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CES 2020: Bosch setzt Maßstäbe bei künstlicher Intelligenz

06.01.2020

Pressemeldung

Wirtschaft

CES 2020: Bosch setzt Maßstäbe bei künstlicher Intelligenz

Las Vegas – Egal ob beim automatisierten Fahren, im Smart Home oder in der Produktion: Künstliche Intelligenz (KI) ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Bosch setzt KI und das Internet der Dinge (IoT) ein, um das Leben für den Menschen zu erleichtern und so sicher wie möglich zu gestalten. Das Motto des Technologie- und Dienstleistungsunternehmens lautet hier: „Beneficial AI. Building trust together“. Der Fokus liegt auf robuster und sicherer KI zur Herstellung von smarten Produkten. Wie diese aussehen, zeigt Bosch auf der diesjährigen CES. So feiert auf der weltgrößten Messe für Konsumelektronik der Virtual Visor, eine KI-basierte, digitale Fahrzeugsonnenblende von Bosch Weltpremiere. Das Produkt hat ebenso einen CES® Innovation Award gewonnen wie Boschs 3D-Display fürs Auto.Zu den weiteren KI-Highlights des Unternehmens auf der Messe zählen eine Anwendung für die vorausschauende Wartung der Raumstation ISS, ein System zum Beobachten des Fahrzeuginnenraums sowie eine smarte Plattform für die medizinische Diagnose. „Die Lösungen, die wir auf der CES zeigen, verdeutlichen: Bosch will auch im Bereich der KI zum Innovationsführer werden“, sagt Bosch-Geschäftsführer Michael Bolle. „Ab 2025 enthält jedes Bosch-Produkt künstliche Intelligenz oder wurde mit ihrer Hilfe entwickelt beziehungsweise produziert.“ Das weltweite Marktvolumen für KI-Anwendungen soll in diesem Zeitraum bei rund 120 Milliarden US-Dollar liegen. Das ist zwölf Mal so viel wie 2018 (Quelle: Tractica ). Ein Potenzial, das Bosch nutzen will: Schon heute investiert das Unternehmen jedes Jahr 3,7 Milliarden Euro in die Software-Entwicklung und beschäftigt derzeit bereits mehr als 30 000 Software-Entwickler. 1 000 Mitarbeiter beschäftigen sich bei Bosch mit KI. Darüber hinaus hat Bosch ein umfangreiches Schulungsprogramm ins Leben gerufen: „Innerhalb der kommenden zwei Jahre werden wir annähernd 20 000 Mitarbeiter fit für KI machen“, erklärt Bolle. „Wir müssen nicht nur in die künstliche, sondern auch in menschliche Intelligenz investieren.“ Das Programm beinhaltet Trainingsformate für Führungskräfte, Entwicklungsingenieure und KI-Entwickler auf drei unterschiedlichen Niveaus und schließt Leitlinien für den verantwortungsvollen Umgang mit KI ein. Hierfür hat Bosch einen eigenen KI-Kodex erarbeitet, der die Fragen nach KI-Sicherheit und -Ethik aufgreift. Das Unternehmen will damit und mit seinem Know-how Vertrauen schaffen, bei Kunden wie bei Partnern: „Wer sowohl technische als auch ethische Prinzipien verinnerlicht hat, weiß, welchen Stellenwert Datensicherheit und -hoheit haben“, ist Bolle überzeugt. „Vertrauen ist sozusagen die Produktqualität der digitalen Welt.“Kompetenz rettet Leben Eine zentrale Kernkompetenz der Zukunft sieht Bosch in der industriellen Anwendung künstlicher Intelligenz. „Uns geht es mit künstlicher Intelligenz nicht darum, den Menschen zu modellieren, sondern die Technik zum Nutzen des Menschen zu optimieren“, betont Bolle. „Industrielle KI muss daher sicher, robust und erklärbar sein.“ Dabei soll laut Bosch der Mensch stets die Kontrolle behalten, egal ob auf der Straße, zu Hause oder in der Industrie. Dass der Mensch von zuverlässigen Maschinen profitiert, hat das Unternehmen bereits in der Vergangenheit als Pionier in der Entwicklung von lebensrettenden Fahrsicherheitssystemen wie ABS, ESP oder dem Airbag-Steuergerät bewiesen. Mit KI lassen sich auch Fahrerassistenzsysteme noch effizienter und intelligenter machen: Wenn etwa die KI-Kamera von Bosch fürs automatisierte Fahren auch teilweise verdeckte Fußgänger erkennt, kann der automatische Notbremsassistent noch zuverlässiger reagieren. Aus „Technik fürs Leben“ wird bei Bosch lernende Technik fürs Leben.Bosch investiert 100 Millionen Euro in KI-Campus Innovationen bedürfen Investitionen. Neben Aufwendungen für die Software-Entwicklung investiert Bosch weltweit in Köpfe und Kompetenzzentren. So stellt das Unternehmen 100 Millionen Euro für den Bau eines neuen KI-Campus in Tübingen, Deutschland, bereit. Der Bezug des neuen Forschungskomplexes ist für Ende 2022 angedacht. Dieser wird dann rund 700 KI-Experten Raum für den kreativen und produktiven Austausch bieten. Die Experten stammen dabei von Bosch, von externen Start-ups sowie von öffentlichen Forschungseinrichtungen. Der neue Campus soll den Experten-Austausch im Cyber Valley stärken. „Gemeinsam Vertrauen schaffen“ wird hier gelebt werden. Bosch ist Gründungsmitglied des 2016 ins Leben gerufenen Cyber Valley . In dieser Forschungskooperation bündeln Partner aus Industrie, Wissenschaft und Politik die Kräfte, um die KI-Forschung voranzutreiben und Erkenntnisse