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Bosch ordnet Konzernstruktur neu

22.10.2026

Pressemeldung

Wirtschaft

Bosch ordnet Konzernstruktur neu

Stuttgart – Bosch macht Tempo bei der Weiterentwicklung des Unternehmens und plant, seine Konzernstrukturen neu zu ordnen: Die Aktivitäten des Unternehmensbereichs Mobility und der zentralen Servicebereiche Bosch Digital, Global Business Services sowie Global Real Estate innerhalb Deutschlands sollen von der Robert Bosch GmbH in jeweils eigenständige Gesellschaften überführt werden. Damit werden die vier Einheiten künftig als 100-prozentige Tochtergesellschaften (GmbHs) innerhalb der Bosch-Gruppe geführt. Mit diesem Schritt vereinheitlicht Bosch seine Aufstellung und setzt auf eine stringente Konzernstruktur: Bereits heute bestehen für die unterschiedlichen Geschäftsfelder in den Unternehmensbereichen Industrial Technology, Consumer Goods und Energy and Building Technology eigene Tochtergesellschaften. Dies soll nun in Deutschland für Mobility und die Servicebereiche nachgezogen werden. Mit der nun geplanten Neuordnung unserer Unternehmensstrukturen schaffen wir die Voraussetzungen, dass jede Geschäftseinheit ihr volles Potenzial entfalten kann – mit größerem unternehmerischen Handlungsspielraum, kurzen Entscheidungswegen und nah am Kunden...sagt Dr. Christian Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. Ziel der Neuordnung ist es, die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit von Bosch durch mehr Kundennähe, gestärktes Unternehmertum, mehr Flexibilität und kurze Entscheidungswege im operativen Geschäft weiter auszubauen. „Das Umfeld in unseren Märkten wird anspruchsvoller. Neue Konkurrenten, vor allem aus Asien, erhöhen den Wettbewerbsdruck. Für uns bei Bosch heißt das: Wir müssen Innovationen noch schneller in den Markt bringen, Strukturen und Prozesse spürbar vereinfachen und insgesamt noch mehr Tempo machen, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu behaupten“, sagt Dr. Christian Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. „Es geht darum, die Ertragskraft der gesamten Bosch-Gruppe nachhaltig zu steigern, damit wir auch künftig technologische Durchbrüche aus eigener Kraft finanzieren können. Mit der nun geplanten Neuordnung unserer Unternehmensstrukturen schaffen wir die Voraussetzungen, dass jede Geschäftseinheit ihr volles Potenzial entfalten kann – mit größerem unternehmerischen Handlungsspielraum, kurzen Entscheidungswegen und nah am Kunden. Dazu gehört auch, dass unsere internen Servicebereiche mit wettbewerbsfähigen und erstklassigen Leistungen stärker zum Erfolg der operativen Geschäftseinheiten beitragen können. Klar ist: Alle Einheiten bleiben auch in ihrer neuen Rechtsform ein integraler Bestandteil der Bosch-Gruppe.“Im Zuge der Neuordnung sollen rund 62 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland in die neuen Tochtergesellschaften wechseln – die meisten davon aus dem Mobility-Bereich. Die Arbeitsverträge sollen auf die neuen Tochtergesellschaften übergehen. Die Robert Bosch GmbH wird künftig in erster Linie die Unternehmenszentrale sowie die zentrale Forschung und Vorausentwicklung umfassen. Derzeit sind das insgesamt mehr als 3 000 Beschäftigte.Neues Zusammenspiel von Zentrale und operativen GeschäftseinheitenDie geplante Vereinheitlichung der Strukturen ist ein wichtiger Meilenstein in der konsequenten Weiterentwicklung von Bosch. Begleitend dazu richtet das Unternehmen auch das Zusammenspiel zwischen Zentrale und operativen Geschäftseinheiten neu aus: Die Tochtergesellschaften erhalten größere unternehmerische Handlungsspielräume, um spezifischer und schneller auf die sich rasant verändernden Märkte und Kundenbedürfnisse eingehen zu können. Die Unternehmenszentrale agiert künftig stärker als strategische Dachgesellschaft, die alle operativen Bereiche bei der Entfaltung ihres vollen Potenzials unterstützt. Die gesamte Weiterentwicklung soll schrittweise bis Ende 2027 umgesetzt werden. Die neuen Rechtseinheiten sollen am 1. August 2027 ihre operative Arbeit aufnehmen.Eigenständige Aufstellung für den Unternehmensbereich MobilityAls eigenständiges Tochterunternehmen wird der Unternehmensbereich Mobility innerhalb der Bosch-Gruppe seine Geschäfte noch stärker integrieren und bereichsübergreifend steuern. Damit kann Bosch Mobility seinen Kunden weltweit noch passgenauer integrierte Lösungen aus einer Hand anbieten, Entscheidungen beschleunigen und Prozesse verschlanken sowie Finanzmittel gezielter in Innovationen und Wachstumsfelder investieren. Zugleich entstehen größere Spielräume für strategische Partnerschaften und neue Geschäftsmodelle. Mit der neuen Aufstellung setzt Bosch die Entwicklung seines Geschäftssektors Mobility konsequent fort und steigert dadurch auch seine Wettbewerbsfähigkeit: „Wir starten aus einer Position der Stärke. Doch um langfristig führend zu bleiben, müssen wir uns konsequent an neuen Kundenanforderungen, Märkten und dem Wettbewerb ausrichten“, sagt Dr. Markus Heyn, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility. „Wir können künftig noch näher am Kunden agieren, stärker als eine Einheit handeln und schneller Veränderungen in einer der anspruchsvollsten Industrien der Welt gestalten. Wir wollen weiterhin Taktgeber der Automobilbranche sein. Das erfordert Tempo, Klarheit und unternehmerische Entschlossenheit – und das haben wir.“ Mobility bleibt mit der eigenständigen Aufstellung als Tochtergesellschaft weiterhin der größte Unternehmensbereich der Bosch-Gruppe. Er trug 2025 mit 55,8 Milliarden Euro rund 60 Prozent zum Gesamtumsatz bei.

