Stuttgart/Frankfurt – Hilfe zu Hause: Ein flächendeckender Einsatz der Telemedizin steigert Lebensqualität und -erwartung vieler chronisch kranker Patienten. Dabei sinken die Behandlungskosten um bis zu 50 Prozent. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE), die am Freitag vor Journalisten in Berlin vorgestellt wurde. Bosch Healthcare unterstützt in Deutschland derzeit bereits mehr als 200 Patienten erfolgreich mit Telemedizinprogrammen. In den USA wurden mit diesem Ansatz schon über 150.000 Patienten von Bosch betreut. Die VDE-Studie Pro TeleMonitoring wurde im Zuge des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts Technologie und Dienstleistungen im Demografischen Wandel verfasst. Beteiligt waren unter anderem Experten der Robert Bosch Healthcare GmbH. Der VDE als einer der großen europäischen Technologieverbände engagiert sich für Zukunftstechnologien, seine Analysen liefern wichtige Grundlagen für technologiepolitische Entscheidungen.
Stärkung der Patienten
Bei der telemedizinischen Betreuung erfassen die Patienten zuhause mit leicht zu bedienenden Geräten täglich wichtige Informationen wie Sauerstoffsättigung, Gewicht sowie Angaben zum allgemeinen Befinden und zu Symptomen. Diese Daten werden automatisch an ein Telemedizinisches Zentrum (TMZ) übermittelt. Dessen Fachpersonal prüft, ob der Patient Hinweise erhalten sollte, etwa zum Einnehmen seiner Medikamente. Bei jeder relevanten Veränderung des Gesundheitszustands kontaktieren die Betreuer den Patienten und/oder den behandelnden Arzt. Beim Bosch Telemedizin System erhalten die Patienten zudem über den Bildschirm der Basisstation Rückmeldung zu den erfassten Daten sowie speziell aufbereitete Informationen, wie sie mit ihrer Krankheit besser umgehen, Rückschläge vermeiden und die Lebensqualität im Alltag steigern können.
Studie: Kosten und Mortalität verringert
Eine der wichtigsten Ergebnisse der VDE-Studie: Bei Krankheiten wie Diabetes, Herz- und Lungenkrankheiten trägt die telemedizinische Betreuung dazu bei, die Kosten im Vergleich zur Standardbehandlung um 10 bis 50 Prozent zu verringern. Entscheidend sind dabei die bis zu 70 Prozent geringeren Kosten für stationäre Behandlungen. Die wichtigste Ursache hierfür ist, dass Verschlechterungen des Gesundheitszustands beim Patienten frühzeitig erkannt und Akutsituationen damit oft vermieden werden. Zudem trägt die tägliche Beschäftigung mit dem Gesundheitszustand zum bewussteren Umgang mit der Krankheit bei. Telemonitoring führt der Studie zufolge auch zu einer höheren Behandlungsqualität und zu einer besseren Therapietreue. Außerdem wurde gezeigt, dass Risikofaktoren für schwere Folgeerkrankungen reduziert werden.
Dies bestätigen auch aktuelle Studienergebnisse aus den USA zum Einsatz des Bosch Telemedizinsystems im Versorgungsmanagement bei 623 Medicare-Hochrisikopatienten mit Herzinsuffizienz (Analyse von Page 2012): 57 % weniger Todesfälle in der telemedizinisch betreuten Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe innerhalb von drei Jahren.
Hintergrund: immer mehr Ältere, immer mehr Kranke
In vielen westlichen Ländern steigt der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung, auch in Deutschland. Nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes wird im Jahr 2030 rund ein Drittel der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein. Dabei werden laut Prognose des Fritz Beske Institut Zivilisationskrankheiten, wie Diabetes, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen oder Bluthochdruck, drastisch zunehmen. Damit werden auch die Anforderungen an die Gesundheitsversorgung insbesondere in ländlichen Regionen steigen. Dies stellt das Gesundheitssystem vor große finanzielle aber auch personelle Herausforderungen. So rechnet PricewaterhouseCoopers bis 2030 insgesamt mit 165.000 fehlenden Ärzten, 400.000 fehlenden Pflegekräften und 950.000 fehlenden Fachkräften in Gesundheit und Pflege. Derzeit ist das Gesundheitssystem auf die Versorgung akut Kranker ausgelegt. Weil es aber immer mehr chronisch Kranke gibt, müssen alle Beteiligten eine einrichtungsübergreifende, den Patientenzustand kontinuierlich verfolgende und im Bedarfsfall sofort verfügbare Betreuung anstreben. Hierbei kann Telemedizin entscheidend unterstützen und Qualität sowie Effizienz in der Versorgung steigern.
Für den VDE liegt die Notwendigkeit eines flächendeckenden Einsatzes von Telemonitoring auf der Hand: Weit über 50 Prozent der deutschen Gesundheitsausgaben werden demnach für die Behandlung chronischer Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, Diabetes Mellitus, COPD, Asthma sowie für die Wundheilbehandlung aufgewendet. Wir sehen in der Telemedizin einen entscheidenden Fortschritt zur bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung chronisch Kranker und damit eine Chance zur Antwort auf den demographischen Wandel, sagt der Arzt Dr. Ralf von Baer Geschäftsführer der Robert Bosch Healthcare GmbH.
