Forschung

Hochrangige Experten in öffentlich-privater Partnerschaft ARENA2036 - Forschungsfabrik für die Zukunft des Autos Active Research Environment for the Next Generation of Automobiles

  • Nachhaltige Mobilität und Produktion der Zukunft
  • Kooperation über Fachgrenzen hinweg
  • Unterstützung durch Bund und Land Baden-Württemberg
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  • 03. Juni 2014
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  • Presseinformation

Pressetext

     Das Zukunftsprojekt ARENA2036 begründet eine neue Forschungspartnerschaft.
     Wissenschaftler der Universität Stuttgart, von außeruniversitären
     Forschungseinrichtungen und der Industrie kommen in einem ganz neuen
     Campus zusammen, um Ideen für die Mobilität der Zukunft zu entwickeln.


Stuttgart – Gemeinsame Sache für die Autos der Zukunft: Im neuen Forschungscampus ARENA2036 arbeiten Hochschulen und Firmen an der flexiblen Fabrik für das Automobil der Zukunft und dessen neuen Leichtbauteilen zusammen. Auf diese Weise sollen bis zum Jahr 2036 – dem 150-jährigen Jubiläum des Automobils – neue und wettbewerbsfähige Produktionsmodelle entstehen.

„Wir beteiligen uns gerne an diesem aussichtsreichen Projekt, in dem Wissenschaftler verschiedener Disziplinen über die oft bestehenden Fachgrenzen hinweg miteinander kooperieren“, sagt Dr. Jürgen Kirschner, Mitglied der Geschäftsleitung des Zentralbereichs Forschung und Vorausentwicklung von Bosch. „Die Mobilität von morgen lässt sich in vielen Bereichen nicht mehr mit den Mitteln von heute erreichen. Um sie zu verwirklichen, müssen Experten aus allen Bereichen neue und kreative Lösungen finden.“ ARENA2036 arbeitet dafür insbesondere auch an wandlungsfähigen Produktionssystemen.

So erforscht ARENA2036 unter anderem Technologien für neuartige Roboter, um die Fabrik der Zukunft wandlungsfähiger zu gestalten. Hinzu kommen neue Methoden und Werkzeuge zur Planung, zur Konfigurierung und zum Betrieb wandlungsfähiger Produktionssysteme. Dies ist nicht nur für den Automobilbau, sondern auch für Komponenten in vielen anderen Branchen relevant.

Die Partner von ARENA2036
Außer der Universität Stuttgart und der Robert Bosch GmbH sind das Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Fraunhofer-Gesellschaft (FhG), BASF SE und die Daimler AG Partner von ARENA2036. Das Projekt geht auf einen Wettbewerb des Bundesforschungsministeriums (BMBF) zurück, in dessen Verlauf insgesamt zehn öffentlich-private Partnerschaften ausgewählt wurden. Mit der positiven Entscheidung der Jury ist die Förderung von mehreren Startprojekten über die erste Projektphase von fünf Jahren gesichert. Jeder ausgewählte Forschungscampus erhält in einem Zeitraum von maximal 15 Jahren Fördermittel von bis zu zwei Millionen Euro pro Jahr.

Chancen für den Industriestandort Deutschland
„Die Automobilbranche war schon immer einer der starken Innovationsmotoren Deutschlands“, sagt Kirschner. „Für viele technische Anwendungen wurden hier die Grundlagen geschaffen. Dies strahlt auf viele andere Branchen und Industriezweige aus. Zukunftsweisende Materialsysteme, Fertigungsverfahren und Design-Prinzipien zu entwickeln, das eröffnet dem Industrie- und Forschungsstandort Deutschland weitere große Chancen. Diese müssen wir ergreifen – und ARENA2036 hilft uns dabei.“

Größtmögliche Flexibilität
Bei fast allen Autoherstellern läuft derzeit das immer gleiche Produkt in einer Linienmontage. Diese Fabriken sind meist nicht sehr flexibel, das Umstellen der Produktion daher langwierig und teuer. Hier bietet eine wandlungsfähige Produktion die Lösung: weg von der Linienmontage und hin zu Produktionskonzepten, die sich innerhalb von Tagen statt Monaten zu geringen Kosten umstellen lassen. Dieses Prinzip lässt sich auch für die Komponentenproduktion anwenden. Zu diesen neuen Anforderungen tragen mehrere Trends bei. Dazu zählen die steigende Individualisierung der Massenproduktion; zum Beispiel verlangen Kunden für ihr Auto zunehmend verschiedene Antriebssysteme wie Benzin, Diesel, Erdgas, Batterie, Hybrid oder Brennstoffzelle.