08.10.2026

Factsheet

Wirtschaft

Robert Bosch Venture Capital GmbH (Bosch Ventures)

Hauptsitz Robert-Bosch-Platz 1 70839 Gerlingen, Germany Standorte Stuttgart (DE) Frankfurt am Main (DE) London (affiliate office, UK) Tel Aviv (IL) Sunnyvale (affiliate office, USA) Boston (affiliate office, USA) Shanghai (affiliate office, CN) Mitarbeiter Rund 30 weltweit Leitung Dr.-Ing. Ingo Ramesohl, Geschäftsführer Philipp Rose, Geschäftsführer Unternehmen Die Robert Bosch Venture Capital GmbH (Bosch Ventures) ist die Venture-Capital-Gesellschaft (CVC) der Bosch-Gruppe. Seit der Gründung 2007 investiert Bosch Ventures weltweit in innovative Start-ups in allen Entwicklungsphasen. Im Fokus der Investmenttätigkeit stehen Technologieunternehmen, die an Themen arbeiten, die für Bosch aktuell und künftig von Bedeutung sind, insbesondere Automatisierung und Elektrifizierung, Climate Tech, Enabling Technologies und Healthcare. Bosch Ventures investiert darüber hinaus in Services und Geschäftsmodelle mit Relevanz für diese Geschäftsfelder. Zudem ermöglicht Bosch Ventures über das Open Bosch Programm Co-Innovation zwischen Bosch und Start-ups. Fond Bosch Ventures investiert fondsbasiert. Der aktuelle globale Fonds, Fund VI, hat ein Volumen von 250 Millionen Euro. Spark ist ein dedizierter Fonds mit einem Volumen von €100 Millionen Euro für Start-ups in Deutschland. In China hat Bosch Ventures mit Boyuan Capital zudem eine Investmentplattform etabliert, über die sich auch externe Investoren an Venture-Capital-Fonds beteiligen. Seit der Gründung hat Bosch Ventures Fonds mit einem Gesamtvolumen von mehr als 1 Milliarde Euro aufgelegt. Beteiligungen Bosch Ventures hat seit der Gründung mehr als 100 Investments getätigt. Das aktuelle Portfolio umfasst rund 70 aktive Unternehmen und ist auf der Website bosch.ventures abrufbarInvestmentstrategie Investmentfokus Automatisierung und Elektrifizierung Mobilitätslösungen Healthcare Energieeffizienz Künstliche Intelligenz (KI) / Deep Learning Disruptive Computerarchitekturen (Hardware/Software) Aktiver Investor Bosch Ventures agiert wie ein institutioneller VC auf dem internationalen Wagniskapitalmarkt. Dabei nutzt Bosch Ventures sein Netzwerk in- und außerhalb von Bosch, um Start-ups beim Aufbau und bei der Skalierung neuer Geschäftsmodelle sowie ggf. beim Aufbau von Vertrieb und industrieller Produktion zu unterstützen.Vorgehensweise Investitionen Erstfinanzierungen (Early Stage): bis zu 10 Mio. Euro Weitere Finanzierungsrunden bis zu einer Gesamtinvestition von 25 Mio. Euro Selektive Seed-Finanzierungen bis zu 1 Mio. Euro Gezielte Investitionen in andere Venture-Capital-Fonds, um internationale und Branchen-Netzwerke auszubauen Prozess Bosch Ventures setzt für ein Investment weder einen strategischen Sponsor noch eine kommerzielle Beziehung zu einem Bosch-Geschäftsbereich voraus. Investitionsentscheidungen folgen Venture-Capital-Kriterien; der Erfolg des Start-ups steht an erster Stelle. • Über das Open Bosch Programm vernetzt Bosch Ventures Start-ups (inkl. Portfolio-Firmen) mit Bosch-Geschäftsbereichen, um Co-Innovation, Pilotprojekte und kommerzielle Partnerschaften zu ermöglichen.Exit Highlights (Portfolio auf der Webseite: bosch.ventures ) Arduino (IT) Entwickelt ein Open-Source-Ökosystem aus Hard- und Software für Embedded-Systeme und unterstützt Anwendungen vom Rapid Prototyping bis zum Einsatz im industriellen Maßstab. Von Qualcomm übernommen. Basic Semiconductor (CN) Entwickelt Leistungshalbleiter auf Siliziumkarbid-Basis (SiC). Das Unternehmen absolvierte 2026 einen Börsengang an der Hong Kong Stock Exchange. Graphcore (UK) Entwickelt Intelligence Processing Units (IPUs), die für Machine-Learning-Anwendungen in der Cloud und in Embedded-Systemen optimiert sind. Von SoftBank übernommen. IonQ (US) Entwickelt Quantencomputer auf Traped-Ion-Basis und kommerzielle Quantencomputing-Systeme. Das Unternehmen ist an der New York Stock Exchange börsennotiert. UISEE (CN) Entwickelt eine Full-Stack-Technologie für autonomes Fahren nach Level 4 für Flughäfen, Industrielogistik und Personenmobilität. Das Unternehmen absolvierte 2026 einen Börsengang an der Hong Kong Stock Exchange. Xometry (US) Entwickelt einen KI-basierten Marktplatz für kundenspezifische Fertigung, der Kunden mit Fertigungskapazitäten vernetzt. Das Unternehmen ging 2021 an die Börse.

