Mobility Solutions

Meilenstein der Automobiltechnik: TravelPilot von Bosch ging vor 25 Jahren in Serie Erstes serienreifes Navigationssystem in Europa

  • Schnell berechnete Routen und zuverlässige Navigation im Straßenverkehr
  • Von der Zielfindung über dynamische Zielführung und mobile Navigation bis hin zur Navigation als Sensor
  • Bosch-Navigation kann heute den gesamten Energieverbrauch eines Fahrzeugs optimieren
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  • 28. Juli 2014
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Pressetext

Hildesheim. Navigationssysteme führen in Deutschland seit nunmehr 25 Jahren die Fahrzeuginsassen sicher von A nach B. Inzwischen können sie gar den Energieverbrauch des Fahrzeugs optimieren. Durchschnittlich lassen sich durch Eco-Routenführung – abhängig von der Topographie der befahrenen Strecken – rund neun Prozent Kraftstoff einsparen. Auch die CO2-Emissionen lassen sich dementsprechend signifikant senken.

1989 startete Bosch die Serienfertigung des TravelPilot IDS (Identifikation Digitalisierter Straßen), des ersten autarken Zielfindungs- und Navigationssystems für den Straßenverkehr in Europa. Es informierte den Autofahrer mit einer Bildschirmkarte auf einem 4,5-Zoll-Monitor stets über die aktuelle Fahrzeugposition im Straßennetz und zeigte mit einer einfachen Pfeilsymbolik die Zielrichtung sowie mögliche Straßenverbindungen zum gewählten Ziel an.

Elektronische Straßenkarte für Autofahrer
Vor 25 Jahren nutzte der TravelPilot IDS zur exakten Positionsbestimmung innerhalb des digitalisierten Straßennetzes die Koppelortung. Dabei ließen sich gefahrene Streckenabschnitte aus Informationen von eigens installierten Radsensoren ableiten und Richtungsänderungen durch einen elektronischen Kompass mit Magnetsonde ermitteln. Diese Koppelortung wurde schließlich durch die Stützung der Daten der Straßenkarten ergänzt. Die Straßenpläne der deutschen Großstädte sowie die Verbindungen der Fernstraßen waren auf einer Compact Disc gespeichert.

Bosch hat den TravelPilot IDS 1989 zunächst in Deutschland eingeführt. 1993 wurde das System zur genaueren Bestimmung der Fahrzeugposition um einen Empfänger für das Global Positioning System (GPS) erweitert. Während der ersten Jahre kamen die Navigationssysteme von Bosch in unterschiedlicher Weise zum Einsatz, überwiegend für professionelle Zwecke. So beispielsweise bei der Feuerwehr in Los Angeles, die schon damals mehr als 400 Fahrzeuge mit der Bosch-Navigation ausrüstete, um schnell und sicher an ihr Ziel zu gelangen.

Gesprochene und optische Fahrempfehlungen
Mitte der neunziger Jahre konnten Navigationssysteme dann ihre Richtungsangaben bereits mit leicht verständlicher Sprachausgabe und schnell einprägsamer Symbolik vermitteln. Auch erweiterte Software-Anwendungen der Bosch-Ingenieure mit spezifischen Informationen zu touristischen, kulturellen oder gastronomischen Reisezielen sowie zu Parkplätzen, Tankstellen oder Werkstätten sorgten seinerzeit für neue Impulse.

1998 sorgten Entwicklungsingenieure von Bosch schließlich für die Dynamisierung der Navigation. Erstmals ließen sich Staumeldungen aus dem Verkehrsfunk TMC (Traffic Message Channel) verarbeiten. Dies erlaubte frühzeitige Reaktionen auf Verkehrsbehinderungen und ermöglichte so komfortables und sicheres Autofahren. Schon mit dieser Anwendung belegte Bosch als erster Hersteller die heute viel zitierten Vorteile der Vernetzung des Autos mit der Außenwelt.

Mobile Navigationsgeräte: einfach Plug and Play
Die Gerätegeneration der 2000er Jahre war maßgeblich geprägt vom neu entwickelten Marktsegment der Portable Navigation Devices (PND). Diese kleinen sowie schnell und einfach in jedem Fahrzeug zu installierenden Geräte ließen sich komfortabel per Touch Screen bedienen. Die mobile Gerätegeneration von Bosch bot bereits erste Funktionen der Fahrerassistenz, wie zum Beispiel grafische und akustische Warnhinweise zu Geschwindigkeitsbeschränkungen.

