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Hightech #LikeABosch – mit vernetzten, intelligenten und nachhaltigen Lösungen d ...

04.01.2022

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Wirtschaft

Hightech #LikeABosch – mit vernetzten, intelligenten und nachhaltigen Lösungen d ...

Dr. Tanja Rückert, Chief Digital Officer der Robert Bosch GmbH, und Mike Mansuetti, Präsident Bosch in Nordamerika, anlässlich der Consumer Electronics Show am 4. Januar 2022 Es gilt das gesprochene Wort. Guten Morgen und herzlich willkommen zur Bosch-Pressekonferenz! Wir freuen uns, dass wir Sie heute digital bei uns begrüßen dürfen. Leider können wir uns wegen der aktuellen Pandemie-Lage wieder nicht persönlich treffen. Das ist bedauerlich, aber die Gesundheit aller hat natürlich oberste Priorität. Die gute Nachricht ist, dass wir dank technischer Lösungen sicher auf virtuelle Art und Weise zusammenkommen können. Und das passt perfekt zu dem, was heute unser Thema ist. Wir möchten mit Ihnen über Technologie, ihre Vorteile und Möglichkeiten sprechen und darüber, welche positiven Auswirkungen sie haben kann. Technologie für eine bessere Welt – heute und morgen Sie haben gerade den neuesten Clip unserer #LikeABosch-Kampagne gesehen: „Hightech #LikeABosch“. Hier auf der CES ist der Begriff „Hightech“ natürlich jedem vertraut; bei Bosch haben wir jedoch eine ganz besondere Sicht darauf. Welche, das möchten wir Ihnen heute zeigen. Wir wollen erläutern, warum Hightech für uns mehr bedeutet, als nur die Grenzen des Machbaren zu erweitern. Wir setzen Technologie vielmehr als Mittel ein, um das Leben der Menschen zu verbessern, wo immer sie sind: zu Hause, bei der Arbeit, auf der Straße, im Krankenhaus oder sogar im Weltall! Als Unternehmen, das sich Innovationen verschrieben hat, die das Leben verbessern, stellen wir den Menschen in den Mittelpunkt unserer Entwicklung. Aber gerade in Zeiten so tiefgreifenden technologischen Wandels reicht es für Unternehmen nicht zu glauben, sie hätten auf alles eine Antwort. Um Menschen das zu geben, was sie brauchen und sich wünschen, muss man ihre Bedürfnisse – aber auch ihre damit verbundenen Vorbehalte und Bedenken – verstehen. Deshalb haben wir genau das getan: Wir haben eine repräsentative Meinungsumfrage in fünf Ländern – China, Deutschland, Indien, Großbritannien und USA – zu unterschiedlichen Technologiethemen durchgeführt. Ziel ist, herauszufinden, wie Menschen technologischen Fortschritt beurteilen, was sie von Technologie erwarten und worin sie die größten Chancen und Risiken sehen. Entstanden ist der Bosch Tech Compass, der hier auf der CES seine Weltpremiere feiert. Im Verlauf unserer Pressekonferenz werden wir einige der interessantesten und wichtigsten Erkenntnisse mit Ihnen teilen. Beginnen wir gleich mit dem für uns vielleicht entscheidendsten Ergebnis. Wie die Umfrage zeigt, herrscht weltweit großes Vertrauen in Technologie und starke Begeisterung für ihre Möglichkeiten. 72 Prozent der Befragten weltweit glauben, dass Technologie die Welt zu einem besseren Ort macht. Sie glauben vor allem, dass Technologie ihr Leben bequemer und sicherer macht und ihnen die Arbeit erleichtert. Auch zeigen sich die Menschen optimistisch, was das Potenzial von Technologie betrifft: 76 Prozent der Befragten sehen in ihr den Schlüssel zur Bekämpfung des Klimawandels. Dem stimmen wir bei Bosch voll und ganz zu. Auch wir sind fest davon überzeugt, dass Technologie unser aller Leben verbessern kann – nicht umsonst ist „Technik fürs Leben“ unser Leitbild. Das zeigt ein Blick in unser Portfolio: Denken Sie an nützliche und sogar lebensrettende Innovationen wie das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP), Airbag-Steuergeräte, unseren digitalen Schutzengel Help Connect oder den Corona-PCR-Schnelltest, den wir letztes Jahr für unser Vivalytic-Analysegerät entwickelt haben. Auch das Thema Klimaschutz nehmen wir sehr ernst: Bosch war das erste global tätige Industrieunternehmen, das alle internationalen Standorte klimaneutral gestellt hat. Derzeit arbeiten wir daran, bis 2030 die CO 2 -Emissionen entlang unserer Lieferketten und über den Lebenszyklus unserer Produkte um 15 Prozent zu senken. Dies entspricht 67 Millionen Tonnen Kohlendioxid – und ist etwa zwanzigmal mehr als unsere Standorte im Basisjahr 2018 emittiert haben. Über unsere Tochtergesellschaft Bosch Climate Solutions teilen wir zudem unsere Erfahrungen und unterstützen andere Unternehmen dabei, Klimaneutralität zu erreichen. Auch mit unseren Produkten fördern wir Nachhaltigkeit und ermöglichen den Nutzern, ihren CO 2 -Fußabdruck zu reduzieren. So hat zum Beispiel unsere US-Gebäudetechnik-Tochter Climatec einen 35-Millionen-Dollar-Auftrag der kalifornischen Stadt Ontario gewonnen, um sie energieeffizienter und sicherer zu machen und ihre Vernetzung voranzutreiben. Im Rahmen des „Smart Ontario“-Projekts werden wir durch die Nachrüstung der Infrastruktur mit intelligenten, vernetzten Lösungen wie Gebäudeautomation und LED-Straßenbeleuchtung die Treibhausgasemissionen der Stadt um voraussichtlich mehr als 10 000 Tonnen pro Jahr reduzieren. Zudem verfolgen wir schon lange die Vision einer klimafreundlichen Mobilität und haben dafür die ganze Palette an Komponenten und Systemlösungen für die Elektromobilität im Portfolio. Tatsächlich verfügt kein anderes Unternehmen über ein so breitgefächertes Angebot wie Bosch; vom batterieelektrischen Antrieb über regenerative Bremssysteme bis hin zur Brennstoffzelle: Wir bewegen alles, vom eBike bis zum schweren Nutzfahrzeug. Apropos eBikes: Hier kommen zwei der wichtigsten Treiber unseres Geschäfts zusammen – die Elektrifizierung und die Vernetzung. Vor nicht allzu langer Zeit galt das eBike noch als Nischenprodukt. Inzwischen ist es weltweit zu einem der beliebtesten Fortbewegungsmittel aufgestiegen. Was aber hat Vernetzung mit eBikes zu tun? Mehr denn je ist sie die Grundlage für ein individuelles Fahrerlebnis. Genau das bietet unsere neue Systemgeneration namens eBike Smart System den Nutzern. Die Ende letzten Jahres erstmals vorgestellte Innovation wurde mit einem CES ® 2022 Innovation Award Honoree ausgezeichnet und wird nun hier auf der CES erstmals in den USA einem breiten Publikum vorgestellt. Das völlig neue System bestehend aus eBike Flow App, Bedieneinheit, Display, Akku sowie Drive Unit verbindet das physische Erlebnis des eBike-Fahrens mit digitalen Annehmlichkeiten wie Vernetzung, Personalisierung und Services. So kann sich Ihr eBike zum Beispiel künftig Ihrem Fahrstil anpassen, Routen nach Ihrem Geschmack vorschlagen und Sie sicher ans Ziel leiten. Zudem lernt es dabei Ihre Interessen und Vorlieben. Dank Vernetzung ist das Fahrrad somit kein statisches Produkt mehr, sondern entwickelt sich nach dem Kauf ständig weiter. Mit Over-the-Air-Updates kann das Nutzererlebnis fortwährend mit neuen digitalen Erfahrungen verbessert werden. Dies ist nur ein Beispiel dafür, welche zentrale Bedeutung Vernetzung für unsere Produkte hat. Mehr noch freuen wir uns, Ihnen mitteilen zu können, dass wir ein wichtiges und langjähriges Ziel unseres Unternehmens erreicht haben: 100 Prozent unserer elektronischen Produktklassen sind inzwischen internetfähig. Das bedeutet, dass wir für nahezu alle unserer Produkte auch Funktionen wie drahtlose Updates und internetbasierte Services anbieten können. Denken Sie etwa an nützliche Dienste, wie den automatischen Notrufservice eCall oder unsere Falschfahrerwarnung, die wir durch die Internetanbindung von Fahrzeugen ermöglicht haben. Bosch ist ein IoT- und Softwareunternehmen Dieser Meilenstein ist ein Beleg dafür, wie Bosch sich zu einem Software- und IoT-Unternehmen entwickelt hat. Derzeit beschäftigen wir rund 35 000 Softwareentwickler. Jährlich investieren wir mehr als viereinhalb Milliarden Dollar in den Auf- und Ausbau der Softwarekompetenz in unserem Unternehmen. Wir verstehen deshalb besser als die meisten anderen Unternehmen beide Seiten der Medaille – besonders, wenn es um die Vernetzung von Dingen mit dem Internet geht. Lassen Sie uns einen Blick darauf werfen, was wir in zwei unserer Kernbereiche jüngst erreicht haben: dem Zuhause und der Mobilität. Im Bereich Technik für die eigenen vier Wände hat Bosch im Jahr 2020 vier Millionen internetfähige Elektrowerkzeuge, Hausgeräte und Heizsysteme verkauft. Diese Zahl ist 2021 auf über sechs Millionen Stück gestiegen – ein Wachstum von 50 Prozent. Und auch im Mobilitätsbereich hat Software absolute Priorität: Fahrzeuge entwickeln sich mehr und mehr zu Internetknoten. Das ist bereits seit geraumer Zeit eine Vision von Bosch. Daher sind wir bestens positioniert, um das softwaredefinierte Fahrzeug entscheidend mitzugestalten. In unserem Unternehmensbereich Mobility Solutions investieren wir jährlich knapp dreieinhalb Milliarden Dollar in unsere Softwarekompetenz. Zu Beginn des letzten Jahres hat der neue Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions seine Arbeit aufgenommen. Diese Einheit bündelt die Hard- und Softwareentwicklung für neue Elektronikarchitekturen im Fahrzeug. Dieses Jahr unternehmen wir einen weiteren Schritt und bündeln unsere Arbeit an anwendungsunabhängiger Fahrzeugsoftware für Autos und Cloud unter dem Dach unserer Tochtergesellschaft ETAS GmbH. Damit können wir Herstellern und anderen Zulieferern entsprechende Softwarelösungen künftig schneller, sicherer und effizienter bereitstellen. Wir optimieren aber nicht nur unsere eigene Organisation und bauen unsere Kompetenzen aus, sondern gehen auch Partnerschaften ein, um unsere Technologieführerschaft im Mobilitätsbereich voranzutreiben. So stärken wir beispielsweise gemeinsam mit Microsoft unsere Position in der Softwareentwicklung für alle Domänen – vom Auto bis zur Cloud. Wir können so die Softwareentwicklung beschleunigen und neue Funktionen schneller in Fahrzeuge bringen. Wir machen in der Zusammenarbeit große Fortschritte bei der Entwicklung einer offenen Technologieplattform, mit dem Ziel, die Entwicklungszyklen in der Autoindustrie zu verkürzen. Der steigende Bedarf an Software bringt nicht zuletzt auch einen erhöhten Bedarf an Softwareintegration mit sich. Auf diesem Gebiet ist Bosch dank seines Domänenwissens ideal aufgestellt und verfügt über das nötige Integrations-Know-how. Nehmen wir zum Beispiel das automatisierte Fahren. Ein automatisiertes Fahrzeug muss alle Fähigkeiten mitbringen, die auch ein Mensch zum Autofahren braucht: seine Umgebung wahrnehmen, Entscheidungen treffen, beschleunigen, bremsen und lenken. Bosch hat alle Bausteine für das automatisierte Fahren im Portfolio und schafft Schritt für Schritt die technischen Voraussetzungen. Mit unseren Fahrerassistenzsystemen ebnen wir schon jetzt den Weg für alle Stufen der Automatisierung. Das zahlt sich aus: Bosch hat mit Fahrerassistenzsystemen in den letzten fünf Jahren mehr als 10 Milliarden Dollar umgesetzt. Von Komponenten bis zu Systemen, von Software bis zu Services – bei der Mobilität der Zukunft führt kein Weg an Bosch vorbei. Welche Bandbreite an Technologien wir anbieten und wie diese in künftigen Fahrzeugen nahtlos integriert werden, zeigen wir auf unserem Messestand. Wir geben einen Einblick, wie Software, Personalisierung, Automatisierung, Vernetzung und Elektrifizierung schier unendliche Möglichkeiten für die Art und Weise eröffnen, wie wir in Zukunft von A nach B gelangen. Bosch auf dem Weg zu einem führenden datengetriebenen KI-Unternehmen Apropos Zukunft: Auf die Frage, welche Technologie in zehn Jahren ihrer Meinung nach den größten Einfluss haben wird, nannten die Befragten des Bosch Tech Compass weltweitübereinstimmend KI und 5G. Bei Bosch haben wir KI zu einem strategischen Schwerpunktthema gemacht. Wir wollen Vernetzung und Daten, die im Internet der Dinge (IoT) gesammelt werden, mit künstlicher Intelligenz (KI oder englisch: AI) zum AIoT verbinden, um unsere Produkte und Services kontinuierlich zu verbessern. Ein Meilenstein auf unserem Weg zu einem führenden datengetriebenen KI-Unternehmen war die Gründung des Bosch Center for Artificial Intelligence (BCAI) im Jahr 2017. Das BCAI ist derzeit mit insgesamt sieben Standorten in den USA, Deutschland, Indien, Israel und China vertreten. Es hat mehr als 200 Projekte in den Bereichen Mobilität, Fertigung, Landwirtschaft und Smart Home umgesetzt und leistet bereits einen positiven Ergebnisbeitrag von rund 350 Millionen Dollar. Mit dem systematischen Ausbau unserer KI-Kompetenz verfolgen wir zudem ein konkretes Ziel: Bis 2025 soll jedes Bosch-Produkt entweder mit KI ausgestattet oder mithilfe von KI gefertigt werden. Ein neues KI-Produkt, das wir hier auf der CES zeigen, ist unser neuer Home-Connect-Kühlschrank. Er kann die enthaltenen Lebensmittel erkennen, entsprechende Rezepte vorschlagen und damit nicht nur Abwechslung in Ihre Essensroutine bringen, sondern auch dabei helfen, Lebensmittel rechtzeitig aufzubrauchen, anstatt sie wegwerfen zu müssen. Ein weiteres, ganz besonderes Beispiel dafür, wie wir fortwährend Lösungen für höchstmöglichen Nutzen entwickeln, ist unsere SoundSee-Technologie. Dieses Audio-System kam erstmals in der Internationalen Raumstation ISS zum Einsatz, wo es mit KI dabei hilft, den Zustand kritischer Systeme zu überwachen, zum Beispiel die Umweltkontroll- und Lebenserhaltungssysteme der Raumstation. Heute zeigen wir erstmals einen neuen Anwendungsfall für Audio-KI, der auf der gleichen Technik basiert wie an Bord der ISS. Gemeinsam mit Highmark Health in Pittsburgh, Pennsylvania, erforschen wir, wie Audio-KI als Diagnosewerkzeug in der Kindermedizin genutzt werden kann. Genauer gesagt, arbeiten wir daran, das Sensorsystem so anzupassen, dass es Lungenkrankheiten wie Asthma schon in jungen Jahren erkennen kann, indem es die Atemmuster von Kindern abhört. Unsere Annahme ist, dass jedes Kind einen individuellen Audio-Fingerabdruck hat, und wir mithilfe von Audio-KI sein normales Atemgeräusch ermitteln können. Etwaige Veränderungen, so der Ansatz, werden von der KI erkannt, sodass möglichst durch einen frühzeitigen therapeutischen Eingriff bessere Ergebnisse erzielt werden können. Idealerweise ermöglicht uns diese Technologie eine nicht-invasive Überwachung kleiner Patienten und eine weitaus frühzeitigere Warnung der Eltern, sobald eine Abweichung vom Normalzustand vorliegt. Wir sehen in der Kombination von KI und IoT den Schlüssel, um den größten Nutzen aus diesen beiden Technologien zu ziehen. Sie können sich das wie einen unendlichen Verbesserungskreislauf vorstellen: Vernetzte Produkte übertragen Daten, die mithilfe von KI verarbeitet werden. Verbesserungen werden identifiziert, über Software-Updates wieder in das Produkt eingespeist und immer so weiter. Auf diese Weise werden die Kunden in den Entwicklungsprozess einbezogen und die Lösungen genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Das Ergebnis sind bessere Lösungen für unsere Kunden – und neue Einnahmequellen für uns. Wir sind in der Lage aus jedem Umsatz mit digitalen Produkten auch einen Serviceumsatz abzuleiten. Vertrauen und Verantwortung als Schlüssel zum Erfolg Wie die Befragten des Bosch Tech Compass sind auch wir überzeugt, dass künstliche Intelligenz und zunehmende Vernetzung künftig enormen Einfluss haben werden. Um das volle Potenzial dieser neuen Technologien auszuschöpfen, müssen sie jedoch auf breite Akzeptanz stoßen. Um das zu erreichen, müssen wir den Menschen den Nutzen nicht nur nachvollziehbar erläutern, sondern auch ihr Vertrauen in die Technologie und die Unternehmen, die sie entwickeln, stärken. Das gilt für alle neuen digitalen Technologien: Vertrauen kommt nicht von allein, es muss gewonnen werden. In diesem Punkt herrscht in unserer Umfrage ebenfalls große Übereinstimmung. Vier von fünf Befragten weltweit glauben, dass der Erfolg eines Unternehmens davon abhängt, inwieweit es ihm gelingt, das Vertrauen seiner Kunden im digitalen Umfeld aufzubauen. Dazu müssen Unternehmen verantwortungsbewusst handeln: beim Umgang mit sensiblen Daten ebenso wie bei der Abwägung ökologischer und ökonomischer Überlegungen und der Nutzung von Innovationen für das Gemeinwohl. Auch darin sind sich die Umfrageteilnehmer einig: Beeindruckende 83 Prozent der Befragten denken, dass sich technologischer Fortschritt stärker auf die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen statt auf die Befriedigung individueller Bedürfnisse konzentrieren sollte. In besonderem Maße zeigt der Bosch Tech Compass, dass sich die Menschen mehr denn je des Potenzials, aber auch der Tücken der Technik bewusst sind. Sie fordern von denen, die sie entwickeln, ebenso wie von denen, die ihre Nutzung gesetzlich regeln – also von Unternehmen und der Politik –, dass sie die Entwicklung verantwortungsbewusst in die richtige Richtung steuern. In unserem Streben nach technischem Fortschritt haben wir bei Bosch Vertrauen und Verantwortungsbewusstsein stets in den Mittelpunkt gestellt. Dies galt in der analogen Welt und gilt umso mehr in der digitalen Welt, wo Vertrauen ein knappes Gut ist. Vor allem wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen, wenn es darum geht, Innovation als Kraft für das Gute statt nur für den Profit einzusetzen. Deshalb haben wir für unsere eigenen Entwickler einen KI-Ethikkodex herausgegeben und verfolgen ausdrücklich eine KI, die sicher, robust und nachvollziehbar ist. Zudem stehen wir als treibende Kraft hinter dem Digital Trust Forum, einem internationalen Konsortium, das sich zum Ziel gesetzt hat, Vertrauen in KI und IoT-basierte Lösungen maßgeblich zu stärken. Insbesondere arbeiten wir mit unseren Partnern daran, vertrauensfördernde Richtlinien und mögliche Zertifizierungs- und Konformitätskennzeichen zu definieren. Die Idee ist, dass Produkte, die bestimmte Kriterien erfüllen, ein Digital-Trust-Siegel erhalten – vergleichbar mit den Energieeffizienzklassen, die Sie von Hausgeräten kennen. Nicht zuletzt hängen Vertrauen und Akzeptanz auch davon ab, ob Menschen einen konkreten Nutzen einer neuen Technologie erkennen können. In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen eine Bosch-Innovation vorstellen, die einmal mehr das unglaubliche Potenzial von KI zeigt. Es handelt sich um den ersten auf dem Markt verfügbaren Gassensor mit KI von Bosch, der in einem revolutionären neuen Produkt zur Anwendung kommt. Der Silvanet Wildfire Sensor von Dryad ist eine bahnbrechende Innovation zur sehr frühen Erkennung von Waldbränden – und unser Gassensor ist seine digitale Nase. Ganz abgesehen von der unvorstellbaren Zerstörungskraft die Waldbrände haben: Wussten Sie, dass sie für bis zu 20 Prozent der jährlichen CO 2 -Emissionen weltweit verantwortlich sind? Das ist so viel wie der gesamte Transportsektor zusammen, also alle Autos, Schiffe und Flugzeuge auf dieser Erde. Die Sensoren von Dryad werden an Bäumen angebracht, wo sie kontinuierlich das lokale Mikroklima überwachen, um beginnende Brände frühzeitig zu erkennen und die örtlichen Behörden drahtlos zu benachrichtigen – lange, bevor kamera- oder satellitengestützte Systeme dies tun können. Diese Sensoren werden dazu beitragen, zahllose Menschenleben und Häuser zu retten und Tonnen von CO 2 davor zu bewahren, in die Atmosphäre zu gelangen – alles dank KI und Konnektivität. Lösungen für eine bessere Welt Unser Ziel bei Bosch war stets und ist es nach wie vor, mit unseren Produkten und Lösungen den Alltag von Menschen zu verbessern. Die Befragten das Bosch Tech Compass sind optimistisch, was das Potential und den Nutzen von Technologie betrifft. Und wir sind es auch: Deshalb arbeiten wir weiterhin an Innovationen, die das Leben von Menschen in aller Welt positiv verändern sollen. Das geht Lichtjahre über Hightech hinaus, das ist „Hightech #LikeABosch“. Vielen Dank.

