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Bosch gestaltet die CO₂-freie Zukunft: Klimaschonende und attraktive Lösungen fü ...

06.09.2021

Referat

Wirtschaft

Bosch gestaltet die CO₂-freie Zukunft: Klimaschonende und attraktive Lösungen fü ...

Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, und Dr. Stefan Hartung, Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions, anlässlich der Pressekonferenz auf der IAA Mobility am 6. September 2021 in München Es gilt das gesprochene Wort. Sehr geehrte Damen und Herren! Diese IAA steht im Zeichen einer dreifachen Herausforderung für die Automobilindustrie. Corona-Krise, Halbleiter-Knappheit, der Weg in die CO₂-freie Mobilität – das sind die Stichworte. Wir behaupten uns in diesem anspruchsvollen Umfeld und nutzen unsere Chancen. Gemeinsam mit unseren Kunden und Lieferanten tun wir alles, um die Lieferengpässe bei Halbleitern zu überwinden, nicht zuletzt mit dem Hochlauf unserer neuen Chipfabrik in Dresden. Der Umsatz unseres Unternehmensbereichs Mobility Solutions steigt in diesem Jahr um nahezu zehn Prozent. Wir sind technisch führend und daher geschäftlich erfolgreich. Das ist die Grundlage, auf der wir die weitere Transformation der Mobilität meistern. Diesem Wandel folgen wir nicht nur – wir gestalten ihn an der Seite unserer Kunden. Und deshalb wachsen wir gerade auch auf Zukunftsfeldern. Mit Systemen und Sensoren für die Fahrerassistenz legen wir 2021 um mehr als 40 Prozent zu. Unser Umsatz mit Elektromobilität steigt doppelt so stark wie der Markt. Er übertrifft bereits in diesem Jahr eine Milliarde Euro, 2025 werden es gut fünf Milliarden Euro sein. Die Elektromobilität wird für uns zum Kerngeschäft, die CO₂-freie Mobilität zu einem Wachstumsfeld für Bosch. Wir verwandeln Herausforderungen in Chancen – das ist unser Weg. Dabei verstehen wir uns als vorausdenkendes, die Zukunft gestaltendes Unternehmen. Wir sind Innovationsführer, besonders beim großen Thema Klimaschutz im Straßenverkehr. Welche Dynamik wir entfalten können, zeigt der Erfolg der E-Bikes – in einem Markt, der derzeit rasant wächst, allein 2020 in Europa um 35 Prozent. Mit unseren Innovationen haben wir dem E-Bike zum Durchbruch verholfen. Unser erster E-Bike-Antrieb kam 2011 auf den Markt, darauf folgte 2014 der erste Fahrradcomputer mit integrierter Navigation, 2018 das erste E-Bike-ABS. Innovationskraft kann neue Märkte schaffen. Es ist unser Anspruch, die Mobilität der Zukunft in der Breite zu gestalten. Dazu gehört, dass es auch morgen kein Auto ohne Bosch geben wird. 55 Prozent weniger CO₂-Ausstoß in europäischen Neuwagen bis 2030, 100 Prozent weniger bis 2035 – diese ambitionierten Ziele der EU-Kommission tragen wir mit. Die Mobilität der Zukunft muss das Klima schonen, aber auch bezahlbar und attraktiv sein. Nur so werden Menschen und Güter auch morgen mobil sein. Dazu verfolgen wir weiter einen technologie-offenen Ansatz. Und das heißt: Wir bieten für jede Anwendung die passende Lösung, maßgeschneidert innerhalb der politischen Rahmenbedingungen. Wir sind dafür so breit aufgestellt wie kein anderes Unternehmen unserer Branche, von Antrieben fürs Fahrrad bis hin zur Baumaschine. Ohne technologische Lücken können wir daher von Segmentverschiebungen im Markt profitieren, wie derzeit vom Schub für die Elektromobilität in Europa. Allerdings sind bei der Elektrifizierung des Fahrens noch einige Fragen offen – zum Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie zum CO₂-freien Strom. Hier darf es nicht bei Zielen bleiben, konkrete Umsetzungsschritte müssen folgen. Und hier sind Industrie und Politik gleichermaßen gefordert. Gemeinsam gilt es, die Balance zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Interessen im Auge zu behalten. Die EU-Kommission hat bei Pkw die Weichen klar in Richtung Elektromobilität gestellt – jetzt muss die Transformation der Automobilindustrie gelingen. Sie wird durch das hohe vorgegebene Tempo nicht einfach. Entscheidend wird sein, dass möglichst viele Menschen die ökologischen Ziele mittragen, auch unsere Beschäftigten. Dafür investieren wir in Qualifikations- und Weiterbildungsangebote. Das gehört zu unserer unternehmerischen Verantwortung. Aber eine Politik, die strenge technologische Vorgaben macht, ist auch in der Pflicht, sich um den Erhalt der Arbeitsplätze in unserer Industrie sowie um bezahlbare Mobilität zu kümmern. Wie aber profitieren wir von der neuen geschäftlichen Dynamik in der Elektromobilität? Darauf wird mein Kollege Stefan Hartung näher eingehen … Die Elektromobilität: Unsere nächste Erfolgsgeschichte … vielen Dank, Volkmar! Wie Du gesagt hast, liegt unser Vorteil in der breiten Aufstellung. Auch elektrisch macht kein anderes Unternehmen so vielseitig mobil wie Bosch, vom E-Bike bis zum 40-Tonner. Wir ermöglichen Elektromobilität in allen Anwendungen. Und wir sind zuversichtlich: Aus der Elektrifizierung des Fahrens wird das nächste Kapitel in der Erfolgsgeschichte von Bosch. Allerdings will ich hier nochmals betonen: Die geschäftliche Dynamik ist das eine, der Transfer unserer Mitarbeiter in das neue Geschäft das andere. Längst findet beides an unseren Standorten statt, aber der Wandel braucht Zeit – und Zeit ist besonders knapp im Klimaschutz. Umso mehr müssen wir die Menschen für die Nachhaltigkeit gewinnen. Wer das ökologische Klima schützen will, darf das soziale Klima nicht aus dem Auge verlieren. Für die Elektromobilität haben wir bereits Vorleistungen in Höhe von fünf Milliarden Euro erbracht. Allein in diesem Jahr kommen 700 Millionen Euro hinzu. Damit haben wir nicht zuletzt den beschleunigten Hochlauf in der Europäischen Union vorausgedacht. Und wir richten uns darauf ein, dass die Nachfrage auch global steigt. In aller Welt werden 2035 voraussichtlich 60 Prozent aller Neuzulassungen Elektroautos sein. Dabei denkt Bosch die Elektromobilität in technologischen Alternativen. Das bedeutet konkret: Wir investieren in den Batterie-, aber auch in den Brennstoffzellen-Antrieb. Je nach Anwendung differenzieren wir. Vor allem beim Schwerlast- und Langstreckenverkehr ist die Brennstoffzelle erste Wahl. Dazu verfolgen wir Kundenprojekte in China ebenso wie in den USA und Europa. Erste Lkw mit unserer Technik rollen bereits auf chinesischen Straßen. Wenn es um die batterieelektrische Mobilität geht, ist Bosch so vielseitig wie kein anderes Unternehmen aktiv. Wir treiben ihren Durchbruch mit spezifischen und umfassenden Lösungen voran. Wir liefern Silizium-Carbid-Chips, die den Wirkungsgrad des Batterie-Antriebs um bis zu sechs Prozent steigern. An der Spitze der Effizienz liegen wir mit unseren integrierten E-Achsen. Und last but not least bieten wir Autofahrern eine Eintrittskarte in unser Netzwerk von 200 000 Ladepunkten in Europa. Zur nächsten freien Säule navigieren, unkompliziert abrechnen – das macht unser internetbasierter Ladeservice möglich. Wir halten es für entscheidend, den Alltag des elektrischen Fahrens zu erleichtern. Dazu stellen wir hier auf der IAA ein Kabel vor, das beim Laden an der eigenen Steckdose erstmals ohne schwere Kontrollbox auskommt. Auch nachhaltige Mobilität soll unkompliziert sein – nur so wird sie sich durchsetzen. Mit unseren Produkten und Services werden wir zum Durchbruch der Elektromobilität beitragen. Wir sind in allen Systemen des Fahrzeugs mit tiefem Verständnis vorn dabei, das veranschaulicht auch dieses Showcar hier auf unserem Messestand. So ermöglichen wir nicht zuletzt das automatisierte Fahren – ein Zukunftsfeld, das wiederum Volkmar Denner skizzieren wird ... Das automatisierte Fahren: Wir machen Tempo … auch auf diesem Feld kommen wir voran, meine Damen und Herren. Konkret ebnen wir dem automatisierten Fahren über die Fahrerassistenz den Weg. Auch hier ist Bosch das Unternehmen der Pionierleistungen, vom elektronischen Schleuderschutz bis hin zur automatischen Notbremsung. Wir verfolgen weiter die „Vision Zero“ – keine Verkehrstoten mehr. Die Fahrerassistenz macht das Autofahren sicherer und komfortabler zugleich. Unsere Erfolgsgeschichte schreiben wir mit neuen Assistenzfunktionen für Pkw fort. So wird der Fahrer mit Bosch-Technik zum Beispiel die Hände vom Lenkrad nehmen können. Wir sind Marktführer in der Fahrerassistenz und wachsen auch 2021 kräftiger als der Markt. Für die Automatisierung des Fahrens beherrscht Bosch alle Disziplinen. Wir verfolgen die Strategie, alle wesentlichen Elemente aus einer Hand zu liefern: Zentralsteuergeräte, Sensoren und Vernetzung. Daran arbeiten bei Bosch mehr als 5 000 Ingenieurinnen und Ingenieure, und es werden noch mehr. Mit unseren Patenten liegen wir weltweit auf einem vorderen Platz – allein 2020 sind gut 1 000 Patentanmeldungen hinzugekommen. An Bosch führt also auch beim automatisierten Fahren kein Weg vorbei. Und wir machen weiter Tempo. Ein künftiger Fokus liegt auf Anwendungen in der Logistik. Lastwagen, die sich fahrerlos auf Speditionshöfen bewegen – auch das wird mit Bosch an Bord möglich. Der Alltag des automatisierten Fahrens jedoch beginnt mit dem fahrerlosen Parken. Hier liegt Bosch gleichermaßen vorn und hat mit Pilotprojekten in Deutschland und den USA Standards gesetzt. Vor allem das Automated Valet Parking, wie es auf dieser IAA demonstriert wird, ist „made by Bosch“. Entscheidend ist unser Konzept zur Vernetzung von Fahrzeugen und festinstallierten Videokameras im Parkhaus. Dazu haben wir die Kameras mit dem Knowhow aus unserer Sicherheitstechnik entwickelt. In den nächsten Jahren wird sich das fahrerlose Parken im Parkhaus durchsetzen. Dazu arbeitet Bosch mit Mercedes-Benz und weiteren Partnern bereits am weltweit ersten Serieneinsatz. Im Stuttgarter Flughafen-Parkhaus sollen Autos künftig per Smartphone-Befehl parken. Die neue Mercedes-Benz S-Klasse ist das weltweit erste Serienfahrzeug mit der notwendigen Technik an Bord. Weitere Modelle verschiedenster Hersteller werden folgen. 2025 erwarten wir weltweit mehrere Millionen Fahrzeuge und gut 1 000 Parkhäuser, die das Automated Valet Parking „können“. Das Fahrzeug als Internetknoten: Unser Software-Knowhow Mit solchen Funktionen, meine Damen und Herren, wird eine Prognose Realität, die wir bereits vor zehn Jahren formuliert haben: Das Fahrzeug wird zum Internetknoten. Vom Auto bis zur Cloud – nur Bosch ist in allen Domänen der Software-Entwicklung aktiv. Dazu kooperieren wir auch mit Microsoft. Die software-dominierte Zukunft des Autos braucht Unternehmen wie Bosch, die beides beherrschen: die elektronischen Systeme im Auto sowie das Internet der Dinge, mit dem das Auto vernetzt ist. An Bord der Fahrzeuge wird eine neue Elektronik- und Software-Architektur notwendig – wir können sie liefern. Selbst das Fahrrad wird Teil des Internets. Dazu stellen wir hier auf der IAA unsere neue E-Bike-Flow-App vor, die zum Beispiel Software-Updates unserer Komponenten ermöglicht. In der Forschung und Entwicklung unserer Mobility Solutions ist inzwischen fast jeder zweite Mitarbeiter Software-Ingenieur. Damit stellen wir uns nicht zuletzt auf eine neue Rollenverteilung in unserer Branche ein. Mehr als bisher entwickeln Automobilhersteller eigene Software, sie beauftragen auch spezialisierte Software- und Chiplieferanten. Umso mehr wird Software-Integration nachgefragt, damit in allen Modellen die Module aus verschiedenen Quellen zusammenpassen. Auch dieses integrative Knowhow bringt Bosch mit. Beispiel Infotainment Computer: Dies sind die software-intensivsten Systeme im Fahrzeug, und bis 2025 werden sich Rechenleistung und Software-Komplexität nochmals verdoppeln. Hier ist der Anteil integrierter Fremdsoftware besonders hoch, bis zu 90 Prozent. Und auch hier verzeichnen wir ein weit überdurchschnittliches Wachstum, jährlich um 25 Prozent bis 2025. Mit allen unseren Lösungen, meine Damen und Herren, gestalten wir eine neue Ära der Mobilität mit, wie es das Motto unseres IAA-Standes ist.

