Mobility Solutions

Von Toronto nach Texas Truck unter Druck Mit Bosch-Technik im Frachtraum und unter der Haube

  • Bosch-Einspritztechnik im Freightliner Cascadia mit 1 200 bar Systemdruck
  • Bis zu fünf Prozent Kraftstoffeinsparung mit intelligentem Assistenzsystem Eco.Logic motion
  • Bosch Truck-Technik: Von Antriebstechnologien über Kombiinstrumente bis hin zur Servolenkung
Grellorange leuchtet der Turban in den dunklen Himmel über Texas. Eigentlich trägt man hier ja Cowboyhut, aber erstens kennt sich Jaspreet Bola eher mit Pferdestärken als -ställen aus, und zweitens bleibt er ohnehin lieber bei der eigenen Tradition. Es ist acht Uhr morgens, als der junge Sikh aus seinem schweren Truck klettert. Ein Parkplatz kurz vor Dallas, regnerisch und grau, Zeit für einen schnellen Kaffee, eine Cola und einen Burger. Höchstens Hühnchen, auf keinen Fall Rind – auch nicht für Bolas Kopiloten Manjinder Sidhu, ebenfalls ohne Cowboyhut, dafür mit blau-weißer Wollmütze. Die Texas Longhorns, die am Horizont friedlich grasen, haben von diesen beiden nichts zu befürchten. Bola und Sidhu kommen aus dem Punjab, einer Region im Norden Indiens, leben aber seit Jahren in Kanada. Und fahren als Trucker jede Woche Tausende von Meilen durch die Landschaften Nordamerikas. Tag und Nacht. Einer fährt, der andere schläft. Fast immer die gleiche Strecke, von Toronto, der größten Stadt Kanadas, bis nach Laredo, ganz im Süden der Vereinigten Staaten.

Im Bosch-Lagerhaus in Laredo werden täglich 100 Trucks abgefertigt
Ihr Ziel dort: das Bosch-Lagerhaus, über 11 000 Quadratmeter groß und nur einen Steinwurf von der mexikanischen Grenze entfernt. Der blassgelbe, unscheinbare Bau ist eine der Drehscheiben für die Bosch-Logistik in Nordamerika: Rund 750 000 Paletten werden hier jedes Jahr bewegt, täglich um die 100 Trucks abgefertigt. „Das geht ganz schnell“, sagt Bola: „Rückwärts an die Rampe, Rohteile raus, fertige Komponenten rein, nach einer Stunde geht’s weiter.“ Auch dieses Mal bringen Bola und Sidhu Bolzen und Muttern, Plastikteile und Dichtungen aus den USA und Kanada nach Laredo. Dort werden solche und ähnliche Komponenten für den Weitertransport in die mexikanischen Bosch-Werke zusammengestellt – und in der Regel innerhalb von 24 Stunden verladen. Bola und Sidhu wiederum haben auf der Rückfahrt Richtung Norden die fertigen Produkte aus Toluca, San Luis Potosí oder Aguascalientes an Bord: Zündspulen oder Wischersysteme, Bremskomponenten, Sensoren und vieles andere – für die großen Autobauer in Detroit und Umgebung.

Bis zu 1 200 bar Einspritzdruck sorgen für effiziente Verbrennung
Bosch-Technik findet sich aber nicht nur im Frachtraum der beiden Trucker, sondern auch unter der langen Motorhaube ihres Freightliner Cascadia Evolution. Dort sorgt ein Detroit-DD15-Motor für den nötigen Antrieb, mit sechs Zylindern, rund 500 PS, knapp 15 Litern Hubraum – und dem hocheffizienten Common-Rail-Einspritzsystem CRSN4 von Bosch: Hochdruckpumpe und Rail kommen aus dem Werk Jihlava in Tschechien, der extrem präzise arbeitende Injektor aus dem deutschen Werk in Homburg. „Der Freightliner zieht gut, verbraucht weniger als andere und ist angenehm leise“, sagt Manjinder Sidhu. Die Pumpe sorgt für einen Systemdruck von bis zu 1 200 bar, der Injektor verfügt über einen integrierten hydraulischen Übersetzer, der den maximalen Einspritzdruck noch einmal mehr als verdoppelt. Die Folge: Der Motor verbrennt Kraftstoff sparsam, effizient – und sorgt für den richtigen Schub im richtigen Moment. Nicht nur im Cascadia, sondern in Millionen von Nutzfahrzeugen in Nordamerika und im Rest der Welt.

