Wirtschaft

125 Jahre Bosch – Technik fürs Leben Der Weg zum Erfolg über internationale Märkte Internationalisierung hat bei Bosch lange Tradition

  • Weltweiter Vertrieb von innovativen Produkten als Erfolgsfaktor
  • Internationalität sichert globale Wettbewerbsfähigkeit
  • Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in mehr als 60 Ländern
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  • 14. April 2011
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Pressetext

Stuttgart – Die internationale Ausrichtung der Bosch-Gruppe ist Bestandteil der Unternehmensstrategie. Als ein führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit mehr als 350 Tochter- und Regionalgesellschaften in über 60 Ländern erwirtschaftete die Bosch-Gruppe im Geschäftsjahr 2010 rund 77 Prozent ihres Gesamtumsatzes außerhalb Deutschlands. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 285 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein internationaler Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsverbund vernetzt alle Standorte und Unternehmensbereiche. Diese breite globale Präsenz stärkt die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit von Bosch. Die Internationalität ist somit von entscheidender Bedeutung für den langfristigen und dauerhaften Erfolg des Unternehmens.

Erste Schritte ins Ausland
Die globale Orientierung der Bosch-Gruppe ist nahezu so alt wie das Unternehmen selbst. Bereits ihr Gründer Robert Bosch erkannte in der Internationalisierung eine Chance für Wachstum. Als weltoffener Mensch und visionärer Unternehmer setzte er schon früh auf eine internationale Präsenz bei Vertrieb und Fertigung seiner Produkte. Während Bosch in den USA und China bereits seit mehr als 100 Jahren präsent ist, feiern die Tochtergesellschaften in Japan, Portugal und Finnland 2011 ihr 100-jähriges Bestehen. Diese Strategie hat sich als ein erfolgreicher Schlüssel zum Aufstieg des Unternehmens zum heutigen Global Player erwiesen.

Schon kurze Zeit, nachdem Robert Bosch 1897 mit der Niederspannungs-Magnetzündung und Ihrer Weiterentwicklung, der 1902 vorgestellten Hochspannungs-Magnetzündung einen wichtigen Beitrag für den Erfolg des Automobils geleistet hatte, erkannte er das große Entwicklungspotenzial seiner neuen Technik. Seine Berufserfahrung, die er Jahre zuvor in den USA und Großbritannien gemacht hatte, und die Möglichkeiten, die der grenzüberschreitende Handel bot, förderten seine Bestrebungen, auch außerhalb von Deutschland seine Erzeugnisse zu vermarkten. Gemeinsam mit dem britischen Geschäftsmann Frederick R. Simms gründete er 1898 eine Vertriebsgesellschaft in Großbritannien. Ein Jahr später erfolgte die Erweiterung der Geschäftstätigkeit auf Frankreich und Belgien mit Verwaltungssitz in Paris. Weitere Vertretungen in Europa wurden in den Jahren 1903 und 1904 vergeben: Italien, Österreich-Ungarn, Niederlande, Russland, Schweiz, Skandinavien. Der Erfolg der im Jahr 1902 eingeführten Hochspannungs-Magnetzündung mit Zündkerze beflügelte vor allem das internationale Geschäft von Bosch. Auch in Übersee, beispielsweise in den USA und Südafrika (1906), Australien und Neuseeland (1907), China (1909) und Japan (1911) gründete Bosch eigene Vertretungen. Insbesondere die englische Tochtergesellschaft entwickelte sich bis zum Ersten Weltkrieg sehr gut. 90 Prozent der Autos in Großbritannien waren mit Bosch-Magnetzündern ausgestattet. Die steigende Nachfrage nach Magnetzündern konnte das Stuttgarter Werk allein nicht mehr bewältigen. 1905 wurde die erste Produktion außerhalb Deutschlands in Paris eröffnet, mit der Bosch Kunden in Frankreich, Belgien und Großbritannien belieferte.

Boomjahre in den USA
Die 1906 in New York gegründete Niederlassung wurde ein voller Erfolg. Der Einstieg in den US-amerikanischen Markt bescherte dem Unternehmen bereits im Folgejahr nahezu eine Verdoppelung des Gesamtumsatzes. Die Entwicklung des Automobils zum Massenverkehrsmittel sorgte für riesige Absatzchancen. Autos mit Bosch-Zündung waren der Konkurrenz weit überlegen. Dementsprechend war sie bei führenden Herstellern die bevorzugte Technik. Robert Bosch selbst bezeichnete den Erfolg seines Produktes in den USA später als einen „wahren Triumphzug“. Folgerichtig eröffnete er 1912 in Springfield, Massachusetts, seine erste Fertigungsstätte in den USA und erweiterte den Warenaustausch durch ein Netz von Handelsvertretungen und Verkaufsniederlassungen im ganzen Land.