der Grundlagenforschung rasch in konkrete industrielle Anwendungen zu überführen. Zudem unterhält Bosch im Rahmen seines Bosch Center for Artificial Intelligence (BCAI) weltweit sieben Standorte – unter anderem in den USA in Sunnyvale, Kalifornien, und in Pittsburgh, Pennsylvania. Im BCAI arbeiten derzeit insgesamt rund 250 KI-Spezialisten an mehr als 150 Projekten aus den Bereichen Mobilität, Produktion, Smart Home und Landwirtschaft.Weltneuheit Virtual Visor stammt aus den USA Die kreativen KI-Köpfe bei Bosch entwickeln Produktinnovationen für die Bereiche Mobility, Smart Home oder Industrie 4.0. Die KI-Weltneuheit aus dem Fahrzeugbereich, mit der das Unternehmen in Las Vegas Weltpremiere feiert, stammt aus den USA: Der Virtual Visor ist eine transparente digitale Sonnenblende. Ein durchsichtiges LCD-Display wird mit der Insassenbeobachtungskamera verbunden, die die Position der Augen des Fahrers erkennt. Anhand intelligenter Algorithmen wertet die virtuelle Sonnenblende diese Informationen aus und verdunkelt auf dem Display ausschließlich den Teilbereich, in dem die Sonne den Fahrer blenden würden. Der Virtual Visor hat beim CES® Best of Innovation Award die höchste Punktzahl in seiner Kategorie gewonnen. Gleiches gilt für das neue 3D-Display von Bosch. Es erzeugt mithilfe einer passiven 3D-Technik einen real empfundenen dreidimensionalen Effekt von Bildern und Warnsignalen. Dadurch lassen sich Informationen schneller erfassen als auf herkömmlichen Bildschirmen. Die Verkehrssicherheit steigt. Zusätzliche Sicherheit bietet auch das neue System zur Innenraumbeobachtung von Fahrzeugen. Wenn der Fahrer müde ist oder seinen Blick aufs Smartphone abwendet, erkennt dies das System anhand der Bewegung der Augenlider, der Blickrichtung und der Kopfhaltung – und warnt ihn vor kritischen Situationen. Darüber hinaus erfasst es den Fahrzeuginnenraum und stellt fest, wie viele Fahrgäste sich an Bord befinden, wo und in welcher Position sie sitzen. So können Sicherheitssysteme wie Airbags im Notfall optimal ausgelöst werden. Mit Fahrerassistenzsystemen hat Bosch seinen Umsatz 2019 um zwölf Prozent auf rund zwei Milliarden Euro gesteigert. Sie ebnen den Weg zum automatisierten Fahren. Sind Fahrzeuge in Zukunft auf Teilstrecken wie der Autobahn teilautomatisiert unterwegs, wird die Fahrerbeobachtung zum unverzichtbaren Begleiter: Die Kamera achtet darauf, dass der Fahrer das Steuer jederzeit wieder sicher übernehmen kann. Bis 2022 wird das Unternehmen für das automatisierte Fahren rund vier Milliarden Euro aufwenden und mehr als 5 000 Ingenieure beschäftigen. Um das Portfolio in diesem Bereich sensortechnisch zu vervollständigen, steigt Bosch in die Serienentwicklung von Lidarsensoren ein. Neben Radar und Kamera bilden sie die unabdingbare dritte Sensortechnik. Als Fernbereichslidar erkennt der Bosch-Sensor auch nichtmetallische Objekte in großer Entfernung wie beispielsweise Steine auf der Straße.Bosch-KI kommt im Weltall und in der Medizin zum Einsatz Hoch hinaus will das Unternehmen mit seinem Sensorsystem SoundSee, das bereits Ende 2019 ins All geschickt wurde. Dieses wird vom autonom fliegenden NASA-Roboter Astrobee aus in der Raumstation ISS ungewöhnliche Geräusche herausfiltern, mithilfe von KI-Algorithmen analysieren und signalisieren, wann eine Wartung erforderlich ist. Die Audio-Dateien werden ab Frühjahr 2020 an eine von der NASA spezifizierte Bodenkontrollstation im Bosch-Forschungszentrum Pittsburgh gesendet. SoundSee, das kaum größer als eine Brotdose ist, wurde in den USA zusammen mit Astrobotic im Rahmen einer NASA-Forschungskooperation entwickelt.Ganz erdverbunden aber nicht weniger innovativ zeigt sich Vivalution – eine smarte Plattform, die bei der medizinischen Diagnose unterstützt. Vivalution kann die Proben von Blut und anderen Körperflüssigkeiten mikroskopisch vergrößern und digital abbilden sowie mithilfe von künstlicher Intelligenz analysieren. Es ist in der Lage, Unregelmäßigkeiten in Zellen schnell und präzise zu erkennen und Ärzte bei Auswertung und Diagnose zu unterstützen.Smartglasses Light Drive macht alltägliche Brillen smart Auch jenseits von KI-Anwendungen zeigt Bosch auf der CES zahlreiche Neuheiten. Beispielsweise mit dem Smartglasses Light Drive System , der weltweit ersten sensorbasierten Lösung, die es ermöglicht, eine alltägliche Brille smart zu machen. Sie ist gut ein Drittel schmaler als auf dem Markt befindliche Lösungen und wiegt weniger als zehn Gramm. Die gestochen scharfen Bilder, die selbst bei direkter Sonneneinstrahlung gut erkennbar ins Sichtfeld projiziert werden, reichen von Navigationsinformationen und Textnachrichten über Kalendereinträge bis zu Betriebsanleitungen – je nachdem welche Informationen vom Smartphone oder der Smartwatch empfangen werden. Mit dem Technologieträger IoT Shuttle zeigt Bosch auf der CES, welche