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Bosch investiert Millionen in Metall-3D-Druckzentrum

18.03.2025

Pressemeldung

Wirtschaft

Bosch investiert Millionen in Metall-3D-Druckzentrum

Nürnberg/Stuttgart – Schnelligkeit, Präzision, Flexibilität und Energieeffizienz: Für Bosch zentrale Faktoren in der Fertigung komplexer Metallteile, die das Unternehmen an interne wie externe Abnehmer liefert. Mit einem neuen Metall-3D-Drucker im Nürnberger Werk will Bosch seine Vorreiterrolle in der Zuliefererbranche stärken – und ist in Europa der erste Tier-1-Lieferant im Automobilbereich, der über eine Anlage dieser Leistungsklasse verfügt. Knapp sechs Millionen Euro hat das Werk für das Metall-3D-Druckzentrum und den damit verbundenen Erwerb sowie die Installation des Metall-3D-Druckers NXG XII 600 der Firma Nikon SLM Solutions investiert. Bosch steht weiterhin zum Standort Deutschland und investiert hier hohe Summen. Durch die Einführung neuer Technologien in unseren Werken sichern wir uns wichtige Umsatzpotenziale“, sagt Klaus Mäder, im Sektorvorstand von Bosch Mobility für Operations und damit alle Werke weltweit verantwortlich....Klaus Mäder, Sektorvorstand von Bosch Mobility für Operations. „Bosch steht weiterhin zum Standort Deutschland und investiert hier hohe Summen. Durch die Einführung neuer Technologien in unseren Werken sichern wir uns wichtige Umsatzpotenziale“, sagt Klaus Mäder, im Sektorvorstand von Bosch Mobility für Operations und damit alle Werke weltweit verantwortlich. Mit dem neuen 3D-Drucker sollen besonders die Entwicklungszyklen für Metallteile, die mit konventionellen Herstellungsverfahren viel Zeit in Anspruch nehmen, reduziert werden. „Mit der Neuanschaffung steigern wir unsere Produktivität und Geschwindigkeit in der Herstellung von Metallteilen – und damit unsere Wettbewerbsfähigkeit“, erklärt Alexander Weichsel, kaufmännischer Werkleiter in Nürnberg, zum offiziellen Betriebsstart der Anlage. „Damit setzen wir höchste Maßstäbe im Metall-3D-Druck. Das eröffnet uns komplett neue Möglichkeiten in der Serienfertigung“, ergänzt Jörg Luntz, technischer Werkleiter. Ob Bauteile für Wasserstoff-Anwendungen, Gehäuse für Motoren von Elektroautos, E-Achsen-Komponenten oder Motorblöcke für den Rennsport: Die schiere Größe und technische Ausstattung der Anlage eröffnen zahlreiche Anwendungsfälle. Auf Basis einer zuvor entwickelten, computergestützten Konstruktionsdatei schmelzen zwölf Laser Metallpulver Schicht für Schicht auf und erstellen so hochkomplexe Formen. Dabei ist der neue Metall-3D-Drucker bis zu fünfmal schneller als die bisher eingesetzten 3D-Druck-Anlagen. Aufwändige Strukturen wie innenliegende oder geschwungene Kanäle, die mit herkömmlichen Fräsverfahren schlichtweg nicht machbar sind, lassen sich problemlos umsetzen. So kann man mit konventionellen Methoden nicht um die Ecke bohren – im 3D-Druck hingegen schon. Der Drucker deckt die Herstellung der Rohteile ab, ohne Werkzeug und nach Bedarf. Auch Ressourcen werden geschont, denn die Verschwendung von Rohmaterial wird beim 3D-Druck fast auf null reduziert. „Die Nutzung des 3D-Druckers zur Herstellung von Bauteilen steigert nicht nur die Nachhaltigkeit in der Produktion, sondern ermöglicht es Bosch, hochflexibel auf volatile Stückzahlen zu reagieren und alles aus einer Hand anzubieten“, erläutert Alexander Weichsel. Fertigung eines kompletten Motorblocks im 3D-Druckverfahren Besonders anschaulich lassen sich die neuen Möglichkeiten des 3D-Druckverfahrens am Beispiel eines Motorblocks illustrieren: Vom ersten Entwurf bis zur Serienproduktion können hier in der konventionellen Produktion bis zu drei Jahre vergehen. Allein die Fertigstellung der Gussform für den Motorblock kann bis zu 18 Monate in Anspruch nehmen. Im 3D-Druck entfällt dieser Vorgang. Die Konstruktionsdaten werden direkt an den Drucker übermittelt, aufwändige Gussformen sind nicht erforderlich. Bereits nach wenigen Tagen liefert der 3D-Drucker einen fertigen Motorblock, die Entwicklungszeit des gesamten Produktes reduziert sich damit signifikant. Unter Volllast kann die Anlage innerhalb eines Jahres Metallteile mit einem Gesamtgewicht von etwa 10 000 Kilogramm fertigen und erzielt dabei Geschwindigkeiten von bis zu 1 000 Kubikzentimeter pro Stunde. Insbesondere die Zeit bis zur Markteinführung soll durch die schnellere Komponentenfertigung verkürzt werden. „Wir wollen gegenüber dem klassischen Fertigungsprozess Geschwindigkeit aufnehmen und mit dieser neuen Technologie Produkte schneller auf den Markt bringen“, sagt Jörg Luntz. „Schon heute können nur wenige Unternehmen Technik großindustriell so vom Band laufen lassen wie Bosch. Wir gehen jetzt den nächsten Schritt und bringen die Serienfertigung im Metall 3D-Druck auf Automotive-Niveau.“ Dies eröffnet völlig neue Chancen und Möglichkeiten – in der Automobilbranche, aber auch in zahlreichen anderen Industrien wie dem Energie- oder Luftfahrtsektor.

Projekt „GAIA-X 4 moveID“ entwickelt Grundlage für sicheren mobilen Datenaustausch

08.09.2022

Pressemeldung

Wirtschaft

Projekt „GAIA-X 4 moveID“ entwickelt Grundlage für sicheren mobilen Datenaustausch

Stuttgart – In welchen Parkhäusern gibt es gerade freie Ladesäulen? Wo sind in der Innenstadt noch Parkplätze verfügbar? Und wie lassen sich diese Informationen digital übermitteln und die Services anbieterübergreifend abrechnen? Die Antwort auf diese und ähnliche Fragen setzt einen sicheren Datenaustausch zwischen den Fahrzeugen und ihrer Umgebung voraus. Genau diese Grundlage erarbeitet jetzt ein Forschungsprojekt, bestehend aus Hochschulen, Autozulieferern und Systemprovidern unter Leitung des Konsortialführers Bosch. Das Projekt „GAIA-X 4 moveID“ soll in den kommenden drei Jahren die nötigen Standards und technologische Konzepte entwickeln, die den sicheren Informationsaustausch zwischen Anbietern und Kunden von Mobilitätsanwendungen ermöglichen. Das Ziel: dezentrale digitale Fahrzeugidentitäten. Für den Massenbetrieb von Elektromobilen, das automatisierte Fahren sowie den Aufbau vernetzter Städte wird dies zu einer wichtigen Voraussetzung. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert „GAIA-X 4 moveID“ mit 14 Millionen Euro, trägt so die Hälfte der Projektkosten.Mit Vernetzung digitale Services flächendeckend anbieten „Eine ganzheitliche, angebotsübergreifende, transparente Systemarchitektur für den Austausch von Daten im Straßenverkehr ist heute nicht verfügbar. Zwar gibt es einzelne Unternehmen, die aktuell schon Dienste anbieten. Aber diese Services sind auf spezielle Anwendungen, Fahrzeuge oder Kundengruppen zugeschnitten“, erklärt Peter Busch, Projektleiter von Konsortialführer Bosch. Die Infrastruktur beispielsweise ist oftmals kartografiert, allerdings liegen Informationen zur Verfügbarkeit der Services aufgrund fehlender Vernetzung der vielen, unabhängig agierenden Anbieter selten vor. „Damit Nutzer beispielsweise alle verfügbaren Ladesäulen finden oder Ladevorgänge bezahlen können, bedarf es offener Standards“, erklärt Busch. Dabei müsse stets gewährleistet sein, dass die Daten sicher verarbeitet und nicht von einzelnen Anbietern ausschließlich zu eigenen Zwecken verwendet werden. Nur so könne das notwendige Vertrauen der Nutzer wachsen und ein breites Angebot aller verfügbaren Dienstleistungen wie etwa das sogenannte Deep-Parking (Nutzen von sonst nicht verfügbaren Parkplätzen) entstehen. Das Konsortium baut deshalb auf dem europäischen GAIA-X-System auf, das technische, ökonomische und rechtliche Grundlagen für eine vertrauenswürdige und sichere Dateninfrastruktur definiert. GAIA-X setzt dazu auf Dezentralisierung und das Zusammenspiel verschiedener Cloud-Anbieter mit gemeinsamen Richtlinien. In diesem Sinne handelt auch das Projekt „GAIA-X 4 moveID“, nutzt Open Source für seine Entwicklungen, und stellt diese allen Anbietern für unterschiedliche Geschäftsmodelle zur Verfügung. Fahrzeuge werden zu Marktplätzen Mit den von „GAIA-X 4 moveID“ anvisierten Standards können Fahrzeuge Informationen mit anderen Fahrzeugen und ihrer Umgebung sicher und souverän ohne „Vermittler“ austauschen. Zu den „Infrastrukturpartnern“ der Fahrzeuge zählen beispielsweise Ladesäulen, Schranken, Lichtsignalanlagen oder Parkplätze. Das Forschungsprojekt will für Interaktion und Handel der Akteure untereinander Management- und Verwaltungsservices entwickeln mit Hilfe international anerkannter Hard- und Software. Vor allem im autonomen Fahrbetrieb können die Anbieter so Angebote wie Nachrichten, Unterhaltung, Navigation und vieles mehr mit dem System des Autos verknüpfen. Allein der Markt für Dienstleistungen rund um das vernetzte Parken wird weltweit auf zehn Milliarden Euro jährlich geschätzt. Zudem ist das gezielte Ansteuern von Parkmöglichkeiten ein wichtiger Beitrag zum Abbau von Verkehr und Emissionen – die Suche nach einem Stellplatz macht heute rund ein Drittel des innerstädtischen Verkehrs aus. Auch für den Erfolg der Elektromobilität ist die Verfügbarkeit von Informationen ein wesentlicher Faktor. In Europa werden Schätzungen zufolge bis 2030 gut die Hälfte der neu zugelassenen Automobile elektrisch angetrieben. „Ihre Nutzer müssen sich darauf verlassen können, möglichst rasch und rechtzeitig Lademöglichkeiten zu finden. Die Vernetzung der Systeme ist dafür grundlegend“, sagt Busch. Intensiver Datenaustausch als Basis für automatisiertes Fahren Automatisiertes Fahren im Massenbetrieb ist nur denkbar, wenn Automobile schnell und zuverlässig mit ihrer Umgebung kommunizieren. Der hierzu notwendige Datenaustausch ermöglicht eine klimafreundliche Steuerung der Verkehrsströme, die sich nach dem aktuellen Aufkommen richtet. So können Städte den Zugang zu bestimmten Bereichen in Echtzeit regulieren und Staus vermeiden. Dieses so genannte Zoning setzt allerdings voraus, dass Fahrzeuge veränderte Bedingungen sofort erkennen und entsprechend neue Routen wählen. Im Rahmen von „GAIA-X 4 moveID“ wird Zoning mit Testfahrzeugen erstmalig grenzübergreifend im Testfeld Deutschland-Frankreich-Luxemburg (Merzig/Saarbrücken) demonstriert. Autos erhalten dynamisch Informationen zur Einfahrt in definierte Bereiche.Die Projektteilnehmer im Überblick: Robert Bosch GmbH Materna Information & Communications SE Denso Automotive Deutschland GmbH Continental Automotive Technlogies GmbH WOBCOM GmbH ecsec GmbH Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes Atos Information Technology GmbH Chainstep GmbH Peaq Technology GmbH Zeppelin Universität gGmbH Datarella GmbH 51nodes GmbH Bigchain DB GmbH Fetch.ai Research & Development GmbH ITK Engineering GmbH Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. Airbus Defence and Space GmbH Delta Dao AG