Das alles ist auf dem pfützennassen Parkplatz in Texas allerdings gerade kein Thema: Bola und Sidhu rechnen lieber aus, wie lange sie noch bis Laredo brauchen – und vor allem, ob sie rechtzeitig zu Diwali, dem indischen Lichterfest, wieder zurück in Toronto sind. Rund zwei Drittel der Fahrt liegen hinter ihnen. „Wir rechnen mit ungefähr 34 Stunden pro Strecke“, sagt Sidhu. Staus gibt es selten, getankt wird nur einmal, und die gesetzlich vorgeschriebenen Pausen sind bei zwei Fahrern nicht allzu lang. Die Strecke kennen sie längst auswendig: 2 948 Kilometer durch den südlichsten Zipfel Kanadas, über die US-Grenze bei Detroit, durch die Industrielandschaften von Michigan und Ohio, quer durch die Felder und Wälder Indianas und Illinois’, über den Mississippi nach Missouri, und wenn dann irgendwann der Himmel weiter und das Licht fahler wird, wenn im Radio das Banjo die Gitarre ablöst, dann ist der Süden erreicht, welcome to Texas. Kanada ist jetzt weit weg.

Wird das nicht langweilig? Immer die gleichen Highways, die gleichen Tankstellen? Bola lacht. „Kommt drauf an, ob man sich auf etwas freuen kann“, meint er. Er kann, träumt vom Häuschen in einem Vorort von Toronto, davon, seine Freundin zu heiraten. Dafür spart er, legt regelmäßig Geld beiseite. Er und Sidhu gehören zu der großen Gruppe indisch-stämmiger Trucker, die für kanadische Speditionen unterwegs sind. „Wir Sikhs gelten als ehrlich und zuverlässig“, sagt Kashmir Singh, ein Kollege von Bola und Sidhu. Singh fährt seit vielen Jahren quer durch Nordamerika, war schon in allen 48 Festlandsstaaten der USA. Inzwischen arbeitet er auf eigene Rechnung, sein Truck gehört ihm, auch wenn an der Seite das Logo von Gigg Express klebt, der Firma, für die die drei Fahrer derzeit unterwegs sind. Bezahlt wird nach Meilen, der Dieselpreis macht sich deshalb bei den selbstständigen Fahrern sofort bemerkbar. Jeder Preissprung rückt Bolas Eigenheim ein paar Monate weiter in die Zukunft.

Eco.Logic motion von Bosch spart bis zu fünf Prozent Kraftstoff
Sparsame Motoren sind also gefragt. Auch deshalb hat sich Bolas Bruder, dem der Truck gehört, für den Freightliner entschieden. Denn der hat nicht nur moderne Dieseltechnik an Bord, sondern auch ein intelligentes Assistenzsystem aus dem Bosch-Geschäftsbereich Car Multimedia, die Eco.Logic motion. Das System nutzt eine digitale Karte und weiß schon lange vor dem Fahrer, ob es bergauf oder bergab geht, ob eine Kurve kommt oder eine lange Gerade. Und weil das System auch die aktuelle Geschwindigkeit und den eingelegten Gang erkennt, kann es zusammen mit dem Automatikgetriebe vorausschauend beschleunigen oder unnötiges Schalten vermeiden – ganz ohne Zutun des Fahrers. Einsparpotenzial der Eco.Logic motion: bis zu fünf Prozent Kraftstoff. „Jeder Liter weniger ist willkommen“, sagt Jaspreet Bola, während er gerade irgendwo im tiefen Missouri für ein paar Hundert Dollar tankt. Der Diesel, da sind sich alle Fahrer einig, wird auf absehbare Zeit der wichtigste Antrieb im Transportgeschäft bleiben. Umso wichtiger also, den Verbrennungsmotor weiter zu verbessern, ihn noch effizienter und kostengünstiger zu machen. Bosch arbeitet intensiv daran. Damit Singh, Sidhu und Millionen anderer Trucker seltener tanken müssen. Damit die Umwelt weniger belastet wird. Und damit Jaspreet Bolas Traum von Hochzeit und Häuschen vielleicht ein bisschen früher wahr wird …

