125 Jahre Bosch – Technik fürs Leben Robert Bosch – Unternehmer und Mensch Mit visionärem Weitblick zu internationalem Erfolg

  • 2011 jährt sich der Geburtstag des Firmengründers zum 150. Mal
  • Als Techniker und Unternehmenslenker seiner Zeit einen Schritt voraus
  • Grundsätze des Gründers prägen bis heute das Unternehmen
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  • 14. April 2011
  • 125 Jahre Bosch
  • Presseinformation

Pressetext

Stuttgart – Die Grundsätze und die sozialen Wertvorstellungen des Gründers Robert Bosch prägen bis heute die Unternehmenskultur der Bosch-Gruppe. „Lieber Geld verlieren als Vertrauen“, war eine seiner Leitlinien. Viele seiner Werte, Einsichten und Prinzipien wie Glaubwürdigkeit, Zuverlässigkeit und Legalität haben auch nach 125 Jahren Bestand und verdeutlichen die unternehmerische und gesellschaftliche Verantwortung der Bosch-Gruppe. Technologische Innovationen, ein hoher Qualitätsanspruch, die Internationalität und die soziale Verantwortung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie das Gemeinwohl bilden heute im Sinne von Robert Bosch die Basis für langfristig wirtschaftlichen Erfolg und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Im Jahr 2011 feiert die Robert Bosch GmbH den
150. Geburtstag ihres Firmengründers und das 125-jährige Firmenbestehen.

Auf dem Weg zum eigenen Unternehmen
Robert Bosch wurde als elftes von zwölf Kindern am 23. September 1861 in Albeck bei Ulm geboren. Nach dem Umzug seiner Eltern nach Ulm besuchte er von 1869 bis 1876 die dortige Realschule und absolvierte anschließend eine dreijährige Feinmechanikerlehre. Nach Arbeitsaufenthalten in Deutschland, einjährigem Militärdienst in Ulm und einem Gastsemester an der Technischen Hochschule Stuttgart ging Bosch 1884 für ein Jahr in die USA und arbeitete dort unter anderem bei Edison Machine Works. 1885 sammelte er mehrere Monate lang Erfahrungen bei Siemens Brothers in Großbritannien, bevor er am 15. November 1886 die „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ in Stuttgart gründete. Robert Bosch war von den damaligen

Möglichkeiten der noch in den Kinderschuhen steckenden Elektrotechnik begeistert. Er selbst nutzte gerne die neuesten technischen Errungenschaften seiner Zeit. So fuhr er beispielsweise bereits 1890 mit einem modernen englischen Fahrrad zu seinen Kunden in Stuttgart, als in Deutschland noch Hochräder üblich waren. Schon 1889 mietete er einen Telefonanschluss, um seine Geschäfte voranzutreiben. Diese Art der Kommunikation war damals noch längst nicht selbstverständlich und sehr teuer.

Erste Erfolge durch technische Innovationen
Das starke Interesse für moderne Technik war auch die Triebfeder für sein unternehmerisches Schaffen. „Mein Geschäft, ursprünglich sehr klein, entwickelte sich nach langen, mühevollen Kämpfen allmählich immer rascher“, sagte Robert Bosch einmal über die frühen Jahre seiner „Werkstätte“. Innovationsfreude und hohe Qualitätsansprüche, die für Bosch von Anfang an im Zentrum seiner Arbeit standen, zahlten sich schließlich aus. Im Jahr 1897 gelang mit der Weiterentwicklung der Niederspannungs-Magnetzündung für den Einsatz in Kraftfahrzeugen eine bahnbrechende Innovation. Sie gilt heute als ein Meilenstein der Technikgeschichte. Der Einsatz dieser Technik an einem Kraftfahrzeug 1897 und die Weiterentwicklung zur Hochspannungs-Magnetzündung mit Zündkerze 1902 verhalfen dem noch jungen Unternehmen Bosch zum wirtschaftlichen Durchbruch. Unter der Führung von Robert Bosch entwickelte das Unternehmen eine ganze Reihe technischer Neuerungen, die den Lebens- und Arbeitsalltag der Menschen um ein Vielfaches sicherer, komfortabler und effizienter gemacht haben. Die Geschäftsphilosophie, nutzbringende Lösungen zur Verbesserung der Lebensqualität zu liefern, kommt heute in dem strategischen Leitmotiv „Technik fürs Leben“ zum Ausdruck.