Einkauf und Logistik bei Bosch

01.09.2026

Pressemeldung

Wirtschaft

Einkauf und Logistik bei Bosch

Supply Chain Management: Lieferketten verantwortungsvoll gestalten Auf Grundlage robuster und nachhaltiger Lieferketten können Unternehmen im globalen Wettbewerb bestehen. Die verantwortungsvolle Gestaltung von Lieferketten ist somit nicht nur ein Schlüsselfaktor für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen, sondern auch für eine funktionierende Wirtschaft sowie den gesellschaftlichen Wohlstand. Bosch arbeitet kontinuierlich daran, sich noch flexibler, schneller und transparenter auf immer spezifischere Kundenbedürfnisse auszurichten. Gleichzeitig gilt es, Nachhaltigkeit, Innovation und Qualität entlang der gesamten Lieferkette zu fördern sowie wettbewerbsfähige Preise zu gewährleisten. Dabei setzt Bosch auf die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten über Unternehmens- und Landesgrenzen hinweg. Mit einem Einkaufsvolumen im Jahr von zuletzt knapp 49 Milliarden Euro und weltweit täglich etwa 250 000 zu beliefernden Kunden trägt Bosch mit der Gestaltung seiner Lieferketten unternehmerisch und gesellschaftlich eine besondere Verantwortung.Für Bosch steht deshalb im Fokus, die Resilienz und den Nachhaltigkeitsbeitrag des Unternehmens stetig zu verbessern und zugleich seine Weiterentwicklung voranzutreiben – durch Lieferketten, die von wettbewerbs- und innovationsförderlichen Lieferantennetzwerken geprägt sind. Nachhaltigkeit und Compliance erhalten damit einen hohen Stellenwert: Bosch will zusammen mit seinen Lieferanten Versorgungsrisiken reduzieren, Engpässe vermeiden und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit aller Beteiligten steigern. Dazu pflegt das Unternehmen globale, regionale und lokale Lieferantenbeziehungen. Die strategische Bedeutung nachhaltiger Lieferketten zeigt sich auch im Nachhaltigkeitszielbild: Die Achtung der Menschenrechte steht neben Arbeits-, Gesundheits- und Klimaschutz im Mittelpunkt. Auf dieser Grundlage unterstützt Bosch auch die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie den Nationalen Aktionsplan (NAP) der deutschen Bundesregierung zur Achtung der Menschenrechte. Ebenso setzt Bosch die Vorgaben des deutschen Gesetzes über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten („Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz“, LkSG) um. Einkauf: Beschaffen von Komponenten und Rohmaterial In der Lieferkette vom Lieferanten bis zum Kunden spielt der Einkauf für Bosch eine zentrale Rolle: Ob Material für die Fertigung von MEMS-Sensoren für Fitness-Tracker oder Magnetspulen für elektrische Bohrmaschinen-Antriebe – alle Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe müssen auf den weltweiten Beschaffungsmärkten eingekauft werden. Sie bilden den Ausgangpunkt für Produkte, die helfen, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern oder beitragen, natürliche Ressourcen zu schonen. Bosch unterhält dazu Lieferbeziehungen in rund 60 Ländern. Von insgesamt rund 35 500 Lieferanten bezog die Bosch-Gruppe 2025 weltweit Material und Dienstleistungen im Wert von 49,3 Milliarden Euro (2024: 49,8 Milliarden Euro). Auf die direkte Beschaffung von Rohmaterial entfällt lediglich ein geringer Anteil. Der Großteil des Ressourceneinsatzes in den Lieferketten besteht aus dem Zukauf von Komponenten – hauptsächlich in Form von Halbzeugen oder fertigen Bauteilen. Eingekauft werden vor allem elektronische und mechanische Komponenten. Zum Einkaufsspektrum gehören darüber hinaus Handelswaren, Software, Dienstleistungen, Investitionsgüter und Betriebsmittel. Der Einkauf von Produktionsmaterial ist dezentral organisiert und liegt in der Verantwortung der Geschäftsbereiche. Material und Güter ohne direkten Produktbezug werden im Wesentlichen zentral durch den indirekten Einkauf beschafft. Logistik: Bereitstellen von Material und Produkten Transparenz und Effizienz spielen in den Lieferketten von Bosch ebenfalls eine wichtige Rolle: Bei seinen Logistikkonzepten bezieht Bosch Kundenwünsche frühzeitig ein und berücksichtigt in der Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten nicht nur die Kennzahlen für Kosten, Laufzeit und Transportqualität. Mit demselben Augenmerk achten die Logistik-Teams auf möglichst geringe CO 2 -Emissionen und Ressourcenschonung. So verantwortet ein Transport Management Center (TMC) die globale Transportstrategie und gestaltet transparente, effiziente und umweltfreundliche Transporte für