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Benzineinspritzung, ABS, ESP, Sensoren Beispiele für Top-Innovationen von Bosch Dreizehn Spitzenleistungen aus mehr als 100 Jahren

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  • 09. Oktober 2015
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Pressetext

Stuttgart/Renningen – Mitte Oktober eröffnet Bosch seinen neuen Forschungscampus in Renningen nahe Stuttgart. Das Unternehmen hat hier mehr als 300 Millionen Euro investiert und 1 700 Arbeitsplätze in einer modernen und inspirierenden Umgebung geschaffen. Die Forschung und Entwicklung von Bosch arbeitet aber nicht nur an innovativen Produkten, sondern auch an der kontinuierlichen Verbesserung von Herstellungsverfahren. Auf diese Weise hat Bosch seit der Gründung im Jahr 1886 viele Innovationen hervorgebracht – eine Auswahl:

1902: Hochspannungs-Magnetzündung mit Zündkerze
Im Sommer 1901 beauftragte Robert Bosch seinen Mitarbeiter Gottlob Honold mit der Konstruktion einer Magnetzündung ohne das bisher übliche wartungsanfällige Abreißgestänge. Nach nur wenigen Monaten präsentierte Honold die Hochspannungs-Magnetzündung, auch Lichtbogenzündung genannt. Sie erzeugte durch zwei Wicklungen auf dem Anker eine Hochspannung. Diese wurde über eine einfache Kabelverbindung an eine Zündkerze weitergeleitet, zwischen deren Elektroden der Funke übersprang. Diese historische Erfindung hat den Automobilbau bis in dieses Jahrtausend geprägt. Kein Ottomotor würde ohne Zündung laufen. Bosch hat die Zündung über Jahrzehnte weiterentwickelt und produziert heute in seinem Geschäftsbereich Gasoline Systems erfolgreich moderne Zündungsprodukte für einen weltweiten Markt. Dadurch leistet Bosch einen wichtigen Beitrag, um die gesetzlich vorgeschriebener Emissions- und Verbrauchsziele zu erreichen und so das Klima zu schützen.

1927: Dieseleinspritzsystem für Nutzfahrzeuge
Um 1920 priesen Experten den Dieselmotor als Antrieb der Zukunft. Bosch verstand die Zeichen der Zeit: Dieselmotoren benötigten keine elektrische Zündung – das wichtigste Produkt von Bosch in jener Zeit. Das gefährdete die Existenz des Unternehmens. So startete Bosch 1922 die Entwicklung von Einspritzpumpen für Dieselmotoren. Der erste Diesel-Lastwagen kam in Deutschland 1924 auf den Markt. Daran konnten die Entwickler die neuen Pumpen unter Alltagsbedingungen testen. Am 30. November 1927 begann bei Bosch die Serienproduktion von Reihenpumpen und Einspritzdüsen für Nutzfahrzeuge. Heute ist die moderne Diesel-Einspritzung aus Nutzfahrzeugen nicht mehr wegzudenken. Nahezu 100 Prozent aller Lkw weltweit fahren mit Diesel. Beim Pkw sind es immerhin rund 50 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge in Europa. Mit hoch effizienten Common Rail Systemen ist Bosch heute einer der führenden Anbieter weltweit.

1932: Bosch Handmotor und Bosch Bohrhammer mit Drallschlagwerk
Aus einer Haarschneidemaschine entwickelten Bosch-Ingenieure ab 1930 handliche Geräte für Arbeitsvorgänge in der Fertigung bei Bosch. Mit einem ins Gerät integrierten Motor ließen sich die Bosch Elektrowerkzeuge flexibel in Produktionsprozesse integrieren. Vor allem in der Fertigung von Dieseleinspritzpumpen bewährten sie sich bestens. Das Unternehmen erkannte das Marktpotenzial dieser Werkzeuge und bot sie ab 1932 auch für Bau- und Handwerksbetriebe an. Im selben Jahr kam die erste Generation der Bosch Bohrhämmer auf den Markt. Der „Bosch-Hammer“ ist der Urahn aller schweren elektrischen Bohrhämmer von Bosch für den Einsatz im Baugewerbe. Dessen „Drallschlagwerk“, das das Unternehmen zur Serienreife entwickelte, erwies sich im harten Dauereinsatz als überlegen gegenüber anderen Konstruktionen und setzte sich weltweit durch. Heute ist der Geschäftsbereich Power Tools der Bosch-Gruppe Weltmarktführer bei Elektrowerkzeugen, Elektrowerkzeug-Zubehör und Messtechnik. Auch 2015 wird Bosch Power Tools in den vier Geschäftsfeldern Elektrowerkzeuge, Zubehör, Messtechnik und Gartengeräte in Deutschland wieder mehr als 100 Neuheiten auf den Markt bringen.