Lösungen das Unternehmen Automobilherstellern und Mobility Service Providern für die Elektrifizierung, Automatisierung, Vernetzung und Personalisierung von Shuttlefahrzeugen anbietet. Das Angebot umfasst neben Komponenten nahtlos vernetzte Mobilitätsdienste. Mit diesen können Betreiber ihre Flottenfahrzeuge flexibel einsetzen, verwalten, laden und warten sowie jede Fahrt sicher machen. Auf dem Bosch-Stand zu sehen sind außerdem verbesserte Antriebs- und Sensortechniken für die vernetzte und emissionsfreie Mobilität der Zukunft.Aus der Küche ins ganze Haus: Erweitertes Angebot für das Residential IoT Bosch vergrößert sein Service-Angebot für das Residential IoT, also das Internet der Dinge für den gesamten privaten Wohnbereich. Highlight ist hier die offene Plattform Home Connect, die auf der CES präsentiert wird. Von Mitte 2020 an lassen sich auch Beleuchtung und Beschattung, Entertainment oder Smart Gardening herstellerübergreifend über eine App steuern. Die Zahl der Partnerunternehmen liegt derzeit bei 40 und soll sich mehr als verdoppeln. Damit will Bosch das Leben zu Hause noch komfortabler und effizienter machen.Intelligente Technik schützt das Klima Die Klammer um innovative Produkte bildet das unternehmerische Handeln von Bosch. „Wir wollen ökonomische, ökologische und soziale Verantwortung in Einklang bringen.“ Ein großes Anliegen ist dabei auch der Klimaschutz. „Bosch entwickelt nicht nur umweltfreundliche Lösungen, sondern geht selbst mit gutem Beispiel voran“, erklärt Bolle. „Bis Ende 2020 werden alle unsere 400 Standorte weltweit klimaneutral gestellt sein und von der Entwicklung über die Produktion bis zur Verwaltung keinen CO2-Fußabdruck mehr hinterlassen. Für die deutschen Standorte haben wir das bereits realisiert.“ Auch hierfür kommt künstliche Intelligenz zum Einsatz: An einzelnen Standorten nutzt beispielsweise eine unternehmenseigene Energieplattform intelligente Algorithmen, um Abweichungen im Energieverbrauch zu identifizieren. Allein dadurch konnte in einigen Produktionswerken der CO2-Ausstoß innerhalb der vergangen zwei Jahre um mehr als zehn Prozent gesenkt werden. Hält man sich vor Augen, dass Bosch insgesamt 270 solcher Werke betreibt, lässt sich das enorme Einsparpotenzial erahnen. Bolle: „Und so zeigt der Auftritt auf der CES: Bosch hat mit KI in vielfacher Hinsicht Großes vor.“

Beneficial AI – Gemeinsam digitales Vertrauen aufbauen

06.01.2020

Referat

Wirtschaft

Beneficial AI – Gemeinsam digitales Vertrauen aufbauen

Dr. Michael Bolle, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, und Mike Mansuetti, President von Bosch in Nordamerika, anlässlich der Consumer Electronics Show in Las Vegas am 6. Januar 2020Es gilt das gesprochene Wort. Übersetzung aus dem Amerikanischen.2001: Odyssee im Weltraum. Terminator. Matrix. Ex Machina. Das klingt wie eine Liste unserer Lieblingsfilme. Tatsächlich haben all diese Filme etwas gemeinsam.Sie spielen alle in einer Zukunft, in der Maschinen gelernt haben, selbst zu denken – mit katastrophalen Folgen für die Menschheit. Ob sie uns manipulieren, versklaven oder ersetzen – die Botschaft dieser Filme ist immer die gleiche: Mit der Entwicklung künstlicher Intelligenz öffnen wir die Büchse der Pandora. Seit Jahrzehnten kommen Filme, in denen KI das Böse verkörpert, beim Kinopublikum gut an. Auch ich bin ein Anhänger von Science-Fiction. Doch nun ist die Zeit gekommen, sich mit dem wahren Potenzial dieser Technologie auseinanderzusetzen, dem Potenzial, echten Mehrwert für real existierende Menschen zu schaffen. „Wie können wir künstliche Intelligenz zu unserem Vorteil nutzen? Wie können wir damit unsere menschliche Intelligenz ergänzen?“ Das sind zwei der großen Fragen, mit denen sich die diesjährige CES befasst. Wie lautet unsere Antwort? Künstliche Intelligenz hat nichts mehr mit Science-Fiction zu tun – sie ist bereits fester Bestandteil unseres Alltags. Sie verändert unsere Art zu fahren, zu arbeiten, zu lernen, einzukaufen und zu reisen fundamental. Bei Bosch wird sie auch zunehmend Bestandteil der Produkte, die wir herstellen – Produkte, die uns helfen und unterstützen und uns das Leben insgesamt erleichtern. Ob in der Produktion, im Smart Home oder beim automatisierten Fahren: Uns geht es immer darum, KI für die Menschen sicher, robust und nachvollziehbar zu machen, getreu unserem Motto „Technik fürs Leben“. Die Arbeitswelt steht nicht nur vor einem technischen Wandel, sondern auch vor einem deutlichen Facharbeitermangel. Auch vor diesem Hintergrund gewinnt die Zusammenarbeit von Menschen und Maschinen an Bedeutung. Für Bosch steht dies außer Frage. In diesem Sinne versuchen wir, die digitale Transformation mit gezielten Schulungsmaßnahmen zu gestalten, wir investieren in die Qualifikation unserer Mitarbeiter ebenso wie in die Intelligenz unserer Produkte und Maschinen. Als Gesellschaft müssen