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Bosch Pensionsfonds feiert dreifachen Sieg bei IPE Awards

11.12.2025

Pressemeldung

Bosch als Arbeitgeber

Bosch Pensionsfonds feiert dreifachen Sieg bei IPE Awards

Der Bosch Pensionsfonds wurde am 4. Dezember 2025 bei der Konferenz des europäischen Pressedienstes „Investment and Pensions Europe“ (IPE) in Sevilla mit drei hochkarätigen europäischen Preisen ausgezeichnet. Er überzeugte als bester deutscher Pensionsfonds, als bester Unternehmenspensionsfonds in Europa sowie in der Kategorie „Portfolio Construction & Diversification“. Dirk Jargstorff, Vorstandsvorsitzender der Bosch Pensionsfonds AG: „Diese Anerkennung durch Investment & Pensions Europe erfüllt uns mit großem Stolz und ist eine Bestätigung für die innovative Arbeit und das Engagement unseres gesamten Teams. Insbesondere die siebte Auszeichnung als „Best Corporate Pension Fund Europe“ unterstreicht, dass unser Pensionsfonds nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa Maßstäbe setzt. Dies spornt uns an, auch weiterhin die bestmögliche Altersvorsorge für unsere Mitarbeitenden zu gewährleisten und unser System kontinuierlich weiterzuentwickeln.“ Der Bosch Pensionsfonds wurde zum sechsten Mal in Folge und zum 13. Mal insgesamt in der Kategorie „Best Pension Fund Germany“ prämiert, was seine führende Rolle auf dem deutschen Markt bestätigt. Darüber hinaus wurde die Kompetenz in der strategischen Kapitalanlage gewürdigt: Zum zweiten Mal konnte der Pensionsfonds in der europaweiten Kategorie „Portfolio Construction & Diversification“ überzeugen, was seine fortschrittlichen und robusten Investmentansätze hervorhebt. Seit seiner Gründung im Jahr 2001 hat der Bosch Pensionsfonds dank seiner Innovationskraft und seiner erfolgreichen Anlagestrategie eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte geschrieben und wurde bereits 33 Mal auf europäischer Ebene ausgezeichnet. Der Bosch Vorsorgeplan Mit dem Bosch Vorsorgeplan bietet Bosch seinen Mitarbeitenden eine attraktive Altersversorgung über eines der modernsten Versorgungssysteme in Deutschland. Zusätzlich sind die Mitarbeitenden und ihre Familien bereits während des Berufslebens bei Invalidität oder Tod abgesichert. Bosch baut für die Mitarbeitenden ein Versorgungsguthaben mit Firmenbeiträgen auf und trägt hierfür die Kosten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Möglichkeit, dieses Versorgungsguthaben durch eigene Beiträge weiter zu erhöhen. Alle Beiträge entwickeln sich nach dem Kapitalanlageergebnis des Bosch Pensionsfonds. Dabei sind die Beiträge vom Unternehmen als Mindestleistung im Alter garantiert. Im Ruhestand steht das Guthaben als Zusatzeinkommen mit flexiblen Auszahlungsoptionen zur Verfügung. Der Bosch Pensionsfonds Im Zentrum der Finanzierung des Bosch Vorsorgeplans steht der Bosch Pensionsfonds, in den Beiträge des Unternehmens und der Mitarbeitenden eingezahlt werden. Er ist der erste unternehmenseigene Pensionsfonds der deutschen Industrie und der größte in Deutschland. Die Anlagestrategie ist langfristig ausgerichtet und zeichnet sich durch eine breite Mischung und Streuung der Kapitalanlage aus. Das Besondere: Die Wertentwicklung der Kapitalanlage kommt bei geringen Verwaltungskosten ausschließlich den Mitarbeitenden zugute, da der Bosch Pensionsfonds keine Gewinnerzielungsabsicht verfolgt.

Hintergrundinformation: Betriebliche Altersversorgung bei Bosch

18.12.2024

Pressemeldung

Bosch als Arbeitgeber

Hintergrundinformation: Betriebliche Altersversorgung bei Bosch

Betriebliche Vorsorge hat bei Bosch eine lange Tradition. Bereits Ende der 1920er Jahre führte der Firmengründer Robert Bosch als einer der ersten Unternehmer ein Versorgungswerk für seine Mitarbeitenden ein. Neben der Vorsorge für den Ruhestand war ihm, angesichts der damals niedrigen allgemeinen Lebenserwartung, die Absicherung gegen existenzielle Risiken wie Invalidität und frühzeitigen Tod wichtig. Mit der steigenden Lebenserwartung ist zunehmend die finanzielle Lage im Ruhestand in den Fokus der Versorgungsleistungen gerückt. Bosch bietet seinen Mitarbeitenden eine betriebliche Altersversorgung als wichtige Ergänzung zur gesetzlichen Alterssicherung und wendet hierfür erhebliche finanzielle Mittel auf. Darüber hinaus können die Mitarbeitenden durch zusätzliche eigene Beiträge ihre Altersbezüge erhöhen. Bosch nutzt dabei die durch den Gesetzgeber geschaffenen Möglichkeiten der steuer- und abgabenbefreiten Verwendung von Bruttoentgelt für die betriebliche Altersversorgung („Entgeltumwandlung“). Zusätzlich sichert das Versorgungssystem von Bosch die Mitarbeitenden und deren Familien bei Invalidität oder Tod ab. Nach rund 100 Jahren Engagement in der betrieblichen Altersversorgung gilt Bosch in Branchenkreisen auch heute noch als innovativer Vorreiter. Das Unternehmen bringt sich vielfältig in die Weiterentwicklung der betrieblichen Altersversorgung ein und leistet damit einen gesellschaftlichen Beitrag für die Alterssicherung in Deutschland. Der Bosch Vorsorge Plan Im Bosch Vorsorge Plan der betrieblichen Altersversorgung von Bosch in Deutschland werden während der Beschäftigungszeit individuelle Vorsorgeguthaben für die Mitarbeitenden aufgebaut. Bosch zahlt hierfür Firmenbeiträge ein, die sich aus einem prozentualen Anteil der Bezüge ergeben. Hinzu kommen im Tarifbereich und bei weiteren Berechtigten altersvorsorgewirksame Leistungen (AVWL). Beiträge der Mitarbeitenden aus Entgeltumwandlung fördert Bosch im Rahmen der gesetzlichen Grenzen mit einem Zuschlag von 15 Prozent. Flexibel für jede Lebenssituation Beim Übergang in den Ruhestand bietet der Bosch Vorsorge Plan mehrere Modelle für die Auszahlung des Vorsorgeguthabens an. Das Guthaben kann in Form einer monatlichen Rente bis zum Lebensende mit Hinterbliebenenrenten¬anspruch, als Einmalzahlung, teilweise auch in Raten sowie als Kombination dieser Optionen ausgezahlt werden. Die Bosch-Mitarbeitenden können somit ihre Auszahlung entsprechend ihrer Lebenssituation bei Eintritt in den Ruhestand selbst gestalten. Transparent und personalisiert Transparente Informationen zum Bosch Vorsorgeplan bietet ein eigenes Webportal, das barrierefrei aus dem Bosch-Netz erreichbar sowie passwortgeschützt im Internet verfügbar ist. Es vermittelt vielfältige allgemeine sowie individuelle Informationen zum Bosch Vorsorge Plan und gibt Einsicht in das persönliche Vorsorgeguthaben. Ein Vorsorgerechner unterstützt die Mitarbeitenden dabei, die eigenen Beiträge jederzeit an die individuellen Bedürfnisse anzupassen. Mehrfach ausgezeichnet Im Zentrum der Finanzierung des Bosch Vorsorge Plans steht der Bosch Pensionsfonds, in den Beiträge des Unternehmens und der Mitarbeitenden eingezahlt werden. Er ist der erste unternehmenseigene Pensionsfonds der deutschen Industrie. Das Besondere: Die Wertentwicklung der Kapitalanlage kommt bei geringen Verwaltungskosten ausschließlich den Mitarbeitenden zugute, da der Bosch Pensionsfonds keine Gewinnerzielungsabsicht verfolgt. Die Strategie ist langfristig ausgerichtet mit einer breiten Mischung und Streuung der Kapitalanlage. Bis zum 55. Lebensjahr der Mitarbeitenden werden die Firmen- und Mitarbeiterbeiträge chancenorientiert investiert und anschließend in fünf Jahresschritten in eine wertstabilisierende Anlage umgeschichtet. Eine breit diversifizierte und langfristig orientierte Anlagestrategie sowie die Garantie der eingezahlten Beiträge durch das Unternehmen mindern das Kapitalanlagerisiko. Mit diesem Konzept konnte bislang im Anlagesegment bis 55 Jahre eine durchschnittliche Rendite von rund sechs Prozent und im Anlagesegment über 55 Jahre eine Rendite von knapp vier Prozent erzielt werden. Mit der Fondsrente partizipieren auch die Leistungsempfänger noch an der fortlaufenden Wertentwicklung des Bosch Pensionsfonds. Aufgrund seiner Innovationskraft und seiner erfolgreichen Anlagestrategie, erhielt der Bosch Pensionsfonds, seit seiner Gründung 2001, bereits 30 Fach- und Branchenpreise auf europäischer Ebene.

Bosch Pensionsfonds erneut ausgezeichnet

18.12.2024

Pressemeldung

Bosch als Arbeitgeber

Bosch Pensionsfonds erneut ausgezeichnet

Der Bosch Pensionsfonds wurde am 3. Dezember 2024 bei der Konferenz des europäischen Pressedienstes „Investment and Pensions Europe“ (IPE) dreifach ausgezeichnet. Er überzeugte als bester deutscher Pensionsfonds, mit der besten beitragsorientierten Versorgungsstrategie in Europa sowie als bester Pensionsfonds eines europäischen Unternehmens. Dirk Jargstorff, Vorstandsvorsitzender der Bosch Pensionsfonds AG, nahm die Auszeichnungen in Prag entgegen: „Wir sind stolz, dass unser Pensionsfonds erneut prämiert wurde, insbesondere als bester Unternehmenspensionsfonds in Europa. Das unterstreicht unseren wertvollen Beitrag zur finanziellen Absicherung unserer Mitarbeitenden in Deutschland im Alter.“ Vor allem aufgrund seiner Innovationskraft und seiner erfolgreichen Anlagestrategie erhielt der Bosch Pensionsfonds seit seiner Gründung 2001 bereits 30 Fach- und Branchenpreise auf europäischer Ebene. Die Auszeichnung Best Corporate Pension Fund Europe erhielt der Bosch Pensionsfonds bereits zum sechsten Mal. Den Preis Best Pension Fund Germany gewann Bosch insgesamt zum zwölften Mal und wurde zum fünften Mal ausgezeichnet für Best DC & Hybrid Strategies Europe. Der Bosch Vorsorge Plan Mit dem Bosch Vorsorge Plan bietet Bosch seinen Mitarbeitenden eine attraktive Altersversorgung über eines der modernsten Versorgungssysteme in Deutschland. Zusätzlich sind die Mitarbeitenden und ihre Familien bereits während des Berufslebens bei Invalidität oder Tod abgesichert. Bosch baut für die Mitarbeitenden ein Versorgungsguthaben mit Firmenbeiträgen auf und trägt hierfür die Kosten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Möglichkeit, dieses Versorgungsguthaben durch eigene Beiträge weiter zu erhöhen. Alle Beiträge entwickeln sich nach dem Kapitalanlageergebnis des Bosch Pensionsfonds. Dabei sind die Beiträge vom Unternehmen als Mindestleistung im Alter garantiert. Im Ruhestand steht das Guthaben als Zusatzeinkommen mit flexiblen Auszahlungsoptionen zur Verfügung. Der Bosch Pensionsfonds Im Zentrum der Finanzierung des Bosch Vorsorge Plans steht der Bosch Pensionsfonds, in den Beiträge des Unternehmens und der Mitarbeitenden eingezahlt werden. Er ist der erste unternehmenseigene Pensionsfonds der deutschen Industrie. Die Anlagestrategie ist langfristig ausgerichtet und zeichnet sich durch eine breite Mischung und Streuung der Kapitalanlage aus. Das Besondere: Die Wertentwicklung der Kapitalanlage kommt bei geringen Verwaltungskosten ausschließlich den Mitarbeitenden zugute, da der Bosch Pensionsfonds keine Gewinnerzielungsabsicht verfolgt.

Trainingsoffensive: Bosch schult über 130 000 Mitarbeitende in Zukunftstechnologien

13.09.2023

Pressemeldung

Industrie 4.0

Trainingsoffensive: Bosch schult über 130 000 Mitarbeitende in Zukunftstechnologien

