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Interview: Nachhaltige Lieferketten bei Bosch

01.05.2025

Presse-Feature

Wirtschaft

Interview: Nachhaltige Lieferketten bei Bosch

Welche Aufgabe haben Einkauf und Logistik bei Bosch? Flemming: Bosch vereint Einkauf und Logistik im Supply Chain Management, um für stabile und nachhaltige Lieferketten von der Beschaffungsquelle bis hin zur Auslieferung zu sorgen. Das ist ein zentraler Grundstein, damit Bosch mit Technik das Leben der Menschen verbessern und zur Schonung natürlicher Ressourcen beitragen kann. Im Supply Chain Management arbeiten wir eng mit unseren weltweit rund 240 Fertigungswerken und gut 250 000 Kunden zusammen. Die Aufgabe ist es, die Verfügbarkeit von Komponenten, Rohstoffen und Produkten kundengerecht sicherzustellen. Dabei sind hohe Qualität und wettbewerbsfähige Preise wichtige Ziele, die wir gemeinsam mit unserem Lieferantennetzwerk aus etwa 35 000 Herstellern und Dienstleistern verfolgen. Unser Lieferantennetzwerk ist darüber hinaus eine wichtige Quelle für die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft von Bosch. Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit für die Lieferketten? Flemming: Bosch nimmt seine unternehmerische Verantwortung sehr ernst. Deshalb strebt das Unternehmen mit seiner langfristigen Ausrichtung nach einer Balance aus Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Diese Verantwortung reicht mit einem jährlichen Einkaufsvolumen von rund 50 Milliarden Euro weit über die Werkstore hinaus. Somit haben Lieferketten mit einem hohen Maß an Nachhaltigkeit und sozialen Standards für Bosch einen besonderen Stellenwert. Gemeinsam mit unserem weltweiten Lieferantenstamm arbeiten wir am ressourcenschonenden Einsatz von Rohstoffen und Material sowie der konsequenten Reduktion von CO 2 -Emissionen. Das wollen wir etwa durch Vermeiden von Transporten oder optimierte Verpackungen erreichen. Wir sind überzeugt, dass Unternehmen nur auf Basis robuster und nachhaltiger Lieferketten im weltweiten Wettbewerb bestehen und damit zum globalen gesellschaftlichen Wohlstand beitragen können. Wie geht das Supply Chain Management von Bosch mit geopolitischen Umbrüchen und zunehmenden Wetterextremen um? Flemming: Stabile Lieferketten sind die Basis für eine funktionierende Wirtschaft. Für Bosch bedeutet es, sich auch im Supply Chain-Management frühzeitig auf immer neue Entwicklungen im Welthandel einzustellen. Dazu verfolgen wir eine „Local-for-local“-Strategie, mit der wir globale Lieferketten verkürzen, flexibilisieren und damit weniger anfällig machen. Mit unserem weltweiten Fertigungsnetzwerk produzieren wir dort, wo unsere Kunden sind. Ein vorausschauendes Supply-Chain-Risk-Management erlaubt es Bosch, auf Risiken etwa durch Lieferengpässe, Naturkatastrophen oder Blockaden von Seewegen frühzeitig zu reagieren. Um bei solchen Störungen globaler Lieferketten oder von Transportwegen Hand in Hand zu arbeiten, ist ein partnerschaftlicher und wertschätzender Umgang mit unseren Lieferanten eine wichtige Voraussetzung. Daneben hilft uns ein hoher Digitalisierungsgrad in den Lieferketten, um in Echtzeit Transparenz über Bestände und Bedarfe zu erhalten – von der Beschaffung über die Fertigung bis hin zum Kunden. Wie sorgt Bosch für die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben, Umwelt- und Sozialstandards in seinen Lieferketten? Flemming: Bosch unterhält als globaler Technologieanbieter Lieferbeziehungen mit Unternehmen und Dienstleistern in rund 60 Ländern der Erde. Mit weitreichender Standardisierung unserer Stammdaten und Prozesse im Lieferantenmanagement sind wir in der Lage, unterschiedliche regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Die Digitalisierung hilft uns einerseits, im Interesse wettbewerbsfähiger Preise administrative Mehraufwände in den Lieferketten wo immer möglich abzufedern. Andererseits erleichtert es uns, Berichtspflichten nachzukommen und Nachhaltigkeitsziele in den Lieferketten zu verfolgen. Zum Beispiel entwickeln wir Lieferanten weiter, die von Qualitätsstandards abweichen oder prüfen die Einhaltung von Umweltschutzvorgaben und Menschenrechten – jährlich bei mehr als 100 Geschäftspartnern. Bei der Senkung von CO 2 -Emissionen wirken unsere Anforderungen als Hersteller und Zulieferer wiederum auf Tausende unserer Lieferanten und Vorlieferanten – gemeinsam vervielfachen wir damit den Beitrag zum Klimaschutz. Was sind die neuesten Trends und Entwicklungen in Einkauf und Logistik bei Bosch? Flemming: Für das Supply Chain Management von Bosch spielt die automatisierte Planung eine immer größere Rolle, um bei äußeren Einflüssen wie etwa Flutschäden bei Lieferanten oder Materialengpässen am Markt noch besser und ergebniswirksamer handeln zu können. Dazu bauen wir unsere integrierten Planungssysteme aus, die bei einem etwaigen Engpass ein schnelles Umplanen von Lieferquellen, Transportwegen und Produktionsstätten unterstützen. Bei unseren Abläufen setzen wir konsequent auf funktionsübergreifende End-to-End-Prozesse, die wir ständig weiterentwickeln. Ein wichtiges Element ist ein durchgängiger, elektronischer Datenaustausch – zum Beispiel beginnend bei unseren Lieferanten mittels der Digitalplattform SupplyOn über unsere Werke bis hin zu unseren Kunden. Mit dem Einsatz von generativer KI dürfte die automatisierte Planung zukünftig den nächsten Qualitätssprung erleben und unsere Lieferketten weiter stärken. Heute nutzen wir bereits KI etwa in Lieferanten-Hotlines zur Spracherkennung oder im Qualitätswesen bei der Extraktion von Daten aus Zeichnungen und Spezifikationen. Dr. Arne Flemming ist Leiter Supply Chain Management bei Bosch. In dieser Funktion verantwortet er die Lieferkettensteuerung der Bosch-Gruppe mit weltweit rund 35 000 Mitarbeitenden in den Teilbereichen Einkauf und Logistik.