wir lernen, mit einer Technologie umzugehen, die ihrerseits lernt. Das erreichen wir zum Beispiel, indem wir verstärkt in unsere eigene Bildung investieren – und genau das tun wir. Mit einem groß angelegten Qualifizierungsprogramm wollen wir in den nächsten zwei Jahren nahezu 20000 Mitarbeiter fit für die KI-Zukunft machen – dazu später mehr. Doch geht der gesellschaftliche Nutzen von KI weit über Alltag und Arbeitswelt hinaus. So birgt künstliche Intelligenz auch für Umwelt- und Klimaschutz enormes Potenzial. Dieses Potenzial möchten wir heben, um unser Ziel einer Balance zwischen ökonomischer, ökologischer und sozialer Verantwortung zu erfüllen. Ende 2019 sind alle unsere Standorte in Deutschland klimaneutral geworden. Und bis Ende dieses Jahres werden alle 400 Bosch-Standorte weltweit vollständig klimaneutral sein. Damit ist Bosch das erste große Industrieunternehmen, das dieses ehrgeizige Ziel in nur gut einem Jahr realisiert haben wird. Das schaffen wir auch mit Hilfe unserer eigenen Lösungen: Schon jetzt nutzt zum Beispiel unsere eigene Energieplattform intelligente Algorithmen, um den Energieverbrauch in der Produktion zu überwachen. Abweichungen im Energieverbrauch einzelner Maschinenwerden rasch erkannt und Lastspitzen aufgefangen. Allein dadurch konnten wir den Kohlendioxidausstoß in einigen Werken binnen zwei Jahren um mehr als zehn Prozent verringern. Für ein Unternehmen mit 270 Produktionsstandorten liegt hier ein enormes Einsparpotenzial. Dieser Erfolg hat uns dazu veranlasst, die Energieplattform extern zu vermarkten. Und das ist längst nicht alles: Mit KI werden wir den Energieverbrauch auch langfristig prognostizieren und reduzieren können.KI schafft Märkte, aber ohne digitales Vertrauen ist alles nichts Dieses Beispiel verdeutlicht, dass in der künstlichen Intelligenz auch ein erhebliches wirtschaftliches Potenzial steckt, wie auch eine Vielzahl unterschiedlicher Studien belegt. So wird zum Beispiel in großen Volkswirtschaften auf der ganzen Welt eine erhebliche Steigerung des Bruttoinlandsprodukts durch KI erwartet – PwC geht von einem Anstieg von 15 Prozent alleine in Nordamerika aus. Gleichzeitig werde sich der Umsatz mit KI-Anwendungen rund um den Globus bis 2025 gegenüber 2018 verzwölffachen – auf knapp 120 Milliarden Dollar. Und das Weltwirtschaftsforum prognostiziert, dass durch KI zwar weltweit Arbeitsplätze verloren gehen, aber auch neue geschaffen werden, so dass bis 2022 mit einem Nettozuwachs von fast 60 Millionen neuen Arbeitsplätzen zu rechnen ist. Wie bereits erwähnt, wird es sich dabei um Aufgaben handeln, für die ganz neue Kompetenzen erforderlich sein werden. Umschulung und Weiterbildung werden daher ein wichtiges Thema sein. Künstliche Intelligenz – das ist unbestritten – wird enorme Auswirkungen haben. Wir müssen den Nutzen von KI für die Menschen nachvollziehbar machen – und, was noch wichtiger ist, digitales Vertrauen aufbauen. Unser CES-Motto bringt es auf den Punkt: „Beneficial AI. Building trust together.“ Damit KI eine Erfolgsgeschichte wird, geht Bosch zwei Wege. Zum einen schaffen wir die technischen Voraussetzungen, entwickeln Lösungen und erschließen neue Geschäftsfelder mit Hilfe unserer Innovationen. Zum anderen wollen wir die Gesellschaft vom Nutzen der KI überzeugen, indem wir mittels KI unsere strategische Verpflichtung erfüllen, kreative „Technik fürs Leben“ zu entwickeln. Schließlich sind es unsere Ingenieure, denen wir lebensrettende Erfindungen zu verdanken haben, wie die elektronische Stabilitätskontrolle, Airbag-Steuergeräte sowie Antiblockiersysteme für sämtliche Fahrzeugklassen vom Auto über das Motorrad bis hin zum eBike. Das verstehen wir unter „Technik fürs Leben“ – und genau das gilt auch für unsere Arbeit mit KI. Auch sie wird zum Beispiel in automatisierten Fahrzeugen Leben schützen, aber dazu später mehr.Verantwortung wird konkret, mit Ethik für die KI-Entwickler Wir nehmen unternehmerische Verantwortung ernst, an ihr richten wir unsere Herangehensweise an neue Technologien wie künstliche Intelligenz aus. In der digitalen Welt ist dabei Vertrauen maßgeblich. Denn Vertrauen entscheidet über den Erfolg unseres digitalen Geschäfts, genauso wie unser klassisches Geschäft mit Produktqualität steht und fällt. Wir müssen beides entwickeln: KI, aber auch Vertrauen in KI, denn ohne dieses wird sich künstliche Intelligenz langfristig nicht durchsetzen. Aber wie lässt sich dieses Vertrauen gewinnen? Indem wir KI entwickeln, die sicher, robust und nachvollziehbar ist. Beim Thema Vertrauen spielen auch Datensicherheit und Datenschutz eine große Rolle – insbesondere wenn es um personenbezogene Daten geht. Diesbezüglich haben wir bei Bosch eine ganz klare Linie: Bei allen unseren smarten Produkten und Dienstleistungen haben die Nutzer vollständige Transparenz und Kontrolle über die erhobenen Daten und darüber, wer