Bosch gestaltet die CO₂-freie Zukunft: Klimaschonende und attraktive Lösungen fü ...

06.09.2021

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Wirtschaft

Bosch gestaltet die CO₂-freie Zukunft: Klimaschonende und attraktive Lösungen fü ...

Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, und Dr. Stefan Hartung, Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions, anlässlich der Pressekonferenz auf der IAA Mobility am 6. September 2021 in München Es gilt das gesprochene Wort. Sehr geehrte Damen und Herren! Diese IAA steht im Zeichen einer dreifachen Herausforderung für die Automobilindustrie. Corona-Krise, Halbleiter-Knappheit, der Weg in die CO₂-freie Mobilität – das sind die Stichworte. Wir behaupten uns in diesem anspruchsvollen Umfeld und nutzen unsere Chancen. Gemeinsam mit unseren Kunden und Lieferanten tun wir alles, um die Lieferengpässe bei Halbleitern zu überwinden, nicht zuletzt mit dem Hochlauf unserer neuen Chipfabrik in Dresden. Der Umsatz unseres Unternehmensbereichs Mobility Solutions steigt in diesem Jahr um nahezu zehn Prozent. Wir sind technisch führend und daher geschäftlich erfolgreich. Das ist die Grundlage, auf der wir die weitere Transformation der Mobilität meistern. Diesem Wandel folgen wir nicht nur – wir gestalten ihn an der Seite unserer Kunden. Und deshalb wachsen wir gerade auch auf Zukunftsfeldern. Mit Systemen und Sensoren für die Fahrerassistenz legen wir 2021 um mehr als 40 Prozent zu. Unser Umsatz mit Elektromobilität steigt doppelt so stark wie der Markt. Er übertrifft bereits in diesem Jahr eine Milliarde Euro, 2025 werden es gut fünf Milliarden Euro sein. Die Elektromobilität wird für uns zum Kerngeschäft, die CO₂-freie Mobilität zu einem Wachstumsfeld für Bosch. Wir verwandeln Herausforderungen in Chancen – das ist unser Weg. Dabei verstehen wir uns als vorausdenkendes, die Zukunft gestaltendes Unternehmen. Wir sind Innovationsführer, besonders beim großen Thema Klimaschutz im Straßenverkehr. Welche Dynamik wir entfalten können, zeigt der Erfolg der E-Bikes – in einem Markt, der derzeit rasant wächst, allein 2020 in Europa um 35 Prozent. Mit unseren Innovationen haben wir dem E-Bike zum Durchbruch verholfen. Unser erster E-Bike-Antrieb kam 2011 auf den Markt, darauf folgte 2014 der erste Fahrradcomputer mit integrierter Navigation, 2018 das erste E-Bike-ABS. Innovationskraft kann neue Märkte schaffen. Es ist unser Anspruch, die Mobilität der Zukunft in der Breite zu gestalten. Dazu gehört, dass es auch morgen kein Auto ohne Bosch geben wird. 55 Prozent weniger CO₂-Ausstoß in europäischen Neuwagen bis 2030, 100 Prozent weniger bis 2035 – diese ambitionierten Ziele der EU-Kommission tragen wir mit. Die Mobilität der Zukunft muss das Klima schonen, aber auch bezahlbar und attraktiv sein. Nur so werden Menschen und Güter auch morgen mobil sein. Dazu verfolgen wir weiter einen technologie-offenen Ansatz. Und das heißt: Wir bieten für jede Anwendung die passende Lösung, maßgeschneidert innerhalb der politischen Rahmenbedingungen. Wir sind dafür so breit aufgestellt wie kein anderes Unternehmen unserer Branche, von Antrieben fürs Fahrrad bis hin zur Baumaschine. Ohne technologische Lücken können wir daher von Segmentverschiebungen im Markt profitieren, wie derzeit vom Schub für die Elektromobilität in Europa. Allerdings sind bei der Elektrifizierung des Fahrens noch einige Fragen offen – zum Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie zum CO₂-freien Strom. Hier darf es nicht bei Zielen bleiben, konkrete Umsetzungsschritte müssen folgen. Und hier sind Industrie und Politik gleichermaßen gefordert. Gemeinsam gilt es, die Balance zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Interessen im Auge zu behalten. Die EU-Kommission hat bei Pkw die Weichen klar in Richtung Elektromobilität gestellt – jetzt muss die Transformation der Automobilindustrie gelingen. Sie wird durch das hohe vorgegebene Tempo nicht einfach. Entscheidend wird sein, dass möglichst viele Menschen die ökologischen Ziele mittragen, auch unsere Beschäftigten. Dafür investieren wir in Qualifikations- und Weiterbildungsangebote. Das gehört zu unserer unternehmerischen Verantwortung. Aber eine Politik, die strenge technologische Vorgaben macht, ist auch in der Pflicht, sich um den Erhalt der Arbeitsplätze in unserer Industrie sowie um bezahlbare Mobilität zu kümmern. Wie aber profitieren wir von der neuen geschäftlichen Dynamik in der Elektromobilität? Darauf wird mein Kollege Stefan Hartung näher eingehen … Die Elektromobilität: Unsere nächste Erfolgsgeschichte … vielen Dank, Volkmar! Wie Du gesagt hast, liegt unser Vorteil in der breiten Aufstellung. Auch elektrisch macht kein anderes Unternehmen so vielseitig mobil wie Bosch, vom E-Bike bis zum 40-Tonner. Wir ermöglichen Elektromobilität in allen Anwendungen. Und wir sind zuversichtlich: Aus der Elektrifizierung des Fahrens wird das nächste Kapitel in der Erfolgsgeschichte von Bosch. Allerdings will ich hier nochmals betonen: Die geschäftliche Dynamik ist das eine, der Transfer unserer Mitarbeiter in das neue Geschäft das andere. Längst findet beides an unseren Standorten statt, aber der Wandel braucht Zeit – und Zeit ist besonders knapp im Klimaschutz. Umso mehr müssen wir die Menschen für die Nachhaltigkeit gewinnen. Wer das ökologische Klima schützen will, darf das soziale Klima nicht aus dem Auge verlieren. Für die Elektromobilität haben wir bereits Vorleistungen in Höhe von fünf Milliarden Euro erbracht. Allein in diesem Jahr kommen 700 Millionen Euro hinzu. Damit haben wir nicht zuletzt den beschleunigten Hochlauf in der Europäischen Union vorausgedacht. Und wir richten uns darauf ein, dass die Nachfrage auch global steigt. In aller Welt werden 2035 voraussichtlich 60 Prozent aller Neuzulassungen Elektroautos sein. Dabei denkt Bosch die Elektromobilität in technologischen Alternativen. Das bedeutet konkret: Wir investieren in den Batterie-, aber auch in den Brennstoffzellen-Antrieb. Je nach Anwendung differenzieren wir. Vor allem beim Schwerlast- und Langstreckenverkehr ist die Brennstoffzelle erste Wahl. Dazu verfolgen wir Kundenprojekte in China ebenso wie in den USA und Europa. Erste Lkw mit unserer Technik rollen bereits auf chinesischen Straßen. Wenn es um die batterieelektrische Mobilität geht, ist Bosch so vielseitig wie kein anderes Unternehmen aktiv. Wir treiben ihren Durchbruch mit spezifischen und umfassenden Lösungen voran. Wir liefern Silizium-Carbid-Chips, die den Wirkungsgrad des Batterie-Antriebs um bis zu sechs Prozent steigern. An der Spitze der Effizienz liegen wir mit unseren integrierten E-Achsen. Und last but not least bieten wir Autofahrern eine Eintrittskarte in unser Netzwerk von 200 000 Ladepunkten in Europa. Zur nächsten freien Säule navigieren, unkompliziert abrechnen – das macht unser internetbasierter Ladeservice möglich. Wir halten es für entscheidend, den Alltag des elektrischen Fahrens zu erleichtern. Dazu stellen wir hier auf der IAA ein Kabel vor, das beim Laden an der eigenen Steckdose erstmals ohne schwere Kontrollbox auskommt. Auch nachhaltige Mobilität soll unkompliziert sein – nur so wird sie sich durchsetzen. Mit unseren Produkten und Services werden wir zum Durchbruch der Elektromobilität beitragen. Wir sind in allen Systemen des Fahrzeugs mit tiefem Verständnis vorn dabei, das veranschaulicht auch dieses Showcar hier auf unserem Messestand. So ermöglichen wir nicht zuletzt das automatisierte Fahren – ein Zukunftsfeld, das wiederum Volkmar Denner skizzieren wird ... Das automatisierte Fahren: Wir machen Tempo … auch auf diesem Feld kommen wir voran, meine Damen und Herren. Konkret ebnen wir dem automatisierten Fahren über die Fahrerassistenz den Weg. Auch hier ist Bosch das Unternehmen der Pionierleistungen, vom elektronischen Schleuderschutz bis hin zur automatischen Notbremsung. Wir verfolgen weiter die „Vision Zero“ – keine Verkehrstoten mehr. Die Fahrerassistenz macht das Autofahren sicherer und komfortabler zugleich. Unsere Erfolgsgeschichte schreiben wir mit neuen Assistenzfunktionen für Pkw fort. So wird der Fahrer mit Bosch-Technik zum Beispiel die Hände vom Lenkrad nehmen können. Wir sind Marktführer in der Fahrerassistenz und wachsen auch 2021 kräftiger als der Markt. Für die Automatisierung des Fahrens beherrscht Bosch alle Disziplinen. Wir verfolgen die Strategie, alle wesentlichen Elemente aus einer Hand zu liefern: Zentralsteuergeräte, Sensoren und Vernetzung. Daran arbeiten bei Bosch mehr als 5 000 Ingenieurinnen und Ingenieure, und es werden noch mehr. Mit unseren Patenten liegen wir weltweit auf einem vorderen Platz – allein 2020 sind gut 1 000 Patentanmeldungen hinzugekommen. An Bosch führt also auch beim automatisierten Fahren kein Weg vorbei. Und wir machen weiter Tempo. Ein künftiger Fokus liegt auf Anwendungen in der Logistik. Lastwagen, die sich fahrerlos auf Speditionshöfen bewegen – auch das wird mit Bosch an Bord möglich. Der Alltag des automatisierten Fahrens jedoch beginnt mit dem fahrerlosen Parken. Hier liegt Bosch gleichermaßen vorn und hat mit Pilotprojekten in Deutschland und den USA Standards gesetzt. Vor allem das Automated Valet Parking, wie es auf dieser IAA demonstriert wird, ist „made by Bosch“. Entscheidend ist unser Konzept zur Vernetzung von Fahrzeugen und festinstallierten Videokameras im Parkhaus. Dazu haben wir die Kameras mit dem Knowhow aus unserer Sicherheitstechnik entwickelt. In den nächsten Jahren wird sich das fahrerlose Parken im Parkhaus durchsetzen. Dazu arbeitet Bosch mit Mercedes-Benz und weiteren Partnern bereits am weltweit ersten Serieneinsatz. Im Stuttgarter Flughafen-Parkhaus sollen Autos künftig per Smartphone-Befehl parken. Die neue Mercedes-Benz S-Klasse ist das weltweit erste Serienfahrzeug mit der notwendigen Technik an Bord. Weitere Modelle verschiedenster Hersteller werden folgen. 2025 erwarten wir weltweit mehrere Millionen Fahrzeuge und gut 1 000 Parkhäuser, die das Automated Valet Parking „können“. Das Fahrzeug als Internetknoten: Unser Software-Knowhow Mit solchen Funktionen, meine Damen und Herren, wird eine Prognose Realität, die wir bereits vor zehn Jahren formuliert haben: Das Fahrzeug wird zum Internetknoten. Vom Auto bis zur Cloud – nur Bosch ist in allen Domänen der Software-Entwicklung aktiv. Dazu kooperieren wir auch mit Microsoft. Die software-dominierte Zukunft des Autos braucht Unternehmen wie Bosch, die beides beherrschen: die elektronischen Systeme im Auto sowie das Internet der Dinge, mit dem das Auto vernetzt ist. An Bord der Fahrzeuge wird eine neue Elektronik- und Software-Architektur notwendig – wir können sie liefern. Selbst das Fahrrad wird Teil des Internets. Dazu stellen wir hier auf der IAA unsere neue E-Bike-Flow-App vor, die zum Beispiel Software-Updates unserer Komponenten ermöglicht. In der Forschung und Entwicklung unserer Mobility Solutions ist inzwischen fast jeder zweite Mitarbeiter Software-Ingenieur. Damit stellen wir uns nicht zuletzt auf eine neue Rollenverteilung in unserer Branche ein. Mehr als bisher entwickeln Automobilhersteller eigene Software, sie beauftragen auch spezialisierte Software- und Chiplieferanten. Umso mehr wird Software-Integration nachgefragt, damit in allen Modellen die Module aus verschiedenen Quellen zusammenpassen. Auch dieses integrative Knowhow bringt Bosch mit. Beispiel Infotainment Computer: Dies sind die software-intensivsten Systeme im Fahrzeug, und bis 2025 werden sich Rechenleistung und Software-Komplexität nochmals verdoppeln. Hier ist der Anteil integrierter Fremdsoftware besonders hoch, bis zu 90 Prozent. Und auch hier verzeichnen wir ein weit überdurchschnittliches Wachstum, jährlich um 25 Prozent bis 2025. Mit allen unseren Lösungen, meine Damen und Herren, gestalten wir eine neue Ära der Mobilität mit, wie es das Motto unseres IAA-Standes ist.

Die emissionsfreie Mobilität kommt – wenn die Lösungen bezahlbar sind und begeistern

10.09.2019

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Die emissionsfreie Mobilität kommt – wenn die Lösungen bezahlbar sind und begeistern

Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung, auf der Pressekonferenz zur Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt am 10. September 2019 Es gilt das gesprochene Wort.Diese IAA bewegt, sehr geehrte Damen und Herren! Sie bewegt nicht mehr nur die Automobilindustrie und ihre Kunden, vielmehr auch Debatten und Demonstrationen. Und mehr denn je bewegen kritische Fragen die Gesellschaft: Wie Mobilität gestalten, ohne die Umwelt zu schädigen? Wie den nötigen technischen Fortschritt wirtschaftlich realisieren? Wie schließlich die sozialen Folgen der Verkehrswende beherrschen? Wir werden eine neue Balance finden müssen im Dreieck zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Interessen. Einfache Lösungen gibt es dafür nicht, niemand hält allein den Schlüssel in der Hand. Darum muss man ringen – im offenen Dialog. Es ist Automesse, und doch stehen Fragen wie diese ebenso wie die Neuheiten auf vier Rädern im Brennpunkt des Interesses. Unsere Antwort besteht aus zwei Teilen. Zum einen: Wir wollen Mobilität, die das Klima des blauen Planeten ebenso wie die Luftqualität in den Städten schützt. Bosch ist das erste Industrieunternehmen, das weltweit alle Standorte binnen eines Jahres CO 2 -neutral stellt. Und genauso entschlossen realisieren wir effiziente Antriebstechniken – vom Verbrenner bis zur Brennstoffzelle. Zum anderen: Was ökologisch richtig ist, darf wirtschaftlich und sozial nicht falsch sein. Emissionsfreie Mobilität ist möglich – wenn sie für die Menschen bezahlbar bleibt und ihr Nutzen begeistert. Nur so können wir sie auf dem Markt durchsetzen. Dabei ist Mobilität für uns längst mehr als das Fahren mit dem eigenen Auto. Wir stellen uns die Mobilität von morgen nicht nur elektrifiziert und automatisiert vor, vielmehr auch vernetzt und personalisiert. Und gerade das personalisierte Fahren wird mehr sein als Autofahren. Wir verstehen darunter Services für den persönlich besten Weg zum Ziel, egal ob auf zwei oder vier Rädern, egal ob auf Straße oder Schiene. Multimodale Mobilität unterstützen – auch das ist eine Antwort auf die kritischen Fragen zum Straßenverkehr. Schlüssel in die Zukunft: Jährlich drei Milliarden Euro für Software Zunächst aber entwickeln wir für die Mobilität der Zukunft die technischen Grundlagen. Tiefes Know-how in Elektronik und Software – das ist für uns der Schlüssel. Schon jetzt beschäftigt unser Unternehmensbereich Mobility Solutions gut 14 000 Software-Entwickler – jährlich investiert er in die Software-Entwicklung nahezu drei Milliarden Euro. Damit machen wir die Elektronik- und Software-Architektur der Fahrzeuge deutlich leistungsfähiger – wichtig fürs vernetzte, aber auch fürs automatisierte und elektrifizierte Fahren. Die Rechenleistung wird sich Anfang der nächsten Dekade mindestens um den Faktor 1 000 vergrößern. Kommen werden leistungsstarke Leitrechner. Rechner dieser Art realisiert Bosch bereits für die Integration von Infotainment-Systemen und Fahrerassistenz-Funktionen. Mit solchen Rechenzentren werden sich Fahrzeuge zunehmend im Internet der Dinge bewegen. Endlich Wachstum: Die Elektromobilität wird zur Erfolgsgeschichte Wie aber fahren sie morgen auf der Straße? Wir sehen eine schrittweise Transformation des automobilen Antriebs voraus. Zunächst steckt im Verbrenner noch Energie. 2030 werden drei von vier Neuwagen Diesel- oder Benzinmotoren an Bord haben, mit oder ohne Hybrid. Schon deshalb ist es praktizierter Umweltschutz, auch diese Motoren weiterzuentwickeln. So stößt der Diesel mit der neuen Abgastechnik von Bosch nahezu kein Stickoxid mehr aus, wie unabhängige Tests bereits gezeigt haben. Und unsere Lösung geht in Serie, auch mit Fahrzeugen hier auf der Messe. Unser nächstes Ziel ist die Partikelreduktion beim Benziner. Das heißt im Klartext: 70 Prozent weniger Feinstaub, als nach der geltenden Norm Euro 6d erlaubt ist – nachgewiesen auf der Straße ebenso wie auf dem Prüfstand. Damit nicht genug: Um mehr als 90 Prozent können wir auch den Bremsstaub vermindern, sei es mit regenerativen Bremssystemen oder unserer iDisc-Bremsscheibe. Ein Straßenverkehr, der die Luft in den Städten nicht mehr belastet – diesem Ziel kommen wir immer näher. Endlich kommt auch der Markt für Elektromobilität unter Strom. Immer deutlicher zeichnet sich ab: Der elektrische Antrieb wird die nächste Erfolgsgeschichte von Bosch. Technisch wie geschäftlich liegen wir vorn. Wir sind an der Spitze mit dem Wirkungsgrad unserer Komponenten, wir sind breiter aufgestellt als andere Zulieferer – vom Bike bis zum Truck. Und das Wachstum kommt. 2018 haben wir für die elektrische Mobilität 30 Serienprojekte im Wert von acht Milliarden Euro akquiriert, im ersten Halbjahr 2019 ist bereits eine Reihe weiterer Aufträge in Höhe von fünf Milliarden Euro eingegangen. In Summe ergibt dies also für unsere Elektromobilität einen Orderwert von 13 Milliarden Euro binnen 18 Monaten. Schon 2020 werden wir die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro übertreffen. Für 2025 haben wir einen Umsatz von fünf Milliarden Euro anvisiert – eine Marke, die wir mehr als erreichen werden. Unsere Produkte kommen an, unsere Vorleistungen zahlen sich aus. Zugleich industrialisieren wir den Brennstoffzellen-Antrieb. Dazu bereiten wir die Produktion eines Bosch-Stacks vor. Konkret entwickeln wir den Stack unseres Partners Powercell weiter, der in der Branche derzeit die höchste Leistungsdichte aufweist. Jetzt geht es darum, ihn kostengünstig zu fertigen. Das wird uns nicht nur über Skaleneffekte gelingen, vielmehr auch über die simultane Entwicklung von Produkt und Fertigungsprozess. Hier liegt eine Stärke von Bosch. Und diese Stärke werden wir ausspielen, auch indem wir erfahrene Großserien-Entwickler aus dem Dieselgeschäft auf die neue Technik ansetzen. Wir machen alternative Antriebe bezahlbar – das war beim Common Rail so, das wird uns ebenso mit der Brennstoffzelle gelingen. Den Anfang macht das Parken: Das automatisierte Fahren wird Alltag Vorn sind wir auch auf dem Weg zum automatisierten Fahren. Auf diesem Weg wachsen wir mit Fahrerassistenz-Systemen im laufenden Jahr um zwölf Prozent, auf einen Umsatz von zwei Milliarden Euro. Allein unser Absatz von Radarsensoren legt 2019 um 20 Prozent zu, der von Videosensoren um 30 Prozent. Für die weitere Entwicklung zum automatisierten Fahren investieren wir bis 2022 vier Milliarden Euro. Der nächste Schritt: Autobahn-Assistenten, mit denen der Fahrer die Hände vom Lenkrad nehmen kann. Solche „Level-2-Handsfree-Systeme“ entwickeln wir für den asiatischen und den amerikanischen Markt. Nur dort sind sie derzeit gesetzlich möglich. Genauso brauchen wir ihre Zulassung in Europa, damit die nächste Stufe der Automatisierung auch auf unseren Straßen stattfinden kann. Immerhin haben wir die weltweit erste Freigabe für das fahrerlose Parken gerade in Deutschland bekommen – für das gemeinsame Projekt mit Daimler im Stuttgarter Mercedes-Benz-Museum. Dieses Projekt ist jetzt kein Prototyp mehr, es geht in den Alltagsbetrieb. Wie der automatisierte Vorfahr- und Einparkservice funktioniert, möchte ich mit einem Filmausschnitt zeigen … ... und natürlich geht die Geschichte weiter. Auch hier werden wir an den Kosten arbeiten, etwa indem wir Videokameras aus unserer Gebäudetechnik einsetzen. Bis Ende 2021 werden wir das „Automated Valet Parking“ in einem Dutzend weiterer Parkhäuser einrichten – für 2025 haben wir uns mehr als 100 zum Ziel gesetzt. Mit der ersten Zulassung jedoch können wir sagen: Der Alltag des automatisierten Fahrens beginnt mit dem Parken. Gewappnet für disruptive Trends: Projekte mit neuen Marktakteuren Technologisch sind wir Innovationsführer – wie aber sehen wir neue Geschäftsideen im rasanten Wandel unserer Branche voraus? Gezielt erschließt Bosch Geschäft mit neuen Marktakteuren, die auch Sensoren für disruptive Trends sein können. So arbeiten wir mit den drei größten Ride-Hailing-Anbietern DiDi, Lyft und Uber zusammen, die zusammen weltweit bereits mehr als 50 Millionen Fahrten pro Tag vermitteln. Für DiDi zum Beispiel verlängern wir mit einem Cloud-Service die Lebensdauer der Batterien. Wie wir neue Wege in der Zusammenarbeit mit neuen Anbietern gehen, wie wir gerade die internetbasierte Mobilität vorausdenken – beides wird Ihnen nun Stefan Hartung zeigen ...