Beneficial AI – Gemeinsam digitales Vertrauen aufbauen

06.01.2020

Referat

Wirtschaft

Beneficial AI – Gemeinsam digitales Vertrauen aufbauen

Dr. Michael Bolle, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, und Mike Mansuetti, President von Bosch in Nordamerika, anlässlich der Consumer Electronics Show in Las Vegas am 6. Januar 2020Es gilt das gesprochene Wort. Übersetzung aus dem Amerikanischen.2001: Odyssee im Weltraum. Terminator. Matrix. Ex Machina. Das klingt wie eine Liste unserer Lieblingsfilme. Tatsächlich haben all diese Filme etwas gemeinsam.Sie spielen alle in einer Zukunft, in der Maschinen gelernt haben, selbst zu denken – mit katastrophalen Folgen für die Menschheit. Ob sie uns manipulieren, versklaven oder ersetzen – die Botschaft dieser Filme ist immer die gleiche: Mit der Entwicklung künstlicher Intelligenz öffnen wir die Büchse der Pandora. Seit Jahrzehnten kommen Filme, in denen KI das Böse verkörpert, beim Kinopublikum gut an. Auch ich bin ein Anhänger von Science-Fiction. Doch nun ist die Zeit gekommen, sich mit dem wahren Potenzial dieser Technologie auseinanderzusetzen, dem Potenzial, echten Mehrwert für real existierende Menschen zu schaffen. „Wie können wir künstliche Intelligenz zu unserem Vorteil nutzen? Wie können wir damit unsere menschliche Intelligenz ergänzen?“ Das sind zwei der großen Fragen, mit denen sich die diesjährige CES befasst. Wie lautet unsere Antwort? Künstliche Intelligenz hat nichts mehr mit Science-Fiction zu tun – sie ist bereits fester Bestandteil unseres Alltags. Sie verändert unsere Art zu fahren, zu arbeiten, zu lernen, einzukaufen und zu reisen fundamental. Bei Bosch wird sie auch zunehmend Bestandteil der Produkte, die wir herstellen – Produkte, die uns helfen und unterstützen und uns das Leben insgesamt erleichtern. Ob in der Produktion, im Smart Home oder beim automatisierten Fahren: Uns geht es immer darum, KI für die Menschen sicher, robust und nachvollziehbar zu machen, getreu unserem Motto „Technik fürs Leben“. Die Arbeitswelt steht nicht nur vor einem technischen Wandel, sondern auch vor einem deutlichen Facharbeitermangel. Auch vor diesem Hintergrund gewinnt die Zusammenarbeit von Menschen und Maschinen an Bedeutung. Für Bosch steht dies außer Frage. In diesem Sinne versuchen wir, die digitale Transformation mit gezielten Schulungsmaßnahmen zu gestalten, wir investieren in die Qualifikation unserer Mitarbeiter ebenso wie in die Intelligenz unserer Produkte und Maschinen. Als Gesellschaft müssen wir lernen, mit einer Technologie umzugehen, die ihrerseits lernt. Das erreichen wir zum Beispiel, indem wir verstärkt in unsere eigene Bildung investieren – und genau das tun wir. Mit einem groß angelegten Qualifizierungsprogramm wollen wir in den nächsten zwei Jahren nahezu 20000 Mitarbeiter fit für die KI-Zukunft machen – dazu später mehr. Doch geht der gesellschaftliche Nutzen von KI weit über Alltag und Arbeitswelt hinaus. So birgt künstliche Intelligenz auch für Umwelt- und Klimaschutz enormes Potenzial. Dieses Potenzial möchten wir heben, um unser Ziel einer Balance zwischen ökonomischer, ökologischer und sozialer Verantwortung zu erfüllen. Ende 2019 sind alle unsere Standorte in Deutschland klimaneutral geworden. Und bis Ende dieses Jahres werden alle 400 Bosch-Standorte weltweit vollständig klimaneutral sein. Damit ist Bosch das erste große Industrieunternehmen, das dieses ehrgeizige Ziel in nur gut einem Jahr realisiert haben wird. Das schaffen wir auch mit Hilfe unserer eigenen Lösungen: Schon jetzt nutzt zum Beispiel unsere eigene Energieplattform intelligente Algorithmen, um den Energieverbrauch in der Produktion zu überwachen. Abweichungen im Energieverbrauch einzelner Maschinenwerden rasch erkannt und Lastspitzen aufgefangen. Allein dadurch konnten wir den Kohlendioxidausstoß in einigen Werken binnen zwei Jahren um mehr als zehn Prozent verringern. Für ein Unternehmen mit 270 Produktionsstandorten liegt hier ein enormes Einsparpotenzial. Dieser Erfolg hat uns dazu veranlasst, die Energieplattform extern zu vermarkten. Und das ist längst nicht alles: Mit KI werden wir den Energieverbrauch auch langfristig prognostizieren und reduzieren können.KI schafft Märkte, aber ohne digitales Vertrauen ist alles nichts Dieses Beispiel verdeutlicht, dass in der künstlichen Intelligenz auch ein erhebliches wirtschaftliches Potenzial steckt, wie auch eine Vielzahl unterschiedlicher Studien belegt. So wird zum Beispiel in großen Volkswirtschaften auf der ganzen Welt eine erhebliche Steigerung des Bruttoinlandsprodukts durch KI erwartet – PwC geht von einem Anstieg von 15 Prozent alleine in Nordamerika aus. Gleichzeitig werde sich der Umsatz mit KI-Anwendungen rund um den Globus bis 2025 gegenüber 2018 verzwölffachen – auf knapp 120 Milliarden Dollar. Und das Weltwirtschaftsforum prognostiziert, dass durch KI zwar weltweit Arbeitsplätze verloren gehen, aber auch neue geschaffen werden, so dass bis 2022 mit einem Nettozuwachs von fast 60 Millionen neuen Arbeitsplätzen zu rechnen ist. Wie bereits erwähnt, wird es sich dabei um Aufgaben handeln, für die ganz neue Kompetenzen erforderlich sein werden. Umschulung und Weiterbildung werden daher ein wichtiges Thema sein. Künstliche Intelligenz – das ist unbestritten – wird enorme Auswirkungen haben. Wir müssen den Nutzen von KI für die Menschen nachvollziehbar machen – und, was noch wichtiger ist, digitales Vertrauen aufbauen. Unser CES-Motto bringt es auf den Punkt: „Beneficial AI. Building trust together.“ Damit KI eine Erfolgsgeschichte wird, geht Bosch zwei Wege. Zum einen schaffen wir die technischen Voraussetzungen, entwickeln Lösungen und erschließen neue Geschäftsfelder mit Hilfe unserer Innovationen. Zum anderen wollen wir die Gesellschaft vom Nutzen der KI überzeugen, indem wir mittels KI unsere strategische Verpflichtung erfüllen, kreative „Technik fürs Leben“ zu entwickeln. Schließlich sind es unsere Ingenieure, denen wir lebensrettende Erfindungen zu verdanken haben, wie die elektronische Stabilitätskontrolle, Airbag-Steuergeräte sowie Antiblockiersysteme für sämtliche Fahrzeugklassen vom Auto über das Motorrad bis hin zum eBike. Das verstehen wir unter „Technik fürs Leben“ – und genau das gilt auch für unsere Arbeit mit KI. Auch sie wird zum Beispiel in automatisierten Fahrzeugen Leben schützen, aber dazu später mehr.Verantwortung wird konkret, mit Ethik für die KI-Entwickler Wir nehmen unternehmerische Verantwortung ernst, an ihr richten wir unsere Herangehensweise an neue Technologien wie künstliche Intelligenz aus. In der digitalen Welt ist dabei Vertrauen maßgeblich. Denn Vertrauen entscheidet über den Erfolg unseres digitalen Geschäfts, genauso wie unser klassisches Geschäft mit Produktqualität steht und fällt. Wir müssen beides entwickeln: KI, aber auch Vertrauen in KI, denn ohne dieses wird sich künstliche Intelligenz langfristig nicht durchsetzen. Aber wie lässt sich dieses Vertrauen gewinnen? Indem wir KI entwickeln, die sicher, robust und nachvollziehbar ist. Beim Thema Vertrauen spielen auch Datensicherheit und Datenschutz eine große Rolle – insbesondere wenn es um personenbezogene Daten geht. Diesbezüglich haben wir bei Bosch eine ganz klare Linie: Bei allen unseren smarten Produkten und Dienstleistungen haben die Nutzer vollständige Transparenz und Kontrolle über die erhobenen Daten und darüber, wer sie verwendet. Um digitales Vertrauen bei unseren Kunden und Partnern zu schaffen, haben wir uns bereits 2015 Datenschutzleitsätze für unser Geschäft imInternet of Things gegeben. Unsere IoT Principles haben wir damit schon Jahre, bevor die DSGVO als regulatorischer Standard in Europa eingeführt wurde, formuliert. Ähnliche Leitsätze erarbeiten wir derzeit für die kommenden Anwendungen der künstlichen Intelligenz: einen KI-Kodex, der ethische Leitlinien für die Entwicklung und Anwendung von KI, besonders für Zweifelsfälle und Dilemmas, festlegt. Entscheidend für die Zukunft ist, dass die Menschen die Kontrolle über KI-basierte Systeme behalten. Nehmen wir das Beispiel Fahrerassistenz: Hier wollen wir KI in unseren Systemen so implementieren, dass sie vom Fahrer stets übersteuert werden kann. Grundsätzlich wollen wir die Algorithmen unserer KI-Modelle nicht in einer „Black box“ verstecken. Die Regeln und Entscheidungsparameter müssen zumindest für Fachleute nachvollziehbar bleiben. Der KI-Ansatz von Bosch unterscheidet sich von dem der Technologiegiganten in einem wichtigen Punkt: Unser Fokus liegt auf KI-Anwendungen für Dinge. Ob es um den Notbremsassistenten im Auto oder Produktionsvorgänge im Werk geht – unsere künstliche Intelligenz erklärt Maschinen die physische Welt. Unsere neueste Kamera für automatisiertes Fahren versteht mittels KI, was sie sieht – und schließt zum Beispiel daraus, ob ein Fußgänger die Fahrbahn betreten wird oder nicht. Das Resultat ist eine verbesserte Objekterkennung, zuverlässigere automatische Notbremsungen und somit erhöhte Sicherheit. Bosch geht es darum, das Potenzial der künstlichen Intelligenz zu nutzen, um Technik und Leistung unserer Produkte und Maschinen zu optimieren. Wir nennen das industrielle KI, und damit entwickeln wir smarte Lösungen in drei Kerndomänen: Mobility, Residential und Industry. Nicht von ungefähr heben wir den Begriff „Dinge“ hervor, wenn wir über das Internet der Dinge sprechen. Es sind unsere eigenen Produkte und Maschinen, die wir vernetzen und mit Intelligenz ausstatten. Wir kennen uns mit Autos wie Verkehr, Fabriken wie Gebäuden bestens aus – wie kein anderes IT- oder auch KI-Unternehmen bringen wir ein nicht nur tiefes, sondern auch breites Domänen- und Branchenwissen mit. Wir generieren aus unserer Sensorik ein so großes Datenvolumen, dass wir daraus mit den Methoden der KI neue Services und Applikationen kreieren können. Schon bis Mitte der nächsten Dekade soll jedes unserer Erzeugnisse über künstliche Intelligenz verfügen, mit ihr entwickelt oder produziert worden sein. Letztendlich bringen wir unseren Produkten bei, Assistenten unserer Kunden und Entwickler zuwerden.Unsere Investitionen, unsere Ingenieure, unsere Innovationen Um dies zu erreichen, streben wir auch in Sachen KI-Innovationen die Weltspitze an. Auf dieses Ziel richten wir unsere Forschung und Entwicklung aus. Bosch investiert derzeit 3,7 Milliarden Euro jährlich in die Softwareentwicklung und beschäftigt rund 30000 Softwareentwickler. Das 2017 gegründete Bosch Center for Artificial Intelligence arbeitet bereits an über 150 Projekten. Es beschäftigt rund 250 KI-Spezialisten an sieben Standorten rund um den Globus, darunter zwei hier in den USA – in Pittsburgh, Pennsylvania, und Sunnyvale, Kalifornien. Unsere Forschungsteams in den USA haben eine Schlüsselrolle in unserer KI-Entwicklung, insbesondere in den Bereichen Robotik und automatisiertes Fahren. Und wir arbeiten hier nicht in einem Vakuum. Gerade wenn es um die künstliche Intelligenz geht, versteht sich ein Technologieunternehmen wie Bosch als Teil der wissenschaftlichen Community. In Deutschland sind wir zum Beispiel Gründungsmitglied der Cyber-Valley-Initiative – einer KI-Forschungsallianz aus Wissenschaft und Industrie. Wir investieren unter anderem 100 Millionen Euro in einen KI-Campus, an dem ab Ende 2022 rund 700 KI-Experten von Bosch sowie von externen Start-ups und Forschungsgruppen tätig sein werden. Hier in den USA arbeiten wir bei der KI-Forschung eng mit der Carnegie Mellon University in Pittsburgh zusammen. An dieser Universität wird seit 60 Jahren, an künstlicher Intelligenz geforscht, also seit den Anfängen der Technologie. Seither hat die Hochschule Pionierleistungen für selbstfahrende Autos, für die Gesichtserkennung oder auch die Sprachverarbeitung hervorgebracht. Unserer Meinung nach haben sowohl Industrie als auch Wissenschaft einen wichtigen Beitrag zu leisten. Und wir schätzen besonders den Wissenstransfer zwischen unseren Entwicklern dies- und jenseits des Atlantiks.SoundSee hört, was im All defekt ist – mit KI von Bosch Ein tolles Beispiel für die fruchtbare Zusammenarbeit mit einem unserer amerikanischen Partner befindet sich derzeit rund 390 Kilometer über der Erdoberfläche. Es handelt sich um das innovative KI-Sensorsystem SoundSee. Dieses kleine Gerät wird im Weltraum eine ziemlich große Rolle spielen. SoundSee ist eine Technologie zur Tiefenaudioanalytik auf der Internationalen Raumstation ISS. Mit hochempfindlichen Mikrofonen zeichnet es Geräusche der Systeme und Geräte der Raumstation auf und erkennt mittels KI potenzielle Anomalien in den Geräuschmustern. SoundSee hört also, wenn etwas in der Station defekt ist, und kann bestimmen, ob etwas repariert oder ersetzt werden muss. Dieses System haben wir zusammen mit dem Raumfahrtunternehmen Astrobotic Technology Inc. entwickelt. Im November wurde es zur ISS geschickt und wird in Kürze in den Astrobee-Roboter eingebaut. Natürlich wird das neue Sensorsystem auch ganz irdisch nützlich sein. In der Produktion lassen sich damit zum Beispiel Maschinenausfälle präziser vorhersagen, was die Wartungskosten verringert und die Produktivität steigert. An Bord der ISS kann diese Technologie jedoch auch lebensrettend sein.Virtual Visor – eine Idee aus den USA erhält die Auszeichnung „Best of Innovation“ Ein weiteres Beispiel für die Kreativität unserer amerikanischen Entwickler und ihre Fähigkeit, fachliche Grenzen zu überspringen, feiert hier auf der CES Weltpremiere. Unsere