Bosch erhält Auszeichnung für integrierte Kommunikation

08.02.2021

Presse-Feature

Bosch Gruppe

Bosch erhält Auszeichnung für integrierte Kommunikation

Stuttgart – Bosch erhält den „Integrated Communication Award 2020/2021“ des F.A.Z.-Instituts für die beste integrierte Kommunikation in der Kategorie Performance. Das Unternehmen überzeugte im mehrstufigen Auswahlprozess mit einer Bewerbung, die ein hohes Maß an interner, interdisziplinärer und crossfunktionaler Integration der Kommunikationsfunktion belege. Die Jury aus renommierten Kommunikationswissenschaftlern und -managern honorierte dabei insbesondere die Formulierung und Ableitung der Kommunikationsstrategie aus der Unternehmensstrategie. Das Besondere: An diesem Prozess waren alle Kommunikatoren weltweit beteiligt. Zudem überzeugte die Umsetzung und Evaluation der strategischen Projekte sowie die breite Messung auf Outcome-Ebene. Auch die differenzierte Stakeholderansprache und die deutliche Zielorientierung der vorgestellten Kampagnen mit einer klaren strategischen Roadmap wurden von der Jury als „auszeichnungswürdig“ bezeichnet. Die direkt von der Unternehmensstrategie abgeleitete COMPA Strategy ( Com munications and P olitical A ffairs) bildet den Rahmen für die Arbeit des seit Anfang 2019 unter der Leitung von Prof. Dr. Christof Ehrhart organisatorisch zusammengefassten internationalen Zentralbereichs Corporate Communications and Governmental Affairs. „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung. Das ist eine Anerkennung für das gesamte Team und bestätigt unsere klare strategische und interdisziplinäre Ausrichtung der vergangenen zwei Jahre“, sagt Prof. Dr. Christof Ehrhart. „Durch die crossmediale Integration unterschiedlicher Disziplinen und Märkte ist uns eine zielgerichtete kommunikative Innen- und Außenwirkung gelungen – damit zahlen wir nicht nur auf die Reputation des Unternehmens ein, sondern tragen auch entscheidend zu seinem Erfolg bei.“ Der „Integrated Communication Award“ wird seit 2015 an Unternehmen verliehen, die Marketing und Kommunikation in der Praxis auf vorbildliche Weise verzahnen. Im Fokus des Awards steht der ganzheitliche Ansatz einer integrierten Kommunikation. Dieser umfasst das Zusammenspiel von Strategien, Maßnahmen, Botschaften und Erfolgsmessung als Basis einer optimalen Positionierung des Unternehmens. Der „Integrated Communication Award“ wird anlässlich des „ 14. Deutschen Marken-Summit “ am 04. Mai 2021 in Frankfurt am Main verliehen.

