Wirtschaft

Bosch-Historie Unternehmensgeschichte von Bosch bis in die Gegenwart wissenschaftlich aufgearbeitet Renommierte Autoren: Prof. Dr. Johannes Bähr und Prof. Dr. Paul Erker

  • „Bosch. Geschichte eines Weltunternehmens“ erste Gesamtdarstellung
  • Robert Boschs Vermächtnis: In Unternehmenskultur verankerte Prinzipien und Werte
  • Stellenwert von Geschichte, Werten und Unternehmenskultur laut Autoren außergewöhnlich
Beitrag sammeln
PDF herunterladen
  • 24. September 2013
  • Wirtschaft
  • Presseinformation

Pressetext

Stuttgart – Der Verlag C.H. Beck veröffentlicht die erste von unabhängigen Wissenschaftlern verfasste Gesamtdarstellung der Geschichte der Robert Bosch GmbH. Autoren des jetzt erschienenen Buches „Bosch. Geschichte eines Weltunternehmens“ sind die Wirtschaftshistoriker Prof. Dr. Johannes Bähr und Prof. Dr. Paul Erker. Ausgangspunkt der wissenschaftlichen Analyse bilden die Persönlichkeit des Unternehmensgründers Robert Bosch und dessen Geschäftsprinzipien. Die beiden Wissenschaftler beschreiben die Anfänge Boschs als „Werkstatt für Feinmechanik“, den Aufstieg zum führenden Automobilzulieferer sowie den Ausbau zum Technologie- und Dienstleistungsunternehmen. Ausführlich schildern sie die Entstehung der Unternehmenskultur und der sozialen Ausrichtung. Die Autoren konnten für ihre Forschung auf die Originalquellen des Unternehmensarchivs zugreifen. „Die Geschichte von Bosch ist ein Stück deutscher und auch internationaler Industriegeschichte. Den beiden Autoren ist es gelungen, ein differenziertes, realistisches und zugleich zugängliches Bild der langen und facettenreichen Historie unseres Unternehmens zu zeichnen“, sagte Franz Fehrenbach, Bosch-Aufsichtsratsvorsitzender und geschäftsführender Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG, anlässlich der Buchvorstellung am 152. Geburtstag Robert Boschs im Literaturhaus Stuttgart.

Bähr und Erker schildern auf rund 720 Seiten die Geschichte der Bosch-Gruppe bis in die Jetzt-Zeit. Sie thematisieren dabei große Innovationsleistungen und Erfolge, aber auch schwierige Phasen und Wegstücke. Insbesondere in schwierigen Zeiten haben sich die Prinzipien des Unternehmensgründers bewährt. „Die Rückbesinnung auf die eigene Geschichte, die eigenen Werte und die eigene Unternehmenskultur ist bei Bosch besonders bemerkenswert“, sagte Bähr in Stuttgart.

Robert Bosch: Bis heute prägend
„Zu den besonderen Merkmalen der Unternehmensgeschichte von Bosch gehört an erster Stelle, dass sie ohne die Person und den Einfluss des Firmengründers nicht zu verstehen ist“, erläuterte Bähr. Robert Bosch war nicht nur Gründer des Unternehmens. Bis zu seinem Tod im März 1942 prägte er die Entwicklung des Unternehmens maßgeblich mit seiner Persönlichkeit. Bähr über das Vermächtnis des Firmengründers: „Seine nach-haltigste Wirkung erzielte Robert Bosch nicht mit seinen geschäftlichen Erfolgen, sondern indem er glaubwürdig für Prinzipien und Werte eintrat, die er in der Kultur des Unternehmens verankerte und an denen sich auch die Geschäftspolitik auszurichten hatte.“

Bosch: Ganz und gar unverwechselbar
Die Autoren kommen abschließend zum Ergebnis, dass sich Bosch zwar nicht in jeder Hinsicht von der Mehrheit der deutschen und europäischen Unternehmenslandschaft unterscheide. „Dennoch handelt es sich bei Bosch um ein ganz und gar unverwechselbares Unternehmen“, sagte Erker. Auch in Zeiten der Globalisierung habe das Profil keineswegs an Konturen verloren. Erker weiter: „Tatsächlich hat sich die Robert Bosch GmbH stets durch ein recht eigenes Profil ausgezeichnet, an dem mit bemerkenswerter Konsequenz festgehalten wurde und dem das Unternehmen heute nach wie vor verpflichtet ist.“

Bosch im Dritten Reich: Zwischen Anpassung und Gegnerschaft
Einer der Schwerpunkte der Publikation bildet das Verhalten der Person und des Unternehmens Bosch während des Dritten Reiches. Die Autoren beschreiben die Herausforderung eines Spagats zwischen Anpassung und Gegnerschaft. An zahlreichen Beispielen schildern sie das Verhalten von Mitarbeitern und Führungskräften gegenüber dem NS-Regime. Der Kreis um Robert Bosch unterstützte den Widerstand gegen Hitler. Geschäftsführung und Personalleiter setzten sich für jüdische und „halbjüdische“ Mitarbeiter ein und unterstützten Hilfsaktionen für verfolgte Juden. Gleichzeitig war das Unternehmen auch Rüstungsproduzent und setzte Zwangsarbeiter ein. „Angesichts dieser Gegensätze greift jedes pauschale Urteil über Bosch im Dritten Reich zu kurz“, resümiert Bähr.

