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Nach vorne entwickeln: Bosch setzt auf Tempo und globale Innovationskraft

16.04.2026

Pressemeldung

Wirtschaft

Nach vorne entwickeln: Bosch setzt auf Tempo und globale Innovationskraft

Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, und Markus Forschner, Mitglied der Geschäftsführung und Finanzchef, anlässlich der Jahrespressekonferenz am 16. April 2026 Es gilt das gesprochene Wort.Meine Damen und Herren, „For tomorrow. Today.“ – Genau das ist unser Thema. Wir sprechen heute über die Zukunft. Wir sprechen über neue Technologien, richtungsweisende Innovationen und strategische Partnerschaften. Wir sprechen über die richtige Antwort auf geopolitische Herausforderungen und über die Mobilität von Morgen. Über KI und Kundennähe, über Software, Sensoren und über die Haushaltstechnik der nächsten Generation. Wir sprechen also über all das, was unser Unternehmen in den kommenden Jahren prägen wird und – noch wichtiger – wachsen lässt. Und damit herzlich willkommen zu unserer Jahrespressekonferenz, herzlich willkommen hier in Renningen. Dass es heute vor allem um unsere Chancen und Stärken gehen soll, bedeutet jedoch nicht, dass wir die Gegenwart ausblenden. Für eine Entwarnung ist es zu früh. Die Herausforderungen sind nach wie vor vorhanden und noch immer erheblich – auch für unser Unternehmen. Es gibt weiter zu viele bürokratische und regulatorische Fußfesseln, zu viele weltpolitische Fragezeichen und zu wenig Nachfrage auf vielen unserer Kernmärkte. Aber eines wird immer deutlicher: Unsere Antworten auf diese Herausforderungen sind die richtigen. Bosch kann Zukunft – auch unter ungünstigen Bedingungen. Diese Zuversicht haben wir uns hart erarbeitet. Gerade im vergangenen Geschäftsjahr mussten wir, wie Sie wissen, einige sehr schmerzhafte und für viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter folgenreiche Entscheidungen treffen. Wir können aber nur dann in einem immer schärferen Wettbewerb bestehen, wenn wir unsere Kosten und Strukturen nicht nur kurzfristig senken und verschlanken, sondern dauerhaft. Dass hier Handlungsbedarf besteht, lässt sich an den Zahlen des vergangenen Jahres ablesen. Insgesamt haben wir einen Umsatz in Höhe von 91 Milliarden Euro erwirtschaftet und damit in etwa so viel wie 2024. Unser EBIT von rund zwei Prozent lag unter dem Wert des Vorjahres und auch unter unseren Erwartungen. Mein Kollege Markus Forschner wird Ihnen die Zahlen nachher noch ausführlich vorstellen. Vorwegnehmen kann ich zwei Schlussfolgerungen: Zum einen ist das Ergebnis vor dem Hintergrund der angespannten Rahmenbedingungen und der Sonderbelastungen noch im Bereich des Annehmbaren. Zum anderen zeigt es deutlich, dass wir unsere Ertragskraft und unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern müssen. Allerdings, und damit wären wir wieder bei der Zuversicht, sind wir dabei 2025 und auch in den ersten Monaten dieses Jahres bereits spürbar vorangekommen. Die fünf wichtigsten Entwicklungen möchte ich Ihnen kurz vorstellen: Wir haben – erstens – gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern an allen betroffenen deutschen Mobility-Standorten Vereinbarungen über die weitere Entwicklung vor Ort erzielt. Die Verhandlungen waren naturgemäß nicht einfach, aber doch auf beiden Seiten von einem hohen Verantwortungsbewusstsein geprägt – und insgesamt zielführend. Wir haben für diese Vereinbarungen – auch aus Geboten der Fairness gegenüber den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – sehr viel Geld in die Hand genommen. Jedes weitere Zögern aber hätte langfristig deutlich mehr gekostet und die Unsicherheit für alle Beteiligten erhöht. Und auch wenn es noch etwas dauern wird, bis die Maßnahmen die volle Wirksamkeit erreichen, müssen wir sie jetzt umsetzen: so schnell und konsequent wie nötig, aber auch so sozialverträglich wie möglich. Zweitens haben wir im vergangenen Jahr in unserem Unternehmensbereich Mobility neue Aufträge in Rekordhöhe gewonnen. Vor allem mit unserer ADAS-Produktfamilie, also den intelligenten Fahrerassistenzsystemen, haben wir bei sehr vielen strategisch wichtigen Projekten den Zuschlag bekommen. Ähnliches gilt für den Bereich der Elektrifizierung: Ein Premiumhersteller hat uns einen Großauftrag für e-Achsen erteilt, und einige weitere Hersteller aus allen Teilen der Welt verlassen sich ebenfalls auf unsere Lösungen in diesem Bereich. Gerade unter den gegebenen Umständen ist das eine herausragende Leistung aller beteiligten Kolleginnen und Kollegen gewesen. Zugleich hängt dieser Erfolg eng mit meinem ersten Punkt zusammen: Diese Projekte werden sich nämlich nur dann wirklich bezahlt machen, wenn wir effizient genug wirtschaften. Denn die weltweiten Preise in der Automobilindustrie orientieren sich zunehmend an nur einem Standard, und das ist der chinesische. Ich bin aber trotz aller Herausforderungen – und das bringt mich zu meinem dritten Punkt – überzeugt davon, dass wir die neue Automobilwelt ebenso mitprägen werden wie die bisherige. Wir arbeiten seit Jahren intensiv an den drei großen Trends der Branche, also an der Automatisierung, der Elektrifizierung und der softwaredefinierten Mobilität. Die Autos der Zukunft werden technologisch anspruchsvoller – und das ist genau das Richtige für Bosch. Denn was wir besonders gut können, ist die Vernetzung von Mechanik, Elektronik und Software zu einem intelligenten System. Das Auto wird zum Gesamterlebnis. In den vergangenen Monaten haben wir genau die Stärken, die in der Mobilität von Morgen gebraucht werden, konsequent weiter ausgebaut. Dazu zählt etwa die enge Bindung an unsere Kunden durch zuverlässige Partnerschaften und gemeinsame Systementwicklungen. Oder unsere einzigartige Breite an Technologien, die über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs wirkt und durch KI revolutioniert wird. Auch Skaleneffekte bleiben enorm wichtig. Und vor allem eines zeichnet sich immer deutlicher ab: Unsere besondere Kombination aus globalem Denken und lokalem Handeln ist in einer geopolitisch fragmentierten Welt ein entscheidender Pluspunkt. Denn Handelsschranken und unterschiedliche Nutzererwartungen erfordern immer mehr regional angepasste Lösungen. Wer also in der Lage ist, sein Angebot und seine Lieferketten an regionale Gegebenheiten anzupassen, dabei aber zugleich Weltniveau liefern kann, der ist klar im Vorteil. Und das ist exakt das, was wir tun: Wir übertragen innovative, effiziente Lösungen aus unseren Leitmärkten in die ganze Welt – auf genau die Art und Weise, die unsere Kunden von uns erwarten. Auch deshalb sind wir im wettbewerbsintensiven China der Zulieferer Nummer Eins. Diese globale Präsenz prägt auch – und das ist der vierte Punkt, den ich herausheben möchte – unser Geschäft außerhalb der Autosparte. So wächst derzeit kein anderer Bereich stärker als unsere Energy and Building Technology. Besonders bei der Bosch Home Comfort Group ist alles in Bewegung: Mit der Übernahme des Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungsgeschäfts von Johnson Controls und Hitachi haben wir einen Meilenstein erreicht, der uns technologisch und regional deutlich stärkt. Der Bereich hat die Zahl seiner Werke auf 33 nahezu verdoppelt, hinzu kommen aktuell 26 Entwicklungsstandorte. Die Bosch Home Comfort Group ist jetzt weltweit nah am Kunden und jederzeit in der Lage, das Angebot an lokale Bedürfnisse anzupassen. Durch die Elektrifizierung verschmelzen Heizen und Kühlen – wer dabei mitspielen will, muss global und breit aufgestellt sein. Das sind wir. Bereits im vergangenen Jahr konnte der Bereich trotz schwieriger Bedingungen seine Marktanteile durch starkes Wachstum bei Wärmepumpen in Europa deutlich steigern. Für das laufende Jahr gehen wir von einer schrittweisen Belebung des Marktes aus, und ab 2027 dann von einem nachhaltigen Wachstum, vor allem in Nordamerika. Ausgesprochen rund läuft es derzeit beispielsweise auch bei Bosch Global Service Solutions, unserem Geschäftsbereich für Connected Services in den Bereichen Mobilität und Monitoring. Auch hier sind im vergangenen Jahr so viele Aufträge hereingeholt worden wie noch nie. Dazu gehören Lösungen für digitale Mobilitätsdienste wie eCall und Pannenhilfe sowie Angebote für Flottenbetreiber, Logistikanbieter und Gebäudemanager. Wir erwarten in dem Geschäftsbereich ein durchschnittlich zweistelliges Umsatzwachstum bis 2030 – auch deshalb, weil wir sehr stark auf KI-basierte Anwendungen und -Innovationen setzen. Und für weitere neue Wachstumsgeschichten haben wir unsere Tochtergesellschaft Bosch Business Innovations neu gegründet. Ziel der Einheit ist es, systematisch neue Geschäftsbereiche für Bosch außerhalb des heutigen Kerngeschäftes zu entwickeln. Dafür werden wir rund 200 Millionen Euro investieren. Bereits bis Ende dieses Jahres sollen bis zu zehn Geschäftsideen validiert und in ersten Strukturen umgesetzt sein. Das Ziel für 2030 ist sogar noch etwas ambitionierter: Dann wollen wir – gemeinsam mit erfahrenen Venture Studios, externen Gründern und Investoren – schon mehr als 20 Start-ups erfolgreich gegründet haben. Erste thematische Schwerpunkte sind die softwaregesteuerte Fertigung, der Bereich der medizinischen Fernüberwachung sowie die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO 2 . Damit bin ich beim fünften und vielleicht wichtigsten Erfolgsfaktor angekommen: An kaum etwas anderem arbeiten wir derzeit so massiv wie an unserer Innovationskraft. Das ist die wichtigste Währung, die wir besitzen. Im internationalen Wettbewerb geht es schließlich nicht nur um Kosten, sondern vor allem um Differenzierung. Dafür müssen wir Lösungen noch schneller entwickeln und mindestens genauso zügig auch in Produkte überführen und verkaufen. Wir sind hier sehr gut vorangekommen, wie einige von Ihnen ja heute Morgen bei den Rundgängen schon gesehen haben. Nachher werde ich ein paar Beispiele noch näher erläutern, darunter eine Lösung, die potenziell viele Leben retten kann – und eine andere, die es schon tut. Zuvor aber wird Ihnen unser Finanzchef Markus Forschner nun die wesentlichen Geschäftszahlen ausführlich vorstellen –… Markus, bitte… Markus Forschner: Meine Damen und Herren, auch ich möchte Sie herzlich zur Jahrespressekonferenz von Bosch begrüßen. Stefan Hartung hat es bereits aufgezeigt: Wir sehen erhebliche Chancen für Bosch und sind fest entschlossen, diese zu ergreifen. Das Fundament für künftiges, profitables Wachstum ist unsere Wettbewerbsfähigkeit – deshalb arbeiten wir weiter mit Nachdruck daran, diese zu steigern. 2025 haben wir wichtige Weichen gestellt und weitere, umfassende Maßnahmen für verbesserte Effizienz und Profitabilität eingeleitet. Das Jahr 2026 wird ganz im Zeichen ihrer Umsetzung stehen – sie sollen zügig Wirkung entfalten. Damit stärken wir auch unsere Robustheit gegenüber künftigen Herausforderungen. Denn wir müssen uns auch weiterhin auf ein Umfeld großer Unsicherheiten einstellen. Bevor wir nach vorne schauen, lassen Sie uns zunächst auf das Geschäftsjahr 2025 zurückblicken: Die Weltwirtschaft zeigte sich 2025 trotz erheblicher Unsicherheiten bemerkenswert widerstandsfähig. Sie verharrte jedoch auf einem moderaten Wachstumsniveau. Auf unseren Fokusmärkten blieb die konjunkturelle Dynamik schwach. Wir hatten es 2025 mit einem komplexen Zusammenspiel verschiedener belastender Faktoren zu tun – eine volatile Handelspolitik, ungünstige Währungseinflüsse und verschärfter Wettbewerb. Wir haben uns in einem widrigen Umfeld gut behauptet und konnten den Umsatz der Bosch-Gruppe auf 91 Milliarden Euro steigern. Das entspricht nominal einem Wachstum von 0,7 Prozent, wechselkursbereinigt von 4,1 Prozent. Positiv ausgewirkt hat sich der Umsatzbeitrag von 1,2 Milliarden Euro aus dem Zukauf im Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungsbereich. Entsprechend hat sich unser Unternehmensbereich Energy and Building Technology mit 13 Prozent Zuwachs erfreulich entwickelt – trotz der Veräußerung des Produktgeschäfts in der Gebäudetechnik Mitte 2025. Auch bereinigt um diese Portfolioveränderungen hat der Bereich ein Wachstum erzielt – trotz verhaltener Baukonjunktur und regulatorischer Unsicherheiten im Heizungsmarkt. Im Unternehmensbereich Mobility blieb der nominale Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau. Wechselkursbereinigt gab es ein Plus von 2,9 Prozent. Ein wesentlicher Grund war das weiterhin schwache Umfeld im Fahrzeugmarkt vor allem in Europa, wo der Bereich mit mehr als 40 Prozent einen großen Teil seines Umsatzes erwirtschaftet. Zwar entwickelte sich der Umsatz in Zukunftsfeldern wie Elektromobilität und automatisiertem Fahren im Vergleich zum Vorjahr erfreulich, blieb jedoch hinter unserer Planung. Auch Industrial Technology blieb im Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau, das ist vor allem auf die rückläufige Entwicklung im nordamerikanischen Markt zurückzuführen. Bei Consumer Goods machten sich insbesondere die fehlenden Impulse aus der Bauindustrie in China und USA bemerkbar. In diesem Unternehmensbereich verzeichneten wir nominal einen Umsatzrückgang von 1,9 Prozent, wechselkursbereinigt jedoch ein Plus. Regional betrachtet fiel der Umsatz in Europa um 0,6 Prozent, während die anderen Weltregionen leichte Zuwächse verzeichneten – in Amerika um 3,8 Prozent und in Asien-Pazifik um 0,7 Prozent. Wechselkurseffekte belasteten den weltweiten Umsatz mit insgesamt 3,1 Milliarden Euro. Auch das operative EBIT entwickelte sich unter unseren Erwartungen. Es ist auf 1,8 Milliarden Euro gesunken. Die operative EBIT-Rendite lag bei 2,0 Prozent gegenüber 3,5 Prozent im Vorjahr. Ein wesentlicher Grund sind Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro, die maßgeblich in Form von Rückstellungen zu Buche schlagen. Außerdem wirkten Wechselkurseffekte, geringere Deckungsbeiträge und höhere beziehungsweise zusätzliche Zölle belastend. Damit ergibt sich insgesamt ein Bild, das von Sonder- und Einmaleffekten jenseits unserer eigentlichen Geschäftsentwicklung stark beeinflusst ist. Das Ergebnis vor Steuern sank auf 0,5 Milliarden Euro gegenüber 2,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Nach Steuern war das Ergebnis negativ mit -0,4 Milliarden Euro gegenüber 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Trotz des Rückgangs beim Ergebnis haben wir 2025 mit 0,3 Milliarden Euro erneut einen positiven Free-Cash-Flow erreicht. Die Liquidität gemäß Kapitalflussrechnung war mit 7,4 Milliarden Euro weiterhin hoch, gleiches gilt für die Eigenkapitalquote von 41,6 Prozent. Bosch steht also auch in herausfordernden Zeiten auf einem stabilen finanziellen Fundament. Erfreulich ist, dass alle Unternehmensbereiche einen positiven Ergebnisbeitrag leisteten: Mobility mit 1,8 Prozent vom Umsatz, Consumer Goods mit 3,0 Prozent und Industrial Technology mit 3,5 Prozent sowie Energy and Building Technology mit 0,5 Prozent. Neben Restrukturierungskosten – die alle Bereiche belasteten – wirkten sich bei Energy and Building Technology zudem Einmalkosten infolge unserer Zu- und Verkaufsaktivitäten negativ auf das Ergebnis aus. Die Anzahl der weltweit Beschäftigten sank 2025 um rund 5 100 auf weltweit rund 412 800. Dies entspricht einem Rückgang von 1,2 Prozent. Bereinigt um Konsolidierungs- und methodische Effekte beläuft sich der operative Personalabbau auf rund 15 000 Mitarbeitende. Am stärksten betraf dies den Unternehmensbereich Mobility und regional Deutschland. Dies zeigt, dass wir in der Umsetzung der sozialverträglichen Maßnahmen gut vorankommen. Bosch ist bereit, auch in schwierigen Zeiten hohe finanzielle Vorleistungen zu erbringen. Die Investitionen in Sachanlagen sind weiterhin auf einem hohen Niveau, wenn auch mit 4,1 Milliarden Euro geringer als im Vorjahr. 2025 haben wir erneut gezielt in zahlreiche Zukunftsprojekte investiert – mit Schwerpunkten auf Halbleiter und Sensoren, moderne Bremsregelsysteme und die Elektromobilität. 