Ingenieure haben eine digitale Lösung für ein alltägliches und dabei nicht ungefährliches Problem der Autofahrer gefunden. Diese Innovation ersetzt ein knapp 100 Jahre altes Automobilprodukt: die Sonnenblende. Laut einer Studie der amerikanischen Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit (National Highway Traffic Safety Administration, NHTSA) verursacht Gegenlicht der tiefstehenden Sonne fast doppelt so viele Unfälle wie alle anderen Wetterwidrigkeiten zusammen. Mit unserem Virtual Visor, einer digitalen Sonnenblende, haben wir nun eine Lösung dafür. Auf den ersten Blick sehen Sie dabei nur ein transparentes LCD Display auf Augenhöhe des Fahrers. Das Besondere daran ist, dass es mit einer Innenraumkamera vernetzt ist, die das Gesicht des Fahrers während der Fahrt betrachtet und mittels KI analysiert. Intelligente Algorithmen erkennen sowohl die Gesichtspartien als auch den Schatten, den die Sonne auf das Gesicht des Fahrers wirft. Sie analysieren permanent, wohin der Fahrer gerade blickt und verdunkeln ausschließlich einen kleinen Bereich auf dem Display, damit nur ein Schatten im Bereich der Augen des Fahrers entsteht. Der Rest des Displays bleibt transparent. Der Virtual Visor ist ein weiteres tolles Beispiel für „Technik fürs Leben“, das offensichtlich auch die Consumer Technology Association (CTA) überzeugt hat. Die digitale Sonnenblende, die Sie auf unserem Messestand testen können, ist mit dem renommierten „Best of Innovation Award“ der CES 2020 ausgezeichnet worden.3D-Fahrzeugdisplay – unser zweiter Best of Innovation Award Dieses Jahr haben wir gleich zwei Preise gewonnen – was, wie mir gesagt wurde, gar nicht so leicht ist: Auch unser neues 3D-Fahrzeugdisplay wurde mit einem CES Best of Innovation Award ausgezeichnet. In Fahrzeugdisplays steckt großes wirtschaftliches Potenzial – schließlich soll sich das weltweite Marktvolumen bis 2025 auf 30 Milliarden Dollar mehr als verdoppeln. Unser preisgekröntes Display arbeitet mit einer besonders kostengünstigen Multi-View-3D-Technologie, die ohne Eye-Tracking und 3D-Brille auskommt. Wie das funktioniert, lässt sich am leichtesten anhand von Kinofilmen erläutern. Wir alle kennen 3D-Filme, die dank Technologie lebendiger und unterhaltsamer wirken. In einem Fahrzeug erfüllt 3D eine ähnliche, aber nützlichere Funktion: 3D hilft, Informationen schneller zu begreifen. Durch die Tiefenwirkung der Anzeige erfassen Autofahrer wichtige Informationen, wie Warnungen von Assistenzsystemen oder Gefahrenmeldungen, schneller. Warnhinweise, die aus dem Display herauszuwachsen scheinen, springen einem geradezu ins Auge und sind kaum zu übersehen.Interior Monitoring – Technik, die das Kind im Auto schützen kann Die Gefahr durch Müdigkeit oder Ablenkung wächst, je länger wir hinter dem Steuer sitzen und je technologielastiger das Cockpit ist. Unser Fahrerüberwachungssystem erkennt Ablenkungen mit Hilfe künstlicher Intelligenz. Kameras zeichnen die Blickrichtung des Fahrers, seine Kopfhaltung sowie die Häufigkeit, mit der er blinzelt, auf. Wenn das System feststellt, dass ein kritischer Punkt erreicht ist, ertönt, je nach Herstellerwünschen und gesetzlichen Vorgaben, ein Alarmsignal oder Fahrassistenzsysteme greifen ein. In der EU werden ab 2022 alle Neuwagen standardmäßig über ein solches System verfügen. Auch beim automatisierten Fahren wird diese Technologie eine wichtige Rolle spielen. Schließlich werden die Fahrer auch bei den nächsten Entwicklungsstufen aufmerksam und bereit bleiben müssen, um in kritischen oder heiklen Situationen zu übernehmen.Das Überwachungssystem überprüft, ob der Fahrer dazu in der Lage ist, jederzeit zu reagieren, und passt die Übergabe der Fahraufgabe entsprechend an. Je nach Design können manche Systeme auch auf die Insassen achtgeben und ihre Sicherheit erhöhen, indem sie zum Beispiel Änderungen in ihrer Sitzposition wahrnehmen und ihre Airbags sowie Gurtstraffer für den optimalen Schutz im Falle eines Aufpralls anpassen. Oder indem sie erkennen, dass sich Kinder allein in abgestellten Autos befinden. 2018 sind in den USA mehr als 50 Kinder in parkenden Fahrzeugen ums Leben gekommen – sei es, weil sie länger als geplant im Auto zurückgelassen wurden oder unbemerkt hineingeklettert waren. Das neue System von Bosch erkennt die Anwesenheit von Kindern und warnt Eltern umgehend über eine Nachricht auf dem Smartphone. Notfalls kann es auch einen Notruf absetzen. Wie der Hot Cars Act, der derzeit im US-Kongress debattiert wird, zeigt, besteht ein erhebliches Interesse an Lösungen, die solche Tragödien verhindern können. Wieder einmal verbessert unsere Technologie nicht nur unser Leben, sie hilft auch, Leben zu schützen. Wir planen, unsere Innenraumüberwachungssysteme um In-Vehicle-Sensing zu ergänzen, und dies auch in Carsharing-Flotten einzusetzen. Mit Hilfe von In-Vehicle-Sensing kann man zum Beispiel erkennen, ob jemand etwas in einem gemeinsam genutzten Fahrzeug vergessen hat oder in einer Notsituation Hilfe braucht. Mit unseren Lösungen echten Mehrwert zu bieten, steht für uns stets im Vordergrund. Nahezu alle unsere Fahrerassistenzsysteme erhöhen sowohl die Sicherheit als auch den Komfort. Wir sind einer der führenden Anbieter der Automobilbranche in diesem Bereich. 2019 stieg unser Umsatz hier um 12 Prozent auf rund zwei Milliarden Euro. Technisch betrachtet, sind wir über die Fahrerassistenz auf dem Weg zum automatisierten Fahren. Eine Entwicklung, für die wir bis 2022 rund vier Milliarden Euro investieren und unser Team auf 5000 Ingenieure aufstocken werden. In diesem Zusammenhang haben wir auch mit der Serienentwicklung von Lidar-Sensoren begonnen. Neben unserer neuen Videokamera mit KI, Radar und Ultraschallsensoren wird Bosch bald das vollständige, zum automatisierten Fahren benötigte Sensorportfolio anbieten. Wenige Automobilzulieferer weltweit verfügen in diesem Bereich über ein mit Bosch vergleichbares Know-how. Unser Lidar wird die erste automotive-taugliche Lösung sein, das heißt skalierbar und in großen Stückzahlen zu fertigen. Es wird auch die erste Lidar-Technologie sein, die für Funktionen des automatisierten Fahrens auf den SAE-Level 3-5 geeignet ist. Sie bietet weitreichende Sensorik-Funktionalitäten, ein weites Blickfeld und eine außergewöhnlich hohe Auflösung. Unsere verschiedenen Sensorarten werden zusammen für eine äußerst zuverlässige Umwelterkennung sorgen. Um die vielen Herausforderungen des vollautomatisierten Fahrens im Straßenverkehr zu meistern, setzt Bosch auf sein fundiertes Sensorik- und System-Know-how – eine Wissensbasis, wie sie nur ein Automobilunternehmen aufweisen kann. Wir testen das automatisierte Fahren bereits in verschiedenen Umgebungen, auch in den weithin als ultimative Herausforderung geltenden Innenstädten. Unser Pilotprojekt mit Mercedes-Benz, ein On-Demand-Ridehailing-Dienst mit autonom fahrenden Fahrzeugen, ist inzwischen gestartet. Ausgewählte Nutzer können nun per App einen Shuttle-Service mit automatisierten Mercedes-Benz-S-Klasse-Wagen zwischen dem Stadtteil West im kalifornischen San José und dem Stadtzentrum nutzen. Von diesem Projekt erhoffen wir uns wertvolle Erkenntnisse über die Entwicklung des automatisierten Fahrens sowie Antworten auf die Frage, wie selbstfahrende Autos am besten in ein multimodales Mobilitätssystem zu integrieren sind. Bei der Entwicklung dieses Projekts kommen sowohl KI als auch Simulationen und Tests zum Einsatz, bei denen es um äußerst seltene Situationen im Straßenverkehr geht. Unsere Mobilitätslösungen verwenden wir jedoch nicht nur, um Autos das Fahren beizubringen, sondern auch, um elektrisches und vernetztes Fahren zu realisieren. Damit erschließen wir neue Geschäftsfelder und ebnen den Weg für neue Partnerschaften mit neuen Kunden. So entwickeln wir zum Beispiel einen Wasserstoffantrieb für die Schwerlaster des amerikanischen Start-ups Nikola Motor Company. Auch Mobilitätsdienstleister wie DiDi und Lyft arbeiten mit unseren Lösungen. Für DiDi werden wir bald einen Cloud-Service bereitstellen, der die Lebensdauer von Autobatterien verlängern wird. Unsere Vision einer urbanen Mobilität der Zukunft können Sie in einem IoT-Konzept-Shuttle an unserem Stand erleben. Dieses Jahr präsentieren wir Ihnen, wie wir Mobilitätsdienstleister beim Betrieb sicherer und effizienter automatisierter Ridesharing- und Ridehailingangebote unterstützen.Mikromechanik von Bosch – für Smart Glasses ohne Alien-Look Unsere Expertise in Sachen Mobilität ist zugleich Nährboden für Innovationen in anderen Bereichen. Bestes Beispiel dafür sind auf mikroelektromechanischen Systemen basierende Sensoren – kurz MEMS. Für diese Sensoren, die in Automobilanwendungen und Smartphones verwendet werden, sind wir marktführender Anbieter. Unsere neueste Entwicklung in diesem Bereich zeigen wir hier auf der CES: unser Light Drive System für Smart Glasses. Als kleinstes Modul dieser Art ist es fast um ein Drittel schmaler als derzeit auf dem Markt erhältliche Lösungen und eignet sich für nahezu jede Art von Gestell, so dass es problemlos in eine normale Brille integriert werden kann. Mit einem MEMS-basierten Laserscanner und einem holografischen Spiegel wird ein Bild auf die Netzhaut des Trägers projiziert. Dieses Bild kann jede Art von Textnachricht beinhalten – zum Beispiel von einem Navigationssystem oder Ihrem persönlichen Kalender. So können Sie immer auf dem Laufenden bleiben. Auch im Gesundheitsbereich kann KI von enormen Nutzen sein. Unsere indischen Ingenieure haben mit Vivalution (Markenname wurde geändert) eine bahnbrechende Innovation entwickelt, die mit einem CES® Innovation Award Honoree ausgezeichnet wurde. Dabei handelt es sich im Kern um eine intelligente Pathologie-Plattform für die medizinische Diagnose auf Basis hoch entwickelter Algorithmen des maschinellen Lernens. Sie analysiert mit Hilfe von KI Form, Kontur und Struktur menschlicher Zellen im Hinblick auf Abweichungen und weist Ärzte auf mögliche Erkrankungen hin. Und das in Minutenschnelle, was das Testverfahren drastisch verkürzt. Menschen zu helfen, gesundheitliche Probleme schneller und genauer zu diagnostizieren – auch das ist mit „Technik fürs Leben“ gemeint.AIoT mit Vorteilen für alle – Bildung für die Arbeit der Zukunft Wir sind der Meinung, dass IoT und KI allen zugutekommen sollten. Das bedeutet, sie dürfen nicht nur technische Spielereien sein und müssen Alltag und Arbeit der Menschen wirklich vereinfachen. Das gilt für alle unsere Bereiche: vernetzte Mobilität, vernetzte Häuser und vernetzte Industrie. Insbesondere in der Welt der Produktion kann künstliche Intelligenz menschliche Kreativität ergänzen und, was noch entscheidender ist, Routinearbeiten übernehmen. Auf jedem neuen Weg, den wir einschlagen, nehmen wir unsere Mitarbeiter mit. Auf unserer Mission, die Fabriken der Zukunft zu gestalten, möchten wir sie auf die Arbeit der Zukunft vorbereiten. Genau hier schließt sich der Kreis zu unserem KI-Qualifizierungsprogramm, das ich bereits erwähnt habe. Es besteht aus drei Teilen: Zum einen schulen wir rund 16000 Führungskräfte in den wirtschaftlichen Aspekten von KI. Mit unserer digitalen Transformation bewältigen wir den Spagat, einerseits ein Industrieunternehmen zu bleiben, andererseits führender IoT- und KI-Anbieter zu werden. Das setzt die richtigen Entscheidungen unserer Führungskräfte voraus. Dafür stärken wir ihre KI-Kompetenzen. Zweitens erweitern wir unsere KI-Lernplattform. Diese Plattform gleicht einer Online-Universität, wobei Anwendungen und Übungen aus dem realen Betrieb bei Bosch stammen. Mehr als 1500 Entwickler nutzen die Plattform bereits, und bis nächstes Jahr könnten es doppelt so viele sein. Bemerkenswert ist dabei unter anderem die Möglichkeit des Erfahrungsaustauschs über unsere KI-Lernplattform sowie die Verwendung von Best-Practice-Beispielen und Wettbewerben. Drittens besuchen knapp 500 erfahrene Entwickler Schulungen zum Thema KI-Entwicklungsmethoden. Dies ist die höchste Stufe unseres Qualifizierungsprogramms, gleichsam ein zusätzlicher Studiengang über Inhalte wie Data Engineering und Datenanalyse. Wir erhöhen die Anzahl unserer KI-Entwickler nicht nur über die Einstellung neuer Fachleute, sondern auch über die vertiefende Weiterbildung bereits vorhandener Mitarbeiter. Insgesamt werden wir auf diese Weise 20.000 unserer Mitarbeiter technologisch auf den neuesten Stand bringen. Wir sind der Meinung, solche Qualifizierungsmaßnahmen anzubieten gehört nicht nur zu unserer unternehmerischen Verantwortung, sondern liegt auch in unserem strategischen Interesse.Fazit Meine Damen und Herren, es ist offensichtlich, dass die Entwicklung künstlicher Intelligenz für uns bedeutet, uns nicht nur auf technologische Innovationen zu konzentrieren. Einerseits müssen wir verstärkt in menschliche Intelligenz investieren, andererseits die Menschen vom wahren Potenzial dieser Technologie überzeugen. „Beneficial AI. Building trust together“ – das ist nicht nur ein flotter Spruch, den wir uns hier für die CES ausgedacht haben. Wir sind davon überzeugt, dass KI der Schlüssel zu einem sichereren, leichteren und umweltfreundlicheren Leben ist. Bitte besuchen Sie unseren Stand in der Central Hall und erleben Sie selbst anhand von Beispielen, wie wir das praktisch umsetzen. Und lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, Zweifel zu zerstreuen und eine neue, echte Science-Fiction-Ära einzuläuten, in der KI zum Helden wird.