Lebe fantastisch #LikeABosch

31.08.2022

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Wirtschaft

Lebe fantastisch #LikeABosch

Stuttgart – Bosch setzt seine erfolgreiche Markenkampagne #LikeABosch mit den Pionieren des „Deutsch-Hip-Hops“ fort: DIE FANTASTISCHEN VIER produzieren den Kampagnensong neu, mit selbst verfassten Lyrics, und fungieren als Hauptdarsteller in den neuen Werbespots. Ins Zentrum der Neuauflage rückt Bosch Konsumgüter für ein entspanntes, komfortables und nachhaltiges Leben. Unter dem Claim „Lebe fantastisch #LikeABosch“ präsentieren dafür die Bosch-Geschäftsbereiche Hausgeräte, Power Tools, Smart Home und Thermotechnik ihre Produkte für den „täglichen Bedarf“ erstmals gemeinsam unter einem Dach. Die Kampagne „Lebe fantastisch #LikeABosch“, ausgerichtet auf die DACH-Region, läuft ab 1. September 2022 im TV, auf YouTube und Social Media. Zusätzlich strahlt Amazon Prime Video TV-Spots im Rahmen der Champions League aus. Auf der IFA in Berlin stellen Bosch und DIE FANTASTISCHEN VIER das gemeinsame Projekt vor.Lebe fantastisch #LikeABosch Die Neuauflage der erfolgreichen #LikeABosch-Kampagne tritt in große Fußstapfen: #LikeABosch zählt zu den erfolgreichsten Marketingkampagnen weltweit, wurde seit dem Start 2019 mit über 30 nationalen und internationalen Awards ausgezeichnet, darunter der Deutsche Werbefilmpreis. Mehr als 15 Millionen Menschen, also rechnerisch jeder fünfte Deutsche, haben das erste #LikeABosch-Rap-Video gesehen. Das zweite Highlight-Video „Heat smart #LikeABosch“ wurde zum meistgesehenen deutschen YouTube-Werbevideo 2019. An diesen Erfolg will Bosch mit der Neuauflage seiner Kampagne anknüpfen: Sie umfasst ein 90-sekündiges Musikvideo, 7 TV-Spots, und wird reichweitenstark online, auf Social Media und Amazon Prime Video verlängert. Im Fokus von „Lebe fantastisch #LikeABosch“: Produkte und Lösungen, die das Leben einfacher, smarter, nachhaltiger und gesünder machen. Dazu zählen Elektrowerkzeuge, Geräte für Küche, Haushalt und Garten, Smart-Home-Produkte und Wärmepumpen. „Die neue Kampagne ist in vielen Aspekten für Bosch eine Premiere. Zum ersten Mal stehen gleich vier Geschäftsbereiche im Zentrum einer so groß angelegten Kampagne. Zudem haben wir mit den FANTASTISCHEN VIER einen Partner an Bord geholt, der sowohl prominent als auch wortgewandt, witzig und authentisch ist. Das übertragen sie gekonnt in die Spots und zeigen, wie Bosch-Produkte den Alltag verbessern und erleichtern“, sagt Bosch-Markenchef Boris Dolkhani. Fantastische Besetzung Für die Neuauflage seiner Kampagne setzt Bosch auf prominenten Support und ausgewiesene Kompetenz: DIE FANTASTISCHEN VIER sind die Begründer des deutschsprachigen Hip-Hops. Sie haben Hip-Hop nach Deutschland gebracht und salonfähig gemacht. Erstmalig haben die vier Hip-Hopper jetzt für ein Unternehmen einen Kampagnensong in ihrem Stil getextet und aufgenommen. Außerdem spielen sie die Hauptrollen in den Bosch-Spots. Die Regie übernahm Lars Timmermann, mit dem DIE FANTASTISCHEN VIER bereits für das Musikvideo ihrer Hitsingle „Zusammen“ gearbeitet haben. Ausschlaggebend für die Partnerschaft waren verbindende Elemente: „Genau wie Bosch kommen DIE FANTASTISCHEN VIER aus dem Schwabenland. Beide Karrieren haben sich räumlich nie auf diese Region begrenzt und sich doch nie gänzlich davon gelöst: Erfolg braucht Wurzeln. Darüber hinaus eint Bosch und DIE FANTASTISCHEN VIER der Anspruch, das Leben besser zu gestalten – sei es mit Technik, Musik oder dem Streben nach mehr Nachhaltigkeit. Bosch und DIE FANTASTISCHEN VIER sind ein perfektes Match“, erläutert Dolkhani. Zu den weiteren Akteuren und Unterstützern von „Lebe fantastisch #LikeABosch“ zählen die Kreativagentur Jung von Matt, die Produktionsfirma CZAR sowie seitens der Band Radar Media. Beteiligt sind darüber hinaus die Agenturen MediaCom, Lemundo, segmenta communications, Lucky7even und der Verlag falkemedia.

Bosch entwickelt keramischen Mikro-Reaktor erstmals in 3D-Druck

30.06.2022

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Wirtschaft

Bosch entwickelt keramischen Mikro-Reaktor erstmals in 3D-Druck

Ludwigsburg / Immenstadt – Premiere im Bereich 3D-Druck: Bosch ist es gemeinsam mit dem Karlsruher Institute of Technology (KIT) und dem Chemieunternehmen BASF erstmals gelungen, einen Mikro-Reaktor aus technischer Keramik mittels 3D-Druck herzustellen. In einem solchen Apparat laufen chemische Reaktionen ab. Nur wenige Materialien können den anspruchsvollen Umgebungsbedingungen hinsichtlich Temperatur, Stabilität und Korrosion standhalten, wenn chemische Reaktionen bei großer Hitze ablaufen. „Um eine chemische Reaktion zu steuern und zu kontrollieren sind Härte, Hitzebeständigkeit sowie komplexe Strukturen im Inneren des Reaktors nötig,“ sagt Klaus Prosiegel, Sales Manager beim Bosch-Start-up Advanced Ceramics im Allgäu. „3D gedruckte technische Keramik bringt diese hervorragenden Eigenschaften mit.“Viele Einsatzmöglichkeiten für technische Keramik Das Marktforschungsunternehmen Data Bridge prognostiziert für technische Keramik weltweit ein Marktvolumen von rund 15 Milliarden Euro bis zum Jahr 2029. Das vielseitige Material ist in den verschiedensten Branchen gefragt: In der Medizin ermöglichen es sogenannte bipolare Scheren, Gewebe zu schneiden und die Blutung gleichzeitig zu stillen. Elektrischer Strom, der durch die beiden metallischen Scherenhälften fließt, erwärmt das Gewebe und versiegelt es. Ein Isolator aus technischer Keramik sorgt dabei dafür, dass die beiden metallischen Klingen beim Schließen der Schere keinen Kurzschluss verursachen. Das macht Operationen schneller und sicherer. Im Bereich der Energietechnik kommt technische Keramik aufgrund ihrer extremen Hitzebeständigkeit und Ionen-Leitfähigkeit zum Beispiel in Brennstoffzellen-Stacks zum Einsatz. In der Mobilität bestehen Abstandssensoren, die beim Parken helfen, ebenfalls aus technischer Keramik. Ein weiteres Einsatzgebiet sind Mahlwerke für Kaffeevollautomaten. Hier bewirkt das besonders langlebige und harte Material, dass die Mahlwirkung auf Dauer gleichbleibt und es keinen Materialabrieb gibt, der den Kaffeegeschmack beeinflussen könnte. „In all diesen Bereichen sind wir mit unseren Produkten am Markt vertreten“, sagt Prosiegel. Premiere: Keramik-Reaktor in 3D-Druck Dass sich technische Keramik auch für chemische Reaktionen sehr gut eignet, wussten sie im Allgäu. „Die Herausforderung bestand allerdings darin, ein Verfahren zu finden, mit dem sich die komplexen Strukturen im Inneren des Keramik-Reaktors herstellen lassen,“ sagt Prosiegel. Zur Lösung dieser Aufgabe brachte das zehnköpfige Team von Bosch Advanced Ceramics die beiden Kernkompetenzen des Start-ups zusammen: technische Keramik und 3D-Druck. „Wir haben den 3D-Druck erfolgreich eingesetzt, um jene Bauteile aus Keramik zu produzieren, die auf herkömmliche Weise nicht darstellbar sind“, sagt Prosiegel. BASF setzt den Apparat nun in der Grundlagenforschung ein, weil er Untersuchungen unter besonders gut kontrollierbaren Temperaturbedingungen ermöglicht. Außerdem müssen im Kleinen weniger Rohstoffe und Energie verwendet werden als das in einem großen Reaktor der Fall wäre. Aus den Ergebnissen im Kleinen ziehen die Experten Schlüsse für die Umsetzung im Großen. „Ein Koch probiert ein neues Rezept auch zuerst im kleinen Rahmen aus, bevor er das Menü auf die Speisekarte setzt“, sagt Prosiegel. Zehn bis 20 weitere Apparate mit diesem Aufbau sollen deshalb im nächsten Schritt für BASF gedruckt werden. Und weitere Einsatzmöglichkeiten der technischen Keramik im Bereich Chemie sind laut Prosiegel gut denkbar: „Schließlich bestehen allein schon die meisten Labortiegel aus technischer Keramik“, sagt er und freut sich. Die Arbeit wird ihm und seinen Kollegen erst einmal nicht ausgehen. Wir haben den 3D-Druck erfolgreich eingesetzt, um jene Bauteile aus Keramik zu produzieren, die auf herkömmliche Weise nicht darstellbar sind....Klaus Prosiegel, Sales Manager Bosch Advanced Ceramics Bosch-Start-up Platform grow Bosch Advanced Ceramics gehört zur Bosch-internen Start-up Plattform grow. Sie ist mit Standorten in Europa, im Nahen Osten, Afrika, Südostasien, Indien, China, Japan, Nord- und Lateinamerika die globale Heimat für Start-ups innerhalb des Technologiekonzerns. Aktuell zählt die Start-up-Plattform weltweit zehn laufende Projekte in der Inkubationsphase. Weitere Informationen zu Bosch Advanced Ceramics gibt es im Internet.

