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Bosch und EnBW entwickeln Stromspeicher

Katharina Hogh-Binder

Katharina Hogh-Binder >

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Gründung einer gemeinsamen Projektgesellschaft

  • Mit neuer Speichertechnologie die Energiewende gestalten
  • Neuer Speicher dient zur Stabilisierung des Stromnetzes
  • Bosch übernimmt Planung und Realisierung des Batteriesystems – EnBW Bauleistungen, Netzanschluss und Vermarktung

Stuttgart / Heilbronn – Was macht Stromspeicher zu elementaren Bausteinen für eine erfolgreiche Energiewende? Der stetige Ausbau dezentraler Erzeugungsanlagen und ihre je nach Wetterlage unterschiedliche Einspeisung ins Stromnetz verursachen natürliche Schwankungen. Diese müssen unter anderem durch Speicher so effizient wie möglich ausgeglichen werden. Bosch und EnBW entwickeln nun gemeinsam einen Stromspeicher, der am Kraftwerksstandort der EnBW in Heilbronn aufgebaut wird, um sogenannte Primärregelenergie bereitzustellen, also kurzfristige Schwankungen im Netz auszugleichen. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit bei Batterielösungen für den Energiemarkt. Im ersten Schritt wollen die beiden Unternehmen eine gemeinsame Projektgesellschaft gründen, die für Projektierung, Bau, Anschluss und Betrieb der Batterie verantwortlich ist. Der Startschuss für das Vorhaben fiel Ende 2016, die Gründung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden.

Weiterer wichtiger Schritt, um die Energiewende erfolgreich zu gestalten

Cordelia Thielitz, Geschäftsführerin Bosch Energy Storage Solutions

„Die Zusammenarbeit mit EnBW ist ein weiterer wichtiger Schritt, um die Speichertechnologie im Energiemarkt zu etablieren und so die Energiewende erfolgreich zu gestalten“, sagt Cordelia Thielitz, Geschäftsführerin Bosch Energy Storage Solutions. Bosch entwickelt schlüsselfertige Speicherlösungen für Energieversorger und Industrieunternehmen. Die EnBW treibt entschlossen die Energiewende voran, indem sie zunehmend auf erneuerbare Energien setzt, aber auch, indem sie Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität schafft und Stromkunden mit Photovoltaik-Anlagen und Speichern von den Möglichkeiten einer dezentralen Stromversorgung profitieren lässt.

„Im Speichern von Energie und dem Bereitstellen von Primärregelleistung haben wir viel Erfahrung. Wir freuen uns, dass wir durch die Zusammenarbeit mit dem Technologiepartner Bosch jetzt einen weiteren Baustein für die dezentrale Energiewelt der Zukunft entwickeln und erproben können“, erklärt Dr. Arnim Wauschkuhn, Vertriebsleiter Engineering & Consulting Services und bei der EnBW verantwortlich für die Zusammenarbeit mit Bosch im Bereich Batteriesysteme.

Batterien können sehr kurzfristig Energie zur Verfügung stellen

Der Stromspeicher in Heilbronn besteht aus 768 Lithium-Ionen-Batteriemodulen und verfügt über eine maximale Leistungsabgabe von rund fünf Megawatt mit einer installierten Speicherkapazität von fünf Megawattstunden. Lithium-Ionen-Batterien können sehr kurzfristig Energie zur Verfügung stellen und sind daher bestens geeignet, Primärregelleistung zu erbringen. Der Speicher erbringt knapp ein Fünftel der Regelleistung eines großen Kraftwerks und kann diese innerhalb von Sekunden und exakt dosiert aufnehmen oder abgeben. Die Strommenge, die der Speicher dabei pro Jahr aufnimmt und abgibt, entspricht etwa dem durchschnittlichen Stromverbrauch von 400 Zwei-Personen-Haushalten.

Bosch ist für die Planung und Realisierung des Batteriesystems zuständig, die EnBW ist für Bauleistungen und den Netzanschluss am Standort verantwortlich. Nach einer Testphase soll der Speicher am Regelenergiemarkt eingesetzt werden. Künftig wird die Anlage Primärregelleistung erbringen und damit die Netzstabilität sichern. Die Primärregelleistung ist erforderlich, um die Netzfrequenz von 50 Hertz stabil zu halten. Sie muss innerhalb weniger Sekunden zur Verfügung stehen. Die Vermarktung des Speichers an den relevanten Märkten übernimmt die Stromhandelsabteilung der EnBW in Karlsruhe.

Journalistenkontakt:

EnBW AG
Dr. Sebastian Marx
Telefon: +49 721 63-14327

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 390 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2016). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 73,1 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Als führender Anbieter im Internet der Dinge (IoT) bietet Bosch innovative Lösungen für Smart Home, Smart City, Connected Mobility und Industrie 4.0. Mit seiner Kompetenz in Sensorik, Software und Services sowie der eigenen IoT Cloud ist das Unternehmen in der Lage, seinen Kunden vernetzte und domänenübergreifende Lösungen aus einer Hand anzubieten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 450 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs-, Entwicklungs- und Vertriebsverbund von Bosch über fast alle Länder der Welt. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 59 000 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 120 Standorten.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861–1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte hält mehrheitlich die Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.iot.bosch.com, www.bosch-presse.de, www.twitter.com/BoschPresse.

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG versorgt rund 5,5 Millionen Kunden mit Strom, Gas und Wasser sowie mit energienahen Dienstleistungen und Produkten. Unter der Devise „Energiewende. Sicher. Machen.“ treibt die EnBW mit ihren rund 20.000 Mitarbeitern entschlossen die Energiewende voran. Dabei ist es ein Ziel, die Möglichkeiten der nachhaltigen neuen Energiewelt für die Menschen nutzbar zu machen – intelligent, sicher und einfach. Die EnBW stellt deshalb nicht nur ihr Erzeugungsportfolio sukzessive auf Erneuerbare Energien um, sondern betätigt sich auch in der Direktvermarktung von erneuerbaren Energien in allen Größenordnungen – vom Windpark bis zum Privathaushalt. Mit EnBW solar+, einer Kombination aus Speicher, PV-Modul, Steuerungsapp und der Vernetzung mit anderen Stromkunden zeigt die EnBW schon heute die Möglichkeiten der dezentralen Energiewelt von morgen. Ein weiteres wichtiges Zukunftsfeld für das Unternehmen ist die Elektromobilität: Die EnBW betreibt bereits Ladestationen mit insgesamt 1000 Ladepunkten, treibt den Ausbau der Schnelllade-Infrastruktur voran und berät Unternehmen und Kommunen bei der Entwicklung von E-Mobilitätskonzepten.

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