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Bosch Engineering nimmt neues Akustikprüfzentrum in Betrieb

  • Entwicklungskompetenz um NVH-Dienstleistungen erweitert
  • Moderner NVH-Rollenprüfstand verlagert Entwicklung von der Straße ins Labor
  • Übergreifender Entwicklungsansatz für die Gesamtsystemoptimierung

Abstatt – Bei modernen Fahrzeugen nehmen die Anforderungen an die Fahrzeugakustik als Qualitätskriterium immer weiter zu. Ursache der störenden Fahrgeräusche sind hör- oder spürbare Schwingungen, die im Betrieb von einzelnen Komponenten ausgehen und über die Fahrzeugstruktur und als Luftschall weitergetragen werden. Akustikexperten bezeichnen dieses Phänomen als NVH (Noise, Vibration, Harshness: Geräusch, Vibration, Rauigkeit). Die Minimierung der Fahrgeräusche mithilfe von NVH-Untersuchungen ist daher fester Bestandteil der Fahrzeugentwicklung. „Die zunehmende Verkürzung der Entwicklungszyklen erfordert eine ideale Integration der Akustikoptimierung in die bestehenden Entwicklungsprozesse“, erklärt Jörg Vetter, Senior Manager, New Calibration Services & Products bei Bosch Engineering, der auf Entwicklungsdienstleistungen für Fahrzeug- und Motorenhersteller spezialisierten Tochtergesellschaft der Robert Bosch GmbH. Mit einem neuen Akustikprüfzentrum in Abstatt schafft das Unternehmen optimale Voraussetzungen für einen effizienten NVH-Entwicklungsprozess, mit dem sich die Entwicklungszeit weiter reduzieren und gleichzeitig die Akustikqualität der Fahrzeuge erhöhen lässt.

Dienstleistungen für den gesamten Akustikentwicklungsprozess

Der Themenbereich Akustik ist bei der Fahrzeugentwicklung von zentraler Bedeutung. Ursachen sind zum einen die vom Gesetzgeber für die Fahrzeugzulassung vorgegebenen Außengeräuschpegel. Zum anderen steigen die Ansprüche von Fahrzeugkäufer- und -halter hinsichtlich Schwingungs- und Geräuschkomfort. Neue Antriebstechnologien wie Elektro- und Hybridfahrzeuge stellen die Akustiker zusätzlich vor hohe und teilweise ganz spezifische Anforderungen an die NVH-Entwicklung. Daher nimmt die Akustik einen immer größeren Stellenwert bei der Fahrzeugentwicklung ein und muss schon in der frühen Konzeptionsphase neuer Modelle berücksichtigt werden. Bosch Engineering unterstützt die Automobilhersteller bei der NVH-Optimierung durch einen übergreifenden Entwicklungsansatz, der auf die Optimierung des Fahrzeugs fokussiert. „Bei der Akustikanalyse nutzen wir die Synergien, die sich aus der engen Zusammenarbeit innerhalb von Bosch Engineering sowie mit den Akustikern der Bosch-Gruppe ergeben“, sagt Jörg Vetter. Das Unternehmen bietet den Kunden dabei ein umfassendes Dienstleistungspaket entlang der kompletten Produktentstehungskette eines neuen Fahrzeugs an – beratend in der Konzeptphase und begleitend in der Entwicklungsphase – und unterstützt sie dabei, das NVH-Verhalten der Fahrzeuge weiter zu verbessern.

Akustik auf dem Prüfstand

Untersuchungen des akustischen Verhaltens während der Fahrt werden häufig mithilfe von Testfahrten auf der Straße oder abgesperrten Prüfstrecken durchgeführt. Die Herausforderung: Die Messergebnisse werden stark von äußeren Einflüssen wie Umgebungsgeräuschen, der Wettersituation oder dem Fahrerprofil beeinflusst. Testreihen sind daher oft langwierig und führen kaum zu reproduzierbaren Ergebnissen. Mit dem hochmodernen Akustikprüfzentrum in Abstatt schafft Bosch Engineering ein ideales NVH-Umfeld. Im speziell von der Außenwelt entkoppelten Halb-Freifeldraum lassen sich neue oder geänderte Komponenten und Applikationen effizienter und unter gleichen Randbedingungen testen und miteinander vergleichen. Das reduziert den Kosten- und Zeitaufwand bei der Akustikentwicklung neuer oder der Optimierung aktueller Fahrzeuge erheblich. Jörg Vetter: „In unserem Prüfzentrum können wir Geräuschquellen, die den Fahrkomfort beeinträchtigen, rasch aufspüren und zusammen mit den Kunden Gegenmaßnahmen entwickeln.“ Die maßgeschneiderten und reproduzierbaren Mess-, Analyse- und Bewertungsverfahren des Entwicklungszentrums erlauben eine schnelle Bewertung und Optimierung akustischer Phänomene.

