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Bosch kombiniert Industrie 4.0 mit KI

03.03.2021

Factsheet

Industrie 4.0

Bosch kombiniert Industrie 4.0 mit KI

Stuttgart – Bosch entwickelt die Fabrik der Zukunft. Dafür setzt das Unternehmen auf Industrie 4.0 . Produkte werden zunächst in eigenen Werken getestet und validiert, ehe Bosch diese auf dem externen Markt anbietet. Das Portfolio reicht von Softwarepaketen für Produktion und Logistik über Robotik für Fertigung und Transport bis hin zu Assistenzsystemen für Mitarbeiter. Einen zusätzlichen Schub verspricht sich das Unternehmen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. So hilft KI etwa, den Ausschuss in Fabriken zu reduzieren oder die Auslastung von Maschinen und Anlagen zu erhöhen.KI-Einsatz: Bosch-Beispiele aus der Produktion Industrie 4.0 kombiniert mit Künstlicher Intelligenz unterstützt dabei, komplexe Aufgaben zu lösen. Die vernetzte Produktion liefert Daten, die KI wertet sie aus. So kommt Künstliche Intelligenz beispielsweise bei der Planung von Produktionsprozessen in hochautomatisierten Chipfabriken wie dem Bosch-Halbleiterwerk in Reutlingen zum Einsatz, um die Wafer zeit- und kostensparend durch bis zu 1000 Bearbeitungsschritte zu steuern. Das steigert den Wafer-Durchsatz um fünf Prozent, und die Investition rechnet sich schon nach drei Monaten. Auch in der Qualitätskontrolle nutzt Bosch Künstliche Intelligenz. Am Standort Immenstadt wissen die Montage-Mitarbeiter, dass das getestete Bauteil fehlerhaft ist, wenn im Prüfstand für ABS-Systeme der Bildschirm rot aufleuchtet. Das Ergebnis liefert ein selbstlernendes System, welches auf Basis gesammelter Daten Fehler-Muster erkennt und so relevante von nicht-relevanten Fehlermeldungen unterscheidet. Die hohe Erfolgsquote wird durch wöchentliches Re-Training der Algorithmen ständig verbessert. Um Qualitätsverbesserung geht es auch im Bosch-Rexroth-Werk in Homburg. Werkzeugmaschinen bearbeiten dort Hydraulik-Ventilgehäuse für mobile Anwendungen wie Traktoren. Auf Basis der von Werkzeugmaschinen erfassten Daten lassen sich mit Machine-Learning-Methoden echtzeitnahe Aussagen zur Qualität der Werkstücke treffen. Bei Bedarf werden Fertigungsprozesse umgehend angepasst und so Ausschuss reduziert. Zudem entfallen mit der serienreif entwickelten KI-Anwendung aufwändige nachgelagerte Labormessungen. KI-Lösungen: Bosch-Entwicklungen für eigene Werke und für Kunden Der Bosch-Sondermaschinenbau hat mit „Machine Vision AI“ eine Applikationsplattform für die maschinelle optische Inspektion von Werkstücken konzipiert, die dabei hilft, schwer zu identifizierende Merkmale wie Kratzer und Ausbrüche in Oberflächen oder Defekte in Schweißnähten nachzuweisen. Dabei besticht die Lösung durch eine einfache Handhabung und hohe Reproduzierbarkeit. Derzeit wird die Technologie sukzessive in Bosch-Werken ausgerollt. Bereits in Fabriken etabliert und am Markt verfügbar, ist der APAS inspector von Bosch Rexroth, ein Produktionsassistent zur automatischen optischen Inspektion. Dank lernender Bildverarbeitungssoftware lässt sich das System jederzeit „nachtrainieren“, ohne dass umfangreiche Programmierkenntnisse der Mitarbeiter erforderlich sind. Auch zu einer ressourcenschonenden Produktion kann KI einen Beitrag leisten. Über 100 Bosch-Werke und -Standorte setzen auf die Energy Platform aus dem Industrie-4.0-Portfolio, die auch extern angeboten wird. Die Plattform verwendet intelligente Algorithmen, um kurzfristig Abweichungen im Energieverbrauch von Maschinen zu erkennen und Lastspitzen aufzufangen. So lässt sich der Kohlendioxidausstoß in Fabriken weiter reduzieren; im Industrie-4.0-Leitwerk von Bosch in Homburg beispielsweise binnen zwei Jahren um gut zehn Prozent. Bosch erweitert die Energy Platform jetzt um ein sogenanntes Balancing Energy Network . Diese Softwarelösung nutzt KI, um die Energieflüsse in einem Produktionsbetrieb zu steuern und zu optimieren. Das hilft nicht nur, die Energieeffizienz zu verbessern, sondern ermöglicht auch die optimale Nutzung von Strom aus erneuerbaren Quellen. So entstehen „Fahrpläne“ für einen flexiblen Verbrauch. Ursprünglich für Produktionsanlagen entwickelt, hat die Software das Potenzial, allen Arten von größeren Gebäudekomplexen wie Krankenhäusern, Einkaufszentren oder Sportarenen zu helfen, ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Industrie 4.0: Bosch ist Pionier und Taktgeber Seit 2012 arbeitet Bosch daran, Produktion und Logistik zu vernetzen. In nahezu allen Bosch-Werken sind Industrie 4.0-Lösungen im Einsatz. Die Projekte liefern messbaren Mehrwert: Mit Hilfe von Industrie 4.0 ist es möglich, die Produktivität an einzelnen Standorten um bis zu 25 Prozent zu steigern. Zu den Industrie 4.0-Lösungen zählt die von Bosch Connected Industry entwickelte Software Nexeed, mit der sich die Produktion in Echtzeit steuern, überwachen und kontrollieren lässt. Validiert und eingesetzt in Bosch-Fabriken, überzeugt Nexeed bereits über 100 Kunden aus unterschiedlichsten Bereichen, darunter BMW und der Sensorhersteller Sick. Während sich Bosch Connected Industry auf Industrie-4.0-Software für die Produktion konzentriert, bietet die Einheit Bosch.IO cloudbasierte IoT-Lösungen mit Schwerpunkt Logistik sowie KI-basiertes Energiemanagement. Bosch Rexroth entwickelt smarte Hardware, intelligente Robotik wie APAS oder ActiveShuttle und wegweisende Automatisierungstechnik für die Fabrik der Zukunft. Mit ctrlX Automation hat das Unternehmen jetzt eine offene, 5G-fähige Steuerung auf den Markt gebracht. Komplettiert wird das Industrie 4.0-Portfolio durch Leistungen von Bosch Manufacturing Solutions: Der Sondermaschinenbau bietet maßgeschneiderte Produktionssysteme von der Montage bis hin zur Prozess- und Prüftechnik.