Aktuelles Praxisbeispiel
Bosch Healthcare, die Techniker Krankenkasse (TK) und das Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) in Stuttgart betreuen deutschlandweit im Rahmen des Telemedizinprogramms A.T.e.m. mehr als 200 schwer kranke Patienten der TK, die an Chronisch Obstruktiver Atemwegserkrankung (COPD) leiden. Die Patienten leben zu Hause mit der Gewissheit einer engmaschigen medizinischen Betreuung.
Hintergrund zur Studie
Unter Federführung des VDE wurde die interdisziplinär besetzte Projektgruppe Pro TeleMonitoring gegründet. Sie besteht aus Experten aus allen Bereichen des Gesundheitswesens, wie Krankenkassen, Krankenhäusern, Ärzten, Telemedizinischen Zentren, des Bundesministeriums für Gesundheit sowie Wirtschaftsunternehmen. Im Rahmen des Projektes wurde eine große Zahl deutscher und internationaler Studien zum Telemonitoring ausgewertet und deren Ergebnisse in dieser Ausarbeitung vergleichend vorgestellt.
Hinweis für Redaktionen
Die VDE-Studie ist für Journalisten kostenlos,
VDE-Kontakt: Melanie Unseld, Telefon: 069 6308461, E-Mail:
melanie.unseld@vde.com
Weitere Informationen:
Analyse von Page:
http://circ.ahajournals.org/cgi/content/meeting_abstract/126/21_MeetingAbstracts/A14767
Programm A.T.e.m.:
www.A-T-em.de
| Bosch Healthcare ist Pionier und weltweit Marktführer in der Telemedizin sowie einer der führenden Telecare-Anbieter in Europa. Für eine bessere Versorgung chronisch Kranker im häuslichen Umfeld und ein nachhaltiges Gesundheitswesen bietet der Bereich Telemedizin Kostenträgern und Leistungserbringern ein Spektrum an Produkten, Systemen und Dienstleistungen. Das Bosch Telemedizin System vermittelt Schulungsinhalte, erfasst Gesundheitsdaten (u. a. Vitalparameter), sendet die Daten in aufbereiteter Form an das medizinische Fachpersonal und gibt dem Patienten hierzu Rückmeldung. Derzeit werden mehr als 50 000 chronisch Kranke weltweit über die täglich angewendeten Therapieprogramme systematisch in die Behandlung mit einbezogen. Die Erfolge des Systems – in mehr als 30 wissenschaftlichen Studien dokumentiert – resultieren aus zeitnaher Behandlungsanpassung, Verbesserung des Selbstmanagements und der Therapietreue. Der Bereich Telecare ermöglicht mit seinen Hausservicerufsystemen Menschen ein sicheres, unabhängiges Leben im eigenen Heim durch direkte Rufverbindung zu einer rund um die Uhr verfügbaren Leitstelle. Mit den Schwesternrufsystemen können Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie anderen betreuten Einrichtungen mittels einer Notruftaste das zuständige Pflegepersonal herbeirufen. Bosch Healthcare ist mit rund 300 Mitarbeitern weltweit mit Standorten unter anderem dem Hauptsitz in Palo Alto (USA), in Grasbrunn bei München, La Chaux-de-Fonds (Schweiz) und Waiblingen bei Stuttgart vertreten. Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen. Mit Kraftfahrzeugtechnik, Energie- und Gebäudetechnik, Industrietechnik sowie Gebrauchsgütern erwirtschafteten mehr als 306 000 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2012 nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 52,3 Milliarden Euro. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 350 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern; inklusive Vertriebspartner ist Bosch in rund 150 Ländern vertreten. Dieser weltweite Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsverbund ist die Voraussetzung für weiteres Wachstum. Im Jahr 2012 gab Bosch rund 4,5 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus und meldete mehr als 4 700 Patente weltweit an. Ziel der Bosch-Gruppe ist es, mit ihren Produkten und Dienstleistungen die Lebensqualität der Menschen durch innovative, nutzbringende sowie begeisternde Lösungen zu verbessern - Technik fürs Leben weltweit anzubieten. Mehr Informationen unter www.bosch-telemedizin.de, www.bosch.com, www.bosch-presse.de. |
Die Bosch Healthcare Solutions GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Robert Bosch GmbH. Sie wurde 2015 mit dem Ziel gegründet, Produkte und Services zu entwickeln, die zur Gesundheit beitragen und die Lebensqualität der Menschen verbessern. Am Hauptsitz in Waiblingen sind mehr als 80 Mitarbeiter beschäftigt (2016). Die Lösungen der Tochtergesellschaft basieren auf Kernkompetenzen der Bosch-Gruppe: Sensoren zum Erfassen von Daten, Software zur Auswertung dieser Daten und Dienstleistungen, die darauf basieren.
Mehr Informationen unter www.bosch-healthcare.com
Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.
Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.