Ideen und Technologien von Bosch für Trucks von heute und morgen
Amerikanischer Antrieb: Der Dieselmotor des Freightliners läuft mit Bosch-Einspritztechnik. Das Common-Rail-System CRSN4 sorgt für optimale Leistung, niedrigen Verbrauch und geringe Emissionen.

Schwer automatisiert: Irgendwann werden auch schwere Nutzfahrzeuge weitgehend automatisiert und vernetzt fahren. Auf dem Weg dahin kommt der Lenkung eine besondere Bedeutung zu. Die Robert Bosch Automotive Steering GmbH, der weltweit größte Hersteller von Servolenksystemen, fertigt bereits jetzt mit der Servotwin® das erste integrierte elektrohydraulische Lenksystem für schwere Nutzfahrzeuge (im hier beschriebenen Freightliner nicht verbaut). Das Lenksystem ermöglicht präzise Lenkaktivitäten bei hohem Tempo und zugleich ein komfortables Manövrieren des Nutzfahrzeugs bei niedriger Geschwindigkeit. In der weiteren Entwicklung wird die Servotwin® viele Assistenzfunktionen, die sich im Pkw bereits bewährt haben, erstmals im Nutzfahrzeug ermöglichen. Dazu gehören etwa korrektive Lenkeingriffe, falls das Fahrzeug unbeabsichtigt von der Spur abkommt, oder auch eine Staufolgefunktion, die den Fahrer erheblich entlastet. Ebenfalls möglich: eine Assistenzfunktion, die bei plötzlich auftretenden Windkräften die notwendige Lenkkorrektur erkennt und über den Elektromotor einleitet.

Digitaler Außenspiegel: Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs – denn es gibt keine großflächigen Außenspiegel mehr, die den Windwiderstand erhöhen. Außerdem hat der Fahrer eine deutlich bessere Sicht auf Gefahren, auch bei Nacht.

Frei programmierbares Kombiinstrument: Die Zeiten starrer mechanischer Instrumente sind vorbei. Das Display wird anpassbar an die Verkehrssituationen oder die Bedürfnisse des Fahrers und der Hersteller. Die extrem hohe Auflösung ermöglicht die genauere Darstellung von Informationen für den Fahrer.

Display Unit: Die Display Unit ist die zentrale Bedienoberfläche für Navigation und Entertainment. Der Fahrer kann sein Smartphone direkt verbinden und so eine Vielzahl von Apps direkt über den Touchscreen im Truck bedienen. Das Design und Bedienkonzept auf dem Fahrzeugdisplay ist auf die Fahrsituation angepasst.

Journalistenkontakt: Florian Flaig, Telefon: +49 711 811-6282
mehr Details
Beitrag sammeln
  • 20. Juli 2016
  • Presseinformation
  • Mobility Solutions
  • Bilder: 4
  • Videos: 1

Jenseits der Straße – Bosch stärkt Nutzfahrzeug- und Off-Road-Geschäft mit eigener Organisation

