Mobility Solutions

Volatile Konjunktur und ökologische Trends Bosch treibt Innovationsprojekte der Automobilindustrie voran Weiter auf Wachstumskurs – mehr Beschäftigte

  • Bosch-Gruppe wird 2011 mehr als 50 Milliarden Euro Umsatz erzielen
  • Mit Kraftfahrzeugtechnik die 30-Milliarden-Euro-Schwelle überspringen
  • Fehrenbach: „Unfall- und Umweltschutz überall erschwinglich machen“
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  • 13. September 2011
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Pressetext

Frankfurt/Main, Stuttgart – „Auch wenn die konjunkturelle Dynamik im ersten Halbjahr ihren Höhepunkt überschritten hat, so ist das noch lange kein Abbruch und schon gar nicht Anlass für panische Bremsreaktionen. Welt-weit rechnen wir 2011 noch mit einem Zuwachs der Automobilproduktion um fünf Prozent.“ Mit dieser Analyse eröffnete Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung, die Bosch-Pressekonferenz auf der Internationalen Automobilausstellung 2011 in Frankfurt. Wie Fehrenbach vor internationalen Medienvertretern sagte, ist diese konjunkturelle Entwicklung jedoch Anlass für erhöhte Wachsamkeit. Nach seinen Worten hat zwar das Wachstum der Automärkte in den Schwellenländern zuletzt etwas nachgelassen, doch werden die aufstrebenden Länder Asiens und Südamerikas ihren Aufholprozess gegenüber den etablierten Märkten über das Jahr hinaus fortsetzen.

Zehn Prozent Wachstum für die Bosch-Gruppe erwartet
Vor diesem Hintergrund erwartet die Bosch-Gruppe mit den Unternehmensbereichen Kraftfahrzeug- und Industrietechnik sowie Gebrauchsgütern und Gebäudetechnik für das zweite Halbjahr 2011 zwar ein leicht verlangsamtes Wachstum. Dennoch wird das Umsatzplus nahezu zehn Prozent erreichen. „Somit bleiben wir zuversichtlich, mit der Bosch-Gruppe die Umsatzmarke von 50 Milliarden Euro zu übertreffen“, sagte Fehrenbach. Zugleich werde der Umsatz mit Kraftfahrzeugtechnik die Schwelle von 30 Milliarden Euro überspringen.

Das Wachstum bei Bosch wirkt sich positiv auf die Beschäftigung aus.Für die Bosch-Gruppe rechnet Fehrenbach im Jahresverlauf mit einem Zuwachs um 15 000 auf gut 300 000 Mitarbeiter, bei der Kraftfahrzeugtechnik mit einem Plus von 10 000 auf dann rund 177 000 Beschäftigte. Die Zukunftsaufwendungen hält Bosch auf hohem Niveau. Mit 3,3 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung allein bei der Kraftfahrzeugtechnik liegt die F&E-Quote 2011 bei mehr als zehn Prozent. „Das sind unsere Vorleistungen, um den Strukturwandel der Automobilindustrie mit zu gestalten“, betonte Fehrenbach.

Strukturwandel in der Automobilbranche
Der Strukturwandel in der Automobilbranche beschäftigt Bosch als global aufgestellten Zulieferer besonders. Nicht das absolute Wachstum der welt-weiten Automobilproduktion ist für Fehrenbach die primäre Frage, sondern seine Verteilung nach Regionen und Segmenten. Dazu nannte der Geschäftsführer die wesentlichen Rahmenbedingungen. Allen voran verschiebe sich das Wachstum der Automobilproduktion weiter in die aufstrebenden Länder Asiens. Trotz konjunktureller Schwankungen halte dort die Marktdynamik an – der Nachholbedarf an individueller Mobilität sei nach wie vor enorm groß. So habe Indien erst ein Fünfzigstel der westeuropäischen Fahrzeugdichte erreicht, China ein Fünfzehntel.

Dieser Nachholbedarf wird nach Einschätzung Fehrenbachs aber vor allem mit kleinen und kostengünstigen Fahrzeugen gedeckt. Damit lege die weltweite Produktion im Laufe der Dekade zwar nach ihrer Stückzahl kräftig zu, aber weniger nach ihrem Wert.

Zugleich aber steigen die technischen Ansprüche in allen Märkten, betonte Fehrenbach. Auch kleine, kostengünstige Fahrzeuge müssten den weltweit verschärften Emissions- und Verbrauchsvorschriften entsprechen. Über allem stehe auch die Forderung nach mehr Sicherheit. Die Vereinten Nationen beispielsweise hätten die Dekade der Sicherheit ausgerufen – Bosch liege mit seinem Leitmotiv „Technik fürs Leben“ richtig. Fehrenbach: „Wir setzen alles daran, Unfall- und Umweltschutz überall erschwinglich zu machen.“

Schließlich wird sich die Automobilindustrie nach Worten des Geschäftsführers auf technische Umbrüche einstellen – sei es der Weg von der Fahrerassistenz zum autonomen Fahren, sei es der Übergang zur Elektromobilität. Und das sei die größte Herausforderung für Hersteller und Zulieferer.

Die entsprechenden Lösungen marktreif zu machen, das setze Systemwissen auf allen Seiten voraus, wie es Bosch als ein breit aufgestelltes Unternehmen habe. „So sind wir ein Treiber des Strukturwandels“, sagte Fehrenbach.