Vom Handwerksbetrieb zum internationalen Industrieunternehmen
Robert Bosch erkannte früh die unternehmerischen Chancen der internationalen Zusammenarbeit und des Vertriebs seiner Produkte auf ausländischen Märkten. Er war von der Qualität und Wettbewerbsfähigkeit seiner innovativen Produkte überzeugt: „Meiner Erfahrung gemäß gibt es nichts Schlimmeres für ein Werk, das auf die Dauer bestehen und fortschrittlich bleiben will, als keinen Wettbewerber zu haben“, schrieb er 1921 in seinen Lebenserinnerungen. Die erste Auslandsvertretung gründete Bosch 1898 in Großbritannien, die erste Auslandsfertigung 1905 in Frankreich. Auch durch die Gründung eines Produktionsstandortes 1912 in den USA öffneten sich schnell neue Absatzmärkte für Bosch-Produkte. Es folgte die weltweite Expansion durch die Neugründung von Niederlassungen und Fertigungsstandorten. Die Internationalisierung des Unternehmens zu einem weltweit erfolgreichen Fertigungs-, Produktions- und Vertriebsverbund gehört zu den entscheidenden Weichenstellungen von Robert Bosch.

Verantwortungsbewusst und sozial engagiert
Robert Bosch war ein sozial eingestellter Unternehmenslenker. „Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind in gleicher Weise von dem Schicksal ihres Unternehmens abhängig“, schrieb er 1920 in einem Aufsatz. Seit Unternehmensgründung war er sehr um die Förderung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie des sozialen Unternehmensumfeldes bemüht. Er verbesserte darüber hinaus die damals üblichen Arbeitsbedingungen in der industriellen Fertigung, zum Beispiel mit guter Belüftung und Beleuchtung. Als er 1906 den Achtstundentag im Unternehmen einführte, war er seiner Zeit wieder einen Schritt voraus. Durch die Verkürzung der Arbeitszeit, die eine deutliche Entlastung seiner Belegschaft bedeutete, war es Bosch nun auch möglich, Doppelschichten zu je acht Stunden einzuführen, um die Produktivität zu steigern. Eine Unternehmensentscheidung also, von der sowohl das Unternehmen als auch die Arbeitnehmer gleichermaßen profitierten.

Aus- und Weiterbildung spielen bis heute eine große Rolle
Als begeisterter Techniker legte Robert Bosch großen Wert auf die Qualität der Arbeit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Selbstständiges, sauberes Arbeiten und die Übertragung von Verantwortung auf qualifizierte Angestellte gehörten daher zu seinen obersten Grundsätzen. „Auf der Ausbildung tüchtiger Mechaniker und Techniker beruhen die Zukunft unserer Industrie und jeder Fortschritt auf technischem Gebiet“, wurde Robert Bosch in einer Mitarbeiterzeitung von 1922 zitiert. Einer seiner Mechaniker aus der Anfangszeit formulierte es einmal so: „Jeder wurde bei seiner Einstellung von Herrn Robert Bosch persönlich auf Leistung und saubere Arbeit geprüft. Murkser und Pfuscher wurden in der Bosch-Werkstätte nicht geduldet.“ Dementsprechend spielte die Aus- und Weiterbildung seiner Beschäftigten für Robert Bosch eine große Rolle. 1913 gründete er eine eigene Lehrlingsabteilung mit Lehrwerkstatt – auch oder gerade vor dem Hintergrund, dass er während seiner eigenen Ausbildung als Feinmechaniker in Ulm nur eine unzureichende Betreuung durch seinen Lehrmeister erfahren musste. Bis heute besitzt die Ausbildung und Qualifizierung von Mitarbeitern einen hohen Stellenwert im Unternehmen Bosch. 2010 lagen die Ausgaben für Weiterbildung weltweit erneut bei 200 Millionen Euro, davon allein 120 Millionen in Deutschland. Darüber hinaus schuf der Unternehmensgründer 1929 die „Bosch-Hilfe“, eine Alters- und Hinterbliebenen-Fürsorgeeinrichtung für seine Mitarbeiter.