  • Eine neue Organisation für Verkauf und Systementwicklung
  • Mehr als Diesel-Injektoren: Farbdisplays und Sensoren im neuen Portfolio
Als die Führungsspitze von Bosch vor einigen Jahren intensiv über neue strategische Geschäftsfelder nachdachte, war der Bereich Commercial Vehicle & Off- Road (CVO) zunächst nur eine verheißungsvolle Idee. Marktstudien belegten, dass mehr dahinter steckt: In diesem Segment – vom Truck über die 4000 PS starke Baumaschine, den Gabelstapler bis hin zur Erntemaschine – liegt Wachstumspotenzial in Milliardenhöhe. Sei es in Ländern, in denen sich Umwelt- und Sicherheitsanforderungen verschärfen, oder in aufstrebenden Regionen, in denen Millionenstädte in kürzester Zeit entstehen.

Bisher jedoch konnte Bosch die Marktpotenziale aufgrund seiner Organisationsstruktur nicht voll ausschöpfen. Auf sich allein gestellt, konnten die meisten Geschäftsbereiche den CVO-Kunden nicht in allen Bereichen maßgeschneiderte Angebote machen. Seit Anfang dieses Jahres gibt es nun eine eigene schlagkräftige Einheit für den Bereich Commercial Vehicle & Off-Road.

Das Augenmerk der Mitarbeiter richtet sich nicht nur auf die großen Kunden, sondern darauf, die gesamte Kundenlandschaft vor Ort inklusive der kleineren Anbieter zu erschließen.

„Wir sind eine neue Einheit im Bereich Mobility Solutions und orientieren uns nur zum Teil an bisher bekannten Strukturen“, sagt Bereichs-Chef Johannes-Jörg Rüger. „Wir sind vielmehr eine Verkaufsorganisation mit integrierter Systementwicklung, die mit allen Geschäftsbereichen eng kooperiert.“

Marketingleiter Anton Beer sieht folgende Vorteile: Als bereichsübergreifende Organisation könne CVO dem Kunden jetzt „ganzheitliche Lösungen“ anbieten. „Wenn dieser seine Wirtschaftlichkeit steigern will, schauen wir nicht nur auf das Einspritzsystem“, erklärt Beer. „Wir betrachten alle Anwendungen. Das erfordert die Unterstützung durch mehrere Geschäftsbereiche.“ Ein Beispiel ist der Ersatz des Rückspiegels durch ein Kamerasystem mit Display.

Ein Ansprechpartner für jeden Kunden
Landmaschinen-Hersteller wolle man nicht nur mit Dieseleinspritzsystemen beliefern, sondern auch mit Farbdisplays oder Sensorik zur Fahrerassistenz. So gebe es in Zukunft für jeden Kunden genau einen Ansprechpartner – und zwar für die gesamte Produktpalette von Bosch. Beim Pkw ist das nichts Neues. Dort haben seit jeher Hersteller wie Daimler oder VW jeweils ihren eigenen Verkaufsverantwortlichen.

CVO ist jedoch keine reine Verkaufsorganisation, der Bereich ist auch in der Systementwicklung tätig. „Das können Produkte aus dem Pkw-Bereich sein wie beispielsweise eine Stereo-Video-Kamera, die wir gemeinsam mit den Geschäftsbereichen an den Nutzfahrzeug-Markt anpassen, das können aber auch eigene Produkte sein“, sagt Beer. Vor allem von Entwicklungen rund um die Themen Vernetzung und automatisiertes Fahren verspricht man sich Synergien mit dem Pkw-Bereich und ein nicht unerhebliches Umsatzwachstum.

Ob dies so kommen wird, hängt allerdings nicht nur von externen Faktoren ab. Entscheidend werde auch sein, die Potenziale dieser für Bosch „neuen“ Märkte mit Wissen um die jeweiligen Bedürfnisse der Kunden und der Regionen mit Wucht anzugehen, sagt Bereichs-Chef Rüger.