7,9 Milliarden Euro oder 8,7 Prozent vom Umsatz hat Bosch für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Meine Damen und Herren, was erwartet uns im laufenden Geschäftsjahr? Konjunktur und Geschäft bleiben auch 2026 von erheblichen Unsicherheiten geprägt. Geopolitische Spannungen weiten sich aus, nationale Interessen bremsen den freien Handel immer stärker aus, dies belastet die weltweite Wirtschaft. Noch nicht abschätzbar sind die Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten auf Energierohstofflieferungen, Inflation und globale Wirtschaftsleistung. Offen ist auch, wie sich die Entscheidung des U.S. Supreme Court auf die weitere Zoll- und Handelspolitik auswirkt und welche Ansprüche auf Erstattung von Zöllen entstehen. Wir gehen aktuell davon aus, dass das Wachstum der Weltwirtschaft auf dem moderaten Niveau der Vorjahre bleibt. Asien-Pazifik wird voraussichtlich erneut die höchsten Wachstumsraten ausweisen, wobei wir eine Verlangsamung erwarten, insbesondere aufgrund Chinas struktureller Herausforderungen zum Beispiel in der Immobilienwirtschaft und demografischen Entwicklung. In Amerika dürften Impulse aus einer hohen Dynamik bei der Künstlichen Intelligenz und aus einer expansiveren Geld- und Fiskalpolitik kommen. Auch in Europa unterstützen steigende staatliche Ausgaben in Infrastruktur und Verteidigung das Wachstum. Es dürfte jedoch verhalten bleiben, vor allem, weil notwendige Reformen für mehr Wettbewerbsfähigkeit nur zögerlich umgesetzt werden, insbesondere in Deutschland. Die Märkte bleiben anspruchsvoll, unsere Wachstumsziele umzusetzen herausfordernd. Der Preis- und Wettbewerbsdruck ist spürbar. Dennoch konnten wir in den ersten drei Monaten dieses Jahres unseren Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau halten und wechselkursbereinigt um rund fünf Prozent wachsen. Wir sind zuversichtlich, das Potenzial in unseren Märkten auszuschöpfen – mit Innovationsstärke, hohem Technologieverständnis und unserer globalen Aufstellung nah am Kunden. Trotz des ungünstigen Umfelds, das den Wettbewerb verschärft und die Wachstumschancen beeinträchtigt, wollen wir den Umsatz der Bosch-Gruppe 2026 um zwei bis fünf Prozent erhöhen. Dabei erwarten wir in allen Unternehmensbereichen Zuwächse – am stärksten bei Energy and Building Technology mit einem zweistelligen Wachstum, besonders getrieben vom neu zugekauften Geschäft. Gut zulegen dürfte Industrial Technology mit der Nutzung von Potenzialen in der fortschreitenden Automatisierung und Elektrifizierung. Bei Mobility prognostizieren wir trotz einer voraussichtlich rückläufigen Fahrzeugproduktion ein leichtes Umsatzplus, ebenso bei Consumer Goods. Für 2026 gehen wir von einer erheblichen Ergebnisverbesserung aus mit einer operativen EBIT-Rendite zwischen vier und sechs Prozent vom Umsatz. Ein Grund ist, dass uns Sondereffekte, wie die hohen Rückstellungen des Vorjahres, nicht mehr in diesem Maße belasten. Zudem wirken sich die Restrukturierungsmaßnahmen sukzessive positiv auf das Ergebnis aus. Auch wenn wir unsere Zielrendite von sieben Prozent 2026 noch nicht erreichen – wir sind auf dem richtigen Weg und kommen ein großes Stück voran. Profitables Wachstum erfordert auch finanzielle Spielräume. Vornehmlich wollen wir uns diese aus eigener Kraft erschließen – aber auch durch Nutzung des Kapitalmarkts. Konnten wir unterjährig bisher nur zeitlich begrenzt mit Vorliegen unseres Konzernabschlusses Finanzinstrumente wie Anleihen begeben, wollen wir künftig unseren Zugang zum Kapitalmarkt deutlich flexibilisieren. Deshalb veröffentlichen wir dieses Jahr erstmals zum Halbjahr einen Konzernzwischenabschluss und Konzernzwischenlagebericht. Das verbessert unsere Kapitalmarktfähigkeit, auch wenn wir selbst über eine hohe Eigenfinanzkraft verfügen. Meine Damen und Herren, Sie sehen: wir arbeiten mit Nachdruck daran, unsere finanzielle Robustheit und Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, denn das ermöglicht Wachstum und Zukunft. Und nun gebe ich wieder zurück an Stefan Hartung. Stefan Hartung: Vielen Dank, Markus. Die Zahlen zeigen noch einmal klar auf, dass wir in absehbarer Zeit weiterhin zweispurig fahren müssen. Zum einen gilt es, das Kerngeschäft zu sichern und zu optimieren. Und zum anderen geht es darum, Wachstumsfelder gezielt und schnell zu erschließen. Das eine finanziert das andere, und beides zusammen sichert unsere Zukunft. Der Treibstoff ist dabei in beiden Bereichen derselbe: Innovation. Und deshalb bin ich wirklich sehr stolz auf all die Neuerungen, die unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vergangenen Monaten entwickelt, getestet, verbessert und auf den Markt gebracht haben. Die Bandbreite ist riesig und reicht von hochspezialisierter Quantensensorik bis hin zu Produkten wie etwa dem ersten BSH-Backofen mit KI-basierter Sprachfunktion. Das Gerät braucht weder externe Lautsprecher noch zusätzliche Apps, sondern reagiert schnell und präzise auf einfache Befehle – bis hin zum sprachgesteuerten Öffnen der Backofentür. Die kleinsten Bosch-Produkte wiederum sind mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen – haben sich aber schon längst als Lebensretter etabliert. Gemeint sind unsere Sensoren. Sie erkennen zum Beispiel – in der Smartwatch eingebaut –, wenn jemand stürzt, so dass rechtzeitig Alarm ausgelöst werden kann. Drucksensoren wiederum unterstützen Rettungskräfte dabei, hilfesuchende Personen auch in Hochhäusern schneller zu finden und zu versorgen, da sie Höhenunterschiede bis auf wenige Zentimeter genau angeben können. Es gibt Schätzungen, dass diese Funktion allein in den USA Tausende von Leben rettet – jedes Jahr. Immer häufiger spielen Bosch-Sensoren auch in der Unterhaltungselektronik und in der Robotik eine entscheidende Rolle: Sie lassen künstlich erzeugte Umgebungen äußerst realistisch wirken, sie stabilisieren die Bilder von Smartphones und Action-Kameras, sie helfen Robotern auch unter schwierigen Bedingungen dabei, den richtigen Weg zu finden. Grundlage für die verschiedenen Varianten ist die Sensorplattform „BMI5“: unsere bislang intelligenteste, genaueste und leistungsfähigste Sensorlösung – bestens geeignet für einen stark wachsenden Bereich, in dem Bosch der Marktführer ist. Und noch eine andere Zukunftstechnologie hängt maßgeblich von smarten Sensoren ab: das automatisierte Fahren. Ein Beispiel dafür sind unsere Inertialsensoren wie etwa der SMU300. Er funktioniert für ein automatisiertes Auto ungefähr so wie das Innenohr für uns: Alle Drehungen und Neigungen werden mit höchster Präzision erfasst und zu einer Art Gleichgewichtssinn weiterverarbeitet. Dadurch behält das Auto auch dann die volle Orientierung, wenn Kamera- oder GPS-Signale nicht verfügbar sind. Das Angebot reicht vom einzelnen Sensor bis hin zur kundenspezifischen Komplettlösung, zum Beispiel unsere IMU-integrated. Solche Lösungen tragen ganz wesentlich zum Erfolg unserer ADAS-Produktfamilie bei. Hier ist die Nachfrage, wie vorhin schon angedeutet, besonders erfreulich. Allein 2025 haben wir für intelligente Fahrerassistenzsysteme Aufträge über alle Weltregionen hinweg im Wert von zehn Milliarden Euro gewonnen. Dazu zählen Softwarelösungen ebenso wie zentrale Fahrzeugrechner oder Produkte: zum Beispiel Kamerasysteme, hochpräzise Radarsensoren oder Ultraschallsensoren, die nicht nur beim Einparken helfen, sondern auch erkennen, ob die Fahrbahn nass oder trocken ist und entsprechende Signale an die Assistenzsysteme senden. Zur Zukunft der Mobilität gehört natürlich auch die Integration von Künstlicher Intelligenz in den gesamten Lebenszyklus des Autos – von der Produktion bis hin zu regelmäßigen Updates der Software. Bosch ist auf diesem Gebiet ganz vorne mit dabei – und rückt die KI jetzt wortwörtlich ins Blickfeld des Fahrers oder der Fahrerin. Unser neues, KI-gesteuertes Cockpit ist eine Mischung aus Assistent, Beifahrer und Chauffeur – es kann beraten, warnen und sogar mitdenken. Denn hinter dem „AI powered Cockpit“ steckt ein KI-fähiger Hochleistungs-Rechner, der den Fahrer aktiv unterstützt – sei es beim Terminmanagement, der Routenplanung oder bei der vorausschauenden Parkplatzsuche. In Verbindung mit unseren Interior Sensing Solutions kann das „AI-powered Cockpit“ das Autofahren damit zu einem ganz neuen, hochpersonalisierten Erlebnis machen. Das Fahrzeug erkennt, wer am Steuer sitzt und ob noch weitere Passagiere an Bord sind – und stellt alles entsprechend ein: vom Außenspiegel über das Fahrverhalten bis hin zur optimierten Airbag-Auslösung im Unglücksfall. Knöpfe und Touchscreens werden zunehmend durch Gesten und „normale“ Sprache ergänzt: Die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine verschiebt sich immer weiter in die menschliche Richtung. Zum Einparken reicht künftig ein Sprachbefehl, und das „AI powered Cockpit“ steuert alles Weitere – nur aussteigen muss man noch selbst. Die Innenraumerkennung ist zugleich eine wichtige Voraussetzung für das automatisierte Fahren – denn nur so kann das Auto erkennen, ob der Mensch auch wirklich in der Lage ist, das Steuer wieder zu übernehmen. Insofern sind all diese Funktionen keine Spielerei. Im Gegenteil: In ihrer Gesamtheit können sie das Autofahren erheblich komfortabler und vor allem sicherer machen. Das gilt besonders dann, wenn weitere Funktionen im Fahrzeug verfügbar sind – zum Beispiel unser Vehicle Motion Management, das weltweit bereits von mehr als 20 Herstellern genutzt wird. Dabei handelt es sich um eine Software zur zentralen Steuerung von Bremse, Lenkung, Antrieb und Fahrwerk. Die einzelnen Systeme werden optimal aufeinander abgestimmt, und zwar genau so, wie es die Fahrerin oder der Fahrer möchte. Ein Befehl genügt, und das Fahrzeug schaltet von sanft auf sportlich oder umgekehrt. Aber nicht so, wie Sie das von den üblichen Fahrmodi-Schaltern kennen. Sondern so, dass Sie glauben, Sie sitzen in einem völlig anderen Auto. Und richtig spannend wird es, wenn man das Vehicle Motion Management nun mit intelligenten Fahrerassistenzsystemen verbindet. Ein Beispiel dafür ist eine neue automatisierte Ausweich-Lenkfunktion. Sobald ein Hindernis erkannt wird, leitet das System automatisch und präzise ein Ausweichmanö-ver ein, ohne die Fahrzeugstabilität zu beeinträchtigen – auch noch bei bis zu hundert Stundenkilometern. Bosch hat diese Funktion gemeinsam mit einem chinesischen Fahrzeughersteller innerhalb von sechs Monaten zur Serienreife gebracht. Die nächsten Sicherheitsfeatures sind bereits in der Testphase – unter anderem ein fast schon revolutionärer Spurhalteassistent. Echte „Technik fürs Leben“ also. Ergänzt wird das alles durch unsere By-Wire-Systeme für Bremse und Lenkung. So wird etwa bei Steer-by-Wire die mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Lenkgetriebe durch elektrische Signalleitungen ersetzt. Wenn dann ein Spurhalteassistent die Lenkreaktion unterstützt, bleibt das Lenkrad völlig ruhig – keine ablenkenden Bewegungen, kein irritierendes Rütteln. Zugleich aber behält der Fahrer oder die Fahrerin jederzeit die volle Kontrolle und ein sicheres Lenkgefühl. Wie präzise, schnell und feinfühlig unser System funktioniert, haben unsere Kunden bei der jüngsten Wintererprobung in Nordschweden selbst erleben können. All diese Lösungen sind Schlüsseltechnologien auf unserem Weg zum automatisierten Fahren und zur softwaredefinierten Mobilität. Aber auch hier gilt: Wer schnell und tief in neue Welten vordringen will, sucht sich besser starke Partner. Fast alle der Funktionen, die ich Ihnen gerade vorgestellt habe, brauchen einen oder mehrere System-on-Chips, also Chips, auf denen alle wesentlichen Signale aus Fahrerassistenz und Infotainment zusammenlaufen. Und damit wir unsere Technologien perfekt auf die jeweiligen Chips abstimmen können, arbeiten wir eng mit Partnern wie etwa Qualcomm, Nvidia, Renesas oder Horizon Robotics zusammen. Dabei geht es um enorme Dimensionen: So haben wir etwa auf Basis einer strategischen Partnerschaft bereits mehr als zehn Millionen digitale Cockpit-Computer mit einem System-on-Chip von Qualcomm ausgeliefert. Das gilt auch für drei Großaufträge für Cockpit- und ADAS-Integrationsplattformen, die wir derzeit für Hersteller weltweit umsetzen. Aber natürlich brauchen die Autos der Zukunft nicht nur Algorithmen. Sondern auch Antriebe. Auch daran arbeiten wir intensiv – etwa in der Elektromobilität. Jüngstes Beispiel ist unser neues Joint Venture mit Tata AutoComp Systems in Indien. Zusammen wollen wir uns auf die Entwicklung, Fertigung und den Vertrieb von E-Achsen und E-Motoren in Indien konzentrieren – geplant ist, dass wir bereits zur Jahresmitte den Betrieb aufnehmen. Kein anderes Unternehmen ist in der Elektromobilität so global aufgestellt wie Bosch. Wir wachsen in allen Kernmärkten. Allein in diesem Jahr werden wir mehr als sieben Millionen Lösungen und Komponenten für das elektrische Fahren ausliefern. Unsere Kunden – weltweit sind es mehr als 50 – setzen dabei zunehmend auf hochintegrierte Systeme, die über die klassische eAchse teils weit hinausgehen. Wir bündeln deshalb Motor, Leistungselektronik, Getriebe und weitere Komponenten wie etwa das gesamte Energiemanagement in einer Einheit. Das spart Platz und Kosten. Noch in diesem Jahr wird eine solche Lösung in Serie gehen. Bei den anderen Antrieben, die wir im Portfolio haben, hängt die weitere Entwicklung nicht nur von unserer Innovationskraft, sondern auch von politischen Entscheidungen ab. Das gilt zum einen für das Thema Wasserstoff. Hier haben wir gerade erst eine neue Variante unseres Brennstoffzellen-Antriebssystems vorgestellt, die vor allem für Busse im Stadtverkehr geeignet ist. Mit der Lösung können die Fahrzeuge elektrisch und bei Einsatz von regenerativ erzeugtem Wasserstoff auch komplett CO₂-frei angetrieben werden. Für uns bleibt Wasserstoff nach wie vor ein wichtiges Wachstumsfeld – auch weil die EU-Klima- und Resilienzziele ohne Wasserstoff kaum zu erreichen sind. Insofern ist es bedauerlich, dass die Politik die Technik nicht stärker vorantreibt oder zumindest auf einige hemmende Vorgaben verzichtet. Einen europäischen Markt gibt es derzeit noch nicht – und insofern prüfen wir regelmäßig unsere Strategie in diesem Bereich. Dennoch gehen wir in Vorleistung und treiben Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff gleichermaßen voran. Im März wurde ein Elektrolyse-Stack am Standort Farmington Hills in den USA in Betrieb genommen – im Werk Bamberg läuft eine ähnliche Anlage bereits seit November. Und schon seit Oktober können an einer Tankstelle in Kalifornien selbst schwere Lkw innerhalb von nur zehn Minuten ihren Wasserstofftank füllen – dank einer CryoPump-Station von Bosch Rexroth. Bei den konventionellen Antrieben sehen wir ebenfalls politischen Handlungsbedarf. Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Änderung der CO 2 -Vorgaben wird nicht ausreichen, um Investitionen, Wertschöpfung und insbesondere Arbeitsplätze in Europa zu sichern. Denn effiziente Verbrenner werden noch lange wichtig bleiben. Wir erwarten, dass auch 2035 noch rund 50 Prozent aller Neufahrzeuge weltweit einen Verbrennungsmotor an Bord haben werden, etwa die Hälfte davon werden leistungsfähige Hybride sein. Das heißt für Europa: Wenn wir uns ausschließlich auf batterieelektrische Antriebe beschränken, verzichten wir auf rund die Hälfte des Weltmarkts – und damit auf die entsprechenden Jobs und Kompetenzen. Eine überzogene Regulierung würde die europäische Industrie also in ihrer Substanz treffen. Das lässt sich nur vermeiden, wenn wir bei der Transformation auf alle verfügbaren Technologien setzen. Wir brauchen batterieelektrische Antriebe, Hybride, Range Extender und effiziente Verbrenner mit erneuerbaren Kraftstoffen. Wir wollen dazu mit unseren Lösungen im Verbrenner- und Hybridbereich maßgeblich beitragen – unsere Kompetenzen sind dabei seit jeher weltweit gefragt. Daher ist es auch zu begrüßen, dass die Bundesregierung gute und verlässliche Rahmenbedingungen für Plug-In-Hybride erhalten und Fahrzeuge weiter zulassen möchte, die mit erneuerbaren Kraftstoffen betrieben werden. Das gilt auch für den Bereich Mobility Aftermarket, also unser Werkstattgeschäft, das beide Technologiewelten – elektrische wie klassische Antriebe – bestens abdeckt. Weltweit kommt unsere Diagnosesoftware ESI[tronic] rund 55 Millionen Mal im Jahr zum Einsatz. Damit sind wir für die Zukunft bestens aufgestellt – denn der Zugang zum Fahrzeug nach der Auslieferung entwickelt sich gerade im Zeitalter der softwaredefinierten Mobilität immer mehr zu einem strategischen Vorteil. Der Bereich liefert auch ein schönes Beispiel für unser Streben nach Nachhaltigkeit durch die Verbindung von Ökonomie und Ökologie. Wir haben in nahezu allen Geschäftsfeldern Services für die Kreislaufwirtschaft etabliert. Und das Werkstattgeschäft ist dabei besonders erfolgreich: Mit seinem Austauschprogramm „eXchange“ hat der Bereich 2025 rund 400 Millionen Euro erwirtschaftet – bis 2030 soll der Umsatz auf eine Milliarde Euro steigen. Meine Damen und Herren, diese vielen Beispiele haben eines ganz deutlich gezeigt: Bosch liegt sehr gut im Rennen. 2026 wird ein Jahr des Aufbruchs sein. Und wir haben klare Ziele darüber hinaus: Wir wollen auf allen für uns wesentlichen Märkten zu den Top-Drei-Unternehmen gehören. Wir wollen ein durchschnittliches jährliches Umsatzplus von sechs bis acht Prozent erreichen. Und wir wollen eine Rendite von mindestens sieben Prozent erwirtschaften. Das wird in der derzeitigen Lage etwas länger dauern als gedacht. Aber wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass wir diese Ziele sehr bald erreichen werden. Unsere Innovationskraft zählt zu den stärksten in der Industrie: Bei den Patentanmeldungen stehen wir in Deutschland seit vielen Jahren auf Platz Eins, und in Europa zählen wir ebenfalls zu den Top-Einreichern. Ich bin mir sicher: Das wird so bleiben – zumal nun auch immer mehr Anmeldungen aus dem KI-Bereich dazukommen. In diesem November feiert Bosch einen runden Geburtstag. Dann wird es 140 Jahre her sein, dass Robert Bosch in einem Stuttgarter Hinterhof seine „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ gründete. Seither ist vieles passiert – manches aber ist nahezu gleichgeblieben: Seit 140 Jahren stehen wir vor immer neuen Herausforderungen – und oft genug wurden sie im Rückblick zu zukunftsweisenden Erfolgsgeschichten. Seit 140 Jahren sind wir ebenso widerstands- wie wandlungsfähig; so resilient wie dynamisch und so realistisch wie zuversichtlich. Seit 140 Jahren haben wir aus dieser Zuversicht heraus immer wieder die Initiative ergriffen – und damit unsere Geschichte immer weiter in die Zukunft getragen. Seit 140 Jahren gilt also „For tomorrow. Today.“ Sie können davon ausgehen, dass sich das auch beim 150. Geburtstag nicht geändert haben wird. Vielen Dank!