Stuttgart – Nahezu jedes Unternehmen ist davon betroffen. Demografischer Wandel und Arbeitskräftemangel sind gesellschaftliche Trends, die das 21. Jahrhundert prägen. „Bosch stellt sich diesen Herausforderungen als engagierter Arbeitgeber: Wir setzen auf Bildung, Qualifizierung und auf intelligente Technik, die Mitarbeitende unterstützt“, sagt Bosch-Geschäftsführer und Arbeitsdirektor Stefan Grosch. 2022 verzeichneten die weltweit über 30 000 Weiterbildungsseminare des Unternehmens mehr als 520 000 Bosch-Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ein Schwerpunkt: Technologiekompetenz. Über 130 000 Schulungsteilnehmende erwerben so Kenntnisse in Zukunftstechnologien wie Elektromobilität, Software-Engineering und Industrie 4.0. „Die Kennzahlen des ersten Halbjahres weisen darauf hin, dass wir 2023 rund 50 Prozent mehr Bosch-Teilnehmende schulen werden als im Jahr zuvor“, so Grosch. Dabei endet das Engagement nicht an den eigenen Werkstoren. Mit Akademien, Trainingscentern und -Schulungen bietet Bosch auch anderen Unternehmen, Kunden und Interessierten die Möglichkeit, Wissen zu erwerben. Beispiel Industrie 4.0: Über Angebote von Bosch Connected Industry, Bosch Rexroth und Fortbildungsinstitute stehen mehr als 100 Bosch-Weiterbildungsprogramme zu Digitalisierung und Vernetzung der Fertigung extern zur Verfügung. Bosch stellt sich diesen Herausforderungen als engagierter Arbeitgeber: Wir setzen auf Bildung, Qualifizierung und auf intelligente Technik, die Mitarbeitende unterstützt, ...sagt Bosch-Geschäftsführer und Arbeitsdirektor Stefan Grosch. Bildung: Bosch fördert individuelle Talente für den Erfolg im Team Nach Angaben der Europäischen Kommission berichten drei Viertel der Unternehmen in der EU über Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifizierten Arbeitskräften und nur 37 Prozent der Erwachsenen bilden sich regelmäßig weiter. (Quelle: Europäische Kommission, 2022 ). „Bosch fördert lebenslanges Lernen. Darin liegt der Schlüssel für dauerhaften beruflichen und unternehmerisch nachhaltigen Erfolg“, sagt Grosch. Auch die Wertschöpfung der Volkswirtschaft hängt davon ab. „Wollen wir in Deutschland Wohlstand erhalten und als Export- und Industrienation erfolgreich bleiben, dann müssen wir noch mehr in Qualifizierung und intelligente Technik investieren und dafür werben“, so Grosch. Bosch unterbreitet allen Mitarbeitenden die Möglichkeit, sich weiterzubilden. 2022 haben Bosch-Mitarbeitende im Schnitt ein bis zwei Schulungen besucht; zusätzlich absolvierten sie zwei bis drei Web-based Trainings. Besonders umfangreich sind die circa 6 000 Weiterbildungsseminare für Zukunftstechnologien, die durchschnittlich zwei Tage dauern. Dabei bestimmt Digitalisierung häufig nicht nur Thema und Inhalt von Weiterbildungen, sondern oft auch die Form: 2022 wurden zwei Drittel aller ‚Lernstunden‘ von Bosch-Mitarbeitenden digital absolviert. „Die Digitalisierung wird zu einem Trainingsbooster für Unternehmen und ihre Beschäftigten, sie ermöglicht Lernen unabhängig von Ort und Zeit und macht neue Technologien wie künstliche Intelligenz erst erlebbar“, sagt Bosch-Geschäftsführerin und CDO Dr. Tanja Rückert. Für die Weiterbildung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat Bosch im vergangenen Jahr insgesamt rund 300 Millionen Euro aufgewendet. „Bei Bosch entwickeln wir ‚Technik fürs Leben‘. Dafür benötigen wir das richtige Team mit Talenten auf allen Positionen, die ihre Fähigkeiten kontinuierlich verbessern und erweitern“, sagt der Bosch-Arbeitsdirektor. Die Digitalisierung wird zu einem Trainingsbooster für Unternehmen und ihre Beschäftigten, sie ermöglicht Lernen unabhängig von Ort und Zeit und macht neue Technologien wie künstliche Intelligenz erst erlebbar, ...sagt Bosch-Geschäftsführerin und CDO Dr. Tanja Rückert. Qualifizierung: Bosch legt Augenmerk auf die industrielle Basis Der Arbeitskräftemangel kostet. Die Boston Consulting Group beziffert das entgangene Wertschöpfungspotential für die deutsche Wirtschaft auf 86 Milliarden Euro, die deutsche Industrie- und Handelskammer gar auf knapp 100 Milliarden Euro – und das jährlich (Quelle: DIHK, 2023 ). Im internationalen Vergleich der wirtschaftsstärksten Nationen sind die Einbußen der deutschen Volkswirtschaft die zweithöchsten nach den USA. „Im Wettbewerb um die besten Talente müssen Unternehmen alles in die Waagschale werfen. Eine zukunftsorientierte unternehmerische Ausrichtung bedeutet auch, Aus- und Weiterbildungsangebote zu identifizieren und Mitarbeitern anzubieten. Hochqualifizierte Mitarbeitende sind ein entscheidender Wettbewerbsvorteil“, sagt Grosch. Als produzierendes Technologieunternehmen legt Bosch ein Augenmerk auf die Weiterbildung seiner Mitarbeitenden in den Fertigungen. So hat beispielsweise die Mobility-Sparte dieses Jahr die Initiative „LernWerk“ gestartet, um zunächst an deutschen Standorten 24 000 Mitarbeitende für den digitalen Wandel zu schulen. „Die Fertigung ist der Ort, an dem die Wertschöpfung in unserem Unternehmen beginnt. Hier legen wir den Grundstein für unternehmerischen Erfolg. Fortschrittliche und effiziente Fertigungen überzeugen durch ein hohes Maß an Vernetzung und Digitalisierung. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die Qualifizierung von Mitarbeitenden“, sagt die Bosch-Digitalchefin. Transfer: Bosch stellt Wissen und Trainingssysteme zur Verfügung Bosch unterstützt Unternehmen mit seinem Schulungsprogramm, das bei Industrie 4.0 zusätzlich über Partner wie Industrie- und Außenhandelskammern, Hochschulen und Universitäten national und international angeboten wird: „Von Frankreich und Tschechien über China, Indien und Singapur bis nach Kolumbien und Peru – Unternehmen qualifizieren Mitarbeitende in der Produktion nach deutschem Vorbild. Bosch zählt zu den Industrie-4.0-Pionieren. Wir tragen unser Wissen in die Welt. Industrie-4.0-Ausbildung ‚made in Germany‘ wird zum globalen Standard“, sagt Rückert. Neben Aus- und Weiterbildungsprogrammen entwickelt Bosch Trainingssysteme, abgestimmt auf die geforderten Qualifikationsstufen von Industrie- und Bildungseinrichtungen. Neu auf den Markt bringt Bosch Rexroth das Trainingssystem Automax 600 , an dem sich mit Hilfe international standardisierter Programmiersprachen und offener Schnittstellen die Digitalisierung von Produktionsprozessen praktisch erleben lässt – inklusive Steuerung von Robotik, der Bedienung autonomer Transportsysteme und Cloud-Anwendungen wie Datenanalyse und maschinelles Lernen auf Basis von künstlicher Intelligenz. Automatisierung: Bosch trägt mit Technik zur Arbeitsentlastung bei Aus- und Weiterbildung und qualifizierte Zuwanderung sind wichtige Elemente, um dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken, aber auch der Technik kommt eine tragende Rolle zu. Bosch Rexroth beispielsweise hat eine Automatisierungslösung entwickelt, die in der Anwendung keine spezifischen Automatisierungskenntnisse mehr erfordert. Aus über 30 gängigen Programmiersprachen können Nutzer von ctrlX Automation wählen. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das Unternehmen in der Hydraulik: Kunden können mit H4U künftig Software von Bosch Rexroth in ihre gewohnte Automatisierungsarchitektur integrieren, der bislang notwendige Aufbau von eigenem Hydraulik-Know-how entfällt. „Indem wir Systeme öffnen, Technik interoperabel gestalten und Hardware-Anwendungen in Software verlagern, reduzieren wir die Komplexität und Abhängigkeiten, beispielsweise von spezifischen Fachkräften“, sagt Rückert. Zudem entlastet Technik Mitarbeitende, etwa bei monotonen, anstrengenden und gefährlichen Tätigkeiten. Robotik unterstützt beim Beladen und Palettieren, künstliche Intelligenz hilft bei der optischen Inspektion von Werkstücken, Augmented Reality führt durch Arbeitsprozesse, fahrerlose Transportsysteme bringen Waren direkt dorthin, wo sie benötigt werden. „Die Auswirkungen des demografischen Wandels können wir nur bewältigen, wenn die Produktivität steigt. Dafür benötigen wir gut ausgebildete Fachkräfte, die ihre Arbeitskraft sinnvoll und effizient einsetzen können, weil sie Technik unterstützt. Im Zusammenspiel von Mensch und Maschine und von Bildung und Digitalisierung liegt ein wesentlicher Erfolgsfaktor“, so Grosch.

Geschäftsjahr 2021: Bosch steigert Umsatz und Ergebnis - Prognosen übertroffen

09.02.2022

Pressemeldung

Wirtschaft

Geschäftsjahr 2021: Bosch steigert Umsatz und Ergebnis - Prognosen übertroffen

Stuttgart – Die Bosch-Gruppe steigerte im Geschäftsjahr 2021 Umsatz und Ergebnis deutlich. Die Gesamterlöse stiegen nach vorläufigen Zahlen 1 um 10 Prozent auf 78,8 Milliarden Euro. Wechselkursbereinigt legte der Umsatz des Technologie- und Dienstleistungsunternehmens um 11 Prozent zu. Das operative Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) stieg um mehr als die Hälfte und erreichte 3,2 Milliarden Euro. Die operative EBIT-Rendite beträgt damit voraussichtlich rund 4 Prozent gegenüber 2,8 Prozent im Vorjahr. „Unser Geschäft hat sich 2021 deutlich besser entwickelt als erwartet“, sagte Dr. Stefan Hartung , Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, anlässlich der Veröffentlichung der vorläufigen Geschäftszahlen. „Wir konnten unsere Prognosen übertreffen – trotz vieler Herausforderungen wie Kostenbelastungen durch Lieferengpässe oder Preissteigerungen bei Rohstoffen.“ Der Geschäftserfolg sei maßgeblich auch vom „Zusammenhalt in Zeiten des Abstands“ geprägt worden. „Ich danke unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz und unseren Kunden, Lieferanten sowie Geschäftspartnern für ihr Vertrauen“, erklärte Hartung. Er wolle mit dem weltweiten Bosch-Team „Technik fürs Leben“ weiter entwickeln und damit auf aktuelle Herausforderungen antworten. „Bosch ist technologischer Vorreiter in vielen Gebieten – das soll auch in Zukunft so bleiben.“ Dafür investiert das Unternehmen weiterhin hohe Summen in wichtige Zukunftsfelder, darunter allein in diesem Jahr insgesamt rund eine Milliarde Euro in die Mikroelektronik und Elektromobilität. Zugleich setzt Bosch verstärkt auf Partnerschaften wie etwa die jüngst mit Volkswagen verkündete Kooperation im Bereich automatisiertes Fahren. Aus den Bestrebungen vieler Länder hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft erwartet der Bosch-Chef künftig ebenfalls wichtige Wachstumsimpulse: „Der Klimaschutz treibt unser Geschäft mit voran – von der Mobilität über die Industrieautomation bis hin zur Gebäude- und Haushaltstechnik“, betonte Hartung. „Vernetzung und künstliche Intelligenz sorgen dabei für steigende Energieeffizienz.“ So konnte Bosch 2021 den Absatz mit vernetzbaren Elektrowerkzeugen, Hausgeräten und Heizungen um die Hälfte steigern – auf mehr als sechs Millionen Einheiten gegenüber vier Millionen im Vorjahr. 1 Auf Basis internes Berichtswesen.Bosch forciert Klimaschutz – Wachstum mit Elektrifizierung Bosch bekennt sich zu den Zielen der EU mit ihrem Green Deal und setzt heute bereits in seinen Unternehmensbereichen Klimaschutzvorgaben weitreichend um: Bosch ist seit Frühjahr 2020 mit seinen weltweit 400 Standorten klimaneutral und arbeitet daran, bis 2030 die CO 2 -Emissionen entlang der Lieferkette um 15 Prozent zu senken – vom Einkauf bis zur Produktnutzung. Ein zunehmender Teil des Geschäfts entstehe laut Bosch-Chef bereits aus der Elektrifizierung. „Mit der Elektromobilität erzielen wir einen Milliarden-Umsatz, auch bei Wärmepumpen fürs Haus wachsen wir zweistellig – und in der Industrietechnik halten elektrische Antriebe Einzug“, sagte Hartung und sieht damit das Unternehmen in einer starken Position. „Bosch setzt Klimaschutz in Wachstum um.“ Das Unternehmen zeige beispielhaft, wie die Transformation zur klimaneutralen Wirtschaft ökologisch und ökonomisch gelingen könne. Nachhaltige Mobilität – Wachstum aus Automobil- und Industrietechnik Auch in der Elektromobilität erschließt sich Bosch weiteres Wachstumspotenzial: Seit Ende 2021 fertigt das Unternehmen Leistungshalbleiter aus Siliziumkarbid (SiC) , die in Elektrofahrzeugen die Reichweite um bis zu sechs Prozent vergrößern können. Allein in den nächsten drei Jahren soll laut Marktforschern von Yole der gesamte SiC-Markt jedes Jahr im Schnitt um 30 Prozent auf mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar wachsen. Zur Industrialisierung der stationären Brennstoffzelle (Solid Oxide Fuel Cell, SOFC) informierte sich erst kürzlich der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Dr. Robert Habeck , am deutschen Standort Bamberg. Mit seiner SOFC-Technik liefert Bosch einen Beitrag zur Energiewende und erschließt sich weiteres Geschäft. Bis 2024 investiert Bosch in die SOFC-Technologie mehr als 400 Millionen Euro, weitere 600 Millionen Euro investiert das Unternehmen im selben Zeitraum in die mobile Brennstoffzelle. Auch in das Ausrüstungsgeschäft für die Batterieproduktion ist das Unternehmen eingestiegen. Ein Geschäft mit Potenzial: Der weltweite Batteriemarkt wächst nach Angaben des Unternehmens jährlich um bis zu 25 Prozent. Mit Volkswagen prüft das Unternehmen, gemeinsam die Fertigungsprozesse von Batteriezellen zu industrialisieren. „Unser gemeinsames Ziel ist ein europäischer Anbieter als Kosten- und Technologieführer bei der Industrialisierung der Batterietechnologie“, sagte Hartung. Experten sehen in den gemeinsamen Plänen einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur klimaneutralen Mobilität und der Serienproduktion nachhaltiger Batterien. Softwaredominierte Mobilität – zweistelliges Wachstum im Milliardenmarkt Wachstum will Bosch auch in der Software-Entwicklung für Fahrzeuge erzielen und seine Position ausbauen. Bereits heute liefert der Unternehmensbereich Mobility Solutions jährlich mehr als 200 Millionen Steuergeräte mit eigener Software für Fahrzeuge weltweit. Der Markt für Automobilsoftware soll nach eigenen Angaben bis 2030 ein Volumen von rund 200 Milliarden Euro erreichen. „Bosch wird in diesem Markt mit zweistelligen Raten wachsen“, sagte Dr. Markus Heyn , Geschäftsführer und neuer Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solution der Robert Bosch GmbH. „Dabei werden wir nicht zuletzt von der Entwicklung des Autos zum Internetknoten profitieren.“ Strategische Weichen habe Bosch dafür bereits gestellt, so Heyn. Das Angebot an anwendungsunabhängiger Fahrzeugsoftware bündelt Bosch zur Jahresmitte in seiner Tochtergesellschaft ETAS. Deren Ziel ist es, übergreifend einsetzbare Fahrzeug-Basissoftware, Middleware, Cloud-Services und Entwicklungswerkzeuge anzubieten. Im neuen Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions entsteht anwendungsspezifische Fahrzeugsoftware mit spezieller Hardware zum Beispiel für Fahrerassistenz und automatisiertes Fahren. In diesem Bereich hat der Zulieferer mit der Software-Tochter von Volkswagen, Cariad, Ende Januar 2022 eine umfassende Zusammenarbeit vereinbart. „Wir haben das Ziel, das teil- und hochautomatisierte Fahren für jedermann schneller zu realisieren“, erklärte Heyn. „Wir wollen Standards für den Markt setzen, die auch anderen Autoherstellern zugutekommen.“ Industrieller Arbeitsplatzwandel – eine Milliarde Euro für Weiterbildung Der Weg in eine klimaneutrale Wirtschaft ist eine Zukunftsaufgabe, die Bosch auch als Arbeitgeber mitgestalten will. „Bosch sieht in der Transformation vieler Branchen eine Chance, Beschäftigung neu zu denken“, sagte Filiz Albrecht , Geschäftsführerin und Arbeitsdirektorin der Robert Bosch GmbH. Um Menschen von einer Arbeit in die andere zu begleiten, sei es als Arbeitgeber zunehmend wichtiger, „Perspektiven für neue Beschäftigung auch außerhalb des eigenen Unternehmens sichtbar zu machen“. In Deutschland bringt Bosch deshalb seine breite Erfahrung in die branchenübergreifende „Allianz der Chancen“ ein. „Wir setzen auf eine sozialverträgliche Gestaltung des Wandels“, betonte die Personalchefin. Dazu verfolge das Unternehmen auch neue Ansätze in der Mitarbeitervermittlung und Qualifizierung. Zudem investiert Bosch konsequent in die Weiterbildung der Belegschaft – mehr als eine Milliarde Euro in den vergangenen fünf Jahren. Auch mit hybriden Zusammenarbeitsmodellen treibt das Unternehmen den Wandel der Arbeitswelt voran. „Mit unserer „Smart Work“-Initiative entwickeln wir das Wechselspiel von mobilem Arbeiten und der Tätigkeit am Standort konsequent weiter – die Teams bestimmen selbst die flexible Gestaltung von Arbeitszeit und Arbeitsort mit ihren Führungskräften“, erläuterte Albrecht. Selbstbestimmtes Arbeiten ist insbesondere auch für Software-Entwickler wichtig. Der Bedarf an diesen Fachkräften ist laut der Personalchefin groß: „Allein im Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions bieten wir in Deutschland derzeit mehr als 1 000 offene Stellen für Software-Experten.“ Geschäftsverlauf 2021 – alle Unternehmensbereiche steigerten Umsatz Die Bosch-Gruppe steigerte ihren Gesamtumsatz gegenüber dem Vorjahr nicht nur, sondern lag damit auch über dem Vorkrisenniveau von 2019. „Die breite Aufstellung des Unternehmens über unterschiedliche Branchen und Regionen zahlte sich erneut aus“, sagte Dr. Markus Forschner , Geschäftsführer und Finanzchef der Robert Bosch GmbH. „Alle Unternehmensbereiche haben trotz weltweiter Lieferengpässe ihre Erlöse gesteigert.“ Der größte und umsatzstärkste Unternehmensbereich Mobility Solutions legte deutlich zu, auch wenn das Umfeld im vierten Quartal das Geschäft ausbremste. Der Umsatz stieg um 7,5 Prozent auf 45,4 Milliarden Euro, ungeachtet der Halbleiterverknappung, die sich besonders stark auf den Automobilsektor auswirkte. Das ist ein wechselkursbereinigtes Plus von 7,9 Prozent. Der Unternehmensbereich Industrial Technology profitierte vor allem von der Erholung des Maschinenbaus und erwirtschaftete einen Umsatz von 6,1 Milliarden Euro. Der Anstieg lag nominal als auch wechselkursbereinigt bei 20 Prozent. Die Erlöse erreichten damit wieder ihr Vorkrisenniveau, so der Finanzchef. Im Unternehmensbereich Consumer Goods waren die Produkte rund um Haus und Garten erneut stark gefragt. Der Umsatz lag mit 21 Milliarden Euro deutlich über Vorkrisenniveau. Der Anstieg von 13 Prozent ist wechselkursbereinigt ein Plus von 15 Prozent. Im Unternehmensbereich Energy and Building Technology legten die Erlöse um 11 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro zu; wechselkursbereinigt ist das ein Wachstum von 12 Prozent. Forschner sagte: „Das Geschäft profitierte von der hohen Nachfrage nach klimafreundlicher Heizungstechnik, so dass der Unternehmensbereich sein Vorkrisenniveau sogar übertraf.“ Geschäftsverlauf 2021 – regional durchgängiges Umsatzwachstum „Auch in der regionalen Betrachtung verzeichnete Bosch ein durchgängiges Umsatzwachstum“, berichtete der Finanzchef. In Europa stieg der Umsatz um 9,3 Prozent auf 41,5 Milliarden Euro. Wechselkursbereinigt ist es ein Plus von 10 Prozent. In Nordamerika lagen die Erlöse bei 11,5 Milliarden Euro. Der Anstieg von 6,5 Prozent beträgt wechselkursbereinigt 10 Prozent. In Südamerika legte der Umsatz um 32 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu, wechselkursbereinigt um 41 Prozent. „Das ist eine sehr positive Entwicklung, zumal die Region im Vorjahr besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen war“, erläuterte Forschner. In Asien-Pazifik verzeichneten die Erlöse einen Zuwachs um 12 Prozent auf 24,4 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 11 Prozent. Mitarbeiterentwicklung 2021 – leichter Anstieg weltweit Zum Stichtag 31.12.2021 beschäftige das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen weltweit rund 401 300 Menschen. Der Zuwachs von etwa 6 700 Mitarbeitenden erfolgte im Wesentlichen in Asien-Pazifik und Europa. Die Mitarbeiterzahl in Deutschland blieb stabil mit etwa 131 400 Beschäftigten. Im Bereich Forschung und Entwicklung ist die Mitarbeiterzahl um knapp 4 Prozent auf 76 300 gestiegen. Die Anzahl von Software-Entwicklern lag weltweit bei mehr als 38 000 – das ist ein Plus von etwa 4 000 gegenüber dem Vorjahr. Ausblick 2022 – Unsicherheiten belasten Weltwirtschaft Bosch stellt sich auf ein Wachstum der Weltwirtschaft für 2022 von 4 bis 4,5 Prozent ein gegenüber etwa 5,5 Prozent in 2021. Trotz beeindruckender Impffortschritte in vielen Ländern erwartet das Unternehmen auch 2022 hohe Belastungen für das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben durch Covid-19. Auch werden die anhaltenden Lieferengpässe sowie steigenden Preise für Rohstoffe, Vorprodukte und Transport die weltweite Wirtschaft stark beeinflussen und sich auf das Geschäft vieler Branchen auswirken, allen voran der Automobilindustrie. Der markante Anstieg der Inflation in vielen Sektoren und Regionen trübt zudem den Ausblick. Sofern es nicht zu weiteren Störungen des Umfelds kommt, erwartet die Bosch-Gruppe für 2022 eine Umsatzsteigerung. Die operative EBIT-Rendite soll sich zumindest auf dem Niveau des Vorjahres bewegen. Trotz der anspruchsvollen Rahmenbedingungen ist Forschner zuversichtlich: „Bosch hat eine starke finanzielle Basis, um in wichtige Zukunftsfelder zu investieren und seinen Kurs fortzusetzen.“ Ziel bleibe es, in den für Bosch wichtigen Branchen und Regionen stärker als der Markt zu wachsen

