Wirtschaft

Konferenz über Mut, Neugier und Wandel „Nicht weniger Europa, sondern mehr“ Bosch schlägt Bogen vom 19. ins 21. Jahrhundert

  • Jubiläumsveranstaltung zum 125-jährigen Bestehen des Unternehmens im Berliner Friedrichstadt-Palast
  • Franz Fehrenbach im Dialog mit Politikern und Wissenschaftlern
  • Mit auf dem Podium: Bundestagspräsident Lammert und der baden-württembergische Ministerpräsident Kretschmann
  • Bosch erwartet rund 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur
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  • 17. Oktober 2011
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  • Presseinformation

Pressetext

Berlin – Auf der Bühne des Berliner Friedrichstadt-Palastes veranstaltet Bosch anlässlich des Firmenjubiläums eine Konferenz zum Thema „Neugier, Mut und Wandel in Zeiten des Umbruchs“. Inhaltlich wird dabei ein Bogen vom 19. ins 21. Jahrhundert geschlagen. Das Ziel: die heutigen Umbrüche in Gesellschaft, Technik und im Denken an den gestrigen zu spiegeln und daraus Inspirationen für die Zukunft zu ziehen. Bosch erwartet zu der Ver­anstaltung rund 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur.

Zu den Herausforderungen an Politik, Unternehmen und Gesellschaft spre­chen Bundestagspräsident Norbert Lammert und der baden-württembergi­sche Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Neugier und Mut machen Wandel und Fortschritt erst möglich“, so Kretschmann. Mit der Ökologie sei aber eine neue Dimension gesellschaftlichen Handelns hinzugekommen. Das bringe andere Aufgaben mit sich als in der Gründerzeit des 19. Jahr­hunderts. Doch Kretschmann äußert sich zuversichtlich, „dass eine aktive Bürgergesellschaft mit den aktuellen Herausforderungen umgehen und eine neue Gründerzeit initiieren kann.“

Weitere Redner sind der Philosoph Rüdiger Safranski, der Historiker Werner Plumpe und Franz Fehrenbach, der Vorsitzende der Bosch-Geschäftsführung. Fehrenbachs Interesse gilt vor allem dem Austausch mit Gesprächspartnern aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen. „Unternehmerische Verantwortung setzt Offenheit voraus – Offenheit gegenüber verschiedenen Meinungen, unbequemen Veränderungen und gegenüber der Dynamik der Welt“, sagt Fehrenbach. Im Anschluss an die Vorträge moderiert Dieter Kosslick, Direktor der Berlinale/Internationalen Filmfestspiele Berlin, eine Diskussionsrunde aller Redner.

Herausforderungen als Chance nutzen
In seinem Impulsreferat weist Fehrenbach auf die großen Herausforderun­gen der Gegenwart hin, ohne die Vergangenheit auszublenden. Robert Bosch sei Demokrat und Paneuropäer gewesen, zu einer Zeit als Deutsch­land seine Brücken zu den Nachbarn abgebrochen habe. Auf heute über­tragen bedeute dies „Nicht weniger Demokratie, nicht weniger Europa, sondern mehr.“ Viel zu lange sei die europäische Einigung wie ein Selbst­läufer oder als Sache von Eliten erschienen. Jetzt werde überdeutlich, „dass alle Länder angeht, was in einem Land geschieht.“ Fehrenbach for­dert eine Neubesinnung auf eine demokratisch legitimierte Weiterentwick­lung Europas: „Wir müssen um die europäische Einigung kämpfen.“

Eine Chance sieht Fehrenbach auch in technischen Umbrüchen wie der Energiewende. Doch erforderten derart grundsätzliche Infrastrukturent­scheidungen einen langen Atem. Ganz wichtig dabei: das Thema Energie­effizienz nicht zu vernachlässigen. Konkret fordert Fehrenbach, die energe­tische Gebäudesanierung noch stärker zu fördern als bisher. Noch immer verbrauchten Gebäude rund 40 Prozent der Primärenergie in Deutschland. „Hier liegt einer der größten Hebel für mehr Energieeffizienz und Klima­schutz“, betont Fehrenbach, „ein Hebel, der nicht ungenutzt bleiben darf.“ Generell dürfe sich die Nachhaltigkeitsdebatte der Politik nicht in mög­lichst ehrgeizigen Fernzielen für die Energiewende erschöpfen: „Diese Ziele sind nichts wert, wenn wir jetzt nicht die richtigen Wege festlegen und anschließend mutig gehen.“