Verstärktes Engagement in Asien
Konkret verstärkt der Unternehmensbereich Kraftfahrzeugtechnik sein Engagement in der Wachstumsregion Asien. Hier konnte er trotz Krise seinen Jahresumsatz im Vergleich zu 2007 um die Hälfte steigern. Hier beschäftigt er zum Jahresende nahezu 10 000 seiner weltweit 29 000 Entwickler. Hier setzt Bosch nahezu jedes dritte Dieselsystem ab und hier sollen zwischen 2011 und 2013 nochmals 1,5 Milliarden Euro investiert werden. Das Engagement reicht bis in den Bereich Handel und Service: Im Sommer wurde in China der 1000. Bosch Car Service eröffnet.

Wie Fehrenbach betonte, ist es entscheidend, für die Bedürfnisse vor Ort und damit für die Wachstumsregionen kostengünstige Lösungen zu entwickeln. So schreibt beispielsweise die Einparkhilfe Parkpilot in China eine Erfolgsgeschichte.

Weltweit gestecktes Ziel: mehr Energieeffizienz
Egal ob beim Benziner oder beim Diesel – für Verbrennungsmotoren sind weniger Kraftstoffverbrauch und reduzierte Kohlendioxidemissionen weltweit gesteckte Ziele. Bosch bietet die Technik, um die entsprechenden Werte neuer Motorengenerationen um etwa ein Drittel zu senken. So plant Bosch 2013 mit 7,2 Millionen Stück dreimal soviel Benzindirekteinspritzsysteme abzusetzen wie 2010. Im selben Zeitraum soll der Absatz des Dieseleinspritzsystems Common Rail von jährlich knapp neun Millionen auf mehr als zwölf Millionen steigen. Mit solchen Techniken wird die zunehmende Mobilität umweltschonend gestaltet. „Was ökologisch sinnvoll ist, nutzt uns ökonomisch“, sagte Fehrenbach.

Ökologisch sinnvoll ist die Elektromobilität auf Basis regenerativer Energiequellen. Auf dem Weg zum Elektroauto wendet allein Bosch gegenwärtig jährlich 400 Millionen Euro auf – vor allem für Antriebsbatterien, Elektromotoren und Leistungselektronik. Schon bis 2013 wird das Unternehmen aus seinem Portfolio zur Elektromobilität 20 Projekte bei zwölf Automobilherstellern beliefern.

Wie dem Umweltschutz widmet Bosch auch dem Unfallschutz große Aufmerksamkeit. Auf Basis staatlicher Einbauvorgaben steigen zwischen 2010 und 2015 weltweit die Installationsraten von Sicherheitssystemen, die Bosch als erstes Unternehmen in den Markt eingeführt hatte: beim Antiblockiersystem ABS von 75 auf knapp 90 Prozent, beim Schleuderschutz ESP® von 40 auf nahezu 60 Prozent. Überdies gilt es, so Fehrenbach, der Vision der Automobilindustrie vom unfallfreien, autonomen Fahren möglichst nahe zu kommen. Die Entwicklung solcher Assistenzfunktionen gehe Schritt für Schritt vor sich: hin zu immer höheren Geschwindigkeitsbereichen und komplexeren Fahrsituationen. Bei Bosch arbeiten mehr als 600 Entwickler an diesen Themen.

Mobility Solutions für den Verkehr von morgen
Mehr Fahrsicherheit, mehr Komfort und auch effizientere Mobilität bieten neue Funktionen, die aus der stärkeren Vernetzung des Autos mit seiner Umwelt entstehen. Bosch beteiligt sich intensiv an der Entwicklung von Car-to-X, der Kommunikation von Auto zu Auto oder zwischen Auto und der Fahrzeugumgebung. Ziel ist die schnelle Warnung vor kritischen Verkehrssituationen oder Gefahrenstellen. Ein anderes Arbeitsfeld sind Infrastrukturlösungen für die kommende Elektromobilität. Mit einem Pilotprojekt in Singapur erprobt Bosch eine Serviceplattform, die Fahrer von Elektro-mobilen und Diensteanbieter wie Energieversorger oder Parkraumanbieter mit dem Ziel einer effizienten, komfortablen Mobilität vernetzen wird.

Bosch stellt sich bei allen seinen Entwicklungen für die Mobilität von morgen auf die zunehmende Unsicherheit der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein. Nach Worten Fehrenbachs muss das Zulieferunternehmen, ebenso wie die gesamte Automobilindustrie, seine großen Innovationsprojekte über konjunkturelle Schwankungen hinweg voranbringen. Zuverlässigkeit habe schon immer die Innovationspartnerschaft von Herstellern und Zulieferern getragen – in volatilerem Umfeld werde sie jedoch noch wichtiger: „Auch dafür steht Bosch. Unsere Partner können sich auf uns verlassen.“ schloss Fehrenbach die IAA-Pressekonferenz.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Mobility Solutions ist der größte Unternehmensbereich der Bosch-Gruppe. Er trug 2015 mit 41,7 Milliarden Euro 59 Prozent zum Umsatz bei. Damit ist das Technologieunternehmen einer der führenden Zulieferer der Automobilindustrie. Der Bereich Mobility Solutions bündelt seine Kompetenzen in den drei Domänen der Mobilität – Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung – und bietet seinen Kunden ganzheitliche Mobilitätslösungen. Die wesentlichen Geschäftsfelder sind: Einspritztechnik und Nebenaggregate für Verbrennungsmotoren sowie vielfältige Lösungen zur Elektrifizierung des Antriebs, Fahrzeug-Sicherheitssysteme, Assistenz- und Automatisierungsfunktionen, Technik für bedienerfreundliches Infotainment und fahrzeugübergreifende Kommunikation, Werkstattkonzepte sowie Technik und Service für den Kraftfahrzeughandel. Wichtige Innovationen im Automobil wie das elektronische Motormanagement, der Schleuderschutz ESP oder die Common-Rail-Dieseltechnik kommen von Bosch.

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI7496 - 13. September 2011

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Stephan Kraus

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