Bosch KI-Zukunftskompass 2020

10.11.2020

Presse-Feature

Künstliche Intelligenz

Bosch KI-Zukunftskompass 2020

Vorwort Künstliche Intelligenz (KI) ist eine Schlüsseltechnologie für Deutschland und Europa. Sie wird sich zu einem der wichtigsten Treiber unserer Wirtschaft und damit unseres Wohlstandes entwickeln. Anders als etwa bei den etablierten großen IT-Anbietern aus den USA oder China liegen die Chancen in Deutschland und Europa nicht darin, menschliches Verhalten mit Hilfe von KI nachzubilden – sondern KI zu nutzen, um den Austausch zwischen Maschine und der dinglichen Welt zu optimieren. Mit KI versteht die Maschine ihre räumliche und funktionale Umgebung ganz anders als bisher – und kann entsprechend besser reagieren. Dazu zählt auch der Einsatz von KI zur Herstellung von physischen Produkten sowie zur Optimierung ihrer Funktionsweise. Der europäische KI-Ansatz ist also eng mit dem Internet der Dinge verbunden. Unternehmen wie Bosch wollen mit industrieller KI den Alltag für uns alle sicherer und komfortabler machen, wollen Technik verbessern und den Menschen entlasten – nicht verändern. KI von Bosch macht das Autofahren noch sicherer, die industrielle Fertigung noch verlässlicher, das Energiemanagement von Gebäuden noch effizienter und das Zuhause noch angenehmer. Der Bosch KI-Zukunftskompass weist nun erstmals nach, dass insbesondere der Rückhalt für die industrielle KI in Deutschland hoch ist. Wir sehen aber auch, dass es noch viele, teils starke Vorbehalte gegen KI gibt. Diese Skepsis kann man nicht einfach – mit einem Verweis auf düstere Szenarien mancher Spielfilme – als überzogen abtun. KI kann, wie alle Technologien, auch missbraucht werden. Und genau deshalb müssen wir zu jeder Zeit genau verstehen, wie KI funktioniert und ihrer Nutzung auch Grenzen setzen. Dazu ist es auch erforderlich, über ihre Vor- und Nachteile zu diskutieren – öffentlich und auf einer fundierten Faktenbasis. Vor allem aber müssen wir, die Anbieter und Anwender von KI, Vertrauen schaffen, indem wir uns zu klaren ethischen Grenzen bekennen. Bosch hat sich Anfang 2020 mit dem KI-Kodex dazu verpflichtet, dass KI von Bosch sicher, robust und nachvollziehbar sein muss – und dass der Mensch bei allen Entscheidungen der KI die Kontrolle behalten soll. Dass dies 85 Prozent der Deutschen genau so sehen, ist für uns eine klare Bestätigung unseres Kurses. Der Bosch KI-Zukunftskompass soll dazu anregen, sich intensiv mit den Auswirkungen der KI auf unsere Gesellschaft zu beschäftigen. Jetzt ist die Zeit, um die Weichen für unsere technologische Zukunft in Deutschland und Europa zu stellen. Dafür müssen wir uns über die Richtung einig sein. Ich freue mich auf die Diskussion. Direkt zur Broschüre: Bosch KI-Zukunftskompass 2020

