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Peugeot 3008 HYbrid4 Weltweit erster Diesel-Hybrid startet mit Elektroantrieb von Bosch in die Serie Strategische Partnerschaft zwischen PSA Peugeot Citroën und Bosch

  • PSA eröffnet Markt für hoch effiziente Diesel-Hybridfahrzeuge
  • Elektrisch angetriebene Hinterachse realisiert Allradantrieb
  • Kraftstoffverbrauch von 3,8 Liter Diesel auf 100 Kilometer entsprechend 99 Gramm CO2 pro Kilometer
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  • 13. September 2011
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Pressetext

Mit dem 3008 HYbrid4 bringt Peugeot weltweit den ersten Diesel-Hybrid-Pkw in Serie. Durch die Kombination eines Diesel-Motors mit einem Elekt­roantrieb werden Verbrauchsvorteile von bis zu 35 Prozent erreicht. Die elektrischen Komponenten (Motor, Leistungselektronik und Hochspan­nungsgenerator) und die für Hybridfahrzeuge erforderliche spezielle tech­nische Auslegung des Elektronischen Stabilitäts-Programms ESP® hat PSA Peugeot Citroën in enger Kooperation mit Bosch entwickelt.

Der 3008 HYbrid4 Crossover verbraucht nur 3,8 Liter Diesel auf 100 Kilo­meter, was einem CO2-Ausstoß von lediglich 99 Gramm pro Kilometer ent­spricht. Dennoch ist er alles andere als eine rollende Verzichtserklärung: Beide Antriebe leisten in Kooperation 147 Kilowatt (200 PS) und satte 450 Newtonmeter Drehmoment. Damit beschleunigt der geräumige Diesel-Hybrid in 8,5 Sekunden von Null auf 100 Kilometer pro Stunde. Seine Höchstgeschwindigkeit wird bei 191 Kilometern pro Stunde abgeregelt.

Wahlweise Allrad-, Front- oder elektrischer Heckantrieb
Clou der Hybridisierung ist der partielle Allrad-Antrieb des 3008 HYbrid4. Neben dem herkömmlichen Frontantrieb durch den Dieselmotor sorgt beim Axle-Split-Konzept von PSA und Bosch eine elektrisch angetriebene Hinter­achse für nachdrücklichen Schub. Das Hinterachsmodul besteht aus einer 27 Kilowatt (37 PS) starken Elektromaschine und einem Differenzialge­triebe. Bei stärkerem Beschleunigen wirkt es als Booster, in kritischen Situationen sorgt es dank Allradantrieb für zusätzliche Traktion. Zusätzlich kann das Drehmoment der E-Maschine an der Hinterachse die Schaltpau­sen des automatisierten Getriebes überbrücken. Im städtischen Stop-and-go-Verkehr oder bei geringem Tempo kann der Elektroantrieb auch als alleiniger Antrieb den Peugeot 3008 HYbrid4 emissionsfrei bewegen. Abhängig vom Ladeniveau der Nickel-Metall-Hydrid-Batterie beträgt die elektrische Reichweite des Diesel-Hybrids gut vier Kilometer. Geht die Energie zur Neige, springt der Dieselmotor automatisch wieder an.

Basisaggregat des Peugeot 3008 HYbrid4 ist ein Vierzylinder-2.0-HDi-Tur­bodiesel der neuesten Generation mit einer Leistung von 120 Kilowatt (163 PS), der die Abgasnorm Euro 5 erfüllt. Seine Leistung überträgt ein automatisiertes Sechs-Gang-Getriebe auf die Vorderachse. Das von PSA entwickelte Axle-Split-Konzept kann mit kleineren Modifikationen auf verschiedene Fahrzeugplattformen übertragen werden. So präsentiert PSA zur IAA 2011 in Frankfurt den neuen 508 RXH mit HYbrid4-Antrieb.

Doch die Flexibilität des Axle-Split-Konzepts zeichnet sich nicht nur durch die vergleichsweise einfache Hybridisierung aus. Das Crossover-Modell 3008 HYbrid4 ist dank seines nahezu autonomen Heckantriebs ein Wande­rer zwischen den Welten. Urbane Kurzstrecken legt er ohne lokale Lärm- und Abgasemissionen zurück – rund vier Kilometer bewältigt er im reinen Elektromodus. Unbefestigtes Terrain oder verschneite Anstiege meistert er mit dem elegant gelösten Allradantrieb souverän. Und auf Reisen glänzt er dank seines effizienten HDi-Motors und der zusätzlich gewonnenen Reich­weite im Elektromodus als flotter und gleichzeitig genügsamer Lang­streckler. Bei typischen Reisegeschwindigkeiten über 120 Kilometer pro Stunde arbeitet der Dieselmotor des Peugeot 3008 HYbrid4 allein. Der Elektroantrieb der Hinterachse bleibt abgekoppelt.