19.11.2018

Factsheet

Forschung

Forschung an künstlicher Intelligenz

BCAI Das Bosch Center for Artificial Intelligence (BCAI) wurde am 1. Januar 2017 gegründet Invest 300 Millionen Euro bis 2021 Mitarbeiter Derzeit arbeiten weltweit rund 150 Mitarbeiter an vier Standorten im BCAI Standorte Renningen (rund 100 Mitarbeiter), Bangalore (rund 20 Mitarbeiter), Sunnyvale (rund 20 Mitarbeiter), Pittsburgh (rund 10) Forschungsschwerpunkt und Anwendungsbeispiele Maschinelles Lernen: Der Fokus liegt auf dem Maschinellen Lernen, also dem Erkennen von Mustern und Zusammenhängen und der Verwertung der daraus gewonnenen Erkenntnisse. Die Basis hierfür sind große Mengen an Daten, die von Sensoren generiert werden. Bsp.: Parksensoren. Anwendungsbsp.: Mobilität (automatisiertes Fahren), Industrie 4.0 (vorausschauende Wartung), Robotik Kooperationen im Bereich künstliche Intelligenz Cyber Valley Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik arbeiten auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz eng zusammen. Ziel ist es, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung möglichst rasch in konkrete Anwendungen zu überführen. Bosch investiert sieben Millionen Euro ins Cyber Valley. Delta Lab Forschungskooperation mit der Universität Amsterdam. Ziel der Kooperation ist ein enger fachlicher Austausch und Wissenstransfer im Bereich Deep Learning. CMU Forschungskooperation mit der Carnegie Mellon University. Ziel der Kooperation ist ein enger fachlicher Austausch und Wissenstransfer im Bereich Robust Deep Learning.

19.11.2018

Factsheet

Forschung

KI von Bosch im Einsatz auf der ISS

SoundSee Das Modul SoundSee ist im autonomen Roboter „AstroBee“ der NASA integriert – dieser kann selbstständig durch die ISS navigieren. Im Mai 2019 wird das Gerät zur ISS transportiert. Bei dem Modul SoundSee handelt es sich um ein KI-basiertes System von Bosch, das die kritische Infrastruktur der internationalen Raumstation ISS akustisch überwachen soll. Partner Das Bosch Research and Technology Center Pittsburgh und die Firma Astrobotic Technology haben das Gerät in Zusammenarbeit mit dem NASA Ames Research Center entwickelt. Funktion & Ziel Hinter der Technologie steckt eine Audioanalysefunktion, die Geräuschsignale von Maschinen, wie Motoren oder Pumpen, der ISS zunächst erfasst und erkennt. Das KI-Modul kann diese Geräusche anschließend durch maschinelles Lernen erlernen und verstehen. Kommt es zu akustischen Abweichungen, meldet das System diese Änderungen. Dadurch wird eine frühzeitige Reparatur von Defekten noch vor Ausfall der Maschine ermöglicht. Anomalien im Betrieb werden so rasch erkannt, die Besatzung und das Bodenpersonal können schneller handeln und erhalten zudem einen Einblick in den technischen Zustand der Raumstation. Bosch verwendet die auf der ISS anfallenden Daten auch zur weiteren Forschung. Ziel ist es, solche Systeme künftig auch auf andere Anlagen, zum Beispiel bei Automotoren, anzuwenden. AI CON 2018 Modell Am Stand des Bosch Center for Artificial Intelligence (BCAI) wird ein Modell des Gerätes zu sehen sein. Ein Experte des Bosch Research and Technology Center Pittsburgh steht für Fragen zum Projekt zur Verfügung.