1933: Erster Kühlschrank
Bosch baute 1933 den ersten Kühlschrank, der für größere Bevölkerungsschichten bezahlbar sein sollte. Elektrische Kühlschränke waren zwar schon auf dem Markt, jedoch nur zu astronomischen Preisen und damit nur für wenige Reiche sowie den professionellen Einsatz finanzierbar (Lebensmittelhandel, Gastronomie). Der Bosch-Kühlschrank kostete 298 Reichsmark – das war wesentlich günstiger als die anderen damals gängigen Modelle. Heute ist Bosch Europas beliebteste Hausgerätemarke und setzt auch weiterhin weltweit die Trends – z.B. mit einem vernetzten Kühlschrank mit integrierten Kameras, in dem man beim Einkaufen im Supermarkt schnell nachsehen kann, ob noch Tomaten im Kühlschrank sind.

1953: Hydraulischer Pflugheber
Anfang der 1950er Jahre war die Landwirtschaft in Europa noch vielfach von Handarbeit geprägt. Die Technisierung bestand im Ersatz der Zugtiere für die Feldarbeit durch Traktoren. An diesem Punkt setzten die Bestrebungen bei Bosch an: In welchen Arbeitsschritten ließ sich Technik einsetzen, um Menschen Arbeit abzunehmen? Die erste Antwort war der Pflugheber, der es ermöglichte, das beschwerliche Heben und Senken des Pfluges mit Hilfe des Motors am Traktor zu bewerkstelligen. Die Grundidee: man schloss ein hydraulisches System aus Pumpe, Ölbehälter, Steuergerät, Zylinder und Druckleitungen an den Motor an, und schon ließ sich die sonst so schweißtreibende Arbeit kinderleicht bewältigen. Ein leichter Zug am Hebel des Steuergerätes reichte. Die Pumpe nutzte die Kraft des Motors und übertrug diese auf den Arbeitszylinder, der über Druckleitungen die Stellung des Pfluges bestimmte. Zu der Kraftübertragung in den Druckleitungen diente Motoröl. Der Pflugheber begründete die Mobilhydraulik bei Bosch – sie wurde 2001 mit der Kompetenz des Industrietechnikunternehmens Rexroth gebündelt. Heute ist Bosch Rexroth einer der weltweit führenden Anbieter für Antriebs- und Steuerungstechnik und bewegt Maschinen und Anlagen jeder Größenordnung.

1967: Elektronisches Benzineinspritzsystem Jetronic
1959 startete Bosch die Entwicklung eines elektronisch gesteuerten Benzineinspritzsystems. Das Jetronic genannte System war 1967 das erste in Großserie gefertigte System seiner Art weltweit. Mittlerweile sind effiziente Einspritzsysteme aus modernen Autos nicht mehr wegzudenken. Die Bosch Benzin-Direkteinspritzung bleibt ein Erfolgsmodell.

1978: Antiblockiersystem ABS
Die Erfolgsgeschichte des ABS begann 1978 mit dem Fertigungsstart des ersten elektronisch geregelten Vierrad-Antiblockiersystems für Personenwagen, einer Entwicklung, an der Bosch-Entwickler neun Jahre gearbeitet hatten. Der technische Ansatz war wegweisend und wurde zum Ausgangspunkt aller modernen Bremsregelsysteme. Das ABS senkt den Bremsdruck beim Blockieren der Räder und hebt ihn anschließend wieder an – bis zu 40 Mal pro Sekunde. Das hält den Bremsweg auch auf rutschigem Untergrund kurz und der Wagen bleibt lenkbar. Heute geht in der Europäischen Union kein Neuwagen mehr ohne ABS an den Start. Für Motorräder hat die EU das System von 2016 an für alle neuen Typzulassungen vorgeschrieben. Seit 1978 wurden bei Bosch mehr als 190 Millionen Antiblockiersysteme gefertigt.

1985: Kombitherme mit Brennwerttechnik von Junkers/Bosch
Die wichtigste Thermotechnik-Innovation der Achtzigerjahre war die Einführung der wandhängenden Gas-Brennwert-Kesselthermen in Deutschland. Das Prinzip dieser Technik hatte Hugo Junkers, Gründer von „Junkers“ als Ursprung der heutigen Bosch Thermotechnik, bereits 1894 beschrieben. Die Technik nutzt die Abwärme des Abgases. Diese wird in den Heizkreislauf wieder eingespeist und steigert den Wirkungsgrad erheblich – ohne Mehrverbrauch. Die Brennwerttechnik hat sich in vielen europäischen Ländern durchgesetzt und wird ab September 2015 faktisch zum Standard in der EU. Innovationen von Bosch steigern die Effizienz von Thermotechnik weiter, zum Beispiel optimiert die Regelung „SolarInside-ControlUnit“ das Zusammenspiel von Brennwertheizung und Solaranlage. Bosch Thermotechnik ist heute mit einem Umsatz von mehr als drei Milliarden Euro ein führender europäischer Hersteller von energieeffizienten Heizungsprodukten und Warmwasserlösungen.