Die kleineren Stückzahlen und die höhere Varianz in den Off-Road-Segmenten erscheinen auf den ersten Blick weniger attraktiv als das Pkw-Geschäft, beobachtet Rüger. „Dafür haben unsere Projekte jedoch üblicherweise längere Laufzeiten und bieten damit lange Kundenbindungen – es lohnt also der zweite Blick.“

Zusätzliche Informationen:
Fahrerkabine der Zukunft – Bosch auf der Bauma 2016
http://www.bosch-presse.de/presseforum/details.htm?txtID=7581&tk_id=108

Journalistenkontakt:
Florian Flaig,
Telefon: +49 711 811-6282
mehr Details
Beitrag sammeln
  • 07. Juli 2016
  • Presseinformation
  • Mobility Solutions
  • Bilder: 3

Europäischer Erfinderpreis geht an den Vater des ESP Bosch-Ruheständler Anton van Zanten für sein Lebenswerk ausgezeichnet

  • Bosch-Geschäftsführer Dr. Volkmar Denner: „Anton van Zanten und seine Entwicklerkollegen sind die Schutzengel vieler Autofahrer.“
  • ESP hat allein in Europa bis heute mehr als 8 500 Menschenleben gerettet.
  • Nach dem Sicherheitsgurt ist ESP das wichtigste Sicherheitssystem im Auto.
  • Schleuderschutz kommt weltweit bereits in 64 Prozent aller neuen Fahrzeuge zum Einsatz.
Stuttgart/Lissabon – Für die Erfindung des Elektronischen Stabilitätsprogramms (ESP) ist Anton van Zanten heute in Lissabon vom Europäischen Patentamt (EPA) mit dem Europäischen Erfinderpreis 2016 in der Kategorie Lebenswerk ausgezeichnet worden. Der gebürtige Niederländer hat das Anti-Schleudersystem während seiner mehr als 25-jährigen Karriere bei Bosch als Leiter einer 35-köpfigen Forschungsgruppe entwickelt – 1995 ging es im Mercedes-Benz S600 erstmals in Serie. „Anton van Zanten und seine Entwicklerkollegen sind die Schutzengel vieler Autofahrer“, würdigte Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, nicht nur den Preisträger, sondern auch die Teamleistung. „Die Erfindung des ESP steht wie kaum eine zweite für unser Credo ‘Technik fürs Leben‘“, so der Bosch-Chef. Allein in Europa hat ESP bis heute mehr als 8 500 Menschen das Leben gerettet und mehr als eine Viertelmillion Verkehrsunfälle verhindert. Damit ist der Schleuderschutz nach dem Sicherheitsgurt und vor dem Airbag das wichtigste Sicherheitssystem im Auto.

ESP gehört in immer mehr Ländern zur Standardausstattung in Fahrzeugen
ESP vergleicht mit Hilfe intelligenter Sensoren 25-mal pro Sekunde, ob das Auto auch dahin fährt, wo der Fahrer hinlenkt. Weichen die Werte voneinander ab, greift das Schleuderschutzsystem ein und reduziert zunächst das Motormoment. Reicht das nicht aus, bremst es zusätzlich einzelne Räder ab und erzeugt damit die notwendige Gegenkraft, um ein Fahrzeug sicher in der Spur zu halten. Bis zu 80 Prozent aller Schleuderunfälle könnten mit ESP verhindert werden, wenn alle Fahrzeuge das Antischleudersystem an Bord hätten. Seit dem 1. November 2014 ist ESP innerhalb der Europäischen Union für alle neuzugelassenen Pkw und leichten Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen Pflicht. Neben der EU ist der Schleuderschutz auch in Australien, Kanada, Israel, Neuseeland, Russland, Südkorea, Japan sowie in der Türkei und den USA gesetzlich vorgeschrieben. Weltweit sind auch deshalb bereits 64 Prozent aller neuen Fahrzeuge mit ESP ausgestattet. Bosch hat bis heute mehr als 150 Millionen ESP-Systeme gefertigt.