In ausführlichen Berechnungen, Simulationen und Tests haben die Ent­wickler von PSA – im Elektronikbereich unterstützt durch die Teams von Bosch – exakt ermittelt, in welcher Fahrsituation die beiden Antriebe auf welche Weise zusammenspielen und welche Leistung sie beisteuern müs­sen, um die Anforderungen des Fahrers effizient zu erfüllen. Oberstes Gebot im Fahrmodus „Auto“ – einer von vier Einstellungen – beispielsweise ist minimaler Verbrauch bei maximalem Komfort. Der Fahrer braucht nur Gas zu geben und die Elektronik steuert automatisch hinter den Kulissen die Kooperation der beiden Antriebe. Natürlich lässt sich der Allradantrieb auch manuell zuschalten. Zusätzlich hat der Fahrer die Wahl zwischen wei­teren Fahrmodi von sehr sportlich bis besonders sparsam.

Eigens für den Peugeot 3008 HYbrid4 entwickeltes Bosch ESP®
ESP® leistet schon seit geraumer Zeit einen wichtigen Beitrag zur Ver­kehrssicherheit. Mit gezielten Motor- und Bremseingriffen sorgt das elekt­ronische Stabilitätsprogramm in kritischen Situationen dafür, dass ein Fahrzeug nicht außer Kontrolle gerät. ESP® umfasst immer die Funktionen des Antiblockiersystems (ABS) und der Antriebsschlupfregelung (ASR).

Damit auch in den Hybridfahrzeugen von PSA das ESP® bestmöglich unter­stützen kann, haben die beiden Unternehmen gemeinsam neue, speziell auf den Hybridantrieb zugeschnittene Funktionen entwickelt:
  • Begrenzung des regenerativen Elektroantriebs an der Hinterachse (RBC®), um in jeder Situation die Stabilität des Fahrzeugs zu gewährleisten.
  • Anpassung der ASR-Einstellungen an den gewählten Fahrmodus sichert optimales Verhältnis von Leistung und Komfort bei allen Straßen- und Streckenverhältnissen.
Das hohe Maß an aktiver Sicherheit im Peugeot 3008 HYbrid4 ist damit das Ergebnis der engen Zusammenarbeit von PSA und Bosch.

Umfangreiches Antriebspaket von Bosch
Neben dem System-Know-how hat Bosch die zentralen Komponenten zum weltweit ersten Axle-Split-Hybrid beigesteuert. Zum einen ist das die elekt­rische Antriebsmaschine, die in die Hinterachse integriert ist. Für die was­sergekühlte E-Maschine – ein sogenannter Separater-Motor-Generator SMG 180/120 – bleiben im eng gepackten Achsmodul ganze 180 Millimeter Durchmesser und 120 Millimeter Länge. Aus diesem begrenzten Bauraum holt die permanent erregte Synchronmaschine eine Spitzenleistung von 27 Kilowatt und ein enormes Drehmoment von 200 Newtonmetern. Ihre Dauerleistung beträgt 20 Kilowatt bei Drehzahlen bis 7 500 Umdrehungen pro Minute.

Neben der E-Maschine im Heck arbeitet im Peugeot 3008 HYbrid4 eine wei­tere permanent erregte Synchronmaschine von Bosch. Diese SMG 138/80 (Durchmesser 138 Millimeter, Länge 80 Millimeter) im Motorraum dient als Hochvolt-Starter-Generator des Start-Stopp-Systems. Vor allem aber ist sie für die Energieversorgung von Heckantrieb (bei leerer Hochvoltbatterie), Bordnetz und Klimaanlage zuständig. Dafür wird sie über einen robusten Riemen vom Dieselmotor angetrieben. Da sie während der Fahrt nahezu in jeder Betriebssituation Strom erzeugt, kann die Hochvolt-Batterie als Puf­fer und Energiespeicher entsprechend kostengünstig kompakt ausgelegt werden. Als Dauerleistung gibt der SMG 138/80 bei bis zu 15 000 Umdre­hungen pro Minute sieben Kilowatt ab. Ihre Peak-Leistung liegt bei acht Kilowatt.