Neuer Corona-Schnelltest von Bosch liefert zuverlässiges Ergebnis in 39 Minuten

25.09.2020

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Wirtschaft

Neuer Corona-Schnelltest von Bosch liefert zuverlässiges Ergebnis in 39 Minuten

Stuttgart – Bosch hat einen neuen Schnelltest für sein Analysegerät Vivalytic zum Nachweis des SARS-CoV-2-Erregers entwickelt. Damit steht das Testergebnis in 39 Minuten zuverlässig fest – schneller ist weltweit aktuell kein anderer Test auf Basis der Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Der neue Schnelltest von Bosch ist unter anderem prädestiniert für den dezentralen Einsatz in mobilen Testzentren an Autobahn-Raststätten oder Flughäfen. Getestete Personen können unmittelbar am Ort der Probenentnahme ein zuverlässiges Ergebnis erhalten. Der CE-gekennzeichnete Test ist ab sofort in Europa erhältlich und hilft, Quarantäne-Zeiten zu vermeiden, Labore zu entlasten und das Reisen und Arbeiten wieder sicherer zu machen: „Ein Schlüssel gegen die Corona-Pandemie liegt in der raschen Erkennung von Infektionsherden. Deshalb war es uns wichtig, nach unserem ersten Corona-Test einen noch deutlich schnelleren zu ermöglichen“, sagt Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. „Damit können wir den Menschen jetzt noch schneller Sicherheit geben“, so Denner weiter. Ein Schlüssel gegen die Corona-Pandemie liegt in der raschen Erkennung von Infektionsherden. Deshalb war es uns wichtig, nach unserem ersten Corona-Test einen noch deutlich schnelleren zu ermöglichen....Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH Der neue Bosch PCR-Singleplex-Test wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Hierzu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek: „Mir ist wichtig, dass Menschen so schnell wie möglich Klarheit über ihren Gesundheitszustand haben. Wir werden gerade in den nächsten Monaten vor der besonderen Herausforderung stehen, Menschen vermehrt testen zu müssen. Bei dieser komplexen Aufgabe kann das von Bosch mit Unterstützung des BMBF weiterentwickelte Testverfahren eine große Hilfe sein. Die rasante Verbesserung unserer technologischen Möglichkeiten zeigt, zu welchen innovativen Leistungen deutsche Unternehmen gerade in Krisenzeiten fähig sind.“ Der Test hat eine Sensitivität von 98 Prozent und eine Spezifität von 100 Prozent. Er wurde gemeinsam von der Bosch-Tochter Bosch Healthcare Solutions und dem deutschen Biotechnologie-Unternehmen R-Biopharm entwickelt – einem führenden Anbieter hochsensitiver manueller PCR-Tests. PCR-Tests gelten als Goldstandard unter den Testverfahren.Weltneuheit: gleichzeitige Auswertung von fünf Proben Bereits Ende März hatte Bosch nach nur sechs Wochen Entwicklungszeit einen ersten Schnelltest für sein Vivalytic-Analysegerät herausgebracht. Dabei handelt es sich um einen Multiplex-Test, der Proben in zweieinhalb Stunden sowohl auf das SARS-CoV-2-Virus als auch zeitgleich auf neun weitere Atemwegserkrankungen untersucht. Der neue beschleunigte Test ist jetzt ausschließlich auf SARS-CoV-2 ausgerichtet. „Mit unseren unterschiedlichen Corona-Tests und den variablen Auswertungsstrategien ermöglichen wir mit einem Vivalytic-Gerät verschiedene Testszenarien – vom Screening bis hin zur Unterstützung der Differentialdiagnostik bei Krankheiten mit ähnlichen Symptomen“, sagt Marc Meier, Geschäftsführer der Bosch Healthcare Solutions GmbH. Und die Entwicklung geht bei Bosch unter Hochdruck weiter: Ab Anfang Oktober 2020 sollen fünf Proben zeitgleich in einer Test-Kartusche und in vergleichbarer Geschwindigkeit ausgewertet werden können – eine Weltneuheit, so das Unternehmen. Damit steigert Bosch die Testkapazitäten auf mehr als 160 Proben pro Tag, die mit einem Vivalytic-Gerät vollautomatisiert verarbeitet werden können. Zudem soll die Durchlaufzeit des SARS-CoV-2 Tests bei positiven Proben mit Hilfe von optimierter Software in den nächsten Wochen weiter verkürzt werden. Vivalytic-Analysegerät: einfache Anwendung am Ort der Probenentnahme Die Vorteile der Bosch-Schnelltests liegen nicht nur in der raschen Analysezeit, sondern auch in der einfachen Handhabung: Mittels Abstrichtupfer wird eine Probe aus Nase oder Rachen eines Patienten entnommen und in die Test-Kartusche gegeben. Anschließend wird die Test-Kartusche, die bereits sämtliche für den Test erforderlichen Reagenzien enthält, für die automatisierte Analyse in das Vivalytic-Gerät eingeführt. Die Bedienung des Vivalytic-Analysegeräts ist anwenderfreundlich gestaltet und erfordert nur eine kurze Schulung des medizinischen Fachpersonals. Die Entwicklung des Vivalytic-Systems, bestehend aus Analysegerät und Testkartuschen, ist aus einer langjährigen Zusammenarbeit der Bosch Forschung und Vorausentwicklung mit Bosch Healthcare Solutions entstanden.  Bosch will bis Ende des Jahres die Kapazität für eine Million Tests erreichen. Da die Nachfrage nach dem Analysegerät und den Schnelltests anhaltend hoch ist, arbeitet das Unternehmen mit seinen Lieferanten intensiv daran, die Kapazität maximal auszubauen und die Lieferfähigkeit weiter zu erhöhen. 

