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EU-Digitalgipfel in Tallinn: Nokia und Bosch erforschen Datenrennbahn für Fabrik der Zukunft

Neuer 5G-Standard verzehnfacht ab 2019 die Geschwindigkeit für mobile Datenübertragung

Stuttgart / Tallinn – Maschinenkommunikation in Echtzeit: Bosch und Nokia präsentieren auf dem europäischen Digital Summit in Tallinn, Estland, einen Demonstrator, der den kommenden Mobilfunkstandard 5G mit Industrie 4.0-Lösungen verbindet. 5G verzehnfacht die aktuell höchstmögliche Übertragungsrate im Mobilfunknetz auf mehr als zehn Gigabit pro Sekunde. Darüber hinaus verbessert der Standard vor allem aber auch Echtzeitverhalten und Übertragungsrobustheit. Beides sind wichtige Voraussetzungen, um mehrere hundert Milliarden intelligenter Aktoren und Sensoren in Fabriken und Anlagen drahtlos zu vernetzen und riesige Datenmengen aus der Fertigung in Echtzeit zu verarbeiten. Zugleich ist der superschnelle Datentransfer wichtige Voraussetzung für die grenzüberschreitende Kooperation von Unternehmen in Europa und weltweit. „Industrie 4.0 macht nicht an Ländergrenzen halt“, sagt Dr. Stefan Aßmann, bei Bosch verantwortlich für den Bereich Connected Industry.

„In Zusammenarbeit mit Nokia loten wir bereits heute die Potenziale der Leistungsfähigkeit von 5G für die Fabrik der Zukunft aus“, betont auch Rolf Najork, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG. Die hundertprozentige Bosch-Tochter für Antriebs- und Steuerungstechnik hat den Demonstrator gemeinsam mit der zentralen Bosch-Konzernforschung und Nokia entwickelt.

“5G wird ein Haupttreiber für die vernetzte Industrie werden. Der Standard ist das erste kabellose Datenübertragungsverfahren, das wie der kabelgebundene Ansatz für alle industriellen Anwendungen zum Einsatz kommen kann. Er ermöglicht damit extreme Flexibilität in der Produktion, senkt Kosten und schafft mehr Sicherheit am Arbeitsplatz. Gemeinsam mit unserem Partner Bosch erforschen wir die neuen Möglichkeiten, die 5G für die vierte industrielle Revolution bieten kann”, sagt Hannu Nikurautio, Leiter 5G Technology & Market Scouting bei Nokia.

Erfahrung mit vernetzter Industrie aus mehr als 270 Werken

Bosch insgesamt bringt umfassende Erfahrung mit Industrie 4.0-Lösungen aus seinen mehr als 270 Werken mit. Auf dieser Basis entwickelt das Technologieunternehmen als Leitanbieter vernetzte Lösungen auch für andere Branchenanbieter. Nokia wiederum ist einer der weltweit führenden Ausrüster für Telekommunikationsinfrastrukturen.

„Als Automatisierungsspezialist werden wir unsere Zusammenarbeit mit Nokia bei 5G auf weitere Gebiete wie Augmented Reality, autonome, fahrerlose Transportsysteme für den innerbetrieblichen Materialfluss sowie Cloud-basierte Anwendungen in der Fertigung ausdehnen“, kündigt Rolf Najork an. „Zeitgleich mit der Einführung des neuen Standards wird Bosch Rexroth 5G-fähige Produkte und Lösungen anbieten, mit denen unsere Kunden ihre Produktivität erhöhen können.“

5G wird voraussichtlich ab 2019 eingeführt werden und neue Geschäftsmodelle rund um Daten aus der Fertigung ermöglichen. Bosch arbeitet bereits mit zahlreichen IT-Unternehmen und Maschinenherstellern zusammen, um Industrie 4.0 technologieübergreifend voranzutreiben.

Bosch und Nokia präsentieren den gemeinsam entwickelten Demonstrator auf dem Tallinn Digital Summit in Estland. Estland richtet dieses Gipfeltreffen im Rahmen der Ratspräsidentschaft der Europäischen Union aus. Zahlreiche europäische Staats- und Regierungschefs werden sich dort am 29. September über die Perspektiven digitaler Technologien und ihrer Auswirkungen auf das tägliche Leben austauschen und informieren.

Tags: Industrie 4.0, Internet of Things, Internet der Dinge, IoT, 5G

Journalistenkontakt:

Dirk Haushalter (Industrie 4.0),
Telefon: +49 711 811-38195
Susanne Gehrling (5G Demonstrator),
Telefon: +49 9352 18-1589

Über Bosch

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 390 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2016). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 73,1 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Als führender Anbieter im Internet der Dinge (IoT) bietet Bosch innovative Lösungen für Smart Home, Smart City, Connected Mobility und Industrie 4.0. Mit seiner Kompetenz in Sensorik, Software und Services sowie der eigenen IoT Cloud ist das Unternehmen in der Lage, seinen Kunden vernetzte und domänenübergreifende Lösungen aus einer Hand anzubieten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über fast alle Länder der Welt. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit rund 59 000 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 120 Standorten.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861–1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte hält mehrheitlich die Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, iot.bosch.com, www.bosch-presse.de, www.twitter.com/BoschPresse.