09.05.2019

Referat

Wirtschaft

Das nachhaltige Unternehmen Bosch: Weltweite Klimaneutralität schon 2020 und in ...

Referat von Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, und Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung, anlässlich der Bilanzpressekonferenz am 9. Mai 2019Es gibt Bilder, sehr geehrte Damen und Herren … … die können ein Weltbild verändern. So war es vor ziemlich genau 50 Jahren mit „earthrise“, dem Bild der über dem Mond aufgehenden Erde. Es hat mehr als alles andere die Verletzlichkeit des blauen Planeten vor Augen geführt. Seine Wirkung hält bis heute an – auch bis zu dieser Bilanzpressekonferenz, zu der ich Sie herzlich begrüße. Denn mehr denn je beschäftigt uns die Frage, was Unternehmen tun können, um das Klima des blauen Planeten zu schützen. Ganz konkret geht es uns darum, eine Zahl schnell auf Null zu bringen: 3,3 Millionen Tonnen, den jährli-chen CO₂-Ausstoß von Bosch. Für unsere Zivilisation und nicht zuletzt unser Wirtschaftssystem ist der Klimaschutz eines der wichtigsten Projekte. Auch Unternehmen wie Bosch dürfen nicht warten. Daher möchten wir heute unser unternehmerisches „Moonshot-Projekt“ ankündigen. Schon 2020 werden weltweit alle Bosch-Standorte vollständig klimaneutral sein. Ich betone: Tatsächlich alle Standorte in aller Welt, also nicht nur deutsche Werke oder Neubauten, werden effektiv nie wieder einen CO 2 -Fußabdruck hinterlassen. Wir sind das erste große Industrieunternehmen, das dieses ehrgeizige Ziel in nur gut einem Jahr realisiert.Der Klimawandel ist keine „Science Fiction“, er findet statt. Aber viel zu oft wird das große Ziel des Klimaschutzes als Fernziel verstanden, das unsere Generation erst mal nichts kosten darf. Dagegen investiert Bosch mutig und zügig in die Zukunft des blauen Planeten und damit auch in die eigene Zukunft. Unterm Strich wenden wir bis 2030 eine Milliarde Euro für die CO 2 -Neutralstellung auf. Klimaschutz ist nicht etwas, was irgendwann gegen Ende des Jahrhunderts nach dem Prinzip Hoffnung zu einem guten Ende kommt. Das „happy end“ wird nicht kommen, wenn Energieverbrauch und CO 2 -Ausstoß weiter auf Rekordhöhen klettern, wie es die Internationale Energie-Agentur gerade für 2018 gemeldet hat. Ganz sicher erfordert Klimaschutz Durchhaltevermögen, ebenso sicher aber auch Schnelligkeit – und nicht zuletzt die Entschlossenheit von Unternehmen wie Bosch, CO 2 -Neutralität nicht langfristig, sondern kurzfristig zu wagen. • Umweltschutz jedoch ist mehr als Klimaschutz. Auch was Bosch zur Luftqualität in großen Städten beiträgt, wird Thema in meinen strategischen Ausführungen sein. Wir sehen uns nicht nur global, sondern auch vor Ort in der Verantwortung. • Zunächst aber bilanzieren wir das zurückliegende Geschäftsjahr. Auch wenn sich 2018 die Konjunktur abkühlte, lagen Umsatz und Ergebnis von Bosch erneut auf Rekordniveau. • Im laufenden Geschäftsjahr sind wir mit unseren Umsatz- und Ergebniserwartungen vorsichtig. 2019 sind die konjunkturellen Aussichten verhalten. Zudem gehen von Handelsbeschränkungen in aller Welt zunehmende Risiken aus. Auf die geschäftliche Entwicklung in diesem und im vergangenen Jahr wird nun Herr Asenkerschbaumer näher eingehen.Die Geschäftslage der Bosch-Gruppe: Gute Entwicklung im Jahr 2018, verhaltene Aussichten für 2019 Meine Damen und Herren, ich möchte Sie jetzt durch die wesentlichen Geschäftszahlen führen. Wie Herr Denner schon sagte, hat sich unser Unternehmen 2018 insgesamt gut entwickelt, obwohl wir schon im vergangenen Jahr auf dem Automobilmarkt einen zunehmenden Gegenwind gespürt haben, der sich aktuell deutlich verstärkt. Zunächst ein Blickauf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im vergangenen Jahr: • Die Weltwirtschaft hat sich 2018 zwar im Jahresdurchschnitt besser entwickelt als erwartet. Das weltweite BIP wuchs um 3,2 Prozent und damit fast so stark wie im Jahr 2017. Allerdings hat sich die Dynamik im Jahresverlauf verlangsamt. • Deutlich ungünstiger war zudem bereits 2018 die Entwicklung der weltweiten Automobilproduktion. Hier hatten wir ein leichtes Wachstum erwartet. Sie ging jedoch um rund ein Prozent auf 97,3 Millionen Fahrzeuge zurück. Ein wichtiger Faktor war die erstmals seit Jahrzehnten rückläufige Automobilproduktion in China. • Vergleichsweise robust war die Erholung im Maschinenbau, auch wenn hier ebenfalls die Dynamik geringer war als im Vorjahr. • Der weltweite Private Verbrauch wuchs ähnlich wie im Vorjahr, blieb jedoch speziell in China hinter den Erwartungen zurück. • Das Wachstum der globalen Bautätigkeit reduzierte sich zudem leicht gegenüber Vorjahr. Vor diesem Hintergrund hat sich der Umsatz der Bosch-Gruppe gut entwickelt. Ohne Konsolidierungseffekte konnten wir den Umsatz um 2,2 Prozent auf 78,5 Milliarden Euro steigern, wechselkursbereinigt sogar um fünf Prozent. Damit liegt das wechselkursbereinigte Umsatzwachstum über unserer Prognose. Die Konsolidierungseffekte von 1,3 Milliarden Euro betreffen im Wesentlichen die Trennung vom früheren Geschäftsbereich Starter Motors and Generators Ende 2017. Zudem waren 2018 die Wechselkursbelastungen mit 2,1 Milliarden Euro weit überdurchschnittlich. Inklusive der Konsolidierungseffekte erhöhte sich der Umsatz um 0,5 Prozent, wechselkursbereinigt um 3,2 Prozent. Wie war die Entwicklung nach Unternehmensbereichen und Regionen? Am aussagekräftigsten ist ebenfalls das um Konsolidierungseffekte bereinigte Wachstum. Unser größter Unternehmensbereich Mobility Solutions steigerte auf dieser Basis seinen Umsatz um 3,5 Prozent auf 47,6 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt sogar um 5,8 Prozent. Diese vor dem Hintergrund des Marktumfelds erfreuliche Entwicklung konnten wir durch eine Vielzahl von Produkterfolgen erzielen. Sie reichen von Systemen und Komponenten bei der Abgasnachbehandlung, Getriebetechnik über Fahrerassistenzsysteme bis hin zu attraktiven Lösungen für eBikes, Motorräder oder im Bereich Commercial Vehicles and Off-Road. Aber auch wir bekamen die deutliche Abschwächung der Automobilproduktion in China zu spüren; hinzu kam in der Antriebstechnik der weiter rückläufige Anteil von Dieselfahrzeugen an den Neuzulassungen in Europa. Sehr erfolgreich war der Unternehmensbereich Industrial Technology, der seinen Umsatz um 8,8 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro steigern konnte, wechselkursbereinigt sogar zweistellig um 11,7 Prozent. Wachstumstreiber war der Geschäftsbereich Drive and Control Technology, der sich nach einer erfolgreichen Neuausrichtung unter anderem mit vernetzten Industrie-4.0-Lösungen sehr erfreulich entwickelte. Wie berichtet, haben wir uns nach intensiver und gründlicher Prüfung aller strategischen Optionen entschlossen, das Geschäft mit Verpackungsmaschinen zu verkaufen. Hier läuft derzeit der Verkaufsprozess. Verhalten war die Entwicklung bei Consumer Goods. Der Umsatz ging um 3,1 Prozent auf 17,8 Milliarden Euro zurück; wechselkursbereinigt stieg er leicht um 0,7 Prozent. Vom Umsatzrückgang und den in diesem Unternehmensbereich besonders ausgeprägten Wechselkurseffekten war BSH Hausgeräte noch etwas stärker als Power Tools betroffen. Einen kontinuierlichen Wachstumstrend zeigt dagegen der Unternehmensbereich Energy and Building Technology, der seine Erlöse 2018 um 2,4 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro steigern konnte, wechselkursbereinigt um 5,1 Prozent. Auch regional war die Entwicklung sehr unterschiedlich. Erfreulich war die Umsatzsteigerung in Europa mit einem Plus von 3,3 Prozent und wechselkursbereinigt von 4,8 Prozent. Am stärksten entwickelte sich der amerikanische Markt – legt man die wechselkursbereinigten Wachstumszahlen zugrunde. Unser Umsatz in Nordamerika erhöhte sich um 2,7 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt sogar um 7,4 Prozent. Auch in Südamerika erholte sich wechselkursbereinigt das Geschäft mit einem Zuwachs von 11,6 Prozent. Nominal ging der Umsatz allerdings nochmals um 6,2 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zurück. Das Wachstum in Asien-Pazifik inklusive Afrika hat sich mit einem Plus von 0,7 Prozent auf 23,4 Milliarden Euro und wechselkursbereinigt von 3,7 Prozent deutlich gegenüber den Vorjahren verlangsamt. Ein wesentlicher Grund war die schwache Entwicklung in China. Hier ging die Automobilproduktion 2018 erstmals seit rund zwei Jahrzehnten zurück – und das um vier Prozent. In Afrika konnten wir übrigens – auch aufgrund der Komplettübernahme eines Gemeinschaftsunternehmens von Bosch Rexroth in Südafrika – die 500 Millionen-Euro-Umsatzmarke übertreffen. Trotz der rückläufigen Entwicklung der Automobilproduktion und erheblicher weiterer Vorleistungen für Zukunftsthemen – sei es für Forschung und Entwicklung oder auch bei den Investitionen – konnten wir das operative Ergebnis gegenüber dem bereits hohen Vorjahresniveau nochmals steigern. In der Bosch-Gruppe erreichten wir für 2018 ein operatives EBIT von 5,5 Milliarden Euro gegenüber 5,3 Milliarden Euro im Vorjahr sowie eine operative EBIT-Rendite von 7,0 Prozent gegenüber 6,8 Prozent im Vorjahr. Beim operativen Ergebnis sind wie in den Vorjahren die Belastungen aus den Abschreibungen im Zusammenhang mit dem vollständigen Erwerb der früheren Gemeinschaftsunternehmen BSH Hausgeräte und Automotive Steering im Jahr 2015 nicht berücksichtigt. Das in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene EBIT stieg auf ebenfalls 5,5 Milliarden Euro gegenüber 4,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Hier wirkt zusätzlich ein positiver einmaliger Sondereffekt aufgrund der geänderten Bilanzierung der betrieblichen Altersversorgung in Bezug auf Zusatzleistungen bei Invalidität und Tod. Das gute Ergebnis führte zudem zu einer weiteren Steigerung der Eigenkapitalquote auf 47 Prozent gegenüber dem bereits hohen Niveau von 46 Prozent im Vorjahr. Auch alle Unternehmensbereiche tragen zu dem guten operativen Ergebnis bei. Bei Mobility Solutions liegt das operative EBIT mit rund 3,4 Milliarden Euro trotz der hohen Vorleistungen auf Vorjahresniveau, die operative Rendite leicht darunter. Industrial Technology steigerte sein EBIT kräftig auf rund 630 Millionen Euro und eine Rendite von mehr als acht Prozent. Der Unternehmensbereich Consumer Goods konnte trotz des Umsatzrückgangs ein weiterhin hohes Ergebnis- und Renditeniveau mit 1,4 Milliarden Euro oder 7,8 Prozent vom Umsatz ausweisen. Energy and Building Technology erzielte ein Ergebnis auf Vorjahresniveau. Damit zu den Forschungs- und Entwicklungskosten. Auch 2018 haben wir unsere Vorleistungen weiter deutlich gesteigert. Doch ein Teil dieser Vorleistungen – die direkt an Kunden verrechneten Entwicklungskosten – wird mit dem Abschluss 2018 nicht mehr als Entwicklungskosten erfasst; sie sind aufgrund neuer IFRS-Regelungen jetzt Teil der Herstellungskosten. Um Ihnen dennoch eine Vorstellung zu geben: Auf vergleichbarer Basis wären unsere Forschungs- und Entwicklungskosten um rund 300 Millionen Euro auf rund 7,3 Milliarden Euro gestiegen. Auf Basis des neuen Ausweises ergeben sich für 2018 Forschungs- und Entwicklungskosten von sechs Milliarden Euro. Drei Viertel unserer Forschungs- und Entwicklungskosten entfallen auf den Unternehmensbereich Mobility Solutions. Wichtige Themen sind hier Vorleistungen für Elektrifizierung, für das automatisierte Fahren, Anzeige- und Infotainmentsysteme sowie Sensorik. Unsere umfangreichen Vorleistungen für die Zukunft zeigen auch die Investitionen, die deutlich auf 4,9 Milliarden Euro gegenüber 4,3 Milliarden Euro im Vorjahr gestiegen sind. Besonders kräftig haben wir die Investitionen im Bereich Mobility Solutions erhöht. Schwerpunkte waren die Elektromobilität, automatisiertes Fahren und die neue Halbleiterfabrik für 300-mm-Technologie in Dresden. So viel zum guten Geschäftsjahr 2018. Die Perspektiven für 2019 sind deutlich verhaltener. Wir sind für die Weltkonjunktur, aber auch für die meisten unserer bedeutenden Marktsegmente skeptisch. Lediglich bei der globalen Bautätigkeit gehen wir von einem unveränderten Wachstumstempo aus, allerdings mit regionalen Unterschieden. Wir erwarten damit derzeit für 2019 ein deutlich verlangsamtes Wachstum der weltweiten Wirtschaftsleistung von nur noch 2,3 Prozent. Zudem sind die Risiken aus den weltweiten Handelskonflikten, der hohen Verschuldung wichtiger europäischer Länder und auch dem Brexit weiterhin hoch. Besonders betroffen von der abflauenden Konjunktur ist unser größter Markt, der Automobilsektor. Wir erwarten bei der Automobilproduktion ein Minus von drei Prozent auf 94,7 Millionen Fahrzeuge. Damit werden die Produktionszahlen erstmals seit der Finanzkrise in zwei aufeinanderfolgenden Jahren rückläufig sein und voraussichtlich unter das Niveau von 2016 fallen. Dieser Trend betrifft alle Regionen. In Asien werden ein erneutes deutliches Minus in China sowie ein stark verlangsamtes Wachstum in Indien eine wesentliche Rolle spielen. Aber auch für Europa und vor allem in Deutschland erwarten wir einen deutlichen Rückgang der Automobilproduktion. In Nordamerika gehen wir von einer leicht abgeschwächten Produktion aus. Auch wir bekommen dieses konjunkturelle Umfeld zu spüren. In den ersten drei Monaten 2019 lag der Umsatz nahezu auf Vorjahreshöhe. Für das Gesamtjahr erwarten wir derzeit einen Umsatz leicht über Vorjahr. Bei der operativen EBIT-Rendite rechnen wir mit rund sechs Prozent – auch aufgrund weiterhin erheblicher Vorleistungen in Zukunftsfelder, aber auch zur Bewältigung der Transformation. Mit dem Stichwort Zukunft möchte ich wieder an Herrn Denner übergeben … Strategie und Logik von Bosch: Technik fürs Leben … Vielen Dank, Herr Asenkerschbaumer. In meinen strategischen Ausführungen werde ich zeigen, wie ernst es Bosch mit seinem Leitmotiv „Technik fürs Leben“ ist. Wir sind überzeugt: Mit mehr Technik können wir die Welt zu einem besseren Ort machen. Auch ökologische Fragen erfordern technische Antworten. Selbst auf negative Technikfolgen wie zum Beispiel die Unfallgefahr im Straßenverkehr antworten wir positiv mit neuen und besseren technischen Lösungen. Das ist die Logik von Bosch – das Beste, was ein innovatives Unternehmen tun kann. Vor allem zwei Themen beschäftigen uns derzeit konkret: • Erstens wird der Klimaschutz dringlicher denn je. Steigender Meeresspiegel, Wetterextreme, Dürren, Fluchtgefahren – die absehbaren Folgen des Klimawandels muss ich hier nicht näher erläutern. Nur so viel: Sie gefährden die Stabilität der Welt. Ein Unternehmen wie Bosch, das mit Technik das Leben der Menschen verbessern will, kann das nicht ignorieren. Wir schlagen daher einen schnellen Weg zur CO 2 -Neutralität unserer Standorte in aller Welt ein. • Nicht nur zum Klimaschutz, auch zur Luftqualität will Bosch einen Beitrag leisten – das ist mein zweites nachhaltiges Anliegen. Vieles hat sich über die vergangenen Jahrzehnte verbessert, und doch ist Luftverschmutzung nach Ansicht der WHO noch immer die größte umweltbezogene Gesundheitsgefahr. Sie verursacht der OECD zufolge auch erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden: Vor allem steigen die Gesundheitskosten weltweit bis 2060 von derzeit 21 auf 176 Milliarden Dollar. Studien wie diese setzen voraus, dass kein Fortschritt stattfindet. Umso mehr wollen wir tun. Dabei sehen wir uns bestätigt durch die Empfehlungen der Wissenschaftsakademie Leopoldina an die deutsche Bundesregierung: dass Fahrverbote zu kurz greifen, vielmehr eine Verkehrswende nottut. Verantwortung hier und jetzt: Bosch wird 2020 als erstes Industrieunternehmen weltweit CO 2 -neutral Zunächst aber zum Kohlendioxid, bekanntlich kein Schadstoff in unserer Luft, aber das wesentliche Treibhausgas. Wie kein anderes Thema steht der Klimawandel für die ökologische Seite der Globalisierung. Und kaum etwas steht so markant für globale Verantwortung wie das Pariser Klimaschutz-Abkommen. Doch unverkennbar sind die Versuchungen, Verantwortung wegzuschieben – sei es in die Zukunft, da es doch um langfristige Veränderungen geht, sei es auf andere Verursacher, die tatsächlich oder angeblich mehr CO 2 ausstoßen. Dem begegnet Bosch mit dem Ansatz „hier und jetzt“. Der Klimawandel wartet nicht. Wir müssen in kürzeren Fristen reagieren, um die Ziele von Paris zu erreichen: den Temperaturanstieg der Erdatmosphäre bis 2100 auf maximal zwei Grad, möglichst auf 1,5 Grad gegenüber dem Beginn der Industrialisierung zu begrenzen. Noch dringlicher fordert der jüngste Sonderbericht des Weltklimarats IPCC zum Handeln auf. Danach ist das 1,5-Grad-Ziel nur noch realistisch, wenn der weltweite Energieverbrauch bis zur Jahrhundertmitte CO 2 -neutral wird. Eben diese CO 2 -Neutralität will Bosch nicht erst 2050 erreichen, auch nicht 2030, sondern schon 2020 – als erstes Industrieunternehmen mit Standorten rund um den Globus. Weshalb trauen wir uns das zu? Auch deshalb, weil wir unsere bisherigen Ziele zur Senkung der Kohlendioxid-Emissionen klar übertroffen haben. Schon 2007 hatte sich Bosch vorgenommen, bis 2020 den CO 2 -Ausstoß seiner Standorte relativ zur Wertschöpfung um 20 Prozent zu reduzieren. Dieses Ziel war schon 2014 erreicht, zur Hälfte der Zeit. Daher haben wir unser Ziel auf minus 35 Prozent verschärft. Auch das werden wir schaffen. Denn schon im vergangenen Jahr lag der CO 2 -Ausstoß unserer Standorte gemessen an der Wertschöpfung um gut 30 Prozent unter dem Ausgangswert vor zwölf Jahren. Was aber über 2020 hinaus tun – das war die Frage. Alle Standorte CO 2 -neutral stellen – diese Antwort haben wir zunächst mit Blick auf die nächste Dekade diskutiert. Doch gerade unter dem Eindruck des jüngsten IPCC-Sonderberichts hat sich die wissenschaftliche Diskussion nochmals intensiviert. Vor diesem Hintergrund haben wir das große Ziel der Klimaneutralität für Bosch vorgezogen, von 2030 auf 2020. Und die Berechnungen zeigen: Es ist möglich. Also machen wir es! Klimaschutz wird konkret: Schnelle Maßnahmen bis 2020 und zunehmende Qualität bis 2030 Grundsätzlich können wir vier Hebel für unser Ziel bewegen: erstens Energieeffizienz steigern, zweitens Versorgung mit regenerativen Energien ausbauen, drittens Ökostrom-Zukauf erweitern, viertens unvermeidbaren CO 2 -Ausstoß kompensieren. Die letzten beiden Hebel bewegen wir eher kurzfristig, übers Jahr hinaus verstärken wir die beiden anderen. Das heißt: Wir können das große Ziel der CO 2 -Neutralität im nächsten Jahr realisieren, hören aber danach mit unseren Anstrengungen für die Energiewende nicht auf. Wir werden also die Qualität unserer Maßnahmen weiter steigern. Was jedoch tun wir bis 2020? Wir verstärken von Anfang an das Energiesparen, dazu gleich noch mehr. Allerdings