Strategie 2030: Bosch spielt Innovationskraft aus

16.04.2026

Pressemeldung

Wirtschaft

Strategie 2030: Bosch spielt Innovationskraft aus

Stuttgart / Renningen – Die Bosch-Gruppe will im Geschäftsjahr 2026 angesichts geopolitischer Spannungen und Handelsbarrieren mit voller Innovationskraft die Wachstumsperspektiven in seinen Weltmärkten nutzen. Die dafür notwendigen Vorleistungen für Zukunftsfelder sollen das hohe Niveau der Vorjahre erreichen. In Forschung, Entwicklung und Sachanlagen investierte Bosch allein 2025 rund zwölf Milliarden Euro. Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen plant für 2026 ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent und eine operative EBIT-Rendite auf vier bis sechs Prozent. „Als globaler Technologieführer gestalten wir engagiert die Trends Automatisierung, Digitalisierung, Elektrifizierung und künstliche Intelligenz und schaffen damit auch die Voraussetzungen für profitables Wachstum unseres Geschäfts“, sagte Stefan Hartung , Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, anlässlich der Bilanzvorlage. „Eine wichtige Voraussetzung hierfür sind auch die kostensenkenden Effekte unserer bereits eingeleiteten Strukturmaßnahmen und Innovationen in allen Geschäftsfeldern.“ Bei der Innovationskraft zählt Bosch zu den stärksten Industrieunternehmen weltweit und ist einer der größten Patentanmelder in Europa. Bosch meldete 2025 rund 6 300 Patente an und lag in Deutschland erneut auf dem Spitzenplatz. Trotz erheblicher Herausforderungen konnte Bosch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 mit 91,0 Milliarden Euro einen Umsatz leicht über Vorjahr erzielen (2024: 90,3 Milliarden Euro). Wechselkursbereinigt ergab sich ein Anstieg von 4,1 Prozent. Die operative EBIT-Rendite von zwei Prozent lag unter dem Vorjahreswert (2024: 3,5 Prozent). Notwendige Struktur- und Personalanpassungen zur Steigerung der Zukunftsfähigkeit belasteten das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro in Form von Rückstellungen erheblich.Strategie 2030: Innovation und Differenzierung stärken Wachstum Eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung im widrigen Umfeld der Weltwirtschaft erfordert ein wettbewerbsfähiges Kostenniveau des Unternehmens. Mit dem Abschluss der Gespräche mit den Arbeitsnehmervertretern über den erforderlichen Stellenabbau an allen betroffenen deutschen Mobility-Standorten verbessert Bosch angesichts steigenden Preisdrucks seine künftige Wettbewerbsposition. „Die Verhandlungen waren nicht einfach, aber auf beiden Seiten von hohem Verantwortungsbewusstsein geprägt“, erklärte Hartung. „Die beschlossenen Maßnahmen setzen wir jetzt so schnell und konsequent wie nötig, aber auch so sozialverträglich wie möglich um.“ In der Automobilbranche setze China derzeit die Standards beim Preisniveau. Den Ausbau der Innovationsführerschaft sieht der Bosch-Chef daher als zentralen Erfolgsfaktor, um das Geschäft insbesondere im Automobilmarkt auszubauen und die Strategie 2030 umzusetzen. Demnach will Bosch unter anderem zu den drei führenden Anbietern in seinen wesentlichen Märkten gehören. Handelsschranken und unterschiedliche Nutzererwartungen sind derzeit herausfordernd, aber zugleich eine Chance für regional angepasste Lösungen. „Im internationalen Wettbewerb geht es nicht nur um Kosten, sondern vor allem auch um Differenzierung“, verdeutlichte Hartung mit Blick auf die globale Aufstellung von Bosch, die er als Wettbewerbsvorteil sieht. „Wir können Angebote und Lieferketten an regionale Gegebenheiten anpassen und liefern zugleich Weltniveau.“ Geschäftsausblick 2026: Finanzierung der Zukunftsfelder erwirtschaften Für das laufende Geschäftsjahr setzt sich aus Sicht von Bosch die schwache konjunkturelle Entwicklung des Jahres 2025 fort. Hohe Unsicherheiten vor allem durch geopolitische Entwicklungen mit den noch nicht abschätzbaren Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten dürften Inflation und globale Wirtschaftsleistung weiter beeinträchtigen. Zudem bleibt ein anhaltend hoher Preis- und Wettbewerbsdruck. Dennoch konnte Bosch im ersten Quartal des Jahres den Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau halten und wechselkursbereinigt um rund fünf Prozent steigern. Für die Weltwirtschaft erwartet Bosch nur ein moderates Wachstum auf dem Niveau der Vorjahre. „Das Fundament für profitables Wachstum ist unsere Wettbewerbsfähigkeit – deshalb wollen wir sie mit Nachdruck weiter steigern“, sagte Markus Forschner , Geschäftsführer und Finanzchef der Robert Bosch GmbH. „Das stärkt unsere Robustheit gegenüber künftigen Herausforderungen und fördert zugleich die Investitionskraft für unsere Zukunft.“ Für strategische Chancen und finanzielle Vorsorge erweitert Bosch seine Spielräume entsprechend: Um künftig unterjährig flexibler Finanzinstrumente wie Anleihen begeben zu können, veröffentlicht das Unternehmen erstmals zum Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres einen Konzernzwischenabschluss und einen Konzernzwischenlagebericht. Forschner dazu: „Das verbessert unsere Kapitalmarktfähigkeit, auch wenn wir selbst bereits über eine hohe Eigenfinanzkraft verfügen.“ Innovationsfeld Sensorik: Automatisierung und Robotik sichern Absatz Bosch bringt bei Mikroelektronik und Sensorik zahlreiche Innovationen voran und erwartet mit seiner konsequenten Ausrichtung auf „Technik fürs Leben“ erhebliche Wachstumsimpulse. Der globale Markt für Sensoren könnte laut Experten schon bis 2031 mehr als 440 Milliarden US-Dollar erreichen. Bosch profitiert dabei von steigenden Einsatzmöglichkeiten: Bosch-Sensoren spielen immer häufiger in der Robotik eine entscheidende Rolle. Die Sensorplattform „BMI5“ erzeugt zum Beispiel künstliche Umgebungen äußerst realistisch und hilft Robotern auch unter schwierigen Bedingungen, den richtigen Weg zu finden. Mit dieser bislang leistungsfähigsten Sensorlösung sieht sich Bosch für ein stark wachsendes Segment gut aufgestellt. Im Bereich des automatisierten Fahrens gelten Inertialsensoren als Schlüsselkomponenten der Zukunft und sorgen für zusätzliches Absatzpotenzial: Damit behalten Autos auch dann die volle Orientierung, wenn Kamera- oder GPS-Signale nicht verfügbar sind. „Diese Sensoren funktionieren für ein automatisiertes Auto etwa so wie der Gleichgewichtssinn im Innenohr des Menschen“, erläuterte Hartung. Analysten zufolge soll sich der Markt für intelligente Sensoren in automobilen Anwendungen bis Mitte der nächsten Dekade auf mehr als 80 Milliarden US-Dollar nahezu verdoppeln. Innovationsfeld Mobilität: Algorithmen und Antriebe stärken Wachstum Bosch erwartet für den Markt mit Automobilsoftware bis 2030 ein Volumen von rund 200 Milliarden Euro. Bosch-Chef Hartung sieht damit in der softwaredefinierten Mobilität große Wachstumschancen. „Bosch ist auf diesem Gebiet ganz vorne mit dabei – und rückt die KI jetzt wortwörtlich ins Blickfeld des Fahrers oder der Fahrerin“, verdeutlichte Hartung. Die neue „Bosch AI Extension Platform“ ist ein KI-fähiger Hochleistungsrechner, der in Verbindung mit einer „Interior Sensing“-Lösung das Autofahren zu einem hochpersonalisierten Erlebnis macht. „Das Fahrzeug erkennt, wer am Steuer sitzt und ob noch weitere Passagiere an Bord sind – und stellt vom Außenspiegel über das Fahrverhalten bis hin zur optimierten Airbag-Auslösung im Unglücksfall alles ein.“ Auch bei intelligenten Fahrerassistenzlösungen sorgen Produktinnovationen für neues Geschäft über alle Weltregionen hinweg: Zusammen mit Sensortechnologien und zentralen Fahrzeugrechnern hat sich Bosch 2025 Aufträge im Wert von zehn Milliarden Euro gesichert. „Natürlich brauchen die Autos der Zukunft nicht nur Algorithmen, sondern auch Antriebe“, erklärte Hartung hinsichtlich des wachsenden Geschäfts mit der Elektromobilität. „Allein in diesem Jahr werden wir mehr als sieben Millionen Lösungen und Komponenten für das elektrische Fahren ausliefern.“ Erst vor wenigen Wochen hat Bosch mit Tata AutoComp Systems in Indien ein Gemeinschaftsunternehmen angekündigt. Es soll sich ab Mitte des Jahres auf die Entwicklung, Fertigung sowie den Vertrieb von E-Achsen und -Motoren im indischen Markt konzentrieren. Innovationsfeld Konsumgüter und Service: KI treibt das Geschäft voran KI sorgt auch für wesentliche Wachstumschancen im Service- und Produktgeschäft. Neues Absatzpotenzial sichert zum Beispiel dem Geschäftsbereich BSH Hausgeräte ein neues Backofenmodell mit KI-basierter Sprachfunktion. Es braucht weder externe Lautsprecher noch zusätzliche Apps. Insgesamt soll das weltweite Geschäft mit Haushaltsgeräten im Luxus- und Premiumsegment weiter zulegen, regional vor allem auch in Nordamerika. Für 2030 schätzen Marktexperten den globalen Absatz an Haushaltsgeräten auf rund fünf Milliarden Einheiten. Der Einsatz von KI sorgt auch im Geschäftsbereich Power Tools für Produktinnovationen. Seit Jahresbeginn sind die ersten 30 Geräte aus der Produktlinie Expert auf dem Markt, die neue Maßstäbe für professionelle Elektrowerkzeuge setzen. Darunter ist auch ein neuer Wandscanner, der Objekte in verschiedenen Wandtypen lokalisiert und erstmals Bosch-Radartechnologie in Kombination mit KI-Objektdetektion verwendet. Auch das Service-Geschäft von Bosch profitiert von KI: Der Geschäftsbereich Bosch Global Service Solutions erwartet auch durch KI-basierte Anwendungen ein durchschnittlich zweistelliges Umsatzwachstum bis 2030. Das Serviceportfolio umfasst Lösungen für digitale Mobilitätsdienste wie eCall oder Pannenhilfe und Angebote zum Beispiel für Flottenbetreiber und Logistikanbieter. Geschäftsjahr 2025: Stabile Finanzkraft, Liquidität und F&E-Quote Bosch erzielte 2025 einen positiven Free-Cash-Flow von rund 300 Millionen Euro (2024: rund 900 Millionen Euro). Die F&E-Quote erreichte 8,7 Prozent vom Umsatz (2024: 8,6 Prozent). Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung lagen bei 7,9 Milliarden Euro. „Bosch ist bereit, auch in schwierigen Zeiten hohe finanzielle Vorleistungen zu erbringen“, verdeutlichte Forschner. „Die Investitionen in Sachanlagen blieben weiterhin auf hohem Niveau.“ Erhebliche Vorleistungen habe Bosch im Schwerpunkt etwa bei Elektromobilität, Halbleitern und modernen Bremsregelanlagen aufgebracht. Mit 41,6 Prozent blieb auch die Eigenkapitalquote auf einem hohen Stand (2024: 44,3 Prozent). Die Bosch-Gruppe verfügt unverändert über eine solide Finanzkraft, auch wenn die Liquidität gemäß Kapitalflussrechnung auf 7,4 Milliarden Euro (2024: 8,2 Milliarden Euro) zurück ging. Geschäftsjahr 2025: Entwicklung nach Unternehmensbereichen Die Umsatzentwicklung in den Unternehmensbereichen bremsten sowohl die verhaltene Konjunktur in den Fokusmärkten als auch negative Währungseffekte. Der Unternehmensbereich Mobility erreichte mit 55,8 Milliarden Euro ein Umsatzplus von 0,1 Prozent. Wechselkursbereinigt ist das ein Anstieg von 2,9 Prozent. Die operative EBIT-Rendite lag bei 1,8 Prozent (2024: 3,8 Prozent). Im Unternehmensbereich Industrial Technology stiegen die Erlöse um 0,1 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro. Wechselkursbereinigt betrug der Anstieg 2,4 Prozent. Wesentlich dafür war die rückläufige Entwicklung auf dem nordamerikanischen Markt. Die EBIT-Rendite stieg auf 3,5 Prozent (2024: 1,2 Prozent). Im Unternehmensbereich Consumer Goods lag der Umsatz mit 19,9 Milliarden Euro 1,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Wechselkursbereinigt erhöhten sich die Erlöse hingegen um 4,1 Prozent. Das Konsumgütergeschäft hatte insbesondere unter fehlenden Impulsen aus der Bauindustrie in China und den USA zu leiden. Die operative EBIT-Rendite erreichte 3,0 Prozent (2024: 3,5 Prozent). Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology erzielte einen Umsatz von 8,5 Milliarden Euro. Dies ist ein Plus von 13,0 Prozent und ein wechselkursbereinigter Zuwachs von 15,6 Prozent. Die operative EBIT-Rendite betrug 0,5 Prozent (2024: 4,9 Prozent). Diese war stark beeinflusst durch Einmalkosten aus Zu- und Verkaufsaktivitäten. Geschäftsjahr 2025: Entwicklung nach Regionen Während der Umsatz in Europa leicht rückläufig war, verzeichnete Bosch in den anderen Weltregionen leichte Zuwächse. In Europa lag der Umsatz mit 44,2 Milliarden Euro 0,6 Prozent unter Vorjahr – wechselkursbereinigt stieg er um 1,5 Prozent. In Amerika erhöhte sich der Umsatz um 3,8 Prozent auf 18,5 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 9,3 Prozent. In Asien-Pazifik legten die Erlöse um 0,7 Prozent auf 28,3 Milliarden Euro zu. Die Wachstumsrate betrug wechselkursbereinigt deutliche 5,0 Prozent. Geschäftsjahr 2025: Entwicklung der Beschäftigtenzahl Die Gesamtzahl der weltweit Beschäftigten in der Bosch-Gruppe lag zum Jahresende 2025 bei 412 774 Menschen (2024: 417 859). Das entspricht einem Rückgang von rund einem Prozent (5 085 Beschäftigte). Dieser wirkte sich am stärksten auf den Unternehmensbereich Mobility und regional auf Deutschland aus.

