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Internationale Branchenkonferenz Bosch ConnectedWorld 2015 in Berlin Bosch-Chef Denner mahnt: „Die vernetzte Welt ist keine Frage der Zukunft - wir sind mittendrin.“ Große Chancen durch das Internet der Dinge und Industrie 4.0

  • Richtiges Verständnis vernetzter Lösungen ist maßgeblicher Erfolgsfaktor
  • Nutzer in den Fokus der Lösungen stellen
  • Kooperationen und offene Standards als weitere Voraussetzung
  • Förderung von Start-ups und innovativen Geschäftsmodellen erforderlich
  • Schnelle Umsetzung des einheitlichen digitalen europäischen Marktes
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  • 17. Februar 2015
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Pressetext

Berlin – „Vernetzung ist ein allumfassender Trend, der alle Lebensbereiche betreffen wird. Gerade für die starke deutsche Wirtschaft bietet die Vernetzung große geschäftliche Chancen“, sagte Bosch-Chef Dr. Volkmar Denner bei der internationalen Konferenz Bosch ConnectedWorld 2015 in Berlin.
Auf dem zweitägigen Branchentreff stellen Bosch und Unternehmen wie Cisco, Volkswagen, Trumpf, GE sowie Daimler neue Lösungen vor, unter anderem für die vernetzte Industrie und vernetzte Mobilität. Rund 800 Experten diskutieren Geschäftsmodelle, technische Lösungen und Erfahrungen. Insbesondere die vernetzte Produktion, die so genannte Industrie 4.0, bietet für den Industriestandort Deutschland eine historische Chance, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. „Diese Chance wird aber vertan, wenn die deutschen Unternehmen bei der Umsetzung zu langsam sind. Deutschland muss jetzt schnell die Voraussetzungen für die vernetzte Industrie schaffen, sonst verspielen wir im Wettbewerb mit anderen Regionen unsere eigentlich vorhandenen Stärken und Vorteile“, sagte Denner.

Ganzheitliches Verständnis ist Voraussetzung für den Erfolg
Weltweit entwickeln Ingenieure Lösungen für das Internet der Dinge. „Die Entwicklung ist derzeit stark von der Technik getrieben. Aber technisches Wissen und herausragende Leistungen auf diesem Gebiet alleine sind nicht genug. Nach unserer Erfahrung ist das richtige Gesamtverständnis für das Internet der Dinge entscheidend“, sagte Denner. Bosch berücksichtigt bei der Entwicklung vernetzter Lösungen deshalb drei Ebenen: Die erste bilden die vernetzten Dinge, die mithilfe von Sensoren Daten sammeln und so zu einem virtuellen Abbild der realen Welt beitragen. Die zweite Ebene besteht aus sicheren Software-Plattformen, die diese Dinge mit dem Internet verbinden, untereinander vernetzen, Daten auswerten und neue Services ermöglichen. Die dritte Ebene wird von Applikationen und Dienstleistungen gebildet, die auf den Software-Plattformen entwickelt werden und einen Mehrwert für die Kunden schaffen.

Der Nutzer steht im Fokus
Maßgeblich für erfolgreiche Lösungen im Internet der Dinge sind nach Denners Auffassung die Kundenorientierung und der Kundennutzen. „Der Nutzer und sein Problem müssen stets im Fokus der vernetzten Lösung stehen – weniger das Produkt oder die Technik.“ Unternehmen müssten deshalb bei der Entwicklung neuer Lösungen gedanklich immer mit dem Kunden und seinen Wünschen beginnen. „Wichtig ist, dass wir unseren Kunden Lösungen und Funktionen anbieten, die ihr Leben komfortabler und sicherer machen“. Diese konsequente Nutzerorientierung werde ein zentraler Schlüssel zum Erfolg der Vernetzung sein. Wesentlicher Treiber vernetzter Lösungen seien zudem Kooperationen unterschiedlicher Unternehmen. Gemeinsame Projekte und sogenannte Ecosysteme müssten auf einheitlichen Standards und offenen Plattformen basieren. Nur dann könnten interoperationale Lösungen Kunden und Verbrauchern den größten Nutzen bringen. Gerade in der Zusammenarbeit von Unternehmen, auch aus unterschiedlichen Branchen, liege nach Denners Einschätzung eine wesentliche Stärke Deutschlands. „Wir müssen beispielsweise für Industrie 4.0 breite Cluster bilden, um Kompetenzen, Wissen und Ressourcen zusammen zu bringen“, so Denner.

