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Bosch und Partner schmieden Forschungsallianz Cyber Valley

Christiane Wild-Raidt

Christiane Wild-Raidt >

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Rede von Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH anlässlich der Pressekonferenz am 15.12.2016

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
sehr geehrte Frau Ministerin,
sehr geehrter Prof. Stratmann,
meine Damen und Herren,

ich freue mich bei der heutigen Eröffnungsveranstaltung des Cyber Valley als Vertreter der beteiligten Industrieunternehmen sprechen zu dürfen.

Befeuert durch die rasante Entwicklung immer leistungsfähigerer elektronischer Prozessoren haben neue Algorithmen und Verfahren der Künstlichen Intelligenz Durchbrüche erzielt, die ihren breiten Einsatz in der Praxis möglich machen. Denken Sie zum Beispiel an den Einsatz von Bilderkennungssoftware in Fahrerassistenzsystemen, die Optimierung von Fertigungsprozessen oder die Reduzierung des Energieverbrauchs in Gebäuden.

Künstliche Intelligente Systeme sind heute mehrheitlich virtuelle Systeme, werden aber zukünftig immer stärker in die physische Welt Einzug halten.

Wesentliche Neuentwicklungen im Bereich der Computerwissenschaften und des Internets kommen aus dem Silicon Valley. In Anlehnung an diesen Begriff wurde für die Initiative von Max-Planck-Gesellschaft, dem Land Baden-Württemberg, den Universitäten Tübingen und Stuttgart sowie von Industrieunternehmen der Name Cyber Valley gewählt.

Unsere Region ist traditionell ein leistungsfähiges industrielles Zentrum ‒ vom Maschinenbau, über die Automobilproduktion bis hin zur Medizintechnik. Darüber hinaus existieren hier akademische Institutionen, in denen Lehre und Forschung auf hohem Niveau betrieben werden ‒ auch auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Durch die Verbindung der physischen mit der virtuellen Welt ergibt sich eine besondere Chance für die wirtschaftliche und die wissenschaftliche Entwicklung der Region.

Um den Vorteil der starken industriellen Basis effektiv nutzen zu können, ist es notwendig, den wissenschaftlichen Nachwuchs an akademischen Spitzeninstitutionen auszubilden und zu fördern. Eine enge Verbindung zwischen Wissenschaft und Industrie ermöglicht die Anwendung des aktuellen Forschungsstandes in der Praxis.

Insbesondere auf dem Forschungsfeld des Machine Learning sind es heute große Internet-Unternehmen, die mit akademischen Institutionen wie der Stanford University, der Carnegie-Mellon-University oder dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme um den akademischen Nachwuchs und die Spitzenränge bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen konkurrieren. Die Grenzen zwischen den akademischen Disziplinen, aber auch zwischen Grundlagen-, angewandter und Industrieforschung verschwimmen dabei zunehmend.

Welche Erfolgsfaktoren wollen wir mit dieser Initiative fördern? Erstens stärken wir die Kooperation zwischen akademischen Spitzeninstitutionen und Unternehmen in der Region. Zweitens soll das Cyber Valley ein Anziehungspunkt für talentierte Nachwuchsforscher, Softwareentwickler und Ingenieure aus der ganzen Welt werden. So werden in einem ersten Schritt neun neue Forschungsgruppen ins Leben gerufen. Insgesamt werden 100 Doktorandinnen und Doktoranden zusätzlich ausgebildet. Wir planen außerdem Stiftungslehrstühle an den Universitäten Stuttgart und Tübingen einzurichten.

Und drittens fördern wir damit den Gründergeist und stärken die Start-up-Kultur in der Region.

Die beteiligten Industrieunternehmen machen als potenzielle zukünftige Arbeitgeber das Cyber Valley interessant für junge Menschen aus Deutschland, Europa und anderen Teilen der Welt. Sie eröffnen Spitzenforschern die Möglichkeit, ihre Forschungsergebnisse ganz konkret anzuwenden. Wir als industrielle Partner des Cyber Valley versprechen uns davon sowohl Fortschritte in unseren etablierten als auch in völlig neuen Geschäftsfeldern.

Einige Beispiele: Autonom fahrende Fahrzeuge benötigen Bilderkennungsalgorithmen, die helfen, Fahrzeuge sicher und vollständig ohne menschlichen Eingriff zu steuern. Damit werden wir die Unfallzahlen senken. Ganz neue Transportkonzepte für Menschen und Waren werden entstehen.

Machine Learning-Systeme werden Ärzte bei der Diagnose von Krankheiten unterstützen. Und als Element von Industrie 4.0 werden intelligente Maschinen und Roboter die Produktivität unserer Fertigungen steigern.

Zum Abschluss möchte ich auf einen weiteren positiven und aus meiner Sicht bedeutsamen Gesichtspunkt hinweisen. Starke Industrieunternehmen sind nicht nur Transferpartner für neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, sie liefern auch herausfordernde wissenschaftliche Fragestellungen und reale Daten, die für die Entwicklung neuer Algorithmen, Lösungen und Geschäftsmodelle essenziell sind. Durch eine enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Industrie auf dem Gebiet Intelligenter Systeme haben wir also beste Möglichkeiten, bereits im Lande vorhandene Potenziale in echte Wettbewerbsvorteile zu verwandeln.

Lassen Sie uns gemeinsam das „Machine Valley“ zum Cyber Valley machen!

Über Bosch

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 400 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2019). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 77,7 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Als führender Anbieter im Internet der Dinge (IoT) bietet Bosch innovative Lösungen für Smart Home, Industrie 4.0 und Connected Mobility. Bosch verfolgt die Vision einer nachhaltigen, sicheren und begeisternden Mobilität. Mit seiner Kompetenz in Sensorik, Software und Services sowie der eigenen IoT-Cloud ist das Unternehmen in der Lage, seinen Kunden vernetzte und domänenübergreifende Lösungen aus einer Hand anzubieten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen und Produkte für das vernetzte Leben, die entweder über künstliche Intelligenz (KI) verfügen oder mit ihrer Hilfe entwickelt oder hergestellt werden. Mit innovativen und begeisternden Produkten sowie Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH sowie ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs-, Entwicklungs- und Vertriebsverbund von Bosch über fast alle Länder der Welt. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit rund 72 600 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 126 Standorten. Im Unternehmen sind etwa 30 000 Software-Entwickler tätig.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861–1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte hält mehrheitlich die Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.iot.bosch.com, www.bosch-presse.de, www.twitter.com/BoschPresse.

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