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Glossar der Fahrerassistenzsysteme von Bosch Von ACC bis zur Querverkehrswarnung

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  • 19. Mai 2015
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Pressetext

Fahrerassistenzsysteme: Die unsichtbaren Beifahrer unterstützen Autofahrer in eintönigen oder schwierigen Verkehrssituationen bei der Fahraufgabe. Mit Hilfe von Radar-, Video- und Ultraschallsensoren überwachen die Systeme das Umfeld des Autos. Mit Lenk- und Bremseingriffen helfen sie zum Beispiel beim Ein- und Ausparken, beim Spurwechsel und im Stau. Fahrerassistenzsysteme können Unfälle verhindern und sind Vorreiter für das automatisierte Fahren.

Mit unsichtbaren Beifahrern sicherer unterwegs im Straßenverkehr
Adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung: ACC kann ein Auto selbsttätig beschleunigen und bremsen. Mit Hilfe eines Radarsensors hält das System zugleich automatisch die vom Fahrer vorgegebene Geschwindigkeit und den eingestellten Sicherheitsabstand zum Vordermann. Autofahrer gelangen so entspannter an ihr Ziel und sparen durch die gleichmäßigere Fahrweise zudem Kraftstoff. In der Variante Stop&Go bremst ACC ein Auto sogar bis zum Stillstand und fährt es nach nur kurzer Standzeit auch automatisch wieder an.

Ausweichassistent: Autofahrer, die einem Hindernis ausweichen müssen, unterstützt der Ausweichassistent mit einem gezielten Lenkeingriff. Dadurch wird der maximale Lenkeinschlag 25 Prozent schneller erreicht. Vor dem Manöver ermitteln Radar- und Videosensoren, ob das Fahrzeugumfeld ein Ausweichen überhaupt erlaubt.

Automatische Notbremsung (Heck): Kleine Kinder sind beim Rückwärtsfahren leicht zu übersehen. Die automatische Notbremsung (Heck) basiert auf Radar-, Ultraschallsensoren und dem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP. Im Geschwindigkeitsbereich bis zu 15 Stundenkilometern löst der Assistent automatisch eine Notbremsung aus, sollte sich im Heckbereich des ausparkenden Fahrzeugs eine Person oder ein Hindernis in kritischer Nähe befinden.

Baustellenassistent: Mit Lenkkorrekturen hält der Baustellenassistent ein Auto in einer verengten Fahrspur sicher auf Kurs. Dazu errechnet das System auf Basis der Informationen von Video- und Ultraschallsensoren einen Sicherheitsabstand nach beiden Seiten: zu Fahrzeugen in der Nebenspur und zur Leitplanke. Zudem vermisst der Videosensor die Freifläche vor dem Fahrzeug. Dadurch kann der Baustellenassistent den Fahrer im Baustellenbereich auf Autobahnen rechtzeitig vor einer Engstelle warnen, wenn das Fahrzeug zu breit für die verengte Spur ist.

Fahrermüdigkeitserkennung: Müdigkeit am Steuer äußert sich durch ungenaue Lenkmanöver und häufige Lenkkorrekturen. Die Müdigkeitserkennung analysiert permanent das Lenkverhalten des Fahrers anhand des Lenkwinkelsensors und erkennt rechtzeitig Anzeichen eines drohenden Sekundenschlafs. Dabei berücksichtigt die Funktion zusätzlich Faktoren wie Uhrzeit und Fahrtdauer. Müde Fahrer werden optisch und akustisch gewarnt und an eine Erholungspause erinnert.

Intelligente Scheinwerfersteuerung: Bei Nachtfahrten oder in Tunnel aktiviert der Assistent selbstständig das Scheinwerferlicht. Solange der Assistent über den Videosensor keine vorausfahrenden oder entgegenkommenden Fahrzeuge erkennt, aktiviert er außerhalb geschlossener Ortschaften zusätzlich automatisch das Fernlicht. Auf diese Weise ist die Fahrbahn immer optimal ausgeleuchtet.

Linksabbiegeassistent: Beim Linksabbiegen über die Gegenfahrbahn sind entgegenkommende Verkehrsteilnehmer schnell zu übersehen. Der Linksabbiegeassistent überwacht mit zwei Radarsensoren in der Fahrzeugfront den entgegenkommenden Verkehr. Ist die Lücke zum Abbiegen zu klein, hindert das System das Fahrzeug am Losfahren. Oder der Abbiegevorgang wird rechtzeitig vor einer drohenden Kollision mit einem entgegenkommenden Fahrzeug mit Hilfe einer automatischen Notbremsung abgebrochen.