AICON19

29.10.2019

Presse-Feature

Internet of Things

AICON19

Stuttgart – Bosch forscht an künstlicher Intelligenz (KI), die sicher, robust und erklärbar ist. Anwendungsfelder dafür gibt es viele – von der Mobilität über die Fertigung bis zur Landwirtschaft. Beispiele für aktuelle Bosch-Projekte mit KI zeigt das Unternehmen auf der diesjährigen AICON:Künstliche Intelligenz hilft beim Unkrautjäten Effizient auf dem Feld: Auf dem Feld unterstützt künftig ein kleiner, wendiger Roboter Landwirte bei der Unkrautbekämpfung. Er ist mit einer Kamera ausgestattet, die mit Hilfe künstlicher Intelligenz Unkraut von Nutzpflanzen unterscheidet. Ein rotierendes Messer bekämpft das Unkraut anschließend direkt an der Wurzel. Der Start des Pilotbetriebs in landwirtschaftlichen Betrieben ist für 2020 geplant, derzeit befindet sich der Roboter in der Erprobungsphase. Das richtige Ersatzteil schnell zur Hand Kommt es in der industriellen Fertigung zum Ausfall einer Maschine, droht im ungünstigsten Fall ein längerer Stillstand. Das kostet Zeit und Geld. Um dies zu vermeiden ist es entscheidend, das richtige Ersatzteil schnell zur Hand zu haben. Dabei unterstützt visuelle Objekterkennung: Mit dem Smartphone wird ein Foto eines defekten Teils gemacht, das richtige Ersatzteil wird mit Hilfe einer App rasch identifiziert. Grundlage dafür ist ein neuronales Netz, das mit einer Vielzahl von Bilddaten trainiert wird. Ein von Bosch entwickeltes System ermöglicht das schnelle, effiziente Training. Besser als das menschliche Auge Sie ermüdet nicht und funktioniert auch nach stundenlanger Fahrt noch wie nach dem ersten Kilometer: Die Kamera für das automatisierte Fahren nutzt Computer Vision Algorithmen und Methoden der künstlichen Intelligenz für eine robuste Objekterkennung. So erkennt die Kamera zum Beispiel trotz fehlender Fahrbahnmarkierung, ob der Fahrbahnrand befahrbar ist oder nicht. Die Kamera nimmt auch teilweise verdeckte Fußgänger war und erkennt Verkehrszeichen auch unter widrigen Wetterbedingungen zuverlässig. Roboter mit Feingefühl Intelligente Industrieroboter werden in der Fabrik der Zukunft essentieller Bestandteil in der Produktion sein. Die Fähigkeit Roboter mit künstlicher Intelligenz auszustatten, wird bereits in Zukunft zu Veränderungen im Bereich der Industrierobotik führen: Im Forschungsprojekt AMIRA kommen Methoden des maschinellen Lernens und der künstlichen Intelligenz zum Einsatz, um Robotern auch herausfordernde Produktionsaufgaben, die viel Geschick und Feinfühligkeit erfordern, beizubringen. Für eine nachhaltige Mobilität Künstliche Intelligenz kann dabei helfen, Abgase deutlich zu reduzieren und so zu einer nachhaltigen Mobilität beitragen: Um die aktuellen Emissionsvorschriften zu erfüllen, benötigt das Portable Emissions Measurement System (PEMS) eine Überprüfung unter realen Fahrbedingungen. Derzeit werden PEMS-Messungen mit einer Hardware durchgeführt, die am Fahrzeug montiert ist. Dies führt zu hohem Aufwand und Kosten. Bosch entwickelt einen virtuellen PEMS-Dienst, der es ermöglicht, Emissionen durch Simulation zu quantifizieren und gleichzeitig zeitlichen Aufwand und Kosten einzusparen.