ist es unmöglich, den Energieverbrauch von Bosch sofort und radikal zu kürzen – 2018 waren das rund 7,8 Terawattstunden, das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch der privaten Haushalte von Berlin und München zusammen. Jedoch ist es möglich, die entsprechenden CO 2 -Emissionen komplett zu neutralisieren – rund 3,3 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr. Vor allem mit zwei Maßnahmenbündeln gleichen wir dies im nächsten Jahr aus: • Erstens werden wir weit mehr Ökostrom zukaufen, als im weltweiten Energiemix enthalten. Dieser Zukauf wird nach unseren Plänen nahezu 40 Prozent unseres Energieverbrauchs ausmachen. Und Ökostrom heißt: Herkunft aus bestehenden Solar- oder Windenergie-Anlagen, keine fossilen Energiequellen. • Zweitens werden wir Kompensationsleistungen erbringen, voraussichtlich für einen Anteil von knapp 40 Prozent unseres Energieverbrauchs. Die Logik ist klar: Wir sorgen dafür, dass andernorts genau so viel CO 2 -Ausstoß eingespart wird, wie er etwa in einer Gießerei vorerst unvermeidlich ist. Windkraft-Anlagen auf den Philippinen und in der Karibik, Waldschutz in Afrika, Aufforstung in Panama, Verstromung von klimaschädlichem Methangas– mit solchen Maßnahmen gleichen wir schon dieses Jahr unseren kompletten Erdgasverbrauch in Deutschland aus. Ganz wichtig dabei: Die Projekte fördern die soziale ebenso wie die ökologische Entwicklung, sie sind nach strengen Maßstäben von unabhängigen Dritten zertifiziert. Es sind vor allem diese beiden Hebel, die den CO 2 -Fußabdruck von Bosch bereits 2020 auf Null bringen. Doch dabei bleiben wir nicht stehen, bis 2030 steigern wir den ökologischen Wert unserer Maßnahmen zur CO 2 -Neutralität. So planen wir, den Anteil des Ökostrom-Zukaufs aus bestehenden Anlagen zurückzufahren. Im Gegenzug werden zwei Hebel in der nächsten Dekade eine kräftigere Wirkung entfalten: • Erstens wollen wir den Anteil regenerativer Energien an unserem Verbrauch auf bis zu 40 Prozent steigern. Dazu bauen wir auch unsere eigenen Photovoltaik-Anlagen aus – schon jetzt ist an unserem Standort Nashik in Indien die größte Anlage dieser Art in der indischen Automobilindustrie entstanden. Insgesamt wird sich die installierte Leistung unserer regenerativen Eigenversorgung bis 2030 verzehnfachen. Zudem setzen wir auf „New Clean Power“. Das heißt: Wir schließen langfristige und exklusive Lieferverträge mit neuen Wind- und Solarparks. Solche Verträge streben wir auch über Deutschland hinaus an. In Mexiko decken wir mit „New Clean Power“ schon jetzt mehr als 80 Prozent unseres Strombedarfs. • Zweitens streben wir Energie-Einsparungen in Höhe von 1,7 Terawattstunden an, mehr als ein Fünftel unseres derzeitigen Jahresverbrauchs, soviel wie der jährliche Stromverbrauch der privaten Haushalte von Köln. Energieeffizienz ist harte Arbeit, und gerade mit dieser harten Arbeit hören wir auch nach dem Erreichen der CO 2 -Neutralität nicht auf. Im Gegenteil: Unsere Anstrengungen sind ambitionierter als in früheren Jahren, denn wir wollen Energieverbrauch und Kohlendioxidausstoß absolut senken und nicht mehr bloß im Verhältnis zur Wertschöpfung. Jahr für Jahr werden wir also unseren Verbrauch bis 2030 um ein bis zwei Prozent senken, wie uns das auch 2018 mit nahezu 500 Energieeffizienz-Projekten bereits gelungen ist. Wir sind auf einem guten Weg – wobei sich der große Fortschritt aus der Summe kleiner Projekte ergibt. Das kann die Wärmerückgewinnung sein oder auch die bedarfsgerechte Lüftung und Kühlung. Wesentlicher Effizienztreiber ist inzwischen auch die Vernetzung der Produktion. In mehr als 30 Werken rund um den Globus setzen wir bereits die Energy-Plattform aus unserem Industrie-4.0-Lösungsportfolio ein. Damit lässt sich der Stromverbrauch jeder einzelnen Maschine verfolgen und steuern. Im Werk Homburg sind über die Plattform gut 10 000 Messpunkte vernetzt. Das Ergebnis vor Ort: nahezu 5 000 Tonnen oder elf Prozent weniger Kohlendioxid-Ausstoß allein in den vergangenen beiden Jahren. Eine Lösung, die intern so erfolgreich ist, dass wir sie auch extern vermarkten. Systematisch betrachtet, berühren sich hier zwei unserer wesentlichen Strategiefelder: Energieeffizienz einerseits und Vernetzung andererseits. Gerade die Energieeffizienz war bei Bosch schon immer Motor von Innovationen. Bereits seit der ersten Ölkrise im Jahr 1973 leitet Energiesparen unsere Erzeugnis-Entwicklung an. Seinerzeit haben wir erstmals ein 3S-Programm ausgegeben: das Autofahren sicherer, sauberer und eben auch sparsamer zu machen. Dies war der Ausgangspunkt unserer Strategie „Technik fürs Leben“, die inzwischen in allen Unternehmensbereichen unser Portfolio bestimmt. Wenn wir heute die vernetzte Welt erschließen, dann wiederum mit „3S“ – mit Know-how in Sensoren, Software und Services. Auch daraus gehen Effizienz-Lösungen aller Art hervor, nicht zuletzt Lösungen zur Energieeffizienz. Gerade damit macht Bosch den Klimaschutz technisch möglich und wirtschaftlich nützlich. Klimaschutz rechnet sich: Mit Energieeffizienz wird das ökologische Ziel ökonomisch erreichbar Es bleibt die Frage, wie sich unsere Anstrengungen zur Klimaneutralität in den nächsten Jahren rechnen. Auch dafür ist Energieeffizienz ein Schlüssel. Vor allem drei Punkte sind in unserer Modellrechnung bis 2030 wesentlich: • Erstens entstehen uns Mehrkosten in Höhe von einer Milliarde Euro für Ökostrom-Zukauf, CO 2 -Kompensationsleistungen und Versorgung mit regenerativen Energien. • Zweitens investieren wir eine Milliarde Euro in die Steigerung unserer Energieeffizienz. • Dem steht drittens eine Ersparnis in Höhe von einer Milliarde Euro durch die zunehmende Energieeffizienz gegenüber. Denn jede Kilowattstunde, die wir nicht verbrauchen, spart CO 2 und Geld zugleich. Unterm Strich reduziert sich also der Aufwand für das Projekt der CO 2 -Neutralität auf eine Milliarde Euro. Dabei ist uns klar: Der Wert von Klimaschutz geht über solche Rechnungen hinaus. An der Spitze der Bosch-Werte steht die Zukunfts- und Ertragsorientierung – genau dies denken wir neu, zumindest in einem größeren Kontext. Wir finden, ein Unternehmen wie Bosch sollte sich auch an der Zukunft seiner Umwelt orientieren. Wenn wir auf Ertrag verzichten, dann in der Regel für Vorleistungen in Forschung und Entwicklung, also für das Geschäft von morgen. Auch der Klimaschutz erfordert Vorleistungen – diesmal für die Zukunft des blauen Planeten. Und doch investieren wir nicht ins Blaue hinein, da in der Energieeffizienz ökonomische Kalkulation und ökologisches Ziel zumindest konvergieren. Unsere Rechnung legen wir auch deshalb offen, weil wir hoffen, dass andere Unternehmen unserem Beispiel folgen. Über die Motorhaube hinaus: Bosch fördert Luftqualität, auch mit neuen Lösungen für den Verkehr Letztendlich, meine Damen und Herren, steht und fällt Klimaschutz mit globalen Anstrengungen – was wir einatmen, lässt sich dagegen immer nur lokal verbessern. Gleichwohl ist die Luftqualität in den Städten rund um den Globus ein nicht weniger dringliches Anliegen – auch dazu kann Bosch einiges beitragen, wie ich in meinem zweiten Thema zeigen werde. Im vergangenen Jahr haben wir an dieser Stelle über den Durchbruch in der Dieseltechnik berichtet. In diesem Jahr können wir weitere Fortschritte zeigen. Zugleich aber schauen wir über die Motorhaube hinaus. Wir erarbeiten gemeinsam mit den Städten Lösungen für saubere Luft, die auf den Verkehr insgesamt zielen. Was aber sind zunächst unsere Fortschritte unter der Motorhaube? Wir haben unseren Durchbruch in der Dieseltechnik noch robuster gemacht – mit nochmals niedrigeren Emissionswerten auch in kritischen Fahrsituationen. Wir bringen diese Fortschritte in alle Kundenprojekte für kommende Dieselfahrzeuge ein. Und schon jetzt sind Teile hiervon in Serie, wie 70 unabhängige Testberichte gezeigt haben: Danach unterbieten bereits 84 Prozent der neuen Diesel im Straßenverkehr die Grenzwerte, die erst vom nächsten Jahr an gelten. Die Emissionen moderner Verbrennungsmotoren werden zur Luftbelastung in den Städten keinen nennenswerten Beitrag mehr leisten. Auch der Feinstaubausstoß ist kein Thema mehr – weder beim Diesel noch beim Otto. Gleichwohl arbeiten wir weiter, auch kommenden Emissionsnormen voraus. Zwar werden nach unserer Einschätzung 2030 rund 25 Prozent der neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeuge in aller Welt rein elektrisch unterwegs sein. Aber das heißt im Umkehrschluss: Rund 75 Prozent werden noch einen Verbrennungsmotor an Bord haben. Dazu zieht in aller Welt die Umweltgesetzgebung an. Dies treibt zum einen die technische Entwicklung. Wir setzen dafür auch künstliche Intelligenz ein – zum Beispiel, um die Abgasnachbehandlung je nach den Mustern im individuellen Fahrverhalten vorausschauend zu steuern. Zum anderen wirken die steigenden gesetzlichen Anforderungen auch als Markttreiber. So sind Abgasnachbehandlung und Abgassensorik zwei wachsende Produktbereiche bei Bosch – sie beschäftigen weltweit 3 500 Mitarbeiter und haben 2018 zusammen einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro erzielt. Bis 2025 werden das voraussichtlich drei Milliarden Euro sein. Mit dem Know-how dieser Bereiche entwickeln wir jetzt auch mobile Messboxen, um die Luftbelastung in den Städten engmaschig zu ermitteln. Wir erproben die Boxen bereits im Großraum Stuttgart, aber auch in Paris und Marseille. Zudem können wir aus dem Fahrverhalten einzelner Autos zuverlässig auf die Fahrzeugflotte schließen und daraus die Emissionen des aktuellen Verkehrs ableiten. Dazu arbeiten wir mit Simulationsmodellen Denn künftig wollen wir den Zusammenhang zwischen Emissionen und Immissionen, also zwischen Verkehr und Umwelt noch besser verstehen. Wie also muss sich der Verkehr verändern, damit sich die Luftqualität verbessert? Genau dies wollen wir mit unseren Messboxen im Zusammenspiel mit den Simulationsmodellen ermitteln. Wir haben zum Beispiel zeigen können, dass ein verstetigter Verkehr zu nahezu 20 Prozent weniger Schadstoffausstoß führt. In Zukunft lassen sich mit den Daten mobiler Messsysteme neue Services realisieren. Das können zum Beispiel hochauflösende Immissionskarten sein, die ein verfeinertes Verkehrsmanagement ermöglichen. Es ist unser Ziel, die nötigen Daten und Services bereitzustellen. Das ist nur ein Beispiel, wie wir mit einem größeren Ansatz die Luftqualität in den Städten verbessern können. Unsere Vision ist eine Smart City, die auch zur Clean City wird. Bike-Leasing, Car-Pooling, mobiles Arbeiten: Bosch-Mitarbeiter können in der Stadt das eigene Auto stehen lassen Inzwischen haben wir bei Bosch das Projekt „Vision Near Zero Immission“ aufgelegt. Dessen Ziel: Wir wollen die Luftbelastung des Verkehrs gegen Null führen. Das Projekt bündelt, was wir unter und über der Motorhaube für die Luftqualität in den Städten tun – die Entwicklung extrem schadstoffarmer Antriebstechniken einerseits, die Ansätze zur Verkehrsverstetigung andererseits. Mit dabei im Projekt ist unser betriebliches Mobilitätsmanagement. Wir sind Automobilzulieferer, aber gerade in den Ballungsräumen helfen wir unseren Mitarbeitern, das eigene Auto stehen zu lassen. Das beginnt mit Shuttle-Bussen, die wir für unsere großen Standorte unterhalten – übrigens nicht nur in der Region Stuttgart, vielmehr auch in Brasilien, China, Indien und der Türkei. Das geht weiter mit neuen Maßnahmen, wie wir sie zunächst im Großraum Stuttgart erproben. Wir haben dazu mit anderen Arbeitgebern ein Bündnis zur Luftreinhaltung geschlossen. Drei Beispiele zeigen, wie wir die Mobilität unserer Beschäftigten verändern: • Erstens müssen es nicht vier Räder sein, um in Ballungsräumen zügig voranzukommen. Wir bieten unseren Mitarbeitern ein attraktives Leasingmodell für Fahrräder und Pedelecs und geben dazu einen Zuschuss. • Zweitens fördern wir, wo immer es geht, mobiles Arbeiten. Jeder fünfte Mitarbeiter im Großraum Stuttgart ist im Schnitt an einem Tag pro Woche von zuhause tätig – das vermeidet Fahrten zum Arbeitsplatz, das tut der Umwelt gut, aber auch den Familien. • Drittens vernetzen wir das Berufspendeln. Wir führen die Car-Pooling-Plattform SPLT, die wir bereits in Mexiko erproben, jetzt auch im Großraum Stuttgart ein. Im ersten Schritt können seit März die Beschäftigten unseres Standorts Reutlingen die Mitfahr-App nutzen. Auch dieses vernetzte Pendeln hilft Straßenverkehr zu vermeiden. Auch die Mobilität von morgen sorgt für Luftqualität: Bosch liefert Fortschritte fürs automatisierte und elektrifizierte Fahren Das letzte Beispiel deutet an, wie wir auch unsere Fortschritte zur Mobilität der Zukunft für das Ziel der Luftqualität nutzen. Auf drei Entwicklungspfaden sind unsere Ingenieure unterwegs – nicht nur zur Vernetzung, auch zur Automatisierung und zur Elektrifizierung des Fahrens. Auf diesen drei strategischen Pfaden kommen wir mit großen Schritten voran: • Zunächst das automatisierte Fahren – auch das hilft Verbrauch und Emissionen zu reduzieren, schon indem es über gleichmäßige Geschwindigkeiten auf einen besseren Verkehrsfluss hinwirkt. Vor allem aber kann es nach Einschätzung unserer Unfallforschung jeden vierten Unfall mit Personenschaden vermeiden. Gleich doppelt steht also die Automatisierung für eine nachhaltige Mobilität. Wir forcieren diese Entwicklung – mit Vorleistungen in Höhe von vier Milliarden Euro bis 2022, mit mehr als 5 000 Ingenieuren, doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren. Eine starke Mannschaft, die noch in diesem Jahr eine Frontkamera mit künstlicher Intelligenz in Serie bringt. Diese Kamera versteht, was sie sieht. Ihre künstliche Intelligenz leitet etwa aus der Bewegung eines Fußgängers ab, ob dieser die Straße betritt oder nicht – damit wird die automatische Notbremsung noch reaktionsschneller. Überdies arbeiten unsere Entwickler gemeinsam mit Daimler am fahrerlosen Fahren in Robotaxis, wie wir es noch in diesem Jahr im kalifornischen San José erproben werden. Ganz wichtig dabei: dass die Gesetzgebung in Deutschland und Europa Schritt hält mit dem zügigen technischen Fortschritt. Sie darf in ihren Anstrengungen nicht nachlassen, um Zug um Zug automatisierte Fahrfunktionen auch auf europäischen Straßen zu ermöglichen. Immerhin ist schon der Weg in die Automatisierung ein geschäftlicher Erfolg. Er führt über die Fahrerassistenz, mit der wir auch 2019 um 15 Prozent wachsen, bei einem Umsatz von rund zwei Milliarden Euro. Allein der Absatz von Radarsensoren legt dieses Jahr um 20 Prozent, der von Videosensoren um 30 Prozent zu. Technisch und geschäftlich sind wir in der Fahrerassistenz vorn. Wir haben es hier mit einem Zukunftsfeld zu tun, das schon jetzt ein Wachstumsfeld ist. • Auch beim elektrifizierten Fahren wachsen wir stark. Wir erwarten 2025 auf diesem Feld einen Umsatz von fünf Milliarden Euro, zehnmal so viel wie 2018. Zugleich aber zeichnet sich ein zunehmender Wettbewerb um die Wertschöpfung im Antrieb der Zukunft ab. Chancen für Bosch sehen wir auch wegen der besonderen Skaleneffekte, die uns die Belieferung einer Vielzahl von Automobilherstellern ermöglicht. Schon jetzt sind mehr als eine Million Elektroautos mit Antriebskomponenten aus unserem Haus unterwegs, Ende 2022 werden es nahezu 14 Millionen sein. Bereits für 50 Elektrofahrzeug-Plattformen haben wir Powertrain-Projekte realisiert, allein im vergangenen Jahr konnten wir 30 neue Projekte im Wert von nahezu acht Milliarden Euro akquirieren. Unsere Entwicklung für die Elektromobilität steht also unter Strom. Nicht genug, dass wir Antriebstechniken vom Bike bis zum Truck bieten – wir gehen technologieoffen vor. So bereiten wir uns auch auf den Durchbruch der Brennstoffzellen-Technik vor, beim Pkw, vor allem aber im Lkw. Gerade erst sind wir eine Kooperation mit Powercell eingegangen, dem schwedischen Hersteller von Brennstoffzellen-Stacks. Solche Stacks wandeln Wasserstoff in elektrische Energie. Sie machen zwei Drittel vom Wert eines Brennstoffzellen-Systems aus. Mit der Kooperation werden wir die Stacks industrialisieren, und das heißt vor allem: kostengünstig fertigen und spätestens 2022 auf den Markt bringen. Wie auch immer elektrisches Fahren technologisch realisiert wird, es ist emissionsfreies Fahren, wenn der Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Und weil – last but not least – Elektroautos größtenteils regenerativ bremsen, können wir mit ihnen auch den Bremsstaub um gut 95 Prozent vermindern. Auch so schließt sich der Kreis zur Luftqualität in den Städten. Unternehmen müssen auf die Politik nicht warten: Umwelt- und Klimaschutz ist möglich ohne Abschied vom Wachstum Meine Damen und Herren, ein Unternehmen wie Bosch muss Nachhaltigkeit vor allem technologisch verstehen und verwirklichen. Von der Bremse bis zur künstlichen Intelligenz – wir schöpfen alle innovativen Möglichkeiten aus. Wir wollen für die Luftqualität mehr tun, als wir müssen. Und genauso ist es nach meiner Überzeugung an der Zeit, auch für den Klimaschutz unkonventionelle Wege zu gehen. Klimaschutz geht jeden an, aber es ist zu wenig, wenn jeder sich auf den anderen verlässt – jeder muss seinen Beitrag leisten. Auch ein Unternehmen wie Bosch wartet nicht länger. Die Industrie muss keineswegs in Umweltaktivismus verfallen, wohl aber kann sie ökologisch aktiv werden – mit ihren technischen Mitteln sogar besonders effektiv. Dafür ist es entscheidend, dass sie auch für das Ziel der CO 2 -Neutralität keinen Abschied vom Wachstum nehmen muss. Wie sich bei Bosch zeigt, hilft gerade Energieeffizienz, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit auf einen Nenner zu bringen – und dabei mit innovativen Lösungen auch noch zu wachsen. Eine unternehmerische Balance zwischen ökonomischer und ökologischer Verantwortung ist also durchaus zu schaffen. Doch geht es um mehr, auch um die Verantwortung, die wir für die Stabilität unserer Gesellschaften haben. Die Gelbwesten-Proteste in Frankreich, die Demonstrationen von Dieselfahrern auch hier in Stuttgart – beides deutet darauf hin, dass größere Teile der Bevölkerung der Meinung sind, Umwelt- und Klimaschutz seien nicht mehr mit ökonomischen Erfordernissen ausbalanciert. Darauf können Unternehmen nicht unmittelbar politische Antworten geben, wohl aber können sie mit ihren technischen Antworten die Politik entlasten. Wenn es uns gelingt, Klimaschutz wirtschaftlich zu realisieren, wenn wir es schaffen, mit neuen Lösungen für Motor und Verkehr die Luftqualität in den Städten spürbar zu verbessern, dann stabilisieren wir auch das gesellschaftliche Klima. Wir bei Bosch übernehmen Verantwortung – über die Grenzen unseres Unternehmens hinaus, ganz in der Tradition von Robert Bosch.