Start ins Ausbildungsjahr 2021/2022: Bildungsoffensive für Industrie 4.0 von Bosch

01.09.2021

Pressemeldung

Wirtschaft

Start ins Ausbildungsjahr 2021/2022: Bildungsoffensive für Industrie 4.0 von Bosch

Stuttgart – Bosch setzt seine Industrie-4.0-Bildungsoffensive fort. „Industrie 4.0 stärkt die Wettbewerbsfähigkeit von Produktionsstandorten und trägt so zur Sicherung von Beschäftigung bei“, sagt Rolf Najork, in der Bosch-Geschäftsführung zuständig für die Industrietechnik. Zum Start des Ausbildungsjahres 2021/2022 nimmt Bosch ein neues Industrie-4.0-Trainingscenter in Stuttgart-Feuerbach und eines im Kunden- und Innovationscenter von Bosch Rexroth in Ulm in Betrieb. Auch neue von Bosch initiierte Zertifikatslehrgänge, etwa zum „Industriemanager Digitale Transformation IHK“, starten im September. Nach Pilotierung werden von Bosch mitentwickelte Lehrgänge international exportiert, beispielsweise zur „Fachkraft für Industrie 4.0“. Insgesamt bietet Bosch über 100 Schulungen und Trainings für Industrie 4.0 extern an, die Mitarbeitern und Interessenten anderer Unternehmen offenstehen. „Mit unseren weltweit rund 240 Werken sind wir am Puls der Zeit. Wir schöpfen aus Erfahrung und entwickeln Konzepte, um Mitarbeiter für Industrie 4.0 fit zu machen“, sagt Filiz Albrecht, Bosch-Geschäftsführerin und Arbeitsdirektorin der Robert Bosch GmbH. In den vergangenen fünf Jahren hat Bosch in Summe über eine Milliarde Euro in die Qualifizierung seiner Mitarbeiter investiert. Neu konzipierte Industrie-4.0-Rollen führt das Unternehmen jetzt flächendeckend in seinen Werken ein.Fachkräfte sind der Schlüssel für Industrie 4.0 Die vernetzte Industrie wird Realität. Fast zwei Drittel aller deutschen Unternehmen haben inzwischen Industrie-4.0-Anwendungen in ihre Fertigung integriert – vor drei Jahren war es noch lediglich jedes zweite. (Quelle: Bitkom, 2021) Doch Hürden bleiben: Laut dem Branchenverband Bitkom fehlen 55 Prozent der Unternehmen Industrie-4.0-Fachkräfte, 52 Prozent fühlen sich durch die Komplexität des Themas überfordert. Bosch arbeitet dagegen an. „Bei Industrie 4.0 ist Bosch Pionier. Wir teilen unser Wissen und unsere Erfahrungen und unterstützen Unternehmen dabei, diese moderne Form der Produktion erfolgreich umzusetzen“, sagt Najork. Über Akademien von Bosch Rexroth und Bosch Connected Industry präsentiert das Unternehmen ein umfassendes Aus- und Weiterbildungsprogramm für Industrie 4.0. Bestandteile hieraus werden zudem von Kooperationspartnern angeboten. So lässt sich beispielsweise die von Bosch mitkonzipierte Weiterbildung zur „Fachkraft für Industrie 4.0“ bei Industrie- und Handelskammern bundesweit absolvieren. Dank den Außenhandelskammern wird diese Industrie-4.0-Ausbildung „made in Germany“ jetzt auch international zum Standard: Von Slowenien und Tschechien über Malaysia und Singapur bis nach Kolumbien und Peru – Unternehmen qualifizieren Mitarbeiter nach deutschem Vorbild. „Fachkräfte sind der Schlüssel für Industrie 4.0 und ein echter Wettbewerbsfaktor. Wer erfolgreich werden und erfolgreich bleiben will, muss Mitarbeiter qualifizieren“, erklärt Najork. Neben Ausbildungsformaten entwickelt Bosch komplette Trainingsanlagen, die Roboter-Programmierung, Augmented Reality, App-Technologie, RFID und Fertigungsmanagementsysteme umfassen. Zum Einsatz kommen die „Industrie-4.0-Minifabriken“ bei Berufs- und Hochschulen sowie in Ausbildungsstätten von Betrieben. Darüber hinaus öffnet Bosch die eigenen Werkstore und bietet an mehreren Standorten die Möglichkeit zu Industrie-4.0-Führungen. Bosch entwickelt neue Rollenprofile für Industrie 4.0 Seit 2012 digitalisiert Bosch die eigenen Werke. Weltweit sind bereits rund 85 Prozent aller Teilefertigungen und Montagelinien in den Bosch-Fabriken vernetzt. Leistungsdaten von Maschinen wie Taktzeiten, Störungen oder Ausschuss werden so automatisiert und digital erfasst. „Nahezu jedes unserer Werke hat vernetzte Anwendungen im Einsatz. Wir bilden unsere Mitarbeitenden für Industrie 4.0 konsequent weiter“, sagt Albrecht. Bosch bietet dafür rund 360 verschiedene Lernangebote zu Digitalisierung und speziell Industrie 4.0 – von Apps über Videos und Online-Seminaren bis hin zu klassischen Weiterbildungen vor Ort. Speziell für Industrie 4.0 entwickelte Rollenprofile werden derzeit weltweit in den Werken eingeführt. So soll künftig jedes Bosch-Werk über ein festes Industrie-4.0-Team verfügen, das aus einem Koordinator sowie IT-Spezialisten für Infrastruktur, Hardware und Prozesse besteht. Komplettiert werden die Teams durch Datenanalysten und Datenwissenschaftler, die Produktionsergebnisse übersichtlich aufbereiten und Probleme mit Hilfe von Machine Learning frühzeitig erkennen. „Für jede neue Rolle bieten wir passende Schulungen. Denn nur wer die vernetzte Welt versteht, kann sie auch gestalten“, sagt Albrecht.

Bosch macht Mitarbeitende fit für Industrie 4.0

31.08.2021

Pressemeldung

Wirtschaft

Bosch macht Mitarbeitende fit für Industrie 4.0

Stuttgart – Bosch zählt zu den Industrie-4.0-Pionieren und treibt die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern voran. Der Bedarf ist da: Bei Industrie 4.0 wird die industrielle Produktion mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik verzahnt, Arbeitsweisen und -bedingungen ändern sich. Neue Qualifikationen sind gefragt: Wissen über Automatisierung, Sensorik, die vernetzte Produktion. Um Mitarbeiter bestmöglich auf den digitalen Wandel in der Fertigung vorzubereiten und zu schulen, hat das Unternehmen zahlreiche Initiativen und Programme gestartet.Digital Transformation Manager: Industrie 4.0 im Unternehmen gestalten Mit Beginn des Ausbildungsjahres 2021/2022 bieten die Industrie- und Handelskammer Würzburg und Bosch Rexroth einen neuen Industrie-4.0-Lehrgang an: Teilnehmende des Kurses lernen, die Digitalisierung in den Bereichen Logistik, Produktion sowie Instandhaltung voranzutreiben und umzusetzen. Sie erkennen das Industrie-4.0-Potential im eigenem Unternehmen und entwickeln Lösungen. In vier Modulen wird Wissen vermittelt zu Smart Factory, vernetzten Geschäftsmodellen und moderner Arbeitsorganisation. Die Zielgruppe des Lehrgangs sind Projektleiter, Produktmanager und Administratoren. Geprüfte Meister – Vernetzte Industrie: Lehrgang für technische Fachkräfte Die von IHK und Partnern aus der Industrie wie Bosch Rexroth konzipierte Weiterbildung richtet sich an Facharbeiter mit mehrjähriger Berufserfahrung, technische Fachkräfte und angehende Führungskräfte. Die Teilnehmer lernen, vernetzte und digitale Produktionsprozesse zu planen und umzusetzen. Neben technischer Expertise wird die Sozialkompetenz geschult, um Mitarbeiter anzuleiten und zu führen. Die Fortbildung wird seit 2020 von verschiedenen IHKs angeboten. Insgesamt sind rund 1 200 Unterrichtsstunden zu absolvieren. Fachkraft für Industrie 4.0: Weiterbildungsangebot speziell für Facharbeiter Bosch hat gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart und weiteren Partnern aus Wissenschaft und Praxis den Lehrgang zur „Fachkraft für Industrie 4.0 (IHK)“ entwickelt und pilotiert. Es ist bundesweit der erste IHK-Lehrgang, der sich direkt an Facharbeiter richtet und diese für die Anforderungen in der vernetzten Fertigung qualifiziert. Der Kurs besteht aus fünf Modulen mit einem Umfang von 104 Stunden. Theorie und Praxis sind gleich gewichtet. Seit 2019 bieten verschiedene IHKs deutschlandweit Kurse an. Bosch-Azubis als Industrie-4.0-Botschafter Im Rahmen der Initiative „Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland“ engagieren sich mehr als 500 Bosch-Azubis in über 300 Bildungskooperationen. Gemeinsam mit den Ausbildern entwickeln die Auszubildenden in Projekten Lerninhalte, um Schülern die Welt der Digitalisierung und Vernetzung näherzubringen. Am Standort in Homburg werden beispielsweise junge Azubis als Industrie-4.0-Botschafter eingesetzt und vermitteln mit Unterstützung ihrer Ausbilder grundlegendes Digitalwissen an acht Partnerschulen. Auf diese Weise bekommen Schüler einen praktischen Einblick in die Welt der vernetzten Fertigung und ihre verschiedenen Berufsbilder. Bosch-Werke bilden Mitarbeiter für Industrie 4.0 aus An den Produktionsstandorten von Bosch werden Mitarbeiter für die Herausforderungen in der vernetzten Fertigung ausgebildet und geschult. Das Industrie-4.0-Leitwerk in Blaichach im Allgäu hat unterschiedliche Qualifizierungsangebote im Programm. In Schulungsvideos und Tagesseminaren werden der Umgang mit neuen Systemen und Methoden der Teamarbeit und Führungsverantwortung vermittelt. Auch neue Jobprofile werden im Werk angeboten. So kümmert sich beispielsweise der Data Scientist um Aufbereitung und Analyse von Daten und entwickelt Algorithmen für das maschinelle Lernen. Bosch Rexroth Akademie bietet praxisnahes Wissen Als führender Spezialist für Antriebs- und Steuerungstechnik wendet Bosch Rexroth Industrie 4.0 in den eigenen Werken an. Das Wissen gibt die Bosch Rexroth Drive & Control Academy an Techniker, Ingenieure, Lehrer und Ausbilder weiter. Dazu bietet die Akademie ein breites Spektrum an Grundlagenschulungen und Produkttrainings. Die Teilnehmer erlernen wichtige Kompetenzen: Wie lässt sich die Produktion schrittweise ins Industrie-4.0-Zeitalter überführen? Welche Daten bringen welchen Nutzen, und wie lassen sich diese erfassen, sammeln und auswerten? Welche Möglichkeiten bietet Industrie 4.0, um Prozesse zu optimieren und die Produktivität zu steigern? Mit Seminaren und Trainings ermöglicht die Akademie eine zukunftsorientierte Aus- und Weiterbildung sowie die Qualifizierung technischer Fachkräfte. Im September 2021 eröffnet die Akademie im neuen Kunden- und Innovationszentrum von Bosch Rexroth in Ulm einen weiteren Standort. Best-Practices für Unternehmen: Zweijährige Industrie-4.0-Lernreise Der Startschuss zur dritten Industrie-4.0-Lernreise unter der Schirmherrschaft von Bosch und Fraunhofer IPA fällt im September 2021. In 12 zweitägigen Events geben Industrie-4.0-Experten Vertretern interessierter Unternehmen detaillierte Einblicke in aktuelle Projekte. Im Fokus der Lernreise stehen technische Lösungen und deren Umsetzung, die Weiterbildung für Mitarbeiter und der konkrete Nutzen für Kunden. Begleitend finden Workshops statt, in denen Teilnehmer Anwendungsmöglichkeiten im eigenen Unternehmen erarbeiten. Die Teilnahme an Veranstaltungen ist live vor Ort in den Fabriken möglich oder digital über das Streamingangebot mit allen Vorträgen. Bosch-Innovationscenter für Industrie 4.0 in China Als global agierendes Unternehmen engagiert sich Bosch weltweit bei Aus- und Weiterbildung. In Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan im Südwesten Chinas, hat Bosch Rexroth 2017 sein erstes Innovationscenter für Industrie 4.0 in China eröffnet. Auf einer Fläche von 3 500 Quadratmetern können bis zu 200 Interessenten gleichzeitig ihr Wissen vertiefen. Das Innovationscenter von Bosch Rexroth bietet Kurse für Fertigung und Logistik sowie Industrie 4.0. Teilnehmer können aus 20 verschiedenen Trainingsangeboten wählen. Dazu zählen Produktions- und Qualitätsmanagement, die Planung des Materialflusses und der Lieferantenwertströme. Das Innovationcenter setzt auf eine praxisnahe Ausbildung: vor Ort lässt sich an vernetzten Fertigungslinien arbeiten. Qualifizierung von Industrie-4.0-Fachkräften in Singapur Mit dem Institute of Technical Education in Singapur pflegt Bosch eine Partnerschaft, der ein länderübergreifendes Austauschprogramm für Studierende im Bereich Maschinenbau und Mechatronik zugrunde liegt. Darüber hinaus hat Bosch Rexroth gemeinsam mit der Regierung von Singapur und weiteren Partnern das Bosch Rexroth Regional Training Center im Jurong Innovation District in Singapur eröffnet. Auf 350 Quadratmetern wird ein standardisiertes Industrie-4.0-Programm angeboten. Dazu zählt der Lehrgang zur „Fachkraft für Industrie 4.0“. Industrie-4.0-Experten von Bosch stehen beratend zur Seite Bosch unterstützt Unternehmen bei der Digitalisierung und Vernetzung von Produktion und Logistik: von der strategischen Ausrichtung über die Planung der richtigen Lösungen bis hin zu deren Umsetzung. Experten von Bosch Industry Consulting stehen beratend zur Seite. Dabei greifen sie auf umfassendes Know-how in Lean Management zurück. Kunden profitieren so von der Erfahrung aus rund 240 Bosch-Werken und über 700 Logistikzentren weltweit.