Hochmoderne Prüfstands-Technik

Kern des Akustikprüfzentrums von Bosch Engineering bildet ein speziell ausgerüsteter Fahrzeugrollenprüfstand. Er eignet sich für Fahrzeuge mit verschiedensten Antriebskonzepten (Verbrennungsmotor, Hybrid, Elektroantrieb) und Antriebssträngen (Allrad-, Front- und Heckantrieb). Die vier Rollen decken mit einer Leistung von jeweils 150 kW einen Geschwindigkeitsbereich bis 250 km/h ab und sind unabhängig voneinander steuerbar. Somit können verschiedene Radmomente simuliert werden, beispielsweise um Kurvenfahrten und unterschiedliche Radbelastungen nachzubilden. Eine wirksame Schallisolierung der Messkabine und geräuscharm ausgelegte Rollen reduzieren die Hintergrundgeräusche auf ein Minimum, sodass auch niedrige Schallpegel gemessen werden können. Das ist insbesondere für Tests an Elektrofahrzeugen ein wichtiger Wettbewerbsvorteil, bei denen die Maskierung der Fahrzeuggeräusche durch den Verbrennungsmotor fehlt und die Akustik der Nebenaggregate viel stärker wahrgenommen wird. Auch für künftige Wasserstofffahrzeuge ist der Prüfstand mit entsprechenden Überwachungsfunktionen ausgelegt.

Räumlich getrennt von dem Rollenprüfstand befinden sich Laboreinrichtungen für detaillierte Schwingungs- und Schallleistungsmessungen, Modalanalysen – also die Aufschlüsselung des dynamischen NVH-Verhaltens – sowie das Soundstudio. Es verfügt über eine Hightech-Ausstattung inklusive binauraler Tonwiedergabe mittels Kopfhörer und Higher-Order-Ambisonics-Wiedergabemöglichkeit über 13 Lautsprecher. Damit lässt sich beispielsweise das Akustikverhalten unterschiedlicher Komponenten rein virtuell vergleichen, ohne dass diese im realen Fahrzeug verbaut sein müssen. Zudem kann per Knopfdruck sehr schnell und einfach zwischen zwei NVH-Situationen geschaltet werden, um sie miteinander vergleichen zu können.

Dem Prüfbereich vorgelagert ist die Rüsthalle, in der die Fahrzeuge auf die Tests vorbereitet werden. Eine Möglichkeit zur Vorklimatisierung für bis zu 10 Fahrzeuge gleichzeitig schafft die Voraussetzung für eine effiziente Durchführung auch umfangreicher Messreihen und reproduzierbarer Messergebnisse.

Über Bosch Engineering GmbH

Die Bosch Engineering GmbH ist eine 100-prozentige Tochter der Robert Bosch GmbH mit Hauptsitz in Abstatt bei Heilbronn. Als Systementwicklungspartner der Automobilindustrie bietet das Unternehmen seit 1999 Entwicklungsdienstleistungen für den Antriebsstrang, Sicherheits-, Komfort- sowie E/E-Systeme vom Konzept bis zur Serie. Mit den Vorteilen erprobter Großserientechnik von Bosch entwickelt der Elektronik- und Softwarespezialist maßgeschneiderte Lösungen für vielfältige Einsatzgebiete von Personenkraftwagen über Nutzfahrzeuge, Off-Highway-Anwendungen bis hin zu Schienen- und Freizeitfahrzeugen, Schiffen und industriellen Anwendungen. Zudem bündelt die Bosch Engineering GmbH alle Motorsportaktivitäten der Bosch Gruppe.

Mehr Informationen unter www.bosch-engineering.de

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 410 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2018). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von 78,5 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Als führender Anbieter im Internet der Dinge (IoT) bietet Bosch innovative Lösungen für Smart Home, Smart City, Connected Mobility und Industrie 4.0. Mit seiner Kompetenz in Sensorik, Software und Services sowie der eigenen IoT Cloud ist das Unternehmen in der Lage, seinen Kunden vernetzte und domänenübergreifende Lösungen aus einer Hand anzubieten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten sowie Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 460 Tochter- und Regionalgesellschaften in mehr als 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs-, Entwicklungs- und Vertriebsverbund von Bosch über fast alle Länder der Welt. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit rund 68 700 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an rund 130 Standorten.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.iot.bosch.com, www.bosch-presse.de, www.twitter.com/BoschPresse.

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