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Bosch-Aufsichtsratschef Fehrenbach: Mobilität der Zukunft nur mit moderner Infrastruktur

René Ziegler

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Mobilitätskonzepte als Exportchance

  • Investitionen in Verkehrsinfrastruktur sind Voraussetzung für Mobilität der Zukunft
  • Technische Potenziale zur Verkehrslenkung werden nicht ausgeschöpft
  • Explorative Feldversuche für Lösungen und Konzepte in Deutschland

Berlin – Mehr Investitionen in eine intelligente Infrastruktur für die Mobilität der Zukunft fordert Franz Fehrenbach, Aufsichtsratsvorsitzender der Robert Bosch GmbH. „Der Verkehr der Zukunft muss zuerst in Deutschland erfahrbar sein. Dazu braucht es mehr und sinnvollere Investitionen in die Mobilitätsinfrastruktur“, sagte Fehrenbach auf dem 30. Deutschen Logistik-Kongress in Berlin. Erheblichen Nachholbedarf sieht Fehrenbach vor allem im Bereich der Verkehrsinfrastruktur. Dabei gehe es nicht nur um Brückensanierungen und den Ausbau des Autobahnnetzes. Vielmehr müssten Investitionen in die Infrastruktur sich an den grundlegenden Entwicklungslinien der Mobilität orientieren. Elektrifizierung, Automatisierung und Vernetzung führten zu neuen Anforderungen an die Infrastruktur. Eine davon sei auch die effiziente Verkehrslenkung. Erste Ansätze dazu könnten mit einer Pkw-Maut umgesetzt werden. „Die Potenziale zur Verkehrslenkung und andere technische Möglichkeiten einer vernetzten Verkehrsinfrastruktur werden in der Diskussion derzeit noch weitgehend ignoriert“, sagte Fehrenbach. Stattdessen würde über Gültigkeitsbereiche bzw. über die Verwendung der Einnahmen aus einem Pkw-Maut-System mit Vignette gestritten.

Deutschland: Chancen des Vernetzungstrends nutzen
Der globale Trend der digitalen Vernetzung werde auch die Mobilität und damit den Verkehr grundlegend verändern. „Wir müssen diesem Trend in Deutschland eine Heimat geben. Dafür brauchen wir auch die notwendige Infrastruktur“, sagte Fehrenbach. Die Gestalt zukünftiger Verkehrsflüsse – ob Menschen oder Waren – seien teilweise noch Forschungsgegenstand. Die Zukunftstrends der Mobilität seien jedoch schon bekannt. „Elektrifizierte, automatisierte und vernetzte Mobilität kann nur realisiert werden, wenn zuvor die technologischen Voraussetzungen und technischen Rahmenbedingungen geschaffen wurden“, so Fehrenbach weiter. Dazu gehörten beispielsweise Schnittstellen zwischen erneuerbaren Energien und alternativen Antrieben, Telematikdienste sowie effiziente Führung von Verkehrsströmen. Fehrenbach weiter: „Mit einem modernen integrierten System könnte Deutschland sein Know-how im Bereich der intelligenten Verkehrslenkung ausbauen.“ Die verengte Diskussion über eine Pkw-Maut sei deshalb zu bedauern.

Mobilitätskonzepte als Exportchance
Gerade die weltweit entstehenden Megacities bräuchten neue Mobilitätskonzepte. „Intelligente, ressourcenschonende und damit nachhaltige Mobilität kann die nächste große Exportchance für Deutschland werden“, sagte Fehrenbach. Für den „Feldversuch“ neuer Lösungen und Konzepte in Deutschland fehle bislang aber die notwendige Infrastruktur. „Grundsätzlich wird die Rolle der Infrastruktur als Innovationsvehikel unterschätzt. Das zeigten die Diskussionen um die Investitionsschwerpunkte und deren Finanzierung“, so Fehrenbach.

Wettbewerb: Nicht Schreckgespenst sondern Motor des Fortschritts
Fehrenbach sieht in Deutschland aktuell erhebliche Effizienzpotentiale in vielen Märkten und Branchen. Mangelnder Wettbewerb, staatliche Intervention und Überregulierung würden in einigen Bereichen Intransparenz, Ineffizienz und falsche Marktentwicklungen fördern. „Wettbewerb wird eher als Schreckgespenst anstatt als Motor des Fortschritts wahrgenommen“, konstatierte Fehrenbach. Nur die Stärkung der Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft mache den Standort Deutschland zukunftsfest. „Wettbewerb als Kernelement der sozialen Marktwirtschaft garantiert Fortschritt, Wachstum und damit Wohlstand.“

Zukunftsgestaltung: Jetzt nicht nachlassen
Mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen zwischen den Unionsparteien und der SPD wies Fehrenbach auf den nach wie vor großen Reformbedarf in Deutschland hin. Er warnte davor, sich durch die momentan gute konjunkturelle Lage in Deutschland von den eigentlichen Herausforderungen ablenken zu lassen. „Wenn wir jetzt bei der Gestaltung der Zukunft nachlassen, werden wir international zurückfallen.“

Über den Deutschen Logistik-Kongress
Der Deutsche Logistik-Kongress wird seit 1983 von der Bundesvereinigung Logistik (BVL) veranstaltet. Er ist mittlerweile die wichtigste jährliche Logistikveranstaltung Europas. Er ist zentraler Treffpunkt der Wirtschaft in Deutschland. Der Anteil ausländischer Teilnehmer nimmt stetig zu. Die Jubiläumsveranstaltung findet vom 23. Bis zum 25. Oktober 2013 in Berlin statt.

Mehr Informationen zur Veranstaltung und zur BVL gibt es imInternet.

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