Land-, See-, Luft- und Bahnfrachten in den Regionen. Die Logistik verfolgt auch in der Verpackungsentwicklung und Prozessstandardisierung einen Nachhaltigkeitsansatz: Bosch legt Wert darauf, neben Kosten sowie CO 2 -Emisionen vor allem auch Rohstoffe einzusparen und diese wieder einem Recyclingkreislauf zuzuführen. Auf diese Weise leistet die Logistik ihren Beitrag zum übergeordneten Unternehmensziel der Klimaneutralität. Die termingerechte Verfügbarkeit von Material und Produkten ist dabei eine permanente Kernanforderung an die Logistik. Dazu unterhält Bosch ein weltumspannendes Logistiknetzwerk mit rund 1 000 Lagerstandorten. Eine vernetzte Lagerhaltung stellt sicher, dass täglich etwa 230 Fertigungswerke mit Teilen oder Rohstoffen versorgt und fertige Produkte weltweit an Kunden ausgeliefert werden. Partnerschaften: Zusammenarbeiten mit Lieferanten auf Augenhöhe Bosch folgt der Überzeugung, dass starke Partnerschaften zum jeweiligen Unternehmenserfolg beitragen. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit regionalen und lokalen Lieferanten sorgt für eine hohe Robustheit sowie Verfügbarkeit in den Lieferketten. Dazu arbeitet Bosch bereits bei Produktionsstart mit seinen Lieferanten Hand in Hand und achtet auf beiderseitige Wettbewerbsfähigkeit. So erarbeiten Einkaufsteams beispielsweise mit Lieferanten Produktdesigns, um die kostenoptimale Fertigung wettbewerbsfähiger Produkte zu ermöglichen. Das gelingt zum Beispiel mit einem Qualitätsmanagementsystem, um bereits zum Serienanlauf eine fehlerfreie Anlieferung sicherzustellen. Neben der vorbeugenden Qualitätssicherung arbeiten Einkaufsteams gemeinsam mit den Lieferanten auch an der Sicherstellung des kontinuierlich geforderten Qualitätsniveaus, unter anderem unterstützt durch Schulungsmaßnahmen. Zudem bietet Bosch seinen Lieferanten attraktive Finanzierungsprogramme zur Stärkung der Liquidität. Wettbewerbsfähigkeit: Weiterentwickeln von Lieferanten Lieferanten von Bosch müssen Mindeststandards erfüllen. Bereits bei der Auswahl potenzieller Lieferanten berücksichtigen die Einkaufsteams zum Beispiel Nachhaltigkeitsaspekte gemäß den konzernweiten Vorgaben. Neuvergaben erfolgen unter anderem nach Kriterien wie Qualität, Preiskonditionen und bisheriger Liefertreue. Dabei spielt auch die Prozesskostenoptimierung in der Zusammenarbeit eine wichtige Rolle. Bosch verfolgt daneben den Anspruch, Lieferanten bei ihrer Weiterentwicklung systematisch zu unterstützen und somit die Erfüllung der Anforderungen in Bezug auf Qualität, Prozesse und Nachhaltigkeit sicherzustellen. Bosch setzt auf Partnerschaften, die beiden Seiten langfristige Wettbewerbsfähigkeit ermöglichen. Die leistungsfähigsten Lieferanten werden als Vorzugslieferanten („Preferred Supplier“) eingestuft. Sowohl Lieferanten für direktes als auch für indirektes Material haben die Möglichkeit, diesen Status zu erreichen. „Preferred Supplier“ partizipieren verstärkt an Neuprojekten und werden frühzeitig in Strategien sowie Entwicklungsprojekte einbezogen. Dadurch können diese sich entsprechend den Anforderungen ausrichten und gemeinsam mit Bosch wachsen. Die besten seiner weltweiten Zulieferunternehmen zeichnet das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen regelmäßig mit regionalen und globalen Lieferantenpreisen aus. Risikomanagement: Stabilität mit verkürzten Lieferketten Weltweit arbeiten bei Bosch rund 38 000 Menschen im Supply Chain Management, darunter circa 10 500 im Einkauf und gut 27 500 in der Logistik. Gemeinsam stellen sie sicher, täglich etwa 230 Fertigungswerke mit Teilen oder Rohstoffen zu versorgen und fertige Erzeugnisse weltweit an Kunden von Bosch auszuliefern. Sie sind dazu in den gesamten Produktentstehungsprozess eingebunden – von der Innovationsphase über die Serieneinführung bis hin zu Nachserienlieferungen. Die Zentralabteilung Supply Chain Management koordiniert die internen und externen Anforderungen, schafft unternehmensweite Standards und überprüft deren Einhaltung. Die Einkaufs- und Logistikleitungen der jeweiligen Einheiten sind für die Umsetzung der Vorgaben verantwortlich. Bei extremen Naturgewalten oder akuten Störungen globaler Zulieferketten bilden Spezialisten nach genau definiertem Vorgehen Task-Forces. Bosch setzt dazu grundsätzlich auf ein umfassendes Supply Chain Risk Management, das vorausschauend arbeitet und schnellstmöglich reagieren kann. Das „Local-for-local“-Prinzip ist dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor: Bosch fertig dort, wo seine Kunden sind. Das Unternehmen greift überwiegend auf regionale Lieferquellen zurück, verkürzt Lieferketten und macht sie weniger anfällig. Eine Mehrlieferantenstrategie hat das Ziel, frühzeitig auf alternative Lieferquellen und -wege innerhalb des globalen Lieferantennetzwerkes auszuweichen, das Transportmanagement kurzfristig anzupassen oder alternative Produktionsstandorte im weltweiten Fertigungsverbund zu nutzen. Nachhaltigkeit: Einhalten von Umwelt- und Sozialstandards Eine verantwortungsvolle Gestaltung von Lieferketten lässt sich nur umsetzen, wenn bei der Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards Transparenz hergestellt wird. Auf dieser Grundlage kann Bosch seine Lieferanten in aller Welt zielgerichtet dabei unterstützen, ihre Nachhaltigkeitsleistungen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Mit vertraglichen Grundlagen, nachhaltigkeitsbezogenen Überprüfungen und den sich daraus ergebenden konkreten Maßnahmenpaketen strebt Bosch ein hohes Maß an Nachhaltigkeit und Compliance in seinem Lieferantennetzwerk an. Bei einem Verdacht auf mögliches Fehlverhalten, beispielsweise einem Verstoß gegen die Nachhaltigkeitsstandards von Bosch, können Beschäftigte, Geschäftspartner und sonstige Dritte eine Meldung über ein Hinweisgebersystem auch anonym abgeben. Gemeinsam mit seinen Lieferanten sieht sich Bosch der Einhaltung von hohen Umwelt- und Sozialstandards in den Lieferketten verpflichtet. Als Hersteller und Zulieferer wirken die Nachhaltigkeitsanforderungen von Bosch wiederum auf tausende Lieferanten und Vorlieferanten, zum Beispiel zur Senkung von CO 2 -Emissionen. Ein wesentlicher Baustein bei der Bewertung der Lieferanten sind Überprüfungen im Rahmen von Besuchen vor Ort. Alle neuen Lieferanten überprüft Bosch vor Aufnahme der Geschäftsbeziehung. Auch bei bestehenden Lieferantenbeziehungen erfolgen Prüfungen. Die Auswahl von Lieferanten zur Überprüfung erfolgt sowohl risikobasiert wie auch anlassbezogen. Bestehende Lieferanten erhalten neue Aufträge nur bei ausreichender Klassifizierung. Werden bei einem aktiven Lieferanten gesetzeswidriges Verhalten oder ungenügende Nachhaltigkeitsleistungen festgestellt, erfolgt ein Ausschluss von weiteren Auftragsvergaben. Werden Verstöße gegenüber den Nachhaltigkeitsanforderungen festgestellt, gehen die Einkaufsbereiche dem Sachverhalt nach. Das Ziel ist, Missstände gemeinsam mit dem Lieferanten zeitnah zu beheben und geeignete Vorkehrungen für die Zukunft zu treffen. Sind die Maßnahmen nicht erfolgreich oder verstößt der Lieferant wiederholt gegen die Anforderungen von Bosch oder gesetzliche Vorgaben, behält sich das Unternehmen das Recht vor, die Geschäftsbeziehung zu beenden. Digitalisierung: Hohe Transparenz über Bestände und Bedarfe Für die Gestaltung nachhaltiger und robuster Lieferketten setzt Bosch auf den digitalen Ausbau von Einkauf und Logistik. Dazu investiert das Unternehmen konsequent in neue Technologien, um Abläufe und die weltweite Vernetzung kontinuierlich zu optimieren. Durch Digitalisierung lassen sich Einkaufs- und Logistikprozesse schneller, ressourcenschonender und kosteneffizienter umsetzen. Wesentlich ist dafür eine hohe Transparenz über Bestände und Bedarfe – insbesondere bei Engpässen entlang des Wertstroms vom Lieferanten bis zum Kunden. Ziel ist es, in Echtzeit zu wissen, wie welcher Kunde beziehungsweise Lieferant über mehrere Fertigungsstufen hin beeinflusst wird und in welchem Transportmittel sich exakt ein Material befindet. Mit dieser Transparenz lassen sich frühzeitig etwa Produktionspläne umstellen, Sonderfahrten organisieren und Absprachen mit Kunden treffen. Für die Erfassung, die Kommunikation und den Austausch von entsprechenden Daten nutzt Bosch mit seinen Lieferanten digitale Plattformen, die eine eng vernetzte Zusammenarbeit, den zuverlässigen Austausch von Informationen sowie die langfristige Gewährleistung der erforderlichen Datenqualität ermöglichen. Das reduziert Arbeitsaufwände und verkürzt die Durchlaufzeit der Prozesse bei exzellenter Qualität und unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit. Damit kann Bosch noch schneller und individueller auf die Wünsche seiner Kunden reagieren, seinen Nachhaltigkeitsbeitrag steigern sowie zunehmende regulatorische Anforderungen an die Lieferkette besser abbilden. Mit der Digitalisierung in seinen Lieferketten verbessert Bosch deren Robustheit – ein wichtiger Baustein für eine funktionierende Wirtschaft.