Neustart nach dem Ersten Weltkrieg
Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges bedeutete vorerst das Ende des internationalen Geschäfts. In vielen Ländern, in denen Bosch erfolgreich tätig war, vor allem aber in England und Frankreich, kamen die Aktivitäten von Bosch zum Erliegen. Mit Kriegseintritt der USA 1917 erfolgte auch die Enteignung der US-amerikanischen Bosch-Gesellschaft. Der Wegfall der Markenrechte und die Übertragung an neue Besitzer in England, Frankreich und den USA machten den Aufbau des internationalen Vertriebs in den Nachkriegsjahren schwierig. Dennoch erfolgten in den 20er Jahren neue Vertragsabschlüsse mit Vertretern etwa in Ägypten, Argentinien, Chile, China, Indonesien, Japan, Kuba, Thailand, Syrien und Südafrika. Durch die enge internationale Zusammenarbeit und Kooperationen mit Firmen außerhalb Deutschlands, die vergleichbare Produkte wie Bosch produzierten, schaffte es Robert Bosch, die Geschäftsentwicklung seines Unternehmens trotz der Weltwirtschaftskrise von 1929 bis zum Zweiten Weltkrieg in stabile und positive Bahnen zu lenken.

USA entwickeln sich zum Schwerpunktmarkt
Auch in den Vereinigten Staaten einigte man sich schließlich 1930 mit den neuen Besitzern der im Ersten Weltkrieg enteigneten ehemaligen Bosch-Gesellschaft und fusionierte zur United American Bosch Corporation, die von 1938 an nur noch American Bosch Corporation (ABC) hieß. Der Zweite Weltkrieg führte erneut zur Enteignung der Gesellschaft durch die Behörden. Als die politischen Nachwirkungen des Krieges im Ausland weitgehend überwunden waren, gelang es dem Unternehmen, in den USA wieder Fuß zu fassen. 1953 wurde eine neue Verkaufsniederlassung in New York gegründet – die Robert Bosch Corporation. 1974 lief die Produktion für Dieselausrüstung in Charleston/South Carolina an. Erst 1983 konnten die kriegsbedingt enteigneten Markenrechte und das volle Nutzungsrecht des Namens Bosch weltweit zurück gewonnen werden. In der Region Nordamerika sind heute mehr als 22 000 Mitarbeiter an rund 90 Standorten für Bosch tätig, davon 14 000 in den USA. Das Unternehmen ist in der Region mit nahezu allen seinen Geschäftsfeldern vertreten, wobei der Schwerpunkt auf der Kraftfahrzeugtechnik liegt. Vor allem die moderne Dieseltechnik und innovative Lösungen wie das Fahrwerkssystem ESP® bieten erhebliche Wachstumschancen.

Vor-Ort-Produktion schafft Wettbewerbsvorteile
Das weltweite Vertretungs- und Kundendienstnetz umfasste 1956 bereits 130 Länder. Bosch setzte auf die Produktion vor Ort, um Handelshemmnisse und lange Transportwege zu umgehen und um neue Märkte zu erschließen, so beispielsweise in Australien und Indien. Auch der südamerikanische Markt wurde lukrativ, als es in den 1950er Jahren internationale Automobilhersteller, zum Beispiel Ford, General Motors, Daimler-Benz oder Volkswagen, aufgrund günstiger Produktionsbedingungen nach Brasilien zog. Bosch war dort bereits seit 1910 mit einer Handelsvertretung präsent. Doch die Nähe zu diesen wichtigen Kunden war Grund genug, von 1954 an den Erstausrüstungsvertrieb selbst zu übernehmen und eigene Produkte vor Ort zu fertigen. Die 1960 eröffnete neue Fabrik in Campinas entwickelte sich zu einer der wichtigsten Regionalgesellschaften. Mehr als 11 000 Mitarbeiter sind heute bei Bosch in Brasilien beschäftigt.

Wachstum durch neue Standorte und Akquisitionen
Die internationale Ausrichtung des Unternehmens wurde konsequent vorangetrieben. Ging es in den 50er Jahren noch weitgehend um den Aufbau neuer Niederlassungen und Produktionsstandorte, so waren die 60er Jahre geprägt von der Restrukturierung des Unternehmens, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Umbau von Bosch zu einem Verbund relativ selbstständiger Geschäftsbereiche begann. Durch neue Standorte beispielsweise in Spanien und Mexiko sowie durch weltweite Zukäufe von Firmen, insbesondere im Bereich Kraftfahrzeugausrüstung, erweiterte das Unternehmen seine Produktionskapazitäten.