Covid-19-Impfkampagne: Bosch plant großangelegtes Impfangebot für Beschäftigte

04.05.2021

Pressemeldung

Bosch als Arbeitgeber

Covid-19-Impfkampagne: Bosch plant großangelegtes Impfangebot für Beschäftigte

Renningen / Stuttgart – Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen Bosch plant die Eröffnung von Impfzentren an zahlreichen seiner deutschen Standorte. Ziel ist es, den gut 130 000 Mitarbeitenden in Deutschland bei entsprechender Verfügbarkeit der Vakzine ein Covid-19-Impfangebot zu machen. „Wir wollen einen Beitrag zur Impfkampagne in Deutschland leisten. Die Infrastruktur ist vorhanden, unsere Betriebsärztinnen und Betriebsärzte stehen bereit. Sie beginnen mit den Impfungen, sobald dies für Unternehmen möglich ist“, sagt Bosch-Geschäftsführerin und Arbeitsdirektorin Filiz Albrecht zu den Plänen des Konzerns. „Die Gesundheit unserer Beschäftigten und der Bevölkerung insgesamt liegt uns am Herzen – das wollen wir mit unserem großangelegten Engagement unterstreichen.“ Allein auf dem Gelände des Forschungscampus Renningen will Bosch in einem größeren Zentrum bis zu 1 400 Impfungen täglich für die Beschäftigten im Großraum Stuttgart anbieten. Zudem plant das Unternehmen, bei ausreichender Verfügbarkeit das Impfangebot in Renningen auch auf Angehörige auszuweiten, falls die Behörden hierfür die Freigabe erteilen.Auch an über 50 weiteren Standorten wird es Möglichkeiten für Mitarbeiter geben, sich in lokalen Impfzentren oder durch den werkärztlichen Dienst immunisieren zu lassen. Um kleinere Standorte zu unterstützen, wurde ein Konzept für mobile Impfteams erarbeitet. Insgesamt kann Bosch in Deutschland bis zu 6 000 Menschen am Tag impfen. Die Impfungen erfolgen auf freiwilliger Basis und nach vorheriger Beratung sowie unter Berücksichtigung bestehender Priorisierungsregeln. Derzeit laufen die letzten organisatorischen Vorbereitungen, wie etwa die Schulung des medizinischen Teams und der Austausch mit den Behörden zur Impfstoffbeschaffung. Für seine Impfkampagne setzt Bosch neben der Kompetenz seiner Werkärzte auch auf weiteres internes Know-how. Der Geschäftsbereich Bosch Service Solutions betreibt die softwarebasierte Impfregistrierung. Für die Kabinen im Impfzentrum Renningen kommen Aluminium-Profile des zum Konzern gehörenden Industrietechnikunternehmens Bosch Rexroth zum Einsatz – so sind in kurzer Zeit Impfkabinen entstanden, die sich variabel ausgestalten und bedarfsorientiert erweitern lassen. Hohe Qualifizierung und langjährige Erfahrung der Bosch-Betriebsärzte Das medizinische Team von Bosch umfasst 200 Mitarbeiter, darunter 50 Ärztinnen und Ärzte. „Die Bosch Betriebsärzte haben langjährige, umfangreiche Erfahrung mit Impfungen,“ so der leitende Werkarzt Falko Papenfuß. „Sie bieten seit vielen Jahren allgemeine Beratungen an, leisten reisemedizinische Vorsorge und führen alljährlich Grippeschutzimpfungen für die Beschäftigten durch.“ Im Jahr 2020 etwa wurden 18 000 Mitarbeiter in Deutschland gegen Grippe geimpft. Auch extern kommt die Kompetenz der Werkärzte zum Tragen: So haben die Bosch-Mediziner bereits in den vergangenen Monaten an der deutschen Impfkampagne mitgewirkt, etwa im Impfzentrum im Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart. Schutzmaßnahmen haben Bestand, umfangreiches Testangebot Die zu Beginn der Pandemie eingeführten Schutzmaßnahmen des Unternehmens haben weiterhin an allen Standorten Bestand – sie werden kontinuierlich anhand aktueller Regelungen und neuester medizinischer Erkenntnisse angepasst. Bereits seit einigen Wochen stellt Bosch Mitarbeitenden, deren Tätigkeit eine Anwesenheit am Standort erfordert, regelmäßig Covid-19 Antigen-Selbsttests zur Verfügung. Sie haben an deutschen Standorten mehrmals in der Woche die Möglichkeit, einen Antigen-Selbsttest zu nutzen – je nach lokaler Situation bis zu täglich. Zudem setzt Bosch an mehr als 50 Standorten in Europa als Teil seines Testkonzeptes den selbst entwickelten PCR-Schnelltest mit dem Analysegerät Vivalytic bei Bedarf gezielt ein. Auch die Mund-Nasen-Bedeckungen aus Eigenproduktion erhalten die Bosch-Mitarbeiter weiterhin. Beitrag zur Impfkampagne auch weltweit Auch für seine Beschäftigten weltweit plant Bosch – wo dies lokal möglich ist – ein Impfangebot. An einigen internationalen Standorten etwa in China, Frankreich, Indien, Rumänien, Russland, Serbien oder den USA haben Bosch-Mitarbeiter bereits die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Dort organisiert das Unternehmen – wie in diesen Ländern üblich – bereits die Impfung von Mitarbeitern, größtenteils durch externe Stellen oder Mediziner. Mitunter bietet Bosch in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden auch Fahrten zu öffentlichen Impfstellen für seine Belegschaften an. Ein größeres Impfzentrum hat das Unternehmen gemeinsam mit der Lokalregierung auf dem Gelände seines Werks in Cluj, Rumänien, eröffnet – ein weiteres wird von den indischen Behörden am Standort in Adugodi betrieben. Dort beschäftigt Bosch mehr als 3 500 Mitarbeiter.