Die emissionsfreie Mobilität kommt – wenn die Lösungen bezahlbar sind und begeistern

10.09.2019

Referat

Wirtschaft

Die emissionsfreie Mobilität kommt – wenn die Lösungen bezahlbar sind und begeistern

Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung, auf der Pressekonferenz zur Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt am 10. September 2019 Es gilt das gesprochene Wort.Diese IAA bewegt, sehr geehrte Damen und Herren! Sie bewegt nicht mehr nur die Automobilindustrie und ihre Kunden, vielmehr auch Debatten und Demonstrationen. Und mehr denn je bewegen kritische Fragen die Gesellschaft: Wie Mobilität gestalten, ohne die Umwelt zu schädigen? Wie den nötigen technischen Fortschritt wirtschaftlich realisieren? Wie schließlich die sozialen Folgen der Verkehrswende beherrschen? Wir werden eine neue Balance finden müssen im Dreieck zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Interessen. Einfache Lösungen gibt es dafür nicht, niemand hält allein den Schlüssel in der Hand. Darum muss man ringen – im offenen Dialog. Es ist Automesse, und doch stehen Fragen wie diese ebenso wie die Neuheiten auf vier Rädern im Brennpunkt des Interesses. Unsere Antwort besteht aus zwei Teilen. Zum einen: Wir wollen Mobilität, die das Klima des blauen Planeten ebenso wie die Luftqualität in den Städten schützt. Bosch ist das erste Industrieunternehmen, das weltweit alle Standorte binnen eines Jahres CO 2 -neutral stellt. Und genauso entschlossen realisieren wir effiziente Antriebstechniken – vom Verbrenner bis zur Brennstoffzelle. Zum anderen: Was ökologisch richtig ist, darf wirtschaftlich und sozial nicht falsch sein. Emissionsfreie Mobilität ist möglich – wenn sie für die Menschen bezahlbar bleibt und ihr Nutzen begeistert. Nur so können wir sie auf dem Markt durchsetzen. Dabei ist Mobilität für uns längst mehr als das Fahren mit dem eigenen Auto. Wir stellen uns die Mobilität von morgen nicht nur elektrifiziert und automatisiert vor, vielmehr auch vernetzt und personalisiert. Und gerade das personalisierte Fahren wird mehr sein als Autofahren. Wir verstehen darunter Services für den persönlich besten Weg zum Ziel, egal ob auf zwei oder vier Rädern, egal ob auf Straße oder Schiene. Multimodale Mobilität unterstützen – auch das ist eine Antwort auf die kritischen Fragen zum Straßenverkehr. Schlüssel in die Zukunft: Jährlich drei Milliarden Euro für Software Zunächst aber entwickeln wir für die Mobilität der Zukunft die technischen Grundlagen. Tiefes Know-how in Elektronik und Software – das ist für uns der Schlüssel. Schon jetzt beschäftigt unser Unternehmensbereich Mobility Solutions gut 14 000 Software-Entwickler – jährlich investiert er in die Software-Entwicklung nahezu drei Milliarden Euro. Damit machen wir die Elektronik- und Software-Architektur der Fahrzeuge deutlich leistungsfähiger – wichtig fürs vernetzte, aber auch fürs automatisierte und elektrifizierte Fahren. Die Rechenleistung wird sich Anfang der nächsten Dekade mindestens um den Faktor 1 000 vergrößern. Kommen werden leistungsstarke Leitrechner. Rechner dieser Art realisiert Bosch bereits für die Integration von Infotainment-Systemen und Fahrerassistenz-Funktionen. Mit solchen Rechenzentren werden sich Fahrzeuge zunehmend im Internet der Dinge bewegen. Endlich Wachstum: Die Elektromobilität wird zur Erfolgsgeschichte Wie aber fahren sie morgen auf der Straße? Wir sehen eine schrittweise Transformation des automobilen Antriebs voraus. Zunächst steckt im Verbrenner noch Energie. 2030 werden drei von vier Neuwagen Diesel- oder Benzinmotoren an Bord haben, mit oder ohne Hybrid. Schon deshalb ist es praktizierter Umweltschutz, auch diese Motoren weiterzuentwickeln. So stößt der Diesel mit der neuen Abgastechnik von Bosch nahezu kein Stickoxid mehr aus, wie unabhängige Tests bereits gezeigt haben. Und unsere Lösung geht in Serie, auch mit Fahrzeugen hier auf der Messe. Unser nächstes Ziel ist die Partikelreduktion beim Benziner. Das heißt im Klartext: 70 Prozent weniger Feinstaub, als nach der geltenden Norm Euro 6d erlaubt ist – nachgewiesen auf der Straße ebenso wie auf dem Prüfstand. Damit nicht genug: Um mehr als 90 Prozent können wir auch den Bremsstaub vermindern, sei es mit regenerativen Bremssystemen oder unserer iDisc-Bremsscheibe. Ein Straßenverkehr, der die Luft in den Städten nicht mehr belastet – diesem Ziel kommen wir immer näher. Endlich kommt auch der Markt für Elektromobilität unter Strom. Immer deutlicher zeichnet sich ab: Der elektrische Antrieb wird die nächste Erfolgsgeschichte von Bosch. Technisch wie geschäftlich liegen wir vorn. Wir sind an der Spitze mit dem Wirkungsgrad unserer Komponenten, wir sind breiter aufgestellt als andere Zulieferer – vom Bike bis zum Truck. Und das Wachstum kommt. 2018 haben wir für die elektrische Mobilität 30 Serienprojekte im Wert von acht Milliarden Euro akquiriert, im ersten Halbjahr 2019 ist bereits eine Reihe weiterer Aufträge in Höhe von fünf Milliarden Euro eingegangen. In Summe ergibt dies also für unsere Elektromobilität einen Orderwert von 13 Milliarden Euro binnen 18 Monaten. Schon 2020 werden wir die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro übertreffen. Für 2025 haben wir einen Umsatz von fünf Milliarden Euro anvisiert – eine Marke, die wir mehr als erreichen werden. Unsere Produkte kommen an, unsere Vorleistungen zahlen sich aus. Zugleich industrialisieren wir den Brennstoffzellen-Antrieb. Dazu bereiten wir die Produktion eines Bosch-Stacks vor. Konkret entwickeln wir den Stack unseres Partners Powercell weiter, der in der Branche derzeit die höchste Leistungsdichte aufweist. Jetzt geht es darum, ihn kostengünstig zu fertigen. Das wird uns nicht nur über Skaleneffekte gelingen, vielmehr auch über die simultane Entwicklung von Produkt und Fertigungsprozess. Hier liegt eine Stärke von Bosch. Und diese Stärke werden wir ausspielen, auch indem wir erfahrene Großserien-Entwickler aus dem Dieselgeschäft auf die neue Technik ansetzen. Wir machen alternative Antriebe bezahlbar – das war beim Common Rail so, das wird uns ebenso mit der Brennstoffzelle gelingen. Den Anfang macht das Parken: Das automatisierte Fahren wird Alltag Vorn sind wir auch auf dem Weg zum automatisierten Fahren. Auf diesem Weg wachsen wir mit Fahrerassistenz-Systemen im laufenden Jahr um zwölf Prozent, auf einen Umsatz von zwei Milliarden Euro. Allein unser Absatz von Radarsensoren legt 2019 um 20 Prozent zu, der von Videosensoren um 30 Prozent. Für die weitere Entwicklung zum automatisierten Fahren investieren wir bis 2022 vier Milliarden Euro. Der nächste Schritt: Autobahn-Assistenten, mit denen der Fahrer die Hände vom Lenkrad nehmen kann. Solche „Level-2-Handsfree-Systeme“ entwickeln wir für den asiatischen und den amerikanischen Markt. Nur dort sind sie derzeit gesetzlich möglich. Genauso brauchen wir ihre Zulassung in Europa, damit die nächste Stufe der Automatisierung auch auf unseren Straßen stattfinden kann. Immerhin haben wir die weltweit erste Freigabe für das fahrerlose Parken gerade in Deutschland bekommen – für das gemeinsame Projekt mit Daimler im Stuttgarter Mercedes-Benz-Museum. Dieses Projekt ist jetzt kein Prototyp mehr, es geht in den Alltagsbetrieb. Wie der automatisierte Vorfahr- und Einparkservice funktioniert, möchte ich mit einem Filmausschnitt zeigen … ... und natürlich geht die Geschichte weiter. Auch hier werden wir an den Kosten arbeiten, etwa indem wir Videokameras aus unserer Gebäudetechnik einsetzen. Bis Ende 2021 werden wir das „Automated Valet Parking“ in einem Dutzend weiterer Parkhäuser einrichten – für 2025 haben wir uns mehr als 100 zum Ziel gesetzt. Mit der ersten Zulassung jedoch können wir sagen: Der Alltag des automatisierten Fahrens beginnt mit dem Parken. Gewappnet für disruptive Trends: Projekte mit neuen Marktakteuren Technologisch sind wir Innovationsführer – wie aber sehen wir neue Geschäftsideen im rasanten Wandel unserer Branche voraus? Gezielt erschließt Bosch Geschäft mit neuen Marktakteuren, die auch Sensoren für disruptive Trends sein können. So arbeiten wir mit den drei größten Ride-Hailing-Anbietern DiDi, Lyft und Uber zusammen, die zusammen weltweit bereits mehr als 50 Millionen Fahrten pro Tag vermitteln. Für DiDi zum Beispiel verlängern wir mit einem Cloud-Service die Lebensdauer der Batterien. Wie wir neue Wege in der Zusammenarbeit mit neuen Anbietern gehen, wie wir gerade die internetbasierte Mobilität vorausdenken – beides wird Ihnen nun Stefan Hartung zeigen ...