Bosch Rexroth erzielt 2019 stabilen Umsatz auf Rekordjahrniveau

16.04.2020

Pressemeldung

Wirtschaft

Bosch Rexroth erzielt 2019 stabilen Umsatz auf Rekordjahrniveau

Lohr am Main – Bosch Rexroth hat sich 2019 in einem schwierigen Umfeld und trotz stark zurückgehender Auftragseingänge gut behauptet. Mit 6,2 Milliarden Euro blieb der Umsatz stabil auf dem Rekordniveau des Vorjahres. Profitiert hat das Unternehmen dabei vor allem von seinem soliden Kerngeschäft mit Hydraulik sowie dem weiteren Ausbau des Angebots im Bereich Fabrikautomation als wichtigem Türöffner für neue Märkte. „Wir ziehen eine positive Bilanz für das Jahr 2019“, erklärt Rolf Najork, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH mit Verantwortung für den Bereich Industrietechnik und Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG. „Angesichts der volatilen Märkte und der spürbaren Konjunkturabkühlung war dieses sehr gute Ergebnis alles andere als ein Selbstläufer. Es zeigt, dass unsere breite Aufstellung mit verschiedenen Geschäftsfeldern ein großer Vorteil ist, und dass wir mit unseren strukturellen Anpassungen die richtigen Weichen gestellt haben.“ In allen Regionen konnte Bosch Rexroth 2019 an den Erfolg des Vorjahres anknüpfen: Am umsatzstärksten blieben die Kernmärkte Deutschland und Europa. Der Umsatz in Deutschland sank um 4,1 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, der in den übrigen europäischen Märkten (ohne Deutschland) um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 2,1 Milliarden Euro. In den Wachstumsmärkten der Region Asien-Pazifik / Afrika erzielte Bosch Rexroth 1,6 Milliarden Euro Umsatz und damit ein leichtes Plus von 0,6 Prozent. In der Region Nord- und Südamerika stieg der Umsatz um 5,3 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Am Ende des Geschäftsjahres (Stand: 31.12.2019) beschäftigte das Unternehmen weltweit rund 31.000 Mitarbeitende.Wirtschaftliches Umfeld und COVID-19-Pandemie trüben Aussichten für 2020 Für das laufende Geschäftsjahr 2020 rechnet Bosch Rexroth mit einer rückläufigen Geschäftsentwicklung in allen Regionen und Branchen. Ursache sind zum einen die allgemeine Konjunkturschwäche sowie der Struktur-wandel in Kundenbranchen, die eng mit der Automobilindustrie verbunden sind. So gingen die Auftragseingänge im Laufe des Jahres 2019 um 20,3 Prozent zurück. Zum anderen trübt die weltweite COVID-19-Pandemie die Geschäftserwartungen für 2020. Die konsequente Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit bleibt für Bosch Rexroth deshalb in allen Bereichen von besonderer Bedeutung. „Die Entwicklungen um COVID-19 beschäftigen uns derzeit sehr. Wir haben in den zurückliegenden Wochen umfassende Maßnahmen ergriffen, um unsere Mitarbeiter, Kunden und Partner zu schützen und zugleich eine bestmögliche Versorgung sicherzustellen“, so Najork. „Sicherheit hat bei uns durchweg die höchste Priorität. Wir wollen unseren Kunden auch und gerade in solchen globalen Krisen ein verlässlicher und verantwortungsbewusster Partner sein.“Fokus auf Innovationen und neue Märkte Bosch Rexroth bleibt dabei einer der wichtigsten Innovationstreiber und Pionier für neue Technologien in seinen Märkten. So investierte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr 2019 rund 348 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung – eine Steigerung von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Zentrum steht dabei weiterhin die Entwicklung vernetzter und vollautomatisierter Lösungen in den beiden großen Bereichen Hydraulik und Fabrikautomation. Alle Geschäftsbereiche haben 2019 zum Erfolg von Bosch Rexroth beigetragen. Während sich das Kerngeschäft mit Industrie- und Mobilhydraulik als solide Basis erwies, entwickelte sich der Bereich Fabrikautomation mit dem Schwerpunkt Industrie 4.0 und der Vision der vollvernetzten Fabrik der Zukunft weiter zu einem wichtigen Türöffner für neue Märkte und Kunden.Anlagenbau und Engineering: Vernetzte und intelligente Hydraulik Auch im klassischen Kerngeschäft der Industriehydraulik treibt Bosch Rexroth den Wandel aktiv voran: Smarte hydraulische Komponenten und Systeme wie die kompakte Hydraulikeinheit CytroBox lassen sich schnell und einfach in die vernetzte Fertigung einbinden. Sie sind Industrie 4.0-fähig und bieten Dienste für das Internet of Things (IoT), beispielsweise zur Zustandsüber¬wachung von Maschinen oder Anlagen. Mobile Hydraulics: Smarte Lösungen für die mobile Arbeitsmaschine der Zukunft Trotz des angespannten Marktumfelds konnte Bosch Rexroth 2019 seinen Marktanteil in der Mobilhydraulik weiter ausbauen. Entscheidende Zukunftsthemen sind neue Aktivitäten in den Feldern Automatisierung und Fahrerassistenzsysteme, der Elektrifizierung sowie IoT. Mit BODAS Connect bietet Bosch Rexroth eine offene, skalierbare End-to-End-Lösung, mit der sich mobile Arbeitsmaschinen miteinander vernetzen lassen. Kunden können mit ihrer Hilfe Daten aus der mobilen Anwendung gezielt auslesen und analysieren. Auf der Branchenmesse für Baumaschinen BAUMA stellte das Unternehmen 2019 zudem die ersten Komponenten seines künftigen Elektrifizierungsangebots für Arbeitsmaschinen vor. Diese Lösungen unterstützen Kunden dabei, Emissionen zu senken und zugleich die Leistungsfähigkeit weiter zu steigern. Bosch Rexroth profitiert hierbei auch von der langjährigen Bosch-Expertise im Bereich der Elektromobilität.Fabrikautomation: neue Standards für die vernetzte Fertigung Im Bereich Fabrikautomation bilden die vernetzte Montage und Intralogistik einen wichtigen strategischen Schwerpunkt von Bosch Rexroth. Im Zentrum steht dabei die Vision der Fabrik der Zukunft mit softwarebasierten, automatisierten und vernetzten Lösungen. In diesem Geschäftsbereich konnte das Unternehmen 2019 unter anderem mit der offenen Automatisierungsplattform ctrlX AUTOMATION seine Position als Innovationstreiber weiter stärken.Als erste 5G-fähige Automatisierungsplattform von Bosch Rexroth verbindet ctrlX AUTOMATION eine Vielzahl an Geräten mit dem neuen Kommuni-kationsstandard und sorgt so für eine durchgängige Vernetzung in Fabriken. Bestehende Maschinen lassen sich über Retrofit-Lösungen mit der neuen Technik nachrüsten. Für mehr Flexibilität und höhere Produktivität in der automatisierten Fabrik sorgt das ebenfalls 2019 erstmals vorgestellte ActiveShuttle. Das autonome Transportsystem setzt neue Standards in der Intralogistik, befördert Lasten bis zu 260 Kilogramm und wird vollautomatisiert mithilfe einer integrierten Hubplattform be- und entladen. „GoGreen“-Projekt: Einsparziele bei Energie und CO₂ übertroffen 2019 konnte Bosch Rexroth auch auf dem Gebiet der CO₂-Neutralität wichtige Erfolge verbuchen: Als Teil der Bosch-Gruppe hat sich der Anbieter von Antriebs- und Steuerungstechnologien ehrgeizige Ziele für die Reduzierung des Energieverbrauchs und des CO₂-Ausstoßes gesteckt. Im Rahmen des Bosch Rexroth-Projektes „GoGreen“ wird die Energieeffizienz bereits seit 2011 in allen eigenen Werken und auch bei Kunden systematisch verbessert – und dies mit äußerst positiver Bilanz: Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2019 wurden bei Bosch Rexroth dank „GoGreen“ weltweit 620 Millionen Kilowattstunden Strom und Gas und damit mehr als 265.000 Tonnen CO₂ eingespart. Das entspricht dem jährlichen Energieverbrauch einer Stadt mit rund 80.000 Einwohnern. Der Energieverbrauch an den Bosch Rexroth-Standorten wurde um 20 bis 50 Prozent reduziert. Seit Ende 2019 hat Bosch Rexroth in Deutschland zudem einen CO₂-neutralen „Footprint“ erreicht.

Bosch bringt Maschinen für 5G in Pole-Position

26.11.2019

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Wirtschaft

Bosch bringt Maschinen für 5G in Pole-Position

Stuttgart – 5G kommt. Der neue Kommunikationsstandard beschleunigt das Internet der Dinge und sorgt für einen Schub bei Industrie 4.0. Steuerungen und Sensoren, verbaut in Anlagen, Maschinen und Logistikketten, profitieren von dieser schnellen und zuverlässigen drahtlosen Datenübertragung in Echtzeit. Um Maschinen auf die moderne Kommunikation vorzubereiten, müssen sie 5G-fähig werden. Bosch liefert jetzt die Lösung: Die neue Steuerungstechnik ctrlX AUTOMATION von Bosch Rexroth ist von Beginn an auf 5G ausgerichtet und in der Lage, eine Vielzahl von Geräten in der Industrie mit dem neuen Kommunikationsstandard zu verbinden. Vorgestellt wird ctrlX AUTOMATION auf der Fachmesse SPS in Nürnberg.Bosch öffnet Tor in neues Industriezeitalter Die Industrie schaltet mit 5G in den Turbo. Unsere neue 5G-fähige Automatisierungsplattform schafft die Voraussetzung und öffnet das Tor in ein neues Industriezeitalter,...sagt Bosch-Geschäftsführer Rolf Najork, zuständig für die Industrietechnik. Mit 5G wurde erstmalig ein Kommunikationsstandard entwickelt, der nicht nur die Vernetzung von Menschen adressiert, sondern auch das Internet der Dinge. Die Merkmale von 5G überzeugen: Der neue Standard ist bis zu 20-mal schneller als 4G, überträgt Daten mit einer Latenz von einer Millisekunde nahezu verzögerungsfrei und sorgt mit einer Zuverlässigkeit von bis zu 99,9999 Prozent dafür, dass der „digitale Versand“ beim Empfänger so sicher ankommt wie über ein Kabel. „5G ist eine Revolution und ein wichtiger Baustein für die Fabrik der Zukunft," sagt Najork. Ingenieure und Konstrukteure stehen jetzt vor der Herausforderung, 5G in ihre Maschinen und Produkte zu integrieren. Bosch präsentiert die Lösung und stillt den Bedarf: Die Hardware der neuen Automatisierungsplattform lässt sich mit einem 5G-Modul ausstatten. Betriebssystem und Software von ctrlX AUTOMATION sind von Beginn an 5G-kompatibel und unterstützen eine rasche Inbetriebnahme. Auch Maschinen im Bestand sind über Retrofit-Lösungen mit der neuen Technik nachrüstbar. 2020 kommt die neue Automatisierungsplattform von Bosch Rexroth auf den Markt. 5G wird zum Wettbewerbsfaktor für die vernetzte Industrie Bis zu 70 Milliarden Geräte sollen 2025 weltweit vernetzt sein, schätzen Experten. Viele davon in der Industrie. 5G wird zum Wettbewerbsfaktor. Dank des neuen Kommunikationsstandards lassen sich Anwendungen, die eine hochleistungsfähige und äußerst zuverlässige Funkverbindung erfordern, sicher und effizient in die Produktionshallen integrieren. Dazu zählt mobile Robotik, der Einsatz autonomer Transportfahrzeuge sowie das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine. Mit Hilfe von Augmented-Reality-Brillen bekommen Mitarbeiter beispielsweise Zusatzinformationen eingeblendet und können so Maschinen optimal überwachen und warten. Um die Aufgaben in der virtuellen mit jenen in der realen Welt zu kombinieren, bedarf es Datenfluss in Echtzeit. Das verspricht 5G. „Die neue Form der Kommunikation stellt alles bisher Dagewesene in den Schatten. 5G wird der erste industriefähige Funkstandard", so Najork. Bosch übernimmt Führungsrolle bei Industrie 4.0 und 5G Bosch entwickelt die Fabrik der Zukunft. Dafür setzt das Unternehmen auf Industrie 4.0 . Produkte werden zunächst in Bosch-Werken getestet und validiert, bevor sie auf dem Markt verfügbar sind. Diesen Ansatz verfolgt Bosch auch bei 5G. Auf der Hannover Messe hat das Unternehmen mit ActiveShuttle ein erstes 5G-fähiges autonomes Transportsystem vorgestellt. Für die Weiterentwicklung der Fabriken beantragte Bosch 5G-Lizenzen bei der Bundesnetzagentur, die den Aufbau von lokalen Campus-Netzen ermöglichen. Darüber hinaus hat Bosch den Vorsitz in der globalen Initiative 5G-ACIA übernommen mit dem Ziel, den neuen Kommunikationsstandard von Beginn an industriefähig zu gestalten.