sie verwendet. Um digitales Vertrauen bei unseren Kunden und Partnern zu schaffen, haben wir uns bereits 2015 Datenschutzleitsätze für unser Geschäft imInternet of Things gegeben. Unsere IoT Principles haben wir damit schon Jahre, bevor die DSGVO als regulatorischer Standard in Europa eingeführt wurde, formuliert. Ähnliche Leitsätze erarbeiten wir derzeit für die kommenden Anwendungen der künstlichen Intelligenz: einen KI-Kodex, der ethische Leitlinien für die Entwicklung und Anwendung von KI, besonders für Zweifelsfälle und Dilemmas, festlegt. Entscheidend für die Zukunft ist, dass die Menschen die Kontrolle über KI-basierte Systeme behalten. Nehmen wir das Beispiel Fahrerassistenz: Hier wollen wir KI in unseren Systemen so implementieren, dass sie vom Fahrer stets übersteuert werden kann. Grundsätzlich wollen wir die Algorithmen unserer KI-Modelle nicht in einer „Black box“ verstecken. Die Regeln und Entscheidungsparameter müssen zumindest für Fachleute nachvollziehbar bleiben. Der KI-Ansatz von Bosch unterscheidet sich von dem der Technologiegiganten in einem wichtigen Punkt: Unser Fokus liegt auf KI-Anwendungen für Dinge. Ob es um den Notbremsassistenten im Auto oder Produktionsvorgänge im Werk geht – unsere künstliche Intelligenz erklärt Maschinen die physische Welt. Unsere neueste Kamera für automatisiertes Fahren versteht mittels KI, was sie sieht – und schließt zum Beispiel daraus, ob ein Fußgänger die Fahrbahn betreten wird oder nicht. Das Resultat ist eine verbesserte Objekterkennung, zuverlässigere automatische Notbremsungen und somit erhöhte Sicherheit. Bosch geht es darum, das Potenzial der künstlichen Intelligenz zu nutzen, um Technik und Leistung unserer Produkte und Maschinen zu optimieren. Wir nennen das industrielle KI, und damit entwickeln wir smarte Lösungen in drei Kerndomänen: Mobility, Residential und Industry. Nicht von ungefähr heben wir den Begriff „Dinge“ hervor, wenn wir über das Internet der Dinge sprechen. Es sind unsere eigenen Produkte und Maschinen, die wir vernetzen und mit Intelligenz ausstatten. Wir kennen uns mit Autos wie Verkehr, Fabriken wie Gebäuden bestens aus – wie kein anderes IT- oder auch KI-Unternehmen bringen wir ein nicht nur tiefes, sondern auch breites Domänen- und Branchenwissen mit. Wir generieren aus unserer Sensorik ein so großes Datenvolumen, dass wir daraus mit den Methoden der KI neue Services und Applikationen kreieren können. Schon bis Mitte der nächsten Dekade soll jedes unserer Erzeugnisse über künstliche Intelligenz verfügen, mit ihr entwickelt oder produziert worden sein. Letztendlich bringen wir unseren Produkten bei, Assistenten unserer Kunden und Entwickler zuwerden.Unsere Investitionen, unsere Ingenieure, unsere Innovationen Um dies zu erreichen, streben wir auch in Sachen KI-Innovationen die Weltspitze an. Auf dieses Ziel richten wir unsere Forschung und Entwicklung aus. Bosch investiert derzeit 3,7 Milliarden Euro jährlich in die Softwareentwicklung und beschäftigt rund 30000 Softwareentwickler. Das 2017 gegründete Bosch Center for Artificial Intelligence arbeitet bereits an über 150 Projekten. Es beschäftigt rund 250 KI-Spezialisten an sieben Standorten rund um den Globus, darunter zwei hier in den USA – in Pittsburgh, Pennsylvania, und Sunnyvale, Kalifornien. Unsere Forschungsteams in den USA haben eine Schlüsselrolle in unserer KI-Entwicklung, insbesondere in den Bereichen Robotik und automatisiertes Fahren. Und wir arbeiten hier nicht in einem Vakuum. Gerade wenn es um die künstliche Intelligenz geht, versteht sich ein Technologieunternehmen wie Bosch als Teil der wissenschaftlichen Community. In Deutschland sind wir zum Beispiel Gründungsmitglied der Cyber-Valley-Initiative – einer KI-Forschungsallianz aus Wissenschaft und Industrie. Wir investieren unter anderem 100 Millionen Euro in einen KI-Campus, an dem ab Ende 2022 rund 700 KI-Experten von Bosch sowie von externen Start-ups und Forschungsgruppen tätig sein werden. Hier in den USA arbeiten wir bei der KI-Forschung eng mit der Carnegie Mellon University in Pittsburgh zusammen. An dieser Universität wird seit 60 Jahren, an künstlicher Intelligenz geforscht, also seit den Anfängen der Technologie. Seither hat die Hochschule Pionierleistungen für selbstfahrende Autos, für die Gesichtserkennung oder auch die Sprachverarbeitung hervorgebracht. Unserer Meinung nach haben sowohl Industrie als auch Wissenschaft einen wichtigen Beitrag zu leisten. Und wir schätzen besonders den Wissenstransfer zwischen unseren Entwicklern dies- und jenseits des Atlantiks.SoundSee hört, was im All defekt ist – mit KI von Bosch Ein tolles Beispiel für die fruchtbare Zusammenarbeit mit einem unserer amerikanischen Partner befindet sich derzeit rund 390 Kilometer über der Erdoberfläche. Es handelt sich um das innovative KI-Sensorsystem SoundSee. Dieses kleine Gerät wird