Mehr Gütertransport, weniger Belastung für Umwelt und Straßennetz: Bosch steiger ...

19.09.2018

Referat

Wirtschaft

Mehr Gütertransport, weniger Belastung für Umwelt und Straßennetz: Bosch steiger ...

Referat von Dr. Rolf Bulander und Dr. Markus Heyn, Mitglieder der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, anlässlich der Pressekonferenz am 19. September 2018 auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover Es gilt das gesprochene Wort.Es gibt Momente, sehr geehrte Damen und Herren … … da empfinden wir Lastwagen ganz wörtlich wie eine Last auf unseren Straßen. Wenn sie die linke Spur auf den Autobahnen verstopfen oder auch die Einfahrten der Raststätten zuparken – dann erscheinen uns Nutzfahrzeuge erst mal weniger nützlich als störend. Tatsächlich wird der Güterverkehr auf den Straßen bis 2040 noch um 50 Prozent zunehmen. Wie können wir dennoch die Umwelt, die Menschen und das Straßennetz schonen? Das ist eine der drängendsten Fragen der Verkehrspolitik. Bosch gibt darauf technische Antworten – und das nicht nur unter der Motorhaube, vielmehr auch im Internet. Mit unserer Hard- und Software steigern wir den Nutzen der Nutzfahrzeuge. Wir wollen einen Lastverkehr, der keine Last ist. Welche Themen aber bewegen die Logistikbranche konkret? Dazu eine Skizze mit sechs Punkten: Erstens der Klimaschutz. Erstmals hat etwa die Europäische Union eine CO 2 -Regulierung für Trucks angekündigt. Egal mit welcher Antriebstechnik – die Systeme von Bosch helfen, die Kohlendioxid-Bilanz neuer Nutzfahrzeuge zu verbessern. Zweitens die saubere Luft. Weltweit ziehen die Abgasnormen für Nutzfahrzeuge an. Indien etwa wird 2020 von Euro 4 zu Euro 6 springen. In den USA sollen die Emissionen künftig wie in Europa im realen Verkehr gemessen werden – und das bei deutlich niedrigeren Grenzwerten. Bosch liefert den Nutzfahrzeugherstellern die nötigen Lösungen, um die ökologischen Anforderungen zu bestehen. Drittens die Urbanisierung. Bis 2050 werden zwei Drittel der Weltbevölkerung in großen Städten leben, noch ist es die Hälfte. Dabei wird sich der Güterverkehr aufspalten – Trucks, die vor allem Verteilzentren an der Peripherie ansteuern, Transporter, die dann die letzte Meile übernehmen. Gerade in Ballungszentren muss Logistik neu gedacht werden – gefragt sind Lösungen von Bosch für den City-Güterverkehr der neuen Art, auch mit Cargo-Rollern und Cargo-Bikes. Viertens der Online-Handel: Allein in Deutschland sind 2017 erstmals mehr als drei Milliarden Pakete zugestellt worden, und folgt man den Marktstudien, werden es 2020 bereits 3,8 Milliarden sein. Treiber sind die zunehmenden Bestellungen via Internet. Aber gerade über das Internet der Dinge hebt Bosch Potenzial, um den Lieferverkehr noch deutlich effizienter zu gestalten. Fünftens der Unfallschutz. An jedem zehnten Unfall mit Personenschaden sind Nutzfahrzeuge beteiligt. Und die Gefahr von Verkehrstoten ist doppelt so hoch, wenn ein Lkw beim Unglück dabei ist, als wenn Pkw unter sich sind. Anlass genug, um mit Fahrerassistenz von Bosch mehr als bisher die Trucker zu unterstützen und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Sechstens die Wirtschaftlichkeit, konkret Kostendruck bei den Speditionen. Ein Drittel der Betriebskosten von Nutzfahrzeugen entfällt auf den Kraftstoff, ein weiteres gutes Drittel auf den Fahrer. Und schon jetzt fehlen in den USA 50 000 Trucker, in zehn Jahren voraussichtlich dreimal so viel. Solch ein Fahrermangel zeichnet sich auch in Europa ab. Der Ansatz von Bosch: dem Lkw selbst das Fahren beizubringen – das vermeidet Unfälle, genauso wie Spritsparen den CO 2 -Ausstoß senkt. Was den Speditionen nützt, nützt auch Mensch und Umwelt – hier schließt sich der Kreis. Technik für Trucks, Services für die Logistik: Die doppelte Stärke von Bosch Über die Wirtschaftlichkeit hinaus sind es also die großen Themen der Mobilität, die auch die Nutzfahrzeug- und Logistikbranche bewegen. Möglichst emissionsfrei, unfall- und stressfrei soll er werden, der Güterverkehr der Zukunft. Dafür müssen wir ihn zunehmend elektrifizieren, automatisieren und vernetzen. Auf diesen Entwicklungspfaden sind wir nicht nur für den Personenverkehr, sondern auch für den Güterverkehr mit allen seinen Besonderheiten unterwegs. Wir sind einer der weltweit führenden Anbieter im Internet der Dinge ebenso wie einer der größten Zulieferer der Nutzfahrzeugbranche – wie nur wenige können wir Services für die Logistik mit Technik für Trucks verbinden. Für die Modernisierung des Güterverkehrs bringt Bosch gleichermaßen wirtschaftliche wie technologische Stärke mit. Unser Unternehmensbereich Mobility Solutions wird in diesem Jahr seinen Umsatz im laufenden Geschäft voraussichtlich um vier Prozent steigern – er legt damit weiterhin doppelt so stark zu wie die Automobilproduktion. Jeden vierten Euro erwirtschaftet er mit Technik für Nutzfahrzeuge, vom Transporter aufwärts. Besonders kräftig wächst das Geschäft mit Lösungen für Trucks und Offroad-Fahrzeuge: um sieben bis acht Prozent in diesem wie auch im vergangenen Jahr. Übers Jahr hinaus setzen wir unseren Wachstumskurs fort, indem wir in Innovationen investieren. Zum Jahresende wird Bosch für die Mobility Solutions rund 54 500 Forscher und Entwickler beschäftigen, 5 000 mehr als zu Jahresbeginn. Das ist auch die Mannschaft, die neue Lösungen für Transport und Logistik hervorbringt. So arbeiten allein 2 600 Entwickler am Antrieb für das Nutzfahrzeug von morgen. Diesel, Batterie und Brennstoffzelle: Bosch denkt alternative Antriebe in vielen Alternativen Wie aber fahren Nutzfahrzeuge morgen? Dafür denken wir zukünftige Antriebe in vielen Alternativen, entwickeln aber auch gezielt den Diesel weiter. Notwendig schon deshalb, weil auch im Jahr 2025 zwischen 80 und 90 Prozent aller Nutzfahrzeuge als Selbstzünder unterwegs sein werden. Die Ingenieure von Bosch werden ihren Beitrag leisten, damit der Nutzfahrzeug-Diesel die Abgas- und Verbrauchsnormen in aller Welt erfüllen kann. Es geht hier um den Klima- und Umweltschutz – wie eingangs skizziert, sind das die ersten beiden Herausforderungen der Logistikbranche. Jedes Milligramm weniger Emissionen zählt, und jedes Prozent weniger Verbrauch bedeutet für einen Langstrecken-Truck gut 700 Euro weniger Betriebskosten pro Jahr. Wie gehen wir vor? Verbrauch und CO 2 -Ausstoß senken – das heißt für uns die Effizienz der Einspritzsysteme steigern. Und die Stickoxid-Emissionen des Lkw reduzieren – dazu setzen wir nicht zuletzt auf die aktive Steuerung der Abgastemperatur, wie wir sie schon im Pkw realisiert haben. Dies bedeutet für uns technische Herausforderung und geschäftliche Chance zugleich. So verdoppelt sich unser weltweites Geschäft mit Systemen zur Abgasnachbehandlung von 2016 bis Anfang der nächsten Dekade. Und der Absatz unserer Common-Rail-Einspritzsysteme ist allein 2017 weltweit um ein Drittel gestiegen, in China sogar noch kräftiger – und in den nächsten Jahren wird er sich auf hohem Niveau stabilisieren. Dies zeigt: Es ist der Umweltschutz, der das Geschäft mit dem Nutzfahrzeug-Diesel fordert, aber auch fördert. Zunehmend jedoch kommt im Laufe der nächsten Dekade die Elektromobilität im Güterverkehr – und sie kommt mit Bosch. Weltweit wird 2030 jedes vierte neue Nutzfahrzeug elektrisch angetrieben sein, in China nahezu jedes dritte – zunächst vor allem Stadtbusse und Fahrzeuge für den Verteilerverkehr. Dazu haben wir früh geschäftliche Erfolge erzielt: Unsere Antriebskomponenten stecken in Europas größter Elektrotransporter-Flotte, dem StreetScooter der Deutschen Post. Weltweit Marktführer auch bei Elektromobilität zu werden – das ist unser Ziel. Genau dafür stellen wir uns auch für die Elektrifizierung der Nutzfahrzeuge breit auf, vom Bike als kleinstem Verteilerfahrzeug bis hin zum 40-Tonnen-Truck. Das beginnt mit 36-Volt-Antrieben für Cargo-Bikes – flexibel unterwegs im Stadtverkehr. Allein unsere eBike-Sparte beliefert bereits vier Lastenrad-Hersteller. Und unser 48-Volt-Antriebssystem wird Anfang 2019 erstmals in einem eTrike für Brief- und Paketdienste eingeführt. Wir nutzen hier einen Systembaukasten, so dass nicht mehr als 18 Monate von der Auftragsvergabe bis zur Serie vergehen. Das geht weiter mit unserer eAchse für Transporter, die 2019 erstmals in Serie geht. Eine leicht integrierbare Lösung, die Entwicklungszeiten sowohl bei etablierten Herstellern als auch bei neuen