Personelle Veränderung in der Robert Bosch Industrietreuhand KG

26.03.2026

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Wirtschaft

Personelle Veränderung in der Robert Bosch Industrietreuhand KG

Stuttgart – In der Robert Bosch Industrietreuhand KG gibt es folgende personelle Veränderung:Gerd Chrzanowski (54) tritt als Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG (RBIK) zum 31. März 2026 aus dem Gremium aus. Grund sind zunehmend überlappende Geschäftsaktivitäten von Bosch und der Schwarz Gruppe, die Chrzanowski seit 2021 als Komplementär leitet. Um potenzielle künftige Interessenkonflikte zu vermeiden, haben sich beide Seiten vorsorglich auf diesen Schritt geeinigt, Wir bedauern den Austritt und danken Gerd Chrzanowski für sein Engagement und seine wertvollen Beiträge. Seine tiefe Expertise insbesondere im Bereich der Digitalisierung und sein strategischer Weitblick waren eine Bereicherung für unser Gremium,...sagte Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer, geschäftsführender Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Robert Bosch GmbH. Die Nachfolge als Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG übernimmt zum 1. April 2026 Alexander Birken (61), Vorsitzender des Aufsichtsrats der Otto Group. Birken wechselte Anfang März 2025 vom Vorstandsvorsitz in den Vorsitz des Aufsichtsrats. Der studierte Betriebswirt startete seine Karriere bei Philips Medical Systems. Er wechselte 1991 in das Controlling der Otto Group, leitete verschiedene Gesellschaften im Konzern und wurde 2017 zum Vorstandsvorsitzenden berufen. Er ist seit mehr als 35 Jahren für das Unternehmen tätig und bringt umfassende Erfahrung in seine neue Rolle ein. Über die Robert Bosch Industrietreuhand KG Die RBIK übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion bei der Robert Bosch GmbH aus. Die Rolle der Industrietreuhand resultiert aus der spezifischen Unternehmensverfassung der Robert Bosch GmbH, die das Lebenswerk des Firmengründers Robert Bosch sichert. Während die Robert Bosch Industrietreuhand KG mehrheitlich die Stimmrechte hält, liegen die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH mehrheitlich bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH, die jedoch keinen Einfluss auf die strategische und geschäftliche Ausrichtung der Bosch-Gruppe hat. Diese gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe und ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren.

Personelle Änderungen im Bereichsvorstand bei Bosch Power Tools

20.03.2026

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Wirtschaft

Personelle Änderungen im Bereichsvorstand bei Bosch Power Tools

Stuttgart/Leinfelden – Bosch Power Tools stellt seinen Bereichsvorstand zum 1. April 2026 neu auf: Michael Budde (56), derzeit Präsident des Bosch Geschäftsbereichs Mobility Electronics, übernimmt den Vorsitz von Thomas Donato (54). Gleichzeitig tritt Martin Hettich (61) in die Bosch-Gruppe ein und wird Mitglied des Bereichsvorstands. Er folgt auf Lennart de Vet (49) und übernimmt von ihm die Verantwortung für die Regionen, das Marketing und den Vertrieb sowie von Thomas Donato die Verantwortung für die Business Units. Dr. Katharina Hartl (49) bleibt im Bereichsvorstand verantwortlich für kaufmännische Aufgaben.Thomas Donato, seit Juni 2023 Vorsitzender des Bereichsvorstands Bosch Power Tools, verlässt die Bosch-Gruppe auf eigenen Wunsch zum 31. März 2026, um seine berufliche Laufbahn außerhalb des Unternehmens fortzusetzen. Lennart de Vet übernimmt innerhalb der Bosch-Gruppe eine neue Aufgabe, die zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben wird. Die Nachfolge von Michael Budde als Vorsitzender des Bereichsvorstands im Geschäftsbereich Mobility Electronics übernimmt Peter Wolfangel (54). „Michael Budde bringt langjährige Erfahrung in der Bosch-Gruppe mit und hat zuletzt den Geschäftsbereich Mobility Electronics mit strategischer Weitsicht und Umsetzungsstärke erfolgreich weiterentwickelt. Mit Martin Hettich gewinnen wir zudem einen ausgewiesenen Experten für Konsumgüter, der weitreichende internationale Erfahrung vorweisen kann. Gemeinsam mit Dr. Katharina Hartl wird der neue Bereichsvorstand maßgebliche Impulse für die Weiterentwicklung von Bosch Power Tools setzen", sagt Katja von Raven, Vorsitzende des Aufsichtsrats der Robert Bosch Power Tools GmbH und Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. Das Marktumfeld bleibt von hoher Dynamik und intensivem Wettbewerb geprägt. Bosch Power Tools hat darauf reagiert und in den vergangenen drei Jahren wesentliche Programme zur Restrukturierung und Kostenreduktion aufgesetzt. Zugleich wurde in neue Produkte und Kompetenzen investiert. „Wir haben in den vergangenen drei Jahren mit entschlossenen Restrukturierungen und der Vorbereitung einer Vielzahl von erfolgreichen Produkteinführungen eine starke Basis für die Zukunft geschaffen und damit einen wichtigen Meilenstein für die Entwicklung von Power Tools gesetzt. Dafür danken wir Thomas Donato ausdrücklich“, so von Raven. „Lennart de Vet hat in rund 25 Jahren und verschiedenen Funktionen maßgeblich zum Erfolg von Power Tools beigetragen, wofür wir ihm ausdrücklich danken möchten. Wir wünschen beiden für ihren weiteren beruflichen Weg alles Gute. Mit der neuen Führungsspitze richten wir nun unseren Fokus konsequent auf globales Wachstum. Die Neuaufstellung des Bereichsvorstands ist hierfür ein klares Signal.“ Jetzt gelte es, die weltweiten Wachstumsambitionen zu verfolgen, die Kostenmaßnahmen weiter umzusetzen und somit Kunden und Nutzer in den Märkten bestmöglich zu bedienen. Zu Michael Budde Michael Budde ist seit Oktober 2022 Vorsitzender des Bereichsvorstands im Geschäftsbereich Mobility Electronics der Robert Bosch GmbH. Er trat 1998 in die Bosch-Gruppe ein. Durch seine langjährige Tätigkeit in unterschiedlichen Bereichen und Funktionen, darunter auch in den USA und Südkorea, bringt er zwei wesentliche Aspekte mit: tiefgreifende unternehmerische Expertise in der Leitung großer und komplexer Geschäfte innerhalb der Bosch Gruppe und nachweislichen Erfolg in strategischer Ausrichtung und Wachstum. Budde hat Maschinenbau studiert und seinen Abschluss an der Rheinischen Fachhochschule Köln (RFH) gemacht. Zu Martin Hettich Martin Hettich blickt auf mehr als 30 Jahre internationale Erfahrung in der Konsumgüterindustrie zurück. Seine besondere Expertise liegt in der strategischen B2C-Markenpositionierung und -profilierung. Von 1994 bis 2024 war Hettich bei Procter & Gamble in unterschiedlichen Führungsfunktionen und Ländern tätig. In dieser Zeit verantwortete er den erfolgreichen Auf- und Ausbau diverser Konsumgütermarken und steigerte deren Profitabilität, zuletzt in seiner Verantwortung als Senior Vice President im Bereich Fabric Care. Anschließend beriet Hettich als Senior Consultant Unternehmen in der Konsumgüterindustrie zu Innovationen und Wachstum.

Bosch stellt im schwierigen Geschäftsjahr 2025 Weichen für Zukunft

30.01.2026

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Bosch stellt im schwierigen Geschäftsjahr 2025 Weichen für Zukunft