Bei der Fertigung der Zukunft spielen außerdem neue Bauweisen und Materialien eine große Rolle, etwa die sogenannten funktionsintegrierten Leichtbauteile. Durch ihren spezifischen Aufbau und den genau steuerbaren Herstellungsprozess bieten leichte Faserverbundkunststoffe (FVK) sehr gute Möglichkeiten, verschiedenste Funktionen in ein Bauteil zu integrieren. Das breite Spektrum reicht von der Schall- und Wärmedämmung über thermische, sensorische oder elektrische Funktionen bis zu Flüssigkeits- oder Energiespeichern.

Drei Forschungsbereiche
ARENA2036 behandelt drei Forschungsbereiche. Der erste hat vor allem neue Leichtbaumaterialien zum Thema. Im Mittelpunkt von Bereich zwei steht die Simulation solcher leichten Materialien mit digitalen Modellen und virtuellen Prototypen. Bereich drei hat den Aufbau einer wandlungsfähigen Forschungsfabrik für die Großserienproduktion von Fahrzeugen und Komponenten zum Thema. In allen Fällen sind Mitarbeiter von Bosch beteiligt.

Kreatives Umfeld
„Bisher haben zehntausende Ingenieurinnen und Ingenieure in der Region Stuttgart aus Wissenschaft und Industrie die Forschung und Entwicklung im Automobilbau erfolgreich vorangetrieben. Mit den multifunktionalen Faserverbundkunststoffen und der flexiblen Produktion kommen zwei wichtige Trends hinzu, die ein Weiterdenken und die interdisziplinäre Zusammenarbeit nötig machen. Der Austausch auf dem Forschungscampus sorgt für eine bessere Abstimmung der Grundlagenforschung und der vorwettbewerblichen, anwendungsnahen Forschung. So entsteht ein kreatives Umfeld für neue Ideen und deren schnellen Transfer in die Industrie“, sagt Kerstin Mayr von der zentralen Forschung bei Bosch, die das Thema ARENA2036 betreut.

Land steuert neues Gebäude bei
Die Forschungsinitiative arbeitet bereits seit dem 1. Juli 2013 in einem Interimsgebäude. Für 2017 ist der Umzug in ein großes, eigens auf dem Gelände der Universität in Stuttgart-Vaihingen gebautes Gebäude vorgesehen. Unter einem Dach finden sich dort Büro-, Labor- und Produktionsflächen auf insgesamt rund 7 000 Quadratmetern. Bis zu 160 neue Arbeitsplätze entstehen dort, das Investitionsvolumen beträgt etwa 30 Millionen Euro. Gebaut wird diese Forschungsfabrik vom Land Baden-Württemberg, das sie dem seit Mai als Verein organisierten Forschungscampus ARENA2036 bis auf die Betriebskosten unentgeltlich zur Verfügung stellt.

Dem neu gegründeten Verein sind jetzt die Unternehmen Bär Automation, Faro und Festo beigetreten, er ist für weitere Partner offen. Die beteiligten Firmen und Forschungseinrichtungen sind jeweils Mitglieder und zahlen entsprechende Beiträge.

Internet:
Startseite von ARENA2036:
http://bit.ly/PvPlLV
Informationen des BMBF zu ARENA2036:
http://bit.ly/1if3XGr
Universität Stuttgart zu ARENA2036:
http://bit.ly/1f5mday
Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen zu ARENA2036:
http://bit.ly/1nGekrX
Imagefilm zu ARENA2036 auf YouTube:
http://bit.ly/1myF8dQ

Leserkontakt:
Kerstin Mayr,
Telefon: +49 711 811-34753

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861–1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte hält mehrheitlich die Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI8586 - 03. Juni 2014

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Thilo Resenhoeft

+49 711 811-7088 E-Mail senden

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