Bosch: Umsatz und Ergebnis 2018 erneut auf Rekordniveau

30.01.2019

Referat

Wirtschaft

Bosch: Umsatz und Ergebnis 2018 erneut auf Rekordniveau

Referat Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH und Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH anlässlich des Pressegesprächs am 29. Januar 2019 Es gilt das gesprochene Wort. Sehr geehrte Damen und Herren,zu unserem Kamingespräch 2019 ein herzliches Willkommen. Wir freuen uns, dass Sie heute Abend unsere Gäste sind und wir auch wieder internationale Medienvertreter begrüßen dürfen. „Like A Bosch“ – der junge, dynamische Mann aus dem eben gezeigten Video ist jederzeit Herr der Lage, hat alles im Griff – dank unserer vernetzten Lösungen. „Like A Bosch“ – ist der Slogan der weltweiten Imagekampagne für das Internet der Dinge – das IoT –, die Anfang des Jahres auf der CES in Las Vegas startete. Mit einem Augenzwinkern wollen wir zeigen, wie alltäglich die Vernetzung über das IoT zwischenzeitlich ist. Wir wollen zeigen, dass vernetzte Lösungen von Bosch bereits heute den Alltag vieler Menschen erleichtern und ihre Lebensqualität verbessern – „Like A Bosch“. Genau darum soll es auch heute Abend gehen. Meine Damen und Herren, Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung werden die Art und Weise, wie Menschen und Waren mobil sind, signifikant verändern. In Zeiten, in denen die negativen Auswirkungen des Verkehrs im Fokus und in der Kritik stehen, ergeben sich für Unternehmen technische Herausforderungen, aber auch geschäftliche Chancen. Darüber wollen wir heute sprechen. Nicht nur für den Wandel der Mobilität ist künstliche Intelligenz eine Schlüsseltechnologie. Mit ihr steht uns eine technologische, ökonomische, soziale und ethische Revolution bevor, deren Umwälzungskräfte noch schwer abzuschätzen sind. Auch darum soll es heute Abend gehen. Doch zuvor möchte ich Ihnen den Ort unserer heutigen Veranstaltung vorstellen. Über die Geschichte des Gebäudes wurde bereits gesprochen. Jetzt befinden wir uns in den Räumen der Bosch Connectory. Neben Chicago und Guadalajara ist Stuttgart Standort eines sogenannten Co-Innovation-Spaces: Orte im urbanen Umfeld, an denen wir mit Partnern zusammenarbeiten, voneinander Lernen oder gemeinsame Projekte umsetzen. Jede Connectory hat einen Fokus auf unterschiedliche IoT-Domänen. In Stuttgart liegt er auf digitalen Lieferketten und Logistik. Wir bringen hier verschiedene Partner wie etablierte Unternehmen, Start-ups, städtische Einrichtungen und Universitäten zusammen, um eine IoT-Community aufzubauen. Partnerschaften und Kooperationen sind für den Erfolg in der vernetzten Welt elementar. Wie erfolgreich wir im vergangenen Jahr waren, stellt Ihnen jetzt Herr Asenkerschbaumer vor. Nach der detaillierten Geschäftsentwicklung 2018 gibt er auch einen Ausblick auf das laufende Jahr.Geschäftsjahr 2018: Starkes Ergebnis, stabiler Umsatz Dankeschön, Herr Denner. Sehr geehrte Damen und Herren, guten Abend und noch einmal herzlich willkommen. Bereits in den vergangenen Monaten hat sich ein konjunktureller Wetterumschwung angedeutet. Unsere Prognose für 2018 war entsprechend vorsichtig. Was hat die Bosch-Gruppe nun also erreicht? Dies stelle ich Ihnen anhand unserer operativen Zahlen dar. Diese gerundeten Zahlen sind bereinigt um Sondereffekte aus Änderungen im Konsolidierungskreis und aus methodischen Änderungen. Ebenso sind die Zahlen bereinigt um Abschreibungen, die aus Kaufpreisallokationen resultieren. Vorweg: Wir konnten in widrigem Umfeld den Umsatz steigern und das Ergebnis absichern. Der operative Umsatz der Bosch-Gruppe stieg um 1,2 Milliarden Euro und erreichte 77,9 Milliarden Euro. Das Umsatzwachstum beträgt 1,5 Prozent. Wechselkursbereinigt stieg der operative Umsatz um 4,3 Prozent. Das operative EBIT liegt bei rund 5,3 Milliarden Euro. Die operative EBIT-Rendite beläuft sich damit auf vorrausichtlich 6,9 Prozent vom Umsatz. Betrachten wir die Rahmenbedingungen, war die Geschäftsentwicklung 2018 in Summe gut. Umsatz und Ergebnis bleiben trotz schwierigem konjunkturellen Umfeld und schwacher Märkte auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Das wechselkursbereinigte Umsatzwachstum beträgt 4,3 Prozent und übertrifft damit unsere Prognose. Die negativen Wechselkurseffekte belaufen sich auf 2,1 Milliarden Euro. Bereits zum dritten Mal in Folge belasten erhebliche Wechselkurseffekte den Umsatzausweis deutlich – auch das ist ein Zeichen politischer Instabilitäten. Wechselkurseffekte und gestiegene Materialkosten spiegeln sich auch im Ergebnis wieder. Dennoch haben wir ein starkes Ergebnis erreicht. Auch die EBIT-Rendite bleibt auf Vorjahresniveau. Mit Blick auf das konjunkturelle Umfeld und die Entwicklung unserer Märkte können wir mit dem Geschäftsverlauf zufrieden sein.Geschäftsentwicklung 2018 der Unternehmensbereiche Der Blick in die einzelnen Unternehmensbereiche zeigt, wie robust sich das Geschäft für Bosch trotz ungünstiger Rahmenbedingungen entwickelt hat. Die Erlöse des umsatzstärksten Unternehmensbereichs Mobility Solutions stieg um 2,3 Prozent auf 47 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 4,7 Prozent. Der Umsatz entwickelte sich damit erneut besser als die weltweite Automobilproduktion, die 2018 unter dem Vorjahreswert lag. Getragen wurde diese erfreuliche Entwicklung vom Zuliefergeschäft für Nutz- und Off-Road-Fahrzeuge, der Nachfrage nach Fahrerassistenzsystemen und Systemen zur Abgasnachbehandlung sowie nach Antrieben für eBikes. Einen Umsatzrückgang auf 17,8 Milliarden Euro verzeichnete der Unternehmensbereich Consumer Goods . Die beiden Geschäftsbereiche BSH Hausgeräte und Power Tools belasten in besonderem Maße die Wechselkurseffekte sowie ein starker Preisdruck in den Kernmärkten. Wechselkursbereinigt liegt der Umsatz leicht über Vorjahresniveau. Der Umsatz des Unternehmensbereichs Industrial Technology verzeichnete das höchste Wachstum. Die Erlöse stiegen auf 7,4 Milliarden Euro. Dadurch ergibt sich ein Umsatzanstieg von 8,9 Prozent, wechselkursbereinigt 11 Prozent. Zu der sehr guten Entwicklung hat vor allem der Geschäftsbereich Drive and Control Technology beigetragen. Er profitierte vom erholten Marktumfeld im Maschinen- und Anlagenbau. Wie bekannt planen wir, das zum Unternehmensbereich gehörende Geschäft mit Verpackungsmaschinen zu verkaufen. Einen Umsatzanstieg auf 5,5 Milliarden Euro erzielte der Unternehmensbereich Energy and Building Technology . Das entspricht einem Zuwachs von 2,3 Prozent, wechselkursbereinigt von 4,7 Prozent. Wachstumstreiber waren insbesondere vernetzte Lösungen für die Energie- und Gebäudetechnik sowie die steigende Nachfrage nach Serviceleistungen.Geschäftsentwicklung 2018 in den Regionen Meine Damen und Herren, wie entwickelte sich das Geschäft in den Regionen? 2018 konnten alle Regionen bis auf Südamerika nominales Wachstum erzielen: In Europa verzeichnete unser Unternehmen eine positive Geschäftsentwicklung. Der Umsatz wuchs auf 41 Milliarden Euro. Das ist ein Anstieg um 2,1 Prozent, wechselkursbereinigt um 3,7 Prozent. Besonders positiv entwickelten sich Deutschland und Österreich. Zweistellige Zuwächse kamen aus Rumänien und Bulgarien. In Nordamerika lief das Geschäft für Bosch besser als im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 2,8 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro. Wechselkursbereinigt beträgt der Zuwachs 7,9 Prozent. Profitiert hat Bosch hier vor allem vom Automobilgeschäft. In Südamerika lag die Geschäftsentwicklung der Bosch-Gruppe unter Vorjahresniveau. Der Umsatz erreichte 1,4 Milliarden Euro. Wechselkursbereinigt ist das ein Anstieg von 8,9 Prozent, nominal ein Rückgang um 7,8 Prozent. Ausschlaggebend waren die enormen negativen Wechselkurseffekte in unseren Kernmärkten Brasilien und Argentinien. In Asien-Pazifik einschließlich Afrika liegen die Erlöse mit 23,2 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Wechselkursbereinigt stieg der Umsatz um 3,1 Prozent. Bosch konnte sich der konjunkturellen Abkühlung in China nicht entziehen. Ungeachtet davon konnten wir unseren Umsatz in China in den vergangenen fünf Jahren verdreifachen. Der Anteil der Region Asien-Pazifik am Gesamtumsatz beträgt zwischenzeitlich fast 30 Prozent.Mitarbeiterentwicklung 2018 Vor dem Ausblick auf das aktuelle Jahr komme ich zur Beschäftigungsentwicklung. Auch die Personalzahlen haben sich erfreulich entwickelt: Die Bosch-Gruppe beschäftigte zum 31. Dezember 2018 weltweit rund 410 000 Mitarbeiter. Das ist ein Anstieg von rund 7 800 gegenüber dem Vorjahr. Der stärkste Mitarbeiterzuwachs fand in den Regionen Europa und Asien-Pazifik statt. Im Heimatmarkt Deutschland vergrößerte sich die Belegschaft um 1 700 auf 139 500 Beschäftigte.Geschäftsjahr 2019: Konjunktureintrübung dämpft Erwartungen Meine Damen und Herren, nach einem trotz äußerst volatiler volkswirtschaftlicher Rahmenbedingungen positiven Geschäftsjahr 2018 gehen wir mit gedämpften Erwartungen ins neue Jahr. Wir erwarten 2019 ein weltweites Wirtschaftswachstum von nur 2,3 Prozent. Wir sehen eine Reihe geopolitischer Fehlentwicklungen, die den privaten Konsum wie auch die Investitionsfreude negativ beeinflussen. Dazu gehören zum Beispiel weiterhin die Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA sowie der Brexit. Nicht nur diesen beiden Themen liegt das gleiche Muster zugrunde: Ein zunehmender, teils aggressiver Nationalismus, der sich in der Wirtschaftspolitik in Form von Protektionismus, Strafzöllen und aufgekündigten Freihandelsabkommen zeigt. In Europa stellen wir uns auf eine leicht schwächere Wirtschaftsentwicklung ein. Ein Grund dafür ist der bereits erwähnte Brexit. Nach wie vor ist unklar, wie er ablaufen wird. Zwar planen wir in Szenarien. Dennoch wäre die Wirtschaft für klare Verhältnisse und Planungssicherheit dankbar. Von einer verhaltenen Dynamik gehen wir für Nordamerika aus. Nach einem Anstieg der Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr, unterstützt von den Entlastungen durch die Steuerreform sowie deutlichen Lohnanstiegen, rechnen wir 2019 mit einer leichten Abschwächung. Ebenfalls eine gedämpfte Entwicklung erwarten wir in den Schwellenländern von Südamerika . Die Region wird weiterhin von den Krisen in Venezuela und Argentinien belastet. Die Entwicklung Brasiliens hängt von der neuen Regierung ab und ist derzeit nur schwer einzuschätzen. Ein verlangsamtes, aber stabiles Wachstum erwarten wir in der Region Asien-Pazifik . Ausschlaggebend ist die anhaltende Verlangsamung der konjunkturellen Entwicklung in China. Diese resultiert unter anderem aus der hohen Verschuldung der Privatwirtschaft sowie den Belastungen durch den Handelskonflikt mit den USA. Auch der Blick in für Bosch wichtige Schlüsselbranchen bestätigt unsere verhaltene Konjunkturprognose: Bei der weltweiten Fahrzeugproduktion rechnen wir 2019 mit einem erneuten Rückgang. Dies betrifft alle großen Produktionsländer, insbesondere auch China. Wachstum erwarten wir nur in Indien und Lateinamerika. Der Maschinen- und Anlagenbaubranche dürfte sich den konjunkturellen und politischen Belastungen nicht entziehen können. So wiesen die globalen Auftragseingänge im Maschinenbau zuletzt eine merkliche Abschwächung auf. Wir rechnen daher im Vergleich zu den Vorjahren mit einem signifikant langsameren Wachstum. Auch der Private Verbrauch wird sein hohes Expansionstempo nicht beibehalten können. Allerdings spricht die noch gute Arbeitsmarktlage in den meisten Ländern sowie eine wachsende konsumfreudige Mittelschicht in den asiatischen Schwellenländern für eine überdurchschnittliche Ausweitung der Konsumausgaben. Meine Damen und Herren, was bedeutet das für die wirtschaftlichen Ziele von Bosch? Wir wollen uns auch im laufenden Jahr positiver entwickeln als die für uns relevanten Märkte. Was das konkret für die Umsatzentwicklung heißt, das ist mit Blick auf die um uns herrschenden Unsicherheiten derzeit noch nicht abschätzbar. Ungeachtet dessen und trotz beträchtlicher Vorleistungen wollen wir 2019 ein hohes Ertragsniveau von mehr als fünf Milliarden Euro absichern. Dazu wollen wir die Wettbewerbsfähigkeit aller Bereiche weiter steigern, um so den Wandel und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens finanzieren und voranbringen zu können. Als Innovationsführer wollen wir den Wandel unserer Märkte technisch und geschäftlich gestalten. Dazu gehört insbesondere der Wandel der Mobilität. Darauf und auf die Rolle künstlicher Intelligenz wird Herr Denner jetzt eingehen.Wandel der Mobilität: Individuelle Bedürfnisse und Umweltschutz Vielen Dank, Herr Asenkerschbaumer. Meine Damen und Herren, unser Blick geht natürlich über das Jahr 2019 hinaus. Lassen Sie uns ins Jahr 2050 blicken. 9,7 Milliarden Menschen werden die Erde bewohnen. 70 Prozent davon, knapp sieben Milliarden, werden in Städten leben (Quelle: UN). Rund 140 Millionen Menschen werden auf der Flucht sein – nicht vor Krieg und Verfolgung. 140 Millionen Klimaflüchtlinge werden vertrieben werden von Dürren, Missernten, Sturmfluten und steigendem Meeresspiegel. Die Weltbank warnt, dass der Klimawandel zum „Motor für Migration“ wird. Die Weltbank weist aber auch darauf hin, dass es so nicht kommen muss. Die Zahl der Klimaflüchtlinge kann um 80 Prozent reduziert werden – beispielsweise durch die Verringerung der Treibhausgasemissionen. Als Innovationsführer will und kann Bosch mit „Technik fürs Leben“ dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. Wir verstehen Klimaschutz als „Motor für Innovation“. Energieeffizienz zieht sich daher seit jeher wie ein roter Faden durch die Entwicklungsabteilungen aller Bosch-Unternehmensbereiche. Der Klimawandel ist Triebfeder unserer Innovationsarbeit. Mehr als die Hälfte unserer Aufwendungen für Forschung und Entwicklung zielt auf umwelt- und ressourcenschonende Erzeugnisse. Allein im vergangenen Jahr haben wir rund 400 Millionen Euro in die emissionsfreie Mobilität investiert. Denn Mobilität ist mehr als Verkehr und Transport. Mobilität ist Teil unserer individuellen Lebensqualität. Mobilität ist Freiheit. Mobilität entscheidet darüber, wie Menschen zueinanderkommen, wie Menschen teilhaben, wie Menschen Chancen nutzen können. Mobilität und Verkehr sind eng verbunden mit gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklung. Mobilität ist unerlässlich. Wir wollen deshalb Mobilität ermöglichen, die keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt hat. Klima- und Umweltschutz ist auch, wenn Mobilität sich wandelt. Dazu drei Fakten: Fakt 1: Der Anteil des Straßenverkehrs an den globalen CO 2 -Emissionen beträgt 18 Prozent. Fakt 2: Unser Augenmerk muss neben den CO 2 -Emissionen auch der Luftqualität gelten. Sie wird zwar in vielen Städten weltweit immer besser. In vielen Schwellenländern wird sie aber mit zunehmender wirtschaftlicher Entwicklung schlechter. Fakt 3: Weltweit wollen Menschen mobil sein, sicher und stressfrei von A nach B kommen. Der Bedarf an Mobilität steigt. Um 50 Prozent wird der Personenverkehr bis 2030 gegenüber 2015 wachsen. Fast verdoppeln wird sich in der gleichen Zeit der Warentransport (Quelle: ITF). Was mit gleicher Rate nicht steigen darf, sind die globalen und lokalen Emissionen. Wir brauchen also mehr Mobilität, aber weniger Umweltbelastung. Die Schlüssel dazu sind Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung. Gerade bei den lokalen Emissionen, also der Verbesserung der Luftqualität, geht es nicht nur um gänzlich neue technische Möglichkeiten. Auch bestehende Antriebskonzepte können hier einen Beitrag leisten. Unseren Entwicklern ist der Durchbruch bei der Diesel-Technik gelungen. Gerade einmal 13 Milligramm Stickoxid pro Kilometer emittiert ein Entwicklungsfahrzeug mit unserer Diesel-Technik auf einer RDE-Fahrt. Mit dieser drastischen Senkung können Fahrzeuge schon heute künftige Grenzwerte einhalten. Mit unserer Technik behalten Diesel-Fahrzeuge zudem ihren Verbrauchs- und damit ihren Klimavorteil. Die Nutzung nicht-fossiler Kraftstoffe, sogenannter eFuels, kann die CO 2 -Bilanz von Verbrennungsmotoren weiter verbessern. Die jetzt vereinbarte CO 2 -Regulierung der EU verpasst bedauerlicherweise die Chance, über diese alternativen Kraftstoffe weitere Anreize für emissionsarme Mobilität zu schaffen. Wichtige CO 2 -Reduktionspotenziale bleiben so ungenutzt. Um die mehr als ambitionierte CO 2 -Regulierung der EU einzuhalten, muss die Mobilität von morgen technologieoffen gestaltet werden. 