Laufbahn mit vielen Erfindungen und zahlreichen Auszeichnungen
Mit der Erfindung des Elektronischen Stabilitätsprogramms haben Anton van Zanten und sein Bosch-Entwicklerteam nicht nur den Grundstein für mehr Sicherheit im Straßenverkehr gelegt. Das System ist auch die Basis für heutige Fahrerassistenzsysteme und des automatisierten Fahrens. Die zunehmende Automatisierung bietet die Chance, die Unfallzahlen weiter zu senken – allein in Deutschland um bis zu einem Drittel. Für Anton van Zanten ist ESP der größte, aber bei weitem nicht der einzige Erfolg. Der 75-Jährige ist ein Tüftler, wie er im Buche steht. Während seiner Laufbahn als Automobilingenieur ist er Urheber von rund 180 erteilten Patentfamilien gewesen. Neben ESP gehören dazu Erfindungen wie ein elektronischer Überschlagschutz und eine Anhängerstabilisierung. Seit 2003 befindet sich Anton van Zanten im Unruhestand. Bis zum heutigen Tag hält er Vorträge an Hochschulen über Fahrzeugsysteme und berät Automobilunternehmen. Für seine Beiträge zur Fahrzeugsicherheit ist Anton van Zanten bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Dem Europäischen Erfinderpreis kommt als Würdigung des Lebenswerks jedoch eine besondere Bedeutung zu.

Elfte Verleihung des Europäischen Erfinderpreises in fünf Kategorien
Der Europäische Erfinderpreis wird seit 2006 verliehen. Damit würdigt das Europäische Patentamt Forscher, Wissenschaftler, Techniker und Tüftler, deren Erfindungen vom EPA patentiert worden sind und die einen außerordentlichen Beitrag zum wirtschaftlichen, technischen und gesellschaftlichen Fortschritt geleistet haben. Das Besondere: Jedermann kann einen Erfinder für den Preis nominieren. Von den fast 400 Nominierten, die 2016 aus insgesamt 13 Ländern stammen, hat eine unabhängige, internationale Jury die 15 Finalisten ausgewählt. Die Jury entscheidet auch über die Preisvergabe in den fünf Kategorien „Industrie“, „Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)“, „Forschung“, „Außereuropäische Staaten“ und „Lebenswerk“. Die Gewinner des Erfinderpreises erhalten eine Trophäe in Form eines Segels als Symbol für Entdeckertum und menschliche Genialität. Die Trophäe wird jedes Jahr aus einem anderen Material hergestellt.

Journalistenkontakt: Jörn Ebberg, Telefon: +49 711 811-26223
mehr Details
Beitrag sammeln
  • 09. Juni 2016
  • Presseinformation
  • Mobility Solutions
  • Bilder: 4

Im Zentrum der europäischen Start-up-Szene Bosch SoftTec eröffnet Büro in Berlin Software-Lösungen für vernetzte Mobilität

  • Bosch baut Zusammenarbeit mit Start-ups und Vertretern aus dem Bereich der „vernetzten Mobilität“ aus
  • Bosch SoftTec eröffnet ein neues Büro und sagt „Hallo Berlin!“
  • Cornelia Yzer, Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung des Landes Berlin, hält Grußwort
  • IoT-Portfolio bei Bosch: Sensoren, Software, Services - und nun auch eine Bosch IoT-Cloud
Von Hildesheim nach Palo Alto, Shanghai, Bangalore – und nun Berlin. Bosch SoftTec, eine junge Tochtergesellschaft des Technologiekonzerns, hat jetzt auch eine Dependance in Europas Start-up-Hauptstadt eröffnet. „Mit cloudbasierten Services wollen wir die Zukunft der Mobilität mitgestalten“, sagt Torsten Mlasko, Geschäftsführer der Bosch SoftTec GmbH. Am 26. Mai 2016 sagt die Tochtergesellschaft „Hallo Berlin!“ beim „Bosch SoftTec Mobility Meetup“. In diesem Rahmen lädt das Unternehmen ausgewählte Start-ups aus dem Bereich „vernetzte Mobilität“ für einen Austausch ein. Auch Cornelia Yzer, Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung des Landes Berlin, wird teilnehmen.

