Verpackungstechnik

Mit der „Strategie PA 2020“ in eine erfolgreiche Zukunft Referat von Friedbert Klefenz,
Vorsitzender des Bereichsvorstands,
Bosch Packaging Technology,
anlässlich der Pressekonferenz in Düsseldorf
am 08.05.2014

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  • 08. Mai 2014
  • Verpackungstechnik
  • Referat

Pressetext

Sehr geehrte Damen und Herren,

auch ich heiße Sie herzlich willkommen: auf der Interpack 2014 und hier auf der Jahrespressekonferenz von Bosch Packaging Technology.

Wir wollen Ihnen heute einen Rückblick geben. Einen Rückblick auf das Geschäftsjahr 2013 und auf das, was wir bisher erreicht haben. Gleichzeitig ist die Interpack aber auch dafür bekannt, einen Ausblick zu bieten. Einen Ausblick auf die Trends und Entwicklungen, die unsere Branche in den kommenden Jahren prägen, und auf das, was wir uns vorgenommen haben. Als Marktführer wollen wir Ihnen natürlich auch unsere Sicht der Dinge mitteilen. Soviel kann ich Ihnen dabei schon jetzt verraten: Unser Ausblick ist positiv. Wie die Branche wollen auch wir wachsen – allerdings wesentlich schneller.

Bosch Packaging Technology wächst um 22 Prozent
Schnelles Wachstum, das gilt nicht nur für die Zukunft, das trifft



auch für das vergangene Jahr zu. Denn Bosch Packaging Technology ist im Geschäftsjahr 2013 sehr erfolgreich gewesen. Wir haben einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro erzielt. Damit lagen wir rund 200 Millionen Euro über dem Jahr 2012. Das entspricht einem Umsatzplus von 22 Prozent. Bereinigt um Konsolidierungseffekte sind wir intern nominal um 6,4 Prozent gewachsen, ohne Wechselkurseffekte lag der Umsatz zehn Prozent über dem Vorjahr. Wir sind also deutlich schneller gewachsen als der für uns relevante Markt. Das bedeutet: Es ist uns erneut gelungen, unsere Führung auszubauen.

Unsere Belegschaft ist 2013 um zwölf Prozent gewachsen. Weltweit sorgen nun mehr als 5 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dafür, dass unsere Arbeit unserem Credo entspricht. Und das lautet: Produziert und verpackt wie versprochen.



Dass sich diese hochwertige Arbeit auszahlt, beweist auch unser Auftragseingang. Dieser lag Ende 2013 bei 1,1 Milliarden Euro und damit 131 Millionen Euro über dem Vorjahr. Für unsere guten Ergebnisse möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich beim gesamten Team bedanken. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben mit ihrer tollen Leistung dazu beigetragen.

Gute Geschäftszahlen haben bei Bosch Packaging Technology immer zwei Bedeutungen. Zunächst natürlich die offensichtliche: Wir haben gut gewirtschaftet, wir sind strategisch gut aufgestellt – und unsere Produkte, Services und Lösungen kommen gut beim Kunden an.

Die zweite Bedeutung geht jedoch über unser Unternehmen hinaus und betrifft Millionen Menschen auf der ganzen Welt. Denn gute Geschäftszahlen bedeuten auch, dass weltweit immer mehr innovative Verpackungstechnik zum Einsatz kommt. Dies heißt, dass immer mehr Menschen auf sauber und sicher verpackte Nahrung und Medikamente zugreifen können.

Save Food – Technik fürs Leben
Uns ist diese Entwicklung sehr wichtig. Von Anfang an haben wir uns daher auch an der Initiative „Save Food“ beteiligt, die hier in Düsseldorf vor drei Jahren gestartet wurde. Mit dem gleichnamigen Programm kämpfen Akteure aus Politik, Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen gegen Nahrungsmittelverluste und -verschwendung. Denn ein Drittel aller weltweiten Nahrungsmittel geht verloren – oft aufgrund unzureichender Verpackung und Lagerung.

Ein Drittel aller Nahrungsmittel – das ist genug Essen, um alle an Hunger leidenden Menschen zu versorgen.

Wie schützende Verpackungen die Lage verbessern, zeigt das Beispiel Indonesien. Das Land besteht aus über 17 000 Inseln. Dementsprechend schwierig sind die Transportwege. Schon die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln wie Mehl ist kompliziert.

Dort ist es üblich, dass die Händler mit großen 25 Kilo Säcken auf dem Markt stehen. Das Mehl wird für jeden Kunden einzeln umgefüllt, der große Mehlsack steht tagelang offen herum – bei tropischen Temperaturen, mangelnder Hygiene und durch Ungeziefer bedroht.



Es geht aber auch anders. Wie, das zeigt beispielsweise die Mühle in Makassar, einer Millionenstadt im Osten Indonesiens. Verpackungsmaschinen von Bosch füllen dort täglich 150 Tonnen Mehl in Ein-Kilo-Beutel. Hygienisch produziert, sauber abgefüllt und sicher verpackt. Dadurch kann der gemahlene Weizen ohne Probleme länger gelagert werden. Außerdem lässt er sich über weitere Strecken transportieren. Insgesamt versorgt das Mehl aus Makassar mittlerweile 25 Millionen Menschen in Süd-Ost-Asien.

