Mobility Solutions

Fernbereichsradar der vierten Generation Bosch präsentiert neuen Radarsensor Basis für leistungsfähige Assistenzsysteme

  • Breiterer Öffnungswinkel für schnellere Reaktion bei einscherenden Fahrzeugen
  • Verbesserte Notbremsfunktion durch zusätzliche Höhenmessung
  • Standardisierte Fertigungsprozesse senken Herstellkosten
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  • 13. August 2013
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Pressetext

Viele leistungsfähige Assistenzsysteme nutzen einen Radarsensor, um die Umgebung des Autos zu erfassen. Deren Stärke liegt darin, den Abstand und die Geschwindigkeit vorausfahrender Fahrzeuge sehr exakt zu messen. Bosch hat jetzt einen neuen Fernbereichs-Radarsensor entwickelt, der wie die bisherigen Varianten das 77-Gigahertz-Frequenzband nutzt und im Vergleich zum direkten Vorgänger noch leistungsfähiger, kompakter und kostengünstiger ist. „Der neue Radarsensor kann Hindernisse und einscherende Fahrzeuge noch schneller erfassen“, erläutert Gerhard Steiger, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Chassis Systems Control. „Sicherheitsfunktionen wie die automatische Notbremsung können dadurch früher ausgelöst werden.“ Diese vierte Generation der Long-Range-Radarsensoren von Bosch, kurz LRR4, geht 2014 in Serie.

Größerer Öffnungswinkel liefert mehr Umfeldinformationen
Die größte technische Änderung beim neuen LRR 4 ist die Zahl der eingesetzten Radarkeulen. Vier schauen wie beim Vorgänger gebündelt nach vorne. Sie können andere Fahrzeuge bereits bei einem Abstand von rund 250 Metern erfassen. Dadurch lässt sich die Adaptive Cruise Control (ACC) auch bei Geschwindigkeiten von über 160 Kilometern pro Stunde nutzen und es werden auch hohe Differenzgeschwindigkeiten ganz ohne Zutun des Fahrers ausgeglichen. Zwei zusätzliche Radarkeulen erweitern den Öffnungswinkel auf 40 Grad – ein Plus von zehn Grad gegenüber dem Vorgänger. Einscherende Fahrzeuge lassen sich so noch früher erkennen, und das ACC kann dadurch schneller reagieren. Zusätzliche Informationen bietet ein weiterer nach oben gerichteter Radarstrahl: im Zusammenspiel mit den sechs Basiskeulen ermöglicht er eine Höhenschätzung der erfassten Objekte im Nahbereich, was deren Klassifikation verbessert. Der Vorteil für den Autofahrer: Kritische Situationen gerade im städtischen Verkehr werden früher und eindeutig erkannt. Automatische Notbremsungen können früher ausgelöst werden, und Unfälle lassen sich dadurch ganz verhindern oder weiter in ihrer Schwere mindern. Maximale Leistung bietet der Einsatz von zwei Radarsensoren, die jeweils links und rechts im Frontbereich des Fahrzeugs verbaut werden. Gemeinsam haben sie einen noch größeren Öffnungswinkel und können aufgrund des außermittigen Einbauortes einscherende Fahrzeuge noch früher erkennen.

LRR4 integriert umfassende Sensordatenfusion
Leistungsfähige Assistenzsysteme nutzen oftmals mehr als einen Sensor. Der LRR4 kann, wie schon sein Vorgänger, die Daten eines zweiten optionalen Radarsensors, einer Videokamera und die der Ultraschallsensoren auf dem eigenen Steuergerät verarbeiten. Durch diese sogenannte Sensordatenfusion entsteht mit Hilfe leistungsfähiger Softwarealgorithmen ein höchst detailliertes „Bild“, das heißt eine Interpretation des Fahrzeugumfelds. Funktionen wie die automatische Notbremsung lassen sich damit weiter verbessern, indem nun auch Fußgänger erkannt und in die Situationsbewertung mit einbezogen werden. Dies fordern unter anderem die von 2016 an geltenden Sicherheits-Prüfvorschriften der Verbraucher-Schutzorganisation Euro NCAP. Den Nutzen solcher Systeme hat die von der Europäischen Union initiierte Feldstudie euroFOT bereits belegt. Die 2012 veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass ein ACC in Verbindung mit einem Auffahrwarnsystem über fünf Prozent aller Unfälle mit Verletzungsfolgen auf Autobahnen positiv beeinflussen oder sogar ganz vermeiden kann.

