Mobility Solutions

Verbrenner, Hybrid und rein elektrisch Bosch zeigt die Auto-Antriebe der Zukunft

  • 2025 rund 15 Prozent der Neufahrzeuge mit elektrischem Antrieb
  • Saubere Verbrenner für Euro 6, China 4 oder die amerikanische LEV
  • Mehr Reichweite für Elektrofahrzeuge: Neue Batterien, intelligentes Thermomanagement
  • Dr. Rolf Bulander: „Bits und Bytes machen das Auto effizienter“
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  • 10. September 2015
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Pressetext

Frankfurt/Stuttgart -Downsizing und Elektromotoren – unter der Motorhaube wird sich in den nächsten Jahren einiges verändern. Downsizing wird vom Trend zum Standard. Motoren mit Turboaufladung finden sich mittlerweile in so gut wie jedem Fahrzeug – egal ob es sich um einen Kleinwagen, einen SUV oder einen kraftvollen Sportwagen handelt. Mit vielen innovativen Technologien bleibt der Verbrennungsmotor weltweit eine konstante Größe. In fünf Jahren werden noch 98 Prozent aller Neufahrzeuge mindestens teilweise mit fossilen Kraftstoffen angetrieben. Das gilt insbesondere für Märkte wie China und die USA. „Moderne Verbrennungstechnologie ist die Basis effizienter Mobilität“, so Dr. Rolf Bulander, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions.

Gleichzeitig hat der Wandel hin zur Elektromobilität begonnen: Bosch rechnet damit, dass im Jahr 2025 rund 15 Prozent aller weltweit gebauten Neufahrzeuge einen elektrischen Antrieb haben werden. In Europa wird dann sogar mehr als ein Drittel aller neuen Autos elektrisch angetrieben, die meisten als Hybrid. Bulander ist überzeugt: „Mit Elektrifizierung steht dem Verbrenner die beste Zeit noch bevor“. Denn Fahrzeuge werden effizienter, sauberer und bringen durch den zusätzlichen elektrischen Antrieb mehr Fahrspaß.

Verbrennungsmotor ist Basis effizienter Mobilität
Moderne Verbrennungsmotoren haben in den letzten Jahren große technische Fortschritte gemacht, wie der Blick nach Europa zeigt. Seit dem Jahr 2000 reduzierte sich die CO2-Emission der europäischen Pkw-Flotte um etwa ein Viertel – obwohl Leistung und Gewicht von Fahrzeugen gleichzeitig stiegen. Autofahrer merken das an der Zapfsäule: Der Normverbrauch kompakter Fahrzeuge mit Benzinmotor liegt heute oft unter sieben Litern, bei Dieseln sogar unter fünf Litern.

Doch sparsame Antriebe allein genügen nicht mehr – sie müssen auch in Zukunft noch sauberer werden. Das zeigen anspruchsvolle Emissionsgesetzgebungen wie Euro 6, China 4 oder die amerikanische LEV-Gesetzgebung. Um Antriebe im gleichen Maße effizient und sauber zu machen, bedarf es besonders ausgefeilter Technologie. Hierfür zeigt Bosch auf der IAA 2015 zahlreiche innovative Produkte: Beim Diesel erhöht Bosch den Einspritzdruck auf 2 700 bar. Beim Benziner leistet die neue Generation der Direkteinspritzung 350 bar statt wie bisher 200 bar. Durch den höheren Druck wird der Kraftstoff feiner zerstäubt und verbrennt deutlich sauberer.

Diesel: Real Driving Emissions rücken in den Fokus der Entwicklung
Besonderes Augenmerk legt Bosch auf die Weiterentwicklung des Selbstzünders. „Der Diesel ist eine Schlüsseltechnologie, um die CO2-Flottenziele zu erreichen – insbesondere in Europa geht es ohne den Selbstzünder nicht“, sagt Bulander. Selbst modernste Diesel können allein durch Verbesserungen am Motor in den nächsten fünf Jahren nochmals bis zu 15 Prozent sparsamer werden. In alltäglichen Fahrsituationen sind sogar noch niedrigere Verbräuche möglich. Beispielsweise mit dem so genannten Segeln, bei dem der Motor selbst bei hohen Geschwindigkeiten zeitweise abschaltet und so keinen Kraftstoff verbraucht.