Anbietern deutlich verkürzt. Auch damit rollen wir den City-Lieferverkehr elektrisch auf. Selbst heutige Sattelzüge können wir unter Strom setzen. Hier in Hannover zeigen wir eine elektrifizierte Trailer-Achse, die sich in vorhandene Lkw-Sattelanhänger integrieren lässt. Diese Achse gewinnt beim Bremsen Energie zurück und speist damit die Trailer-Aggregate. Das spart in einem Kühlanhänger nahezu 10 000 Euro jährlich. Ein wirtschaftliches Stück Elektromobilität, das sich auch zum Nachrüsten eignet. Die Frage aller Fragen ist schließlich die Elektrifizierung der größeren Zugmaschinen. Für Nutzfahrzeuge mit mittlerer Reichweite entwickeln wir batterieelektrische Antriebe. Wie aber den Lieferverkehr mit den Schwergewichten auf der Langstrecke elektrifizieren? Zu schwer, zu teuer wäre die Batterie, zu gering ihre Reichweite – Trucks, die rein elektrisch auf große Tour gehen, galten im kostengetriebenen Transportgeschäft lange als technisch und wirtschaftlich unmöglich. Unsere Lösung ist die Brennstoffzelle. Zum Vergleich: Damit ein 40-Tonner lange Strecken elektrisch zurücklegen könnte, müsste er nach dem Stand der Technik eine nahezu zehn Tonnen schwere Batterie mit an Bord nehmen – der Wasserstoffspeicher für die Brennstoffzelle käme mit einem Zehntel des Gewichts aus. Bosch setzt gleich mit zwei Kooperationen auf diese Technik: Einerseits in den USA mit Nikola Motors, einem Start-up, das über die nötigen Fahrzeuge hinaus auch ein Netz von Wasserstoff-Tankstellen realisieren will. Andererseits in China mit dem Motorenhersteller Weichai Power. Aussichtsreich schon deshalb, weil bereits 2030 eine Million Brennstoffzellen-Fahrzeuge auf chinesischen Straßen unterwegs sein sollen. In aller Welt bringt Bosch neue Energie in den Truck. Noch lange wird die Entwicklung des Nutzfahrzeug-Antriebs ein Mehrkampf bleiben. Wir tun gut daran, auch seine Elektrifizierung technologisch offen anzugehen. Und nicht zu vergessen: Angehen müssen wir auch die eFuels – die Herstellung alternativer Kraftstoffe aus regenerativem Strom. Wer die Zukunft des Schwerlastverkehrs sichern will, darf auch diesen Pfad nicht ausschließen. Wenn Trucks fahrerlos zwischen zwei Logistikhöfen pendeln: Bosch entwickelt automatisiertes Lkw-Fahren zunächst für die USA Die Elektrifizierung ist das eine große Wachstumsfeld in der Nutzfahrzeugtechnik, das andere ist die Automatisierung – hier wie dort zeichnen sich auf dem Markt in der nächsten Dekade zweistellige Steigerungsraten ab. Auf dem Weg zum automatisierten Fahren liegt die Fahrerassistenz – ganz wichtig für den Unfallschutz, ein weiterer „big point“ für die Transportbranche, wie wir ihn zu Beginn aufgezeigt haben. So helfen Lkw-Abbiegeassistenten Unfälle mit Radfahrern und Fußgängern zu vermeiden – dafür bietet Bosch die nötigen Radarsensoren. Und nicht zuletzt können wir Assistenz- und Lenksysteme verknüpfen. So unterstützt die neue Generation unserer elektronisch regelbaren Lenkungen Spurhalte-Funktionen und Automatisierung. Sie wird auf dieser IAA in einer Reihe neuer Trucks vorgestellt. Mit der Entwicklung zum automatisierten Fahren wird sich der Markt für intelligente Lenkungen in schweren Nutzfahrzeugen in den nächsten fünf Jahren jährlich verdoppeln – und Bosch ist vorn dabei. Großes Potenzial für die Automatisierung des Lkw-Fahrens sieht Bosch in den USA. Dort ist der Fahrermangel am größten, und dort ist jeder zehnte Truck auf immer gleichen Highways unterwegs. Kommen wird also zunächst die „Hub-to-Hub-Automatisierung“, und das heißt konkret: Trucks, die fahrerlos permanent zwischen zwei oder drei Logistikhöfen pendeln. Das spart Personalkosten, das steigert die Transportleistung, das beschleunigt die Amortisation der Fahrzeuge, das sorgt für Sicherheit – so werden gleich mehrere Probleme der Branche gelöst. Auch wenn sich diese Art der Automatisierung rechnet, die technischen Herausforderungen sind groß – sei es, dass sich die Rechenleistung in einem 40-Tonner etwa um den Faktor 1 000 steigern muss, sei es, dass ein Kontrollzentrum ähnlich einer Flugsicherung nötig wird. Daraus könnte ein bisher nicht dagewesenes Dienstleistungsgeschäft werden. Das Platooning, also das automatisierte Windschattenfahren in der Lkw-Kolonne, ist ein logischer weiterer Schritt. Es spart nicht nur Personalkosten, sondern auch Kraftstoff, stellt aber noch höhere Anforderungen an Gesetzgebung, Technik und Infrastruktur. Bosch beteiligt sich dazu an den wesentlichen Forschungsprojekten. Und wir entwickeln für den Datenaustausch unter den Trucks in der Kolonne die nötigen Telematik-Komponenten – erste Prototypen werden ab 2019 erprobt. Die „Car-to-Car-Communication“ könnte im Lkw eher als im Pkw kommen, denn mit dem Platooning bekäme sie eine klare und wirtschaftliche Anwendung. Wo steckt der Behälter, wo die Ware? Bosch bietet vernetzte Logistiklösungen vom Highway bis zur Haustür Gerade im Lkw jedoch ist vernetztes Fahren mehr als eine Voraussetzung fürs automatisierte Fahren. Das Internet ermöglicht eine neue Effizienz im Transportsystem – eine Entlastung für den Verkehr, aber auch für die Speditionen. Dieses Potenzial gilt es zu heben – auch das haben wir zu Beginn als eine der großen Branchenaufgaben skizziert. Für die Logistik der Zukunft bringt Bosch eine doppelte technische Expertise mit – einerseits breites Domänenwissen im Lkw, andererseits tiefes Know-how im Internet der Dinge. Wir können damit vernetzte Logistiklösungen vom Highway bis zur Haustür realisieren. Zunächst aber vernetzen wir das Nutzfahrzeug mit der Außenwelt. Nahezu jeder neue Truck in Europa und den USA ist bereits heute Teil des Internets. Dazu beliefern wir die Lkw-Hersteller mit Telematik-Plattformen, die zum Beispiel Software-Updates oder auch vorausschauende Diagnosen ermöglichen. Insgesamt legt unser Absatz von „Connectivity Control Units“ fürs Nutzfahrzeug jährlich um 15 bis 20 Prozent zu. Mit dem vernetzten Fahren, meine Damen und Herren, erschließt Bosch auch unmittelbar vernetzte Services. Gerade mit dem Dienstleistungsgeschäft wachsen wir über die Rolle eines Zulieferers der Nutzfahrzeugbranche hinaus. Schon jetzt überwachen unsere Service-Center rund um die Uhr den Zustand besonders kritischer oder sogar lebenswichtiger Gütertransporte, etwa von Blutplasma. Jährlich übernehmen unsere Leitstellen das Monitoring für rund 40 000 hochwertige Lkw-Touren. Wir erweitern zudem das Bosch Secure Truck Parking, unsere Plattform für sichere Lkw-Parkplätze entlang der Autobahnen. Neues Beispiel ist das Hamburger Kreuzfahrtterminal – auch dort werden wir vom nächsten Monat an sichere Parkplätze für den Fernverkehr anbieten. Ein Angebot, das sich zugleich an Lkw-Fahrer richtet, die auf ihren Slot zur Abfertigung an den Containerterminals warten. Mit dem Internet der Dinge wird der Güterverkehr nicht nur sicherer denn je. Wir können ihn auch noch effizienter machen – hier liegt viel Potenzial, wenn man nur bedenkt, dass nahezu jede fünfte Lkw-Fahrt eine Leerfahrt ist. Dazu bringt Bosch jetzt Transparenz in die „Black Box“ der Logistik. Über das Internet der Dinge automatisieren wir die Lieferverfolgung, wir ermöglichen ein digitales „Track and Trace“. Unsere Lösung: Sensoren an Material und Behältern, die Ortungs-, Temperatur- und Vibrationsdaten in die Cloud übertragen. Wo steckt die Transportbox, wie geht es der Ware – diese Fragen können die Kunden mit unserer Lösung in Sekunden beantworten, bisher konnten dafür mehrere Stunden vergehen. Mit der Echtzeit-Logistik, wie wir sie realisieren, können Disponenten nach ersten Kundenerfahrungen ihren Such- und Inventuraufwand um mehr als die Hälfte reduzieren – und die Verfügbarkeit von Umlaufbehältern steigt um bis zu 30 Prozent. Das nennen wir Logistik 4.0. Dieser letzte Punkt zeigt in besonderer Deutlichkeit, wohin Bosch in der Transport- und Logistikbranche will. Das Nutzfahrzeug elektrifizieren und automatisieren – das ist das eine. Die Vernetzung unterstützt dies, sie kann aber auch den Güterverkehr insgesamt produktiver machen. Mit dem Internet entlasten wir das Straßennetz. Der Transportbedarf steigt, das ist wahr. Die Lösungen von Bosch tragen dazu bei, dass er die Grenzen des Wachstums nicht erreicht.

Simply.Connected. in Ihrer Nachbarschaft: Wie Bosch Städte intelligenter und das ...

08.01.2018

Referat

Wirtschaft

Simply.Connected. in Ihrer Nachbarschaft: Wie Bosch Städte intelligenter und das ...