Wie sein Vorgänger besitzt auch der LRR4 keine beweglichen Teile. Er ist damit besonders robust und für alle PKW-Klassen geeignet. Eine optionale Heizung der Linse stellt die Funktion auch bei Eis und Schnee nahezu durchgängig sicher. Beim Hochfrequenzmodul wird eine Silizium-Germanium-Technologie eingesetzt.

Eine Neuerung ist noch in der Fertigung zu finden: Alle Bauteile können jetzt mit Standard-Lötprozessen verarbeitet werden, was die Herstellkosten weiter senkt. „Mit vielen Innovationen hat Bosch die Radarsensoren leistungsfähiger und kostengünstiger gemacht“, so Steiger. „Die Radartechnik ist reif für den Massenmarkt.“ Dies untermauern auch die geplanten Fertigungszahlen von Bosch. Vom Serienstart im Jahr 2000 dauerte es bis zum Frühjahr 2013, um die erste Million zu fertigen. Die zweite Million wird dagegen bereits 2014 vom Band laufen, und nur zwei Jahre später ist der zehnmillionste Sensor geplant.

Als Alternative zu den Long-Range-Radarsensoren bietet Bosch seit Mitte 2013 Mid-Range-Radarsensoren an. Diese sind noch kostengünstiger und haben eine geringere Reichweite von 160 Metern. Mit ihnen lassen sich alle Notbremsfunktionen und eine adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung bis zu 160 Kilometer pro Stunde realisieren – ausreichend für die allermeisten Länder der Welt. Eine Variante für den Heckeinsatz startet 2014. Dieser Sensor detektiert frühzeitig schnell heranfahrende Fahrzeuge und kann so beim Spurwechsel vor einer Kollision warnen. Mit einem Öffnungswinkel von 150 Grad deckt er ein besonders breites Sichtfeld ab.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Auf der 65. Internationalen Automobil-Ausstellung 2013 in Frankfurt am Main präsentiert Bosch technische Lösungen für die vernetzte Mobilität. Vielfältige Innovationen machen den Straßenverkehr künftig noch effizienter und sauberer, aber auch sicherer und komfortabler. Bosch zeigt seine Highlights auf der IAA in Halle 8, Stand A04.

Mobility Solutions ist der größte Unternehmensbereich der Bosch-Gruppe. Er trug 2015 mit 41,7 Milliarden Euro 59 Prozent zum Umsatz bei. Damit ist das Technologieunternehmen einer der führenden Zulieferer der Automobilindustrie. Der Bereich Mobility Solutions bündelt seine Kompetenzen in den drei Domänen der Mobilität – Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung – und bietet seinen Kunden ganzheitliche Mobilitätslösungen. Die wesentlichen Geschäftsfelder sind: Einspritztechnik und Nebenaggregate für Verbrennungsmotoren sowie vielfältige Lösungen zur Elektrifizierung des Antriebs, Fahrzeug-Sicherheitssysteme, Assistenz- und Automatisierungsfunktionen, Technik für bedienerfreundliches Infotainment und fahrzeugübergreifende Kommunikation, Werkstattkonzepte sowie Technik und Service für den Kraftfahrzeughandel. Wichtige Innovationen im Automobil wie das elektronische Motormanagement, der Schleuderschutz ESP oder die Common-Rail-Dieseltechnik kommen von Bosch.

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI8268 - 13. August 2013

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Stephan Kraus

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