37,5 Prozent weniger CO 2 bedeuten Flottenverbräuche von durchschnittlich 2,3 Liter Diesel bzw. 2,6 Liter Benzin – technisch zunehmend schwerer zu erreichen. Zudem: Verbräuche sollten unter Realbedingungen auf der Straße gemessen werden. Erst dann ergäbe sich eine realistische CO 2 -Bilanz jedes gefahrenen Kilometers. Ohnehin ist die CO 2 -Bilanz des Straßenverkehrs unvollständig, solange Kraftstoff- und Stromerzeugung nicht betrachtet werden. Wir brauchen daher eine Well-to-wheel-Betrachtung, also von der Quelle bis zum Rad. Meine Damen und Herren, auch die Automatisierung des Verkehrs wird einen Beitrag zur CO 2 -Reduzierung leisten. Über 30 Prozent Kraftstoff kann automatisiertes Fahren einsparen, auf deutschen Autobahnen sind es 15 Prozent (Quelle: KEConsult). Auf dem Weg zur emissionsfreien, stressfreien und unfallfreien Mobilität ist deshalb auch die Automatisierung des Verkehrs ein aktueller und künftiger Schwerpunkt unserer F&E-Ausgaben.Automatisierung: Game Changer für die individuelle Mobilität Der Weg zur unfallfreien Mobilität ist technisch und finanziell ein Kraftakt. Technisch ist automatisiertes Fahren weit mehr als Sensoren, Steuergeräte und Rechenleistung. Automatisiertes Fahren braucht Kompetenzen aus Hardware, Software und Services. Unser Vorteil: Unsere Ingenieure verstehen das Gesamtfahrzeug, nicht nur seine Einzelteile. Der mit der Automatisierung verbundene Entwicklungsaufwand ist enorm und damit finanziell aufwändig. Allein bis 2022 rechnen wir mit Vorleistungen in Höhe von vier Milliarden Euro. Unser Vorteil: Unsere solide Finanzlage und Renditestärke erlauben uns diese. Auf dem Weg hin zur unfallfreien Mobilität folgen wir zwei Entwicklungspfaden. Der eine ist die Fortsetzung einer weit zurückreichenden Erfolgsgeschichte. Bereits im Jahr 2000 hat Bosch mit der adaptiven Abstands- und Geschwindigkeitsregelung das erste Fahrerassistenzsystem auf den Markt gebracht. Heute sind wir weltweit führend in diesem Bereich. Schon in diesem Jahr erreicht der Umsatz mit Fahrerassistenzsystemen zwei Milliarden Euro. Vor drei Jahren betrug er noch eine Milliarde Euro. Diese Systeme ermöglichen schrittweise das teilautomatisierte Fahren für Privatfahrzeuge; in den sogenannten Autonomiestufen 2 und 3. Der zweite Entwicklungspfad wird uns zu den Autonomiestufen 4 und 5 führen. Im US-amerikanischen San José werden wir bereits in diesem Jahr gemeinsam mit Daimler einen automatisierten Mitfahrservice testen. Ziel der Entwicklungspartnerschaft ist das fahrerlose Fahren. Bei aller Faszination für das Roboterauto sollten wir nicht aus den Augen verlieren, welches Ziel die Automatisierung des Verkehrs hat: Mobilität soll unfallfrei werden. Verkehrsunfälle sind die häufigste Todesursache bei Kindern und jungen Menschen im Alter von fünf bis 29 Jahren. Alle 24 Sekunden kommt ein Mensch im Straßenverkehr ums Leben (Quelle: WHO). Gut ein Viertel der Todesopfer sind Fußgänger und Fahrradfahrer. Gerade deswegen betreiben wir im Bereich des automatisierten Fahrens einen hohen Forschungs- und Entwicklungsaufwand. Vorteil für unsere Kunden: höchste Sicherheitsstandards für automatisiertes Fahren. Meine Damen und Herren, das fahrerlose Fahren wird zum Game Changer für die individuelle Mobilität, sowohl für Nutzer als auch für Anbieter. Das fahrerlose Fahren ermöglicht disruptive Geschäftsmodelle wie Robotaxis und Shuttle-Mobilität. Dank Automatisierung können kommerziell genutzte Fahrzeuge ohne Fahrer rund um die Uhr, sieben Tage die Woche im Einsatz sein. Nur so rechnet sich die stattliche Investition in die aufwendige Technik. Die Marktpotenziale sind riesig: Für die nächsten zehn Jahre erwarten Analysten beim automatisierten Fahren ein Marktvolumen für Hard- und Software von rund 60 Milliarden US-Dollar (Quelle: Roland Berger). Allein in Europa, den USA und China sollen bis 2025 2,5 Millionen On-Demand-Shuttlebusse unterwegs sein – die Mehrzahl fahrerlos (Quelle: Roland Berger). In gut 15 Jahren legen Menschen 20 Prozent aller Fahrgastkilometer in gemeinsam genutzten Fahrzeugen zurück (Quelle: BCG). Bereits 2030 wird es für ein Drittel der europäischen Bevölkerung günstiger sein, selbstfahrende Taxis zu benutzen als ein Auto zu kaufen (Quelle: BCG). Unser Portfolio beinhaltet Komponenten für die Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung für die Fahrzeuge selbst. Hinzu kommen unsere Mobilitätsdienste. Unser Ecosystem vereint Dienste und Services für Buchung, Bezahlung, Parken, Laden, Verwaltung, Wartung und Infotainment. Auf der CES haben wir unser Portfolio erstmals in einem Konzeptfahrzeug gezeigt. Klar ist auch, dass die Mehrzahl dieser Shuttle-Fahrzeuge bzw. Pods elektrisch unterwegs sein wird.Elektrifizierung: Marktführerschaft im Massenmarkt Hier sind unsere Ziele nicht minder ehrgeizig: Wir wollen Marktführer im Massenmarkt für Elektromobilität werden. Wir setzen dabei auf unser System-Know-how sowie die Entwicklung und Produktion der Schlüsselkomponenten wie Elektromotor, Leistungselektronik und Batteriesysteme. So wie heute gilt: „Kein Auto ohne Bosch“, so werden wir künftig sagen: „Kein Elektroauto ohne Bosch.“ Kein Unternehmen ist so breit aufgestellt in der Elektromobilität wie Bosch. Vom Fahrrad bis zum Lkw elektrifizieren wir den Antrieb. Mit unseren eBike-Antrieben sind wir heute führend, führend in einem Markt, den wir selbst geschaffen haben. Mit Elektro- oder Hybridkomponenten von Bosch sind heute bereits mehr als eine Million Fahrzeuge weltweit unterwegs. Bis 2025 wollen wir unseren Umsatz im Bereich der Elektromobilität auf fünf Milliarden Euro mehr als verzehnfachen. Allein 2018 haben wir 30 Projekte im Volumen von mehreren Milliarden Euro akquiriert. Beispielsweise haben wir mit dem chinesischen Elektroauto-Unternehmen NIO eine strategische Kooperation für das automatisierte und elektrische Fahren vereinbart. Im chinesischen Wuxi startete vor einigen Wochen die Großserienproduktion unserer 48-Volt-Batterie, die auch in Klein- und Kleinstwagen eingesetzt werden kann. 2030 wird in 20 Prozent der Neufahrzeuge ein 48-Volt-System den Verbrennungsmotor unterstützen. Ebenfalls in China beginnen wir in diesem Jahr mit der Serienfertigung der eAchse, unserem Antrieb für Elektroautos. Ein wichtiger strategischer Schritt ist auch die vollständige Übernahme der EM-motive GmbH. Sie ist einer der erfolgreichsten Hersteller von Elektromotoren in Europa. In der neuen Eigentümerstruktur wird es möglich sein, noch stärker von der weltweit stark wachsenden Nachfrage nach Elektromotoren zu profitieren. Meine Damen und Herren, wir wollen einen Lastverkehr, der weder für das Klima noch für die Luftqualität eine Last ist. Die Schlüssel auch hier: optimierte Verbrennungsmotoren und die Elektrifizierung vor allem der Letzte-Meile-Logistik, also des innerstädtischen Zustellverkehrs. Allein in Deutschland werden täglich mehr als zehn Millionen Pakete ausgeliefert (Bundesverband Paket und Expresslogistik). Jedes Paket verursacht 500g CO 2 (Quelle: DHL). Bereits 2030 wird schon jedes vierte neue Nutzfahrzeug zumindest teilelektrisch angetrieben sein, in China nahezu jedes dritte. Für die Elektrifizierung des Warentransports gilt: Wir sind bereit, wenn es der Markt ist. Unser Produktportfolio deckt die ganze Bandbreite möglicher Anwendungen ab: 36-Volt-Antriebe für Cargo-Bikes, E-Antriebe für leichte Nutzfahrzeuge, mit denen beispielsweise schon rund 10 000 Streetscooter auf deutschen Straßen unterwegs sind, eAchsen für leichte und schwere Transporter, elektrifizierte Achsen für Lkw-Sattelanhänger sowie künftig auch Brennstoffzellen-Antriebe für 40-Tonner. Gerade die Brennstoffzelle könnte eines Tages ihre Vorteile im Langstreckenbereich, bei Fahrzeugen mit wenig Standzeiten und im Nutzfahrzeugbereich ausspielen. Wird die Wasserstoff-Infrastruktur insbesondere für Nutzfahrzeuge weiter ausgebaut, können diese Tankstellen perspektivisch auch von Pkw genutzt werden. Weltweit arbeiten wir derzeit mit Nutzfahrzeugherstellern an der Umsetzung von Brennstoffzellenantrieben. Gleichzeitig prüfen wir Kooperationen mit Partnern für die Entwicklung und Produktion von Komponenten. Auch für die Brennstoffzelle gilt: Wir sind bereit für den Markt. Meine Damen und Herren, die Elektromobilität nimmt deutlich Fahrt auf. 2018 wurden in China, dem größten Markt für Elektrofahrzeuge, erstmals über eine Million elektrifizierte Fahrzeuge verkauft, ein Plus von über 60 Prozent. Bosch ist dort im Pkw-Bereich Marktführer. Auch in Deutschland stieg der Absatz 2018 um mehr als 25 Prozent gegenüber 2017 (Quelle: Center of Automotive Management). In diesem Jahr werden Hersteller weltweit mehr als 130 neue Elektrofahrzeuge – vollelektrisch und hybridisiert – in ihren Verkaufshäusern stehen haben (Quelle: McKinsey). Mit dem Angebot steigt auch die Nachfrage. Zwar ziehen fast 40 Prozent der deutschen Autofahrer es in Betracht, einen elektrifizierten Neuwagen anzuschaffen (Quelle: McKinsey). Gleichzeitig nennen aber mehr als zwei Drittel der Befragten lange Ladezeiten, zu wenig Ladestationen oder die geringe Reichweite als Gründe, die gegen die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs sprechen (Quelle: Statista). Deshalb geht unsere Strategie im Bereich der Elektromobilität deutlich über den Antriebsstrang hinaus. Wir besitzen Kompetenz im ganzen Ökosystem der Elektromobilität. Wir elektrifizieren nicht nur Antriebe, wir machen die Elektromobilität für den Nutzer alltagstauglich, beispielsweise mit unserem Convenience Charging Service, einer vernetzten Navigations- und Ladelösung für Elektrofahrzeuge.Vernetzung: Digitale Services für stressfreies Stromtanken Convenience Charging kombiniert Fahrzeuginformationen wie den Batteriezustand, die Fahrweise des Fahrers und den Energieverbrauch von Heizung und Klimaanlage mit Informationen aus dem Umfeld wie der aktuellen Temperatur und Verkehrsinformationen. Wir errechnen daraus eine besonders präzise Prognose der Reichweite. Convenience Charging findet zudem aus 40 000 Ladepunkten in ganz Europa die optimale Ladestation und kann sie vorab reservieren. Dank eines einheitlichen Zugangs- und Bezahlsystems ist Stromtanken so stressfrei und einfach wie nie. Erster Serienkunde ist der deutsche Elektrofahrzeughersteller Sono Motors. Mit weiteren Herstellern führen wir Gespräche. Convenience Charging ist einer von derzeit 25 Mobilitätsdiensten im Portfolio unseres neuen Geschäftsbereichs Connected Mobility Solutions. Zu diesen Diensten gehören auch das Carsharing von Elektro-Transportern in Kooperation mit der Baumarktkette toom und der Mitfahrservice SPLT. Der Wandel der Mobilität ist auch der Wandel des Nutzerverhaltens. Bis 2025 wird es mehr als 470 Millionen vernetzte Fahrzeuge auf den Straßen weltweit geben (Quelle: PwC). Bereits in drei Jahren soll das Marktvolumen für Mobilitätsdienste und digitale Services 140 Milliarden Euro betragen (Quelle: PwC). Unser Geschäft mit vernetzten Mobilitätslösungen soll entsprechend zweistellig wachsen.Künstliche Intelligenz: Technische Fortschritte, gesellschaftliche Diskussion Meine Damen und Herren, den Wandel der Mobilität wird eine Technologie wesentlich beflügeln: künstliche Intelligenz. Beispielsweise sind selbstfahrende und fahrerlose Autos künstliche Intelligenz auf vier Rädern. Ich spreche hier von industrieller KI, also intelligente Algorithmen kombiniert mit Domänenwissen zu Verkehr, Industrie oder Gebäude. Sie bietet weit mehr Potenzial als die von amerikanischen und chinesischen Unternehmen dominierte KI für die Konsumindustrie. Das Versprechen von KI liegt vor allem in ihrem Potenzial als Basistechnologie, die zahlreiche Folgeinnovationen mit sich bringt. KI wird nicht nur den Verkehr revolutionieren. Sie wird Menschen in vielen Alltagsituationen unterstützen, bei der Arbeit, in der Freizeit und bei Fragen der Gesundheit. Unsere Ziele für KI sind klar: Erstens wollen wir als Innovationsführer die Technik selbst beherrschen. Wir wollen in der KI-Forschung zur Weltspitze gehören. Zweitens sollen Mitte der kommenden Dekade alle unsere Produkte mit KI ausgestattet sein bzw. mit ihr entwickelt oder produziert werden. Drittens wollen wir mithilfe von KI die Daten, die Produkte im Internet der Dinge erzeugen, sinnvoll und sinnstiftend nutzen. Wir wollen Bosch-Produkte zu intelligenten Assistenten für die Menschen machen. Das Bosch Center for Artificial Intelligence bearbeitet nahezu 150 Projekte aus den Bereichen Mobilität, Produktion, Smart Home und Landwirtschaft. Eines ist das Bosch Sensorsystem SoundSee. Es soll Maschinenausfälle präzise vorhersagen und so Wartungskosten reduzieren und Produktivität steigern. Der SoundSee-Algorithmus analysiert dazu feine akustische Spuren der charakteristischen Geräusche von Motoren und Pumpen. SoundSee hört, was defekt ist. SoundSee hört auch, ob die ganze Maschine oder nur einzelne Komponenten betroffen sind. Ab Mitte des Jahres sollen auch auf der Internationalen Raumstation ISS Fehler gefunden werden, indem Geräusche mit SoundSee analysiert werden. Kommerzielle Anwendungen sehen wir in Industrie, Gebäude und Fahrzeugbau. Ein zweites Beispiel ist die in der Ausstellung gezeigte neue Multifunktionskamera. Sie hebt Kameratechnik im Auto auf eine neue Entwicklungsstufe. Fahrzeuge können damit ihr Umfeld deutlich zuverlässiger wahrnehmen – eine wesentliche Voraussetzung für das automatisierte Fahren. Die Kamera vereint erstmals Bildverarbeitungsalgorithmen mit Methoden künstlicher Intelligenz. So kann die Kamera mithilfe maschinellen Lernens eine Fahrbahn auch dann erkennen, wenn Markierungen fehlen. Sie erkennt dazu unterschiedliche Oberflächen wie Schotter, Gras und Asphalt. Fahrzeuge bleiben so in jeder Situation in der Spur. Die Multifunktionskamera sieht zudem besser als das menschliche Auge. Sie sieht beispielsweise Fußgänger am Straßenrand und erkennt aus Blickrichtung, Kopfstellung und Bewegungsrichtung, ob er auf die Fahrbahn treten wird und Kollisionsgefahr besteht. Meine Damen und Herren, über das Ausmaß des Nutzens, den KI der Menschheit bringen wird, wird nicht zuletzt die Akzeptanz der Nutzer entscheiden. Auf die KI-Revolution müssen wir uns auch ethisch und regulatorisch vorbereiten. Wir erforschen und entwickeln KI, die sicher, robust und nachvollziehbar ist. Nachvollziehbar heißt, Entscheidungen, die KI trifft, müssen transparent und erklärbar sein. Und: Auch für künstliche Intelligenz ist die menschliche Intelligenz die letzte Entscheidungsinstanz. Gesellschaften müssen die ethischen und moralischen Maßstäbe diskutieren und regulative Leitplanken setzen. Andererseits darf Regulierung nicht innovations- und investitionshemmend wirken. Die KI-Strategie der Bundesregierung weist auf diese Ambivalenz hin und sieht insbesondere bei der Nutzung von Daten Handlungsbedarf. Wir führen derzeit eine intensive Diskussion mit Mitarbeitern, Kunden, Partnern sowie Spitzenforschern der Natur- und Geisteswissenschaften über genau diese Themen, über KI-Sicherheit und KI-Ethik. Das Ziel: Ein KI-Kodex, der unseren Entwicklern ethische und moralische Leitplanken für ihre Arbeit gibt; gerade für Zweifelsfälle und Dilemmasituationen. KI ist für Bosch eine Schlüsselkompetenz. In den kommenden drei Jahren wollen wir die Zahl der KI-Experten im Unternehmen von derzeit 1 000 auf 4 000 vervierfachen. Im internationalen Wettbewerb um die KI-Köpfe sind wir gut aufgestellt. Drei Gründe dafür: Erstens wollen gute Leute immer mit guten Leuten zusammenarbeiten. Zweitens braucht ein Algorithmus um intelligent zu werden entsprechendes Lernmaterial – also Daten. Und wer kann dieses Lernmaterial besser zur Verfügung stellen als ein Unternehmen, das allein im vergangenen Jahr 52 Millionen internetfähige Produkte verkauft hat und weltweit 280 Produktionswerke betreibt? Drittens differenzieren wir uns von anderen durch unseren wertebasierten Umgang mit Technik.Kultur: Neue Formen des Lernens und der Zusammenarbeit Der Aufbau digitaler Kompetenzen findet auch innerhalb des Unternehmens statt. Jährlich investieren wir rund 250 Millionen Euro in die Weiterbildung unserer Mitarbeiter. Digitale Fähigkeiten sind Bestandteil aller Ausbildungsgänge. Meine Damen und Herren, Mobilität und Technik neu denken, heißt auch, das Lernen neu denken. Mit dem Konzept der „Bosch Learning Company“ ist Weiterbildung heute mehr als die Volkshochschule im Unternehmen. Weiterbildung ist integraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Die Ziele: Zum einen wollen wir unsere Mitarbeiter auf dem Weg in neue Geschäftsfelder mitnehmen. Mitnehmen heißt qualifizieren. Zum anderen wollen wir die Eigenverantwortung der Lernenden stärken, selbstbestimmtes und informelles Lernen fördern. Das zu Beginn vorgestellte „Working Out Loud“ ist ein Beispiel dafür. Wir verstehen Arbeiten und Lernen als Einheit. Dazu integrieren wir das Lernen in den Arbeitsalltag der Mitarbeiter. Traditionelle Präsenzschulungen erweitern wir um Angebote zum Video-Lernen über Virtual Classrooms und zum mobilen Lernen mittels Apps. Seit Jahresbeginn können unsere Mitarbeiter im „Bosch Tube“ – dem YouTube für Boschler – ihr Wissen und ihre Kenntnisse teilen. Dort finden sie alle bei Bosch verfügbaren Lernvideos. Der Clou: Auch Mitarbeiter können Video Tutorials erstellen und hochladen. Sich weiterbilden heißt auch von seinen Kollegen lernen. Zusammenarbeit und Führung sind zwei wesentliche Elemente jeder Unternehmenskultur. Mit beiden Aspekten haben wir uns intensiv auseinandergesetzt. Entstanden sind nicht nur unser Unternehmensleitbild „We are Bosch“, sondern auch die Führungsgrundsätze „We lead Bosch“. Beides sind wichtige Wegweiser für die tägliche, agile Arbeit im volatilen Umfeld. Als Teil dieses andauernden Wandels haben wir jetzt auch die Zusammenarbeit der Unternehmenszentrale mit den operativen Geschäftseinheiten neugestaltet. Die Zentrale hat nur eine Aufgabe: Sie soll die Geschäfte bestmöglich unterstützen. Konkret heißt das, den Wandel des Geschäfts mit Mobilitätslösungen und der Vernetzung über das IoT mitgestalten. Dazu haben wir zum Jahresbeginn Strukturen von zentralen Service-Bereichen wie Einkauf oder Personal vereinfacht. Die Zentralabteilungen werden jetzt von vier statt von acht Geschäftsführern gesteuert – von den hier anwesenden vier Geschäftsführern. Die anderen Geschäftsführer sind ausschließlich für die operativen Geschäftseinheiten verantwortlich. Herr Hartung beispielsweise vertritt heute Abend den Bereich Mobility Solutions. „Bosch Aheadquarters“ heißt dieses Projekt. Der Name ist Ausdruck des Selbstverständnisses und Selbstanspruchs, den Anforderungen der Zeit immer voraus zu sein. Meine Damen und Herren, damit komme ich zum Ende meiner Ausführungen: Der Zeit immer voraus sein – das gilt nicht nur für unsere Zentrale. Genau das ist der Anspruch eines Innovations- und Technologieführers. Unsere Strategie bleibt dabei unverändert: Technologien verstehen und gestalten; Märkte ausbauen und schaffen – eben ganz „Like A Bosch.“ Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, meine Damen und Herren. Meine Kollegen und ich freuen uns nun auf Ihre Fragen.