Bosch setzt auf AIoT, Elektrifizierung und grünen Wasserstoff

22.04.2021

Pressemeldung

Wirtschaft

Bosch setzt auf AIoT, Elektrifizierung und grünen Wasserstoff

Renningen / Stuttgart – Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen Bosch kombiniert das Internet der Dinge (IoT) mit künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence, AI) und setzt auf Elektromobilität, um aus technologischen und ökologischen Umbrüchen neue Geschäftschancen zu erschließen. „Bosch hat das Corona-Jahr 2020 gut gemeistert“, erklärte Dr. Volkmar Denner , Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, anlässlich der Vorlage des Geschäftsberichts 2020 . „Wir gehören zu den Gewinnern der Elektrifizierung und bauen unser Softwaregeschäft durch Vernetzung mit künstlicher Intelligenz deutlich aus.“In der Antriebstechnik etabliert sich die Elektromobilität bei Bosch als Kerngeschäft. Dafür erbringt das Unternehmen laut Denner hohe Vorleistungen, allein 700 Millionen Euro in diesem Jahr. Insgesamt hat Bosch bereits fünf Milliarden Euro an Vorleistungen für die Elektromobilität aufgewendet. Derzeit wächst der Umsatz für elektrische Antriebskomponenten von Bosch mit nahezu 40 Prozent doppelt so stark wie der Markt. Bis 2025 soll sich der jährliche Umsatz auf etwa fünf Milliarden Euro verfünffachen, die Gewinnschwelle wird ein Jahr zuvor erreicht. „Die Elektromobilität ist längst keine Wette mehr auf die Zukunft, wir verdienen die Vorleistungen zurück“, sagte der Bosch-Chef in einer Online-Pressekonferenz. Insgesamt hat Bosch bis Ende 2020 bereits ein Auftragsvolumen von mehr als 20 Milliarden Euro akquiriert. Der Umsatz der Bosch-Gruppe stieg in den ersten drei Monaten des Jahres gegenüber dem Vorjahr um 17,0 Prozent. „Bosch ist mit dem ersten Quartal erfolgreich in das Jahr 2021 gestartet“, erläuterte Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer , Finanzchef und stellvertretender Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung. Er zeigte sich zuversichtlich für 2021, erwartet jedoch erneut ein anspruchsvolles Jahr. Für den laufenden Berichtszeitraum soll der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um etwa 6 Prozent steigen und die operative Rendite sich leicht auf rund 3 Prozent verbessern – ohne Restrukturierungsaufwendungen auf rund 4 Prozent. Allerdings sei dies abhängig von den schwer abschätzbaren Auswirkungen der Halbleiter-Engpässe. „Das Jahr 2021 wird zum wichtigen Meilenstein auf dem Weg, unsere Zielrendite von rund 7 Prozent in den nächsten zwei bis drei Jahren wieder zu erreichen“, sagte Asenkerschbaumer. Das trotz Corona-Pandemie erfreuliche Geschäftsjahr 2020 mit einem operativen Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (operatives EBIT, bereinigt um Effekte aus Kaufpreisallokationen bei Automotive Steering und BSH Hausgeräte) von 2,0 Milliarden Euro, ist für Bosch eine wichtige Basis, um weiter in Zukunftsfelder investieren zu können. Bei einem Umsatz von 71,5 Milliarden Euro blieb der Aufwand für Forschung und Entwicklung mit 5,9 Milliarden Euro nahezu stabil, die operative EBIT-Rendite erreichte 2,8 Prozent. Bereinigt um Restrukturierungsaufwendungen, die das Ergebnis 2020 zusätzlich belastet haben, ergibt sich ein von Wert von 4,7 Prozent. Megatrend Vernetzung: Kunden werden Teil der Entwicklung Bosch will seinen Wettbewerbsvorsprung durch vielseitige Erfahrungen in der Kombination von Vernetzung (Internet der Dinge, IoT) und künstlicher Intelligenz (AI) für künftiges Geschäft nutzen und zum führenden AIoT-Unternehmen werden. In den nächsten Jahren sieht Bosch einen Milliarden-Umsatz mit AI-fähigen Produkten voraus. Der Absatz vernetzbarer Geräte für den Wohnbereich soll sich 2021 gegenüber dem Vorjahr von vier Millionen auf rund acht Millionen verdoppeln. Darüber hinaus will Bosch Daten zur Nutzung seiner Produkte mittels AI auswerten und über entsprechende Software-Updates neue Funktionen und Dienstleistungen für den Kunden schaffen. „Die Vernetzung der Dinge führt zu Wissen über die Verwendung der Dinge“, erklärte Denner. „Damit können wir unsere Produkte immer weiter verbessern, auf dem neuesten Stand halten und unseren Kunden einen größeren Nutzen bieten.“ Im Bereich der Videosicherheit eröffnet zum Beispiel die auf neuronalen Netzen basierende Videoanalyse neue Möglichkeiten. Dazu integriert Bosch Detektoren sowohl in neue Kameras als auch in eine AI-Box, die sich mit installierten Geräten verknüpfen lässt. Erste Anwendung ist ein „Traffic Detector“, der zunächst Fahrzeuge in verkehrsreichen Situationen auch bei schwierigen Lichtverhältnissen präzise erkennen und lokalisieren kann. Je mehr Daten in die Kundenanwendung fließen, desto mehr wird AI können, zum Beispiel eine exakte Unfalldetektion, so das Unternehmen. Megatrend Elektrifizierung: Neue Chancen in mehreren Geschäftsfeldern Die weltweiten Anstrengungen gegen den Klimawandel führen zu einem Schub für Elektrifizierung und grünen Wasserstoff. In der Elektrifizierung sieht Denner neue Chancen in mehreren Geschäftsfeldern: „Elektrifizierung erfordert nicht nur Lösungen fürs elektrische Fahren im Auto, vielmehr auch fürs elektrische Heizen in Gebäuden.“ In der Elektromobilität gelten als Treiber der Veränderungen vor allem Emissionsvorgaben zur Einhaltung der Klimaschutzziele und sinkende Batteriekosten. In der Gebäudetechnik, gerade bei Heizung und Klimatisierung, spielt die Nutzung von Wärmepumpen und regenerativen Energien eine zunehmende Rolle. In der Thermotechnik beispielsweise wächst Bosch mit elektrischen Lösungen deutlich schneller als der Markt. Der Umsatz mit Wärmepumpen ist 2020 um mehr als 20 Prozent gestiegen, bis 2025 soll er sich laut Denner verdreifachen. Auch von der im Zuge des europäischen Green Deals notwendigen Wohngebäude-Sanierung erwartet das Unternehmen einen kräftigen Wachstumsschub. Dazu wolle Bosch „Investitionskraft, Großserienfähigkeit und Know-how in der Industrialisierung“ ausspielen. Allein der Absatz von besonders effizienten und leisen Luft-Wasser-Wärmepumpen hat sich bei Bosch 2020 in Deutschland nahezu verdoppelt. Megatrend Wasserstoff: Milliardenmarkt für Brennstoffzellen Bosch setzt auch beim Megatrend Wasserstoff auf einen Wachstumsmarkt: Das Marktvolumen für grünen Wasserstoff sieht das Unternehmen in der EU bis 2030 bei nahezu 40 Milliarden Euro – mit jährlichen Wachstumsraten um 65 Prozent. Für die Brennstoffzelle, die Wasserstoff in Strom umwandelt, entwickelt das Unternehmen stationäre und mobile Lösungen. Von 2021 bis 2024 will Bosch insgesamt eine Milliarde Euro in die Brennstoffzellen-Technologie investieren. „Bosch ist bereits H₂-ready“, erklärte Denner. Schon für dieses Jahr sei der Betrieb von 100 Anlagen mit stationären Brennstoffzellen vorgesehen, etwa um Rechenzentren, Industriebetriebe und Wohnquartiere mit Strom zu versorgen. Seit Ende März 2021 befindet sich eine stationäre Festoxid-Brennstoffzelle in der Bamberger Innenstadt im Real-Betrieb – diesen hat Bosch gemeinsam mit den Stadtwerken Bamberg erstmals realisiert. Für mobile Brennstoffzellen-Komponenten umfasst das Marktvolumen bis Ende der Dekade nach Schätzung von Bosch rund 18 Milliarden Euro. Denner sieht das Unternehmen dafür gut aufgestellt: „Wir haben die Power, um auch auf diesem Markt vorn zu sein.“ Erst kürzlich ist Bosch für den Brennstoffzellen- Antrieb ein Joint Venture mit der chinesischen Qingling Motor Group eingegangen. Noch in diesem Jahr soll eine Testflotte mit 70 Trucks über die Straßen rollen. Denner: EU-Pläne können CO₂-Neutralität gefährden Die ersten Pläne der EU für die Euro7-Abgasregulierung hält der Bosch-Chef nicht für zielführend, begrüßt jedoch ausdrücklich, dass in die Debatte Bewegung gekommen ist und jetzt eine Versachlichung stattfindet. „Für den Klimaschutz kommt es nicht auf das Ende des Verbrenners an, sondern auf das Ende des fossilen Treibstoffs“, begründete Denner seine Sicht. „Ein CO₂-neutraler Straßenverkehr lässt sich mit E-Mobilität und grünem Ladestrom erreichen, aber auch mit regenerativen Kraftstoffen.“ Der Bosch-Chef erinnerte daran, dass eine klimaneutrale Mobilität beinahe ein so ehrgeiziges Ziel wie seinerzeit der Mondflug sei. Aber anstatt – wie damals US-Präsident Kennedy – nur das große Ziel „first man on the moon“ vorzugeben und den Ingenieuren die konkrete Entwicklung zu überlassen, mache die EU-Kommission es umgekehrt. „Auf diese Weise schneidet man alternative Pfade zum Klimaschutz ab“, so Denner. „Wer Klimaschutz wirklich will, darf Technologiepfade nicht gegeneinander ausspielen, er muss sie kombinieren.“ CO₂-Reduktion bei Bosch: Entlang der gesamten Wertschöpfungskette Die eigenen Klimaschutzziele treibt Bosch planmäßig voran: Nachdem die Klimaneutralstellung der Bosch-Gruppe mit weltweit allen mehr als 400 Standorten testiert worden ist, konkretisiert Bosch seine Schritte für den sogenannten Scope 3. Entlang seiner gesamten Wertschöpfungskette, von den Lieferanten bis zu den Kunden, soll sich bis 2030 der CO₂-Ausstoß um 15 Prozent reduzieren gegenüber 2018 – das sind 67 Millionen Tonnen Kohlendioxidausstoß weniger. „Unsere Anstrengungen werden unser Produktportfolio in Richtung Energieeffizienz oder auch Technologiewechsel verändern. Auch soll der CO₂-Fußabdruck künftig ein Kriterium bei Neuvergaben im Einkauf werden“, sagte Denner. „Das wird sich für den Klimaschutz auszahlen.“ Ausblick 2021: Trotz Zuversicht bleibt das Jahr anspruchsvoll Für die Weltwirtschaft erwartet das Unternehmen im laufenden Jahr ein Wachstum von knapp 4 Prozent, nach einem Rückgang um 3,8 Prozent im Vorjahr. „Auch wenn wir mit Zuversicht ins Geschäftsjahr 2021 gestartet sind, birgt die Pandemie weiterhin erhebliche Risiken“, sagte Asenkerschbaumer. Zudem spürt Bosch gerade im Automobilsektor die Marktengpässe insbesondere bei stark nachgefragten Halbleitern, so der Finanzchef. In dieser angespannten Situation unternehme das Unternehmen alles in seiner Macht Stehende, um seine Kunden zu unterstützen. Eine kurzfristige Verbesserung sei aber nicht zu erwarten und die Situation könne sich auch auf die Geschäftsentwicklung des laufenden Jahres auswirken. Auf Dauer hält es Asenkerschbaumer für erforderlich, die Lieferketten in der Automobilindustrie insgesamt resilienter zu gestalten. Zudem erfordere die Ausrichtung der Mobilitätssparte auf Zukunftsfelder wie Elektromobilität, automatisiertes Fahren oder auf die künftige Elektronikarchitektur enorme Vorleistungen. „In diesem tiefgreifenden Wandel ist 2021 ein für uns sehr wichtiges und zugleich anspruchsvolles Jahr.“ Geschäftsjahr 2020: Corona-Pandemie gemeistert Der Umsatz der Bosch-Gruppe lag 2020 bei 71,5 Milliarden Euro und blieb pandemiebedingt 6,4 Prozent, wechselkursbereinigt 4,3 Prozent, unter Vorjahr. Das Unternehmen erzielte ein operatives Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (operatives EBIT, bereinigt um Effekte aus Kaufpreisallokationen bei Automotive Steering und BSH Hausgeräte) von 2,0 Milliarden Euro. Die operative EBIT-Rendite lag bei 2,8 Prozent. „Verbesserte Umsätze in der zweiten Jahreshälfte sowie erhebliche Kosteneinsparungen haben zur Abfederung der Pandemie beigetragen“, erklärte Asenkerschbaumer. Die Eigenkapitalquote liegt weiterhin auf hohem Niveau mit 44 Prozent, der Free-Cash-Flow erreichte eine Rekordhöhe von 5,1 Milliarden Euro. Der Finanzchef sieht das Unternehmen in einer erfreulichen Liquiditätssituation und betonte: „Bosch verfügt weiterhin über eine solide Finanzstruktur, um seine Zukunftsthemen vorantreiben zu können.“ Geschäftsjahr 2020: Entwicklung nach Unternehmensbereichen Die breite Aufstellung der Bosch-Gruppe hat sich 2020 erneut bewährt und sorgte für einen Ausgleich unterschiedlicher Geschäftsverläufe. Im Unternehmensbereich Mobility Solutions entwickelte sich der Umsatz besser als der Markt. Die Erlöse lagen mit 42,1 Milliarden Euro 10 Prozent unter Vorjahr, allerdings ging die weltweite Automobilproduktion gleichzeitig um 16 Prozent zurück. Wechselkursbereinigt belief sich das Minus auf 8,2 Prozent. Die operative EBIT-Rendite betrug -1,3 Prozent und war auch von der Neuausrichtung des Geschäfts belastet. Im Unternehmensbereich Industrial Technology erreichten die Erlöse 5,1 Milliarden Euro. Der bereits vor der Corona-Pandemie rückläufige Markt führte zu einem Umsatzminus von 17 Prozent¹, wechselkursbereinigt von 15 Prozent. Die EBIT-Rendite blieb mit 4,7 Prozent unter Vorjahr. Im Unternehmensbereich Consumer Goods stieg die Nachfrage nach Haushaltsgeräten und Elektrowerkzeugen während der Pandemie erheblich an. Der Umsatz legte um 5,1 Prozent auf 18,7 Milliarden Euro zu. Wechselkursbereinigt betrug das Plus 8,4 Prozent. Die operative Rendite erzielte einen Spitzenwert von 11,5 Prozent. Im Unternehmensbereich Energy and Building Technology gingen die Erlöse um 2,7 Prozent zurück, wechselkursbereinigt um 0,8 Prozent. Bei einem Umsatz von 5,5 Milliarden Euro ergab die EBIT-Rendite 4,6 Prozent. Geschäftsjahr 2020: Entwicklung nach Regionen¹ In Europa lag der Umsatz im Gesamtjahr mit 38,0 Milliarden Euro um 5,1 Prozent unter Vorjahr, wechselkursbereinigt um 3,7 Prozent. In Nordamerika betrug der Umsatz 10,7 Milliarden Euro und sank damit um 15,5 Prozent. Wechselkursbereinigt entspricht das 12,8 Prozent. In Südamerika belasteten die Wechselkurseffekte den Umsatzausweis besonders stark. Die Erlöse von 1,1 Milliarden Euro blieben 22,3 Prozent unter Vorjahr, wechselkursbereinigt ging der Umsatz nur um 0,2 Prozent zurück. In Asien-Pazifik einschließlich übrige Regionen konnte die frühe und kräftige Markterholung in China die Effekte der Corona-Pandemie abfedern. Der Umsatz von 21,7 Milliarden Euro sank lediglich leicht um 2,6 Prozent, wechselkursbereinigt sogar nur um 0,7 Prozent. Mitarbeiter: Wandel schafft auch Perspektiven Der Wandel von Bosch wird laut Denner einerseits Beschäftigung kosten, andererseits eröffne er auch neue Perspektiven für die Mitarbeiter. Auf diese Weise nutzt Bosch in seinen Stammwerken Qualifikationen aus Entwicklung und Fertigung von Benzin- und Dieselsystemen für neue Technologien wie etwa der Brennstoffzelle. „Mehr als die Hälfte der Stellen für Elektromobilität haben wir bereits mit Mitarbeitern aus dem Verbrenner-Geschäft besetzt“, erklärte der Bosch-Chef. Zudem wurde eine unternehmensweite Vermittlungsplattform geschaffen, um kurzfristig Stellen in Zukunftsfeldern mit Fachkräften besetzen zu können. Auch bei der digitalen Qualifizierung geht Bosch voran: Seit Anfang 2020 verzeichnet das Unternehmen mehr als 400 000 Zugriffe auf sein betriebsinternes Lernportal. 2020 war bereits mehr als jedes dritte Schulungsangebot ein Online-Training, bis 2023 soll es jedes zweite sein. Zum Stichtag 31. Dezember 2020 beschäftigte die Bosch-Gruppe weltweit rund 395 000 Menschen. Das sind etwa 3 100 Mitarbeiter oder rund ein Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Beschäftigten sank im Wesentlichen in Asien-Pazifik. In Deutschland blieb die Zahl der Beschäftigten mit 131 800 weitgehend stabil. Dabei stieg die Zahl der Forscher und Entwickler weltweit um rund 600 auf rund 73 200. Auch die Zahl der Softwareentwickler legte um mehr als 10 Prozent auf rund 34 000 zu. ¹ Gegenüber einem um den Effekt aus der Veräußerung der Aktivitäten bei Verpackungsmaschinen bereinigten Vorjahreswert.

Bosch hält in der Corona-Krise Kurs - Positives Ergebnis erzielt, CO₂-Neutralitä ...

03.02.2021

Pressemeldung

Wirtschaft

Bosch hält in der Corona-Krise Kurs - Positives Ergebnis erzielt, CO₂-Neutralitä ...