Interview: Nachhaltige Lieferketten bei Bosch

01.09.2026

Presse-Feature

Wirtschaft

Interview: Nachhaltige Lieferketten bei Bosch

Welche Aufgabe haben Einkauf und Logistik bei Bosch? Flemming: Bosch vereint Einkauf und Logistik im Supply Chain Management, um für robuste und nachhaltige Lieferketten von der Beschaffungsquelle bis hin zur Auslieferung zu sorgen. Das ist ein zentraler Grundstein, damit Bosch mit Technik das Leben der Menschen verbessern und zur Schonung natürlicher Ressourcen beitragen kann. Im Supply Chain Management arbeiten wir eng mit unseren weltweit rund 230 Fertigungswerken und gut 250 000 Kunden zusammen. Die Aufgabe ist es, die Verfügbarkeit von Komponenten, Rohstoffen und Produkten kundengerecht sicherzustellen. Dabei sind hohe Qualität und wettbewerbsfähige Preise wichtige Ziele, die wir gemeinsam mit unserem Lieferantennetzwerk aus mehr als 35 000 Herstellern und Dienstleistern verfolgen. Unser Lieferantennetzwerk ist darüber hinaus eine wichtige Quelle für die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft von Bosch. Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit für die Lieferketten? Flemming: Bosch nimmt seine unternehmerische Verantwortung sehr ernst. Deshalb strebt das Unternehmen mit seiner langfristigen Ausrichtung nach einer Balance aus Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Diese Verantwortung reicht mit einem jährlichen Einkaufsvolumen von fast 50 Milliarden Euro weit über die Werkstore hinaus. Somit haben Lieferketten mit einem hohen Maß an Nachhaltigkeit und sozialen Standards für Bosch einen besonderen Stellenwert. Gemeinsam mit unserem weltweiten Lieferantenstamm arbeiten wir am ressourcenschonenden Einsatz von Rohstoffen und Material sowie der konsequenten Reduktion von CO2-Emissionen. Das wollen wir etwa durch Vermeiden von Transporten oder optimierte Verpackungen erreichen. Wir sind überzeugt, dass Unternehmen nur auf Basis robuster und nachhaltiger Lieferketten im weltweiten Wettbewerb bestehen und damit zum globalen gesellschaftlichen Wohlstand beitragen können. Wie geht das Supply Chain Management von Bosch mit geopolitischen Umbrüchen und zunehmenden Wetterextremen um? Flemming: Stabile Lieferketten sind die Basis für eine funktionierende Wirtschaft. Für Bosch bedeutet es, sich auch im Supply Chain-Management frühzeitig auf immer neue Entwicklungen im Welthandel einzustellen. Dazu verfolgen wir eine „Local-for-local“-Strategie, mit der wir globale Lieferketten verkürzen, flexibilisieren und damit weniger anfällig machen. Mit unserem weltweiten Fertigungsnetzwerk produzieren wir dort, wo unsere Kunden sind. Ein vorausschauendes Supply-Chain-Risk-Management erlaubt es Bosch, auf Risiken etwa durch Lieferengpässe, Naturkatastrophen oder Blockaden von Seewegen frühzeitig zu reagieren. Um bei solchen Störungen globaler Lieferketten oder von Transportwegen Hand in Hand zu arbeiten, ist ein partnerschaftlicher und wertschätzender Umgang mit unseren Lieferanten eine wichtige Voraussetzung. Daneben hilft uns ein hoher Digitalisierungsgrad in den Lieferketten, um in Echtzeit Transparenz über Bestände und Bedarfe zu erhalten – von der Beschaffung über die Fertigung bis hin zum Kunden. Wie sorgt Bosch für die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben, Umwelt- und Sozialstandards in seinen Lieferketten? Flemming: Bosch unterhält als globaler Technologieanbieter Lieferbeziehungen mit Unternehmen und Dienstleistern in rund 60 Ländern der Erde. Mit weitreichender Standardisierung unserer Stammdaten und Prozesse im Lieferantenmanagement sind wir in der Lage, unterschiedliche regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Die Digitalisierung hilft uns einerseits, im Interesse wettbewerbsfähiger Preise administrative Mehraufwände in den Lieferketten wo immer möglich abzufedern. Andererseits erleichtert es uns, Berichtspflichten nachzukommen und Nachhaltigkeitsziele in den Lieferketten zu verfolgen. Zum Beispiel entwickeln wir Lieferanten weiter, die von Qualitätsstandards abweichen oder prüfen risikoabhängig die Einhaltung von Umweltschutzvorgaben und Menschenrechten. Bei der Senkung von CO 2 -Emissionen wirken unsere Anforderungen als Hersteller und Zulieferer wiederum auf Tausende unserer Lieferanten und Vorlieferanten – gemeinsam vervielfachen wir damit den Beitrag zum Klimaschutz. Was sind die neuesten Trends und Entwicklungen in Einkauf und Logistik bei Bosch? Flemming: Wir bauen den Einsatz von generativer KI aus, um zum Beispiel die automatisierte Planung für unsere Lieferketten weiter zu stärken. Damit können wir etwa durch selbstlernende Systeme äußere Marktfaktoren viel besser in die Nachfrageplanung unserer Kunden einbeziehen. Auch erproben wir humanoide Roboter in Verbindung mit SAP-Prozessen in der Lagerverwaltung. Im Supply Chain Management von Bosch spielt die automatisierte Planung damit weiterhin eine Schlüsselrolle. Bei äußeren Einflüssen wie etwa Flutschäden bei Lieferanten oder Materialengpässen am Markt wollen wir noch besser und ergebniswirksamer handeln können. KI erleichtert uns zudem bereits in der Beschaffungsphase die Prognose von Qualitätsfehlern und deren Vermeidung – bevor sie überhaupt auftreten können. Bei unseren Abläufen setzen wir konsequent auf funktionsübergreifende End-to-End-Prozesse, die wir ständig weiterentwickeln. Ein weiteres wichtiges Element ist ein durchgängiger, elektronischer Datenaustausch – zum Beispiel beginnend bei unseren Lieferanten mittels unserer Digitalplattformen über unsere Werke bis hin zu unseren Kunden. Dr. Arne Flemming ist Leiter Supply Chain Management bei Bosch. In dieser Funktion verantwortet er die Lieferkettensteuerung der Bosch-Gruppe mit weltweit rund 38 000 Mitarbeitenden in den Teilbereichen Einkauf und Logistik.