Bosch und CATL kooperieren bei Batteriezellen

05.09.2019

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Wirtschaft

Bosch und CATL kooperieren bei Batteriezellen

Stuttgart – Bosch und Contemporary Amperex Technology Co. Limited (CATL) haben eine langfristige strategische Kooperation vereinbart. Die Partner werden gemeinsam leistungsstarke Batteriezellen spezifizieren. CATL wird diese dann gemäß Bosch-Anforderungen konzipieren, entwickeln und produzieren. Zum Einsatz kommen die Zellen in der von Bosch entwickelten 48-Volt-Batterie. Sie ist das Kernelement für die 48-Volt-Hybridantriebssysteme, die aus Effizienzgründen weltweit immer wichtiger werden. Mit der Vereinbarung sichert sich das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen zugleich die langfristige Versorgung mit Batteriezellen. „Wir müssen Batteriezellen verstehen, sie aber nicht selber fertigen“, sagt Dr. Stefan Hartung, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions. „Mit CATL haben wir dafür einen etablierten Zellspezialisten für Lithium-Ionen-Akkumulatoren als Partner gewonnen. Zusammen mit unserem System-Know-how und der Kompetenz im Batteriemanagement werden wir unsere starke Position im Markt für 48-Volt-Batterien ausbauen.“ CATL ist einer der größten Produzenten von Batterien weltweit und errichtet aktuell eine Batteriefabrik am Standort Erfurt in Deutschland. Für Bosch ist die Kooperation ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Marktführerschaft in der Elektromobilität. Bereits jetzt setzen zahlreiche globale Autohersteller auf die 48-Volt-Batterie von Bosch. Die 48-Volt-Hybridisierung wird in Zukunft zum Mindeststandard im Fahrzeugmarkt....Dr. Stefan Hartung, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions 48-Volt-System wird künftig zum Mindeststandard im Fahrzeugmarkt Die 48-Volt-Batterie gehört neben weiteren Systemkomponenten wie Gleichspannungswandler (DC/DC-Wandler) und elektrischen Maschinen zum Bosch-Portfolio für 48-Volt-Systeme. Mit dieser Technik will Bosch Fahrzeuge aller Klassen für zukünftige Emissionsanforderungen fit machen und eine erschwingliche Hybridisierung anbieten. Die 48-Volt-Elektrifizierung unterstützt den Verbrennungsmotor durch einen Elektromotor. Die Energie dafür kommt aus der 48-Volt-Batterie und wird beim Bremsen zurückgewonnen. Auf diese Weise sind Verbrauchseinsparungen von bis zu 15 Prozent erreichbar. „Aus Effizienzgründen werden wir es uns nicht mehr erlauben können, Bremsenergie ungenutzt verpuffen zu lassen“, sagt Hartung. „Die 48-Volt-Hybridisierung wird in Zukunft zum Mindeststandard im Fahrzeugmarkt.“ Weltweit wächst der Markt für 48-Volt-Lösungen. 2025 werden nach Einschätzung von Bosch rund um den Globus bereits fast 20 Prozent der jährlich verkauften Neuwagen ein 48-Volt-System mit der entsprechenden Batterie an Bord haben. Besonders in Europa und China steigt der Bedarf an 48-Volt-Systemen. 48-Volt-Batterie von Bosch ist kostengünstig und einfach zu integrieren Die Fertigung der ersten Generation der 48-Volt-Batterie ist bei Bosch bereits Ende des vergangenen Jahres im chinesischen Wuxi angelaufen. Das Besondere des aktuellen Produkts: Die Batterie ist kompakt und passiv gekühlt. Automobilhersteller können sie deshalb einfach in Fahrzeugmodelle integrieren und benötigen keine aufwändigen Kühlaggregate. Damit können sie auf lange und teure eigene Entwicklungen verzichten. „Wir sind zuversichtlich, mit unserer 48-Volt-Batterie eine führende Stellung im Markt zu erreichen und den 48-Volt-Hybrid für den Massenmarkt erschwinglich zu machen“, sagt Hartung. Bosch besitzt Kompetenz im ganzen Ökosystem der Elektromobilität Bosch ist in der Elektromobilität so breit aufgestellt wie kein zweites Unternehmen und will Marktführer im ab 2020 entstehenden Massenmarkt für Elektromobilität werden. Bis 2025 will Bosch seinen Umsatz in diesem Bereich auf fünf Milliarden Euro mehr als verzehnfachen. Weltweit sind schon mehr als eine Million Elektroautos mit elektrischen Antriebskomponenten von Bosch unterwegs. Powertrain-Projekte hat das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen bereits für 50 Elektrofahrzeug-Plattformen realisiert. Im größten und am schnellsten wachsenden Elektroautomarkt China ist Bosch Marktführer. Bosch-Technik lässt sich in so gut wie jeder Fahrzeugklasse finden – vom elektrifizierten Kinderwagen über Fahrräder, Roller bis zu Pkw und Nutzfahrzeugen. Bosch besitzt damit die Kompetenz im ganzen Ökosystem der Elektromobilität. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Autoherstellern verschafft Bosch Fahrern von E-Fahrzeugen zum Beispiel mittels Charging-Apps Zugang zu aktuell rund 40 000 Ladestationen in acht europäischen Ländern.

07.12.2018

Referat

Wirtschaft

Mehr Sicherheit, mehr Energieeffizienz, mehr Komfort: Bosch investiert in digita ...