Kurz erklärt

04.10.2019

Presse-Feature

Vernetzte Mobilität

Kurz erklärt

Halbleiter – mal so, mal so Bei Halbleitern handelt es sich um chemische Stoffe, die sowohl die Eigenschaften von elektrischen Leitern als auch von Nichtleitern aufweisen – daher auch Halbleiter. Als Mikrochips sind sie in nahezu allen elektrischen Systemen eingebaut. Sie zählen als Schlüsseltechnologie der vernetzten Welt. Silizium/Siliziumkarbid – das Rohmaterial der vernetzten Welt Silizium (Si) ist der am häufigsten in der Mikroelektronik eingesetzte Halbleiter. In der Chipproduktion wird hochreines, monokristallines Silizium verwendet. Bei Siliziumkarbid (SiC) werden im Herstellungsverfahren zusätzlich Kohlenstoffatome in die Gitternetzstruktur des Siliziums eingebaut. Dadurch lässt sich die Energieeffizienz steigern. Wafer – die Halbleiterwelt in Scheiben Übersetzt aus dem Englischen bedeutet Wafer so viel wie Waffel oder Oblate. In der Halbleiterwelt bezeichnet der Begriff kreisrunde Scheiben aus beispielsweise Silizium- oder Siliziumkarbid. Aus einer Schmelze der Halbleiter werden im sogenannten Ziehverfahren Zylinder des Rohmaterials von bis zu 300 Millimeter Durchmesser und mehr als einem Meter Länge hergestellt. Diese Zylinder werden anschließend in Scheiben – die sogenannten Rohwafer – gesägt. Diese sind jeweils dünner als ein Millimeter. In einem rund 14-wöchigen Fertigungsprozess entstehen daraus Halbleiterchips. MEMS – Sehen, Fühlen, Riechen Kleiner als ein Stecknadelkopf, rechteckig oder quadratisch und zwischen einem und vier Millimetern hoch – die winzigen MEMS-Sensoren sind in der vernetzten Welt wahre Alleskönner. MEMS steht dabei für mikroelektromechanische Systeme. Sie kommen quasi als Sinnesorgane in verschiedensten Anwendungen in Fahrzeugen zum Einsatz und versorgen die Steuergeräte mit wichtigen Informationen, beispielsweise ob sich das Auto auf glatter Fahrbahn dreht. Auch aus der Konsumenten- und Unterhaltungselektronik sind MEMS-Sensoren nicht mehr wegzudenken. Sie machen beispielsweise aus einem einfachen Mobiltelefon ein Smartphone, das wackelfreie Fotos schießt. MEMS-Sensoren bestehen im Wesentlichen aus einem MEMS-Element und einem ASIC auf einer winzigen Leiterplatte. Das Ganze ist von einer Schutzhülle umgeben. ASICs – Chips mit eingebauter „Intelligenz“ Sind MEMS-Sensoren die Sinnesorgane der vernetzten Welt, übernehmen anwendungsspezifische integrierte Schaltungen, sogenannte ASICs, die Rolle des Denkers. Sie verarbeiten die Informationen der MEMS-Sensoren und stoßen weitere Aktionen an. So sagen sie beispielsweise den Airbags im Fahrzeug, wann genau sie auslösen sollen. Auf den nur wenigen Quadratmillimeter großen Siliziumchips verbergen sich komplexe Schaltungen mit bis zu mehreren Millionen elektronischen Einzelfunktionen. Leistungshalbleiter – sie strotzen vor Kraft Die speziellen Halbleiterbauelemente übernehmen das Steuern und Schalten hoher elektrischer Ströme und Spannungen. Damit sind sie mit besonderen Schalt- und Leitungseigenschaften ausgestattet, da die hohen Ströme und Spannungen normale Halbleiterbauelemente zerstören würden. In Elektro- und Hybridfahrzeugen regeln sie in den Leistungselektroniken den Energiefluss zwischen Batterie und E-Motor und sorgen dafür, dass der Strom möglichst effizient genutzt wird. Reinräume – nicht nur sauber, sondern rein In den Fertigungsräumen der Halbleiterproduktion muss sichergestellt sein, dass keinerlei Staub- oder sonstige Verunreinigungspartikel in der Umgebungsluft vorhanden sind. Bereits kleinste Partikel können Halbleiterbauteile zerstören. Daher wird die Luft mit spezieller Absaug- und Filtertechnik sauber gehalten. Es gibt verschiedene Reinraumklassen. Die empfindliche Chipfertigung verlangt nach der reinsten Klasse 1. Für die Arbeitskleidung bedeutet das: Ganzkörperanzug, Handschuhe, Haube und Mundschutz. Und: Weder Make-up oder Lippenstift noch Lidschatten sind erlaubt.