Zusammenarbeit mit Start-ups und Etablierung einer Venture Capital Szene
Mit Sorge beobachtet der Bosch-Chef, dass etablierte Branchen zunehmend von neuen Anbietern mit cleveren Geschäftsideen herausgefordert werden. Bosch hat deshalb 2012 mit der Universität St. Gallen das IoT Lab gegründet. Diese gemeinsame „Denkfabrik“ erkundet und erprobt wissenschaftlich fundiert neue Geschäftsmodelle im Internet der Dinge. „Die deutsche Industrie ist nach wie vor technisch innovativ. Um im Internet der Dinge zu bestehen, muss sie aber auch neue, innovative Geschäftsmodelle schaffen“, so Denner. Helfen könne hier die stärkere Kooperation klassischer Industrieunternehmen mit Internet-Start-ups. Start-ups wiederum bräuchten für die Phase der Hochskalierung ihrer Geschäftsideen auf eine relevante Marktgröße mehr finanzielle Unterstützung. „Europa braucht endlich eine funktionierende und an Finanzmitteln reiche Venture Capital Szene“, fordert Denner. Ohne gesicherte Investitionen könnten deutsche oder europäische Start-ups nie so erfolgreich und groß werden wie US-amerikanische Unternehmen.

Einheitlicher digitaler Markt und verantwortungsvoller Umgang mit den Daten
Einen wesentlichen Nachteil für europäische Unternehmen sieht Denner darüber hinaus in der starken Fragmentierung des europäischen Marktes durch unterschiedliche Regeln für Daten- und Verbraucherschutz: „Wir brauchen einen einheitlichen digitalen Markt in Europa, um hier mit unseren vernetzten Lösungen im Heimatmarkt genauso erfolgreich starten zu können wie zum Beispiel amerikanische oder chinesische Firmen in ihrem Markt“, sagte Denner und forderte in diesem Zusammenhang die schnelle Umsetzung der europäischen Datenschutzgrundverordnung. Denner, der in der Bosch-Geschäftsführung auch Forschung und Vorausentwicklung verantwortet, betonte die Bedeutung des Datenschutzes für die breite Akzeptanz von vernetzten Lösungen in der Gesellschaft. „Das Internet der Dinge wird sich nur mit dem Vertrauen der Menschen durchsetzen.“ Für Bosch gelte daher, dass der Umgang mit Kundendaten sehr transparent sein werde. Denner weiter: „Wir gehen transparent mit den Daten unserer Kunden um. Wir werden ihnen sagen, welche Daten wir zu welchem Zweck verwenden. Und wir werden unsere Kunden explizit um Erlaubnis fragen.“

Bosch hat das Internet der Dinge lange vorausgedacht
Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Das Unternehmen bereitet sich seit Jahren systematisch auf die vernetzte Welt vor, unter anderem mit dem Ausbau der eigenen Software-Kompetenz. Die Bosch Software Innovations GmbH ist das Software- und Systemhaus der Bosch-Gruppe. Sie stellt sowohl allen Bosch-Geschäftsbereichen als auch externen Kunden mit der Bosch IoT Suite eine vielseitig einsetzbare Software-Plattform für das Internet der Dinge zur Verfügung. Zudem ist Bosch der führende Anbieter von MEMS-Sensoren (Mikro Elektro Mechanische Systeme), einer Schlüsseltechnologie für das Internet der Dinge. Bosch verbindet auf dem Weg in die vernetzte Welt seine Kompetenzen in der Welt der Dinge und der Welt der Software. Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen setzt hier sowohl auf Produkte als auch auf neue Geschäftsmodelle, wie zum Beispiel das vernetzte Flottenmanagement oder die vorausschauende Instandhaltung in der Produktion.

Bosch ConnectedWorld – Zukunfts- und Branchentreff
Die Bosch ConnectedWorld ist eine jährliche Zukunftskonferenz zum Internet der Dinge. In diesem Jahr tauschen sich in Berlin etwa 800 internationale Experten über aktuelle Anwendungsfelder und neue Geschäftsmodelle aus. Zu den Rednern zählen außer Bosch-Chef Dr. Volkmar Denner unter anderem auch Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, sowie Dr. Richard Mark Soley, CEO des Industrial Internet Consortiums.

Internet:
Details zur Bosch ConnectedWorld, 17.-18.02.2015:
http://bit.ly/1zkBMTv
Blog von Bosch Software Innovations – Was etablierte Firmen von Start-ups
lernen können:
http://bit.ly/1JWRdTC

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861–1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte hält mehrheitlich die Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI8799 - 17. Februar 2015

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Thilo Resenhoeft

+49 711 811-7088 E-Mail senden

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