Sendesperrfrist: 04.02.2021, 12:00 Uhr Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, und Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, anlässlich des Pressegesprächs zum Jahresauftakt am 3. Februar 2021 Es gilt das gesprochene Wort.Sehr geehrte Damen und Herren, nach wie vor hält uns die Corona-Pandemie auf Abstand. Dennoch oder gerade deshalb wollen wir mit Ihnen im engen Austausch bleiben. Mit besonderer Herzlichkeit begrüße ich Sie daher zu unserem Pressegespräch zum Jahresauftakt. Immerhin gibt es Lichtblicke – allen voran den Beginn der Impfungen zum Jahreswechsel. So sehen wir mit verhaltener Hoffnung ins neue Jahr. Was sind die Sachthemen dieses Abends? Zunächst der Jahresrückblick: Wie hat sich das Geschäft von Bosch 2020 entwickelt? Und übers Jahr hinaus: Welche Perspektiven und Geschäftschancen sehen wir in Sachen Klimaschutz und Mobilität, Internet der Dinge und künstlicher Intelligenz? Das Jahr 2020 war bestimmt vom Coronavirus – gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich. Ein Jahr, das uns allen viel abverlangt hat: unseren Kunden, unseren Lieferanten und dem Bosch-Team. 2020 war ein Jahr, in dem unsere Mitarbeiter gezeigt haben, was „We are Bosch“ auch im Ernstfall bedeutet – Initiative, Zusammenhalt und Durchhaltevermögen. Sie haben Außergewöhnliches geleistet, sei es beim schnellen und reibungslosen Hochlauf von mehr als 100 betroffenen Werken nach dem Shutdown, sei es bei der Entwicklung eines Coronavirus-Schnelltests in nur sechs Wochen – ein Test, der auch mutierte Corona-Viren sicher detektiert. Und zugleich haben sie einen Meilenstein im Kampf für den Klimaschutz gesetzt: Bereits seit dem Frühjahr 2020 ist Bosch mit allen 400 Standorten weltweit nach internen Berechnungen klimaneutral – früher, besser und kostengünstiger als erwartet. Darauf bin ich besonders stolz. Eine unabhängige Testierung erfolgt derzeit. Daher will ich mich vor dem Einblick in die vorläufigen Geschäftszahlen zunächst im Namen der gesamten Geschäftsführung bei unseren Mitarbeitern rund um den Globus bedanken. Ohne das starke Engagement und die Solidarität der Kolleginnen und Kollegen hätte Bosch die Corona-Krise nicht so gut bewältigen können wie bisher. In der Tat hat sich unser Geschäft 2020 besser entwickelt als erwartet. Den Auswirkungen der Pandemie zum Trotz haben wir ein deutlich positives Ergebnis erzielen können. Dabei hat sich erneut unsere breite Aufstellung bewährt, nach Regionen wie auch nach Unternehmensbereichen. Die Lage bleibt anspruchsvoll – von Entspannung kann leider noch keine Rede sein, nicht nur wegen der anhaltenden Corona-Pandemie. Zudem besteht nach wie vor Druck durch den Rückgang der Automobilproduktion und den Strukturwandel der Branche. Die vorläufigen Geschäftszahlen des Jahres 2020 stellt Ihnen jetzt Stefan Asenkerschbaumer vor. Er gibt Ihnen zudem einen ersten Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Geschäftsjahr 2020: Entwicklung besser als erwartet Volkmar, vielen Dank! Meine Damen und Herren zu Hause oder in den Redaktionen, ich heiße Sie ebenfalls herzlich willkommen. Das Jahr 2020 war konjunkturell durch die Corona-Pandemie bestimmt. Das Herunterfahren des öffentlichen Lebens führte vor allem im zweiten Quartal zu einem wirtschaftlichen Einbruch in nahezu allen Ländern der Welt. Ganze Branchen gingen in den Shutdown. Das stellte auch die Automobilindustrie mit ihren weltweit eng verflochtenen Lieferketten vor große Herausforderungen. Bei Bosch führte dies im Frühjahr zu einem tiefen Einbruch der Geschäftsentwicklung: Unser Umsatz ging in den Monaten April und Mai im Durchschnitt um rund 40 Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten zurück. Mit den Lockerungen im zweiten Halbjahr konnte das Wirtschaftsleben wieder anfahren. Damit hat auch Bosch erheblich aufgeholt. Insgesamt sind wir mit der Geschäftsentwicklung im Krisenjahr 2020 sehr zufrieden: Wir haben ein deutlich positives Ergebnis erzielt. Auch der Umsatz der Bosch-Gruppe hat sich insgesamt besser entwickelt als Mitte des Jahres noch erwartet. Bevor ich zu den Kennzahlen komme, möchte ich einige unserer Maßnahmen zur Krisenbewältigung ansprechen. Wir haben schnell gehandelt und unsere Kosten an den Umsatzrückgang angepasst. Aber wir haben auch darauf geachtet, wichtige Zukunftsthemen wie Elektromobilität und AIoT voranzutreiben. Zudem konnten wir gemeinsam mit unseren Arbeitnehmervertretern kurzfristig Lösungen finden, um durch proportionale Einsparungen bei den Personalkosten Arbeitsplätze zu sichern – gegriffen haben unter anderem Kurzarbeit, Arbeitszeitabsenkungen und unbezahlte Urlaubstage bei den Führungskräften. Unsere Beschäftigten haben die notwendigen Sparmaßnahmen über alle Ebenen hinweg unterstützt. Dafür bedanke ich mich an dieser Stelle ebenfalls ausdrücklich. Konsequent waren wir auch bei den Investitionen: Durch Investitionskürzungen haben wir mehr als 1,1 Milliarden Euro an finanziellen Mitteln im Vergleich zum Vorjahr eingespart. Die Investitionsquote betrug rund 5 Prozent. Damit konnten wir auch unsere Liquidität erhöhen. Meine Damen und Herren, wie spiegelt sich die Geschäftsentwicklung in den vorläufigen Geschäftszahlen konkret wider? Dazu weisen wir wie in den Vorjahren die Kennzahlen des internen Berichtswesens aus, die von den externen Zahlen des Geschäftsberichts etwas abweichen können: Der Umsatz der Bosch-Gruppe belief sich auf 71,6 Milliarden Euro und lag damit wechselkursbereinigt um 4,4 Prozent unter Vorjahr. Das EBIT erreichte rund 1,9 Milliarden Euro. Die EBIT-Rendite liegt damit voraussichtlich bei rund 2,5 Prozent vom Umsatz. Das Ergebnis enthält Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro – damit stärken wir langfristig unsere Ertragskraft. Bereinigt um diese Aufwendungen kommen wir auf ein EBIT von voraussichtlich rund 3,3 Milliarden Euro oder rund 4,5 Prozent vom Umsatz. Die Kostenanpassungen und Investitionskürzungen führen zudem zu einem positiven Free Cash Flow von rund 5 Milliarden Euro. Das ist der bisher höchste Wert in unserer Unternehmensgeschichte – obwohl wir im ersten Halbjahr noch von einem negativen Wert ausgingen. Geschäftsjahr 2020: Entwicklung der Unternehmensbereiche Meine Damen und Herren, Umsatzrückgänge sehen wir nahezu in allen Unternehmensbereichen, wenn auch in unterschiedlichem Maße. Einzig das Gebrauchsgütergeschäft ist im Umsatz gewachsen. Unseren größten Unternehmensbereich Mobility Solutions hat der Shutdown besonders stark getroffen. Der Umsatz blieb mit 42,3 Milliarden Euro 9,5 Prozent unter Vorjahr. Wechselkursbereinigt betrug das Minus 8,1 Prozent. Insgesamt entwickelte sich unser Geschäft dennoch besser als der Markt, schrumpfte die Automobilproduktion doch um 15 Prozent. Der Unternehmensbereich Consumer Goods wirkte stabilisierend für unser Geschäft. Wir haben hier von einer Sonderkonjunktur bei Hausgeräten und Elektrowerkzeugen profitiert, da sich die Konsumenten durch die Corona-Pandemie auf den häuslichen Bereich konzentrierten. Der Umsatz legte trotz des Einbruchs im Frühjahr nominal um 5,2 Prozent auf 18,6 Milliarden Euro zu. Wechselkursbereinigt ist das sogar ein Plus von 8,2 Prozent. Der Unternehmensbereich Industrial Technology konnte sich der anhaltenden Marktschwäche auch 2020 nicht entziehen. Zudem belastetet die Corona-Krise das Geschäft deutlich. Der Umsatz von 5,1 Milliarden Euro blieb insgesamt um 16,0 Prozent unter Vorjahr, wechselkursbereinigt um 15,0 Prozent. Erfreulicherweise ziehen seit Herbst auch hier die Auftragseingänge wieder an. Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology profitierte von Förderprogrammen für klimafreundliche Heizungen sowie einem stabilen Errichtergeschäft in der Gebäudetechnik. Weniger günstig verlief dort das Produktgeschäft. Der Ausfall vieler Veranstaltungen führte zum Beispiel bei der Konferenz- und Beschallungstechnik zu erheblichen Einbußen. Insgesamt hielt sich der Umsatzrückgang allerdings in Grenzen. Die Erlöse sanken um 3,4 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro. Wechselkursbereinigt ist das lediglich ein Rückgang von 2,0 Prozent. Geschäftsjahr 2020: Entwicklung in den Regionen Meine Damen und Herren, als nächstes blicke ich kurz auf die regionale Umsatzentwicklung. Auch hier hinterließ der Umsatzeinbruch des Frühjahrs Spuren, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung. In Europa lag der Umsatz bei 38,0 Milliarden Euro. Das ist ein Minus von 5,7 Prozent, wechselkursbereinigt von 4,6 Prozent. In Nordamerika sank der Umsatz um 14,0 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt verringerte er sich um 12,0 Prozent. In Südamerika gaben die Erlöse wechselkursbereinigt um 2,5 Prozent nach und erreichten 1,1 Milliarden Euro. Nominal belief sich das Minus auf 21,0 Prozent. In Asien-Pazifik lagen die Erlöse bei 21,7 Milliarden Euro, was erfreulicherweise nur einem leichten Rückgang von 1,4 Prozent entspricht. Wechselkursbereinigt ergibt sich sogar ein Plus von 0,5 Prozent. Geholfen hat die frühe Markterholung und die positive Umsatzentwicklung in China. Unser Umsatz in China übertraf zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte den Umsatz in Deutschland. Geschäftsjahr 2020: Mitarbeiterentwicklung Meine Damen und Herren, ich komme zur Mitarbeiterentwicklung. Weltweit zählte die Bosch-Gruppe zum Stichtag 31. Dezember 2020 rund 394 500 Mitarbeiter. Davon waren 129 900 in Deutschland beschäftigt. Unsere weltweite Mitarbeiterzahl lag lediglich um 1,1 Prozent unter Vorjahr. Das zeigt, dass wir das Beschäftigungsniveau trotz Krise bislang nahezu stabil halten konnten – in unseren Forschungs- und Entwicklungsbereichen haben wir sogar leicht aufgebaut, um unsere Investitionen in die Zukunft gezielt fortzuführen. Ausblick 2021: Verhaltene Entwicklung der Weltwirtschaft Nicht nur vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie blicken wir vorsichtig auf das neue Geschäftsjahr. Wir müssen uns darauf einstellen, dass sich die Weltwirtschaft langsamer erholt als in den vergangenen Monaten. Nachdem sie im vergangenen Jahr um etwa 4,5 Prozent geschrumpft war, wird sie in diesem Jahr nach unserer Einschätzung um knapp 4 Prozent wachsen. Dabei wird das Wachstum nicht nur durch die anhaltenden Folgen der Pandemie gedämpft. Auch politische Entwicklungen, wie etwa der Brexit und die unveränderte strategische Konkurrenzsituation mit potenziellen Handelseinschränkungen zwischen den USA und China, beeinträchtigen die weltwirtschaftliche Entwicklung. Ähnliches gilt in der Automobilindustrie. Weltweit werden in diesem Jahr rund 85 Millionen Fahrzeuge von den Bändern rollen. 2020 war die Automobilproduktion auf rund 78 Millionen Stück eingebrochen, nach gut 92 Millionen 2019. Zur Erinnerung: Der Höchststand hatte 2017 bei 98 Millionen Einheiten gelegen. Dies deutet auf Überkapazitäten im Markt hin – um bis zu 20 Prozent. Aktuell erschwert der Engpass auf dem weltweiten Halbleiter-Markt das Geschäft der Automobilbranche – dem kann sich auch Bosch nicht entziehen. Meine Damen und Herren, aufgrund der nach wie vor volatilen Rahmenbedingungen wollen wir Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt keine Umsatz- und Ertragsprognose für das laufende Jahr geben. Es bleibt unser Ziel, in den für uns wichtigen Branchen und Regionen stärker als die Märkte zu wachsen. Unabhängig von der weiteren Entwicklung der Pandemie müssen wir die notwendigen und bereits eingeleiteten Strukturanpassungen fortsetzen. Dafür streben wir weiterhin möglichst sozialverträgliche Lösungen an – wir verstehen das als unseren Bosch-Weg. Uns geht es um zweierlei: zum einen, Bosch gestärkt aus der Corona-Krise zu führen, zum anderen den strukturellen Wandel der Automobilbranche erfolgreich mitzugestalten. Dazu werden wir konsequent an unserer Wettbewerbsfähigkeit und Ertragskraft arbeiten. Unser EBIT-Ziel liegt – wie Sie wissen – bei rund 7 Prozent. Wir brauchen eine starke finanzielle Basis, um den Ausbau unserer Zukunftsfelder zu sichern. Was aber sind kommende Wachstumsfelder für Bosch, was unsere Herausforderungen? Das wird Ihnen jetzt Volkmar Denner erläutern. Strategie I: Nachhaltig wachsen – mit Klimaneutralität und Elektromobilität Vielen Dank, Stefan! Meine Damen und Herren, meine strategischen Ausführungen möchte ich mit dem Kompass von Bosch beginnen, der gerade in Zeiten der Krise Orientierung gibt. Ich spreche von unserem Leitmotiv „Technik fürs Leben“. Wir folgen ihm mit Produkten und Dienstleistungen, die Leben retten, Lebensqualität verbessern und Umwelt wie auch Ressourcen schonen. Technik fürs Leben – das spornt vor allem unsere Ingenieure an, regelmäßig auch zu Pionierleistungen. So ist unser Automated Valet Parking AVP die erste Lösung fürs fahrerlose Fahren, die behördlich zugelassen ist. Und in diesen Monaten bringen wir die weltweit ersten radarbasierten Assistenzsysteme für Motorräder in Serie, bei BMW ebenso wie bei Ducati und KTM – wir sprechen vom virtuellen Schutzschild für Motorradfahrer. Technik fürs Leben – das leitet nicht zuletzt unsere Strategie an. Wir richten sie klar und konsequent auf Zukunftsfelder aus – Felder, die wir mitgestalten können, Felder, auf denen wir wachsen wollen und können. Das ist zum einen AIoT, das Zusammenspiel von Internet der Dinge und künstlicher Intelligenz, das ist zum anderen die Nachhaltigkeit mit dem Schwerpunkt Klimaschutz. Selbst nachdem wir Bosch als erstes globales Industrieunternehmen klimaneutral gestellt haben, hört unsere Arbeit für den Klimaschutz nicht auf. Mit der neuen Gesellschaft Bosch Climate Solutions geben wir unsere Erfahrungen auch an andere Firmen weiter. Das Interesse ist groß, erste Kunden sind gewonnen – zum Beispiel so verschiedene Unternehmen wie Freudenberg und Hansgrohe, Köhler Papier und Prettl. Mit dem CO₂-Consulting ebnet Bosch den schnellen Weg in die klimaneutrale Wirtschaft. Und wir machen aus Klimaschutz ein neues Geschäftsmodell, mit dem wir wachsen können. Überdies wollen wir den CO₂-Fußabdruck entlang unserer Lieferkette weiter drastisch reduzieren, wir gehen also den sogenannten Scope 3 an. Dazu haben wir als weltweit erster Automobilzulieferer mit der Science-Based-Target-Initiative ein verbindliches Ziel vereinbart: 15 Prozent weniger CO₂-Emissionen bis 2030. Dies setzt neue und weiterentwickelte technische Lösungen für unsere Erzeugnisse voraus, nicht zuletzt für die Zukunft des Autofahrens. Klimaschutz von Bosch muss auch auf der Straße stattfinden. Was aber heißt nachhaltige Mobilität? Im Kern geht es um den Antrieb der Zukunft. Für Bosch ist diese Zukunft offen, jedenfalls haben wir schon immer in Alternativen gedacht. Auf dem Weg in die Elektromobilität investieren wir in diesem Jahr rund 700 Millionen Euro, nach 500 Millionen Euro im Jahr zuvor. Insgesamt haben wir dafür bereits gut 5 Milliarden Euro an Vorleistungen erbracht. Wiederum zahlt sich der Aufwand aus: Seit 2018 hat Bosch 90 Projekte für die Elektrifizierung des Antriebs gewonnen, davon allein 30 im vergangenen Jahr im Wert von 7,5 Milliarden Euro. Wir wachsen derzeit doppelt so schnell wie der Markt. Mehr als 2,5 Millionen Fahrzeuge weltweit fahren bereits mit elektrischen Antriebskomponenten von Bosch. Elektromobilität ist schon heute für Bosch ein Geschäft von mehreren Milliarden Euro. Die Elektromobilität wird also zu einem Kerngeschäft von Bosch. Dennoch tun wir in Zeiten des Strukturwandels gut daran, nach wie vor in Alternativen zu denken. Schon für das elektrische Fahren setzen wir nicht nur auf die Batterie, vielmehr entwickeln wir auch den Brennstoffzellen-Antrieb zur Serienreife. Und so wie Elektroautos mit regenerativem Strom CO₂-neutral unterwegs sind, so können das auch Diesel und Benziner mit synthetischen Kraftstoffen sein. Diese Chance für den Klimaschutz sollte durch die kommende Euro7-Regulierung nicht vertan werden. Schon jetzt belasten moderne Diesel und Benziner die Luftqualität in den Städten nicht mehr signifikant. Nach den bisher bekannten Vorschlägen der EU-Kommission müssten sie die Euro7-Grenzwerte allerdings in jedem auch noch so unrealistischen Fahrszenario einhalten – was ohne erhebliche Verteuerung der Fahrzeuge nicht möglich sein wird. Grundsätzlich stecken wir in einer anspruchsvollen Übergangsphase. Das sollte allen Beteiligten klar sein – auch der regulierenden Politik. Die Elektromobilität kommt und wird von niemandem in Frage gestellt – Bosch treibt diesen Wandel seit Jahren aktiv voran. Aber die nötigen Vorleistungen müssen aus dem bestehenden Antriebsgeschäft finanziert werden. Und um möglichst viele Beschäftigte bei diesem Wandel mitzunehmen, brauchen wir einen gleitenden Übergang. Dabei können wir alle Antriebsalternativen, Diesel und Benziner ebenso wie Elektrofahrzeuge, CO₂-neutral betreiben. Was wirtschaftlich und sozial richtig ist, wird damit ökologisch nicht falsch. Wir müssen im Dreieck aus ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten Balance halten. Den Wandel in der Automobilindustrie hin zu einer Mobilität ohne negative Klima- und Umweltfolgen ermöglichen und zugleich Beschäftigung sichern – das sollte Ziel sein. Derzeit beobachte ich allerdings eine einseitige Betonung des ökologischen Aspekts, mit der impliziten Annahme, das sei wirtschaftlich zu verkraften. Diese Hypothese sollte dringend überprüft werden. Strategie II: Wachstumschance AIoT – Vernetzte Produkte werden intelligent Das Beispiel des automobilen Antriebs zeigt deutlich, welche Gemengelage aus Chancen und Herausforderungen das Thema Nachhaltigkeit für ein Technologie-Unternehmen wie Bosch schafft. Hier kann neues Wachstum entstehen. Damit komme ich zu einem weiteren Zukunftsfeld für unser Unternehmen. Wer, wenn nicht Bosch, hat die Chance, sein Produktportfolio mit dem Internet der Dinge (IoT) und künstlicher Intelligenz (AI) zu verbinden? Wir sprechen von „AIoT“. Hier wollen wir führender Anbieter werden, und dafür bringen wir mehr als die meisten Wettbewerber mit: breites Domänenwissen zum einen, tiefe Elektronik- und Software-Kompetenz zum anderen. Mit AIoT schaffen wir Mehrwert für unsere Kunden – etwa weniger Energiekosten, mehr Komfort und Sicherheit. Uns selbst eröffnet AIoT die Möglichkeit eines geschlossenen Wertschöpfungskreislaufs. Wertschöpfung – das hieß für Bosch bisher vor allem Herstellung und Lieferung von Produkten. Erst die Vernetzung generiert Wissen über die Verwendung unserer Erzeugnisse – Felddaten, die wir mit AI analysieren können, um über Software-Updates die Produktnutzung zu verbessern oder neue Funktionen und Services zu entwickeln. Die technischen Voraussetzungen sind geschaffen: eine IoT-Suite, um Geräte, Sensoren und Gateways zu verbinden, eine Cloud-Infrastruktur, um Daten zu prozessieren, eine AI-Plattform, um Anwendungen der künstlichen Intelligenz zügig zu skalieren. Jetzt geht es darum, aus der technischen Kompetenz Geschäft zu machen. Bosch ist auf einem guten Weg, ein führendes AIoT-Unternehmen zu werden. Wir haben bereits rund 10 Millionen vernetzbare Elektrowerkzeuge, Hausgeräte und Heizsysteme verkauft, und die Zahl der aktiven Nutzer steigt. Insgesamt sind mehr als 90 Prozent aller elektronischen Bosch-Produkte schon heute vernetzbar. Zudem sollen spätestens von 2025 an alle Bosch-Produkte entweder über AI verfügen, damit entwickelt oder hergestellt werden. Reife Früchte trägt bereits die Arbeit des Bosch Center for Artificial Intelligence. Es hat schon im dritten Jahr nach seiner Gründung einen „return of invest“ realisiert. Seine Projekte haben inzwischen einen positiven Ergebnisbeitrag von rund 300 Millionen Euro erzielt. In besonderem Maße rechnet sich künstliche Intelligenz in der Produktion. Bei Bosch wird sie bereits in 600 Fertigungslinien eingesetzt. In unseren hochkomplexen Chipfabriken zum Beispiel kommt KI in der Feinplanung der Produktion zum Einsatz, um die Wafer zeit- und kostensparend durch nahezu 1 000 Bearbeitungsschritte zu steuern. Allein das steigert den Wafer-Durchsatz um 5 Prozent, und die Investition rechnet sich hier schon nach 3 Monaten. Wie sehr wir auf dem Weg zum AIoT unsere Elektronik- und Software-Kompetenz stärken, zeigt sich besonders in unserem größten Unternehmensbereich Mobility Solutions. Hier arbeiten seit Jahresbeginn weltweit rund 17 000 Mitarbeiter im neuen Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions zusammen. Die Einheit bündelt die Hard- und Software-Entwicklung für neue Elektronikarchitekturen im Fahrzeug. Wir zielen hier auf einen Zukunftsmarkt, der zum Beispiel mit dem automatisierten Fahren entsteht. Automatisierung setzt mehr Intelligenz im Auto voraus. Und mehr denn je werden domänenübergreifende Fahrzeugcomputer die Funktionen dezentraler Steuergeräte für Bremse, Antrieb und Lenkung vereinen. Schon jetzt kommt der Markt für software-intensive Elektroniksysteme im Fahrzeug auf ein Volumen von rund 20 Milliarden Euro. Bis 2030 erwarten wir jährlich einen Zuwachs um bis zu 15 Prozent. Bosch selbst akquirierte im zweiten Halbjahr 2020 für seine Fahrzeugrechner Aufträge über rund 2,5 Milliarden Euro. In diesem Jahr zeichnen sich weitere Abschlüsse in Milliardenhöhe ab. Über alle Unternehmensbereiche hinweg erschließen wir AIoT-Anwendungen. Die Spannweite der Lösungen aber ist groß, das zeigen drei sehr unterschiedliche Beispiele: Zunächst der intelligente Brandschutz. Ausgestattet mit KI, kann unsere videobasierte Branderkennung Aviotec auch in Umgebungen ohne sichtbares Licht eingesetzt werden. Dazu haben wir neue Algorithmen für die Videoanalyse entwickelt. Aviotec ist damit in der Lage, auch bei bloßer Infrarot-Beleuchtung Rauch und Flammen zuverlässig zu erkennen. Zweites Beispiel, das Fitness Tracking. Dazu haben wir auf der CES in Las Vegas einen KI-fähigen Sensor vorgestellt – den weltweit ersten seiner Art. Der Sensor kann jede neue Fitness-Aktivität erkennen, die sich regelmäßig wiederholt. Sein Clou ist „Edge AI“. Das heißt: Die Intelligenz steckt im Sensor selbst. So werden Latenzzeiten und Stromverbrauch minimiert, und die Daten bleiben geschützt. Der weltweite Markt für Fitness Tracking legt derzeit jährlich um 15 Prozent zu (Quelle: Fortune Business Insights). Schließlich die künstliche Intelligenz in der Produktion. Dazu hat unser Sondermaschinenbau eine Applikationsplattform für die maschinelle optische Inspektion von Werkstücken entwickelt. Wir nennen sie „Machine Vision AI“ – sie hilft, auch noch so unscheinbare Kratzer in Oberflächen oder Defekte in Schweißnähten nachzuweisen. Mit Anwendungen wie diesen haben wir gute Wachstumschancen. Denn industrielle Lösungen machen einen Großteil des weltweiten IoT-Marktes aus, der bis 2024 jährlich um elf Prozent zulegen wird (Quelle: IDC). Nicht alles ist Corona – Bosch hält Kurs auf seine Ziele Gerade die Vielseitigkeit unserer AIoT-Lösungen spiegelt die breite Aufstellung von Bosch wider. Und ganz persönlich könnte ich hinzufügen: Auch wenn wir weiter umsichtig durch die Corona-Krise navigieren müssen, verlieren wir unsere selbstgesteckten strategischen Ziele nicht aus den Augen. 2020 war ein außergewöhnliches Jahr, 2021 wird kaum weniger herausfordernd, und doch halten wir Kurs – um nachhaltige Mobilität für Personen und Güter zu ermöglichen und ein führendes AIoT-Unternehmen zu werden. Noch ist die Krise nicht vorbei. Um zukunftsfähig zu bleiben, werden wir unsere Kostenarbeit fortsetzen. Aber in unseren Zielen übers Jahr hinaus stecken solide Wachstumschancen. Ich freue mich auf unseren Austausch, vorerst bedanke ich mich für Ihre Aufmerksamkeit!