Herzstück des elektrischen Antriebs ist die sogenannte Hybrid Power Control Unit (HPCU). Die Leistungselektronik birgt nicht nur die Steue­rungs-Software für beide Elektromaschinen und das Hybrid-Management, sondern dient auch als Puls-Wechselrichter, der den von der SMG 138/80 erzeugten Wechselstrom als Gleichstrom in die Batterie leitet. Obendrein dient sie als Gleichstromwandler zwischen Niedervolt-Bordnetz des Fahr­zeugs und Hochvolt-Netz des Elektroantriebs. Die Anforderungen an dieses Bauteil sind extrem: Ströme von bis zu 340 Ampere bei bis zu 300 Volt Spannung muss es in einem Bauraum von nur rund zwölf Litern Volumen verarbeiten.

Weltmarktpremiere für Doppelinverter von Bosch
Einen Doppelinverter als Bindeglied zwischen Hochvolt-Batterie und gleich zwei Elektromaschinen gab es von Bosch bisher nicht. Die Entwickler haben nun im Volumen bisheriger Einfachinverter die doppelte Funktion untergebracht. „Schon aus unseren bisherigen Invertern würde kaum eine Fliege herausfinden. Beim neuen Doppelinverter hätten selbst Flöhe Prob­leme“, veranschaulicht Dr. Matthias Küsell, bei Bosch Leiter Entwicklung und Kundenprojekte für Hybrid- und Elektrofahrzeuge, die Komplexität und den hohen Integrationsgrad des Bauteils. Dennoch ist es gelungen, ausrei­chende Kühlung und Mindestabstände der elektrischen Komponenten sicherzustellen und schlanke Fertigungsprozesse zu realisieren. Nur der Bosch Doppelinverter kann die Ansteuerung beider Elektromaschinen im Betrieb gewährleisten und die dabei auftretenden hohen Ströme managen.

Somit hat Bosch in nur zwei Jahren Projektlaufzeit vier zentrale Komponen­ten des Axle-Split-Hybrids zur Serienreife gebracht. Dabei konnten die Entwickler zwar auf reichhaltige Erfahrungen aus jahrzehntelanger Ent­wicklung und Produktion von Elektromaschinen, Gleichstromwandlern und Invertern aufbauen, doch waren der straffe Zeitplan und die anspruchsvol­len Vorgaben von PSA nur mit konzentrierter Kraft einzuhalten. „Neben der Hardware und Software für das Fahrzeug haben wir auch Prüfstände und Prüfsoftware entwickelt, um etwa die neuen Erzeugnisse präzise testen und messen zu können“, so Küsell.

Der Aufwand hat sich gelohnt. Denn als erster Diesel-Hybrid und Weltpre­miere des Axle-Split-Konzepts zeigt der Peugeot 3008 HYbrid4 den Weg in eine klima- und umweltgerechte Zukunft der Mobilität. Sein innovatives Antriebskonzept zeigt, dass sich Fahrspaß, Verantwortung und Sparsamkeit ebenso vereinen lassen wie elektrische Stadtfahrten, aufregende Offroad-Touren und komfortable Urlaubsreisen mit wenig Tankstopps.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Mobility Solutions ist der größte Unternehmensbereich der Bosch-Gruppe. Er trug 2015 mit 41,7 Milliarden Euro 59 Prozent zum Umsatz bei. Damit ist das Technologieunternehmen einer der führenden Zulieferer der Automobilindustrie. Der Bereich Mobility Solutions bündelt seine Kompetenzen in den drei Domänen der Mobilität – Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung – und bietet seinen Kunden ganzheitliche Mobilitätslösungen. Die wesentlichen Geschäftsfelder sind: Einspritztechnik und Nebenaggregate für Verbrennungsmotoren sowie vielfältige Lösungen zur Elektrifizierung des Antriebs, Fahrzeug-Sicherheitssysteme, Assistenz- und Automatisierungsfunktionen, Technik für bedienerfreundliches Infotainment und fahrzeugübergreifende Kommunikation, Werkstattkonzepte sowie Technik und Service für den Kraftfahrzeughandel. Wichtige Innovationen im Automobil wie das elektronische Motormanagement, der Schleuderschutz ESP oder die Common-Rail-Dieseltechnik kommen von Bosch.

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI7479 - 13. September 2011

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Florian Flaig

+49 711 811-6282 E-Mail senden

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