Wussten Sie schon, dass… Fakten, Statistiken und Unglaubliches zu Halbleitern

04.10.2019

Presse-Feature

Vernetzte Mobilität

Wussten Sie schon, dass… Fakten, Statistiken und Unglaubliches zu Halbleitern

Der Markt 2018 wurden weltweit Halbleiter im Wert von rund 469 Milliarden US-Dollar (427 Milliarden Euro) verkauft, ein Plus von rund 15 Prozent gegenüber 2017 (Quelle: World Semiconductor Trade Statistics). Speicherchips haben mit 40 Milliarden US-Dollar (36 Milliarden Euro) den größten Marktanteil. Der deutsche Halbleitermarkt wuchs 2018 um etwa acht Prozent und betrug rund 16 Milliarden Euro (Quelle: ZVEI). Während der Halbleiteranteil in Smartphones, Tablets, PCs und Fernsehgeräten in den kommenden Jahren stagniert, wird er in Fahrzeugen durch die zunehmende Elektrifizierung, Automatisierung und Vernetzung wachsen. Bosch ist heute einer der führenden Hersteller für Halbleiter für Automobilanwendungen und bereits seit 2013 führend in der Herstellung von MEMS-Sensoren.Die Fertigung Halbleiterchips werden auf Basis von kreisrunden Scheiben aus Silizium oder Siliziumkarbid, den sogenannten Wafern, produziert. Auf einen Acht-Zoll-Silizium-Wafer (200 Millimeter) passen bis zu 50 000 Halbleiterchips. Bei der Wafer-Fertigung herrschen Reinraumbedingungen der Klasse 1. Während in der normalen Umgebungsluft 100 000 Partikel auf einem Kubikfuß umherschwirren, darf sich in der Halbleiterfertigung nur ein Partikel mit einem Gewicht von einem halben Mikrogramm in einem Kubikfuß Luft (rund 28 Liter) befinden. Das entspricht in etwa der Größe eines Kirschkerns im Bodensee. In einem komplexen, bis zu 14 Wochen dauernden Fertigungsprozess entstehen aus den Rohwafern aus Silizium die Halbleiterchips. 1994 entwickelte Bosch den „Bosch-Prozess“ zur Herstellung von MEMS-Sensoren. Im Jahr 2008 erhielten die Entwickler Jiri Marek, Michael Offenberg und Frank Melzer dafür den Deutschen Zukunftspreis. Bosch hält mehr als 1 500 Patente und Patentanmeldungen im Bereich Halbleiter; 1 000 davon für die MEMS-Technologie. Die Entwicklung der Halbleiter-Technik bei Bosch Seit fast 50 Jahren stellt Bosch eine breite Palette an Halbleiterchips her. Dazu gehören anwendungsspezifische integrierte Schaltungen (ASICs), Leistungshalbleiter und mikroelektromechanische Systeme (MEMS). Mitte der 1950er-Jahre befasste sich die Bosch-Forschung erstmals mit der Entwicklung besonders robuster Halbleiter-Bauelemente, die sich für den Einsatz auf der Straße eignen. In den 1960er-Jahren entwickelte Bosch den ersten Leistungshalbleiter für Autos. Spezielle Generatordioden machten Lichtmaschinen damals zuverlässiger und langlebiger. Ende der 1960er-Jahre baute Bosch in Reutlingen seine erste Halbleiterfabrik wegen des wachsenden Eigenbedarfs der Komponenten. 1970 brachte Bosch die weltweit ersten in Serie produzierten ASICs für Autos auf den Markt. Dabei handelte es sich um Leistungstransistoren für Spannungsregler und integrierte Schaltungen. Als Bosch im Jahr 1979 mit der Fertigung seiner Motronic begann – eine digitale Motorsteuerung (Zündung und Einspritzung in einem Steuergerät) – hatte diese einen Acht-Bit-Mikroprozessor an Bord. Zusammen mit dem eingesetzten, löschbaren Speicher war dies faktisch der weltweit erste Einsatz eines Computers in einer fahrrelevanten Funktion im Auto. MEMS-Sensoren produziert Bosch seit 25 Jahren, erstes Modell war ein Drucksensor für die Bosch-Motronic. 