im Weltraum eine ziemlich große Rolle spielen. SoundSee ist eine Technologie zur Tiefenaudioanalytik auf der Internationalen Raumstation ISS. Mit hochempfindlichen Mikrofonen zeichnet es Geräusche der Systeme und Geräte der Raumstation auf und erkennt mittels KI potenzielle Anomalien in den Geräuschmustern. SoundSee hört also, wenn etwas in der Station defekt ist, und kann bestimmen, ob etwas repariert oder ersetzt werden muss. Dieses System haben wir zusammen mit dem Raumfahrtunternehmen Astrobotic Technology Inc. entwickelt. Im November wurde es zur ISS geschickt und wird in Kürze in den Astrobee-Roboter eingebaut. Natürlich wird das neue Sensorsystem auch ganz irdisch nützlich sein. In der Produktion lassen sich damit zum Beispiel Maschinenausfälle präziser vorhersagen, was die Wartungskosten verringert und die Produktivität steigert. An Bord der ISS kann diese Technologie jedoch auch lebensrettend sein.Virtual Visor – eine Idee aus den USA erhält die Auszeichnung „Best of Innovation“ Ein weiteres Beispiel für die Kreativität unserer amerikanischen Entwickler und ihre Fähigkeit, fachliche Grenzen zu überspringen, feiert hier auf der CES Weltpremiere. Unsere Ingenieure haben eine digitale Lösung für ein alltägliches und dabei nicht ungefährliches Problem der Autofahrer gefunden. Diese Innovation ersetzt ein knapp 100 Jahre altes Automobilprodukt: die Sonnenblende. Laut einer Studie der amerikanischen Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit (National Highway Traffic Safety Administration, NHTSA) verursacht Gegenlicht der tiefstehenden Sonne fast doppelt so viele Unfälle wie alle anderen Wetterwidrigkeiten zusammen. Mit unserem Virtual Visor, einer digitalen Sonnenblende, haben wir nun eine Lösung dafür. Auf den ersten Blick sehen Sie dabei nur ein transparentes LCD Display auf Augenhöhe des Fahrers. Das Besondere daran ist, dass es mit einer Innenraumkamera vernetzt ist, die das Gesicht des Fahrers während der Fahrt betrachtet und mittels KI analysiert. Intelligente Algorithmen erkennen sowohl die Gesichtspartien als auch den Schatten, den die Sonne auf das Gesicht des Fahrers wirft. Sie analysieren permanent, wohin der Fahrer gerade blickt und verdunkeln ausschließlich einen kleinen Bereich auf dem Display, damit nur ein Schatten im Bereich der Augen des Fahrers entsteht. Der Rest des Displays bleibt transparent. Der Virtual Visor ist ein weiteres tolles Beispiel für „Technik fürs Leben“, das offensichtlich auch die Consumer Technology Association (CTA) überzeugt hat. Die digitale Sonnenblende, die Sie auf unserem Messestand testen können, ist mit dem renommierten „Best of Innovation Award“ der CES 2020 ausgezeichnet worden.3D-Fahrzeugdisplay – unser zweiter Best of Innovation Award Dieses Jahr haben wir gleich zwei Preise gewonnen – was, wie mir gesagt wurde, gar nicht so leicht ist: Auch unser neues 3D-Fahrzeugdisplay wurde mit einem CES Best of Innovation Award ausgezeichnet. In Fahrzeugdisplays steckt großes wirtschaftliches Potenzial – schließlich soll sich das weltweite Marktvolumen bis 2025 auf 30 Milliarden Dollar mehr als verdoppeln. Unser preisgekröntes Display arbeitet mit einer besonders kostengünstigen Multi-View-3D-Technologie, die ohne Eye-Tracking und 3D-Brille auskommt. Wie das funktioniert, lässt sich am leichtesten anhand von Kinofilmen erläutern. Wir alle kennen 3D-Filme, die dank Technologie lebendiger und unterhaltsamer wirken. In einem Fahrzeug erfüllt 3D eine ähnliche, aber nützlichere Funktion: 3D hilft, Informationen schneller zu begreifen. Durch die Tiefenwirkung der Anzeige erfassen Autofahrer wichtige Informationen, wie Warnungen von Assistenzsystemen oder Gefahrenmeldungen, schneller. Warnhinweise, die aus dem Display herauszuwachsen scheinen, springen einem geradezu ins Auge und sind kaum zu übersehen.Interior Monitoring – Technik, die das Kind im Auto schützen kann Die Gefahr durch Müdigkeit oder Ablenkung wächst, je länger wir hinter dem Steuer sitzen und je technologielastiger das Cockpit ist. Unser Fahrerüberwachungssystem erkennt Ablenkungen mit Hilfe künstlicher Intelligenz. Kameras zeichnen die Blickrichtung des Fahrers, seine Kopfhaltung sowie die Häufigkeit, mit der er blinzelt, auf. Wenn das System feststellt, dass ein kritischer Punkt erreicht ist, ertönt, je nach Herstellerwünschen und gesetzlichen Vorgaben, ein Alarmsignal oder Fahrassistenzsysteme greifen ein. In der EU werden ab 2022 alle Neuwagen standardmäßig über ein solches System verfügen. Auch beim automatisierten Fahren wird diese Technologie eine wichtige Rolle spielen. Schließlich werden die Fahrer auch bei den nächsten Entwicklungsstufen aufmerksam und bereit bleiben müssen, um in kritischen oder heiklen Situationen zu übernehmen.Das Überwachungssystem überprüft, ob der Fahrer dazu in der Lage ist, jederzeit zu reagieren, und passt die Übergabe der Fahraufgabe entsprechend an. Je nach Design können manche Systeme auch auf die Insassen achtgeben und ihre Sicherheit erhöhen, indem sie zum Beispiel Änderungen in ihrer Sitzposition wahrnehmen und ihre Airbags sowie Gurtstraffer für den optimalen Schutz im Falle eines Aufpralls anpassen. Oder indem sie erkennen, dass sich Kinder allein in abgestellten Autos befinden. 