1995: Mikromechanische Sensoren (MEMS) in Großserie
In den 1980er Jahren forschte Bosch daran, Sensoren kleiner, zuverlässiger und stromsparender zu machen – man brauchte zunehmend mehr Sensordaten für immer anspruchsvollere Autos. Als Herstellungsverfahren für diese winzigen Sensoren war das bisher angewandte Nassätzen ungeeignet. Und so erfand ein Bosch-Forschungsteam das „Plasmaätzen“ – heute in der Industrie als „Bosch-Prozess“ bekannt. Mit dem Start der Großserienfertigung 1995 legte Bosch den Grundstein für die moderne Technik. Das aktuelle Portfolio umfasst Beschleunigungs-, Drehraten-, Massenfluss-, Druck- und Umweltsensoren, sowie Mikrofone. Die erste Milliarde MEMS-Sensoren fertigte das Unternehmen in 13 Jahren. Inzwischen fertigt der Bosch-Geschäftsbereich Automotive Electronics die gleiche Menge in weniger als einem Jahr in der modernen Chip-Fabrik in Reutlingen bei Stuttgart. Heute werden täglich mehr als vier Millionen Sensoren gefertigt. Die kleinen Helfer sind im Durchschnitt zwischen einem und vier Millimeter dünn. Bosch ist bei MEMS-Sensoren weltweit führender Anbieter.

1995: Elektronisches Stabilitäts-Programm ESP
ESP vergleicht mit Hilfe intelligenter Sensoren 25-mal pro Sekunde, ob das Auto auch dahin fährt, wo der Fahrer hinlenkt. Ergibt sich aus der Analyse dieser Daten, dass eine gefährliche Fahrsituation entsteht, in der das Fahrzeug zu schleudern droht und bald nicht mehr kontrollierbar wäre, greift ESP sofort ein. Durch die Reduzierung des Motormoments und das gezielte Abbremsen einzelner Räder hilft es dem Fahrer, das Fahrzeug zu stabilisieren und Unfälle infolge Schleuderns zu verhindern. Seit der Markteinführung 1995 durch Bosch hat ESP europaweit bereits etwa 190 000 Unfälle vermieden und mehr als 6 000 Leben gerettet. Mittlerweile sind in Europa mehr als 80 Prozent aller Neufahrzeuge mit dem Sicherheitssystem ausgestattet; weltweit sind es rund 60 Prozent. Bosch ist weltweit führender Anbieter und feiert dieses Jahr Jubiläum: mit bald 150 Millionen verkauften ESP seit dem Serienstart vor 20 Jahren.

2008: Einsatz von Ultrakurzpuls-Lasern in der Fertigung
Mit genau gesteuerten, ultrakurzen Laserpulsen lassen sich härteste Materialien sehr exakt bearbeiten. Bosch hat dieses Thema lange vorangetrieben und zusammen mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft zur Reife gebracht. Bosch gelang es schließlich weltweit erstmals, den Laser in selbst entwickelten Maschinen so präzise zu führen, dass damit eine verlässliche industrielle Serienproduktion mit allen Vorteilen möglich wurde. Zunächst profitierte die Fertigung von Lambda-Sonden von dieser Technik. Heute bohrt Bosch mit Hilfe ultrakurzer
Laserpulse unter anderem die extrem feinen Düsen seiner Benzin-Direkteinspritzventile. So kann der Kraftstoff im Motor noch besser verteilt werden. Das Ergebnis: bis zu 20 Prozent Treibstoffeinsparung in Benzinmotoren und weniger Emissionen.

2015: Smartes mähen 2.0 mit dem „Indego 1 200 Connect“
Der Roboter-Rasenmäher „Indego 1 200 Connect“ funktioniert mit dem bewährten und einzigartigen „LogiCut“-Navigationssystem für effizientes Mähen in Bahnen. Das Ergebnis ist ein 30 Prozent schnellerer Schnitt gegenüber Roboter-Mähern, die nach dem Zufallsprinzip mähen. Bedienen lässt sich der Rasenmäher mit der „Bosch Smart Gardening“-App einfach und bequem per Smartphone oder Tablet von überall aus. Die App ermittelt den besten Zeitpunkt für den nächsten Rasenschnitt. Zur Berechnung greift die Funktion auf einen komplexen Algorithmus sowie Informationen über Umweltbedingungen zurück, beispielsweise Temperatur und Niederschlag. Anhand dieser Wettervorhersage aus dem Internet mäht der Indego Connect, wenn die Bedingungen günstig sind: nicht zu heiß, nicht zu nass, nicht zu kalt. So ist mit dem „Smarten Mähen 2.0“ zusätzlich zur manuellen Steuerung oder zu vom Nutzer programmierten Mäh-Zeiten optimale automatische Rasenpflege möglich.

Journalistenkontakt:Thilo Resenhoeft, Telefon: +49 711 811-7088

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Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861–1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte hält mehrheitlich die Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI9036 - 09. Oktober 2015

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Thilo Resenhoeft

+49 711 811-7088 E-Mail senden

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