Auch beim Thema Emissionen blicken die Entwickler von Bosch über den Prüfstand hinaus. Die Europäische Union diskutiert über die Einführung von Real Driving Emission-Tests ab dem Jahr 2017. Diese Messmethode konzentriert sich bei Dieselfahrzeugen vornehmlich auf die Emission von Stickoxiden und Kohlenmonoxid im realen Fahrbetrieb. Schon heute gibt es einige Serienfahrzeuge, die auch außerhalb des heute gültigen Zertifizierungszyklus – also auch bei starken Beschleunigungen oder hohen Geschwindigkeiten – niedrigste Emissionen aufweisen. Dies gilt es nun in die Breite zu bringen und kostengünstige Technologien zu entwickeln.

Hybrid: Mit Elektrifizierung steht dem Verbrenner die beste Zeit noch bevor
Bei schweren und großen Fahrzeugen ist jedoch eine alleinige Optimierung der Verbrennungsmotoren nicht mehr ausreichend. Die anspruchsvollen CO2-Flottenziele der EU für das Jahr 2021 werden nach Einschätzung von Bosch dazu führen, dass Autofahrer bei SUV immer auch eine Hybridisierung wählen können. Deshalb investiert Bosch schon heute. Jährlich wendet das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen nahezu 400 Millionen Euro für die Entwicklung der Elektromobilität auf. Aktuell sind rund 30 Fahrzeugmodelle mit Bosch-Technologie in Serie – in den USA, China und ebenso bei deutschen Premiumherstellern. Bosch-Komponenten finden sich unter anderem in den Hybridsportwagen von Porsche, Hybridmodellen von Mercedes oder auch in Fahrzeugen wie dem BMW i3 mit Range Extender. Insbesondere für Plug-in-Hybride sieht Bosch in Zukunft große Marktchancen. Im Jahr 2020 sollen davon schon über 10,5 Millionen von den Produktionsbändern rollen.

„Die Elektrifizierung steht nicht in Konkurrenz zum Verbrennungsmotor, sondern ergänzt ihn“, sagt Bulander. Das unterstreicht Bosch mit dem Boost Recuperation System, welches ab 2017 zu kaufen sein wird. Der Einstiegshybrid auf 48-Volt-Basis ermöglicht bei kompakten Fahrzeugen eine CO2-Reduzierung von rund sechs Prozent im Zyklus. Die Einsparung ergibt sich insbesondere aus einer effizienten Rückgewinnung von Bremsenergie und kann über eine Segelfunktion sogar noch gesteigert werden – dabei bietet der Motor auch bei hohen Geschwindigkeiten die Vorteile des Start-Stopp Systems. Dass Spritsparen auch beim Einstiegshybrid mit Fahrspaß Hand in Hand geht, verdeutlicht die Boost-Funktion des 48-Volt-Hybriden. Denn beim Tritt aufs Gaspedal unterstützt die elektrische Maschine den Verbrennungsmotor mit bis zu 150 Newtonmetern Drehmoment.

Elektromobilität: Leistungsstarke Batterie, sparsame Heizung
Noch dynamischer sind Hochvoltanwendungen. Denn bei Elektromotoren liegt das volle Drehmoment direkt beim Start an. Damit das Elektroauto in den nächsten Jahren aus der Nische fährt, müssen die Fahrzeuge jedoch nochmals deutlich günstiger werden. Ein Schlüssel dazu ist die Batterietechnologie. An der nächsten Generation der Lithium-Ionen-Batterie forscht Bosch zusammen mit GS Yuasa und Mitsubishi Corporation im Joint Venture Lithium Energy and Power. Dabei bündeln die Partner ihre Stärken: GS Yuasa bringt Erfahrungen in der Zellchemie ein, um gemeinsam mit Bosch eine Zelle mit höherer Energiedichte zu entwickeln. Bosch steuert außerdem seine Erfahrung beim komplexen Batteriemanagement und der Systemintegration bei.

Zudem hat Bosch das amerikanische Start-up-Unternehmen Seeo Inc. (Hayward, CA) übernommen. Mit dem Kauf verfügt Bosch nun über wichtiges Know-how im Bereich neuartiger Festkörperzellen. Die Technologie ergänzt die bisherigen Entwicklungen des Unternehmens mit seinen japanischen Partnern GS Yuasa und der Mitsubishi Corporation. Bisher war das Ziel, im Laufe dieses Jahrzehnts die Energiedichte zu verdoppeln und ihre Kosten zu halbieren. Bosch sieht das Potenzial, mit der Seeo-Technologie den Energieinhalt von Lithium-Ionen-Zellen noch weiter zu steigern. „Bosch setzt sein Wissen und hohe Finanzmittel ein, um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen“, sagte Bosch-CEO Dr. Volkmar Denner.