2018 sind in den USA mehr als 50 Kinder in parkenden Fahrzeugen ums Leben gekommen – sei es, weil sie länger als geplant im Auto zurückgelassen wurden oder unbemerkt hineingeklettert waren. Das neue System von Bosch erkennt die Anwesenheit von Kindern und warnt Eltern umgehend über eine Nachricht auf dem Smartphone. Notfalls kann es auch einen Notruf absetzen. Wie der Hot Cars Act, der derzeit im US-Kongress debattiert wird, zeigt, besteht ein erhebliches Interesse an Lösungen, die solche Tragödien verhindern können. Wieder einmal verbessert unsere Technologie nicht nur unser Leben, sie hilft auch, Leben zu schützen. Wir planen, unsere Innenraumüberwachungssysteme um In-Vehicle-Sensing zu ergänzen, und dies auch in Carsharing-Flotten einzusetzen. Mit Hilfe von In-Vehicle-Sensing kann man zum Beispiel erkennen, ob jemand etwas in einem gemeinsam genutzten Fahrzeug vergessen hat oder in einer Notsituation Hilfe braucht. Mit unseren Lösungen echten Mehrwert zu bieten, steht für uns stets im Vordergrund. Nahezu alle unsere Fahrerassistenzsysteme erhöhen sowohl die Sicherheit als auch den Komfort. Wir sind einer der führenden Anbieter der Automobilbranche in diesem Bereich. 2019 stieg unser Umsatz hier um 12 Prozent auf rund zwei Milliarden Euro. Technisch betrachtet, sind wir über die Fahrerassistenz auf dem Weg zum automatisierten Fahren. Eine Entwicklung, für die wir bis 2022 rund vier Milliarden Euro investieren und unser Team auf 5000 Ingenieure aufstocken werden. In diesem Zusammenhang haben wir auch mit der Serienentwicklung von Lidar-Sensoren begonnen. Neben unserer neuen Videokamera mit KI, Radar und Ultraschallsensoren wird Bosch bald das vollständige, zum automatisierten Fahren benötigte Sensorportfolio anbieten. Wenige Automobilzulieferer weltweit verfügen in diesem Bereich über ein mit Bosch vergleichbares Know-how. Unser Lidar wird die erste automotive-taugliche Lösung sein, das heißt skalierbar und in großen Stückzahlen zu fertigen. Es wird auch die erste Lidar-Technologie sein, die für Funktionen des automatisierten Fahrens auf den SAE-Level 3-5 geeignet ist. Sie bietet weitreichende Sensorik-Funktionalitäten, ein weites Blickfeld und eine außergewöhnlich hohe Auflösung. Unsere verschiedenen Sensorarten werden zusammen für eine äußerst zuverlässige Umwelterkennung sorgen. Um die vielen Herausforderungen des vollautomatisierten Fahrens im Straßenverkehr zu meistern, setzt Bosch auf sein fundiertes Sensorik- und System-Know-how – eine Wissensbasis, wie sie nur ein Automobilunternehmen aufweisen kann. Wir testen das automatisierte Fahren bereits in verschiedenen Umgebungen, auch in den weithin als ultimative Herausforderung geltenden Innenstädten. Unser Pilotprojekt mit Mercedes-Benz, ein On-Demand-Ridehailing-Dienst mit autonom fahrenden Fahrzeugen, ist inzwischen gestartet. Ausgewählte Nutzer können nun per App einen Shuttle-Service mit automatisierten Mercedes-Benz-S-Klasse-Wagen zwischen dem Stadtteil West im kalifornischen San José und dem Stadtzentrum nutzen. Von diesem Projekt erhoffen wir uns wertvolle Erkenntnisse über die Entwicklung des automatisierten Fahrens sowie Antworten auf die Frage, wie selbstfahrende Autos am besten in ein multimodales Mobilitätssystem zu integrieren sind. Bei der Entwicklung dieses Projekts kommen sowohl KI als auch Simulationen und Tests zum Einsatz, bei denen es um äußerst seltene Situationen im Straßenverkehr geht. Unsere Mobilitätslösungen verwenden wir jedoch nicht nur, um Autos das Fahren beizubringen, sondern auch, um elektrisches und vernetztes Fahren zu realisieren. Damit erschließen wir neue Geschäftsfelder und ebnen den Weg für neue Partnerschaften mit neuen Kunden. So entwickeln wir zum Beispiel einen Wasserstoffantrieb für die Schwerlaster des amerikanischen Start-ups Nikola Motor Company. Auch Mobilitätsdienstleister wie DiDi und Lyft arbeiten mit unseren Lösungen. Für DiDi werden wir bald einen Cloud-Service bereitstellen, der die Lebensdauer von Autobatterien verlängern wird. Unsere Vision einer urbanen Mobilität der Zukunft können Sie in einem IoT-Konzept-Shuttle an unserem Stand erleben. Dieses Jahr präsentieren wir Ihnen, wie wir Mobilitätsdienstleister beim Betrieb sicherer und effizienter automatisierter Ridesharing- und Ridehailingangebote unterstützen.Mikromechanik von Bosch – für Smart Glasses ohne Alien-Look Unsere Expertise in Sachen Mobilität ist zugleich Nährboden für Innovationen in anderen Bereichen. Bestes Beispiel dafür sind