Mobility Solutions

Von der Batteriezelle bis zum Elektromotor Bosch bereitet den Weg in die Elektromobilität Bis 2013 mit zwölf Autoherstellern 20 Projekte

  • Systemkompetenz ist einer der Erfolgsfaktoren
  • Joint Venture für Entwicklung und Fertigung von E-Motoren gegründet
  • SB LiMotive treibt Entwicklung der Lithium-Ionen-Batterie voran
  • Bosch erschließt neue Geschäftsfelder im Segment Elektromobilität
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  • 13. September 2011
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  • Presseinformation

Pressetext

Als innovationsstarker Zulieferer mit 125-jähriger Tradition gestaltet Bosch den Weg in die Zukunft der Elektromobilität maßgeblich mit. Unter dem Markenzeichen des Doppelankers werden heute Technologien, Komponenten und Systeme für elektrifizierte Antriebe entwickelt und bereits gefertigt. So entstehen am Standort Hildesheim effiziente Elektromotoren für Hybrid- und Elektrofahrzeuge. In Reutlingen ist die Serienfertigung für Leistungselektronik angelaufen und im Joint Venture mit Samsung SDI – SB LiMotive – werden seit 2010 im koreanischen Ulsan Lithium-Ionen-Zellen für Traktionsbatterien hergestellt. Rund 400 Millionen Euro fließen bei Bosch jährlich in die Elektrifizierung des automobilen Antriebs, 800 Mitarbeiter arbeiten weltweit bei Bosch an diesem Zukunftsthema. Im Jahr 2020 erwartet Bosch weltweit rund drei Millionen Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride sowie etwa sechs Millionen Hybridautos bei 103 Millionen neu produzierten Fahrzeugen. Ab dem Jahr 2025 werden elektrifizierte Antriebe zunehmend stärker das Bild im Straßenverkehr prägen.

Systemkompetenz von Bosch als Erfolgsfaktor
Auf dem Weg zum vollelektrisch betriebenen Automobil stellt die Hybrid-Technik mit ihren unterschiedlichen Ausprägungen eine wichtige Übergangstechnologie dar. Bosch fokussiert sich derzeit auf zwei Vollhybrid-Konzepte, die über kurze Distanzen das rein elektrische Fahren möglich machen: der Parallel-Voll- und der Axle-Split-Hybrid. Beide unterstützen mittels Boostfunktion in bestimmten Fahrsituationen den Verbrenner. Dadurch lassen sich künftig Otto- oder Diesel-Motoren kleiner auslegen. Vom heutigen Stand ausgehend lässt sich – ohne weitere motorische Maßnahmen – eine Verbrauchs- und CO2-Reduktion von 25 bis 30 Prozent realisieren. Beim Parallel-Vollhybrid ist die elektrische Maschine zwischen Verbrennungsmotor und Getriebe in den Antriebsstrang integriert. Der Axle-Split-Hybrid hat einen Verbrennungsmotor auf der Vorderachse und einen Elektroantrieb für die Hinterachse. Positiver Nebeneffekt dieser Auslegung ist der zusätzliche Allradantrieb.

Die Systemkompetenz von Bosch gewährleistet die Beherrschung des komplexen Zusammenspiels von Verbrennungsmotor, E-Maschine und Kupplung einschließlich nützlicher Zusatzfunktionen wie etwa das „Segeln“ oder dem „Boosten“. Beim „Segeln“ geht der Verbrennungsmotor aus und das Fahrzeug rollt frei, ohne Kraftstoff zu verbrauchen. Alle Sicherheits- und Komfortsysteme funktionieren uneingeschränkt weiter. Bei der Boostfunktion wird der Verbrennungsmotor bei hohem Leistungsbedarf – etwa beim Überholen – durch den Elektromotor kurzzeitig unterstützt. Seit 2010 liefert Bosch die Parallel-Vollhybridtechnik für Porsche Cayenne und Volkswagen Touareg sowie zwischenzeitlich auch für den Porsche Panamera. In diesem Jahr startet PSA mit dem Peugeot 3008 HYbrid4, dem ersten Dieselhybrid weltweit, ausgestattet mit der innovativen Axle-Split-Hybrid-Technik von Bosch. Bis 2013 geht Bosch bei zwölf Autoherstellern in 20 Projekten mit Kernkomponenten wie E-Maschine, Leistungselektronik oder Batterietechnik in Serie. Die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH arbeiten zudem an der Gründung eines Joint Ventures, in dem Elektromotoren entwickelt und gefertigt werden sollen. Das Unternehmen mit dem Namen EM-motive GmbH wird ab dem Jahr 2012 die Traktionsmaschinen für Elektrofahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und smart liefern. Der Vertrieb an Dritte wird über Bosch erfolgen.

Plug-in-Hybrid als vielversprechende Lösung
Ein besonders interessantes Konzept stellt der Plug-in-Hybrid dar. Er ist grundsätzlich gleich aufgebaut wie die bereits genannten Systeme, lässt sich dank entsprechendem Ladegerät jedoch auch an jeder Haushaltssteckdose aufladen und verfügt über eine Batterie mit größerer Kapazität. Dadurch erhöht sich die rein elektrisch zu fahrende Distanz des Hybridfahrzeugs auf rund 40 Kilometer pro Batterieladung. In städtischen Ballungsgebieten ist damit über Wochen hinweg ein umweltfreundliches, rein elektrisch und lokal emissionsfreies Fahren möglich. Gleichzeitig lassen sich mit einem Plug-in-Hybriden auch lange Distanzen verbrennungsmotorisch zurückzulegen – etwa wenn es in den Urlaub geht.

