Verwenderorientierte Innovation als Wachstumsmotor
Im Folgenden möchte ich Ihnen diese vier Wachstumsfelder etwas näherbringen. Was ist die Grundlage unserer Innovationskraft? Sie haben es heute wieder gesehen: „Design Thinking“ ist unsere Basis für verwenderorientierte Innovation. Wir untersuchen die Bedürfnisse und Wünsche der Verwender systematisch und stellen diese bei der Entwicklung von Produkten und Services in den Mittelpunkt. „Design Thinking“ hat drei wesentliche Bausteine: Der erste ist, dass wir unsere Ideen für Produkte und Services in cross-funktionalen Teams erarbeiten. Dabei arbeiten Kollegen aus unterschiedlichsten Bereichen wie Entwicklung, Marketing und Logistik in einem Team zusammen. Ein zweiter wichtiger Baustein ist ein inspirierendes Arbeitsumfeld, um Kreativität und Zusammenarbeit zu fördern. Dazu gehören technische Ausstattungen für mobiles Arbeiten, Räume, die sowohl konzentrierte Einzelarbeit als auch Feedback und Kommunikation ermöglichen, aber auch flexible Arbeitszeiten. Wie wichtig das Arbeitsumfeld aus unserer Sicht ist, sehen sie auch hier am Standort. Wir investieren massiv in ein neues Gebäude, das wir noch in diesem Jahr fertigstellen. Der dritte Baustein von „Design Thinking“ betrifft dann den Prozess: In vielen systematischen Iterationsschritten entstehen Produkte und Services. Wir überprüfen im Entwicklungsprozess immer wieder, ob der Verwender unser Produkt nützlich findet, ob er es einfach bedienen kann, ob er Spaß beim Gebrauch hat und ob es seinen ästhetischen Ansprüchen genügt.
Mit unserem „Design Thinking“-Ansatz entstand zum Beispiel die EasyCut 12. Das zugrundeliegende Sägeprinzip, die „NanoBlade“-Technologie mit der umlaufenden Mikro-Kette, haben wir aus Verwenderbedürfnissen abgeleitet: nahezu vibrationsloses und somit besonders präzises Arbeiten. So entstand eine handliche Akku-Säge für Heim und Garten. Gegenüber den bekannten Stichsägen hat diese Weltneuheit also viele Vorteile, zum Beispiel lassen sich Freihandschnitte in eine Vielzahl von Materialien im Handumdrehen erledigen.
Ein weiteres Beispiel ist die Akku-Gartenschere EasyPrune: Der Verwender wünscht sich einfaches Schneiden einzelner Äste aus Hecken oder Sträuchern und Obstbäumen, mit einer Hand. Durch die Power-Assist-Technologie ersetzt die EasyPrune schwere und umständlich handzuhabende Astscheren: Wird für den Schneidevorgang eine Mindestkraft überschritten, so schaltet sich automatisch die elektronische Kraftunterstützung hinzu. Mit der Easy-Prune haben wir ein neues Marktsegment geschaffen: das für elektrisch unterstützte Akku-Gartenscheren.
Synergien durch Nutzung von Know-how der Bosch-Gruppe
Ein Vorteil, den wir gegenüber Wettbewerbern haben, ist das vielfältige technologische Know-how innerhalb der Bosch-Gruppe – das wir nutzen, um Innovationen für unsere Verwender auf den Markt zu bringen. So setzen wir Sensorik aus der Kraftfahrzeugsparte in Elektrowerkzeugen ein, um die Arbeitssicherheit zu erhöhen. Beispiele hierfür sind KickBack Control oder Drop Control bei Profi-Werkzeugen. Im Fall der EasyPrune haben wir das Prinzip des eBikes − Kraftunterstützung, wenn man sie braucht – auf eine Gartenschere übertragen. Die Qualität unseres Fenstersaugers GlassVac beruht unter anderem auf der Bosch-Kompetenz bei Wischblättern für Fahrzeuge.
Erfolg durch Innovation
Über den Erfolg unserer Innovationen entscheidet schlussendlich der Verwender. Nehmen wir den Ixo, den wir vor inzwischen 15 Jahren auf den Markt gebracht haben und der heute das beliebteste Elektrowerkzeug der Welt ist. Der handliche und einfach zu bedienende Akku-Schrauber ist längst mehr als nur ein Werkzeug. Mit zahlreichen Aufsätzen dient er auch als Helfer beim Grillen, Flaschen öffnen oder Pflanzen trimmen. Der Ixo wurde inzwischen mehr als 17 Millionen Mal verkauft. Diesen Erfolg feiern wir im Jubiläumsjahr mit einer Sonderedition in gold-schwarz.
Dem Prinzip des handlichen, einfach zu bedienenden Werkzeugs mit verschiedenen Aufsätzen folgt auch unser neuester Zamo. Nach rund vier Millionen verkauften Geräten stellen wir die neue Generation jetzt mit unterschiedlichen Aufsätzen vor. Der Zamo kann damit auch als digitales Maßband oder zum Messen von ungeraden Verläufen eingesetzt werden. Mit dem Zamo haben wir den Markt der Laser-Entfernungsmesser stark wachsen lassen – daran knüpfen wir mit der neuen Generation an. Noch ein Beispiel, wie professionelle Verwender unsere Innovationen würdigen: Unsere Hubsägeblätter für Stich- und Säbelsägen schneiden beim Verwender besonders gut ab. Von diesen Produkten wurden inzwischen sechs Milliarden Stück verkauft.