Doch die Reichweite eines Elektrofahrzeuges lässt sich nicht einzig mit einer größeren Batterie steigern. Denn Klimaanlage und Heizung können die Reichweite deutlich reduzieren. Bosch bietet nun ein intelligentes Klimamanagement, welches wesentlich effizienter arbeitet als bisherige Varianten und die Reichweite um bis zu 25 Prozent erhöhen kann. „Wir starten die Vernetzung im Auto schon unter der Motorhaube“, sagt Bulander. Über regelbare Pumpen und Ventile werden im Fahrzeug Wärme und Kälte dort aufgenommen, wo sie anfallen, also beispielsweise bei der Leistungselektronik. Die Wärme kann dann zum Heizen des Innenraums genutzt werden. Durch dieses ganzheitliche Thermomanagement wird der Leistungsbedarf des Heizsystems im Winter um bis zu 60 Prozent reduziert.

Das vernetzte Elektroauto ist das beste Elektroauto
Zusätzlich wird die zunehmende Vernetzung mit dem Internet die Alltagstauglichkeit von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen weiter erhöhen: „Das vernetzte Elektroauto ist das beste Elektroauto“, sagt Bulander. Das unterstreicht eine neue Smartphone-Anwendung der Bosch Software Innovations. Das Software- und Systemhaus der Bosch-Gruppe hat eine App entwickelt, die das Finden und Bezahlen an Ladesäulen unterschiedlicher Anbieter entscheidend vereinfacht. Bisher brauchte es hier für jeden Anbieter eine separate Kundenkarte. Fürs Laden zwischen Berchtesgaden und Flensburg genügen nun ein Smartphone samt App und ein PayPal Account.

Die Vernetzung bei elektrifizierten Antrieben geht sogar noch weiter. Denn nur vernetzte Fahrzeuge nutzen die Potenziale der Elektrifizierung umfassend. „Bits und Bytes machen das Auto effizienter“, sagt Bulander. Ein Beispiel dafür ist der vernetzte elektronische Horizont. Diese Bosch-Technik liefert künftig wichtige Verkehrsinformationen zu Wanderbaustellen, Staus und Unfällen in Echtzeit. Davon profitieren Verbrennungsmotoren wie auch elektrische Antriebe. Denn auf Basis der hochgenauen Daten lassen sich bestehende Funktionen wie Start-Stopp-Segeln weiter verbessern. Bei Plug-in-Hybriden lässt sich damit zudem eine prädiktive Betriebsstrategie umsetzen. Solche Technologien senken die CO2-Emissionen selbst bei sehr effizienten Antrieben nochmals um einen zwei-stelligen Prozentwert.

Journalistenkontakt: Florian Flaig, Telefon: +49 711 811-6282

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Mobility Solutions ist der größte Unternehmensbereich der Bosch-Gruppe. Er trug 2015 mit 41,7 Milliarden Euro 59 Prozent zum Umsatz bei. Damit ist das Technologieunternehmen einer der führenden Zulieferer der Automobilindustrie. Der Bereich Mobility Solutions bündelt seine Kompetenzen in den drei Domänen der Mobilität – Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung – und bietet seinen Kunden ganzheitliche Mobilitätslösungen. Die wesentlichen Geschäftsfelder sind: Einspritztechnik und Nebenaggregate für Verbrennungsmotoren sowie vielfältige Lösungen zur Elektrifizierung des Antriebs, Fahrzeug-Sicherheitssysteme, Assistenz- und Automatisierungsfunktionen, Technik für bedienerfreundliches Infotainment und fahrzeugübergreifende Kommunikation, Werkstattkonzepte sowie Technik und Service für den Kraftfahrzeughandel. Wichtige Innovationen im Automobil wie das elektronische Motormanagement, der Schleuderschutz ESP oder die Common-Rail-Dieseltechnik kommen von Bosch.

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI9014 - 10. September 2015

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Florian Flaig

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