Spurhalteassistent: Der Spurhalteassistent unterstützt den Fahrer dabei, sein Fahrzeug in der Fahrspur zu halten. Über einen Videosensor erkennt das System die Fahrspurmarkierungen rechts und links. Unterschreitet das Auto einen definierten Mindestabstand zur Fahrbahnbegrenzung, greift der Spurhalteassistent ein: Bei Fahrzeugen mit elektrischer Servolenkung lenkt er sanft aber spürbar gegen, um das Fahrzeug in der Spur zu halten. Bei Fahrzeugen ohne elektrische Servolenkung erfolgt das Gegenlenken über das gezielte Abbremsen einzelner Räder durch das elektronische Stabilitätsprogramm ESP. Der Fahrer kann die Funktion jederzeit übersteuern und behält so die Verantwortung für das Fahrzeug. Setzt er den Blinker, um die Spur zu wechseln oder abzubiegen, greift der Assistent nicht ein.

Spurverlassenswarnung: Auf das unbeabsichtigte Verlassen der Fahrbahn macht die Spurverlassenswarnung den Autofahrer zum Beispiel durch ein vibrierendes Lenkrad aufmerksam. Ein Videosensor erkennt die Fahrspurmarkierungen voraus. Droht das Fahrzeug die Fahrspur unbeabsichtigt zu verlassen, schlägt der Assistent Alarm. Der Fahrer kann dann rechtzeitig den Kurs korrigieren. Setzt er dagegen vor einem Spurwechsel den Blinker, warnt die Funktion nicht.

Spurwechselassistent: Radarsensoren, in der Heckpartie des Fahrzeugs installiert, überwachen kontinuierlich den rückwärtigen Verkehrsraum bis zu 90 Meter neben und schräg hinter dem Auto. Vor einem Spurwechsel warnt der Assistent den Fahrer beispielsweise durch ein Leuchtsymbol im Bereich des Außenspiegels, falls sich ein anderes Auto schnell von hinten nähert oder bereits im toten Winkel befindet.

Stauassistent: Der Stauassistent basiert auf der Sensorik und Funktionsweise von ACC Stop&Go und dem Spurhalteassistenten. Bis Tempo 60 folgt das System in dichtem Verkehr selbstständig dem vorausfahrenden Fahrzeug. Dazu übernimmt der Stauassistent das Gasgeben und Bremsen. Zudem hält er das Auto mit Lenkkorrekturen in der Spur. Der Fahrer wird entlastet und kann sich ganz auf die Überwachung des Systems konzentrieren.

Totwinkelassistent: Im Gegensatz zum radarbasierten Spurwechselassistenten arbeitet der Totwinkelassistent mit Ultraschallsensoren. Damit erfasst das System den nur schlecht einsehbaren Bereich bis zu vier Meter seitlich und schräg hinter dem Auto. Befindet sich zum Beispiel beim Abbiegen oder beim Spurwechsel ein anderer Verkehrsteilnehmer im toten Winkel, warnt das System den Fahrer durch ein Leuchtsymbol im Bereich der Außenspiegel.

Verkehrszeichenerkennung: Durchblick im Schilderwald liefert die Verkehrszeichenerkennung. Mit Hilfe eines Videosensors erfasst das System alle relevanten Verkehrszeichen – unter anderem Tempolimits, Überholverbote – und blendet sie als Information im Cockpit-Display ein. Der Fahrer ist dadurch beispielsweise nicht nur ständig über die aktuell geltende Höchstgeschwindigkeit informiert. Er kann auch gewarnt werden, wenn er schneller fährt, als erlaubt.

Vorausschauender Fußgängerschutz: Fußgänger sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Der vorausschauende Fußgängerschutz erkennt mittels Radar- oder Videosensor zum Beispiel frühzeitig Passanten, die unvermittelt die Fahrbahn queren und dabei vom Auto erfasst werden könnten. Schneller als jeder Mensch führt das System dann automatisch eine Notbremsung durch. So wird ein Zusammenstoß vermieden oder zumindest die Geschwindigkeit vor dem Aufprall und damit die Schwere der Verletzung reduziert.

Vorausschauende Kollisionswarnung: Die Funktion erkennt mit Hilfe eines Radarsensors, wenn in der Fahrspur voraus eine Kollision mit einem Hindernis droht. Das Assistenzsystem baut dann blitzschnell den Bremsdruck auf und bereitet die Bremsanlage somit auf eine Vollbremsung vor. Gleichzeitig wird der Fahrer über ein optisches oder akustisches Signal vor der Kollisionsgefahr gewarnt. Tritt er auf die Bremse, steht ihm unmittelbar die volle Verzögerungsleistung zur Verfügung, und der Bremsweg wird deutlich kürzer.