Ob sicher verpackte Nahrungsmittel oder genau dosierte und sauber verarbeitete Medikamente – wir sind stolz darauf, dass wir einen Beitrag zur besseren Versorgung von Millionen Menschen leisten und damit einen hohen gesellschaftlichen Nutzen stiften. Das entspricht auch dem Leitmotiv von Bosch: Technik fürs Leben.

Verpackungsmaschinenmarkt: Regionale Verschiebungen
Doch Indonesien ist nicht nur ein Beispiel für wachsende Versorgungssicherheit. Es ist auch ein Beispiel für die regionalen Veränderungen bei unseren Absatzmärkten.



Derzeit ist Europa mit Abstand unser wichtigster Markt. 2013 haben wir hier fast 40 Prozent unseres Umsatzes erzielt, in Asien waren es 30 Prozent. Ein weiteres Viertel haben wir in den Amerikas erwirtschaftet. In Nordamerika erlebten wir übrigens mit einem internen Plus von rund zwölf Prozentpunkten den größten regionalen Umsatzschub im Vergleich zum Vorjahr.

Wir wollen in den etablierten Märkten wie Nordamerika und Europa weiterhin kraftvoll wachsen. Aber die Bedeutung der asiatischen Märkte nimmt zu. Bis zum Ende des Jahrzehnts wollen wir weit mehr als ein Drittel unseres Geschäfts in Asien erwirtschaften. Auch gewinnen Afrika und der Mittlere Osten für uns zunehmend an Bedeutung. Bis 2020 wollen wir nahezu zehn Prozent unseres Umsatzes in diesen Regionen generieren.

Das bedeutet also: Der Verpackungsmaschinenmarkt wird insgesamt wachsen, doch die regionalen Gewichtungen werden sich in den kommenden Jahren verschieben.

Pharma und Food weiterhin größte Wachstumstreiber
Ein Wandel findet auch bei der Aufteilung unseres Umsatzes nach Segmenten statt. Im vergangenen Jahr haben unsere



beiden größten Bereiche Pharma und Food – dort vor allem so genannte trockene Nahrungsmittel – mehr als 90 Prozent unseres Umsatzes ausgemacht. Ihr Erfolg war ausschlaggebend für unser Wachstum, wobei sich insbesondere die Pharma-Sparte mit einem Umsatzplus von neun Prozent sehr gut entwickelt hat.

Für die kommenden Jahre erwarten wir im Pharmasektor weiterhin deutliche Zuwächse – dank der Neuentwicklungen von forschenden Pharmaunternehmen und dank des Vormarsches der Generikahersteller. Gleichzeitig steigt in diesem Geschäftsfeld der Anspruch an die Verpackungs-industrie, durch komplexere Wirkstoffe und immer höhere Anforderungen von Herstellern und Gesetzgebern. Dies erfordert eine große Innovationskraft. Insgesamt investierte Bosch Packaging Technology im vergangenen Jahr rund 4,5 Prozent seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung und lag damit erneut im oberen Korridor des Branchendurchschnitts.

Über die Jahre hinweg haben wir uns einen Ruf als verlässlicher Partner auch im Nahrungsmittelsektor aufgebaut. Unsere Kunden schätzen unsere Expertise auf dem Gebiet der Prozess- und Verpackungstechnik in diesen Bereich. Daher haben wir auch dort ehrgeizige Ziele festgelegt. Unter anderem fördern wir intensiv den Ausbau unseres Geschäfts mit flüssigen Nahrungsmitteln und ausgewählten Getränken. Den Umsatzanteil des Bereichs, den wir intern Liquid Food nennen, wollen wir künftig deutlich erhöhen.

One Stop Shopping: Ein Partner für alle Projekte
Verehrte Damen und Herren, neben den regionalen Märkten und der Branchenaufteilung wird sich auch die Art unseres Geschäftes ändern. Umfassender Service bekommt eine immer größere Bedeutung. Die hohen Kundenerwartungen können zunehmend nur fachlich und regional breit aufgestellte Unternehmen erfüllen. Als Marktführer sind wir darauf gut vorbereitet. Wir bieten immer mehr Lösungen an, die flexibel kombinierbar sind und die unsere Kunden aus einer Hand erhalten – von Einzelmaschinen über modulare und komplette Prozess- und Verpackungsanlagen bis hin zu Technologien für die Produkthandhabung, Automatisierung und Inspektion.

Wir nennen diesen Ansatz One Stop Shopping: Der Kunde wendet sich einmal an uns und erhält von uns bei Bedarf eine komplett schlüsselfertige Lösung für sein Projekt. Das schließt nicht nur Maschinen und Anlagen ein, sondern auch die Planung und Konstruktion von Produktionslinien sowie Montage, Wartung und Service.