Kostenreduktion als Schlüssel zum Erfolg
Technisch betrachtet ist der Schritt vom Hybrid zum Elektroauto zwar nicht sehr groß, doch auf der Kostenseite stehen noch große Herausforderungen an. Bosch rechnet damit, dass im Jahr 2020 ein Elektrofahrzeug rund 45 Prozent teurer sein wird als ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Ein wesentlicher Aspekt bei Weiterentwicklung und Produktion von Komponenten für elektrische Antriebe stellt daher die Reduzierung der Systemkosten dar. Wachsende Stückzahlen bedeuten zudem sinkende Preise, sinkende Preise zunehmende Akzeptanz. Dies trifft auf alle Projekte im Bereich der Elektromobilität zu: vom eBike, über den Hybriden und Plug-in-Hybriden bis hin zum Elektrofahrzeug. Kostenreduktion steht daher im Bosch-Lastenheft ganz oben.

SB LiMotive: Entwicklung der Lithium-Ionen-Batterie schreitet voran
Insbesondere die Batteriekosten sind für den Erfolg elektrifizierter Antriebe ein entscheidender Faktor. SB LiMotive, das Joint Venture von Bosch mit Samsung SDI, visiert bis 2015 einen Preis von 350 Euro pro Kilowattstunde an, bis 2020 sollen es 250 Euro sein. Auch technisch werden die Lithium-Ionen-Zellen immer ausgereifter. Wesentliche Parameter wie Energie- und Leistungsdichte sowie die kalendarische Lebensdauer und Zyklenfestigkeit werden Schritt für Schritt verbessert. Bis 2015 wird eine 35 kWh-Batterie von SB LiMotive eine Reichweite von 200 Kilometern erzielen können und eine Lebensdauer entsprechend dem Anspruch der Automobilindustrie von wenigstens zwölf Jahren haben. In den drei Jahren seit seiner Gründung konnte SB LiMotive mit heute rund 850 Mitarbeitern mehrere bedeutende Kunden gewinnen. So wird das Unternehmen Lithium-Ionen-Zellen für den BMW i3 und den 1er ActiveE liefern. Im elektrisch angetriebenen Fiat 500 EV wird ein komplettes Batteriesystem von SB LiMotive die Energie bereitstellen. Außerdem hat ein US-Konsortium von Chrysler, GM und Ford einen Auftrag in Höhe von 8,4 Millionen US-Dollar für die Entwicklung von Lithium-Ionen-Batteriezellen und -systemen an SB LiMotive vergeben. Bis 2015 plant SB LiMotive im koreanischen Ulsan die Kapazität der Zellenfertigung auf gut vier Gigawattstunden pro Jahr hochzufahren – ausreichend für rund 180 000 Elektrofahrzeuge. Da immer mehr europäische Automobilhersteller eine Zusammenarbeit mit SB LiMotive planen, wird voraussichtlich nach 2013 auch in Europa eine Fertigung aufgebaut.

Neue Geschäftsfelder im Zeitalter der Elektromobilität
Neben dem klassischen System- und Komponentengeschäft bietet die Elektromobilität für Bosch das Potenzial, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Ein Beispiel ist der Aufbau der Ladeinfrastruktur. Die Bosch Software Innovations GmbH entwickelt eine Software-Plattform für das Laden von Elektrofahrzeugen sowie für die Reservierung von Ladestationen und die Abrechnung der bezogenen Energie. Ladesäulen von Bosch Software Innovations bilden die Schnittstelle zum Stromnetz der Energieversorger und dem Endverbraucher. Software und Ladesäulen werden seit Juni 2011 in einem Pilotprojekt in Singapur eingesetzt. Auch die Bosch-Car-Service-Werkstätten und der Geschäftsbereich Automotive Aftermarket rüsten sich für den künftigen Markt. Bosch unterstützt Kfz-Werkstätten mit Diagnosesystemen für Hybridfahrzeuge und praxisorientierten Schulungen. Im Bereich der Elektromobilität kann kein anderer Zulieferer eine derartige Bandbreite an Komponenten, System-Know-how und Dienstleistungen anbieten. Da Elektromobilität nur dann Sinn macht, sofern die Energie dafür aus regenerativen Quellen stammt, kümmert sich Bosch auch um die Energiewandlung. Bosch Solar Energy ist einer der großen Hersteller von Zellen und Modulen für Photovoltaikanlagen. Weitere Aktivitäten auf diesem Zukunftsmarkt sind Getriebe für Windkraftanlagen und Projekte für Gezeitenkraftwerke.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Mobility Solutions ist der größte Unternehmensbereich der Bosch-Gruppe. Er trug 2015 mit 41,7 Milliarden Euro 59 Prozent zum Umsatz bei. Damit ist das Technologieunternehmen einer der führenden Zulieferer der Automobilindustrie. Der Bereich Mobility Solutions bündelt seine Kompetenzen in den drei Domänen der Mobilität – Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung – und bietet seinen Kunden ganzheitliche Mobilitätslösungen. Die wesentlichen Geschäftsfelder sind: Einspritztechnik und Nebenaggregate für Verbrennungsmotoren sowie vielfältige Lösungen zur Elektrifizierung des Antriebs, Fahrzeug-Sicherheitssysteme, Assistenz- und Automatisierungsfunktionen, Technik für bedienerfreundliches Infotainment und fahrzeugübergreifende Kommunikation, Werkstattkonzepte sowie Technik und Service für den Kraftfahrzeughandel. Wichtige Innovationen im Automobil wie das elektronische Motormanagement, der Schleuderschutz ESP oder die Common-Rail-Dieseltechnik kommen von Bosch.

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI7475 - 13. September 2011

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Florian Flaig

+49 711 811-6282 E-Mail senden

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