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Interview: Nachhaltige Lieferketten bei Bosch

01.05.2025

Presse-Feature

Wirtschaft

Interview: Nachhaltige Lieferketten bei Bosch

Welche Aufgabe haben Einkauf und Logistik bei Bosch? Flemming: Bosch vereint Einkauf und Logistik im Supply Chain Management, um für stabile und nachhaltige Lieferketten von der Beschaffungsquelle bis hin zur Auslieferung zu sorgen. Das ist ein zentraler Grundstein, damit Bosch mit Technik das Leben der Menschen verbessern und zur Schonung natürlicher Ressourcen beitragen kann. Im Supply Chain Management arbeiten wir eng mit unseren weltweit rund 240 Fertigungswerken und gut 250 000 Kunden zusammen. Die Aufgabe ist es, die Verfügbarkeit von Komponenten, Rohstoffen und Produkten kundengerecht sicherzustellen. Dabei sind hohe Qualität und wettbewerbsfähige Preise wichtige Ziele, die wir gemeinsam mit unserem Lieferantennetzwerk aus etwa 35 000 Herstellern und Dienstleistern verfolgen. Unser Lieferantennetzwerk ist darüber hinaus eine wichtige Quelle für die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft von Bosch. Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit für die Lieferketten? Flemming: Bosch nimmt seine unternehmerische Verantwortung sehr ernst. Deshalb strebt das Unternehmen mit seiner langfristigen Ausrichtung nach einer Balance aus Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Diese Verantwortung reicht mit einem jährlichen Einkaufsvolumen von rund 50 Milliarden Euro weit über die Werkstore hinaus. Somit haben Lieferketten mit einem hohen Maß an Nachhaltigkeit und sozialen Standards für Bosch einen besonderen Stellenwert. Gemeinsam mit unserem weltweiten Lieferantenstamm arbeiten wir am ressourcenschonenden Einsatz von Rohstoffen und Material sowie der konsequenten Reduktion von CO 2 -Emissionen. Das wollen wir etwa durch Vermeiden von Transporten oder optimierte Verpackungen erreichen. Wir sind überzeugt, dass Unternehmen nur auf Basis robuster und nachhaltiger Lieferketten im weltweiten Wettbewerb bestehen und damit zum globalen gesellschaftlichen Wohlstand beitragen können. Wie geht das Supply Chain Management von Bosch mit geopolitischen Umbrüchen und zunehmenden Wetterextremen um? Flemming: Stabile Lieferketten sind die Basis für eine funktionierende Wirtschaft. Für Bosch bedeutet es, sich auch im Supply Chain-Management frühzeitig auf immer neue Entwicklungen im Welthandel einzustellen. Dazu verfolgen wir eine „Local-for-local“-Strategie, mit der wir globale Lieferketten verkürzen, flexibilisieren und damit weniger anfällig machen. Mit unserem weltweiten Fertigungsnetzwerk produzieren wir dort, wo unsere Kunden sind. Ein vorausschauendes Supply-Chain-Risk-Management erlaubt es Bosch, auf Risiken etwa durch Lieferengpässe, Naturkatastrophen oder Blockaden von Seewegen frühzeitig zu reagieren. Um bei solchen Störungen globaler Lieferketten oder von Transportwegen Hand in Hand zu arbeiten, ist ein partnerschaftlicher und wertschätzender Umgang mit unseren Lieferanten eine wichtige Voraussetzung. Daneben hilft uns ein hoher Digitalisierungsgrad in den Lieferketten, um in Echtzeit Transparenz über Bestände und Bedarfe zu erhalten – von der Beschaffung über die Fertigung bis hin zum Kunden. Wie sorgt Bosch für die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben, Umwelt- und Sozialstandards in seinen Lieferketten? Flemming: Bosch unterhält als globaler Technologieanbieter Lieferbeziehungen mit Unternehmen und Dienstleistern in rund 60 Ländern der Erde. Mit weitreichender Standardisierung unserer Stammdaten und Prozesse im Lieferantenmanagement sind wir in der Lage, unterschiedliche regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Die Digitalisierung hilft uns einerseits, im Interesse wettbewerbsfähiger Preise administrative Mehraufwände in den Lieferketten wo immer möglich abzufedern. Andererseits erleichtert es uns, Berichtspflichten nachzukommen und Nachhaltigkeitsziele in den Lieferketten zu verfolgen. Zum Beispiel entwickeln wir Lieferanten weiter, die von Qualitätsstandards abweichen oder prüfen die Einhaltung von Umweltschutzvorgaben und Menschenrechten – jährlich bei mehr als 100 Geschäftspartnern. Bei der Senkung von CO 2 -Emissionen wirken unsere Anforderungen als Hersteller und Zulieferer wiederum auf Tausende unserer Lieferanten und Vorlieferanten – gemeinsam vervielfachen wir damit den Beitrag zum Klimaschutz. Was sind die neuesten Trends und Entwicklungen in Einkauf und Logistik bei Bosch? Flemming: Für das Supply Chain Management von Bosch spielt die automatisierte Planung eine immer größere Rolle, um bei äußeren Einflüssen wie etwa Flutschäden bei Lieferanten oder Materialengpässen am Markt noch besser und ergebniswirksamer handeln zu können. Dazu bauen wir unsere integrierten Planungssysteme aus, die bei einem etwaigen Engpass ein schnelles Umplanen von Lieferquellen, Transportwegen und Produktionsstätten unterstützen. Bei unseren Abläufen setzen wir konsequent auf funktionsübergreifende End-to-End-Prozesse, die wir ständig weiterentwickeln. Ein wichtiges Element ist ein durchgängiger, elektronischer Datenaustausch – zum Beispiel beginnend bei unseren Lieferanten mittels der Digitalplattform SupplyOn über unsere Werke bis hin zu unseren Kunden. Mit dem Einsatz von generativer KI dürfte die automatisierte Planung zukünftig den nächsten Qualitätssprung erleben und unsere Lieferketten weiter stärken. Heute nutzen wir bereits KI etwa in Lieferanten-Hotlines zur Spracherkennung oder im Qualitätswesen bei der Extraktion von Daten aus Zeichnungen und Spezifikationen. Dr. Arne Flemming ist Leiter Supply Chain Management bei Bosch. In dieser Funktion verantwortet er die Lieferkettensteuerung der Bosch-Gruppe mit weltweit rund 35 000 Mitarbeitenden in den Teilbereichen Einkauf und Logistik.