Referat von Dr. Stefan Hartung, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH beim Pressegespräch des Unternehmensbereichs Bosch Energy and Building Technology am 7. Dezember 2018 Es gilt das gesprochene Wort.Sehr geehrte Damen und Herren, willkommen zu unserem Pressegespräch – bei uns auf der Schillerhöhe oder zugeschaltet per Webcast. Hier vor Ort begrüße ich Sie in einem unserer neu gestalteten Gebäude. Und vielleicht haben Sie im Vorbeigehen gesehen, wie sehr wir vor allem die Arbeitsumgebung modernisiert haben, ganz auf Zusammenarbeit ausgelegt. Möglicherweise sind Sie auf dem Weg hierher oder zu Ihrem Arbeitsplatz an der einen oder anderen Lösung aus dem Bosch-Bereich, über den wir heute reden wollen, bereits vorbeigekommen. Haben Sie es bemerkt? Wahrscheinlich nicht. Denn mit Energie- und Gebäudetechnik sind wir häufig hinter den Kulissen unterwegs, unsere Lösungen sind nicht immer sofort sichtbar. Aber auch mit dem Unsichtbaren tragen wir dazu bei, dass der Alltag der Menschen effizienter, komfortabler und sicherer wird. Darüber wollen wir heute reden. Um drei Themen wird es vor allem gehen: User Experience, die frühzeitige Einbeziehung des Kunden in die Entwicklung von Produkten und Services, Vernetzung und künstliche Intelligenz, der Einsatz von Sensoren, Software und selbstlernenden Systemen, damit Lösungen intelligent werden, Partnerschaften, Plattformen und Interoperabilität, also die Öffnung von Systemen verschiedener Anbieter füreinander. Für uns bei Bosch sind dies entscheidende Themen, um das Internet der Dinge, kurz IoT, konsequent voranzutreiben – und zwar nicht in ferner Zukunft, sondern jetzt. Wir sind mehr denn je überzeugt davon, dass das IoT den Alltag der Menschen grundlegend verbessern wird: Smarte Energie- und Gebäudetechnik sorgt für mehr Komfort und Sicherheit, sie spart Energie, senkt Betriebskosten und schont die Umwelt. Konkret bieten wir Produkte und Services, um Energie effizient zu erzeugen, zu messen, zu steuern, zu speichern und zu sichern. Ich spreche von vernetzten Heiz-, Kühl- und Lüftungssystemen im Bürogebäude, von Smart Home-Anwendungen fürs eigene Zuhause und nicht zuletzt von Energiespeichern im Industriebereich. Was haben User Experience, künstliche Intelligenz, Software-Plattformen und Interoperabilität damit zu tun? Sie sind entscheidend, um die Chancen des IoT auszuschöpfen. Bevor wir auf einige Lösungen aus dem Bereich Energie- und Gebäudetechnik sowie Services näher eingehen, möchte ich einen kurzen Blick auf aktuelle Trends, das Marktumfeld und auf die wirtschaftliche Entwicklung im ablaufenden Geschäftsjahr werfen. Wachsen durch Sparen – das Marktpotenzial effizienter Lösungen Im Jahr 2050 werden voraussichtlich mehr als sechs Milliarden Menschen weltweit urbane Räume bewohnen – doppelt so viele wie heute oder 70 Prozent der weltweiten Gesamtbevölkerung. Städte konsumieren bereits heute rund 75 Prozent der verbrauchten Energie, allein Gebäude kommen auf 40 Prozent. Bis 2035 wird der Energieverbrauch rund um den Globus insgesamt um 30 Prozent steigen. Damit zeichnet sich nochmals ein Zuwachs des CO 2 -Ausstoßes ab. Demgegenüber sind smarte, also vernetzte Lösungen zur effizienteren Energienutzung ein Schlüssel für den Klimaschutz. Denn nicht genug, dass sie einfach und automatisch für ein angenehmes Gebäudeklima sorgen – sie sparen Kosten, Energie und damit CO 2 -Emissionen. Die Digitalisierung von Gebäuden hat also auch eine ökologische Wirkung – und vor allem liegt sie klar im Trend. Weltweit sollen bis 2020 rund 230 Millionen Häuser intelligent vernetzt sein – das sind rund 15 Prozent aller Haushalte. Bis 2020 erwarten Experten einen Anstieg des weltweiten Marktvolumens für das Internet der Dinge um jährlich 35 Prozent auf 250 Milliarden US-Dollar (Quelle: Gartner). Dieses Marktpotenzial wollen auch wir bei Bosch nutzen. Bereits 2017 hat Bosch 38 Millionen vernetzbare Erzeugnisse verkauft. Davon profitiert auch der Unternehmensbereich Energy and Building Technology, bei dem es mehr als 13 Millionen internetfähige Geräte waren, zum Beispiel Sicherheitskameras oder Heizungen. Der Bereich wächst – zwar moderat, aber er wächst. Sein Umsatz legt in diesem Jahr von 5,4 auf 5,5 Milliarden Euro zu, das ist ein Plus von zwei Prozent. Wechselkursbereinigt liegt es bei sechs Prozent. Vor allem die Schwächen von US-Dollar und Türkischer Lira beeinträchtigen den Umsatzausweis. Die Mitarbeiterzahl im Bereich Energy and Building Technology ist im Jahresverlauf von rund 31 700 auf 32 400 gestiegen. (voraussichtlich) Meine Damen und Herren, übers Jahr hinaus ist und bleibt das Internet der Dinge der entscheidende Treiber für unser Geschäft. Es wächst rasant. Marktforscher rechnen damit, dass im kommenden Jahr weltweit mehr als 14 Milliarden Dinge vernetzt sein werden. Bis 2021 werden es 25 Milliarden sein. Dabei ist Vernetzung für uns kein Selbstzweck. Es geht darum, mit vernetzten Lösungen den Alltag der Menschen zu verbessern. Was tun wir bei Bosch dafür, um dieses Ziel zu erreichen? Wissen, was der Kunde will – User Experience Zunächst einmal: Produkte und Services müssen technisch überzeu-gen. Das allein reicht aber nicht: Sie müssen auch Spaß machen! Unsere Kunden wollen Produkte, die einfach und intuitiv zu bedienen sind und Probleme lösen. Kurz gesagt: Wir müssen wissen, was der Nutzer will und braucht – und das womöglich sogar, bevor er es selbst weiß oder ausgesprochen hat. Dazu muss man sich dem Nutzer, seinen Bedürfnissen und Erwartungen systematisch nähern. Genau das machen wir bei Bosch mit dem „User Experience“-Ansatz. In den vergangenen sechs Jahren haben wir mehr als 13 000 Mitarbeiter zu diesem Ansatz geschult. Er umfasst vier entscheidende Phasen: Nutzer-Beobachtung, Analyse der Beobachtungen, schnelle Gestaltung von Prototypen und Nutzertests. Wir wiederholen die vier Phasen, bis das Ergebnis und das Produkt überzeugen. Sie sehen: Wir beziehen den Kunden bei der Entwicklung von Produkten und Services von Anfang an in die Entwicklung ein. Und den Erkenntnissen, die wir dabei gewinnen, passen wir Funktion und Design an. Damit hören wir mit Markteintritt nicht auf: User Experience geht auch weiter, wenn das Produkt beim Verwender in Gebrauch ist. Ich nenne Ihnen ein Beispiel: Unsere 360° Innenkamera wurde bereits in Zusammenarbeit mit potenziellen Nutzern entwickelt. Seit der Produkteinführung der Sicherheitskamera Mitte 2017 sind unsere Produktentwickler im regelmäßigen Austausch mit unseren Kunden, haben 1 000 Feedbacks ausgewertet und zahlreiche Gespräche geführt. Seit der Markteinführung kamen so mehr als 20 neue Funktionen dazu: von der Kamerasteuerung via Alexa über die Erkennung verdächtiger Geräusche bis hin zur Möglichkeit, im Live-Video zu schwenken und zu zoomen statt nur statisch zu verfolgen, was zuhause passiert. Die erweiterten Funktionen der 360° Innenkamera zeigen: Wir machen den User gewissermaßen zum Entwickler und lernen von ihm und seinen Erfahrungen. Dieser Ansatz steckt auch im Konferenzsystem Dicentis für Dolmetscher. Stellen Sie sich vor, EU-Vertreter kommen zu einem europäischen Digitalgipfel zusammen – Politiker mit 24 Sprachen, die zu gemeinsamen Entscheidungen finden müssen. Hier sind Dolmetscher gefragt, die sich nicht auf Technik, sondern ganz auf korrekte Übersetzung des Gesagten konzentrieren können. Dazu haben wir gemeinsam mit ihnen ein Pult entwickelt, das unser System Dicentis erweitert. Wir haben Dolmetschern Zeichnungen, Modelle aus Holz und Prototypen gezeigt und auf Basis des Feedbacks die Anordnung der Bedientasten im Vergleich zum Vorgängermodell verändert. Das Pult lässt sich ohne hinzusehen bedienen, ist also auch für sehbehinderte Dolmetscher verwendbar. Zudem haben wir die Installation erleichtert. Dolmetscher können ihre Einstellungen im System speichern und bei Bedarf mit persönlicher NFC-Karte (Near Field Communication, Nahfeldkommunikation) kontaktlos aufrufen: Kurz die Karte vor das Pult halten, und schon sind alle individuellen Konfigurationen verfügbar. Das verstehen wir unter User Experience: den Menschen und seine spezifischen Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen. Vernetzung und künstliche Intelligenz gehen Hand in Hand Den Menschen entlasten, ihm Routineaufgaben abnehmen, ihn im Alltag so unterstützen, dass er Freiraum für kreative Arbeit oder auch für Erholung bekommt – das ist gleichermaßen das Ziel der Künstlichen Intelligenz, kurz KI. Ein Thema, über das momentan die ganze Welt spricht – Bosch setzt es um. Mit Hilfe von KI lernen Maschinen mit- und weiterzudenken, etwa indem sie Sprache und Bilder erkennen. Dies setzt die Auswertung von Daten voraus, die Vernetzung von möglichst vielen Dingen. Erst vernetzte Produkte werden mit Hilfe von KI zu intelligenten Assistenten. Was zählt, ist immer der Nutzen für uns Menschen im Alltag. Schon jetzt ist die Zahl der Verkehrstoten auf den Straßen gesunken, Betriebsausfälle in Fabriken haben abgenommen, lebensbedrohliche Krankheiten werden schneller und präziser erkannt, Maschinen verbrauchen weniger Energie, während zuhause der Komfort steigt. Bereits diese positive Entwicklung ist der Zunahme technischer Assistenz zu verdanken – im Verkehr, in der Produktion, aber auch in den eigenen vier Wänden. Sie wird sich fortsetzen, mit vernetzten Sensoren, Software, Services – und nicht zuletzt mit KI. In zehn Jahren werden alle Bosch-Produkte entweder selbst über KI verfügen oder mit ihrer Hilfe produziert und entwickelt werden. Von dieser Überzeugung zeugen auch unsere Investitionen. Bis 2021 wird das Bosch Center for Artificial Intelligence , kurz: BCAI, rund 300 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung von KI aufwenden. Im BCAI, das wir 2017 gegründet haben, forschen weltweit rund 170 Experten – eine Zahl, die perspektivisch auf mindestens 400 steigen soll. Sie arbeiten an rund 80 Entwicklungsprojekten – vom automatisierten Fahren bis hin zu Anwendungen in Medizin und Industrie. Dabei ist Bosch nicht allein unterwegs, sondern auch mit akademischen Partnern, den Universitäten Tübingen, Stuttgart und Amsterdam. Ich möchte Ihnen nun aus dem Bereich Energy and Building Technology einige Beispiele von Systemen und Services nennen, die über das Internet der Dinge vernetzt sind und sich in Richtung KI entwickeln. Schon heute werden im Bereich Bosch Service Solutions mehr als 15 Prozent der Kundeninteraktionen