Bosch SoftTec wurde 2012 als Tochter der Bosch Car Multimedia GmbH gegründet und beschäftigt mittlerweile über 200 Mitarbeiter weltweit. Mit dem neuen Büro will die 100-prozentige Bosch-Tochter das Berliner Start-up-Umfeld nutzen und voneinander lernen. Über Kooperationen mit anderen Start-ups, Hochschulen und Uni-Ausgründungen soll die Entwicklung von cloudbasierten Diensten für Infotainment und Mobilität vorangetrieben werden. Mit mySPIN hat Bosch SoftTec bereits eine Lösung entwickelt, mit der sich Smartphones einfach ins Auto einbinden lassen. Ein weiterer Fokus liegt auf cloudbasierter Software und Services, die ein vorausschauendes Fahren ermöglichen. Dank dieser zweiten Bosch SoftTec-Lösung, dem „Connected Horizon“, wird Autofahren noch sicherer, effizienter und komfortabler. Zu Beginn werden in der Hauptstadt rund ein Dutzend Entwickler arbeiten. Sie entwickeln Services, die alle auf der im März 2016 ebenfalls in Berlin vorgestellten Bosch IoT Cloud laufen werden.

Business-Inkubator bei Bosch Car Multimedia – BeYond GmbH
Seit Ende 2015 betreibt Bosch Car Multimedia außerdem den Business-Inkubator BeYond mit Büros in Berlin und Hildesheim. Ziel ist es, jungen Unternehmen aus dem Mobilitätssektor den Weg zur Marktreife durch Mentoring und finanzielle Unterstützung zu erleichtern. Mit dem Angebot stellt BeYond eine Plattform für eine Zusammenarbeit und den Austausch zwischen Bosch und jungen Unternehmen sowie Gründern bereit. Im März hat der Business-Inkubator Räumlichkeiten im betahaus in Kreuzberg bezogen.

Bosch IoT Cloud – die Basis der vernetzten Mobilitätslösungen
Bosch bietet rund um das Internet der Dinge eine nahezu einzigartige Kompetenz. Zum Portfolio gehört neben Sensoren, Software und Services auch eine eigene Cloud. Diese bildet die Grundlage für sämtliche vernetzte Lösungen von Bosch und seinen Partnern. Ihr deutscher Standort und die strengen europäischen Datenschutzrichtlinien bieten größtmögliche Geheimhaltung und Sicherheit der Daten – ein wichtiger Schlüssel zur Kundenakzeptanz bei der „vernetzten Mobilität“. Zudem legt die Bosch IoT Cloud den Grundstein für die digitale Wandlung und bietet dadurch Potenzial für vielfältige IoT-Geschäftsmodelle.

Bosch SoftTec – eines von vielen erfolgreichen Bosch Start-ups
Start-up-Kultur ist grundsätzlich nichts Neues für Bosch. Bosch Sensortec beispielsweise wurde 2005 gegründet und vertreibt sehr erfolgreich MEMS-Sensoren (Micro-Electro-Mechanical Systems) für die Unterhaltungselektronik. Bosch eBike Systems ist 2009 gestartet und mittlerweile Weltmarktführer im Premium-Segment für eBike-Antriebssysteme. 2014 schließlich hat Bosch eine eigene Start-up-Plattform ins Leben gerufen, um eigene Forschungsergebnisse außerhalb des Kerngeschäfts zügig in den Markt zu überführen. Mehrere Geschäftsbereiche haben ergänzend bereits eigene Inkubatoren gegründet.

Weiterführende Links:
www.bosch-softtec.com
http://go-be-yond.com/

Journalistenkontakt: Stephan Kraus, Telefon: +49 711 811-6286
mehr Details
Beitrag sammeln
  • 26. Mai 2016
  • Presseinformation
  • Mobility Solutions
  • Bilder: 2