in der Lage, Kunden domänenübergreifende Lösungen aus einer Hand anzubieten. Zudem setzt Bosch sein Know-how in den Bereichen Vernetzung und künstliche Intelligenz ein, um intelligente, nutzerfreundliche und nachhaltige Produkte zu entwickeln und zu fertigen. Bosch will mit „Technik fürs Leben“ dazu beitragen, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern und natürliche Ressourcen zu schonen. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH sowie ihre rund 490 Tochter- und Regionalgesellschaften in mehr als 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs-, Entwicklungs- und Vertriebsverbund von Bosch über fast alle Länder der Welt. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit rund 87 000 Mitarbeitende in Forschung und Entwicklung an 136 Standorten.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861–1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 94 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die übrigen Anteile halten eine Gesellschaft der Familie Bosch und die Robert Bosch GmbH. Die Stimmrechte liegen mehrheitlich bei der Robert Bosch Industrietreuhand KG. Diese hat die durch den Firmengründer Robert Bosch testamentarisch verfügte Aufgabe, für den langfristigen Bestand des Unternehmens und speziell für dessen finanzielle Unabhängigkeit zu sorgen.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de.