Dr. Stefan Hartung, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH und Vors ...

24.01.2019

Presse-Feature

Wirtschaft

Dr. Stefan Hartung, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH und Vors ...

zur Strategie: „Wir wollen Partner Nummer eins fürs elektrische Fahren sein und Marktführer im ab 2020 entstehenden Massenmarkt für Elektromobilität werden.“ „Bosch treibt den Durchbruch der Elektromobilität mit wirtschaftlicher und technischer Power voran.“ „Elektromobilität hat ein Zuhause: Bosch.“ „Unsere Strategie im Bereich der Elektromobilität geht deutlich über den Antriebsstrang hinaus: Denn Bosch besitzt Kompetenz im ganzen Ökosystem der Elektromobilität – von serienerprobten Komponenten für elektrifizierte Anwendungen bis hin zur Vernetzung der Ladeinfrastruktur.“ „System-Know-how, Energieeffizienz und Standardisierung sind die drei Kernelemente unserer Elektromobilitäts-Strategie.“ zur Übernahme der EM-motive GmbH: „Für Bosch ist der vollständige Erwerb von EM-motive der nächste konsequente Schritt auf dem Weg zur Marktführerschaft bei der Elektromobilität. Diese Übernahme bietet Bosch nun die Chance, noch breiter am Markt aufzutreten.“ „Mit der Übernahme von EM-motive decken wir künftig den kompletten Wertstrom ab und können Elektromotoren aus einer Hand am Markt anbieten.“ zum Markt: „Der weltweite Markt für Elektromobilität wird in den kommenden Jahren stark wachsen. Wir gehen davon aus, dass 2025 rund 20 Prozent aller Pkw und leichten Nutzfahrzeuge Hybride oder Elektroautos sind. Im Jahr 2030 werden es bereits mehr als 25 Prozent sein.“ „Schon jetzt sind weltweit mehr als eine Million Fahrzeuge mit elektrischen Antriebskomponenten von Bosch unterwegs.“ „Kein anderes Unternehmen bearbeitet die Elektromobilität in vergleichbarer Breite wie Bosch – vom Fahrrad bis zum Lkw.“ „Auf dem weltweit größten Markt für Elektromobilität in China ist Bosch bereits führend. In Europa liefert Bosch das Antriebssystem für die größte Elektroflotte, den Streetscooter der Deutschen Post.“ „In unserem Unternehmen gibt es heute das geflügelte Wort ‚Kein Auto ohne Bosch‘. Künftig werden wir auch sagen: ‚Kein Elektroauto ohne Bosch‘. Egal, ob Sie in Asien, Europa oder Nordamerika unter die Motorhaube schauen, den Anker werden Sie immer finden.“ zum Produktportfolio: „Unser Portfolio reicht von Leistungselektronik über 48-Volt-Mild-Hybrid-Batterien bis hin zu Elektromotoren und elektrischen Achssystemen.“ „Mit der eAchse bringt Bosch das All-in-One-Prinzip in den Antrieb. Sie macht den elektrischen Antrieb für die Fahrzeughersteller effizienter und günstiger. Die Marktdurchdringung der Elektromobilität kann dadurch weiter Fahrt aufnehmen. Die eAchse ist ein zentraler Baustein, mit dem Bosch in der Elektromobilität der Partner Nummer eins wird.” „Wir müssen die Batteriezellen technisch verstehen, allerdings nicht fertigen. Die Zellfertigung ist für unseren Erfolg nicht ausschlaggebend.“ zu den Kunden: „Bosch wird die dynamische Veränderung hin zum elektrischen Fahren führend mitgestalten. Wir stehen unseren Kunden in diesem Transformationsprozess mit Wissen und Technologie zur Seite.“ „Unsere Kunden profitieren von unserer Markterfahrung genauso wie von unserem weltweiten Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk. In diesem kann Bosch Projekte flexibel und nah am Kunden realisieren – egal ob in Asien, Europa oder Nordamerika.“