Größter Auftrag in der Unternehmensgeschichte
Wie solche Lösungen aussehen können, zeigt ein Auftrag aus



dem vergangenen Jahr. Und zwar ein ganz besonderer: der größte Auftrag unserer Unternehmensgeschichte. Für eine Biscuitfabrik in Mexiko bauen wir derzeit zwei 150 Meter lange Verpackungslinien. In beiden Linien arbeiten sechs horizontale Schlauchbeutelmaschinen mit vollautomatischer Kartonierung. Pro Minute werden so über 17 000 Biscuits je Linie verpackt. Anders ausgedrückt: Wenn Sie jeden Tag einen Keks essen, stellt eine Linie in nur einer Minute die Versorgung für fast 50 Jahre sicher. Welch ein Paradies für Krümelmonster!

Strategie PA 2020
Meine Damen und Herren, Sie sehen: die Zeichen stehen auf Veränderung. Die gesamte Verpackungsmaschinenindustrie ist im Wandel. Wir bei Bosch Packaging Technology wollen auf diesen Wandel nicht nur reagieren. Wir wollen diesen Wandel mitgestalten, ja mitprägen.

Wie Sie wissen, planen wir bis Ende 2015 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro zu erreichen. Die Zahlen aus dem vergangenen Geschäftsjahr bestätigen, dass wir auf Kurs sind.

Unsere Planungen gehen aber über 2015 hinaus. Wir haben im vergangenen Jahr unsere Strategie bis zum Ende des Jahrzehnts definiert. Wir nennen sie „Strategie PA 2020“. Heute stellen wir diese Strategie in ihren Eckpunkten erstmals der Öffentlichkeit vor. Sie besteht im Wesentlichen aus zwei Säulen – dem Ausbau der Märkte und dem Ausbau der Geschäftsfelder.

Zum Ausbau der Märkte: Auf dem Weg in Richtung 2020 bauen wir unsere Marktpräsenz weiter konsequent aus. Europa und Nordamerika bleiben auch künftig globale Innovationstreiber und verfügen über eine solide wirtschaftliche Basis. Darüber hinaus erwarten wir aber überdurchschnittliche Zuwächse in Asien und Afrika. Auch in Osteuropa und Lateinamerika wollen wir neue Absatzmärkte erschließen. Dazu werden neue Standorte in unser Netzwerk integriert und bestehende vor allem in Asien ausgebaut. Ziel ist und bleibt ein schlagkräftiger, vernetzter, internationaler Montage-, Service- und Vertriebsverbund.

Lassen Sie mich einige Worte zum Ausbau der Geschäftsfelder sagen: Das Angebot und unsere Präsenz in den Branchen Pharma, Nahrungsmittel und Süßwaren sowie gegebenenfalls ergänzende Geschäftsfelder werden wir ausdehnen. Durch Zukäufe und Innovationen werden die technische Kompetenz und die Wertschöpfungskette erweitert. Auch wollen wir unseren Kunden noch häufiger schlüsselfertige Anlagen im Rahmen von Gesamtpaketen anbieten. Sie müssen sich nicht um Planung und Aufbau kümmern, sondern können nach der Abnahme die Produktion sofort aufnehmen. Schließlich wollen wir das Feld rund um Packmaterialien, Verbrauchsstoffe und Verpackungslösungen weiter erschließen. Sie kennen sicher bereits unsere Ventile für Kaffeeverpackungen oder unser Einwegfüllsystem PreVas im Pharmabereich. PreVAS steht für Pre-Validated, Pre-Assembled, Pre-Sterilized. Mit Hilfe dieses innovativen Einwegfüllsystems lassen sich hochwertige Wirkstoffe auf höchstem Hygienelevel sehr flexibel abfüllen.

Meine Damen und Herren, lassen Sie mich auch erwähnen, dass wir alle diese Ziele bei höherer Profitabilität erreichen wollen.

Im zeitgemäßen Twitter-Format gesagt, lautet die Zusammenfassung unserer Ziele so:

#StrategiePA2020: Neue Märkte und Geschäftsfelder erschließen, Umsatz und Mitarbeiterzahl deutlich erhöhen,Profitabilität steigern. #interpack

Sie sehen, wir wollen unsere Rolle als führender Anbieter der Verpackungsindustrie entschlossen ausbauen und in der Branche neue Maßstäbe setzen. Das gilt auch für unsere Maschinen. Herr König wird Ihnen daher nun einige unserer technischen Highlights vorstellen.

Im Anschluss daran freuen wir uns auf Ihre Fragen. Vielen Dank.

Der Bosch-Geschäftsbereich Packaging Technology mit Hauptsitz in Waiblingen bei Stuttgart ist mit 6 200 Mitarbeitern einer der führenden Anbieter von Prozess- und Verpackungstechnik. An mehr als 30 Standorten in über 15 Ländern entwickeln und fertigen hochqualifizierte Fachkräfte Gesamtlösungen für die Pharma-, Nahrungsmittel- und Süßwarenindustrie. Ein umfassendes Service-Portfolio rundet das Angebot ab. Das weltweite Service- und Vertriebsnetzwerk bietet Kunden Ansprechpartner auch vor Ort.

Mehr Informationen unter www.boschpackaging.com

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

RF00224 - 08. Mai 2014

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Dirk Haushalter

0711 811-38195 E-Mail senden

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