Die Unternehmensverfassung: Im Sinne des Firmengründers
Den zweiten Schwerpunkt bildet die Zeit nach dem Tod Robert Boschs. Der Firmengründer hatte in seinem Testament verfügt, dass die Selbständigkeit des Unternehmens bewahrt werden müsse. Gleichzeitig sollte es sich „kraftvoll und reich“ weiterentwickeln. Über die konkrete Ausgestaltung und Umsetzung dieser Vorgabe wurde intensiv diskutiert. 1964 erwarb die Vermögensverwaltung Bosch, Vorläufer der heutigen Robert Bosch Stiftung, von den Erben die Kapitalmehrheit an der Robert Bosch GmbH. Dr. Christof Bosch, Enkel des Firmengründers und Sprecher der Familie Bosch, sagte dazu während der Buchvorstellung: „Das damals entwickelte Konstrukt dient dem, was durch das Testament erreicht werden sollte.“ Die Unternehmensverfassung in der heutigen Form stärke das Unternehmen, ermögliche ihm Zukunftsoffenheit und gebe der Familie gleichzeitig wirtschaftliche Sicherheit. Bosch weiter: „Das Unternehmen konnte sich so nach den Grundsätzen Robert Boschs weiterentwickeln.“

Zum Projekt: Dreieinhalb Jahre intensive Forschungsarbeit
„Bosch. Geschichte eines Weltunternehmens“ ist das Ergebnis dreieinhalb jähriger, intensiver Forschungsarbeit. Die beiden Autoren Bähr und Erker hatten in dieser Zeit Zugang zu allen relevanten Unterlagen und Akten. Erstmals konnten unabhängige Experten auch die Protokolle der Sitzungen des Testamentsvollstrecker-Gremiums sichten. Außerdem erhielten die Autoren Einblick in Protokolle von vertraulichen Sitzungen bis ins Jahr 2010. Ergänzt wird die Analyse durch Recherchen der Autoren in staatlichen und kommunalen Archiven. Darüber hinaus führten Bähr und Erker zahlreiche Interviews mit Zeitzeugen. Zu diesen gehörten Mitglieder der Familie Bosch und ehemalige und aktuelle Führungskräfte und Geschäftsführer. Die letzte umfassende Darstellung der Bosch-Geschichte lieferte Theodor Heuss mit „Robert Bosch – Leben und Leistung“ im Jahr 1946. Seit Ende der 1990er Jahre sind weitere Arbeiten zu Teilaspekten der Bosch-Geschichte erschienen.

Literaturhaus Stuttgart: Buchvorstellung an historischem Ort
Vorgestellt wurde „Bosch. Geschichte eines Weltunternehmens“ im Literaturhaus Stuttgart. Das denkmalgeschützte Haus ist Teil des neu gestalteten Bosch-Areals. Anfang des 20. Jahrhunderts war das Ensemble aus Produktions- und Verwaltungsgebäuden Firmensitz von Bosch. In den beiden vom Literaturhaus-Verein genutzten Etagen befindet sich auch das ehemalige Arbeitszimmer von Robert Bosch. Am 23. September 1861, am Tag der Buchvorstellung vor 152 Jahren, wurde Robert Bosch in Albeck bei Ulm geboren. Er starb am 12. März 1942 in Stuttgart.

Über die Autoren
Prof. Dr. Johannes Bähr ist außerplanmäßiger Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er ist Autor mehrerer Werke zur Geschichte großer deutscher Unternehmen wie beispielsweise MAN und Dresdner Bank. Prof. Dr. Paul Erker ist außerplanmäßiger Professor für neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sein Schwerpunkt liegt auf Themen der Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte. Er hat unter anderem unternehmenshistorische Studien zu Dachser und Continental publiziert.

„Bosch. Geschichte eines Weltunternehmens“ von Johannes Bähr und Paul Erker ist ab sofort für 39,95 Euro im Buchhandel erhältlich.
Weitere Informationen zur Publikation finden sich hier.

Mehr Informationen zur Geschichte von Bosch finden sich hier.
Historische Filmaufnahmen aus der Bosch-Geschichte stehen im Bosch Videoportal zum Download bereit.

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861–1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte hält mehrheitlich die Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI8298 - 24. September 2013

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

René Ziegler

+49 711 811-7639 E-Mail senden

Diesen Beitrag teilen