datenbasiert durchgeführt. Und datenbasiert heißt: direkte Kommunikation von Dingen und Maschinen ohne Einwirkung von Menschen. Bis 2021 wollen wir den Anteil dieser durch das Internet der Dinge vermittelten Interaktionen auf knapp 30 Prozent, bis 2025 sogar auf rund 50 Prozent erhöhen. In Pilotprojekten haben wir in unseren Service Solutions auch bereits den Einsatz von KI getestet. Konkret haben wir für die Kundenkommunikation Bots genutzt, also technische Dialogsysteme , die Texteingaben oder auch gesprochene Worte verstehen. Sie greifen auf Hintergrund-Datenbanken zurück, um die jeweils passende Antwort zur Frage abzuleiten. Dieser Vorgang entspricht mehr als reiner „Wenn-A-Dann-B“-Logik auf Basis festgeschriebener Schlüsselwörter. Mit KI sind Chatbots etwa in der Lage, den Kontext zu erfassen und damit mehrdeutige, falsch geschriebene oder falsch gesagte Begriffe einzuordnen. Mit dieser kontextsensitiven Wahrnehmung können Bots auch „Concierge-Funktionen“ übernehmen, also Kunden zielgerichtet und automatisch an den richtigen Kontaktpunkt weiterleiten. Ihre Software reagiert auf Kundenverhalten, schon deshalb gehen Bot-Lösungen über reine Suchfunktionen hinaus. Gleichwohl eignet sich dieser automatisierte Ansatz vor allem, um einfache und häufig gestellte Anfragen zu beantworten, zum Beispiel zu Lieferterminen oder Ausflugszielen. So haben Kundenberater mehr Zeit, sich um komplexe oder sensible Probleme zu kümmern. Wir sind überzeugt, dass der Mensch auch bei Service-Lösungen unersetzbar bleibt, etwa im Falle eines schweren Verkehrsunfalls. Eine menschliche Stimme ist in Situationen wie diesen notwendig, im strengen Sinn des Wortes. Wo Empathie gefragt ist, wird Bosch darauf weiterhin setzen, zum Beispiel beim Notrufdienst eCall. So kann ein geschulter Experte aus der Notrufzentrale beruhigend auf die Verunglückten einwirken. Künftig wird auch KI helfen können. Denn aus der Analyse von Sensordaten, sei es von Reifen, Autositzen, Gurtstraffern oder auch von Daten externer Wetterdienste, werden sich weitere wichtige Erkenntnisse zum Unfall gewinnen lassen. Es ist vorstellbar, dass KI die Rettungsdienste mit ersten wichtigen Angaben versorgt – nicht nur über Schnee oder Glatteis am Unfallort, auch über die wahrscheinliche Schwere der Verletzungen. Frühzeitige und umfassende Information kann Leben retten. Mehr Sicherheit bieten auch unsere Monitoring Services , und das mehr denn je über das Internet der Dinge. Wir vernetzen zum Beispiel kritische Bereiche und Infrastrukturen in Gebäuden. Rund 40 000 Fahrstühle allein in Deutschland sind an die Leitstelle von Bosch Service Solutions angeschlossen. Diese Art der Vernetzung ermöglicht im Ernstfall eine schnelle Befreiung eingeschlossener Personen. Auch in der Logistikbranche setzen wir sensorbasierte Dienste ein. Auf der Straße, auf dem Wasser und in der Luft steigt der Bedarf an internetbasierten Monitoring Services kontinuierlich. Sie helfen, Zustand und Aufenthaltsort von eiligen Bluttransporten, seltenen Impfstoffen, leicht verderblichen Nahrungsmitteln oder teuren Smartphones zu überwachen. Sollten Ort oder Zustand von der Norm abweichen, geht die Information sofort und automatisch an die Leitstelle. Der Nutzen für die Menschen: mehr Sicherheit und Komfort – und weniger Verschwendung. Um brenzlige Lagen geht es im wahrsten Sinne des Wortes im Geschäftsfeld videobasierte Branddetektion bei Bosch Building Technologies. Wir wollen dieses Geschäftsfeld weiter ausbauen, und gerade hier versprechen wir uns einiges vom Einsatz künstlicher Intelligenz. KI-basierte Spezialkameras vom Typ Aviotec erkennen Feuer über smarte Bildauswertung. Der direkte Kamerablick auf mögliche Gefahrensituationen detektiert Flammen oder Rauch binnen Sekunden – und damit noch schneller als herkömmliche Rauchmelder. Bei der konventionellen Brandmeldetechnik muss Rauch erst zum Detektor gelangen. Entsteht ein Feuer auf dem Boden in einer Halle mit hohen Decken, kann es Minuten dauern bis der Rauch an den Melder gelangt. Dagegen können die neuen und intelligenten Kameras Rauch und Flammen direkt an der Brandquelle detektieren – ein entscheidender Zeitvorteil, um Schäden zu begrenzen und vielleicht auch Leben zu retten. Über die Sicherheit hinaus sorgen unsere Smart Home-Lösungen für Raumklima, Komfort und Energieeffizienz. Ein Geschäft, das kontinuierlich zulegt. Allein der deutsche Markt soll einer Studie zufolge (Quelle: Arthur D. Little und eco) bis zum Jahr 2022 auf 4,3 Milliarden Euro wachsen – also jährlich im Schnitt um 26,4 Prozent. Zum Vergleich: 2017 waren es lediglich 1,3 Milliarden Euro. Dass vernetzte Lösungen im Eigenheim in Deutschland immer beliebter werden, erklärt der Branchenverband Bitkom nicht zuletzt mit der Verbreitung digitaler Sprachassistenten. Einfache Steuerung durch Sprache baut Berührungsängste zur Technik ab. Bosch hat in diesem Jahr Alexa in sein Smart Home-System integriert. Das ist KI auf Basis von Vernetzung und intelligenter Spracherkennung. Ein Sicherheitssystem, das sich mithilfe von Gesichtserkennung beim Eintreten deaktiviert oder ein Zimmerfenster, das sich aufgrund von Schlechtwetterdaten selbst schließt – so sieht für uns die Zukunft des Smart Home aus. Daraus wird ein Geschäft immer dann, wenn wir die Hausbewohner begeistern. Das tun wir beispielsweise mit dem Szenario-Manager , eines der Highlights auf der diesjährigen IFA in Berlin. Konkret ist der Manager eine App, über die sich alle mit dem Smart Home-System von Bosch vernetzten Geräte steuern lassen. So können Bewohner Alltagsroutinen wie das Ausschalten aller Lampen, Heizungen und Elektrogeräte beim Verlassen des Hauses schnell und komfortabel ausführen. Dabei können sie voreingestellte Szenarien nutzen oder eigene programmieren. Voreingestellte Abläufe sind zum Beispiel „Haus verlassen“ oder „nach Hause kommen“. Beim Auslösen des Szenarios „Guten Morgen“ fahren je nach Wunsch die Rollläden hoch, das Licht im Flur schaltet sich ein, und die Heizkörper-Thermostate regulieren die gewünschte Temperatur im Badezimmer. In der Küche wird dank des Zwischensteckers der angeschlossene Wasserkocher für die morgendliche Tasse Tee angeschaltet. Dies alles kann der Szenario Manager – dank der Vernetzung möglichst vieler Geräte. Künftig wird der KI-Anteil auch im smarten Zuhause zunehmen. Das Haus wird aus bestimmten Verhaltensmustern seiner Bewohner lernen und sich zu ihrem Nutzen selbst steuern können. Algorithmen werden erkennen, wenn etwas nicht nach einem bekannten Muster verläuft – etwa wenn ein smartes Heizungsventil mitten in der Nacht einen ungewöhnlich hohen Verbrauch registriert. Das Ventil meldet das ungewöhnliche Ereignis nicht nur dem Nutzer, sondern auch der Heizung selbst – sie schaltet sich ab, um Wasserschäden zu vermeiden. Dem Kunden bleiben hohe Kosten erspart. Wir sind überzeugt: Der Nutzen von KI wird so klar spürbar sein, dass wir damit weitere Hausbesitzer fürs Smart Home gewinnen können. Gerade deshalb beschäftigen wir uns schon heute mit künstlicher Intelligenz im Haus, mit Partnern inner- und außerhalb von Bosch. Damit sich Geräte verstehen – Plattformen und Interoperabilität Meine Damen und Herren, „gemeinsam“ ist das Stichwort für einen weiteren strategischen Aspekt, der uns bei Bosch wichtig ist: Partnerschaften, Plattformen und Interoperabilität. In der vernetzten Welt sind viele Geräte und Dienste unterschiedlicher Hersteller im Einsatz. Wir müssen diese Geräte und Dienste gewissermaßen Freunde werden lassen. Sie müssen sich verstehen, interoperabel sein, um Nutzen für die Menschen zu stiften. Dazu kann ich Ihnen heute vom jüngsten Neuzugang unseres IoT-Ökosystems berichten, dem Start-up SAST . SAST steht für Security and Safety Things GmbH. Erst vor wenigen Wochen in München gegründet, ist die Gesellschaft noch recht klein, hat aber Großes vor. Das Start-up ist eine 100prozentige Bosch-Tochter, die mit zunächst 80 Mitarbeitern den Markt mit Software für Sicherheitskameras aufmischen will. Das Ziel: Die weltweit erste offene IoT-Plattform für Kamera-Apps im Bereich Sicherheit zu entwickeln. Mitte 2019 soll der neue App-Store online sein. Sicherheitskameras sind nicht mehr wegzudenken, wo viele Menschen zusammentreffen – sie dienen dem Schutz von Bahnhöfen, Flughäfen, Kauf- und Bürohäusern. Längst helfen Kameras auch Gefahren frühzeitig zu erkennen, indem sie die Analyse von Bewegungsmustern unterstützen – auch dies ist ein frühes Einsatzfeld der KI. Es gibt jedoch eine Herausforderung: Mit der Alterung ihrer Software werden Kameras „dumm“. Und selbst wenn eine neue Software kommt, passt sie häufig nicht zur spezifischen Hardware. Sicherheitskameras könnten also viel mehr, gäbe man ihnen regelmäßig ein kompatibles aufgefrischtes Software-Paket. Genau hier kommt das neue Start-up ins Spiel. SAST stellt erstmals ein Betriebssystem zur Verfügung, mit dem Apps für verschiedene Sicherheitskameras programmiert und gesteuert werden können. Fürs Update ist also keine Vielzahl von Software-Varianten mehr notwendig, eine Version genügt. SAST schafft mit dem offenen und standardisierten Betriebssystem nichts weniger als einen globalen Marktplatz für Anwendungen in Sicherheitskameras. Für neue Kameras heißt das über den Lebenszyklus hinweg: alte Software raus, neue Software rein. Per Fernzugriff. Ohne weitere Anpassungen, ohne großen Aufwand. Wann immer nötig. Die neue Lösung trifft auf einen Markt, der seit Jahren stetig expandiert. Allein in Deutschland haben Kunden 2017 mehr als eine halbe Milliarde Euro für Videotechnik im Sicherheitsbereich ausgegeben, ein Plus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Quelle: BHE). Weltweit werden Hersteller 2018 rund 130 Millionen Sicherheitskameras ausliefern, 2006 waren es erst zehn Millionen Stück (Quelle: IHS Markit). Für diesen wachsenden Markt realisieren wir erstmals eine einheitliche Software-Entwicklungsplattform. Davon können alle Beteiligten profitieren. Meine Damen und Herren, mit unserem SAST-Engagement komme ich zum Schluss. Es verdeutlicht in besonderem Maße unsere Strategie, in digitale Wachstumsfelder zu investieren und dabei auch neue Plattformen entstehen zu lassen. Abschließend noch die Ankündigung des Wechsels in der Geschäftsführung des Unternehmensbereichs Energy and Building Technology. Diesen übernimmt ab dem 01. Januar mein Nachfolger Dr. Christian Fischer. Das Wort möchte ich nun an ihn übergeben.