Einleitung [Stefan Hartung] Guten Morgen! Ich begrüße Sie sehr herzlich zur Pressekonferenz von Bosch auf der CES 2018. Ich freue mich, dass ich heute zum ersten Mal auf diesem Event, das ich bereits seit Jahren genau verfolge, im Namen von Bosch sprechen darf. Dies freut mich umso mehr als ich wahrscheinlich einer der größten Technikfreaks in unserer Geschäftsführung bin. Als wir in den Smart Home-Bereich eingestiegen sind, habe ich mir vorgenommen, möglichst viele unserer Technologien selbst zu Hause auszuprobieren. Ich habe überall Kameras installiert und Sensoren an meinen Türen und Fenstern angebracht – einige meiner Nachbarn dachten, ich sei übergeschnappt. [Mike Mansuetti] Für uns alle ist die Umgebung, in der wir leben, von großer Bedeutung. Und das gilt besonders für alle diejenigen, deren Lebensraum eine Stadt ist. Genau deswegen wollen wir Ihnen heute zeigen, wie wir bei Bosch unsere technische Expertise nutzen, um Städte rund um den Globus zu gestalten. Lassen Sie mich mit einer Frage beginnen: Woran denken Sie, wenn Sie die Begriffe „vernetzte Stadt“ oder „Smart City“ hören? [Stefan Hartung] Ich denke dabei an Städte, deren Bewohner sich stärker engagieren wollen und dies auch besser können – dank intelligenter Technologien, die uns Dinge abnehmen und uns damit Zeit sparen, die uns mehr Bewegungsfreiheit und Raum geben und so unser LEBEN insgesamt verbessern. Städte, die auf Vernetzung setzen, um den Verkehrsfluss zu verbessern und Staus zu reduzieren. Städte, in denen wir unseren ökologischen Fußabdruck minimieren können, da unser Energiebedarf hauptsächlich durch erneuerbare Energien gedeckt wird. Städte, in denen es viele Smart Homes gibt, die wir bei Bedarf aus der Ferne steuern können, und Gebäude, die ihre Wartung und Instandhaltung selbst organisieren, ohne dass wir selbst aktiv werden müssten. Städte, die dank Technologien Umweltverschmutzung reduzieren und Kriminalität bekämpfen können. Kurzum, Städte, die intelligent und nachhaltig sind und uns einen sicheren, energieeffizienten und rundherum angenehmen Lebensraum bieten. Klingt toll, oder? Man könnte auch sagen, utopisch. Ist es aber nicht. Tatsächlich gibt es die Technologien, mit denen man einen solchen urbanen Lebensraum schaffen kann, bereits und viele von ihnen werden schon heute genutzt – vielleicht sogar in Ihrer Nachbarschaft. Schritt für Schritt werden Städte und Gemeinden weltweit intelligenter – wir wissen das, weil wir von Bosch ihnen dabei helfen. Als eines der Unternehmen mit dem breitesten und umfassendsten Portfolio im Bereich der Smart City-Lösungen sowie jahrzehntelanger domänenübergreifender Erfahrung sind wir dafür bestens aufgestellt. [Mike Mansuetti] Marktpotenzial schlauer Städte Der Smart City-Markt boomt weltweit. Wir erwarten, dass der Umsatz in diesem Bereich um 19 Prozent pro Jahr zulegen und bis zum Jahr 2020 auf 800 Milliarden US-Dollar weltweit ansteigen wird. Bis 2025 werden mindestens 80 Ballungszentren weltweit smart sein. Einige Städte verbinden wir schon heute mit Smart City-Initiativen: Barcelona, Seoul, London… oder auch die US-amerikanische Stadt Columbus im Bundesstaat Ohio. Sie hat, wie Sie vielleicht gehört haben, den Wettbewerb „Smart City Challenge“ des US-Verkehrsministeriums gewonnen. Auf der ganzen Welt investieren große und kleine Gemeinden in diese Technologien und profitieren davon. So hat die Stadt Las Vegas angekündigt, im Verlauf der nächsten sieben Jahre 500 Millionen US-Dollar in eine schlaue städtische Infrastruktur zu investieren. [Stefan Hartung] Ein Grund dafür, dass der Smart City-Markt gerade jetzt einen solchen Boom erfährt, ist die Tatsache, dass wir über die geeigneten Technologien verfügen. Vor einigen Jahren wurde das Internet der Dinge mit seinen Innovationen in den Bereichen Sensoren, Big Data, Künstliche Intelligenz und Predictive Analytics Wirklichkeit. Dies macht viele Smart City-Initiativen zum ersten Mal nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich rentabel. Noch wichtiger ist allerdings die Erkenntnis vieler Städte, dass technologische Innovationen der Schlüssel zur Lösung vieler drängender städtischer Herausforderungen sind – sowohl heute als auch in Zukunft. Die stetig zunehmende Urbanisierung auf unserem Planeten ist eine unumstößliche Tatsache: Im Jahr 2025 werden 34 Städte weltweit über 10 Millionen Einwohner haben. Spätestens 2050 werden mehr als 60 Prozent der Weltbevölkerung in solchen Megacities leben. Dies bedeutet eine enorme Belastung für die lokalen Infrastrukturen und für die Umwelt. Letztendlich beeinträchtigt diese Entwicklung auch unsere Lebensqualität – sei es durch die Luft, die wir atmen, die Zeit, die wir im Verkehr verlieren, die Energie, die wir verbrauchen, oder unsere Sicherheit. Smart City-Technologien ermöglichen es, uns diesen Herausforderungen zu stellen und ihre Auswirkungen abzumildern. Vor allem machen sie Städte – und auch Dörfer und Stadtviertel – zu angenehmeren Lebensräumen. In 14 Smart-City Leitprojekten weltweit verfolgen wir genau dieses Ziel, beispielsweise im chinesischen Tianjin, in Berlin und hier in San Francisco. Wir werden Ihnen gleich mehr über einige unserer Projekte erzählen. Sensoren, Software und Services Vernetzung ist für Smart Cities das A und O. Unsere Lösungen umfassen nicht nur vernetzte Mobilität, Energie, Gebäude und Industrietechnik, sie ermöglichen auch eine Vernetzung auf ganz grundlegender Ebene. Vor fast 50 Jahren sind wir in das Geschäft mit Halbleiter-Technologie für den Automobilbereich eingestiegen. Heute sind wir Weltmarktführer bei mikromechanischen Sensoren – mehr als vier Millionen Stück laufen davon täglich von unseren Bändern. [Mike Mansuetti] Unsere Sensoren kann man als die Augen und Ohren der vernetzten Stadt bezeichnen. Ihr Gehirn ist in dieser Analogie dann unsere Software. Mehr als 20.000 der über 400.000 Bosch-Mitarbeiter weltweit sind Softwareentwickler, beinahe 4.000 von ihnen arbeiten ausschließlich am Internet der Dinge. Mit der Bosch IoT Suite liefern wir eine offene Software-Plattform, die alle Funktionen zur Vernetzung von Geräten, Usern und Unternehmen ermöglicht. Außerdem setzen wir zunehmend Künstliche Intelligenz ein: Anfang des letzten Jahres eröffneten wir ein Forschungszentrum, das sich ausschließlich mit Künstlicher Intelligenz befasst. Rund 100 Experten forschen an drei Standorten weltweit an diesem Thema, darunter auch eine Dependance im Silicon Valley. Seit 2016 betreiben wir darüber hinaus unsere eigene IoT Cloud in Deutschland. In den vergangenen 1,5 Jahren haben wir rund 100 IoT-Projekte implementiert und 1,5 Million Fahrzeuge mit unserer IoT-Software vernetzt. Noch in diesem Frühjahr werden wir die Bosch-Cloud in Amerika in Betrieb nehmen. Und bis 2020 möchten wir alle elektronischen Produkte in unserem Portfolio internetfähig machen und mit dem entsprechenden Servicepaket anbieten. Sensoren, Software, Services – diese drei S bilden nicht nur das Fundament intelligenter Städte, sie entsprechen auch den Kernkompetenzen von Bosch. [Stefan Hartung] Sehen wir uns hierzu einige unserer Lösungen für Städte im Einzelnen an. Es ist wichtig zu verstehen, dass es keinen Schalter gibt, den man umlegen kann, um eine Stadt in eine Smart City umzuwandeln. Die Intelligenz entwickelt sich in Etappen, sobald Städte mit dem Einsatz von Technologien beginnen, um Schritt für Schritt ihre vier größten Herausforderungen zu bewältigen. Herausforderung 1: Luftqualität Die erste und eine der größten Herausforderungen für heutige Städte überall auf der Welt ist die Luftqualität. Man kann nur immer wieder betonen, wie wichtig sie ist – sie ist fundamental für unser körperliches und geistiges Wohlbefinden, ganz egal, wo auf der Welt wir leben. Bei Bosch glauben wir, dass man dieses Problem nicht nur auf einer Ebene lösen kann. Vielmehr kann man die Luftqualität nur durch verschiedene, parallel wirkende Maßnahmen nachhaltig verbessern. Was die Mobilität betrifft, gehören dazu hochmoderne Verbrennungsmotoren, Hybrid-Lösungen und reine Elektromobilität sowie Vernetzung über viele Fahrzeuge hinweg. Ein weiteres Puzzleteil bei der Bewältigung dieser Herausforderung sind Systeme zur Klimaüberwachung. Sie sammeln Daten zur Luftqualität in einer bestimmten Region. Daraus können dann gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität abgeleitet werden. Wir stellen hier auf der CES unser neues und innovatives Mikroklima-Monitoringsystem vor, das flexibel, kostengünstig und einfach zu handhaben ist – Climo. [Mike Mansuetti] Die meisten Mikroklima-Monitoringsysteme haben ungefähr die Größe von Schiffscontainern und sind recht teuer. Climo ist nur ein Hundertstel so groß wie herkömmliche Systeme und kostet etwa ein Zehntel. Neben der Luftverschmutzung misst das Gerät auch die Luftfeuchtigkeit sowie die Pollenbelastung in Echtzeit und liefert so nützliche Informationen für die Anwohner. Die Städte können die gemessenen Daten auf verschiedene Arten nutzen, etwa für die Regelung des Verkehrsflusses und als Basis für künftige Maßnahmen oder die Stadtplanung. Der Branchenverband CTA hat das System mit einem seiner begehrten Innovation Awards in der Kategorie Smart City ausgezeichnet – einer von drei Preisen, die wir dieses Jahr erhalten haben. Und das ist noch nicht alles. Erst kürzlich haben wir der Stadt Las Vegas mehrer Climo-Systeme zur Verfügung gestellt, die während der CES die Luftqualität vor Ort in Echtzeit überwachen. [Stefan Hartung] Herausforderung 2: Mobilität Schauen wir auf die zweite Herausforderung, auch ein wichtiges Ziel der Smart City-Initiativen – Mobilität. Es ist keine große Überraschung: Die Bevölkerung wächst und damit auch das Verkehrsaufkommen. Bis 2050 soll sich der innerstädtische Verkehr sogar verdreifachen. Damit Städte und ihre Bewohner mit dieser Herausforderung fertig werden können, entwickelt Bosch eine Vielzahl von Lösungen für den Personen- und Warentransport. Unsere Vision ist es, unfallfreie, stressfreie und emissionsfreie Städte zu schaffen. Dafür benötigen wir drei technologische Entwicklungen: Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung. Schon heute umfasst die Hälfte unserer 14 Smart-City-Projekte urbane Mobilitätslösungen wie vernetztes Parken, automatisiertes Fahren, Flottenmanagement, multimodalen Transport und Elektromobilität. Fangen wir beim Parken an, einem der häufigsten Frustfaktoren im Leben eines Städters. [Mike Manusetti] Durchschnittlich steht ein Amerikaner über 40 Stunden pro Jahr im Stau. So werden über 160 Milliarden US-Dollar an Zeit und Kraftstoff verschwendet. Über ein Drittel davon geht durch die Parkplatzsuche verloren – Sie kennen das sicher aus eigener Erfahrung. Unsere Lösungen für vernetztes und automatisiertes Parken sparen Kraftstoff und Zeit und reduzieren gleichzeitig Stress. Im Falle des Community-based Parking übernimmt Bosch die Suche nach einem Parkplatz – so hat der Fahrer eine Sorge weniger. Das System funktioniert, indem Autos im Vorbeifahren automatisch freie Parkplätze an die Cloud melden. Nach einer sehr erfolgreichen Pilotphase ist für dieses Jahr der Launch von Community-based Parking in 20 US-amerikanischen Städten geplant, darunter so unterschiedliche Städte wie Los Angeles, Miami und Boston. Den Autoherstellern werden Echtzeit-Informationen über Straßenparkplätze in diesen Städten zur Verfügung gestellt. Der Autofahrer kann dann auf seinem Navigationsgerät den nächsten freien Parkplatz sehen und wird direkt dorthin geleitet – so spart er Zeit, Kraftstoff und Nerven, während er gleichzeitig dazu beiträgt, die Luftverschmutzung und die Anzahl der Staus in den Innenstädten zu reduzieren. [Stefan Hartung] Unsere neueste Erfindung heißt Automated Valet Parking. Frost & Sullivan hat uns für diese Lösung gerade erst einen Technology Innovation Award 2017 verliehen. Das Ganze funktioniert folgendermaßen: Mittels Knopfdruck in einer Smartphone-App fahren Autos selbstständig in Parkgaragen und suchen sich einen Parkplatz – während Sie als Fahrer sich bereits um wichtigere Dinge kümmern können. In Kooperation mit Daimler haben wir diese zukunftsträchtige Lösung vor