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Personal- und Sozialthemen

„Eröffnung RBZ Standort Rommelsbach“ Wolfgang Malchow Geschäftsführer und Arbeitsdirektor der Robert Bosch GmbH,

  • anlässlich der Eröffnung RBZ Standort Rommelsbach am 08.06.2011
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  • 08. Juni 2011
  • Personal- und Sozialthemen
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Pressetext

Sehr geehrter Herr Minister,
verehrte Gäste aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft sowie Vertreter der Presse,

auch ich heiße Sie zur Eröffnung des Robert Bosch Zentrums für Leistungselektronik hier in Rommelsbach herzlich willkommen und freue mich, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind.

Die Energie- und Automobilwirtschaft befindet sich derzeit im Umbruch. Ressourcenknappheit, Umweltbewusstsein und Sicherheitsaspekte haben die Bedeutung von sicheren, sauberen und sparsamen Lösungen zur Energiegewinnung und zur Mobilität verändert. Jetzt gilt es, mit innovativen technischen Lösungen den Wandel nachhaltig und auch bezahlbar zu gestalten. In beiden Zukunftsfeldern, der Elektromobilität und den erneuerbaren Energien, stehen uns noch erhebliche Anstrengungen in der Forschung und Entwicklung bevor.

Für den Übergang vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb müssen insbesondere leistungsstarke Batterien entwickelt, aber auch eine Infrastruktur, die ein flächendeckendes Aufladen und Bezahlen von Strom ermöglicht, geschaffen werden. Gleichzeitig gilt es, die noch bestehenden Potenziale des Verbrennungsmotors zur Verbrauchs- und Emmissionsreduzierung um bis zu 30 Prozent auszuschöpfen.

Zur Erzeugung erneuerbarer Energien stehen Lösungen wie die Photovoltaik, Windkraft, Solarthermie oder Wärmepumpen bereit. Aber auch hier brauchen wir neue Ideen, den erzeugten Strom speichern und bedarfsgerecht nutzen zu können.

In beiden Zukunftsthemen, Mobilität und erneuerbare Energien, kommt maßgeblich die Leistungselektronik zum Einsatz und wir sind überzeugt, dass wir mit ihr die technischen Herausforderungen meistern können. Der Bedarf nach innovativen Konzepten zur Leistungselektronik ist gewaltig.

Und wer leistet einen besonderen Beitrag zur Erforschung der Grundlagen für neue Lösungsansätze? Es sind unsere Universitäten und Hochschulen in Baden-Württemberg, die zu Recht zum Cluster für zukunftsweisende Entwicklungen im Automobilbereich, aber auch im Bereich erneuerbarer Energien zählen. Sie bestechen vor allem durch die Breite ihrer Forschungsaktivitäten, und das erwarten wir auch vom neuen Robert Bosch Zentrum für Leistungselektronik.

Mit dem Robert Bosch Zentrum im Großraum Stuttgart haben wir einen in Deutschland bisher einzigartigen Forschungs- und Lehrverbund geschaffen. Eine Kooperation, mit der wir in der Welt der Leistungselektronik eine Spitzenposition einnehmen wollen, nämlich durch erstklassige Forschung und exzellente Lehre.

Denn wir bündeln durch die enge Zusammenarbeit von Universität, Hochschule und Unternehmen grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung sowie langjährige Erfahrung in der Leistungselektronik und setzen damit die Basis für Innovationen.

Eine Zusammenarbeit, zu der wir auch weitere industrielle Partner einladen.

Ich begrüße außerordentlich, dass die Hochschule Reutlingen und die Universität Stuttgart planen, das Forschungsnetzwerk durch die Einbindung internationaler Universitäten zu erweitern, und wir wollen dies gerne dadurch unterstützen, dass wir den Studierenden neben einem Praktikum in unseren Bosch Entwicklungszentren beispielsweise in den USA, Indien oder Singapur auch ein Auslandsstudium ermöglichen.
Das Robert Bosch Zentrum bietet den Studenten eine fundierte zukunftsorientierte Ausbildung mit spannenden Forschungsprojekten. Wir stellen allein zwei Millionen Euro für Laborversuche und andere Leistungen an unserem Reutlinger Entwicklungs- und Fertigungsstandort zur Verfügung. Wir schaffen damit den optimalen Dreiklang von Lehre, praxisorientierter Forschung und Internationalität.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Hochschulen ist insbesondere vor dem Hintergrund der Bachelor- und Masterabschlüsse von hoher Bedeutung. Mit dem Robert Bosch Zentrum schaffen wir Durchlässigkeit für Studenten und eröffnen auch für Absolventen der Hochschule Reutlingen den Weg zur Promotion.