Stuttgart – Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen Bosch blickt auf ein sehr anspruchsvolles Geschäftsjahr 2025 zurück. Nach vorläufigen Zahlen 1 lag der Umsatz mit 91 Milliarden Euro leicht über Vorjahr (2024: 90,3 Milliarden Euro). Wechselkursbereinigt stieg der Umsatz um 4,2 Prozent. Die operative EBIT-Rendite lag mit rund zwei Prozent unter den Erwartungen (2024: 3,5 Prozent). „Die wirtschaftliche Realität spiegelt sich auch in unseren Ergebnissen wider – 2025 war ein schwieriges, teils auch schmerzhaftes Jahr für Bosch“, sagte Stefan Hartung , Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, anlässlich der Veröffentlichung der vorläufigen Geschäftszahlen. „In einem ungünstigen Umfeld arbeiten wir weiter konsequent an unserer Wachstumsstrategie, die zugleich eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit voraussetzt. Wir stellen jetzt die Weichen für die Zukunft.“ Laut Hartung will Bosch auch weiterhin von seiner globalen Präsenz, seiner starken Marke und seiner technologischen Kompetenz profitieren. Das Unternehmen rechnet allerdings mit einem immer intensiveren Wettbewerb unter widrigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Erst für das Jahr 2027 erwartet Bosch deutliche Verbesserungen in einzelnen Märkten.Maßgeblich für die fehlende Wachstumsdynamik im abgelaufenen Geschäftsjahr waren das schwache konjunkturelle Umfeld sowie die zunehmend anspruchsvolleren Marktbedingungen. Das Ergebnis belasteten ausbleibende Deckungsbeiträge aus fehlenden Umsätzen, gestiegene Zölle sowie erhebliche Rückstellungen für notwendige Strukturanpassungen und die damit verbundenen Personalmaßnahmen. Ziel dieser Restrukturierung ist es, das Unternehmen auch weiterhin wirtschaftlich robust, finanziell unabhängig und zukunftssicher aufzustellen. Dafür bleibt es erforderlich, ein jährliches Umsatzplus von sechs bis acht Prozent bei einer Rendite von mindestens sieben Prozent zu erwirtschaften. Vor dem Hintergrund des aktuellen Umfelds geht Bosch davon aus, anstatt 2026 frühestens von 2027 an sein Renditeziel von sieben Prozent erreichen zu können. Wettbewerbsfähigkeit: Kostenlücke reduzieren, Investitionskraft stärken Auch im zurückliegenden Geschäftsjahr verfolgte Bosch weiter konsequent seine langfristige Strategie 2030. Diese sieht neben dem Erreichen der Zielrendite vor, dass das Unternehmen in seinen wesentlichen Märkten in allen Weltregionen zu den drei führenden Anbietern gehört. Das erfordert derzeit insbesondere wettbewerbsfähige Kostenniveaus und nachfrageorientierte Kapazitäten. „Wir arbeiten hart an unseren Sach- und Materialkosten, wir setzen KI noch intensiver ein, um unsere Produktivität zu erhöhen, und wir wägen jede Investition noch sorgfältiger ab als bisher“, betonte Hartung. „Und doch müssen wir, um unsere Wettbewerbsfähigkeit und Investitionskraft dauerhaft zu sichern, auch unsere Personalkosten senken und die Organisation deutlich verschlanken.“ Vor allem der Strukturwandel hin zur Elektromobilität sowie ein sehr hoher Preis- und Wettbewerbsdruck in der globalen Automobilindustrie führten allein in der Unternehmenssparte Mobility weltweit zu einer jährlichen Kostenlücke von rund 2,5 Milliarden Euro – in Bezug zur Zielrendite des Bereichs. Im Zuge dessen kündigte Bosch im vergangenen Geschäftsjahr einen zusätzlichen Abbaubedarf von etwa 13 000 Stellen an. Hartung unterstrich, dass sich die Geschäftsführung der Tragweite dieser Entscheidungen bewusst sei und die Sorgen der Beschäftigten ernst nehme. „Aber auch ein Stiftungsunternehmen muss die Existenzsicherung im Blick behalten und kann betriebswirtschaftliche Realitäten nicht ignorieren.“ Die unumgänglichen Maßnahmen wolle Bosch weiter im engen Austausch mit den Arbeitnehmervertretern und so sozialverträglich wie möglich umsetzen, auch wenn das zunächst viel Geld koste. Strategie 2030: Innovationen und Zukäufe schaffen Geschäftschancen Trotz widrigem Umfeld sieht Bosch in vielen Marktsegmenten große Chancen auf eine Belebung des Geschäfts. „Wir gehen davon aus, dass sich die Marktdynamik im entscheidenden Feld der softwaregetriebenen Mobilität zunächst noch verhalten, dann aber vor allem im kommenden Jahrzehnt nachdrücklich beschleunigen wird“, erläuterte Hartung. Das Vehicle Motion Management, eine Software zur zentralen Steuerung von Bremse, Lenkung, Antrieb und Fahrwerk, komme laut Hartung schon jetzt sehr gut im Markt an. Im letzten Jahr konnte Bosch mit Lösungen für das automatisierte Fahren, der dazugehörigen Sensorik und mit zentralen Fahrzeugrechnern Kundenaufträge in Höhe von zehn Milliarden Euro gewinnen und sich damit im globalen Wettbewerb behaupten. Die fortschreitende Integration der neuerworbenen Bereiche im Heizungs-, Lüftungs- und Klimalösungsgeschäft sorgt für eine starke Wachstumsperspektive: Bosch Home Comfort will mittelfristig seinen Umsatz auf acht Milliarden Euro nahezu verdoppeln und ist bereits einer der weltweit größten Anbieter im Markt für das Heizen, Lüften und Kühlen von Wohn- und kleinen Gewerbegebäuden. Der Geschäftsbereich Power Tools beschleunigte seine Produktentwicklungsprozesse und verkürzte damit die Markteinführungszeit um durchschnittlich zwei Monate. Als Teil einer Innovationsoffensive will Power Tools bis 2027 rund 2 000 neue Produkte auf den Markt bringen. Den Einsatz von KI baut Bosch ebenfalls konsequent in allen Geschäftsbereichen aus und stellte zuletzt auf der US-Elektronikmesse CES unter anderem einen KI-fähigen Hochleistungsrechner zur Realisierung eines KI-gesteuerten Auto-Cockpits vor. Bis Ende 2027 will das Unternehmen insgesamt 2,5 Milliarden Euro in KI investiert haben, die sich bereits flächendeckend im Unternehmen findet. Wirtschaftsstandort Europa: Technologieskepsis gefährdet Wohlstand Im Wettbewerb der Weltregionen sieht Bosch großes Potenzial in Europa, falls Politik und Gesellschaft die vorhandene Skepsis gegenüber technologischem Fortschritt überwinden könnten. Bosch-Chef Hartung äußerte sich besorgt über die neuesten Ergebnisse des Bosch Tech Compass . Die Umfrage gibt die Einstellung der Bevölkerung zu neuen Technologien in wichtigen Industrieländern wieder. Demnach glauben weniger als zwei Drittel der Deutschen an die positive Wirkung des technischen Fortschritts. In Frankreich sind die Werte sogar noch niedriger. „Das ist ein höchst alarmierendes Zeichen”, erklärte Hartung. „Ein Land kann im globalen Wettbewerb nur bestehen, wenn ein mindestens ausreichender Wille zum technischen Fortschritt erkennbar ist.“ Dazu müssten Wirtschaft, Gesellschaft und Politik mutiger und entschlossener neue Technologiefelder wie Wasserstoff und KI angehen. Bosch werde als eines der innovationsstärksten Unternehmen der Welt seinen Beitrag dazu leisten. Bosch gehört zu den größten Patentanmeldern in Europa und reichte allein im Bereich der KI seit 2018 mehr als 2 000 Patentanmeldungen ein. Mit Blick auf protektionistische Politik sieht Hartung in Europa Handlungsbedarf und fordert vom Gesetzgeber zielgerichtete Local-Content-Regeln. Dadurch könnte ein derzeit deutlich verzerrter Wettbewerb wieder gerechter werden. Geschäftsverlauf 2025: Weltwirtschaft bremst sektoralen Umsatz Die schwierige Lage in verschiedenen Fokusmärkten von Bosch wirkte sich auf die Umsatzentwicklung der Unternehmensbereiche aus. „Die schwache Dynamik der Weltwirtschaft bekam 2025 auch Bosch deutlich zu spüren“, sagte Markus Forschner , Geschäftsführer und Finanzchef der Robert Bosch GmbH. „Trotz erheblicher Unsicherheiten und Handelsbarrieren haben wir uns in den meisten Märkten behaupten können.“ Im Unternehmensbereich Mobility lagen die Erlöse von 56 Milliarden Euro mit 0,3 Prozent etwas über Vorjahr. Wechselkursbereinigt ist das ein Umsatzplus von 3,1 Prozent. Der Unternehmensbereich Industrial Technology erzielte Erlöse von 6,5 Milliarden Euro und konnte mit einem knappen Anstieg von 0,9 Prozent sein Umsatzniveau des Vorjahres trotz schwieriger Lage im Maschinenbau und Baugewerbe halten. Wechselkursbereinigt war das sogar ein Zuwachs von 3,2 Prozent. Im Unternehmensbereich Consumer Goods ging der Umsatz zwar um 1,9 Prozent auf 19,9 Milliarden Euro zurück. Wechselkursbereinigt stieg dieser hingegen um 4 Prozent. Maßgeblich für die Entwicklung waren die anhaltende Kaufzurückhaltung bei Verbrauchern. Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology erwirtschaftete einen Umsatz von 8,4 Milliarden Euro. Trotz verhaltener Baukonjunktur lag der Umsatz 12,3 Prozent über Vorjahr, wechselkursbedingt ein Plus von 15,3 Prozent. Der Zukauf im Heizungs-, Lüftungs- und Klimalösungsgeschäft konnte den Verkauf des Produktgeschäfts im Geschäftsbereich Building Technologies überkompensieren. Geschäftsverlauf 2025: Deutliche Währungseffekte im regionalen Umsatz Auch die Umsatzentwicklung in den Regionen spiegelt die anspruchsvollen Rahmenbedingungen wider. „In allen unseren Weltregionen blieb die Lage angespannt“, erläuterte Forschner. „In Europa hat sich unser Geschäft erneut am schwächsten entwickelt, erfreulicher waren hingegen Amerika und Asien-Pazifik.“ In Europa verzeichnete der Umsatz mit 44,2 Milliarden Euro einen leichten Rückgang. Dieser lag nominal bei 0,6 Prozent. Wechselkursbereinigt ist das ein Zuwachs von 1,5 Prozent. In der Region Amerika stiegen die Erlöse um 3,6 Prozent und erreichten 18,5 Milliarden Euro. Das ist wechselkursbereinigt ein Zuwachs von 9,2 Prozent. In Asien-Pazifik lag der Umsatz bei 28,3 Milliarden Euro. Nominal ist das ein Plus von 1,2 Prozent, wechselkursbereinigt ein Anstieg von 5,6 Prozent. Mitarbeiterentwicklung 2025: Beschäftigtenanzahl sank um ein Prozent Zum Stichtag 31.12.2025 beschäftigte die Bosch-Gruppe mit weltweit rund 412 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern etwa 5 400 (rund ein Prozent) weniger als im Vorjahr. Während mit dem Zukauf bei Home Comfort Beschäftigte hinzukamen, reduzierten der erforderliche Personalabbau und der Verkauf bei Building Technologies die Beschäftigtenzahl. Die Anzahl an Mitarbeitenden in Deutschland reduzierte sich am stärksten. Diese ging um circa 6 500 (knapp fünf Prozent) auf gut 123 100 Beschäftigte zurück. Ausblick 2026: Wettbewerbs- und Preisdruck steigt weiter Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Bosch keine Entspannung. Das Unternehmen geht derzeit für 2026 von einem Wachstum der Weltwirtschaft von 2,3 Prozent aus. „Vieles deutet auf eine leichte Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums hin“, erklärte Forschner. „Der Wettbewerbs- und Preisdruck dürfte nochmals zunehmen und die gestiegenen Zölle sich erstmals im vollen Umfang auswirken.“ Das Unternehmen rechnet mit deutlichen Fortschritten der eingeleiteten Maßnahmen zur Umsetzung seiner Strategie 2030. „Mit der Verbesserung unserer Kosten- und Wettbewerbssituation erwarten wir positive Auswirkungen auf die Rendite“, sagte der Finanzchef. „Bei gleichzeitig verhaltener Konjunktur und ungünstigem Umfeld werden wir unsere Zielrendite von sieben Prozent jedoch frühestens von 2027 an erreichen.“ Der Finanzchef betonte, dass die Arbeit an Ausgaben und Strukturen zwingend erforderlich sei, um Bosch im globalen Wettbewerb zu behaupten und weiter erhebliche Vorleistungen für Zukunftsfelder finanzieren zu können. Bosch lege damit eine bedeutende Basis für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens. 1 Gerundete Zahlen, ggf. Abweichungen zu späteren Kennzahlen des Konzernabschlusses.

CES 2026: Bosch gestaltet die Zukunft von Mobilität, Fertigung und Technik im Alltag

05.01.2026

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CES 2026: Bosch gestaltet die Zukunft von Mobilität, Fertigung und Technik im Alltag

Las Vegas, NV, USA – In einer Welt, die immer digitaler wird, ist Software der unsichtbare Motor des Fortschritts. Sie prägt die Art, wie wir kommunizieren, arbeiten, Geräte im Alltag nutzen oder Güter herstellen. Doch erst wenn sie nahtlos mit der physischen Welt der Hardware verschmilzt, entfaltet sie ihr volles Potenzial. Auf der diesjährigen CES® 2026 präsentiert Bosch, wie Software und Hardware im Zusammenspiel den Weg in eine intelligentere Zukunft ebnen. Mit unserer langjährigen Expertise in Hard- und Software überbrücken wir die Grenze zwischen dem Physischen und dem Digitalen. Durch die Integration von Hard- und Software schaffen wir intelligente Produkte und Lösungen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen – also ‚Technik fürs Leben‘ sind,...sagt Tanja Rückert, Geschäftsführerin der Robert Bosch GmbH, auf der Elektronikmesse in Las Vegas, USA. Bosch ist in beiden Welten gleichermaßen zu Hause – und wir haben uns die nötige Kompetenz dafür selbst aufgebaut. Das ist das Fundament unseres Erfolgs,...sagt Paul Thomas, Präsident von Bosch in Nordamerika. Bis Anfang der nächsten Dekade erwartet Bosch einen Umsatz mit Software und Services von mehr als sechs Milliarden Euro, davon vieles bereits auf Grundlage von künstlicher Intelligenz (KI). Rund zwei Drittel dieses Umsatzes sollen dabei auf den Geschäftsbereich Mobility entfallen. Der Umsatz mit Software, Sensorik, Hochleistungscomputern und Netzwerkkomponenten wird sich bis Mitte der 2030er Jahre voraussichtlich verdoppeln – auf dann deutlich mehr als zehn Milliarden Euro. Auch bei der Anwendung und Weiterentwicklung von KI macht Bosch weiter Tempo: Bis Ende 2027 will das Technologieunternehmen mehr als 2,5 Milliarden Euro in KI investieren. KI-Innovationen fürs Cockpit Wenn es um die Fahrzeuge der Zukunft geht, spielt KI eine entscheidende Rolle. Bosch nutzt KI bereits heute, um Sicherheit und Komfort hinter dem Steuer zu verbessern. Auf der CES ® 2026 in Las Vegas demonstriert Bosch beispielsweise das neue KI-basierte Cockpit. Hierbei handelt es sich um ein All-in-One-System, mit dem die Umgebung im Auto hochgradig personalisiert werden kann. Das Cockpit ist mit einem KI-Sprachmodell ausgestattet, das den Austausch wie mit einer realen Person ermöglicht. Darüber hinaus verfügt es über ein visuelles Sprachmodell, das sowohl das Geschehen innerhalb als auch außerhalb des Fahrzeugs interpretieren kann. Basierend darauf kann das System zum Beispiel bei der Ankunft am Zielort automatisch nach einem Parkplatz suchen oder etwa Besprechungsprotokolle für Online-Meetings erstellen. Gleichzeitig etabliert sich Bosch als führender Anbieter von By-Wire-Systemen, einer weiteren Schlüsseltechnologie für automatisiertes und softwaredefiniertes Fahren. Diese Systeme ersetzen mechanische Verbindungen bei Bremse und Lenkung durch elektrische Signalleitungen, was völlig neue Freiheiten bei Design, Sicherheit und Software-Steuerung ermöglicht. Mit Brake-by-Wire und Steer-by-Wire erwartet Bosch bis 2032 ein kumuliertes Umsatzvolumen von mehr als sieben Milliarden Euro. Die Marktdynamik dieser Schlüsseltechnologie wird sich in den 2030er Jahren immer weiter beschleunigen. Reiseübelkeit verringern – dank smarter Software von Bosch Die „Vehicle Motion Management“ genannte Steuerungs-Software von Bosch ermöglicht es, die Fahrzeugbewegung in allen sechs Freiheitsgraden zu regeln, indem sie Bremse, Lenkung, Antrieb und Fahrwerk zentral ansteuert. Die einzelnen Aktuatoren lassen sich dadurch besser aufeinander abstimmen, effizienter nutzen und in Zukunft sogar auf die Bedürfnisse des Fahrers einstellen. Mit Vehicle Motion Management lassen sich beispielsweise Fahrzeug-Rollbewegungen in Kurven oder Nickbewegungen beim Anhalten im Stop-and-Go-Verkehr signifikant reduzieren, was etwa der Reiseübelkeit vorbeugt – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum autonomen Fahren. Apropos: Mit dem neuen „Radar Gen 7 Premium“, der auf der CES in Las Vegas Weltpremiere feiert, präsentiert Bosch wegweisende Technologie in der Kombination aus Sensorik und KI. Der Radarsensor verbessert Fahrassistenzfunktionen wie etwa den Autobahnpiloten. Dank spezieller Antennenkonfiguration ermöglicht er höchste Winkelpräzision und eine sehr hohe Reichweite. So erkennt der Sensor beispielweise sehr kleine Objekte wie Paletten und Autoreifen auf über 200 Meter Entfernung. Dadurch kann er etwa verlorene Ladungen oder andere Verkehrsteilnehmer selbst in komplexen Verkehrssituationen präzise erkennen und so ein geeignetes Fahrmanöver auslösen. Auch E-Bikes werden dank Boschs Expertise in Hard- und Software sicherer denn je: Die „eBike Flow App“ erhält jetzt eine neue Funktion, die es Nutzern ermöglicht, ihr E-Bike oder die Batterie als gestohlen zu kennzeichnen. Das erschwert es Dieben, das E-Bike oder die Batterie weiterzuverkaufen, denn: Sobald Gebrauchtkäufer, Fachhändler oder Behörden versuchen, sich über die „eBike Flow App“ mit dem E-Bike zu verbinden, erhalten sie einen Warnhinweis. Unsichtbare Helden der Digitalisierung: MEMS-Sensoren Unabhängig davon, ob es sich um Hightech-Geräte im Auto, in der Industrie oder im Privatbereich handelt: Es sind superkleine Sensoren, die Innovationen ermöglichen. Bosch präsentiert auf der CES seine neueste KI-MEMS-Sensorplattform BMI5. Alle auf dieser Basis entwickelten Sensoren zeichnen sich durch hohe Präzision, Robustheit und Energieeffizienz aus. Zudem verfügen sie über integrierte KI-Funktionen, die Bewegungen, Positionen und sogar Kontexte erkennen können. Die neuen Bewegungssensoren kommen etwa bei Virtual- und Augmented-Reality-Anwendungen zum Einsatz. Sie verfolgen Kopfbewegungen präzise und nahezu ohne Verzögerung, sodass Benutzer in 3D-Umgebungen ganz natürlich interagieren können. Zudem helfen sie Robotern ihre Umgebung und Bewegungen mit hoher Genauigkeit zu erfassen – beispielsweise zeigen sie humanoiden Robotern, wie sie den richtigen Weg finden, selbst wenn das Kameraobjektiv durch einen Gegenstand verdeckt ist. Bosch kooperiert mit Microsoft bei „Manufacturing Co-Intelligence ® “ Auf der CES ® 2026 in Las Vegas hat Bosch nun die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Microsoft bekanntgegeben. Gemeinsam mit Microsoft wird Bosch sein „Manufacturing Co-Intelligence ® “-Angebot erweitern und dabei Potenziale prüfen, um durch den Einsatz von agentischer Künstlicher Intelligenz (KI) die Produktion zu revolutionieren. Die beiden Unternehmen werden in Las Vegas eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnen. Agentische KI kann sehr große Datenmengen interpretieren, weitgehend autonom Entscheidungen treffen und Aufgaben ausführen, um Produktion, Wartung und Lieferketten zu optimieren. „Sie macht Fabrikprozesse intelligenter“, sagt Tanja Rückert. Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, das tiefe industrielle Wissen von Bosch im Bereich Produktion und Industriesoftware mit der führenden IT-Infrastruktur und Software-Expertise von Microsoft zu vereinen. Die beiden Unternehmen wollen es Kunden ermöglichen, bestehende Fertigungsprozesse mit KI-gestützten Lösungen skalierbar zu machen, damit Fabriken nicht nur effizienter werden, sondern Unternehmen auch ihre Mitarbeitenden entlasten können. So lassen sich beispielsweise durch die frühzeitige Erkennung von Abweichungen im Produktionsprozess Ausfallzeiten minimieren und Produktionskosten senken. Einer der ersten Kunden von Bosch für die „Manufacturing Co-Intelligence ® “ ist die Sick AG, ein weltweit führender Hersteller von Sensoren und Sensorlösungen für industrielle Anwendungen. Revolutionärer Schutz vor Fälschungen – aus der Hosentasche Ein weiteres CES-Highlight ist Boschs innovativer Ansatz im Kampf gegen Produktfälschungen. Mit Origify präsentiert Bosch eine smarte Lösung, die Produkte mit einer digitalen DNA versieht. Es handelt sich hierbei um ein Software-Ökosystem mit einer Kerntechnologie zur Oberflächenmuster-Erkennung, das die Echtheit physischer Güter überprüft. Anstatt auf zusätzliche Etiketten, Chips oder Codes zu setzen, analysiert Origify die einzigartigen, nicht kopierbaren physikalischen Merkmale der Oberfläche eines Produkts und weist ihm so eine fälschungssichere digitale Identität zu. Einmal im System registriert, kann die dazugehörige Detector-App eine schnelle und zuverlässige Verifizierung ermöglichen: Über einen Live-Videostream des Objekts lässt sich innerhalb von Sekunden feststellen, ob es sich um ein Original handelt – oder eine Fälschung. Bosch in den USA: Wachstum, Investitionen und starke Partnerschaften Die USA bleiben für Bosch ein wichtiger und strategischer Wachstumsmarkt. „Unsere Zusammenarbeit mit Microsoft ist ein starkes Beispiel dafür, wie wir Wachstum, Investitionen und Kooperationen hier in den USA weiter vorantreiben – und das ist nur ein Beispiel von vielen“, sagt Paul Thomas. Neben der bereits erwähnten Zusammenarbeit mit Microsoft treibt Bosch zahlreiche weitere Initiativen im US-Markt voran. Dazu gehört auch eine Vereinbarung mit Kodiak AI, einem Vorreiter im Bereich des autonomen Fahrens für Lkw. Bosch und Kodiak AI arbeiten gemeinsam an fahrzeugunabhängigen, redundanten Plattformen für fahrerlose Lkw. Eine solche Plattform ist ein umfassendes System aus spezialisierter Hardware und Software, das in Standard-Lkw integriert wird, um ihnen autonome Fahrfähigkeiten zu verleihen. Bosch liefert dabei eine Vielzahl von Hardware-Komponenten – darunter Sensoren und Komponenten etwa für Lenkaktuatoren – für diese Plattformen. Zudem modernisiert Bosch derzeit seine Siliziumkarbid-Wafer-Fabrik in Roseville, Kalifornien. Das Ziel: Die Produktion dieser essenziellen Technologie für die Elektromobilität zu stärken. Bosch Tech Compass: KI als treibende Kraft der Zukunft Der Bosch Tech Compass, eine Umfrage bei insgesamt mehr als 11 000 Personen in weltweit sieben Länder, zeigt, dass die Mehrheit der Menschen KI als die einflussreichste und positivste Technologie der kommenden Jahre sieht. Eine Schlüssel-Erkenntnis ist die steigende Begeisterung für KI weltweit, wobei 70 Prozent der Befragten sie als entscheidend für die Zukunft betrachten. Begleitet wird diese positive Einstellung von einer gleichzeitig zunehmenden Fortschrittsmüdigkeit. Laut Bosch-Studie birgt KI trotz der großen Hoffnungen auch Sorgen vor negativen gesellschaftlichen Auswirkungen – keine andere Technologie wird gleichzeitig so stark als mögliche Bedrohung für die Gesellschaft gesehen. Allgemein wünschen sich 57 Prozent einen „Pause-Knopf“, um die Auswirkungen der technologischen Entwicklung besser zu verstehen.