Strategie 2030: Bosch spielt Innovationskraft aus

16.04.2026

Pressemeldung

Wirtschaft

Strategie 2030: Bosch spielt Innovationskraft aus

Stuttgart / Renningen – Die Bosch-Gruppe will im Geschäftsjahr 2026 angesichts geopolitischer Spannungen und Handelsbarrieren mit voller Innovationskraft die Wachstumsperspektiven in seinen Weltmärkten nutzen. Die dafür notwendigen Vorleistungen für Zukunftsfelder sollen das hohe Niveau der Vorjahre erreichen. In Forschung, Entwicklung und Sachanlagen investierte Bosch allein 2025 rund zwölf Milliarden Euro. Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen plant für 2026 ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent und eine operative EBIT-Rendite auf vier bis sechs Prozent. „Als globaler Technologieführer gestalten wir engagiert die Trends Automatisierung, Digitalisierung, Elektrifizierung und künstliche Intelligenz und schaffen damit auch die Voraussetzungen für profitables Wachstum unseres Geschäfts“, sagte Stefan Hartung , Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, anlässlich der Bilanzvorlage. „Eine wichtige Voraussetzung hierfür sind auch die kostensenkenden Effekte unserer bereits eingeleiteten Strukturmaßnahmen und Innovationen in allen Geschäftsfeldern.“ Bei der Innovationskraft zählt Bosch zu den stärksten Industrieunternehmen weltweit und ist einer der größten Patentanmelder in Europa. Bosch meldete 2025 rund 6 300 Patente an und lag in Deutschland erneut auf dem Spitzenplatz. Trotz erheblicher Herausforderungen konnte Bosch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 mit 91,0 Milliarden Euro einen Umsatz leicht über Vorjahr erzielen (2024: 90,3 Milliarden Euro). Wechselkursbereinigt ergab sich ein Anstieg von 4,1 Prozent. Die operative EBIT-Rendite von zwei Prozent lag unter dem Vorjahreswert (2024: 3,5 Prozent). Notwendige Struktur- und Personalanpassungen zur Steigerung der Zukunftsfähigkeit belasteten das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro in Form von Rückstellungen erheblich.Strategie 2030: Innovation und Differenzierung stärken Wachstum Eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung im widrigen Umfeld der Weltwirtschaft erfordert ein wettbewerbsfähiges Kostenniveau des Unternehmens. Mit dem Abschluss der Gespräche mit den Arbeitsnehmervertretern über den erforderlichen Stellenabbau an allen betroffenen deutschen Mobility-Standorten verbessert Bosch angesichts steigenden Preisdrucks seine künftige Wettbewerbsposition. „Die Verhandlungen waren nicht einfach, aber auf beiden Seiten von hohem Verantwortungsbewusstsein geprägt“, erklärte Hartung. „Die beschlossenen Maßnahmen setzen wir jetzt so schnell und konsequent wie nötig, aber auch so sozialverträglich wie möglich um.“ In der Automobilbranche setze China derzeit die Standards beim Preisniveau. Den Ausbau der Innovationsführerschaft sieht der Bosch-Chef daher als zentralen Erfolgsfaktor, um das Geschäft insbesondere im Automobilmarkt auszubauen und die Strategie 2030 umzusetzen. Demnach will Bosch unter anderem zu den drei führenden Anbietern in seinen wesentlichen Märkten gehören. Handelsschranken und unterschiedliche Nutzererwartungen sind derzeit herausfordernd, aber zugleich eine Chance für regional angepasste Lösungen. „Im internationalen Wettbewerb geht es nicht nur um Kosten, sondern vor allem auch um Differenzierung“, verdeutlichte Hartung mit Blick auf die globale Aufstellung von Bosch, die er als Wettbewerbsvorteil sieht. „Wir können Angebote und Lieferketten an regionale Gegebenheiten anpassen und liefern zugleich Weltniveau.“ Geschäftsausblick 2026: Finanzierung der Zukunftsfelder erwirtschaften Für das laufende Geschäftsjahr setzt sich aus Sicht von Bosch die schwache konjunkturelle Entwicklung des Jahres 2025 fort. Hohe Unsicherheiten vor allem durch geopolitische Entwicklungen mit den noch nicht abschätzbaren Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten dürften Inflation und globale Wirtschaftsleistung weiter beeinträchtigen. Zudem bleibt ein anhaltend hoher Preis- und Wettbewerbsdruck. Dennoch konnte Bosch im ersten Quartal des Jahres den Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau halten und wechselkursbereinigt um rund fünf Prozent steigern. Für die Weltwirtschaft erwartet Bosch nur ein moderates Wachstum auf dem Niveau der Vorjahre. „Das Fundament für profitables Wachstum ist unsere Wettbewerbsfähigkeit – deshalb wollen wir sie mit Nachdruck weiter steigern“, sagte Markus Forschner , Geschäftsführer und Finanzchef der Robert Bosch GmbH. „Das stärkt unsere Robustheit gegenüber künftigen Herausforderungen und fördert zugleich die Investitionskraft für unsere Zukunft.“ Für strategische Chancen und finanzielle Vorsorge erweitert Bosch seine Spielräume entsprechend: Um künftig unterjährig flexibler Finanzinstrumente wie Anleihen begeben zu können, veröffentlicht das Unternehmen erstmals zum Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres einen Konzernzwischenabschluss und einen Konzernzwischenlagebericht. Forschner dazu: „Das verbessert unsere Kapitalmarktfähigkeit, auch wenn wir selbst bereits über eine hohe Eigenfinanzkraft verfügen.“ Innovationsfeld Sensorik: Automatisierung und Robotik sichern Absatz Bosch bringt bei Mikroelektronik und Sensorik zahlreiche Innovationen voran und erwartet mit seiner konsequenten Ausrichtung auf „Technik fürs Leben“ erhebliche Wachstumsimpulse. Der globale Markt für Sensoren könnte laut Experten schon bis 2031 mehr als 440 Milliarden US-Dollar erreichen. Bosch profitiert dabei von steigenden Einsatzmöglichkeiten: Bosch-Sensoren spielen immer häufiger in der Robotik eine entscheidende Rolle. Die Sensorplattform „BMI5“ erzeugt zum Beispiel künstliche Umgebungen äußerst realistisch und hilft Robotern auch unter schwierigen Bedingungen, den richtigen Weg zu finden. Mit dieser bislang leistungsfähigsten Sensorlösung sieht sich Bosch für ein stark wachsendes Segment gut aufgestellt. Im Bereich des automatisierten Fahrens gelten Inertialsensoren als Schlüsselkomponenten der Zukunft und sorgen für zusätzliches Absatzpotenzial: Damit behalten Autos auch dann die volle Orientierung, wenn Kamera- oder GPS-Signale nicht verfügbar sind. „Diese Sensoren funktionieren für ein automatisiertes Auto etwa so wie der Gleichgewichtssinn im Innenohr des Menschen“, erläuterte Hartung. Analysten zufolge soll sich der Markt für intelligente Sensoren in automobilen Anwendungen bis Mitte der nächsten Dekade auf mehr als 80 Milliarden US-Dollar nahezu verdoppeln. Innovationsfeld Mobilität: Algorithmen und Antriebe stärken Wachstum Bosch erwartet für den Markt mit Automobilsoftware bis 2030 ein Volumen von rund 200 Milliarden Euro. Bosch-Chef Hartung sieht damit in der softwaredefinierten Mobilität große Wachstumschancen. „Bosch ist auf diesem Gebiet ganz vorne mit dabei – und rückt die KI jetzt wortwörtlich ins Blickfeld des Fahrers oder der Fahrerin“, verdeutlichte Hartung. Die neue „Bosch AI Extension Platform“ ist ein KI-fähiger Hochleistungsrechner, der in Verbindung mit einer „Interior Sensing“-Lösung das Autofahren zu einem hochpersonalisierten Erlebnis macht. „Das Fahrzeug erkennt, wer am Steuer sitzt und ob noch weitere Passagiere an Bord sind – und stellt vom Außenspiegel über das Fahrverhalten bis hin zur optimierten Airbag-Auslösung im Unglücksfall alles ein.