Mehr Gütertransport, weniger Belastung für Umwelt und Straßennetz: Bosch steiger ...

19.09.2018

Referat

Wirtschaft

Mehr Gütertransport, weniger Belastung für Umwelt und Straßennetz: Bosch steiger ...

Referat von Dr. Rolf Bulander und Dr. Markus Heyn, Mitglieder der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, anlässlich der Pressekonferenz am 19. September 2018 auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover Es gilt das gesprochene Wort.Es gibt Momente, sehr geehrte Damen und Herren … … da empfinden wir Lastwagen ganz wörtlich wie eine Last auf unseren Straßen. Wenn sie die linke Spur auf den Autobahnen verstopfen oder auch die Einfahrten der Raststätten zuparken – dann erscheinen uns Nutzfahrzeuge erst mal weniger nützlich als störend. Tatsächlich wird der Güterverkehr auf den Straßen bis 2040 noch um 50 Prozent zunehmen. Wie können wir dennoch die Umwelt, die Menschen und das Straßennetz schonen? Das ist eine der drängendsten Fragen der Verkehrspolitik. Bosch gibt darauf technische Antworten – und das nicht nur unter der Motorhaube, vielmehr auch im Internet. Mit unserer Hard- und Software steigern wir den Nutzen der Nutzfahrzeuge. Wir wollen einen Lastverkehr, der keine Last ist. Welche Themen aber bewegen die Logistikbranche konkret? Dazu eine Skizze mit sechs Punkten: Erstens der Klimaschutz. Erstmals hat etwa die Europäische Union eine CO 2 -Regulierung für Trucks angekündigt. Egal mit welcher Antriebstechnik – die Systeme von Bosch helfen, die Kohlendioxid-Bilanz neuer Nutzfahrzeuge zu verbessern. Zweitens die saubere Luft. Weltweit ziehen die Abgasnormen für Nutzfahrzeuge an. Indien etwa wird 2020 von Euro 4 zu Euro 6 springen. In den USA sollen die Emissionen künftig wie in Europa im realen Verkehr gemessen werden – und das bei deutlich niedrigeren Grenzwerten. Bosch liefert den Nutzfahrzeugherstellern die nötigen Lösungen, um die ökologischen Anforderungen zu bestehen. Drittens die Urbanisierung. Bis 2050 werden zwei Drittel der Weltbevölkerung in großen Städten leben, noch ist es die Hälfte. Dabei wird sich der Güterverkehr aufspalten – Trucks, die vor allem Verteilzentren an der Peripherie ansteuern, Transporter, die dann die letzte Meile übernehmen. Gerade in Ballungszentren muss Logistik neu gedacht werden – gefragt sind Lösungen von Bosch für den City-Güterverkehr der neuen Art, auch mit Cargo-Rollern und Cargo-Bikes. Viertens der Online-Handel: Allein in Deutschland sind 2017 erstmals mehr als drei Milliarden Pakete zugestellt worden, und folgt man den Marktstudien, werden es 2020 bereits 3,8 Milliarden sein. Treiber sind die zunehmenden Bestellungen via Internet. Aber gerade über das Internet der Dinge hebt Bosch Potenzial, um den Lieferverkehr noch deutlich effizienter zu gestalten. Fünftens der Unfallschutz. An jedem zehnten Unfall mit Personenschaden sind Nutzfahrzeuge beteiligt. Und die Gefahr von Verkehrstoten ist doppelt so hoch, wenn ein Lkw beim Unglück dabei ist, als wenn Pkw unter sich sind. Anlass genug, um mit Fahrerassistenz von Bosch mehr als bisher die Trucker zu unterstützen und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Sechstens die Wirtschaftlichkeit, konkret Kostendruck bei den Speditionen. Ein Drittel der Betriebskosten von Nutzfahrzeugen entfällt auf den Kraftstoff, ein weiteres gutes Drittel auf den Fahrer. Und schon jetzt fehlen in den USA 50 000 Trucker, in zehn Jahren voraussichtlich dreimal so viel. Solch ein Fahrermangel zeichnet sich auch in Europa ab. Der Ansatz von Bosch: dem Lkw selbst das Fahren beizubringen – das vermeidet Unfälle, genauso wie Spritsparen den CO 2 -Ausstoß senkt. Was den Speditionen nützt, nützt auch Mensch und Umwelt – hier schließt sich der Kreis. Technik für Trucks, Services für die Logistik: Die doppelte Stärke von Bosch Über die Wirtschaftlichkeit hinaus sind es also die großen Themen der Mobilität, die auch die Nutzfahrzeug- und Logistikbranche bewegen. Möglichst emissionsfrei, unfall- und stressfrei soll er werden, der Güterverkehr der Zukunft. Dafür müssen wir ihn zunehmend elektrifizieren, automatisieren und vernetzen. Auf diesen Entwicklungspfaden sind wir nicht nur für den Personenverkehr, sondern auch für den Güterverkehr mit allen seinen Besonderheiten unterwegs. Wir sind einer der weltweit führenden Anbieter im Internet der Dinge ebenso wie einer der größten Zulieferer der Nutzfahrzeugbranche – wie nur wenige können wir Services für die Logistik mit Technik für Trucks verbinden. Für die Modernisierung des Güterverkehrs bringt Bosch gleichermaßen wirtschaftliche wie technologische Stärke mit. Unser Unternehmensbereich Mobility Solutions wird in diesem Jahr seinen Umsatz im laufenden Geschäft voraussichtlich um vier Prozent steigern – er legt damit weiterhin doppelt so stark zu wie die Automobilproduktion. Jeden vierten Euro erwirtschaftet er mit Technik für Nutzfahrzeuge, vom Transporter aufwärts. Besonders kräftig wächst das Geschäft mit Lösungen für Trucks und Offroad-Fahrzeuge: um sieben bis acht Prozent in diesem wie auch im vergangenen Jahr. Übers Jahr hinaus setzen wir unseren Wachstumskurs fort, indem wir in Innovationen investieren. Zum Jahresende wird Bosch für die Mobility Solutions rund 54 500 Forscher und Entwickler beschäftigen, 5 000 mehr als zu Jahresbeginn. Das ist auch die Mannschaft, die neue Lösungen für Transport und Logistik hervorbringt. So arbeiten allein 2 600 Entwickler am Antrieb für das Nutzfahrzeug von morgen. Diesel, Batterie und Brennstoffzelle: Bosch denkt alternative Antriebe in vielen Alternativen Wie aber fahren Nutzfahrzeuge morgen? Dafür denken wir zukünftige Antriebe in vielen Alternativen, entwickeln aber auch gezielt den Diesel weiter. Notwendig schon deshalb, weil auch im Jahr 2025 zwischen 80 und 90 Prozent aller Nutzfahrzeuge als Selbstzünder unterwegs sein werden. Die Ingenieure von Bosch werden ihren Beitrag leisten, damit der Nutzfahrzeug-Diesel die Abgas- und Verbrauchsnormen in aller Welt erfüllen kann. Es geht hier um den Klima- und Umweltschutz – wie eingangs skizziert, sind das die ersten beiden Herausforderungen der Logistikbranche. Jedes Milligramm weniger Emissionen zählt, und jedes Prozent weniger Verbrauch bedeutet für einen Langstrecken-Truck gut 700 Euro weniger Betriebskosten pro Jahr. Wie gehen wir vor? Verbrauch und CO 2 -Ausstoß senken – das heißt für uns die Effizienz der Einspritzsysteme steigern. Und die Stickoxid-Emissionen des Lkw reduzieren – dazu setzen wir nicht zuletzt auf die aktive Steuerung der Abgastemperatur, wie wir sie schon im Pkw realisiert haben. Dies bedeutet für uns technische Herausforderung und geschäftliche Chance zugleich. So verdoppelt sich unser weltweites Geschäft mit Systemen zur Abgasnachbehandlung von 2016 bis Anfang der nächsten Dekade. Und der Absatz unserer Common-Rail-Einspritzsysteme ist allein 2017 weltweit um ein Drittel gestiegen, in China sogar noch kräftiger – und in den nächsten Jahren wird er sich auf hohem Niveau stabilisieren. Dies zeigt: Es ist der Umweltschutz, der das Geschäft mit dem Nutzfahrzeug-Diesel fordert, aber auch fördert. Zunehmend jedoch kommt im Laufe der nächsten Dekade die Elektromobilität im Güterverkehr – und sie kommt mit Bosch. Weltweit wird 2030 jedes vierte neue Nutzfahrzeug elektrisch angetrieben sein, in China nahezu jedes dritte – zunächst vor allem Stadtbusse und Fahrzeuge für den Verteilerverkehr. Dazu haben wir früh geschäftliche Erfolge erzielt: Unsere Antriebskomponenten stecken in Europas größter Elektrotransporter-Flotte, dem StreetScooter der Deutschen Post. Weltweit Marktführer auch bei Elektromobilität zu werden – das ist unser Ziel. Genau dafür stellen wir uns auch für die Elektrifizierung der Nutzfahrzeuge breit auf, vom Bike als kleinstem Verteilerfahrzeug bis hin zum 40-Tonnen-Truck. Das beginnt mit 36-Volt-Antrieben für Cargo-Bikes – flexibel unterwegs im Stadtverkehr. Allein unsere eBike-Sparte beliefert bereits vier Lastenrad-Hersteller. Und unser 48-Volt-Antriebssystem wird Anfang 2019 erstmals in einem eTrike für Brief- und Paketdienste eingeführt. Wir nutzen hier einen Systembaukasten, so dass nicht mehr als 18 Monate von der Auftragsvergabe bis zur Serie vergehen. Das geht weiter mit unserer eAchse für Transporter, die 2019 erstmals in Serie geht. Eine leicht integrierbare Lösung, die Entwicklungszeiten sowohl bei etablierten Herstellern als auch bei neuen Anbietern deutlich verkürzt. Auch damit rollen wir den City-Lieferverkehr elektrisch auf. Selbst heutige Sattelzüge können wir unter Strom setzen. Hier in Hannover zeigen wir eine elektrifizierte Trailer-Achse, die sich in vorhandene Lkw-Sattelanhänger integrieren lässt. Diese Achse gewinnt beim Bremsen Energie zurück und speist damit die Trailer-Aggregate. Das spart in einem Kühlanhänger nahezu 10 000 Euro jährlich. Ein wirtschaftliches Stück Elektromobilität, das sich auch zum Nachrüsten eignet. Die Frage aller Fragen ist schließlich die Elektrifizierung der größeren Zugmaschinen. Für Nutzfahrzeuge mit mittlerer Reichweite entwickeln wir batterieelektrische Antriebe. Wie aber den Lieferverkehr mit den Schwergewichten auf der Langstrecke elektrifizieren? Zu schwer, zu teuer wäre die Batterie, zu gering ihre Reichweite – Trucks, die rein elektrisch auf große Tour gehen, galten im kostengetriebenen Transportgeschäft lange als technisch und wirtschaftlich unmöglich. Unsere Lösung ist die Brennstoffzelle. Zum Vergleich: Damit ein 40-Tonner lange Strecken elektrisch zurücklegen könnte, müsste er nach dem Stand der Technik eine nahezu zehn Tonnen schwere Batterie mit an Bord nehmen – der Wasserstoffspeicher für die Brennstoffzelle käme mit einem Zehntel des Gewichts aus. Bosch setzt gleich mit zwei Kooperationen auf diese Technik: Einerseits in den USA mit Nikola Motors, einem Start-up, das über die nötigen Fahrzeuge hinaus auch ein Netz von Wasserstoff-Tankstellen realisieren will. Andererseits in China mit dem Motorenhersteller Weichai Power. Aussichtsreich schon deshalb, weil bereits 2030 eine Million Brennstoffzellen-Fahrzeuge auf chinesischen Straßen unterwegs sein sollen. In aller Welt bringt Bosch neue Energie in den Truck. Noch lange wird die Entwicklung des Nutzfahrzeug-Antriebs ein Mehrkampf bleiben. Wir tun gut daran, auch seine Elektrifizierung technologisch offen anzugehen. Und nicht zu vergessen: Angehen müssen wir auch die eFuels – die Herstellung alternativer Kraftstoffe aus regenerativem Strom. Wer die Zukunft des Schwerlastverkehrs sichern will, darf auch diesen Pfad nicht ausschließen. Wenn Trucks fahrerlos zwischen zwei Logistikhöfen pendeln: Bosch entwickelt automatisiertes Lkw-Fahren zunächst für die USA Die Elektrifizierung ist das eine große Wachstumsfeld in der Nutzfahrzeugtechnik, das andere ist die Automatisierung – hier wie dort zeichnen sich auf dem Markt in der nächsten Dekade zweistellige Steigerungsraten ab. Auf dem Weg zum automatisierten Fahren liegt die Fahrerassistenz – ganz wichtig für den Unfallschutz, ein weiterer „big point“ für die Transportbranche, wie wir ihn zu Beginn aufgezeigt haben. So helfen Lkw-Abbiegeassistenten Unfälle mit Radfahrern und Fußgängern zu vermeiden – dafür bietet Bosch die nötigen Radarsensoren. Und nicht zuletzt können wir Assistenz- und Lenksysteme verknüpfen. So unterstützt die neue Generation unserer elektronisch regelbaren Lenkungen Spurhalte-Funktionen und Automatisierung. Sie wird auf dieser IAA in einer Reihe neuer Trucks vorgestellt. Mit der Entwicklung zum automatisierten Fahren wird sich der Markt für intelligente Lenkungen in schweren Nutzfahrzeugen in den nächsten fünf Jahren jährlich verdoppeln – und Bosch ist vorn dabei. Großes Potenzial für die Automatisierung des Lkw-Fahrens sieht Bosch in den USA. Dort ist der Fahrermangel am größten, und dort ist jeder zehnte Truck auf immer gleichen Highways unterwegs. Kommen wird also zunächst die „Hub-to-Hub-Automatisierung“, und das heißt konkret: Trucks, die fahrerlos permanent zwischen zwei oder drei Logistikhöfen pendeln. Das spart Personalkosten, das steigert die Transportleistung, das beschleunigt die Amortisation der Fahrzeuge, das sorgt für Sicherheit – so werden gleich mehrere Probleme der Branche gelöst. Auch wenn sich diese Art der Automatisierung rechnet, die technischen Herausforderungen sind groß – sei es, dass sich die Rechenleistung in einem 40-Tonner etwa um den Faktor 1 000 steigern muss, sei es, dass ein Kontrollzentrum ähnlich einer Flugsicherung nötig wird. Daraus könnte ein bisher nicht dagewesenes Dienstleistungsgeschäft werden. Das Platooning, also das automatisierte Windschattenfahren in der Lkw-Kolonne, ist ein logischer weiterer Schritt. Es spart nicht nur Personalkosten, sondern auch Kraftstoff, stellt aber noch höhere Anforderungen an Gesetzgebung, Technik und Infrastruktur. Bosch beteiligt sich dazu an den wesentlichen Forschungsprojekten. Und wir entwickeln für den Datenaustausch unter den Trucks in der Kolonne die nötigen Telematik-Komponenten – erste Prototypen werden ab 2019 erprobt. Die „Car-to-Car-Communication“ könnte im Lkw eher als im Pkw kommen, denn mit dem Platooning bekäme sie eine klare und wirtschaftliche Anwendung. Wo steckt der Behälter, wo die Ware? Bosch bietet vernetzte Logistiklösungen vom Highway bis zur Haustür Gerade im Lkw jedoch ist vernetztes Fahren mehr als eine Voraussetzung fürs automatisierte Fahren. Das Internet ermöglicht eine neue Effizienz im Transportsystem – eine Entlastung für den Verkehr, aber auch für die Speditionen. Dieses Potenzial gilt es zu heben – auch das haben wir zu Beginn als eine der großen Branchenaufgaben skizziert. Für die Logistik der Zukunft bringt Bosch eine doppelte technische Expertise mit – einerseits breites Domänenwissen im Lkw, andererseits tiefes Know-how im Internet der Dinge. Wir können damit vernetzte Logistiklösungen vom Highway bis zur Haustür realisieren. Zunächst aber vernetzen wir das Nutzfahrzeug mit der Außenwelt. Nahezu jeder neue Truck in Europa und den USA ist bereits heute Teil des Internets. Dazu beliefern wir die Lkw-Hersteller mit Telematik-Plattformen, die zum Beispiel Software-Updates oder auch vorausschauende Diagnosen ermöglichen. Insgesamt legt unser Absatz von „Connectivity Control Units“ fürs Nutzfahrzeug jährlich um 15 bis 20 Prozent zu. Mit dem vernetzten Fahren, meine Damen und Herren, erschließt Bosch auch unmittelbar vernetzte Services. Gerade mit dem Dienstleistungsgeschäft wachsen wir über die Rolle eines Zulieferers der Nutzfahrzeugbranche hinaus. Schon jetzt überwachen unsere Service-Center rund um die Uhr den Zustand besonders kritischer oder sogar lebenswichtiger Gütertransporte, etwa von Blutplasma. Jährlich übernehmen unsere Leitstellen das Monitoring für rund 40 000 hochwertige Lkw-Touren. Wir erweitern zudem das Bosch Secure Truck Parking, unsere Plattform für sichere Lkw-Parkplätze entlang der Autobahnen. Neues Beispiel ist das Hamburger Kreuzfahrtterminal – auch dort werden wir vom nächsten Monat an sichere Parkplätze für den Fernverkehr anbieten. Ein Angebot, das sich zugleich an Lkw-Fahrer richtet, die auf ihren Slot zur Abfertigung an den Containerterminals warten. Mit dem Internet der Dinge wird der Güterverkehr nicht nur sicherer denn je. Wir können ihn auch noch effizienter machen – hier liegt viel Potenzial, wenn man nur bedenkt, dass nahezu jede fünfte Lkw-Fahrt eine Leerfahrt ist. Dazu bringt Bosch jetzt Transparenz in die „Black Box“ der Logistik. Über das Internet der Dinge automatisieren wir die Lieferverfolgung, wir ermöglichen ein digitales „Track and Trace“. Unsere Lösung: Sensoren an Material und Behältern, die Ortungs-, Temperatur- und Vibrationsdaten in die Cloud übertragen. Wo steckt die Transportbox, wie geht es der Ware – diese Fragen können die Kunden mit unserer Lösung in Sekunden beantworten, bisher konnten dafür mehrere Stunden vergehen. Mit der Echtzeit-Logistik, wie wir sie realisieren, können Disponenten nach ersten Kundenerfahrungen ihren Such- und Inventuraufwand um mehr als die Hälfte reduzieren – und die Verfügbarkeit von Umlaufbehältern steigt um bis zu 30 Prozent. Das nennen wir Logistik 4.0. Dieser letzte Punkt zeigt in besonderer Deutlichkeit, wohin Bosch in der Transport- und Logistikbranche will. Das Nutzfahrzeug elektrifizieren und automatisieren – das ist das eine. Die Vernetzung unterstützt dies, sie kann aber auch den Güterverkehr insgesamt produktiver machen. Mit dem Internet entlasten wir das Straßennetz. Der Transportbedarf steigt, das ist wahr. Die Lösungen von Bosch tragen dazu bei, dass er die Grenzen des Wachstums nicht erreicht.