Gesellschaftliche Verantwortung als Grundprinzip
Die Schenkung von einer Millionen Mark an die Technische Hochschule Stuttgart im Jahr 1910 markiert den Beginn des philanthropischen Handelns von Robert Bosch. Die Gewinne aus Rüstungsaufträgen des Ersten Weltkrieges – rund 20 Millionen Mark – spendete er für gemeinnützige Zwecke. Die Stiftung des Robert-Bosch-Krankenhauses in Stuttgart 1936 ist ein weiteres Zeichen seines sozialen Engagements. Würde Robert Bosch heute leben, hätte man ihn wahrscheinlich als „Social Entrepreneur“ ausgezeichnet. Seine Werke und Taten sind als vorbildlich im Sinne unternehmerischer Verantwortung anerkannt. Es ist gerade auch das soziale Vermächtnis des Gründers, das bis heute im Unternehmen lebendig ist.

Überzeugter Demokrat auch in schwierigen Zeiten
Als liberal eingestellter Unternehmer und Demokrat war Robert Bosch überzeugter Anhänger und Förderer der Weimarer Republik. Nach dem Ersten Weltkrieg investierte er viel persönliche Energie und auch Kapital in die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich und in die Bemühungen zur Schaffung eines europäischen Wirtschaftsraumes ohne Zollgrenzen. Neben wirtschaftlichen Interessen folgte Bosch damit auch seinen persönlichen Idealen, wie der Förderung von Völkerverständigung und Freihandel. „Der Freihandel ist der erste Schritt auf dem Weg zu internationaler Verständigung“, war eine seiner Thesen zu diesem Thema. Umso mehr litt Robert Bosch unter der aggressiven Außen- und Autarkiepolitik der Nationalsozialisten. Dass sein Unternehmen in die Aufrüstungs- und Kriegspolitik des Dritten Reiches einbezogen wurde, überschattete seine letzten Lebensjahre. Robert Bosch und seine leitenden Mitarbeiter förderten aus persönlicher Überzeugung den Widerstand gegen das Regime und beteiligten sich an der Rettung jüdischer Mitarbeiter und anderer Verfolgter. 1937 hatte er den ehemaligen Leipziger Oberbürgermeister Carl Goerdeler als Berater angestellt. Dieser organisierte mit Wissen und Unterstützung von Robert Bosch und seiner engsten Mitarbeiter einen Widerstandskreis gegen Hitler. Den Kriegsausbruch 1939 empfand Robert Bosch als persönliche und nationale Katastrophe. Sein Biograf Theodor Heuss schrieb dazu: „Er sagte mir einmal: „Es wäre mir lieber, ich würde mit zehn Leuten für den Frieden als mit 30 für den Krieg arbeiten.“ Stattdessen musste er mit ansehen, wie auch in seinem Unternehmen die Beschäftigung von Zwangsarbeitern schreckliche Normalität wurde.

Das Kriegsende 1945, den raschen Wiederaufbau der Nachkriegsjahre und den erneuten Aufstieg seiner Firma zum globalen Technologie- und Dienstleistungsunternehmen erlebte Robert Bosch nicht mehr. Er starb am 12. März 1942 in Stuttgart.

Sein Letzter Wille
Im Jahr 1938 verfasste Robert Bosch sein Testament und legte darin die wesentlichen Richtlinien für seine Nachfolger fest. Die finanzielle Unabhängigkeit der Robert Bosch GmbH und ihre Selbstständigkeit galten ihm als besonders wichtig, um auch in Zukunft den langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern. In seinem Testament formulierte er es so: „Grundsätzlich haben die Testamentsvollstrecker darüber zu wachen, dass die Unternehmungen der Robert Bosch GmbH in meinem Sinn, d.h. in meinem Geist und Willen, weitergeführt werden, d.h. diesen Unternehmungen für lange Zeit nicht bloß das Leben zu erhalten, sondern auch diesem Leben eine über die unausbleiblichen Schwierigkeiten und Krisen der Zukunft hinüberhelfende, kraftvolle und reiche Entwicklung zu sichern. Um dies zu erreichen, sollte kein Opfer gescheut werden.“

Robert Bosch war ein begabter Techniker und weitsichtiger Firmenlenker, dessen Werte und unternehmerisches Handeln das Selbstverständnis der heute weltweit agierenden Bosch-Gruppe weiter prägen.

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861–1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte hält mehrheitlich die Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI7234 - 14. April 2011

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Claudia Arnold

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