“ Auch bei intelligenten Fahrerassistenzlösungen sorgen Produktinnovationen für neues Geschäft über alle Weltregionen hinweg: Zusammen mit Sensortechnologien und zentralen Fahrzeugrechnern hat sich Bosch 2025 Aufträge im Wert von zehn Milliarden Euro gesichert. „Natürlich brauchen die Autos der Zukunft nicht nur Algorithmen, sondern auch Antriebe“, erklärte Hartung hinsichtlich des wachsenden Geschäfts mit der Elektromobilität. „Allein in diesem Jahr werden wir mehr als sieben Millionen Lösungen und Komponenten für das elektrische Fahren ausliefern.“ Erst vor wenigen Wochen hat Bosch mit Tata AutoComp Systems in Indien ein Gemeinschaftsunternehmen angekündigt. Es soll sich ab Mitte des Jahres auf die Entwicklung, Fertigung sowie den Vertrieb von E-Achsen und -Motoren im indischen Markt konzentrieren. Innovationsfeld Konsumgüter und Service: KI treibt das Geschäft voran KI sorgt auch für wesentliche Wachstumschancen im Service- und Produktgeschäft. Neues Absatzpotenzial sichert zum Beispiel dem Geschäftsbereich BSH Hausgeräte ein neues Backofenmodell mit KI-basierter Sprachfunktion. Es braucht weder externe Lautsprecher noch zusätzliche Apps. Insgesamt soll das weltweite Geschäft mit Haushaltsgeräten im Luxus- und Premiumsegment weiter zulegen, regional vor allem auch in Nordamerika. Für 2030 schätzen Marktexperten den globalen Absatz an Haushaltsgeräten auf rund fünf Milliarden Einheiten. Der Einsatz von KI sorgt auch im Geschäftsbereich Power Tools für Produktinnovationen. Seit Jahresbeginn sind die ersten 30 Geräte aus der Produktlinie Expert auf dem Markt, die neue Maßstäbe für professionelle Elektrowerkzeuge setzen. Darunter ist auch ein neuer Wandscanner, der Objekte in verschiedenen Wandtypen lokalisiert und erstmals Bosch-Radartechnologie in Kombination mit KI-Objektdetektion verwendet. Auch das Service-Geschäft von Bosch profitiert von KI: Der Geschäftsbereich Bosch Global Service Solutions erwartet auch durch KI-basierte Anwendungen ein durchschnittlich zweistelliges Umsatzwachstum bis 2030. Das Serviceportfolio umfasst Lösungen für digitale Mobilitätsdienste wie eCall oder Pannenhilfe und Angebote zum Beispiel für Flottenbetreiber und Logistikanbieter. Geschäftsjahr 2025: Stabile Finanzkraft, Liquidität und F&E-Quote Bosch erzielte 2025 einen positiven Free-Cash-Flow von rund 300 Millionen Euro (2024: rund 900 Millionen Euro). Die F&E-Quote erreichte 8,7 Prozent vom Umsatz (2024: 8,6 Prozent). Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung lagen bei 7,9 Milliarden Euro. „Bosch ist bereit, auch in schwierigen Zeiten hohe finanzielle Vorleistungen zu erbringen“, verdeutlichte Forschner. „Die Investitionen in Sachanlagen blieben weiterhin auf hohem Niveau.“ Erhebliche Vorleistungen habe Bosch im Schwerpunkt etwa bei Elektromobilität, Halbleitern und modernen Bremsregelanlagen aufgebracht. Mit 41,6 Prozent blieb auch die Eigenkapitalquote auf einem hohen Stand (2024: 44,3 Prozent). Die Bosch-Gruppe verfügt unverändert über eine solide Finanzkraft, auch wenn die Liquidität gemäß Kapitalflussrechnung auf 7,4 Milliarden Euro (2024: 8,2 Milliarden Euro) zurück ging. Geschäftsjahr 2025: Entwicklung nach Unternehmensbereichen Die Umsatzentwicklung in den Unternehmensbereichen bremsten sowohl die verhaltene Konjunktur in den Fokusmärkten als auch negative Währungseffekte. Der Unternehmensbereich Mobility erreichte mit 55,8 Milliarden Euro ein Umsatzplus von 0,1 Prozent. Wechselkursbereinigt ist das ein Anstieg von 2,9 Prozent. Die operative EBIT-Rendite lag bei 1,8 Prozent (2024: 3,8 Prozent). Im Unternehmensbereich Industrial Technology stiegen die Erlöse um 0,1 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro. Wechselkursbereinigt betrug der Anstieg 2,4 Prozent. Wesentlich dafür war die rückläufige Entwicklung auf dem nordamerikanischen Markt. Die EBIT-Rendite stieg auf 3,5 Prozent (2024: 1,2 Prozent). Im Unternehmensbereich Consumer Goods lag der Umsatz mit 19,9 Milliarden Euro 1,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Wechselkursbereinigt erhöhten sich die Erlöse hingegen um 4,1 Prozent. Das Konsumgütergeschäft hatte insbesondere unter fehlenden Impulsen aus der Bauindustrie in China und den USA zu leiden. Die operative EBIT-Rendite erreichte 3,0 Prozent (2024: 3,5 Prozent). Der Unternehmensbereich Energy and Building Technology erzielte einen Umsatz von 8,5 Milliarden Euro. Dies ist ein Plus von 13,0 Prozent und ein wechselkursbereinigter Zuwachs von 15,6 Prozent. Die operative EBIT-Rendite betrug 0,5 Prozent (2024: 4,9 Prozent). Diese war stark beeinflusst durch Einmalkosten aus Zu- und Verkaufsaktivitäten. Geschäftsjahr 2025: Entwicklung nach Regionen Während der Umsatz in Europa leicht rückläufig war, verzeichnete Bosch in den anderen Weltregionen leichte Zuwächse. In Europa lag der Umsatz mit 44,2 Milliarden Euro 0,6 Prozent unter Vorjahr – wechselkursbereinigt stieg er um 1,5 Prozent. In Amerika erhöhte sich der Umsatz um 3,8 Prozent auf 18,5 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt um 9,3 Prozent. In Asien-Pazifik legten die Erlöse um 0,7 Prozent auf 28,3 Milliarden Euro zu. Die Wachstumsrate betrug wechselkursbereinigt deutliche 5,0 Prozent. Geschäftsjahr 2025: Entwicklung der Beschäftigtenzahl Die Gesamtzahl der weltweit Beschäftigten in der Bosch-Gruppe lag zum Jahresende 2025 bei 412 774 Menschen (2024: 417 859). Das entspricht einem Rückgang von rund einem Prozent (5 085 Beschäftigte). Dieser wirkte sich am stärksten auf den Unternehmensbereich Mobility und regional auf Deutschland aus.