Bosch-Team mit Brennstoffzellen-Antriebssystem für Deutschen Zukunftspreis 2025  ...

17.09.2025

Pressemeldung

Wirtschaft

Bosch-Team mit Brennstoffzellen-Antriebssystem für Deutschen Zukunftspreis 2025 ...

München – Ein dreiköpfiges Entwickler-Team von Bosch ist im Rennen um den Deutschen Zukunftspreis 2025. Christoffer Uhr, Kai Weeber und Pierre Andrieu sind mit dem Fuel Cell Power Module (FCPM) – zu Deutsch: Brennstoffzellen-Antriebssystem – für die renommierte Auszeichnung des Bundespräsidenten nominiert. Das FCPM wandelt Wasserstoff und Sauerstoff in Strom. Damit können weltweit Lkw auch auf langen Strecken elektrisch und – bei Einsatz von grünem Wasserstoff – komplett CO₂-frei betrieben werden. Das ist ein wichtiger Schritt bei der Bekämpfung des Klimawandels. Immerhin machen schwere Nutzfahrzeuge allein in der EU mehr als ein Viertel der Treibhausgasemissionen des Straßenverkehrs aus, sind aus dem Waren- und Güterverkehr aber nicht wegzudenken. Die Nominierung für den Deutschen Zukunftspreis 2025 ist eine tolle Anerkennung für das Bosch-Team und alle, die mit dem Fuel Cell Power Module zu tun haben. Sie ist auch Bestätigung für unseren eingeschlagenen Weg: Wasserstoff ist unverzichtbar für die klimaneutrale Welt und zugleich ein strategisches Geschäftsfeld für Bosch, ...sagt Dr. Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. „Wir bieten skalierbare Lösungen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette – von der Erzeugung über den Transport bis zur Anwendung.“ Der Deutsche Zukunftspreis 2025 wird am 19. November in Berlin verliehen. Bosch fertigt Stack und alle wichtigen Systemkomponenten selbst Mit mehr als tausend Einzelteilen und rund 500 Kilogramm Gewicht ist das FCPM das komplexeste System, das Bosch in seiner fast 140-jährigen Historie je entwickelt hat. Zu den wichtigsten Einzelkomponenten gehört neben dem Brennstoffzellen-Stack als Herzstück auch ein Wasserstoff-Dosierventil, eine Wasserstoff-Rezirkulationspumpe sowie ein elektrischer Luftverdichter – alles, um Wasser- beziehungsweise Luftsauerstoff zur Wandlung in Strom effektiv in die Brennstoffzellen zu befördern. Bosch hat jedes einzelne Teil so konzipiert, dass es im Gesamtsystem optimal zusammenspielt. Die Serienfertigung des Systems ist Mitte 2023 in Stuttgart-Feuerbach sowie zeitlich etwas nachfolgend im chinesischen Chongqing gestartet. Wichtig: Für den Bau des FCPM werden – anders als etwa bei Batterien – kaum kritische Rohstoffe benötigt. Dafür kann Bosch auf jahrzehntelanges Fertigungswissen zurückgreifen wie das Highspeed-Laserschweißen, mit dem in jedem System 1,2 Kilometer an Schweißnähten wasserstoffdicht gemacht werden. Großer Vorteil zudem: Das Antriebsmodul ist so konstruiert, dass es in den Bauraum eines Lkw passt, wo bisher der in mehr als 95 Prozent aller Nutzfahrzeuge genutzte Dieselmotor verbaut ist. Spediteure und Logistiker können einen Lkw mit dem Bosch-FCPM so nutzen, wie sie es von der Diesel-Technik gewohnt sind: mit hoher Robustheit ein Fahrzeugleben lang, kurzen Betankungszeiten mit Wasserstoff und hoher Reichweite von bis zu 1 000 Kilometern je Tankfüllung. Obendrein ermöglicht das Antriebsmodul einen nahezu flüsterleisen Betrieb ohne Vibrationen. Bosch setzt sich für den Aufbau einer Wasserstoff-Wirtschaft ein Weltweit sind bereits mehrere tausend Lkw mit dem FCPM vom Bosch auf der Straße. Der weitere Hochlauf hängt vor allem in Europa und Nordamerika von den politischen Weichenstellungen ab. „Wir müssen dringend mit dem Aufbau einer Wasserstoff-Wirtschaft und der entsprechenden Infrastruktur für die Erzeugung, Speicherung und Nutzung von Wasserstoff beginnen. China und auch Indien zeigen uns, wie das gehen kann. Wir als Industrie stehen mit technischen Lösungen bereit – das FCPM ist ein erster Baustein“, sagt Hartung. Die bereits bei Kunden im Einsatz befindlichen Antriebsmodule fahren unterdessen Daten für die weitere Entwicklung ein. Jedes FCPM existiert zweimal: real und als Digitaler Zwilling im virtuellen Raum. Damit erhebt Bosch gezielt Informationen zu unter anderem Temperatur, Druckverlauf, Verschleiß – und zieht daraus wichtige Erkenntnisse, die bereits in die Entwicklung der zweiten Generation eingeflossen sind. Mehr noch: Bosch nutzt die für das FCPM entwickelte Technik in Teilen auch für andere Lösungen. So hat das Unternehmen das Prinzip der Brennstoffzelle umgekehrt. Statt aus Wasser- und Sauerstoff Strom zu erzeugen, bietet das Unternehmen auch Technik für Elektrolyseure an, die aus Wasser und erneuerbarem Strom Wasserstoff herstellen – klimaschonend. Auch Schiffe können mit dem FCPM angetrieben oder etwa Rechenzentren mit CO₂-frei erzeugtem Strom versorgt werden. Bosch hat den Deutschen Zukunftspreis bereits dreimal erhalten Seit 1997 verleiht der Bundespräsident den „Deutschen Zukunftspreis – Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation“. Die Innovationen spiegeln die große Bandbreite von Forschung und Entwicklung in Deutschland wider. Der Preis würdigt herausragende Forschungs- und Entwicklungsprojekte und ist mit 250 000 Euro dotiert. Wesentlich für die Entscheidung der Jury sind der Innovationsgrad sowie das Potenzial, diese Leistung in zukunftsfähige Arbeitsplätze umzusetzen und einen gesellschaftlichen Mehrwert zu erzielen. Die Innovationen reichen von der Medizintechnik über neuartige Materialentwicklung und die Robotik bis hin zur Maschinenbau- und Luftfahrttechnik. Bosch war zwischen 1998 und 2013 bislang fünfmal für den Deutschen Zukunftspreis nominiert. Erhalten haben die Auszeichnung bis dato drei Teams von Bosch oder mit Bosch-Beteiligung: 2005 für Piezo-Injektoren, 2008 für smarte Sensoren sowie 2013 für Ultrakurzpulslaser. Fortsetzung folgt?

Bosch will beim Heizen, Lüften und Kühlen deutlich schneller wachsen als der Markt

01.08.2025

Pressemeldung

Wirtschaft

Bosch will beim Heizen, Lüften und Kühlen deutlich schneller wachsen als der Markt

Stuttgart – Die Bosch-Gruppe erreicht den nächsten Meilenstein ihrer Unternehmensstrategie 2030 und setzt konsequent auf Wachstum. Das Unternehmen hat die größte Übernahme der Firmengeschichte erfolgreich abgeschlossen. Der Zukauf des Heizungs-, Lüftungs- und Klimalösungsgeschäfts (HVAC) für Wohn- und kleine Gewerbegebäude von Johnson Controls sowie die Übernahme des Gemeinschaftsunternehmens Johnson Controls-Hitachi Air Conditioning wurden am 31. Juli planmäßig vollzogen. Die Verträge waren vor rund einem Jahr unterzeichnet worden. „Mit der größten Akquisition unserer Unternehmensgeschichte beschleunigen wir unser Wachstum, bauen unseren weltweiten Footprint aus und balancieren unser Geschäft, indem wir unsere Energie- und Gebäudetechnik stärken – das macht Bosch kraftvoller und robuster, ganz im Sinne unserer Unternehmensstrategie 2030“, sagt Stefan Hartung, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung. Der Kaufpreis beträgt acht Milliarden US-Dollar (7,4 Milliarden Euro) und unterliegt den üblichen Anpassungen. Bosch nutzt seine Chancen konsequent und steigt im Heizungs-, Lüftungs- und Klimalösungsgeschäft jetzt in die Champions League auf....Stefan Hartung, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung Der Bosch-Geschäftsbereich Home Comfort verdoppelt sich mit dem Zukauf nahezu auf über 25 000 Mitarbeitende und mehr als acht Milliarden Euro Umsatz. Vor allem in Amerika und Asien baut Bosch seine Präsenz damit deutlich aus und wird zu einem der größten Anbieter im Markt für das Heizen, Lüften und Kühlen von Wohn- und kleinen Gewerbegebäuden weltweit. „Die gesamte HVAC-Branche ist im Umbruch, Markt und Technologien wandeln sich. Bosch nutzt seine Chancen konsequent und steigt im Heizungs-, Lüftungs- und Klimalösungsgeschäft jetzt in die Champions League auf“, so Hartung. Ambitionierte Ziele, starke Marken Mit der neuen Aufstellung will Home Comfort deutlich schneller wachsen als der globale HVAC-Markt. Dieser wird nach Bosch-Schätzungen bis 2030 jedes Jahr um über fünf Prozent zulegen. „Bosch will bis 2030 in jeder seiner Branchen zu den führenden Unternehmen gehören und baut dafür das Geschäft unter anderem mit strategischen Investitionen in Wachstumsfelder aus. Auch Akquisitionen gehören zur Strategie“, sagt Christian Fischer, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung und verantwortlich für strategische Wachstumsinitiativen und Portfoliomanagement. „Der aktuelle Zukauf ergänzt unser Portfolio perfekt. Wir können unseren Kunden nun die gesamte Bandbreite an HVAC-Technologien anbieten – aus einer Hand und weltweit.“ Zur Akquisition gehören auch strategisch wichtige Firmen- und Joint-Venture-Beteiligungen unter anderem an Komponentenherstellern und Vertriebspartnern. Diese Beteiligungen sollen künftig einen signifikanten Beitrag zum Finanzergebnis von Home Comfort leisten. Mit seinem erweiterten Produkt- und Markenportfolio will Home Comfort das Potenzial seiner starken und etablierten Vertriebswege besser ausschöpfen und den Umsatz ankurbeln. Ein integrierter Einkauf und die gemeinsame Entwicklung von Produktplattformen sollen zudem für Kostenersparnisse sorgen. Erste Erfolge werden schon für 2026 angestrebt. Das Unternehmen kann dafür auf starke Marken zurückgreifen: Neben Bosch und Buderus gehören dazu nun auch York in den USA und Hitachi in Asien sowie weitere starke lokale Marken. Für York und Hitachi erwirbt das Unternehmen langfristige Lizenzen zur Nutzung der Markennamen. Das weltweite Fertigungsnetzwerk von Home Comfort wächst durch die Akquisition von 17 auf 33 Werke, die Zahl der Entwicklungsstandorte von 14 auf 26. Mit dem Abschluss der Transaktion beginnt bei Bosch die Integration der neuen Einheiten in den Geschäftsbereich Home Comfort. Diese soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Markt für Klimalösungen wächst weltweit Besonders bei Klimalösungen stellt sich Bosch durch die aktuelle Akquisition deutlich breiter auf. Mit dem großen Produktportfolio, der internationalen Präsenz und den Vertriebskanälen der zugekauften Einheiten eröffnet sich das Unternehmen attraktive Wachstumsperspektiven. Der Weltmarkt für Heiz-, Lüftungs- und Klimasysteme belief sich 2024 nach Bosch-Analysen auf ein Volumen von mehr als 150 Milliarden Euro. Allein zwei Drittel davon entfielen auf Klimaanlagen. Die Nachfrage wird in den kommenden Jahren weiter deutlich steigen, auch aufgrund der globalen Erwärmung. Bis 2030 soll der Absatz von Klimageräten weltweit laut Bosch-Prognose auf mehr als 200 Millionen Geräte jährlich steigen, nahezu ein Fünftel mehr als noch 2024. „Wir wollen diesen Markt mitgestalten – und mit energieeffizienten Lösungen dafür sorgen, dass Menschen auch an immer heißeren Tagen ihren Alltag komfortabel und gesund gestalten können, ob zu Hause, am Arbeitsplatz oder beim Einkaufen“, sagt Frank Meyer, in der Bosch-Geschäftsführung für Energie- und Gebäudetechnik und damit auch für den Geschäftsbereich Home Comfort zuständig. Nach Berechnungen der Internationalen Energieagentur aus dem Jahr 2018 erhöht ein globaler Temperaturanstieg um nur ein Grad Celsius bis 2050 den Bedarf an Kühlung weltweit bereits um 25 Prozent. Klimaforschende rechnen jedoch schon jetzt mit einer deutlich stärkeren Erderwärmung. Geschäft wird regional aufgestellt Je nach Weltregion werden unterschiedliche Technologien nachgefragt. In den USA liegt der Fokus auf sogenannten Ducted-Systemen, bei denen die Luft von einer zentralen Stelle aus durch Kanäle geleitet wird, um alle Räume gleichzeitig entweder zu heizen oder zu kühlen. In Asien sind vor allem sogenannte Ductless-Lösungen gefragt, bei denen Inneneinheiten in jedem Raum individuell heizen oder kühlen können, sowie moderne Klimatisierungssysteme mit variablem Kältemittelfluss, sogenannte Variable Refrigerant Flow-Systeme (VRF). Eingesetzt wird die VRF-Technologie für kommerzielle Anwendungen in einem Spektrum von kleineren Gewerberäumen, wie zum Beispiel Einzelhandelsgeschäften, bis zu Großprojekten wie Hotels oder Krankenhäusern. Die Region Europa / Naher und Mittlerer Osten / Afrika ist durch große regionale Unterschiede gekennzeichnet. In Nord- und Westeuropa ist die Elektrifizierung durch Wärmepumpen und andere Technologien bereits etabliert oder wird gefördert. Im Nahen und Mittleren Osten sowie Afrika sind Klimatisierungslösungen und Warmwasserbereiter gefragt. In vielen Ländern der Region wird das ganze Spektrum von Wärmepumpen über Öl- und Gasheizungen bis hin zu Hybrid-Heizungen angeboten. „Wir haben ambitionierte Wachstumsziele in allen Weltregionen. Darauf richten wir unsere neue Organisation konsequent aus“, sagt Jan Brockmann, Vorsitzender des Bereichsvorstands von Home Comfort. „Indem wir die regionale Verantwortung stärken, können wir Kundenbedürfnisse noch besser erfüllen.“ Das Geschäft von Home Comfort soll künftig direkt in den drei Weltregionen Amerika, Asien sowie Europa / Naher und Mittlerer Osten / Afrika gesteuert werden. Diese Ausrichtung spiegelt sich auch im zum 1. August 2025 neu aufgestellten Bereichsvorstand wider. Jan Brockmann wird Vorsitzender der künftigen Organisation und übernimmt zugleich in Personalunion die Rolle des Regionalleiters für die Region Europa / Naher und Mittlerer Osten / Afrika. Neu in den Bereichsvorstand berufen wird David Budzinski, bisher Präsident Global Products, Residential und Light Commercial bei Johnson Controls International sowie CEO des Gemeinschaftsunternehmens Johnson Controls-Hitachi Air Conditioning. Er übernimmt die Verantwortung für die Region Amerika und wird Stellvertreter von Jan Brockmann. Zuständig für Asien-Pazifik wird Ulrich Lissmann, der ebenfalls in den Bereichsvorstand eintritt. Nora Klug, bisher Chefjuristin der Bosch-Gruppe, übernimmt die Rolle des Chief People and Governance Officers. Oliver Koukal wird sich als Chief Transformation Officer um die Integration des zugekauften Geschäfts kümmern, die er bereits bisher als Projektleiter verantwortet hat. Den Bereichsvorstand komplettieren die bisherigen Mitglieder Thomas Volz als Chief Financial Officer und Birte Lübbert als Chief Operating Officer.