Komfortable Routenplanung in vernetzten Infotainment-Systemen
Inzwischen ist die Fahrzeug-Navigation zumeist Teil eines vernetzten Infotainment-Systems, das mit einer Vielzahl von Optionen aufwarten kann. Dabei bieten die aktuellen kartenbasierten Navigationssysteme von Bosch inzwischen zwei- oder dreidimensionale Darstellungen, ökonomische und damit Kraftstoff sparende Routenwahl, Fahrspurempfehlungen, Kurvenwarner sowie die Verlinkung mit navigationsunterstützenden Apps. Darüber hinaus können die Autofahrer ihre Fahrtroute auch bequem am heimischen PC, Laptop, Tablet oder Smartphone planen und die Zieladresse bereits von zu Hause aus an das System ins Auto senden.

Navigation als Sensor: Der elektronische Horizont
Die Bosch-Navigation liefert auch den sogenannten "elektronischen Horizont". Die Systeme schauen weit voraus und geben Informationen über den Streckenverlauf. Dazu bieten sie Krümmungs-, Steigungs- und Fahrspurinformationen. Damit kann die Bosch-Navigation besonders energieeffiziente Routen und damit eine verbrauchsschonende Fahrweise empfehlen oder bei Elektrofahrzeugen wesentlich exakter die verbleibende Reichweite berechnen.

Navigationsdaten optimieren den gesamten Energieverbrauch
Im Frühjahr 2014 entwickelte Bosch ein System zur navigationsbasierten Anpassung des Batterieladezustands bei Hybridfahrzeugen "als innovative Technologie zur Verringerung der CO2-Emissionen". Diese von der EU-Kommission zudem als "Öko-Innovation" anerkannte Technologie liefert einen für den Flottenverbrauch von Personenkraftwagen des jeweiligen Automobilherstellers anrechenbaren Vorteil.

Das Bosch-System kann auf der Basis topografischer Navigationsdaten wie Steigungen, Gefälle oder Kurvenradien jene Streckenabschnitte bestimmen, die sich für die Rückgewinnung von Bremsenergie eignen. Schon weit vor dem Erreichen dieser Situationen wird navigationsbasiert der "Batteriefüllstand" so angepasst, dass die Rekuperation optimal erfolgen kann. "Durch die intelligente Verknüpfung der erweiterten Navigationsdaten sorgen wir dafür, dass sowohl der Kraftstoffverbrauch als auch der CO2-Ausstoß signifikant reduziert werden", sagt Manfred Baden, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Car Multimedia.

Damit kann die Navigation heutzutage den gesamten Energieverbrauch eines Fahrzeugs optimieren und nicht mehr allein – wie schon vor 25 Jahren – komfortabel und sicher von A nach B führen.

Videos:
Funktionsprinzip Elektronischer Horizont (Vernetzung von Navigation)
Historischer Film über TravelPilot IDS

Mobility Solutions ist der größte Unternehmensbereich der Bosch-Gruppe. Er trug 2015 mit 41,7 Milliarden Euro 59 Prozent zum Umsatz bei. Damit ist das Technologieunternehmen einer der führenden Zulieferer der Automobilindustrie. Der Bereich Mobility Solutions bündelt seine Kompetenzen in den drei Domänen der Mobilität – Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung – und bietet seinen Kunden ganzheitliche Mobilitätslösungen. Die wesentlichen Geschäftsfelder sind: Einspritztechnik und Nebenaggregate für Verbrennungsmotoren sowie vielfältige Lösungen zur Elektrifizierung des Antriebs, Fahrzeug-Sicherheitssysteme, Assistenz- und Automatisierungsfunktionen, Technik für bedienerfreundliches Infotainment und fahrzeugübergreifende Kommunikation, Werkstattkonzepte sowie Technik und Service für den Kraftfahrzeughandel. Wichtige Innovationen im Automobil wie das elektronische Motormanagement, der Schleuderschutz ESP oder die Common-Rail-Dieseltechnik kommen von Bosch.

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI8553 - 28. Juli 2014

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Stephan Kraus

+49 711 811-6286 E-Mail senden

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