2010 hat Bosch seine 200-Millimeter-Halbleiterfabrik in Reutlingen in Betrieb genommen. Mit einem Gesamtvolumen von 600 Millionen Euro für die sogenannte Waferfab tätigte Bosch damals die bis dato größte Einzelinvestition in der Geschichte der Bosch-Gruppe. Im Juni 2018 hat Bosch in Dresden den Grundstein zum Bau der modernsten Halbleiterfabrik der Bosch-Gruppe gelegt. In diese investiert das Unternehmen rund eine Milliarde Euro. In dem Werk werden Halbleiter auf Basis der 300-Millimeter-Technologie entstehen. Der Einsatz im Fahrzeug 2018 betrug der Wert der Chips in einem Auto durchschnittlich rund 370 US-Dollar (337 Euro). Bis 2021 soll dieser Anteil auf rund 406 US-Dollar (369 Euro) steigen (Quelle: ZVEI). Das größte Wachstum sagen die Experten dem Klein- und Mittelklassesegment voraus, wenn typische Highend-Funktionen nach und nach Einzug in den Massenmarkt halten. In heutigen Fahrzeugen arbeiten rund 50 MEMS-Sensoren. Halbleiter sorgen für rund 75 Prozent der Innovationen in neuen Fahrzeugen. Man findet sie beispielsweise im Antriebsstrang, dem Cockpit und im Infotainment sowie in Fahrerassistenz- und Sicherheitssystemen. 2016 hatte jedes weltweit neu ausgelieferte Auto mehr als neun Chips von Bosch an Bord, davon im Schnitt fünf MEMS-Sensoren. Der Einsatz in der Konsumenten- und Unterhaltungselektronik Seit mehr als zehn Jahren kommen MEMS-Sensoren von Bosch auch in der Konsumentenelektronik zum Einsatz. 2006 feierte der erste MEMS-Sensor für die Unterhaltungselektronik seine Markt-Premiere. Er sorgte in Spielekonsolen für mehr Spielspaß. Im Jahr 2018 belief sich der Smartphone-Absatz auf mehr als 1,4 Milliarden Geräte. (Quelle: International Data Corporation (IDC)) Auch sogenannte Wearables, ein Überbegriff für am Körper tragbare Elektronik wie zum Beispiel Smartwatches, Fitnessarmbänder oder Datenbrillen erfreuen sich steigender Beliebtheit – 2018 betrug ihr Absatz rund 172 Millionen Einheiten (Quelle: IDC). In all diesen Geräten stecken Sensoren, die unterschiedlichste Informationen auswerten. In jedem Smartphone sind im Durchschnitt fünf MEMS-Sensoren verbaut. Mit ihnen erkennen die Mini-Computer, wenn der Bildschirm gedreht wird, sie stabilisieren Fotoaufnahmen und erleichtern die Navigation. In jedem zweiten Smartphone steckt mindestens ein Halbleiter-Chip (MEMS-Sensor) von Bosch. Unglaublich, aber wahr Als Bosch im Jahr 1995 mit der Produktion von mikromechanischen Sensoren begann, betrug die Kantenlänge eines Beschleunigungssensors 133 Millimeter. Die Kantenlänge des aktuell kleinsten MEMS-Sensors von Bosch beträgt 1,56 Millimeter. Das ist kleiner als ein Stecknadelkopf und entspricht einer Verkleinerung der Sensorgröße um den Faktor 85 innerhalb von rund 25 Jahren – bei gleichzeitig mehr Funktionen. Mehr als 80 dieser Mikrochips passen auf einen Daumennagel. Bis heute hat Bosch in Reutlingen weit mehr als zehn Milliarden MEMS-Sensoren produziert, jeden Tag kommen mehrere Millionen dazu. Die Halbleiter von Bosch sind im Durchschnitt zwei Millimeter dünn. Würde man die von Bosch bereits gefertigten zehn Milliarden Halbleiter aneinanderlegen, wäre die Chip-Kette rund 20 000 Kilometer lang. Das entspricht ungefähr der Entfernung vom Nord- zum Südpol. In der Unterhaltungselektronik sind MEMS-Sensoren weniger als einen Millimeter hoch. Manche Bestandteile im Sensorinneren messen gerade mal vier Mikrometer – das ist 17 Mal dünner als ein menschliches Haar.