Kurzem live im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart gezeigt. Wo wir gerade von automatisierter Mobilität sprechen: Bosch beschäftigt rund 3.000 Ingenieure, um die Vision des fahrerlosen Automobils Realität werden zu lassen. Zusammen mit Daimler arbeiten wir an dem Ziel, zum Beginn des nächsten Jahrzehnts selbstfahrende Robo-Taxis auf die Straßen unserer Städte zu bringen. Das wird uns neue Möglichkeiten eröffnen, besonders für Menschen mit eingeschränkter Mobilität – etwa Senioren oder Menschen mit Behinderungen. Außerdem unternehmen wir Schritte, um eine weitere Anforderung für das autonome Fahren zu realisieren: den Einsatz hochauflösender Karten. Zu diesem Zweck haben wir kürzlich Anteile am Kartenanbieter HERE Technologies erworben und arbeiten nun gemeinsam an einer herstellerunabhängigen Lösung. Diese sieht vor, dass Fahrzeuge die von ihren Sensoren gesammelten Verkehrsinformationen teilen, um damit die Karten in Echtzeit zu aktualisieren. Außerdem werden wir an Einsatzgebieten dieser Anwendungen jenseits der Mobilität zusammen arbeiten – beispielsweise in der vernetzten Industrie, wo präzise Karten der Innenräume den Warenfluss automatisieren und abstimmen können. [Mike Mansuetti] Aber um auf die Mobilität zurückzukommen: Schlaue Städte werden außerdem in hohem Maß auf multimodalen Transport setzen – das heißt, wie man auf vier Rädern, zwei Rädern oder auf Schienen von A nach B kommt. Was den multimodalen Transport angeht, so setzt Bosch die Idee unter anderem durch innovative Mobilitäts-Sharingdienste um. Ein tolles Beispiel hierfür ist der eScooter-Sharingdienst Coup, den wir bisher erfolgreich in Berlin und Paris gestartet haben. Besonders junge Leute wollen heute mobil sein, ohne ein eigenes Auto zu besitzen, und mit diesem Dienst sind sie es. Laut Gartner wird es im Jahr 2020 weltweit 250 Millionen vernetzte Autos geben. Im Zuge dieser Entwicklung gewinnen auch Services im Mobilitätsbereich an Bedeutung. An unserem Stand zeigen wir unser vernetztes Plattformfahrzeug. Es vereint die vielen Fahrzeug-Dienste aus unserem derzeitigen Angebot. Von der Falschfahrerwarnung und präventiver Diagnose bis zu Stolen Vehicle Tracking und sogar der Steuerung des Smart Homes vom Fahrersitz aus: Wir machen das Fahren nicht nur einfacher, sicherer und bequemer als je zuvor, das Auto wird auch zu einem neuen, vollvernetzten Lebensraum. Unser neuer Telematics eCall Plug ermöglicht einen Service, der Sicherheit mit Sparen verbindet. Es handelt sich um ein kleines Gerät, das in einen Standard 12 Volt Ausgang in jedem Pkw passt. Neben der lebensrettenden Benachrichtigung von Noteinsatzkräften bei einem Unfall kann der neue Telematics eCall Plug nun mittels eines Sensors auch das Fahrverhalten überwachen. Versicherungsunternehmen könnten diese Informationen nutzen, um vorsichtige Fahrer mit niedrigeren Prämien zu belohnen. [Stefan Hartung] Herausforderung 3: Energie Die dritte große Herausforderung unserer Städte ist der Energieverbrauch. Städte verbrauchen bereits heute etwa 75 Prozent der benötigten Energie weltweit, davon fließen allein 40 Prozent in Gebäude. Die Smart-City-Technologie kann uns nicht nur dabei helfen, den Energieverbrauch zu senken, sie kann auch die Nutzung erneuerbarer Energien fördern. Das bedeutet, dass sie den Menschen letztlich hilft, Geld zu sparen und ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern – das ist gut für die Städte und für ihre Bewohner. Die Energielösungen von Bosch umfassen virtuelle Kraftwerke, die Energie speichern oder je nach Bedarf an das Stromnetz abgeben, wie auch stationäre Energiespeichersysteme – das sind im Wesentlichen große Akkus, die genügend Energie speichern können, um Dutzende von Haushalten zu versorgen. [Mike Mansuetti] Wir sind auch Vorreiter im Bereich der Microgrid-Technologie. Ich möchte nicht zu technisch werden, nur kurz zur Einordnung: Microgrids sind relativ kleine, unabhängig gesteuerte Stromversorgungssysteme. Ihre Fähigkeit, eine Reihe verschiedener Energiequellen einschließlich erneuerbarer Energien zu nutzen, führt zu einer ausgezeichneten Ökobilanz. Ein weiterer großer Vorteil ist ihre Unabhängigkeit – so können sie beispielsweise im Falle eines wetter- oder sicherheitsbedingten Stromausfalls, der das Hauptstromnetz betrifft, Strom für Anwohner und kritische Einrichtungen liefern. Im Jahr 2015 haben wir eine Einrichtung in Fort Bragg in Nordkalifornien mit einer solar-basierten Microgrid-Lösung ausgestattet, die kostengünstige, umweltschonende Elektrizität liefert. [Stefan Hartung] Herausforderung 4: Sicherheit Das bringt mich zu der letzten Herausforderung, der Sicherheit. Jeder, der in der Stadt wohnt, weiß, dass bereits erhebliche Probleme bestehen, die durch wachsende Einwohnerzahlen noch verstärkt werden. Bei Bosch verfügen wir auch über ein komplettes Lösungsportfolio für die Gewährleistung der Sicherheit einzelner Bewohner und ganzer Kommunen. So können beispielsweise unsere vernetzten Überwachungskameras bei der Verbrechensbekämpfung eingesetzt werden und im Katastrophenfall Auskunft darüber geben, wo Hilfe benötigt wird. Eine weitere Sicherheitslösung, die wir hier zum ersten Mal zeigen, ist unser neues Flutüberwachungssystem. Dieses System warnt durch die digitale Echtzeit-Überwachung des Wasserstands frühzeitig vor einer potentiellen Überflutung. Bisherige Messungen wurden mithilfe mechanischer Mittel durchgeführt und konnten deshalb eine Zeitverzögerung um mehrere Stunden bis zur ausgegebenen Warnung bedeuten. Unser System nutzt Ultraschallsensoren oder Kameras, mit denen es Veränderungen bei Wasserstand, -geschwindigkeit und -durchlauf misst und eine Warnmeldung aussendet, sobald eine kritische Schwelle überschritten wird. Kommunen können unser System auf Brücken installieren, so dass die Einwohner dort auf die Daten zugreifen und beispielsweise Warnmeldungen erhalten können. Oder ein Ladenbesitzer kann damit ein privates Sicherheitssystem einrichten, um sein Geschäft zu schützen. Derzeit betreiben wir ein Testsystem am Neckar nahe unseres Bosch-Stammsitzes in Stuttgart. Smart Homes und intelligente Gebäude setzen das Potenzial schlauer Städte frei Will man das vollständige Potenzial schlauer Städte ausschöpfen, so müssen unserer Überzeugung nach nicht nur die genannten zentralen Herausforderungen bewältigt, sondern auch die Wohnungen und Gebäude in diesen Städten intelligenter werden. Smart Home-Technologien bieten unzählige Vorteile: Sie können uns zeitaufwändige Arbeiten im Haushalt abnehmen, sie helfen uns, Energie und Geld zu sparen und machen unsere Lebensräume sicherer. Bosch ist seit Jahren Vorreiter im Bereich der Smart Home-Technologien. Neben unserer wachsenden Anzahl vernetzter Anwendungen, Beleuchtung und Raumklimasysteme, die übrigens jetzt auch über Amazons Alexa gesteuert werden können, erweitern wir ständig die Möglichkeiten unserer Smart Home-Produkte. So bieten wir beispielsweise einen Staubsaugerroboter an, der über Künstliche Intelligenz verfügt, die ihn den Grundriss Ihrer Wohnung auswendig lernen lässt und Ihnen dadurch jährlich bis zu 40 Arbeitsstunden abnehmen kann. Einen weiteren CES Innovation Award haben wir dieses Jahr für unseren neuen kleinen, aber leistungsstarken Beschleunigungssensor erhalten, der dabei noch sehr energieeffizient ist. Unter anderem kann der Sensor erkennen, ob Fenster offen oder geschlossen sind und entsprechend die Heiz- und Kühlsysteme automatisch anpassen. Ist das nicht smart? So sparen sie Geld und Energie. [Mike Mansuetti] Im öffentlichen Sektor helfen wir, alle Arten von Gebäuden schlau zu machen – unter anderem auch Krankenhäuser. Mithilfe von sensorbasierter Video-Technologie, Beleuchtung und Bewegungsmeldern kann man beispielsweise teure Geräte vor Diebstahl schützen. Vernetzte Lösungen in Gebäuden bieten außerdem mehr Sicherheit, Bequemlichkeit und Effizienz für Patienten und Angestellte. Hier in den USA ist unser Tochterunternehmen Climatec seit Langem ein Partner des Non-Profit-Anbieters Banner Health. In 15 Banner-Einrichtungen kümmert sich Bosch um Gebäudeautomation, Sicherheit und Feuermeldetechnik. In den kommenden Jahren erwarten wir ein kontinuierliches Wachstum in unserem globalen Geschäft mit der Gebäudetechnologie und planen, unseren Umsatz in diesem Bereich um mehr als 20 Prozent zu erhöhen. Leitprojekte: SF Shipyard und San Leandro Bevor wir zum Ende kommen, möchte ich Ihnen noch etwas über einige Smart City-Projekte erzählen, an denen wir beteiligt sind. Zwei davon befinden sich sogar hier in Kalifornien, also quasi um die Ecke. Das erste ist eine Partnerschaft mit der Stadt San Leandro, in der Bay Area. Dort haben wir 5.000 Straßenlaternen mit smarter LED-Beleuchtung ausgestattet, die sich nur bei Bedarf einschalten. Schätzungen der Stadt zufolge können allein damit in den kommenden 15 Jahren über acht Millionen US-Dollar eingespart werden. Außerdem haben wir die Straßenlaternen mit Sensoren ausgestattet, die die Luftqualität messen, sowie mit intelligenten Kameras, die den Verkehr überwachen und bei Stau die Fahrzeuge automatisch umleiten. Neben einer Verbesserung der Lebensqualität hilft die Smart-City-Technologie also auch Einwohnern und ganzen Städten, Geld zu sparen. Das zweite Projekt läuft in San Francisco. Auf einem Gelände am Hafen, gibt es zwei Gemeinden: das ehemalige Hunters Point Shipyard der Navy sowie Candlestick Park, wo die American Football-Mannschaft 49ers früher gespielt hat. Insgesamt entstehen dort rund 12.000 Wohneinheiten sowie größere Gewerbe- und Geschäftsflächen. Das Unternehmen Five Point entwickelt diese Gemeinden. Bosch sorgt für die Bewohner des San Francisco Shipyard für Sicherheit mittels intelligenter Kameras und lokaler Überwachungssysteme, die über unsere Smart Community App vernetzt sind. Mit dieser App können die Bürger Informationen über lokale Geschäfte einsehen, öffentliche Verkehrsverbindungen in Echtzeit prüfen und alle Informationen mit anderen Community-Mitgliedern teilen. All dies liefert ein Gefühl der Geborgenheit und trägt zu einem nachbarschaftlichen Miteinander bei. Eine Reihe weiterer Lösungen für mehr Effizienz und Ressourcenschonung befinden sich in Planung, unter anderem ein mit Solarenergie betriebenes Microgrid. [Stefan Hartung] Fazit: Das große Ganze im Blick Wie Sie sehen, halten wir eine Fülle hochmoderner Lösungen für Smart Cities bereit. Bei aller Technologie sollten wir aber das große Ganze nicht aus dem Blick verlieren. Bosch will dabei helfen, Städte schlauer zu machen – nicht nur, weil das unternehmerisch sinnvoll ist, sondern vor allem, weil es das Leben der Menschen tatsächlich verbessert. Smarte Städte erleichtern es ihren Bürgern, sich zu engagieren. Sie ermöglichen es uns, endliche Ressourcen zu schonen und mehr erneuerbare Energien zu nutzen. In ihnen können Senioren und Menschen mit Behinderungen unabhängiger leben. Sie helfen, unsere Gesundheit zu schützen und machen unsere Straßen sicherer. Und sie machen viele alltägliche Aufgaben stressfreier. Genau das meinen wir, wenn wir sagen, dass wir „Technik fürs Leben“ anbieten. Meine Damen und Herren, lassen Sie mich zum Schluss noch einmal betonen, dass die Smart City längst keine reine Vision mehr ist. Sie ist bereits Realität und viele Gemeinden auf der ganzen Welt profitieren von ihr. Gleichzeitig stehen unsere Städte jedoch vor gewaltigen Herausforderungen. Um sie zu überwinden, müssen wir alle Register ziehen, technologisch und auch politisch. Und genau hier hat Bosch die Trümpfe in der Hand: Wir verfügen nicht nur über ein umfassendes Portfolio und domänenübergreifendes Expertenwissen, wir haben auch Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Stadtverwaltungen, um ihnen genau die Lösungen zur Verfügung zu stellen, die sie benötigen. Lösungen, die das Leben spürbar besser machen, für Sie, für mich und für alle, die um uns herum leben. Aber überzeugen Sie sich selbst. Kommen Sie diese Woche an unserem Stand in der Central Hall vorbei und erleben Sie selbst die vernetzten und lebensverbessernden Lösungen für die schlauen Städte von morgen – und von heute. Vielen Dank.