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Interview: Diversity-Management bei Bosch

Trix Boehne

Trix Boehne >

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Fünf Fragen an Heidi Stock, Leiterin Talent Management und Diversity, Robert Bosch GmbH

Was versteht Bosch unter Diversity?

Stock: „Diversity steht bei Bosch für das Potenzial an Möglichkeiten, die sich weltweit aus den Unterschieden, aber auch Gemeinsamkeiten unserer Mitarbeitenden ergeben. Wir schätzen und nutzen die Vielfalt an Denkweisen, Erfahrungen, Perspektiven und Lebensentwürfen für den langfristigen Unternehmenserfolg. Vielfalt ist unser Vorteil! Davon profitieren alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Bosch – und das Unternehmen natürlich auch.“

Weshalb setzt Bosch auf Diversity?

Stock: „Bosch lebt vom Know-how seiner hochqualifizierten Mitarbeitenden. Der unternehmerische Erfolg als Technologie- und Dienstleistungsunternehmen basiert auf unserer Innovationskraft. Unsere Mitarbeitenden sind es, die Technik fürs Leben entwickeln, fertigen oder vermarkten und so zur Verbesserung der Lebensqualität vieler Menschen beitragen. Wir setzen auf gemischte Teams, weil wir wissen, dass sie oftmals bessere Ergebnisse erarbeiten und Lösungen finden. Verschiedene Sichtweisen liefern wichtige Impulse für neue Ideen und Herangehensweisen. Gleichzeitig wertschätzen wir Unterschiede und fördern damit die Arbeitsatmosphäre untereinander und die generelle Motivation. Das verbessert die Zusammenarbeit und trägt gleichzeitig zum Geschäftserfolg bei.“

Welchen Stellenwert hat Diversity im Unternehmen?

Stock: „Bereits unser Unternehmensgründer Robert Bosch hat auf kulturelle Vielfalt großen Wert gelegt. Diversity ist heute ein fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Oft konzentriert sich Diversity nur auf die Zusammenarbeit von Männern und Frauen. Wir verfolgen aber einen deutlich umfassenderen Ansatz mit vielen weiteren relevanten Kriterien – z.B. Alter, Nationalität oder Familienstand bis hin zum Arbeitsort.

Mit unserem mehrschichtigen Diversity-Management stellen wir sicher, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, rund um den Globus, Wertschätzung erfahren und bewusst ihre Unterschiedlichkeit als Potenziale einbringen können. Insbesondere auch deshalb, weil rund zwei Drittel unserer Mitarbeitenden außerhalb Deutschlands tägig sind und Bosch etwa vier Fünftel seines Umsatzes außerhalb seines Heimatlandes erwirtschaftet.“

Wie passt das Thema Arbeitskultur in die Diversity-Strategie?

Stock: „Die Arbeitskultur bildet einen Schwerpunkt unserer Diversity-Strategie, weil alle Mitarbeitenden individuelle Karrierewünsche, Lebensstile und private Ziele verfolgen. Jeder Mensch durchläuft unterschiedliche Lebensphasen, in denen sich die Prioritäten im Privaten oder Beruflichen verschieben. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen sich dabei nicht gegen das eine oder für das andere entscheiden müssen. Unsere flexiblen Arbeitszeitmodelle beispielsweise können helfen, den vielfältigen Anforderungen in unterschiedlichen Ländern, Kulturen und auch Bereichen des Unternehmens gerecht zu werden. Manche Kolleginnen und Kollegen wollen vielleicht gerade zu Beginn ihres Berufswegs mehr Zeit für Hobbys haben, andere für die Familie, und auch die Pflege von Angehörigen braucht berufliche Flexibilität. Alle sollen sich in der jeweiligen Lebensphase entsprechend optimal ins Unternehmen einbringen können.“

Inwieweit ist bei Bosch Diversity bereits Alltag?

Stock: „Unsere Vielfalt verdeutlichen bereits einige Zahlen: Mehr als 150 Nationalitäten arbeiten bei Bosch weltweit zusammen, über 25 Prozent unserer Beschäftigten sind Frauen – obwohl wir als Technikkonzern einen Großteil MINTBerufe haben. Ein gutes Praxisbespiel ist etwa ein Projekt, in dem Bosch das automatisierte Fahren entwickelt. Wir testen auf deutschen Straßen, in Kalifornien, Japan und auch in China. Das Ziel ist, hochautomatisierte Autos in alltäglichen Fahrsituationen zu erproben. An zwei Standorten, Abstatt in Deutschland und dem US-amerikanischen Palo Alto, wurden zu Beginn zwei Fahrzeuge zu Versuchsträgern ausgebaut. Das Projektteam bestand anfangs unter anderem aus Deutschen, Amerikanern und Indern. Von den zwei Teilprojektleitern arbeitete ein Deutscher in den USA, der andere in Deutschland. Die technische Projektleitung verantwortete eine Ingenieurin, die wiederum aus Spanien stammt. Es arbeiteten gleichzeitig junge und erfahrene Menschen an der anspruchsvollen Aufgabe. Das ist Alltag bei Bosch und zeigt, wie selbstverständlich wir über Landes- und Kulturgrenzen hinweg zusammenarbeiten.“

Über Bosch

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 410 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2018). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von 78,5 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Als führender Anbieter im Internet der Dinge (IoT) bietet Bosch innovative Lösungen für Smart Home, Smart City, Connected Mobility und Industrie 4.0. Mit seiner Kompetenz in Sensorik, Software und Services sowie der eigenen IoT Cloud ist das Unternehmen in der Lage, seinen Kunden vernetzte und domänenübergreifende Lösungen aus einer Hand anzubieten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten sowie Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 460 Tochter- und Regionalgesellschaften in mehr als 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs-, Entwicklungs- und Vertriebsverbund von Bosch über fast alle Länder der Welt. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit rund 68 700 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an rund 130 Standorten.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861–1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte hält mehrheitlich die Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.iot.bosch.com, www.bosch-presse.de, www.twitter.com/BoschPresse.

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