Dr. Stefan Hartung, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH und Vors ...

24.01.2019

Presse-Feature

Wirtschaft

Dr. Stefan Hartung, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH und Vors ...

zur Strategie: „Wir wollen Partner Nummer eins fürs elektrische Fahren sein und Marktführer im ab 2020 entstehenden Massenmarkt für Elektromobilität werden.“ „Bosch treibt den Durchbruch der Elektromobilität mit wirtschaftlicher und technischer Power voran.“ „Elektromobilität hat ein Zuhause: Bosch.“ „Unsere Strategie im Bereich der Elektromobilität geht deutlich über den Antriebsstrang hinaus: Denn Bosch besitzt Kompetenz im ganzen Ökosystem der Elektromobilität – von serienerprobten Komponenten für elektrifizierte Anwendungen bis hin zur Vernetzung der Ladeinfrastruktur.“ „System-Know-how, Energieeffizienz und Standardisierung sind die drei Kernelemente unserer Elektromobilitäts-Strategie.“ zur Übernahme der EM-motive GmbH: „Für Bosch ist der vollständige Erwerb von EM-motive der nächste konsequente Schritt auf dem Weg zur Marktführerschaft bei der Elektromobilität. Diese Übernahme bietet Bosch nun die Chance, noch breiter am Markt aufzutreten.“ „Mit der Übernahme von EM-motive decken wir künftig den kompletten Wertstrom ab und können Elektromotoren aus einer Hand am Markt anbieten.“ zum Markt: „Der weltweite Markt für Elektromobilität wird in den kommenden Jahren stark wachsen. Wir gehen davon aus, dass 2025 rund 20 Prozent aller Pkw und leichten Nutzfahrzeuge Hybride oder Elektroautos sind. Im Jahr 2030 werden es bereits mehr als 25 Prozent sein.“ „Schon jetzt sind weltweit mehr als eine Million Fahrzeuge mit elektrischen Antriebskomponenten von Bosch unterwegs.“ „Kein anderes Unternehmen bearbeitet die Elektromobilität in vergleichbarer Breite wie Bosch – vom Fahrrad bis zum Lkw.“ „Auf dem weltweit größten Markt für Elektromobilität in China ist Bosch bereits führend. In Europa liefert Bosch das Antriebssystem für die größte Elektroflotte, den Streetscooter der Deutschen Post.“ „In unserem Unternehmen gibt es heute das geflügelte Wort ‚Kein Auto ohne Bosch‘. Künftig werden wir auch sagen: ‚Kein Elektroauto ohne Bosch‘. Egal, ob Sie in Asien, Europa oder Nordamerika unter die Motorhaube schauen, den Anker werden Sie immer finden.“ zum Produktportfolio: „Unser Portfolio reicht von Leistungselektronik über 48-Volt-Mild-Hybrid-Batterien bis hin zu Elektromotoren und elektrischen Achssystemen.“ „Mit der eAchse bringt Bosch das All-in-One-Prinzip in den Antrieb. Sie macht den elektrischen Antrieb für die Fahrzeughersteller effizienter und günstiger. Die Marktdurchdringung der Elektromobilität kann dadurch weiter Fahrt aufnehmen. Die eAchse ist ein zentraler Baustein, mit dem Bosch in der Elektromobilität der Partner Nummer eins wird.” „Wir müssen die Batteriezellen technisch verstehen, allerdings nicht fertigen. Die Zellfertigung ist für unseren Erfolg nicht ausschlaggebend.“ zu den Kunden: „Bosch wird die dynamische Veränderung hin zum elektrischen Fahren führend mitgestalten. Wir stehen unseren Kunden in diesem Transformationsprozess mit Wissen und Technologie zur Seite.“ „Unsere Kunden profitieren von unserer Markterfahrung genauso wie von unserem weltweiten Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk. In diesem kann Bosch Projekte flexibel und nah am Kunden realisieren – egal ob in Asien, Europa oder Nordamerika.“