Warum ist für Bosch eine hervorragende Ausbildung des technischen Nachwuchses so wichtig?
Hochqualifizierte, motivierte Mitarbeiter sind der entscheidende Schlüssel zu Innovationen und schließlich für den Erfolg von Bosch. Es muss uns daher gelingen, exzellent ausgebildeten Nachwuchs zu gewinnen. Denn unser Bedarf an hochqualifizierten Absolventen ist hoch. Wir planen allein dieses Jahr in Deutschland über 1 200 Hochschulabsolventen einzustellen. Weltweit sind es rund 9 000. Und hierbei spielt unser Elektronikstandort Reutlingen mit seiner Halbleiterfabrik, in die wir 600 Millionen Euro investieren, eine ganz besondere Rolle.

Derzeit bieten wir allein im Großraum Stuttgart 120 Stellen im Bereich der Leistungselektronik an. Absolventen der Leistungselektronik haben die Chance, in zahlreichen Gebieten tätig zu sein: in der Forschung- und Vorausentwicklung, der Technologie-, Hard- oder Softwareentwicklung, der Simulation, der Applikation oder Konstruktion – um nur einige wenige Einsatzfelder zu nennen. Jährlich liegt unser Bedarf an technischen Nachwuchskräften hier bei rund 200 Absolventen.

Die Förderung von Universitäten und Hochschulen ist für Bosch national und international Tradition. Daher haben wir auch zur Feier unseres 125-jährigen Firmenjubiläums das „Bosch InterCampus Program“ gestartet. Mit einem Gesamtfördervolumen von 50 Millionen Euro unterstützen wir Forschungsprojekte an Universitäten und Hochschulen in Deutschland, China, Indien und USA. Darunter auch die Aufstockung des Investitionsvolumens für das Robert Bosch Zentrum für Leistungselektronik um fünf Millionen Euro von zunächst 15 auf jetzt rund 20 Millionen Euro.

20 Millionen Euro, die für die Forschung und Ausbildung gut angelegt sind. Denn wir alle wissen, dass die Investition in Bildung den höchsten Ertrag bringt. Ertrag, der sich zeigen wird in kompetentem Nachwuchs, der sich mit Begeisterung der Leistungselektronik widmet, und schließlich Innovationen, die – ganz nach dem Motto von Bosch – zu neuer „Technik fürs Leben“ führen werden. Und ich möchte die Gelegenheit auch nutzen, der Landesregierung Danke zu sagen, dass sie das Robert Bosch Zentrum mit 12 Millionen Euro unterstützt.

Besonders freue ich mich auch über den derzeitigen Standort des Robert Bosch Zentrums: Rommelsbach. Denn am Beispiel des Standorts Rommelsbach hat Bosch unter Beweis gestellt, wie der technologische Wandel mit allen Beteiligten bewältigt werden kann. Mit Auslauf der Diesel Unit-Injector-Fertigung Ende 2009 haben wir den hier rund 500 beschäftigten Mitarbeitern einen Arbeitsplatz am Standort Reutlingen anbieten können. Den meisten davon in der neuen Halbleiterfabrik. Rommelsbach wird mit dem Robert Bosch Zentrum für Leistungselektronik von nun an ein Begriff für Zukunftsorientierung und Innovation sein und damit auch einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der Region Baden-Württemberg leisten.

Ich wünsche dem Robert Bosch Zentrum für Leistungselektronik in Rommelsbach einen gelungenen Start und eine erfolgreiche Zukunft.

RF00126 - 08. Juni 2011

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Sven Kahn

+49 711 811-6415 E-Mail senden

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