KI, die bewegt: Bosch erleichtert mit Algorithmen den Alltag

25.06.2025

Pressemeldung

Wirtschaft

KI, die bewegt: Bosch erleichtert mit Algorithmen den Alltag

Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, Tanja Rückert, Mitglied der Geschäftsführung, anlässlich des Bosch Tech Day am 24. Juni 2025 Es gilt das gesprochene Wort.Sehr geehrte Damen und Herren, Mit großen Begriffen sollte man sparsam umgehen. Nicht jeder Fortschritt bringt eine Zäsur, nicht jede Erfindung ist epochal. Was wir derzeit jedoch bei der Künstlichen Intelligenz beobachten können, rechtfertigt nahezu jede sprachliche Zuspitzung. Autos, Flugzeuge, Computer und Internet haben die Welt zwar spürbar verändert – den Blick des Menschen auf sich selbst aber nur wenig beeinflusst. Die KI wird hier viel weitreichendere Wirkung haben, in der Menschheitsgeschichte wohl am ehesten mit der Erfindung des Buchdrucks vergleichbar. Sie ist viel mehr als nur eine neue Technologie. Sie kann in den kommenden Jahrzehnten unseren Alltag und auch die Art, wie wir als Menschen über uns selbst denken, wesentlich verändern. Wir werden völlig neue Welten kennenlernen – virtuell und in der Realität. Wir werden neue Herausforderungen erleben und zugleich viele Probleme lösen, die uns seit Jahrzehnten beschäftigen. Und wir werden zutiefst menschliche Kompetenzen wie Intelligenz und Kreativität mit Maschinen teilen. Die Anwendung von KI, das wissen wir alle, ist nicht frei von Risiken – das ist wie bei anderen Technologien auch. Ich bin aber überzeugt, dass die Chancen deutlich überwiegen – zumindest dann, wenn wir im Umgang mit KI auch zukünftig unseren eigenen Verstand und unsere eigene Vernunft nicht hinter uns lassen. Bei Bosch sind wir jedenfalls fest entschlossen, sowohl künstliche wie auch menschliche Intelligenz weiter konsequent zu nutzen, um unser großes Thema voranzutreiben – die „Technik fürs Leben“. Und damit herzlich willkommen zu unserem Bosch Tech Day. Die Künstliche Intelligenz ist bei Bosch – wie Sie hier auf unserem IT-Campus unschwer erkennen können – längst raus aus den Testlaboren. Sie ist Alltag: in unserer Strategie, in der Entwicklung, in unseren Prozessen. Und in unseren Produkten und Lösungen sowieso. Schon seit zwei Jahren ist alles, was wir anbieten, entweder selbst mit KI ausgestattet oder mit ihrer Hilfe entwickelt beziehungsweise hergestellt worden. Für die meisten Menschen bedeutet künstliche Intelligenz bislang nicht viel mehr als eine willkommene und faszinierende Unterstüt-zung bei der Erstellung von Texten oder Bildern. Ihr wahres Potenzial zeigt die KI aber weniger an den Bildschirmen und im rein Virtuellen, sondern dort, wo sie auf die physische Welt trifft, also überall da, wo sich Dinge bewegen, wo Technik dem Menschen das Leben einfacher macht. Oder anders gesagt: Da, wo man auch uns findet. Denn Bosch ist bei dieser Entwicklung ganz vorne mit dabei. Unsere Stärke liegt schließlich genau in dieser Verbindung: Wir bringen KI und tiefes industrielles Wissen zusammen. Bis Ende 2027 wollen wir deshalb mehr als 2,5 Milliarden Euro in die Künstliche Intelligenz investieren. Ziel ist es, unsere Prozesse mit KI noch schneller und unsere Produkte noch innovativer zu machen. Und schon jetzt sorgt KI von Bosch für mehr Sicherheit und Komfort im Alltag. Ich kann hier nur ein paar Beispiele von vielen nennen: Auf dem eBike ist die Sorge um die Reichweite dank der KI-basierten „Range Control“ kein Thema mehr. Auf der Baustelle entdeckt unser Wandscanner Metall oder elektrische Leitungen im Mauerwerk durch bloßes „Wandauflegen“ – ebenfalls mit KI. Und in der Küche steuert der Backofen der Serie 8 die richtige Garmethode und Temperatur für mehr als 80 automatisch erkannte Gerichte. Künstliche Intelligenz wird aber nicht nur ein starker Innovationsbooster in all unseren Bereichen sein. Sie wird auch unser Wachstum spürbar antreiben. Zum Beispiel in der Mobilität. Bosch hat mit der ADAS-Produktfamilie automatisierte Fahrsysteme für verschiedene Fahrzeugklassen entwickelt. Dabei analysieren lernfähige Algorithmen die von unseren KI-optimierten Sensoren eingehenden Daten und werten sie aus. Das Fahrzeug kann dadurch zwischen Fußgängern, Autos oder Hindernissen unterscheiden und auch das wahr-scheinliche Verhalten der dynamischen Objekte einschätzen – fast wie ein Mensch. Mit dem Unterschied, dass die Technik niemals müde wird. Solche KI-basierten Lösungen entwickeln sich zunehmend zum Standard in der Automobilindustrie – und werden das assistierte und automatisierte Fahren in Zukunft sicher und zuverlässig ermöglichen. Noch hat sich diese Dynamik nicht vollends entfalten können, weder im Markt, und daher auch nicht bei Bosch. Dennoch steht für uns außer Frage, dass sich das automatisierte Fahren durchsetzen wird. Wir bieten dafür die passenden Lösungen, und sind deshalb langfristig unverändert zuversichtlich: Unser Umsatz mit Software, Sensorik, Hochleistungscomputern und Netzwerkkomponenten wird sich bis Mitte der 2030er Jahre voraussichtlich verdoppeln – auf dann deutlich mehr als zehn Milliarden Euro. Unsere besondere Stärke in diesem Bereich ist die Verbindung unserer weltweit gesammelten und gelagerten Daten mit sogenannten kollaborativen KI-Trainingstechniken. In den vergangenen Jahren haben wir überall auf der Welt mit unserer Sensorik eine riesige Menge an Verkehrssituationen zusammengetragen, mit denen wir nun unsere KI-Modelle trainieren können. Insgesamt umfassen die Daten deutlich mehr als 200 Petabyte beziehungsweise 200 Millionen Gigabyte. Für das Training nutzen wir das sogenannte föderierte Lernen. Das ist ein maschinelles Lernverfahren, bei dem eine gemeinsame KI-Anwendung über mehrere, weltweit verteilte Server hinweg trainiert wird. Dabei werden zwar verschiedene Para-meter miteinander ausgetauscht, nicht aber die Daten selbst. Und weil manche Länder den Export von Daten erschweren oder ganz verbieten, ist dieses Verfahren ein entscheidender Vorteil, der unsere Entwicklungszeit erheblich verkürzt. KI gehört also längst zum Kerngeschäft bei Bosch. Rund 5 000 Experten arbeiten in verschiedensten Bereichen an der Entwicklung und am Einsatz von KI. Kein anderes Unternehmen hat beim Europäischen Patentamt in der Zeit seit 2013 mehr KI-Patente angemeldet als Bosch. Das liegt auch daran, dass nur wenige andere Technologieunternehmen hier so früh eingestiegen sind wie wir. Schon 2017 haben wir das Bosch Center for Artificial Intelligence gegründet. Mittlerweile hat es vier Standorte: Renningen, Pittsburgh, Bangalore und Haifa. Damit sind wir immer bestens über alles informiert, was in der KI-Welt diskutiert, vorgedacht und realisiert wird. Dazu zählen natürlich nicht nur technologische Trends, sondern auch gesellschaftliche und politische Dimensionen der KI. Der Wettbewerb der großen Weltregionen wird schließlich nicht allein in den Entwicklungszentren entschieden. Und momentan sieht es im globalen Vergleich leider so aus, als ob Europa seine KI-Zukunft mit überzogener Regulierung unnötig verzögern würde. Die EU will bekanntlich euro-paweit einheitliche Regeln für eine vertrauenswürdige KI einführen. Das ist grundsätzlich richtig, denn erstens ist KI kein Selbstzweck, sondern soll dem Menschen dienen, und zweitens wird sie sich kommerziell nur durchsetzen, wenn die Kunden der jeweiligen Lösung auch wirklich vertrauen. Aber: Für die Umsetzung der EU-Verordnung brauchen Entwickler und Unternehmen klare Vorgaben und definierte Standards. Deren Einführung jedoch kommt nun deutlich später, und das sorgt gerade bei den sogenannten Hochrisiko-Systemen, wozu unter anderem auch das automatisierte Fahren zählt, für Unklarheiten. Zusätzlich müssen KI-Systeme kontinuierlich geprüft, überwacht und dokumen-tiert werden. Diese Mischung aus Bürokratie und strengen, aber unklaren Vorgaben macht den Standort Europa für KI-Unternehmen deutlich weniger attraktiv als andere Weltgegenden. Wir müssen hier gegensteuern. Denn der Umgang mit KI ist nicht nur eine Frage der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch der politischen Freiheit: In Zukunft wird eine Gesellschaft ohne her-ausragende KI-Fähigkeiten zunehmend in Abhängigkeit von anderen geraten. Was uns heute an Mut fehlt, fehlt uns morgen an Sicherheit und Souveränität. Dabei ist eines klar: diese Herausforderungen werden wir nicht meistern, indem wir den technologischen Fortschritt bremsen. Sondern indem wir ihn lenken. Sonst verlieren wir den Anschluss: Die Universität Stanford gibt einmal im Jahr ihren AI-Index zum aktuellen Stand der Technik heraus. Demnach wurden im ver-gangenen Jahr in den USA 40 nennenswerte KI-Modelle entwickelt, in China 15, und in Europa drei. Dabei verfügt doch gerade Europa über einen enormen Wettbewerbsvorteil – nämlich über einen einzigartigen Schatz an industrieller Erfahrung mitsamt den entsprechenden Daten. Wenn es uns gelingt, dieses Wissen mit zukunftsweisenden KI-Anwendungen zu ver-binden, dann können wir mit unserer Industrie auch im 21. Jahrhundert an der Weltspitze mitspielen. Dafür brauchen wir allerdings mehr als nur eine politische Regulierung mit Augenmaß. Wir brauchen auch eine Gesellschaft, die der KI möglichst gut informiert und ausgebildet entgegensieht. Die Ergebnisse unseres diesjährigen Bosch Tech Compass sind in dieser Hinsicht leider eher ernüchternd. Dabei handelt es sich um eine Umfrage, mit der wir einmal im Jahr untersuchen, was die Menschen in führenden Industrieländern von modernen Technologien halten. So fühlen sich in Indien und China jeweils rund drei Viertel der Befragten gut auf das kommende KI-Zeitalter vorbereitet. In Deutschland sind es gerade einmal 35 Prozent. Zugleich aber halten 72 Prozent der Deut-schen KI für die einflussreichste Technologie der kommenden zehn Jahre. Das ist ein Missverhältnis, das wir geraderücken müssen. Man könnte etwa über die Einführung von KI als Schulfach nachden-ken. Nur: Bis das spürbare Effekte zeigen würde, wäre das weltweite KI-Wettrennen wohl längst gelaufen. Insofern sehe ich hier aktuell vor allem die Wirtschaft gefordert. Bei Bosch gibt es bereits seit 2019 entsprechende Trainingsprogramme, mittlerweile haben schon mehr als 65 000 Mitarbeitende die verschiedenen Schulungen unserer „KI Academy“ durchlaufen. Und auf unserer KI-Plattform „Ask Bosch“ stehen allen Mitarbeitenden jede Menge Anwendungen zur Verfügung: Sprachmodelle, Chatbots, Agenten für Übersetzungen und natürlich auch für die Erstellung von Bildern und Texten. Auch deshalb verfügen wir bei Bosch über das notwendige Know-how, um KI konsequent und passgenau dort einzusetzen, wo wir das größte Potenzial sehen: Dort, wo intelligente und selbstlernende Al-gorithmen auf Sensoren, Aktuatoren oder Antriebe treffen. Wir wollen dafür aber keine eigenen Large-Language-Modelle entwickeln, sondern die vorhandenen Modelle unserer Partner als Basis nutzen. Zusätzlich arbeiten wir – je nach Anwendung – auch mit eigenen, kleineren Spezialmodellen. Meine Damen und Herren, neben der generativen KI arbeiten wir zunehmend auch mit sogenannter agentischer KI. Was dahinter steckt, wird Ihnen gleich meine Kollegin Tanja Rückert erklären. Beide KI-Formen zusammen werden, ich habe es eingangs angesprochen, völlig neue Welten schaffen. Und dazu gehört auch die Art, wie wir mit der uns umgebenden Technik kommunizieren. Unsere Stimme wird schon bald all die regelnden Hebel und Schalter zunehmend ersetzen. Ob bei Fahrzeugen, Hausgeräten oder Heizungen: Die Zeit der dicken Bedienungsanleitungen geht zu Ende. Und ich freue mich auf eine intelligente Technik, die uns den Alltag erleichtert, die das Leben sicherer und komfortabler macht, die uns immer mehr lästige Routineaufgaben abnimmt – und die wir nicht bedienen, sondern steuern werden. Allein das ist schon ein Epochenschnitt. Jetzt wird meine Kollegin Tanja Rückert Ihnen einen Überblick geben, wo und wie wir bei Bosch die KI-Revolution in den Alltag bringen – und was sich hinter dem Begriff „agentische KI“ verbirgt… Vielen Dank! Vielen Dank Stefan, und auch von mir ein herzliches Willkommen hier an unserem IT-Campus! Dann fange ich doch am besten direkt mit der „agentischen KI“ oder Agentic AI an. Das Thema steht noch am Anfang – aber es dauert nicht mehr lang, bis Agentic AI der KI in etwa den gleichen Schub verleihen wird wie das Smartphone dem Internet. Agentic AI basiert wie auch die Generative KI auf Large-Language-Modellen, kann aber deutlich mehr als nur Texte oder Bilder generie-ren. Sie kann Entscheidungen treffen und autonom handeln, sie kann Aufgaben parallelisieren, kann sich dynamisch an neue Situationen anpassen und äußerst eigenständig auch auf komplexe Ziele hinar-beiten. Für die industrielle Fertigung ist das eine Revolution. Eine Agentic AI besteht aus einem oder mehreren sogenannten Agenten. Diese Agenten wiederum setzen sich aus mehreren koope-rierenden Komponenten zusammen. Dazu können etwa – je nach Anwendung – Sensoren zur Erkennung des Umfelds zählen, Datenstrukturen zur Speicherung von Wissen sowie Algorithmen zur Auswahl der besten Handlungen – immer passend zur aktuellen Situati-on und zum vorgegebenem Ziel. Dabei geht das Modell ähnlich vor wie ein Mensch: Anspruchsvolle Aufgaben werden in Einzelschritte unterteilt und strategisch gelöst. Für Bosch sind solche Modelle in der internen Prozesssteuerung bereits im Einsatz. Von besonders großer Bedeutung sind sie aber in der Fertigung bzw. in der Industrietechnik – zumal wir ja hier den Vorteil haben, dass wir zugleich Anwender und Anbieter sind. Wenn zum Beispiel an einer Maschine eine Störung auftritt, kann die zuständige Mitarbeiterin ganz einfach über ein Chat- oder Sprach-Interface mit dem KI-Agenten kommunizieren – in ihrer Muttersprache und ohne tiefgreifende Kenntnisse der Produktionsabläufe. Die Agen-tic AI vergleicht den gemeldeten Vorfall mit den entsprechenden Handbüchern, sucht nach passenden Einträgen im Schichtbuch und gibt der Mitarbeiterin anschließend eine detaillierte Handlungsanweisung zur möglichen Fehlerbehebung – oder informiert Mitarbeitende aus der Instandhaltung. Die KI macht eine Ursachenanalyse und plant die notwendigen Maßnahmen zur zukünftigen Fehlervermeidung ein. Sie speichert den Vorfall, macht selbstständig einen Eintrag ins Schichtbuch und informiert die nächste Schicht automatisch über den aktuellen Stand. Und falls die gleiche Maschine in anderen Wer-ken irgendwo auf der Welt steht, werden Vorfall und Lösung zukünftig auch dorthin gemeldet. Wir nennen das Manufacturing Co-Intelligence. Agentic AI kann also nicht nur einzelne Anwendungen verbessern, sondern viele Teilprozesse intelligent aufeinander abstimmen. Allein das ist schon ein Riesenfortschritt. Hinzu kommt eine deutlich verein-fachte Interaktion mit der KI: Agentische Systeme benötigen oft nur eine Beschreibung der gewünschten Ziele. Auf langwierige und teure Modellierungen kann meist verzichtet werden. Das senkt die Ein-stiegshürden erheblich, vor allem für Unternehmen ohne große KI-Expertise. Auch hier gilt, was Stefan bereits gesagt hat: Die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine tritt in ein neues Zeitalter ein: Sie wird effizienter, schneller – und günstiger. Allein durch die natürliche, am Menschen ausgerichtete Sprachsteuerung kann ein Werk jährlich mehrere Hunderttausend Euro einsparen. Bei einer umfassenden, orchestrierten Nutzung der Agentic AI liegen die Kostenvorteile dann schon im mittleren einstelligen Millionenbereich. Und Bosch ist auch bei der Agentic AI vorne mit dabei: Derzeit laufen verschiedene Anwendungen bereits in Werken in Deutschland, Ungarn und Indien, und Ende des Jahres werden wir die ersten Agenten auf den Markt bringen. KI made by Bosch findet sich aber eben nicht nur als Agentic AI und nicht nur in der Industrie, sondern zum Beispiel auch im Wald. Oder auf der Großbaustelle. Und natürlich im Auto. Überall dort, wo sie dem Kunden ganz unmittelbar nützt. Die vergangenen Monate waren in dieser Hinsicht sehr erfolgreich, und ich möchte Ihnen dazu gerne ein paar Beispiele nennen: Auf der Auto Shanghai haben wir vor kurzem ein Cockpit mit KI-Funktionen vorgestellt. Damit kann der Fahrer oder die Fahrerin mit dem Fahrzeug fast so natürlich sprechen wie mit einem Menschen. Neue Funktionen und Anwendungen lassen sich „over the air“ per Software-Update einspielen. Noch in diesem Jahr startet die Produktion im sechsstelligen Stückzahlbereich. Ähnlich wie im Straßenverkehr macht die Automatisierung bei mobi-len Arbeitsmaschinen ebenfalls enorme Fortschritte. Unser Geschäftsbereich Drive and Control Technology bringt die KI zunehmend auf Baustellen und in die Landwirtschaft. Wir haben zum Beispiel einen selbstlernenden Planierassistenten für Bagger entwickelt, mit dem sich auch riesige Schaufeln hochpräzise bewegen lassen. Mit der integrierten KI kann sich dieser Assistent in kürzester Zeit an das spezifische Verhalten des jeweiligen Baggermodells anpassen. Die Inbetriebnahme wird von Tagen oder sogar Wochen auf ein paar Minuten verkürzt, der Bagger kann zum Beispiel Bodenunebenheiten viel schneller glätten als zuvor, und die Bedienung wird einfacher. Erste Kundenprojekte laufen bereits, und allein bei dieser Anwen-dung gehen wir von einem jährlichen Umsatzpotenzial im soliden zweistelligen Millionenbereich aus. Künstliche Intelligenz hilft auch bei der Wartung unserer Hydraulik-komponenten. Die Online-Plattform Hydraulic Hub spart unseren Kunden dank der KI-gestützten Diagnose viel Zeit bei der Lösung von Problemen und anderen Serviceleistungen. Die Erfolgsformel lautet also auch in der Industrietechnik: Domänenwissen plus KI. Das gilt ebenso für unser Brandschutzsystem Wildfire Detection. Dazu werden im Wald oder auf Grünflächen spezielle Detektoren mit intelligenten Gassensoren von Bosch Sensortec bestückt und mitei-nander vernetzt. Ein KI-basierter Algorithmus erkennt auftretende Rauchgase frühzeitig und versorgt die Einsatzkräfte automatisch mit allen notwendigen Informationen. Und auch in anderen kritischen Situationen kann KI helfen: Wir haben etwa einen Pannenservice auf KI-Basis entwickelt, der 40 Prozent aller Fälle direkt klärt, der Dutzende Sprachen und Dialekte versteht, und der sogar auf die Stimmung der Anrufer eingehen kann. Und wenn doch ein Mensch übernehmen muss, stehen alle notwendigen Daten sofort zur Verfügung. Das verkürzt die Wartezeit erheblich und sorgt für mehr zufriedene Kunden. Ein ähnliches System bieten wir übrigens auch für Aufzüge oder Notrufsäulen an der Autobahn an. Sie werden einige dieser Beispiele später in unserer Ausstellung er-leben, die wir für Sie im Foyer vorbereitet haben. Was man dort allerdings nur erahnen kann, ist die große und rasant wachsende Rolle, die vor allem die generative KI in unserer Softwareentwicklung spielt. Wie sehr sich damit die Produktivität steigern lässt, hängt zwar stark von der Komplexität der Aufgabe ab, aber ein Potenzial von 30 Prozent ist sicherlich nicht übertrieben. Auch hier unterstützen digitale Assistenten unsere menschlichen Expertinnen und Experten – ob bei der Validierung der Anforderungen, bei der Codegenerierung, der Dokumentation oder beim schnellen Zugriff auf Standards, Designvorgaben und spezifische Informationen. Meine Damen und Herren, die künstliche Intelligenz wird in den kommenden Jahren nicht nur der Schlüssel zum technologischen Erfolg von Bosch sein. Sie wird auch unsere Geschäftsmodelle ver-ändern und die Wertschöpfung in vielen Bereichen auf andere Grundlagen stellen. Unser riesiger Vorrat an Daten aus Fertigung und Forschung wird uns dabei große Chancen bieten. Wir werden KI-Modelle auf regionale Regeln abstimmen und uns weltweite Technologie-Partner suchen. Und wir werden unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich auf das kommende KI-Zeitalter vorbereiten – Stefan hat vorhin ja schon die vielen Schulungsangebote erwähnt. Das Tempo, mit dem die KI in den Alltag einzieht, ist atemberaubend: Algorithmen sind der neue Antrieb unserer Welt. Sie werden uns begeistern und manchmal auch beunruhigen. Sie werden die menschliche Intelligenz bereichern und manchmal auch beschränken. Hier werden wir alle gemeinsam, in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, noch einige Entscheidungen abwägen und ausloten müssen. Ich würde mir jedenfalls wünschen, dass wir schon bald kluge, praxisnahe und angstfreie Regeln finden, die uns den Weg zu einer ebenso vertrauenswürdigen wie leistungsfähigen KI ebnen. Bei Bosch sind wir gut vorbereitet. Und wir sind fest entschlossen, unseren Beitrag zu einer KI zu leisten, die für den Menschen da ist, für eine Technik fürs Leben – und für nichts anderes. Vielen Dank!