Weltoffenheit und Bildung fördern
Ein so weitreichendes Vorhaben wie die Energiewende löst nach den Wor­ten Fehrenbachs jedoch mehr als nur fachliche Vorbehalte aus. Das lasse sich an jedem Protest gegen den Bau von Windrädern oder Stromtrassen besichtigen. „Es scheint“, sagt Fehrenbach, „als folge dem Mut zur Verän­derung die Angst vor der Veränderung auf dem Fuße.“ Mit einer solchen Haltung gefährde Deutschland seine Wandlungs- und Zukunftsfähigkeit. Dies könne weder im Interesse des Wirtschaftsstandortes Deutschland noch einzelner Unternehmen wie Bosch liegen. Nicht das Bestehende dürfe konserviert, vielmehr müsse Weltoffenheit, Bildungsbereitschaft und Inno­vationsfähigkeit unterstützt werden.

Fehrenbach weist darauf hin, dass Bosch anlässlich seines Jubiläums mit 50 Millionen Euro ein internationales Hochschul-Förderprogramm aufgelegt habe. Er beklagt jedoch, dass die deutschen Bildungsausgaben insgesamt weniger als fünf Prozent vom Bruttoinlandsprodukt ausmachen. „Das liegt unter dem Durchschnitt der Industrieländer“, sagt Fehrenbach, „dabei muss Deutschland doch Vorreiter sein.“

Gerade der Zusammenhang von Bildung, technischem Fortschritt und wirt­schaftlicher Entwicklung wird im Verlauf der Konferenz auch mit geschicht­lichem Hintergrund diskutiert. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, so der Historiker Werner Plumpe, „kam es zur Entfaltung einer ungeheuren öko­nomischen Dynamik, in der technische Innovationen eine zentrale Rolle spielten. “ Auch die derzeitigen Herausforderungen könnten nur mit techni­schen Neuerungen bewältigt werden, ist Plumpe überzeugt. Auch nach Ein­schätzung des Philosophen Rüdiger Safranski brachte das späte 19. Jahr­hundert einen Triumph des naturwissenschaftlichen Geistes. Doch gehöre in der deutschen Geistesgeschichte beides zusammen: „das Dur-Thema von Aufbruch und Fortschritt wie auch die begleitenden, warnenden Moll-Themen.“ Dies müsse man begreifen, wenn man aus Herkunft Zukunft ges­talten wolle, ist sich Safranski sicher.

Besonderer Veranstaltungsort
Die Konferenz in Berlin gehört zu den rund 850 Aktivitäten weltweit, die 2011 anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Unternehmens und des 150. Geburtstags des Firmengründers Robert Bosch stattfinden. Eine Besonderheit der Veranstaltung in Berlin ist der außergewöhnliche Veran­staltungsort: „Dass wir uns heute auf der Bühne eines Theaters finden, ist symbolisch zu sehen“, so Fehrenbach. „Wir sehen uns nicht als Betroffene, sondern als Akteure des Wandels.“ So wird auch das Publikum aktiv in die Dramaturgie der Konferenz integriert: Es sitzt auf einer Bühne, die sich im Verlauf der Veranstaltung entsprechend dem inhaltlichen Fortgang um 360 Grad drehen wird.

Pressebilder zur Veranstaltung finden Sie am 17.10.2011 ab 21:00 Uhr hier.

Weitere Informationen finden Sie hier

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861–1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte hält mehrheitlich die Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI7558 - 17. Oktober 2011

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Melita Delic

+49 711 811-48617 E-Mail senden

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