Coronavirus: Bosch nimmt vollautomatisierte Anlagen für Maskenfertigung in Betrieb

15.05.2020

Pressemeldung

Wirtschaft

Coronavirus: Bosch nimmt vollautomatisierte Anlagen für Maskenfertigung in Betrieb

Stuttgart – Im Einsatz gegen das Coronavirus hat Bosch jetzt mit der vollautomatisierten Produktion von Atemschutzmasken begonnen. Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, hat heute die erste Spezialanlage zur Fertigung von Mund-Nasen-Bedeckungen im Bosch-Werk in Stuttgart-Feuerbach in Betrieb genommen. „Die Eindämmung des Coronavirus ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Indem wir unsere Mitarbeiter mit Masken aus Eigenproduktion ausrüsten, tragen wir dazu bei, den Markt zu entlasten. Zudem schaffen wir Voraussetzungen für ein sicheres Wiederhochfahren der Werke und den Schutz unserer Mitarbeiter“, sagt Denner. Nach dem koordinierten Hochlauf bis Ende Juni wird das Unternehmen mit fünf Linien an weltweit vier Standorten mehr als eine halbe Million Masken pro Tag fertigen. Entwickelt wurde das Anlagenkonzept vom Bosch-Sondermaschinenbau. Die Konstruktionspläne stellt Bosch interessierten Unternehmen kostenfrei zur Verfügung. Mehr als 30 Unternehmen haben bereits Konstruktionspläne der Spezialanlage bei Bosch angefragt.Bosch konzipiert Fertigungslinie für Mund-Nasen-Bedeckung Atemschutzmasken sind – zusammen mit anderen Hygienemaßnahmen – ein geeignetes Mittel, um das Risiko von Neuansteckungen mit Covid-19 zu reduzieren. Die vom Bosch-Sondermaschinenbau in wenigen Wochen entwickelte vollautomatisierte Anlage zur Produktion der Mund-Nasen-Bedeckungen wird jetzt baugleich an mehreren Standorten des Unternehmens errichtet. Neben dem Industrie-4.0-Leitwerk in Stuttgart-Feuerbach – hier sind zwei Linien vorgesehen – wird auch an den Bosch-Standorten in Naganathapura, Indien, und Juárez, Mexiko, im Wochentakt die Maskenproduktion hochgefahren. Komplettiert wird der Fertigungsverbund durch eine Anlage im Rexroth-Werk in Erbach (Odenwald). Ende Juni soll dann das Produktionsvolumen der fünf Fertigungslinien insgesamt mehr als zehn Millionen Stück pro Monat betragen. Eigenproduktion von Bosch wirkt Versorgungsengpässen entgegen Die Mund-Nasen-Bedeckung soll primär die Verbreitung von Erregern aus dem Nasen-Rachen-Raum des Trägers verhindern. Gleichzeitig schützt die Maske den Träger vor Kontakt mit Körperflüssigkeit von Menschen in der unmittelbaren Umgebung. Die Gesichtsmasken vom Typ I/II entsprechen der europäischen Norm DIN EN 14683. Bosch setzt die Mund-Nasen-Bedeckungen vorwiegend zum Schutz der weltweit rund 400 000 Mitarbeiter ein. Etwaige Überkapazitäten will Bosch extern zur Verfügung stellen, länderspezifische Zulassungen und Bedarfslagen vorausgesetzt. Darüber hinaus ermöglicht Bosch anderen Unternehmen kostenfrei Zugang zu Konstruktionsplänen der Anlagen, technischen Zeichnungen sowie Montageanleitungen und gibt Einblick in die Verpackungssystematik und Distribution der Masken. „Mit dem Einsatz unserer Spezialanlagen verringern wir Abhängigkeiten: Masken lassen sich vor Ort herstellen – dort, wo sie benötigt werden“, sagt Denner. Bei Bedarf berät der Bosch-Sondermaschinenbau interessierte Unternehmen und liefert fertige Anlagen aus. „Bosch begegnet dem Coronavirus mit Technik. Wir bringen uns mit Innovationskraft und unserer langjährigen Fertigungskompetenz ein“, erklärt Bosch-Geschäftsführer Rolf Najork, zuständig für die Industrietechnik. Bosch-Sondermaschinenbau liefert maßgeschneiderte Lösungen Seit 25 Jahren entwickelt die Robert Bosch Manufacturing Solutions GmbH als Teil des Unternehmensbereichs Industrial Technology flexible und skalierbare Montagekonzepte, Prüf- und Prozesstechnik sowie zugehörige Dienstleistungen. So leistet die Tochtergesellschaft beispielsweise einen besonderen Beitrag im Bereich der Elektromobilität, ist unter anderem zuständig für die Endprüfung der eBike-Motoren von Bosch. Mit seinen 2 000 Mitarbeitern an weltweit neun Standorten richtet sich der Sondermaschinenbau mit seinem Angebot sowohl an die Bosch-Werke als auch an externe Kunden.

Bosch setzt in Corona-Krise auf technische Innovationen und treibt Klimaschutz voran

29.04.2020

Pressemeldung

Wirtschaft

Bosch setzt in Corona-Krise auf technische Innovationen und treibt Klimaschutz voran

