Mobility Solutions

Forschungsprojekt DINA erfolgreich beendet Konsortium erforscht erstes ganzheitliches Diagnosesystem für die Elektromobilität Standards für Diagnose und Reparatur erarbeitet

  • Schnellere und kostengünstigere Reparaturen bei Elektrofahrzeugen
  • Neue Messmethoden orten Defekte punktgenau
  • Vorschläge für Konstruktion künftiger Batteriesysteme erarbeitet
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  • 22. Dezember 2015
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Pressetext

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg von Elektrofahrzeugen ist ein wettbewerbsfähiges Instandsetzungskonzept für den Kundendienst. Hochvoltsysteme von Elektrofahrzeugen müssen sich hierfür zuverlässig und sicher prüfen, warten und instand setzen lassen. Ein Konsortium unter der Führung der Bosch-Gruppe hat ein standardisiertes Gesamt-Diagnosesystem entwickelt, mit dem sich Fehler im Antriebsstrang eines Elektrofahrzeugs künftig eindeutig erkennen und lokalisieren lassen. Die Forschungsergebnisse des Verbundprojekts DINA (Diagnose und Instandsetzung für Elektrofahrzeuge), das mit 2,8 Millionen Euro im Rahmen des Spitzenclusters „Elektromobilität Süd-West“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde, sind wichtige Erkenntnisse und Empfehlungen für Zulieferer, Automobilhersteller, Werkstätten und Prüforganisationen. Neben der Bosch-Gruppe waren die DEKRA Automobil GmbH, das Fraunhofer Ernst-Mach-Institut sowie das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart beteiligt.

Ein wettbewerbsfähiges Instandsetzungskonzept ist eine wichtige Voraussetzung für den Markterfolg von Elektrofahrzeugen. Im Rahmen des Projekts DINA hat das Konsortium daher von Juli 2012 bis Juli 2015 Standards für die Diagnose und die Reparatur des Hochvoltsystems im E-Mobil erarbeitet und geeignete Messmethoden erforscht. Zudem wurde ein Gesamt-Diagnosesystem für Hochvoltbatterie, Wechselrichter, Motor und Ladesystem erarbeitet, welches das Erkennen und Lokalisieren von Problemen im Antriebsstrang des Elektrofahrzeugs ermöglicht. Das ermöglicht den Werkstätten eine sogenannte modularisierte Instandsetzung. Durch die gezielte Ermittlung von Fehlern müssen nicht ganze Systeme ausgetauscht werden. Vielmehr lassen sich künftig die einzelnen defekten Teile punktgenau ermitteln und ersetzen. Die Reparatur erfolgt dadurch nicht nur schneller, sondern auch erheblich günstiger.

Speziell bei der Hochvoltbatterie, die aus zahlreichen eigenständigen Zellen besteht, ist es besonders wichtig, Fehler exakt lokalisieren zu können. Um die Instandsetzung des Energiespeichers künftig zu erleichtern, enthalten die Ergebnisse der Studie auch konkrete Vorschläge zum Aufbau künftiger Batteriesysteme. Die vom Konsortium erarbeiteten Methoden zur Diagnose und Reparatur fließen nun in Entwicklungsprojekte der Automobilindustrie ein.

Bessere Diagnose für After-Sales-Bereich notwendig
Wie wichtig der Forschungsgegenstand des DINA-Projekts ist, zeigt ein Blick auf den After-Sales-Bereich: Eine einwandfreie Prüfung und Diagnose des Antriebsstrangs ist beispielsweise im Rahmen technischer Prüfungen wie der Hauptuntersuchung unerlässlich. Zudem hängt auch der Wert eines E-Fahrzeugs stark vom Zustand, dem Alter und der Funktionstüchtigkeit – dem sogenannten State of Health – der wertvollen Hochvoltbatterie ab. Für die Ermittlung dieses „Gesundheitszustands“ brachte das Projekt wesentliche Erkenntnisse. Ebenso erfordert die Antriebsart auch neue Messgeräte und Ausstattungen für Werkstätten und Prüfstände. Hierfür lieferte die Studie Empfehlungen und Ansätze für Entwicklungsarbeiten.