auf mikroelektromechanischen Systemen basierende Sensoren – kurz MEMS. Für diese Sensoren, die in Automobilanwendungen und Smartphones verwendet werden, sind wir marktführender Anbieter. Unsere neueste Entwicklung in diesem Bereich zeigen wir hier auf der CES: unser Light Drive System für Smart Glasses. Als kleinstes Modul dieser Art ist es fast um ein Drittel schmaler als derzeit auf dem Markt erhältliche Lösungen und eignet sich für nahezu jede Art von Gestell, so dass es problemlos in eine normale Brille integriert werden kann. Mit einem MEMS-basierten Laserscanner und einem holografischen Spiegel wird ein Bild auf die Netzhaut des Trägers projiziert. Dieses Bild kann jede Art von Textnachricht beinhalten – zum Beispiel von einem Navigationssystem oder Ihrem persönlichen Kalender. So können Sie immer auf dem Laufenden bleiben. Auch im Gesundheitsbereich kann KI von enormen Nutzen sein. Unsere indischen Ingenieure haben mit Vivalution (Markenname wurde geändert) eine bahnbrechende Innovation entwickelt, die mit einem CES® Innovation Award Honoree ausgezeichnet wurde. Dabei handelt es sich im Kern um eine intelligente Pathologie-Plattform für die medizinische Diagnose auf Basis hoch entwickelter Algorithmen des maschinellen Lernens. Sie analysiert mit Hilfe von KI Form, Kontur und Struktur menschlicher Zellen im Hinblick auf Abweichungen und weist Ärzte auf mögliche Erkrankungen hin. Und das in Minutenschnelle, was das Testverfahren drastisch verkürzt. Menschen zu helfen, gesundheitliche Probleme schneller und genauer zu diagnostizieren – auch das ist mit „Technik fürs Leben“ gemeint.AIoT mit Vorteilen für alle – Bildung für die Arbeit der Zukunft Wir sind der Meinung, dass IoT und KI allen zugutekommen sollten. Das bedeutet, sie dürfen nicht nur technische Spielereien sein und müssen Alltag und Arbeit der Menschen wirklich vereinfachen. Das gilt für alle unsere Bereiche: vernetzte Mobilität, vernetzte Häuser und vernetzte Industrie. Insbesondere in der Welt der Produktion kann künstliche Intelligenz menschliche Kreativität ergänzen und, was noch entscheidender ist, Routinearbeiten übernehmen. Auf jedem neuen Weg, den wir einschlagen, nehmen wir unsere Mitarbeiter mit. Auf unserer Mission, die Fabriken der Zukunft zu gestalten, möchten wir sie auf die Arbeit der Zukunft vorbereiten. Genau hier schließt sich der Kreis zu unserem KI-Qualifizierungsprogramm, das ich bereits erwähnt habe. Es besteht aus drei Teilen: Zum einen schulen wir rund 16000 Führungskräfte in den wirtschaftlichen Aspekten von KI. Mit unserer digitalen Transformation bewältigen wir den Spagat, einerseits ein Industrieunternehmen zu bleiben, andererseits führender IoT- und KI-Anbieter zu werden. Das setzt die richtigen Entscheidungen unserer Führungskräfte voraus. Dafür stärken wir ihre KI-Kompetenzen. Zweitens erweitern wir unsere KI-Lernplattform. Diese Plattform gleicht einer Online-Universität, wobei Anwendungen und Übungen aus dem realen Betrieb bei Bosch stammen. Mehr als 1500 Entwickler nutzen die Plattform bereits, und bis nächstes Jahr könnten es doppelt so viele sein. Bemerkenswert ist dabei unter anderem die Möglichkeit des Erfahrungsaustauschs über unsere KI-Lernplattform sowie die Verwendung von Best-Practice-Beispielen und Wettbewerben. Drittens besuchen knapp 500 erfahrene Entwickler Schulungen zum Thema KI-Entwicklungsmethoden. Dies ist die höchste Stufe unseres Qualifizierungsprogramms, gleichsam ein zusätzlicher Studiengang über Inhalte wie Data Engineering und Datenanalyse. Wir erhöhen die Anzahl unserer KI-Entwickler nicht nur über die Einstellung neuer Fachleute, sondern auch über die vertiefende Weiterbildung bereits vorhandener Mitarbeiter. Insgesamt werden wir auf diese Weise 20.000 unserer Mitarbeiter technologisch auf den neuesten Stand bringen. Wir sind der Meinung, solche Qualifizierungsmaßnahmen anzubieten gehört nicht nur zu unserer unternehmerischen Verantwortung, sondern liegt auch in unserem strategischen Interesse.Fazit Meine Damen und Herren, es ist offensichtlich, dass die Entwicklung künstlicher Intelligenz für uns bedeutet, uns nicht nur auf technologische Innovationen zu konzentrieren. Einerseits müssen wir verstärkt in menschliche Intelligenz investieren, andererseits die Menschen vom wahren Potenzial dieser Technologie überzeugen. „Beneficial AI. Building trust together“ – das ist nicht nur ein flotter Spruch, den wir uns hier für die CES ausgedacht haben. Wir sind davon überzeugt, dass KI der Schlüssel zu einem sichereren, leichteren und umweltfreundlicheren Leben ist. Bitte besuchen Sie unseren Stand in der Central Hall und erleben Sie selbst anhand von Beispielen, wie wir das praktisch umsetzen. Und lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, Zweifel zu zerstreuen und eine neue, echte Science-Fiction-Ära einzuläuten, in der KI zum Helden wird.