Stuttgart – Nach einer Produktionsunterbrechung an weltweit fast 100 Bosch-Standorten im laufenden Monat bereitet sich das Unternehmen systematisch auf den schrittweisen Hochlauf der Fertigung vor. „Mit einer verlässlichen Zulieferung wollen wir die langsam wieder steigende Nachfrage unserer Kunden bedienen und zu einer möglichst raschen Erholung der Weltwirtschaft beitragen,“ sagte Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, anlässlich der Bilanzpressekonferenz. „Unser Ziel ist ein synchronisierter Hochlauf der Fertigung und die Sicherung der Lieferketten insbesondere in der Automobilproduktion. In China ist uns dies bereits gelungen. Unsere rund 40 Werke vor Ort produzieren wieder und die Lieferketten sind stabil. In den übrigen Regionen arbeiten wir mit Hochdruck daran.“ Für einen erfolgreichen Produktionsstart ergreift das Unternehmen laut Denner zahlreiche Maßnahmen, um einen angemessenen Schutz der Beschäftigten vor Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus sicherzustellen. Zudem setzt Bosch auf ein koordiniertes, gemeinsames Vorgehen mit Kunden, Lieferanten, Behörden und Arbeitnehmervertretern.Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie „Wo immer möglich, wollen wir unser Know-how in die Anstrengungen zur Eindämmung der Pandemie einbringen, etwa mit unserem neu entwickelten Covid-19-Schnelltest und unserem Analysegerät Vivalytic“, sagte Bosch-Chef Denner. „Die Nachfrage ist sehr groß. Wir tun alles, um die Produktion deutlich zu steigern und werden sie gegenüber den bisherigen Planungen bis Jahresende verfünffachen“, so Denner. Bosch will 2020 mehr als eine Million Schnelltests produzieren, im nächsten Jahr sollen es drei Millionen sein. Das Analysegerät Vivalytic soll ergänzend zu den bisherigen Labortests zunächst in Krankenhäusern und Arztpraxen und dort vor allem zum Schutz des medizinischen Personals eingesetzt werden, für das die rasche Verfügbarkeit der Testergebnisse in weniger als zweieinhalb Stunden entscheidend ist. Ausgeliefert wird der Schnelltest bereits in Europa, er kann im Status „research use only“ nach einer Validierung eingesetzt werden. Eine europaweite CE-Kennzeichnung erwartet Bosch bis Ende Mai. Ein noch schnellerer Test, der in weniger als 45 Minuten eine COVID-19-Erkrankung verlässlich ermitteln kann, befindet sich in der Endphase der Entwicklung. „Was wir hier schaffen, folgt ganz unserem Leitmotiv Technik fürs Leben“, so Denner. Bosch hat bereits die Fertigung von Mund- und Nasenmasken aufgenommen. Schon jetzt stellen 13 Bosch-Werke in neun Ländern, von Bari in Italien über Bursa in der Türkei bis hin zu Anderson in den USA, in Eigeninitiative solche Masken für ihren lokalen Bedarf her. Darüber hinaus baut das Unternehmen derzeit zwei vollautomatische Fertigungslinien am Standort Stuttgart-Feuerbach auf – weitere Linien folgen in Erbach (Odenwald) sowie in Indien und Mexiko. „Unser Sondermaschinenbau hat binnen weniger Wochen eine entsprechende Anlage konzipiert“, sagte Denner. Die Konstruktionspläne hat Bosch auch anderen Unternehmen kostenfrei zur Verfügung gestellt. Insgesamt können pro Tag mehr als 500 000 Masken produziert werden. Die Masken sollen dem Schutz der Bosch-Mitarbeiter in den Werken weltweit dienen. Darüber hinaus sollen sie auch extern verfügbar gemacht werden. Voraussetzung dafür ist eine entsprechende länderspezifische Zulassung. Zudem stellt Bosch wöchentlich 5 000 Liter Desinfektionsmittel in Deutschland und in den USA her, um seine Mitarbeiter in amerikanischen und europäischen Werken zu versorgen. „Unsere Mitarbeiter leisten hier Großartiges“, sagte Denner.Entwicklung Weltwirtschaft 2020: Rezession belastet Ausblick Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr und die Corona-Pandemie rechnet Bosch mit erheblichen Herausforderungen für die Weltwirtschaft: „Wir stellen uns auf eine globale Rezession ein, die auch unsere Geschäftsentwicklung 2020 deutlich belasten wird“, sagte Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer, Finanzchef und Stellvertretender Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung. Bei der Automobilproduktion rechnet Bosch aktuell für 2020 auf Basis der bislang bekannten Effekte mit einem Minus von mindestens 20 Prozent. Im ersten Quartal dieses Jahres fiel der Umsatz der Bosch-Gruppe um 7,3 Prozent und lag damit deutlich unter dem Vorjahresniveau. Alleine im März 2020 betrug der Rückgang 17 Prozent. Für das Gesamtjahr machte das Unternehmen angesichts der erheblichen Unsicherheiten keine Prognose. „Es bedarf größter Anstrengungen, um zumindest ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen“, so der Finanzchef. „In dieser tiefen Krise ist erneut unsere breite Aufstellung mit unterschiedlichen Unternehmensbereichen ein Vorteil.“ Aktuell stehen umfangreiche Maßnahmen zur Kostenreduzierung und Liquiditätssicherung im Mittelpunkt. Dazu gehören die laufenden Arbeitszeitverkürzungen und Produktionseinschränkungen an vielen Standorten weltweit, ein Gehaltsverzicht bei Fach- und Führungskräften einschließlich der Geschäftsführung sowie die zeitliche Streckung von Investitionen. Darüber hinaus hat Bosch bereits zum Jahresbeginn 2020 ein umfassendes Programm zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit aufgelegt. „Unser Ziel ist die mittelfristige Rückkehr zu einer operativen Rendite von rund 7 Prozent, ohne die wesentlichen Zukunftsaufgaben zu vernachlässigen“, so Asenkerschbaumer. „Daran arbeiten wir, neben der Bewältigung der Coronavirus-Pandemie, mit allem Nachdruck. Denn damit schaffen wir das finanzielle Fundament, um die großen Zukunftschancen der Bosch-Gruppe zu nutzen.“Klimaschutz: Bosch verfolgt konsequent ehrgeizige Ziele Trotz der aktuell herausfordernden Situation hält Bosch seinen langfristigen, strategischen Kurs: Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen verfolgt weiterhin konsequent ehrgeizige Klimaschutz-Ziele und entfaltet entsprechende Aktivitäten zum Ausbau nachhaltiger Mobilität. „Wenngleich andere Themen gegenwärtig im Fokus stehen, dürfen wir die Zukunft unseres Planeten nicht aus dem Blick verlieren“, sagte Denner. Bosch kündigte vor knapp einem Jahr an, als erstes global agierendes Industrieunternehmen bereits Ende 2020 weltweit an allen 400 Standorten klimaneutral zu werden. „Dieses Ziel werden wir erreichen“, sagte Denner. „Seit Ende 2019 sind bereits alle Standorte in Deutschland CO 2 -neutral, weltweit haben wir Stand heute 70 Prozent erreicht.“ Um die CO 2 -Neutralität zu ermöglichen, investiert das Unternehmen in Energieeffizienz, erhöht den Anteil regenerativer Energien an der Energieversorgung, kauft vermehrt Ökostrom zu und kompensiert unvermeidbaren CO 2 -Ausstoß. „Der Anteil der CO 2 -Kompensationen wird 2020 deutlich niedriger sein als geplant – nur 25 statt nahezu 50 Prozent. Wir kommen damit bei der Steigerung der Qualität unserer Maßnahmen schneller voran als erwartet“, sagte Denner.CO 2 -neutrale Wirtschaft: Neue Beratungsgesellschaft gegründet In Sachen Klimaschutz schlägt Bosch zwei neue Wege ein, um die eigenen Anstrengungen in die Wirtschaft hinein zu multiplizieren: Ein Ziel ist es, die vor- und nachgelagerten Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette von den beschafften Gütern bis zu den verkauften Produkten möglichst klimaneutral zu gestalten. Bis 2030 soll der Wert der damit verbundenen Emissionen (Scope 3) um 15 Prozent beziehungsweise mehr als 50 Millionen Tonnen pro Jahr sinken. Dazu hat sich Bosch gegenüber der Science-Based-Target-Initiative als erster Automobilzulieferer mit einem messbaren Ziel verpflichtet. Zudem bündelt das Unternehmen in der neuen Beratungsgesellschaft „Bosch Climate Solutions“ künftig sein Wissen und die Erfahrung von nahezu 1 000 Bosch-Experten weltweit und aus mehr als 1 000 eigenen Energieeffizienz-Projekten. „Wir wollen unsere Erfahrungen auch anderen Unternehmen auf ihrem Weg zur CO 2 -Neutralität zur Verfügung stellen“, begründete Denner den Schritt.Wachstumsmarkt für Europa: Einstieg in Wasserstoff-Wirtschaft „Der Klimaschutz bleibt für die Menschheit überlebenswichtig – er kostet, aber Nichtstun wird noch teurer“, betonte Denner. „Die Politik muss den Weg frei machen für mehr Erfindergeist in den Unternehmen, um mit Technik der Umwelt zu nutzen – ohne dem Wohlstand zu schaden.“ Wichtig ist laut Denner eine breite Technologieoffensive, die nicht nur einen batterieelektrischen Weg zu nachhaltiger Mobilität vorgibt, sondern neben effizienten Verbrennungsmotoren vor allem auch eFuels und Brennstoffzelle berücksichtigt. Der Unternehmenschef forderte für die Zeit nach der Corona-Krise einen mutigen Einstieg in die Wasserstoff-Wirtschaft und in die eFuels-Produktion. Nur so kann seiner Einschätzung nach Europa bis 2050 klimaneutral werden. „Heutige Wasserstoff-Anwendungen müssen raus aus den Reallaboren und rein in die Realwirtschaft“, sagte Denner. Er appellierte an die Politik, die erforderlichen Technologien zu fördern. „So können wir auch ehrgeizige Klimaziele erreichen“, ermutigte Denner.Bereit für Wasserstoff: Mobile und stationäre Brennstoffzellen Der Klimaschutz beschleunigt den Strukturwandel in vielen Branchen. „In der Automobilindustrie genauso wie in der Gebäudetechnik gewinnt Wasserstoff an Bedeutung. Hierauf ist Bosch sehr gut vorbereitet“, erklärte Denner. Für den Einsatz in Fahrzeugen bereitet Bosch bereits mit dem Partner Powercell die Industrialisierung des Stacks einer mobilen Brennstoffzelle vor. Die Markteinführung ist für 2022 geplant. Das Unternehmen will sich damit auf einem weiteren Wachstumsmarkt erfolgreich positionieren: Bereits 2030 könnte jedes achte neuzugelassene schwere Nutzfahrzeug mit einer Brennstoffzelle ausgestattet sein. An stationären Brennstoffzellen arbeitet Bosch mit seinem Partner Ceres Power. Diese können zum Beispiel bei der Stromversorgung von Rechenzentren zum Einsatz kommen. Bosch rechnet bereits 2030 mit einem Marktvolumen von mehr als 20 Milliarden Euro für Brennstoffzellen-Kraftwerke.Antriebs- und Thermotechnik: Elektrifizierung des Produktportfolios „Elektrische Lösungen im Zeichen des Klimaschutzes werden die bisher dominierende Verbrennertechnik im Auto zunächst nur ergänzen können“, betonte Denner. Deshalb treibt Bosch die Weiterentwicklung der Antriebstechnik technologieoffen voran. Laut der Marktforschung von Bosch werden auch 2030 zwei von drei Neuwagen Diesel oder Benziner sein, mit oder ohne Hybrid. Das Unternehmen investiert daher auch weiterhin in hocheffiziente Verbrennungsmotoren . So stößt der Diesel mit der neuen Abgastechnik von Bosch nahezu kein Stickoxid mehr aus, wie unabhängige Tests bereits gezeigt haben. Auch den Benziner entwickelt Bosch konsequent weiter: Mit innermotorischen Maßnahmen und effizienter Abgasnachbehandlung kann der Partikelgrenzwert der Euro-6d-temp-Norm um etwa 70 Prozent unterschritten werden. Bosch setzt sich zudem für erneuerbare Kraftstoffe ein, da auch der bereits vorhandene Fahrzeugbestand einen Beitrag zur CO 2 -Reduzierung leisten muss. Sogenannte eFuels, also synthetische Kraftstoffe, die ausschließlich mit erneuerbaren Energien erzeugt werden, können den Verbrenner CO 2 -neutral machen. Laut Denner wäre es deshalb ein zielführender Ansatz, solche eFuels auf den Flottenverbrauch anzurechnen, anstatt die CO 2 -Regulierung für die reinen Fahrzeugemissionen weiter zu verschärfen. Darüber hinaus will Bosch Marktführer in der Elektromobilität werden. Dazu investiert das Unternehmen in seinen Werken Eisenach und Hildesheim in diesem Jahr rund 100 Millionen Euro in die Produktion elektrischer Antriebssysteme. Auch im Bereich Thermotechnik hält die Elektrifizierung beispielsweise bei der Heizungsmodernisierung ihren Einzug. „Wir erwarten eine Dekade der Elektrifizierung im Heizungskeller“, sagte der Bosch-Chef voraus. Vor diesem Hintergrund investiert Bosch zusätzlich 100 Millionen Euro ins Wärmepumpen-Geschäft und will seine Entwicklung ausbauen sowie die Marktanteile verdoppeln.Geschäftsjahr 2019: In schwachem Marktumfeld gut behauptet „Vor dem Hintergrund einer weiter abgeschwächten Weltkonjunktur und einer um 5,5 Prozent rückläufigen Automobilproduktion hat sich die Bosch-Gruppe 2019 ordentlich behauptet“, erklärte Asenkerschbaumer. Die Umsatzerlöse lagen aufgrund einer Vielzahl von Produkterfolgen mit 77,7 Milliarden Euro nur um 0,9 Prozent unter Vorjahresniveau; wechselkursbereinigt sanken sie um 2,1 Prozent. Die Bosch-Gruppe erwirtschaftete ein operatives Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (operatives EBIT) von 3,3 Milliarden Euro. Damit erreichte die operative EBIT-Rendite 4,2 Prozent. Ohne positive Sondereffekte insbesondere durch den Verkauf der Aktivitäten bei Verpackungsmaschinen ergibt sich eine Rendite von 3,5 Prozent. „Den Ergebnisausweis belasteten neben hohen Vorleistungen vor allem die schwache Verfassung von Märkten wie China und Indien, die weiter gesunkene Diesel-Nachfrage bei Pkws und hohe Restrukturierungsaufwendungen insbesondere in der Mobilitätssparte“, sagte Finanzchef Asenkerschbaumer. Mit einer Eigenkapitalquote von 46 Prozent und einem Cash-Flow von neun Prozent vom Umsatz im Jahr 2019 verfügt Bosch über eine solide Finanzkraft. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung stiegen auf 6,1 Milliarden Euro oder 7,8 Prozent vom Umsatz. Die Investitionen in Sachanlagen lagen mit fünf Milliarden Euro leicht über Vorjahresniveau.Geschäftsjahr 2019: Entwicklung nach Unternehmensbereichen Der Unternehmensbereich Mobility Solutions erreichte trotz des Rückgangs der weltweiten Automobilproduktion einen Umsatz von 46,8 Milliarden Euro. Damit lagen die Erlöse um 1,6 Prozent unter Vorjahr, wechselkursbereinigt um 3,1 Prozent. Der umsatzstärkste Bereich von Bosch entwickelte sich damit besser als die weltweiten Produktionszahlen. Die operative EBIT-Rendite erreichte 1,9 Prozent vom Umsatz. Im Unternehmensbereich Consumer Goods zog das Geschäft im Laufes des Jahres an. Der Umsatz erreichte 17,8 Milliarden Euro. Der Rückgang beträgt 0,3 Prozent, wechselkursbereinigt 0,8 Prozent. Mit 7,3 Prozent vom Umsatz liegt die operative EBIT-Rendite unter Vorjahr. Der Unternehmensbereich Industrial Technology spürte den nachlassenden Maschinenbaumarkt, legte jedoch im Umsatz um 0,7 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro zu, ging wechselkursbereinigt jedoch leicht um 0,4 Prozent zurück. Ohne einmaligen Sondereffekt durch den Verkauf des Geschäftsbereichs Verpackungstechnik lag die operative EBIT-Rendite bei sieben Prozent vom Umsatz. Im Unternehmensbereich Energy and Building Technology stiegen die Erlöse um 1,5 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 0,8 Prozent. Die operative EBIT-Rendite beträgt 5,1 Prozent vom Umsatz. Geschäftsjahr 2019: Entwicklung nach Regionen Regional entwickelte sich das Geschäft 2019 bei Bosch unterschiedlich. In Europa lag der Umsatz mit 40,8 Milliarden Euro um 1,4 Prozent unter Vorjahr, wechselkursbereinigt um 1,2 Prozent. In Nordamerika stiegen die Erlöse um 5,9 Prozent auf 13 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt lediglich um 0,6 Prozent. In Südamerika erhöhte sich der Umsatz um 0,1 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt allerdings um sechs Prozent. In Asien-Pazifik (einschließlich Afrika) spiegelte sich der Einbruch der Automobilproduktion in Indien und in China wider. Der Umsatz sank um 3,7 Prozent auf 22,5 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 5,4 Prozent. Mitarbeiter: Jeder Fünfte in Forschung und Entwicklung tätig Zum Stichtag 31. Dezember 2019 beschäftigte die Bosch-Gruppe weltweit 398 150 Mitarbeiter in gut 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in 60 Ländern. Wesentlich für den Rückgang der Mitarbeiterzahl um 2,9 Prozent gegenüber Vorjahr ist der Verkauf des Geschäftsbereichs Verpackungstechnik. Insgesamt arbeiten rund 72 600 Spezialisten in Forschung und Entwicklung bei Bosch, nahezu 4 000 mehr als im Vorjahr. Die Anzahl der Software-Entwickler im Unternehmen stieg 2019 um mehr als zehn Prozent auf rund 30 000 Mitarbeiter. Wichtige Kenndaten finden sich hier , der Geschäftsbericht 2019 hier .