Spitzencluster Elektromobilität Süd-West
Mit rund 100 Akteuren aus Industrie und Wissenschaft ist der Spitzencluster Elektromobilität Süd-West einer der bedeutendsten regionalen Verbünde auf dem Gebiet der Elektromobilität. Der Cluster, der von der Landesagentur e-mobil BW GmbH gemanagt wird, verfolgt das Ziel, die Industrialisierung der Elektromobilität in Deutschland voranzubringen und Baden-Württemberg zu einem wesentlichen Anbieter elektromobiler Lösungen zu machen. In den vier Innovationsfeldern Fahrzeug, Energie, Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sowie Produktion werden renommierte große, mittlere und kleine Unternehmen, insbesondere der Region Karlsruhe – Mannheim – Stuttgart – Ulm, untereinander und mit Forschungsinstituten vor Ort vernetzt. Darüber hinaus sorgen spezialisierte Arbeitsgruppen für eine übergreifende Themenbearbeitung, wie beispielsweise die Arbeitsgruppe intelligent move, die den Schwerpunkt „Digitalisierung und automatisiertes Fahren“ hat.

Weitere Informationen
Spitzencluster Wettbewerb: www.hightech-strategie.de
Spitzencluster „Elektromobilität Süd-West: www.emobil-sw.de

Journalistenkontakt: Stephan Kraus, Telefon: +49 711 811-6286

Robert Bosch GmbH:
Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 360 000 Mitarbeitern (Stand: 01.04.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von 49 Milliarden Euro*. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern ist Bosch in rund 150 Ländern vertreten. Dieser weltweite Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsverbund ist die Voraussetzung für weiteres Wachstum. Im Jahr 2014 meldete Bosch weltweit rund 4 600 Patente an. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Mehr Informationen unter www.bosch.com

Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS):
Das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart FKFS ist alsIngenieurdienstleister Partner der internationalen Automobil- und Zuliefererindustrie. Es führt Forschungs- und Entwicklungsprojekte durch, stellt zahlreiche hoch spezialisierte Prüfstände zur Verfügung und entwickelt eigene Mess- und Prüfverfahren. Langjährige Erfahrung mit der Entwicklung und Anwendung von Simulationstools ergänzt die Leistungspalette.

Mehr Informationen unter www.fkfs.de

DEKRA Automobil GmbH:
Seit 90 Jahren arbeitet DEKRA für die Sicherheit: Aus dem 1925 in Berlin gegründeten Deutschen Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein e.V. ist eine der weltweit führenden Expertenorganisationen geworden. Rund 35 000 Mitarbeiter sind in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten im Einsatz. Mit qualifizierten und unabhängigen Expertendienstleistungen arbeiten sie für die Sicherheit im Verkehr, bei der Arbeit und zu Hause. Das Portfolio reicht von Fahrzeugprüfungen und Gutachten über Schadenregulierung, Industrie- und Bauprüfung, Sicherheitsberatung sowie die Prüfung und Zertifizierung von Produkten und Systemen bis zu Schulungsangeboten und Zeitarbeit. Die Vision bis zum 100. Geburtstag im Jahr 2025 lautet: DEKRA wird der globale Partner für eine sichere Welt. Das automobile Geschäft in Deutschland wird von der DEKRA Automobil GmbH getragen.

Mehr Informationen unter www.dekra.de

Fraunhofer Ernst-Mach-Institut:
Das Fraunhofer Ernst-Mach-Institut (EMI) befasst sich mit schnell ablaufenden Prozessen sowohl im Experiment als auch in der Simulation. Das Fraunhofer EMI betrachtet diese auf physikalischer und ingenieurwissenschaftlicher Ebene und entwickelt Lösungen für industrielle Anwendungen. Im Fokus steht dabei die Sicherheit, Resilienz, Zuverlässigkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit von Strukturen, Bauteilen und Systemen unter dynamischer und außergewöhnlicher Belastung. Es werden dabei Crash-, Impakt- und Stoßwellenphänomene im gesamten Spektrum von Materialien und Mikrostrukturen bis hin zu komplexen Systemen behandelt. Die Anwendungen umfassen einzelne Komponenten und Bauteile in sicherheitskritischen Systemen, Sensornetzwerken, Gebäude- und Infrastrukturen sowie Fahrzeug- und Satellitensystemen.

Mehr Informationen unter www.emi.fraunhofer.de

PI9112 - 22. Dezember 2015

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Stephan Kraus

+49 711 811-6286 E-Mail senden

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