Erfolgreiche Partnerschaft in Indien
In Indien lief das Geschäft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nur schleppend an. Die britische Konkurrenz dominierte den Markt für Fahrzeuge und Ausrüstung. Deshalb fuhren kaum Fahrzeuge auf den Straßen, in denen Austauschkomponenten von Bosch verbaut wurden. Der systematische Aufbau einer regionalen Präsenz begann erst ab 1951, zunächst durch Lizenzvergaben für Dieseleinspritzausrüstungen und Zündkerzen an das zusammen von indischen Unternehmen gegründete Joint Venture Motor Industries Co., Ltd. MICO. Durch den Einstieg in diese Allianz sicherte sich Bosch den Zugang zum indischen Markt und konnte ab 1953 seine Erzeugnisse für die Landwirtschaft und die Automobilindustrie vor Ort produzieren. Heute verfügt Bosch über rund 70 Prozent der Anteile an der indischen Tochterfirma, die 2007 in Bosch Limited umbenannt wurde. Das Unternehmen beschäftigt in Indien insgesamt rund 21 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 14 Produktionsstandorten und drei Entwicklungszentren.

Wachstumsmarkt Asien öffnet sich
In den 70er Jahren wurde auch der südostasiatische Markt für Bosch zunehmend interessanter. Mit Produktionsbeginn im malaysischen Penang 1972 legte das Unternehmen den Grundstein für seine Aktivitäten im asiatisch-pazifischen Raum. Standorte in Hongkong und Südkorea sowie Büros in Peking, Bangkok und Taiwan ab Mitte der 1980er Jahre ebneten den Weg für ein umfassendes Engagement auf diesem wichtigen Wachstumsmarkt. Besonders in China – wo erstmals 1909 Bosch-Magnetzündapparate verkauft wurden – ist es dem Unternehmen in den 1990er Jahren gelungen, durch Joint Ventures mit chinesischen Partnern von der wirtschaftlichen Öffnung des Landes zu profitieren. Über 26 000 Mitarbeiter sind bei Bosch in China an 21 Produktionsstandorten in nahezu allen Geschäftsfeldern tätig. Heute gehört die Region Asien-Pazifik zu den umsatzstärksten Wachstumsmärkten der Bosch-Gruppe.

Neue Märkte in Europas Osten
Die stetig fortschreitende Internationalisierung von Bosch gewann durch die politische und wirtschaftliche Öffnung Osteuropas in den 90er Jahren und die zunehmende Globalisierung der Weltwirtschaft um die Jahrtausendwende zusätzlichen Schub. Der Anteil der außerhalb Deutschlands erzielten Umsätze am Gesamtumsatz der Bosch-Gruppe stieg von 51 Prozent im Jahr 1990 auf 77 Prozent im Jahr 2010. Neben den Wachstumsmärkten Amerika und Asien-Pazifik eröffneten sich in Mittel- und Osteuropa gewaltige Entwicklungschancen. Unter anderem in Polen, Ungarn, Russland und der damaligen Tschechoslowakei kam es schnell zur Gründung von Regionalgesellschaften und in den nachfolgenden Jahren zur Errichtung moderner Produktionsstätten.

Zukunftstechnologien weltweit vorantreiben
Der über Jahrzehnte erfolgreich gewachsene Entwicklungs- und Fertigungsverbund des Unternehmens ermöglicht die effiziente Nutzung von Technikkompetenz und Produktionskapazitäten von Bosch-Standorten weltweit. Aus der globalen Marktpräsenz und der Innovationskraft ergeben sich vor allem Chancen für die länderübergreifende Zusammenarbeit von Teams bei der Entwicklung und Fertigung neuer Produkte. Auch Kooperationen mit anderen Unternehmen bei der Entwicklung zukunftsweisender Technologien, beispielsweise mit Samsung im Bereich Batterietechnologie für Elektroantriebe, schaffen Potenziale für zukunfts- und ertragsorientiertes Wachstum. Durch die Zusammenarbeit mit Universitäten, Forschungsinstituten und Wissenschaftszentren auf der ganzen Welt, zum Beispiel in China, Deutschland, Indien und den USA, fördert Bosch die Forschung an innovativen Zukunftstechnologien. Das Unternehmen bringt seine Kernkompetenzen in Forschungsprogramme und moderne Lehrmethoden ein und investiert gezielt in den wissenschaftlichen Nachwuchs und die globale Wissensgesellschaft.

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861–1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte hält mehrheitlich die Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI7232 - 14. April 2011

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Claudia Arnold

+49 711 811-6403 E-Mail senden

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