Vorausschauendes Notbremssystem: Das vorausschauende Notbremssystem ist eine Erweiterung der vorausschauenden Kollisionswarnung. Erkennt ein Radar- oder Videosensor vor dem Auto ein potenzielles Hindernis, wird die Bremsanlage zunächst auf eine Vollbremsung vorbereitet und der Fahrer gewarnt. Bleibt seine Reaktion aus, leitet das System eine Teilbremsung ein, um die mögliche Reaktionszeit zu verlängern. Sobald der Fahrer auf das Bremspedal tritt, unterstützt ihn das System dabei, einen Unfall zu vermeiden: Es berechnet die notwendige Bremskraft und erhöht diese automatisch, sollte der Fahrer zu schwach bremsen. Reagiert der Fahrer auch auf die Teilbremsung nicht und erkennt das System, dass ein Unfall unvermeidbar ist, leitet es eine Vollbremsung ein. Unfallfolgen können so deutlich gemildert werden.

Elektronische Helfer machen das Einparken zum Kinderspiel
Anhänger-Rückfahr-Assistent: Das Rangieren eines Auto-Anhänger-Gespanns ist eine Kunst für sich. Mit dem Anhänger-Rückfahr-Assistent können Autofahrer ihr Fahrzeug mit Anhänger bequem per Smartphone oder Tablet-Computer von außen steuern. Basis bilden dabei die elektrische Servolenkung, das elektronische Stabilitätsprogramm ESP, das elektronische Gaspedal und eine Anhängerkupplung mit Knickwinkel-Sensor. Per App lassen sich Lenkwinkel und Geschwindigkeit wählen. Der Fahrer kann sich so positionieren, dass er einen guten Überblick über das Geschehen hat.

Einparkhilfe: Die meisten Unfälle ereignen sich beim Parken. In die Stoßfänger integrierte Ultraschallsensoren messen bei einer Fahrgeschwindigkeit von bis zu zehn Stundenkilometer während des Parkmanövers permanent die Distanz zu etwaigen Hindernissen im Parkraum. Der Fahrer wird optisch und/oder akustisch zum Beispiel vor anderen parkenden Fahrzeugen gewarnt. Je näher sein Auto einem Hindernis kommt, desto hochfrequenter wird der akustische Warnton bis hin zum Dauer-Piepton.

Fernbedienbarer Parkassistent: Wie von Geisterhand parken sich Fahrzeuge mit dem fernbedienbaren Parkassistenten selbst. Der Fahrer muss nur eine Taste am Zündschlüssel oder auf dem Smartphone drücken und gedrückt halten. Sodann manövriert sich das Auto automatisch in die zuvor mit Ultraschallsensoren erkannte und vermessene Parklücke. Der Fahrer bleibt aber für das Parkmanöver verantwortlich. Lässt er die Taste am Schlüssel oder auf dem Smartphone los, bricht der Assistent den Einparkvorgang unverzüglich ab.

Manövrierbremsassistent: Bei Geschwindigkeiten bis zehn Stundenkilometer überwachen Ultraschallsensoren in einer Entfernung von bis zu vier Metern das komplette Umfeld rund um das Fahrzeug. Anhand der Sensorinformationen erkennt der Assistent relevante und nicht-relevante Hindernisse und errechnet den Fahrweg. Droht eine Kollision, erhält der Fahrer eine Warnung. Reagiert er nicht, stoppt das System das Auto von alleine.

Parkassistent: Mit Hilfe von Ultraschallsensoren erkennt das System die für den jeweiligen Fahrzeugtyp passende Längs- oder Querparkbucht und informiert den Fahrer. Bei Aktivierung lenkt der Assistent das Auto dann selbstständig in die Lücke. Der Fahrer bleibt fürs Gasgeben und Bremsen verantwortlich.

Querverkehrswarnung: Beim Rückwärtsausparken aus Querparklücken erkennt das radargestützte System in einer Entfernung von bis zu 50 Metern Fahrzeuge, Fahrradfahrer und Fußgänger, die hinter dem Auto queren. Der Fahrer wird dann rechtzeitig akustisch oder optisch vor einer drohenden Kollisionsgefahr gewarnt.

Mobility Solutions ist der größte Unternehmensbereich der Bosch-Gruppe. Er trug 2015 mit 41,7 Milliarden Euro 59 Prozent zum Umsatz bei. Damit ist das Technologieunternehmen einer der führenden Zulieferer der Automobilindustrie. Der Bereich Mobility Solutions bündelt seine Kompetenzen in den drei Domänen der Mobilität – Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung – und bietet seinen Kunden ganzheitliche Mobilitätslösungen. Die wesentlichen Geschäftsfelder sind: Einspritztechnik und Nebenaggregate für Verbrennungsmotoren sowie vielfältige Lösungen zur Elektrifizierung des Antriebs, Fahrzeug-Sicherheitssysteme, Assistenz- und Automatisierungsfunktionen, Technik für bedienerfreundliches Infotainment und fahrzeugübergreifende Kommunikation, Werkstattkonzepte sowie Technik und Service für den Kraftfahrzeughandel. Wichtige Innovationen im Automobil wie das elektronische Motormanagement, der Schleuderschutz ESP oder die Common-Rail-Dieseltechnik kommen von Bosch.

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI8924 - 19. Mai 2015

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Jörn Ebberg

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