Bosch Thermotechnik auf Wachstumskurs

10.07.2018

Pressemeldung

Wirtschaft

Bosch Thermotechnik auf Wachstumskurs

Wetzlar – 2017 hat die Bosch Thermotechnik GmbH einen Rekordumsatz von 3,4 Milliarden Euro und ein Umsatzwachstum von nominal vier und währungsbereinigt sechs Prozent erzielt. Auch im ersten Halbjahr 2018 ist Bosch Thermotechnik deutlich gewachsen. Der Umsatz ist in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um nominal drei und währungsbereinigt um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. „In den vergangenen 18 Monaten hat sich Bosch Thermotechnik sehr gut entwickelt, und das trotz eines schwierigen Umfelds“, sagte Uwe Glock, Vorsitzender der Geschäftsführung. „Die Kosten für Rohstoffe und Transport sind deutlich gestiegen, und wir hatten mit negativen Wechselkursentwicklungen zu kämpfen. Obwohl uns die Währungsabwertungen insbesondere von türkischer Lira und britischem Pfund einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet haben, konnten wir 2017 den bisher höchsten Umsatz in der Unternehmensgeschichte erzielen“, so Glock.Produktseitig sind vor allem Wärmepumpen und wandhängende Geräte Wachstumstreiber, während das Umsatzplus marktseitig besonders auf einem starken Europageschäft basiert. Kräftige Umsatzzuwächse erzielte Bosch Thermotechnik insbesondere im Hauptmarkt Deutschland und in der Türkei, außerdem in fast allen Märkten Mittel- und Osteuropas. Trotz Brexit und der damit verbundenen negativen Währungseffekte legte Bosch Thermotechnik im wichtigen britischen Markt deutlich zu und hat einen Umsatzzuwachs von acht Prozent in Landeswährung im ersten Halbjahr 2018 erwirtschaftet. „Es zahlt sich aus, dass wir seit Jahren kräftig und kontinuierlich in den Ausbau von innovativen Zukunftstechnologien investiert haben. Im Jahr 2017 war unser Budget für Forschung und Entwicklung mit 172 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch wie vor zehn Jahren“, so Glock. Mit mehr als 415 000 verkauften vernetzbaren Produkten ist Bosch Thermotechnik der führende Anbieter von Smart-Heating-Lösungen, die Komfort, Energieeffizienz, Betriebssicherheit und Servicequalität deutlich erhöhen. Auch die 2015 eingeführte völlig neuartige Gerätegeneration, die unter dem Namen DNA für Furore in der Branche gesorgt hat, kommt im Markt gut an. Die Geräte zeichnen sich durch Vernetzbarkeit, ein modulares Baukonzept, Servicefreundlichkeit und markantes Design aus. Die Geräteserie ist mittlerweile in rund 30 Ländern weltweit erhältlich. „Damit haben wir unsere Position als Weltmarktführer für Wohngebäude weiter gestärkt und neue Maßstäbe für die Heiztechnikbranche gesetzt“, betonte Glock. Gut aufgestellt für die drei Megatrends in Zeiten der Energiewende In den vergangenen zehn Jahren hat sich Bosch Thermotechnik von einem Produktanbieter zu einem internationalen Anbieter von kompletten Systemen im HVAC-Markt (Heating, Ventilation, Air-Conditioning) entwickelt. Auf dem Weg zur Thermotechnik der Zukunft setzt Bosch Thermotechnik weiter auf die drei Geschäftsfelder ‘Heizsysteme und Energiemanagement für Wohngebäude‘, ‘Warmwasserbereitung‘ sowie das ‘Anlagengeschäft für gewerbliche und industrielle Heizungs- und Klimatisierungssysteme‘. „Unser Ziel ist es, in Zeiten der Energiewende zu einem digitalen Klima- und Energie-Unternehmen inklusive Servicegeschäft zu werden, und wir streben dabei ein Umsatzwachstum von mindestens fünf Prozent pro Jahr an“, erläuterte Uwe Glock die ehrgeizigen Zukunftsziele. Dabei sind die drei großen Megatrends der Heiztechnikbranche – Dekarbonisierung, Digitalisierung und Dezentralisierung (Zunahme dezentraler Stromerzeugung) – langfristig die größten Herausforderungen, um Bosch Thermotechnik fit und sicher für die Zukunft zu machen. „Daher ist es wichtig, dass wir schon jetzt massiv den Ausbau von elektrischen Systemen, beispielsweise Wärmepumpen in Verbindung mit kontrollierter Wohnraumlüftung oder elektrische Warmwasserlösungen, vorantreiben. Auch der Ausbau des Neubaugeschäfts mit kompletten Systemlösungen für Wohngebäude, das Projektgeschäft im gewerblichen und industriellen Segment oder der Vorstoß in neue Geschäftsgebiete wie die Luftreinigung sind Schwerpunkte auf unserer Agenda für die kommenden Jahre“, sagte Glock. Bereits heute hat Bosch Thermotechnik eine Vielzahl an Produkten im Portfolio, die die drei zuvor genannten Megatrends für Installateure und Endkunden innovativ umsetzen. Stationäre Batteriespeicher von Bosch machen Stromversorgung flexibel Der Markt für stationäre Hochleistungsbatteriespeicher wächst rasant, denn effiziente Batteriesysteme verstetigen erneuerbare Energien und gleichen den zeitlichen Versatz zwischen Stromerzeugung und -bedarf aus. Bosch Thermotechnik bietet Stromspeicher in Leistungsbereichen für kleinere Industriebetriebe bis hin zu Kraftwerken an. Die Bosch-Batteriespeicher zeichnen sich durch ein ausgeklügeltes Kühlungssystem aus, das geringere Betriebskosten verursacht und eine vorzeitige Alterung der Batterien verhindert. Ein solcher Großspeicher steht beispielsweise auf dem Werksgelände von Bosch Thermotechnik in Wernau. Der zwölf Meter lange und mit 432 Batteriemodulen beladene Container kann vierzig Vier-Personen-Haushalte mit einem jährlichen Stromverbrauch von jeweils 3.500 kWh eine Woche lang versorgen. Die Anlage ist mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden und lädt oder entlädt sich je nach Angebot und Nachfrage auf dem Strommarkt. „Wir sind davon überzeugt, dass sich unsere Batteriespeicher wirtschaftlich durchsetzen werden, da sie effizienter und schneller als andere Lösungen sind“, sagte Uwe Glock. Smarte Vernetzung mit dem dezentralen Energiemanager von Bosch Der neue, im März auf der Fachmesse SHK Essen vorgestellte Energiemanager von Bosch unterstützt Smart-Home-Bewohner auf dem Weg in die Energie-Unabhängigkeit. Hausbesitzer entscheiden sich immer häufiger für ein System aus Wärmepumpe und Photovoltaik-Anlage. Die Software des Energiemanagers bringt dabei diese beiden Lösungen als Kombination intelligent zusammen und ermöglicht Eigenstromnutzung und effiziente Wärmeerzeugung. Der Energiemanager ist in das Bosch Smart-Home-System integriert: Mithilfe der App haben Nutzer alle Daten im Blick und können Hausgeräte problemlos einbinden. Smart-Home-Bewohner können dank effizienter digitaler Steuerung und regenerativer Solarenergie in Verbindung mit einem Batteriespeicher bis zu 80 Prozent ihrer Stromkosten sparen. Digitale Servicetools unterstützen Fachhandwerker „Digitale Lösungen sind für die Gestaltung der Zukunft in der Heizungsbranche der Schlüssel zum Erfolg. In absehbarer Zeit werden wir einen Großteil unseres Umsatzes mit vernetzbaren Lösungen erzielen. Unser Ziel ist es, Fachfirmen auf dem Weg in die vernetzte Welt als starke Partner zu unterstützen, so dass sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und dem Endkunden bestmöglichen Service bieten können“, so Glock. Ein neuer Baustein im digitalen Lösungsangebot des Unternehmens ist seit April 2018 die App EasyContact, die Fachhandwerkern einen direkten telefonischen Kontakt zu Bosch Thermotechnik-Experten ermöglicht. Mit nur drei Klicks wird der Handwerker schnell und einfach mit dem gewünschten Fachbereich verbunden. Im Laufe dieses Jahres werden weitere Funktionen ergänzt: So kann der Fachhandwerker künftig zum Beispiel ausgelesene Störmeldungen direkt mit der App an den Kundendienst übermitteln und der technische Berater dadurch noch schneller eine Lösung anbieten. EasyContact ist in die digitale Toolbox EasyService integriert, so dass alle digitalen Werkzeuge rund um den Service und die Inbetriebnahme der Heizsysteme in einer App zusammengefasst sind. Der Nutzen: mehr Übersicht, weniger Zeitaufwand, höhere Kundenzufriedenheit.

Deutschland kann Hightech: Halbleiter sind der Grundstein für mehr Lebensqualität

25.06.2018

Referat

Wirtschaft

Deutschland kann Hightech: Halbleiter sind der Grundstein für mehr Lebensqualität

Es gilt das gesprochene Wort.Sehr geehrte Damen und Herren, vor nur fast einem Jahr haben wir gemeinsam die Entscheidung zum Bau unserer neuen 300-Millimeter-Halbleiterfabrik bekannt geben – heute können wir nach komplexen Planungsschritten den Grundstein für die Chipfabrik der Zukunft von Bosch legen. Wir legen damit zugleich den Grundstein für mehr Lebensqualität der Menschen, wir legen den Grundstein für mehr Sicherheit im Straßenverkehr – und wir legen den Grundstein für eine Schlüsseltechnologie des Internets der Dinge sowie der Mobilität der Zukunft. Halbleiter sind Kernbestandteil aller elektrischen Systeme. Und Halbleiter machen Daten auch zum begehrten Rohstoff der Zukunft – ohne Halbleiter würde heute kein Auto mehr fahren. Sie ermöglichen automatisiertes, ressourcenschonendes Fahren und sorgen für bestmöglichen Insassenschutz – etwa beim Auslösen eines Airbags. Für die immer größeren Anwendungsfelder von Halbleitern erweitern wir unsere Fertigungskapazitäten und setzen für unser neues Werk auf den Technologiestandort Deutschland. Mit dem Neubau steigen wir erstmals in die 300-Millimeter-Technologie ein, um weitere Skaleneffekte zu erzielen und unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Die Landeshauptstadt Dresden ist für uns ein Motor der Mikroelektronik in Europa – und war damit weltweit die erste Wahl für unsere Milliardeninvestition. Ich bin überzeugt: Deutschland kann Hightech. Durch eine enge Kooperation mit Halbleiterunternehmen, Wissenschaft und Lehre wollen wir sowohl unsere Innovationskraft als auch die Wettbewerbsfähigkeit dieser Hochtechnologiebranche stärken – in Deutschland und in Europa. Meine Damen und Herren, in unserer Chipfabrik schaffen wir mit hochautomatisierten Fertigungsprozessen täglich nicht nur Zukunft in Form von Halbleitern. Wir schaffen ebenso die Zukunft für hochattraktive Arbeitsplätze. In unserem Hightech-Werk sollen künftig bis zu 700 Mitarbeiter tätig sein. Wir suchen kreative Köpfe, die den Bau der modernsten Chipfabrik von Bosch mitgestalten. Dazu setzen wir stark auf Fachkräfte aus der Region, aber auch auf internationale Kompetenzträger und Experten. Unser neues Bauvorhaben ist zugleich die größte Einzelinvestition in der Geschichte von Bosch. Wir investieren rund eine Milliarde in unseren neuen Standort und freuen uns, dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie beabsichtigt, die Einrichtung und Inbetriebnahme zu unterstützen. Neben der Bundesregierung haben auch das Land Sachsen und die Stadt Dresden Unterstützung zugesichert. Deshalb bedanke ich mich an dieser Stelle bei Ihnen, Herr Bundesminister Altmaier, und auch bei Ihnen, Herr Ministerpräsident Kretschmer. Sie und Ihre Vorgänger haben dazu beigetragen, dass wir heute gemeinsam bereits den symbolischen Grundstein legen können – für mehr Lebensqualität der Menschen, für die Halbleiterbranche in Dresden und für die Wettbewerbsfähigkeit des Technologiestandortes Deutschland.