Gegen die „Reichweiten-Angst“: Neue Services machen Elektromobilität alltagstauglich

21.02.2018

Referat

Wirtschaft

Gegen die „Reichweiten-Angst“: Neue Services machen Elektromobilität alltagstauglich

Statement von Dr. Rainer Kallenbach, Vorsitzender des Bereichsvorstands für den Geschäftsbereich Connected Mobility Solutions, anlässlich des Pressegesprächs zur Bosch ConnectedWorld in Berlin am 21. Februar 2018. Es gilt das gesprochene Wort.Vielen Dank, Herr Denner. Sehr geehrte Damen und Herren, gerne gebe ich Ihnen einen tieferen Einblick in unser Konzept „system!e“. Technisch betrachtet, verknüpft „system!e“ den elektrischen Antrieb mit der Bosch Automotive Cloud Suite. Daraus gehen internetbasierte Services hervor, die den ganz alltäglichen Nutzen der Elektromobilität steigern – und damit auch Hemmschwellen für den Kauf von Elektrofahrzeugen absenken. Mit „system!e“ weiß das Elektroauto künftig ganz genau, wann ihm der Strom ausgeht, aber auch, wo neuer Strom zu holen ist. Und nicht zuletzt wird es sich leichter ins Stromnetz des eigenen Hauses integrieren lassen. Dazu gleich drei konkrete Anwendungen: Erstens: die erweiterte Reichweiten-Prognose. Sie hilft den wesentlichen Vorbehalt gegenüber der Elektromobilität zu überwinden. Nach allen einschlägigen Umfragen scheitert die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs vor allem an der sogenannten „Reichweiten-Angst“ – Autokäufer bemängeln den geringen Radius dieser Autos noch vor dem hohen Preis und den langen Ladezeiten. Unsere Reichweiten-Prognose beseitigt die Angst, beim elektrischen Fahren irgendwo liegen zu bleiben. Sie berücksichtigt Daten aus der Umgebung wie auch aus dem Fahrzeug – einerseits Stau- und Wettervorschau, andererseits Ladezustand, Verbrauch durch Heizung und Klimaanlage, den Reifendruck und nicht zuletzt den eigenen Fahrstil. Dies alles wird verknüpft zu einer genauen und verlässlichen Prognose der noch verfügbaren Reichweite. Zweitens ein Lade-Assistent für lange Fahrten. Auch dieser Service versteht sich als Gegenmittel zur „Reichweiten-Angst“. Ausgangspunkt ist eine neue Art der Routenführung. Sie basiert auf der erweiterten Reichweiten-Prognose und macht Streckenvorschläge entlang der nötigen Ladestopps. Informationen über beispielsweise Restaurants, Cafés oder Supermärkte in der Nähe der Stopps kommen hinzu, so dass der Fahrer die Ladezeit besser überbrücken kann. Und weil die Säulen vernetzt sind, kann er das Laden schließlich via Internet bezahlen. So werden auch Langstrecken-Fahrten mit dem Elektroauto komfortabel. Elektrisch und zugleich entspannt fahren – das ist das Ziel. Drittens unser Konzept eines Energiemanagements für das Laden zuhause, das deutlich Kosten sparen hilft. Konkret heißt das: Das Elektroauto wird künftig ins Stromnetz des Smart Home integriert. Seine Batterie ergänzt dann zum Beispiel den stationären Stromspeicher für die Photovoltaik-Anlage. So kann sie tagsüber den überschüssigen Sonnenstrom aufnehmen, nachts diesen Strom wieder zurückspeisen, um etwa eine Wärmepumpe zu betreiben. Allerdings werden die Hausbesitzer dennoch am nächsten Morgen wieder elektrisch fahren wollen – dafür genügt es, dem Auto je nach Fahrziel die Mindestladung vorzugeben. So effizient kann in Zukunft das Zusammenspiel von Auto und Haus sein. Die Vernetzung des Elektrofahrzeugs mit dem Smart Home – das ist ein Paradebeispiel für ein „cross domain ecosystem“, der Königsdisziplin im Internet der Dinge. Realisieren können es nur vielseitige Unternehmen – Unternehmen wie Bosch, die nicht nur im Auto zuhause sind. Dabei verstehen wir „system!e“ als Baukasten – wir werden daraus Lösungen für etablierte Fahrzeughersteller ebenso wie für Start-ups ableiten können. Auch dies ist keine Fernsicht: Gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern können wir entsprechende Services innerhalb weniger Monate realisieren. Über die Zukunft der Mobilität reden viele, wir wollen sie auf den Markt bringen. Was wir auch jenseits der Mobilität alles auf den Markt bringen und teilweise hier auf der Bosch ConnectedWorld präsentieren, erläutert Ihnen nun Stefan Hartung.

Unser Alltag im Umbruch: Wie Bosch die Chancen der Vernetzung über das Internet  ...

21.02.2018

Referat

Wirtschaft

Unser Alltag im Umbruch: Wie Bosch die Chancen der Vernetzung über das Internet ...

Statement von Dr. Stefan Hartung, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, anlässlich des Pressegesprächs zur Bosch Connected World in Berlin am 21. Februar 2018. Es gilt das gesprochene Wort.Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben es eben von Herrn Denner gehört: im Netz liegt die Zukunft. Nicht nur des Autos und der Mobilität, sondern weit darüber hinaus. Welche Möglichkeiten das Internet der Dinge auf der Straße, bei der Arbeit und zu Hause bietet, das zeigen wir auf der Bosch ConnectedWorld. Und ich möchte betonen: Wir präsentieren keine fernen Zukunftsvisionen, sondern setzen reale Lösungen um. Dazu ein paar Fakten: 250 IoT-Projekte hat Bosch bereits designt, entwickelt und umgesetzt. An 170 eigenen IoT-Projekten arbeiten wir bei Bosch derzeit, in so unterschiedlichen Bereichen wie vernetzte Mobilität, vernetzte Gebäude, vernetzte Industrie und vernetzte Landwirtschaft – alle laufen auf der Bosch IoT Cloud. 38 Millionen internetfähige Produkte haben wir 2017 verkauft. 6,2 Millionen Sensoren, Geräte und Maschinen vernetzen sich heute über die Bosch IoT Suite mit Nutzern und Unternehmensanwendungen. Wir haben das Potenzial der Vernetzung früh erkannt. Seit fast zehn Jahren gestalten wir die vernetzte Welt aktiv mit. Sukzessive haben wir unsere Software- und IT-Kompetenz weiter ausgebaut. Mit mehr als 25 000 Software-Experten sind wir heute selbst ein Software-Unternehmen. Was uns von den Internetkonzernen aus Amerika und Asien unterscheidet: Während das Silicon Valley die digitale Welt vernetzt, vernetzt Bosch die reale Welt. Wir können sowohl Hardware als auch Software. Unser Ansatz im Internet der Dinge dient vor allem konkreten Verbesserungen im realen Alltag. Was bedeutet das konkret? Lassen Sie mich einige Beispiele nennen: Da wäre zum einen die vernetzte Stadt . Bereits in knapp 30 Jahren werden zwei Drittel der Weltbevölkerung, sechs Milliarden Menschen, in Städten leben. Schon heute verursachen Städte 80 Prozent aller Treibhausgasemissionen und verbrauchen 75 Prozent der weltweiten Energie. Die Lebensqualität in Städten wird künftig in hohem Maße von intelligenten und vernetzten Lösungen abhängen. Bis 2020 wird der Smart-City-Markt jährlich um 19 Prozent auf 700 Milliarden Euro wachsen. Wir profitieren im Smart City-Geschäft von unserer breiten Aufstellung und unseren domänenübergreifenden Kompetenzen. Unsere Kunden wiederum profitieren von konkreten Bosch-Lösungen für Energie, Gebäude, Mobilität, Sicherheit und digitale Stadtverwaltung. Das Unternehmen ist derzeit an 14 umfassenden Smart City-Projekten beteiligt, unter anderem in San Francisco, Singapur, Tianjin, Berlin und Stuttgart. Weitere werden folgen. Heute unterzeichnen wir eine Vereinbarung mit dem chinesischen Projektentwickler Country Garden. Gemeinsam werden wir Möglichkeiten für Planung und Bau von weiteren vernetzten Städten und Smart Living Labs in China erkunden. Country Garden verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Bereich der Wohnquartierentwicklung. Bosch wird seine IoT- und Kundenkompetenz einbringen. Einen Eindruck von unseren Aktivitäten im Smart City Bereich erhalten Sie nebenan auf der Ausstellungsfläche. Vernetztes Zuhause: Ebenfalls zeigen wir hier auf der Bosch ConnectedWorld die intelligente Küche. Bei Bosch lassen sich ausgewählte Geschirrspüler, Backöfen, Kühlschränke und Kaffeevollautomaten bereits jetzt über die App „Home Connect“ steuern. Neben vernetzten Hausgeräten bieten wir auch in diesem Bereich vermehrt digitale Services an. In Herrn Denners Keynote haben wir „Mykie“ gesehen. Der digitale Küchenassistent versteht Gesten und Sprache. Möchten Sie zum Beispiel einen Auflauf machen, aber lieber mit Lamm statt mit Speck, dann stellt Mykie das angepasste Rezept zusammen – künftig unter Berücksichtigung der Speisekammer-Bestände – und er stellt zum Beispiel den Ofen auf die richtige Temperatur ein. Vernetzte Landwirtschaft: Auch dem Farmer hilft Bosch bei der Arbeit. Auf der brasilianischen Rinderfarm Fazenda Santa Fé helfen Sensoren, Software und Services von Bosch den Cowboys auf einer der größten Rinderfarmen des Landes dabei, auch den Gewichtszuwachs der Rinder zu überwachen. Allein in Brasilien gibt es 100 Millionen Rinder, in Argentinien 50 Millionen und in den USA noch einmal 100 Millionen. Auch hierzulande setzen wir Smart Farming vielseitig um: Unsere sensorbasierten Lösungen unterstützen schon heute Landwirte beim Anbau von Tomaten, Spargel oder Kartoffeln. Unser cloudbasiertes Milchüberwachungssystem sorgt bei Molkereien und Erzeugern dafür, dass Milch haltbar bleibt. Auf Rinderherden haben wir heute verzichtet, dafür können Sie aber den Spargel- und auch den Erdbeersensor hier vor Ort kennenlernen. Im Bereich der vernetzten Industrie startete im Januar 2018 der neue Bereich Bosch Connected Industry. Darin bündeln wir unsere Industrie 4.0-Aktivitäten verschiedener Abteilungen und Einheiten, vor allem das Software- und Service-Geschäft. Mehr als 500 Mitarbeiter bieten unsere Erfahrungen in der Umsetzung von Projekten an. Eine große Rolle spielt auch unsere Industrietochter Bosch Rexroth. Sie arbeitet an der vollvernetzten Fabrik. Diese wird weit mehr können, als zum Beispiel nur den Energieverbrauch einer Maschine zu senken. Künftig werden durchgehend vernetzte Maschinen dank künstlicher Intelligenz auch eigenständig Entscheidungen treffen und sich selbst organisieren können. Ob Einzelstück oder Massenserie: Industrie 4.0 und Logistik 4.0 sorgen dafür, dass unsere Kunden und wir selbst unterschiedlich hohe Stückzahlen flexibel und kostengünstig produzieren können. Wie das aussehen kann, werden wir in rund zwei Jahren mit unserer Referenzfabrik im chinesischen Xian zeigen. Bis 2020 wollen wir mit Industrie 4.0 mehr als eine Milliarde Euro Zusatzumsatz erzielen. Zur komplett vernetzten Fertigung, vernetzten Logistik und vor allem zu neuen Services und Geschäftsmodellen werde ich morgen – gemeinsam mit Vertretern von Partnerunternehmen – in meiner Keynote noch mehr sagen. Ich lade Sie herzlich dazu ein. Ich komme damit zum Ende meiner Ausführungen. Wir haben früh prognostiziert, dass das IoT alles verändern wird. Wir sind Vordenker, Gestalter und Partner in vielen Fragen der digitalen Transformation. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Wir freuen uns auf Ihre Fragen.

Von der Vision zum Geschäft: Das vernetzte Fahren wird Wachstumsfeld

21.02.2018

Referat

Wirtschaft

Von der Vision zum Geschäft: Das vernetzte Fahren wird Wachstumsfeld

Statement von Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH anlässlich des Pressegesprächs zur Bosch ConnectedWorld in Berlin am 21. Februar 2018. Es gilt das gesprochene Wort.Sehr geehrte Damen und Herren, im Netz liegt die Zukunft, auch und gerade die Zukunft der Mobilität. Es geht nicht bloß um die Modernisierung des Straßen- und Schienennetzes, es geht um die Vernetzung aller Verkehrsträger über das Internet. Das und noch vieles mehr zeigen wir auf der Bosch ConnectedWorld hier in Berlin. Die BCW ist weltweit eine der größten Konferenzen zum Internet der Dinge, sie versammelt die Avantgarde der Digitalisierung. Hier diskutieren wir mit nahezu 4 000 IoT-Vordenkern und Umsetzern, hier präsentieren wir den praktischen Nutzen von mehr als 60 IoT-Lösungen. Die deutsche Hauptstadt ist dafür der richtige Ort: Hier haben wir erst vor einem Monat unseren IoT-Campus eröffnet, und hier rollen bereits 1000 der 3500 eScooter unseres Sharing-Dienstes COUP. Schon die Beispiele aus dieser Stadt zeigen: Es geht uns nicht um schöne Fernsichten auf die vernetzte Welt und den Verkehr von morgen, wir liefern zukunftsweisende Lösungen für die Verkehrsprobleme von heute. Genau mit diesen Lösungen wollen wir wachsen. Die Gründung unseres neuen Geschäftsbereichs Connected Mobility Solutions ist ein klares Signal: Wir überführen die Vielzahl unserer Serviceprojekte für das Fahren von morgen in Dienstleistungsgeschäft. Wir haben zum Beispiel zusammen mit Partnern einen intermodalen Mobilitätsassistenten entwickelt, der das Planen, Buchen und Bezahlen von Car- und Bikesharing, Bahnen und Bussen ermöglicht. Und in diesem Jahr wird das vernetzte Parken mit unserer Technik erstmals Realität – sei es, dass Autos in Parkhäusern selbstständig freie Plätze ansteuern, sei es, dass sie mit ihren Sensoren Parklücken am Straßenrand erkennen und in eine Online-Karte einspeisen. Das eine wie das andere erleichtert den Alltag in den Städten. Um Services wie diese zu realisieren, verfügen wir über eine eigene technische Basis – die Software-Plattform Bosch Automotive Cloud Suite. Dies alles bündeln wir in unserem neuen Bereich. Er wird damit neue Heimat für mehr als 20 Services aus der „shared Mobility“, der intermodalen Mobilität und auf Vernetzung basierenden Service-Angeboten für Autofahrer. Für die Connected Mobility Solutions sind bei Bosch mehr als 600 Mitarbeiter an fünf Standorten in Deutschland und China tätig. Das geschäftliche Potenzial ergibt sich aus der steigenden Zahl vernetzter Fahrzeuge – 2025 sollen es mehr als 470 Millionen sein. Darauf zielen Mobilitätsdienste und digitale Services. Ihr Marktvolumen in aller Welt wird binnen fünf Jahren, also zwischen 2017 und 2022, voraussichtlich von 47 auf 140 Milliarden Euro zulegen. Noch ist dieser Markt fragmentiert. Bosch strebt mit seinen Lösungen ein deutlich zweistelliges Wachstum an. Dazu wird auch eine Akquisition in den USA beitragen, die ich heute bekanntgeben möchte. Bosch steigt in das Geschäft mit internetbasierten Mitfahrservices ein – wir haben das US-Start-up SPLT übernommen, das mit solchen Services gezielt Berufspendler erreichen möchte. Auch diese Art der Vernetzung hilft, Verkehrsprobleme hier und jetzt zu lösen – die Probleme, die jeder hat, der im Verkehr unterwegs ist. Das Besondere am Service von SPLT: Es ist eine B2B-Lösung, die sich nicht direkt an mögliche Mitfahrer richtet, sondern an deren Arbeitgeber. SPLT betreibt eine Plattform, mit der Unternehmen, Universitäten oder Stadtverwaltungen ihren Mitarbeitern Angebote für Fahrgemeinschaften vermitteln können. Warum gerade diese Lösung über den Arbeitgeber sinnvoll ist? Die Antwort ist einfach: Fahrgemeinschaften leben davon, dass mehrere Menschen zur gleichen Zeit zum gleichen Ort wollen. Und wann und wo ist das häufiger der Fall als auf dem Weg zum gemeinsamen Arbeitsort? Genau hier setzt der SPLT-Service an: Ein Algorithmus findet unter der Vielzahl der Kollegen die passende Fahrgemeinschaft und berechnet den schnellsten Weg. Weniger Stress in der Rushhour, Umwelt und Geldbeutel schonen – das sind die Ziele. SPLT zählt in den USA, Mexiko und Deutschland bereits rund 140 000 Anwender in Firmen und Verwaltungen – eine Zahl, die sich in den nächsten Jahren vervielfachen wird. Die Vernetzung ist nicht der einzige Entwicklungspfad, den Bosch für die Zukunft der Mobilität verfolgt. Wir sind auf drei Pfaden unterwegs: Wir vernetzen, elektrifizieren und automatisieren das Fahren. Damit wird es so stressfrei, aber auch so emissions- und unfallfrei wie möglich. Wir haben also ein umfassendes Zukunftsbild von der Mobilität. In diesem Bild jedoch ist die Vernetzung, wenn man so will, mit den anderen Entwicklungspfaden vernetzt. Deutlich erkennbar wird dies auf dieser Bosch ConnectedWorld vor allem am Zusammenspiel von elektrischem und vernetztem Fahren. Elektromobilität – das war für Bosch von Anfang mehr als ein alternativer Antrieb fürs Auto. Wir haben zunächst das Radfahren elektrifiziert und sind heute ein führender Anbieter von eBike-Systemen. Elektrische Antriebslösungen vom Bike bis zum Truck zu liefern – das ist unser Anspruch. Bei allem verstehen wir uns als Systemlieferant, so haben wir erste Aufträge für die eAchse akquiriert, die im Elektroauto Getriebe, Motor und Leistungselektronik integriert. Das System-Know-how hört bei der Hardware nicht auf, wir verbinden auch die Elektromobilität mit den für das Internet der Dinge wichtigen „3S“ – Sensoren, Software und Services. Denn vernetzt fährt es sich auch elektrisch am besten. Dazu stellen wir auf dieser BCW ein neues Konzept vor – wir nennen es „system!e“. Details dazu wird Ihnen nun der Leiter unseres neuen Geschäftsbereichs Connected Mobility Solutions nennen, Rainer Kallenbach.