Die Welt der KI bei Bosch: Diese smarten Lösungen machen das Leben sicherer und  ...

25.06.2025

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Die Welt der KI bei Bosch: Diese smarten Lösungen machen das Leben sicherer und ...

Stuttgart – Ohne künstliche Intelligenz ist heutzutage alles nichts. Bosch hat die Chancen der Technik früh erkannt und sie konsequent in alle Geschäftsfelder gebracht. Das zahlt sich aus: Inzwischen verfügen alle Bosch-Produkte über KI oder sind mit ihrer Hilfe hergestellt worden. Dieses Ziel hat das Unternehmen bereits 2023 erreicht und damit zwei Jahre früher als ursprünglich geplant. Beim Bosch Tech Day 2025 zeigt Bosch smarte KI-Lösungen aus der ganzen Breite des Unternehmens – von der eBike Range Control bis zur Waldbrand-Erkennung.Backofen: Der intelligente Bosch-Backofen der Serie 8 ist ausgestattet mit Sensoren, Kameras und KI. Mit ihrer Hilfe erkennt der Ofen rund 80 Gerichte und stellt automatisch die optimale Zubereitungsmethode und Temperatur ein. Bei zahlreichen Gerichten lässt sich zudem der Bräunungsgrad individuell auswählen. Range Control: KI hilft auf dem eBike gegen Reichweitenangst. Mit dem KI-basierten Feature „Range Control“ kann der eBike-Fahrer schon vor der Fahrt in der eBike Flow App festlegen, mit welchem Akku-Ladestand er am Ziel ankommen möchte. Die Unterstützung wird dann automatisch angepasst. Bei der Berechnung berücksichtigt das smarte System Größen wie das Systemgewicht, Höhenunterschiede und individuelles Fahrverhalten. Smart AI Fitness Sensor: Fitnesstracker oder Smartwatches können dank des neuen intelligenten Sensors BHI385 von Bosch Sensortec sehr dynamische Sportübungen zuverlässig erkennen und ein detailliertes Feedback zu deren Ausführung geben. Der Bosch-Sensor ist eine leistungsstarke, voll programmierbare Smart-IMU (Inertial Measurement Unit), die über eine selbstlernende KI-Software verfügt. Dadurch können dem Sensor neue Bewegungen beigebracht werden. KI-basierte Batteriefertigung: Das intelligente, optisch geführte Laser-Schweißen „on-the-fly“ von Bosch Manufacturing Solutions ermöglicht die nahtlose und hocheffiziente Verbindung von Batteriezellanschlüssen, unterstützt durch modernste Automatisierung und Echtzeit-Datenverarbeitung. Durch die Integration optischer Führung mit kontinuierlichem Laser-Schweißen sind unter anderem schnellere Produktionszyklen, sofortiges Qualitätsfeedback dank Echtzeitevaluation und eine reduzierte Wartung möglich. Dabei kombiniert die Lösung KI-gestützte Anomalie-Erkennung und Ursachenanalyse, um die Prozessüberwachung in der Fertigung zu optimieren. Deep-Learning-Modelle überwachen dabei mehrere Signale in Echtzeit. Mögliche Fehler, Ineffizienzen oder Abweichungen werden sofort erkannt. Revol: Mit dem intelligenten Bosch-Kinderbett „Revol“ lassen sich Vitalwerte wie etwa die Herz- und Atemfrequenz kontrollieren. Zudem signalisiert die Software rechtzeitig, sollten Stofftier oder Decke die Atemwege des Kindes verdecken oder wenn es weint. Und wenn das Neugeborene schlecht einschläft, kann das Kinderbett es automatisiert in den Schlaf wiegen. Ob die erfassten Daten am Ende verschlüsselt auf Bosch-Servern abgelegt oder offline in den eigenen vier Wänden bleiben, entscheiden Nutzer selbst. Vorgefertigte KI-Agenten: Mit dem sogenannten Agentic AI Framework von Bosch Connected Industry können Kunden KI-Agenten einfach zu sogenannten Multiagentensystemen, zusammenstellen und individuell anpassen. Die Agenten sind speziell auf die Bedürfnisse in der Fertigung zugeschnitten. So lassen sich skalierbare Anwendungen entwickeln, die den Mitarbeitenden in der Fertigung beispielsweise per Sprachsteuerung helfen, Maschinenstörungen zu beheben, Reports zu erstellen oder Schichtbucheinträge vorzunehmen. Multiagentensysteme können auch bei der Personalplanung oder der Software-Konfiguration unterstützen. Viele weitere Anwendungsfälle sind möglich. Wildfire Detection: Der Service von Bosch Building Technologies erkennt unter anderem in Wäldern einen ersten Schwelbrand, bevor ein großflächiges Feuer entsteht. Die Sensoren sind in der Lage, Rauchgase zu „riechen“ und melden über ein cloudbasiertes Portal die Gefahr und weitere relevante Informationen an eine Leitstelle, die schnell Gegenmaßnahmen einleiten kann. Zusätzlich kann Bosch aus den eigenen Leitstellen mit Drohnen die Brandstelle anfliegen und Luftaufnahmen als Live-Video zur Verfügung stellen. Künstliche Intelligenz trainiert die Sensoren und wertet fortlaufend Informationen etwa zur Zusammensetzung von Gaskombinationen aus. Wandscanner: Auch im Bereich der Messtechnik arbeitet Bosch am Einsatz von KI. Ein Beispiel ist der Bosch Wandscanner, der mehrere Sensortechnologien nutzt, um verschiedene Materialien in Wänden zu erkennen, wie elektrische Leitungen, Metallträger und Hohlräume. Durch den Einsatz verbesserter KI-Algorithmen und neuronaler Netze sollen in Zukunft Radarsignale KI-gestützt verarbeitet werden. Dadurch können Objekte in der Wand noch präziser detektiert, lokalisiert und klassifiziert werden.