Personal- und Sozialthemen

Ausbau der flexiblen Arbeitskultur Bosch fördert psychische Gesundheit der Mitarbeiter

  • Gesamtbetriebsvereinbarung zur Förderung der psychischen Gesundheit
  • Gesundheitsförderung als Bestandteil einer flexiblen Arbeitskultur
  • Personalchef Kübel: „Psychische Fehlbelastungen erkennen und vermeiden“
  • Konzernbetriebsratschef Löckle: „Handeln, bevor es zu spät ist“
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  • 31. Juli 2015
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Pressetext

Stuttgart – Bosch erweitert seine flexible Arbeitskultur um einen Gesundheitsbaustein: Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen verpflichtet sich, insbesondere die psychische Gesundheit seiner Beschäftigten zu erhalten und zu fördern. Zusammen mit den Arbeitnehmervertretern erarbeitete Bosch eine entsprechende Gesamtbetriebsvereinbarung für seine Standorte in Deutschland. Die Vereinbarung soll ab 1. August 2015 gelten. Sie sieht vor, dass zusätzliche Präventions-, Rehabilitations- und Integrationsmaßnahmen das betriebliche Gesundheitsmanagement ergänzen. Ziel ist es, psychische Belastungen frühzeitig zu erkennen, Mitarbeiter und Führungskräfte dafür zu sensibilisieren sowie integrierte Hilfsangebote bereitzustellen. Die Vereinbarung soll zu einem offeneren Umgang mit dem Thema psychische Gesundheit innerhalb der Belegschaft beitragen. Belastungssituationen können sowohl durch Ursachen im privaten als auch im beruflichen Umfeld entstehen, wirken sich aber oftmals am Arbeitsplatz aus. Daher sieht das Unternehmen in den neuen Regelungen auch einen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Gesundheit fördern, Belastungen vorbeugen
„Gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen erhalten die berufliche Leistungsfähigkeit und stärken auch das private Wohlbefinden“, sagt Christoph Kübel, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor der Robert Bosch GmbH, zum Abschluss der neuen Gesamtbetriebsvereinbarung. „Deshalb wollen wir in unserer Belegschaft psychischen Fehlbelastungen vorbeugen und damit untereinander verantwortungsvoll umgehen. Solche Beschwerden sind heute eine Begleiterscheinung der modernen Lebenswelt, werden aber häufig zum Tabu erklärt.“ Es sei wichtig, auch in Unternehmen ein Klima des Verständnisses zu schaffen und offen über das Thema zu sprechen, so Kübel.

Jeder kann Betroffener sein: Aufklären und sensibilisieren
Mit der neuen Vereinbarung ergänzt Bosch sein betriebliches Gesundheitsmanagement insbesondere auf dem Gebiet der Prävention seelischer Beschwerden. Zum Einsatz kommen neue Informationsangebote für Mitarbeiter, wie zum Beispiel Merkblätter, Veranstaltungen, E-Learning-Kurse oder Foren im firmeneigenen Intranet. Führungskräfte erhalten darüber hinaus einen speziellen Handlungsleitfaden, der sie im Umgang mit Betroffenen unterstützt. „Jeder Mensch geht anders mit Druck- und Stresssituationen um. Daher ist es wichtig, sich Belastungssituationen bewusst zu machen und bei Überforderungen gemeinsam mit der Führungskraft Abhilfe zu schaffen“, erklärt Dr. Falko Papenfuß, Leitender Werkarzt bei Bosch. Ein Schulungsangebot für alle Führungskräfte soll daher spätestens 2016 verfügbar sein. „Auf diese Weise wollen wir alle Beschäftigten über Ursachen aufklären, die zu Belastungen führen, die sie negativ beeinflussen oder sogar dauerhaft die Gesundheit beeinträchtigen können.“

Bundesweites Netzwerk: Einfache Kontaktaufnahme
„Vor psychischer Überlastung ist niemand gefeit, sei der Auslöser auferlegter Druck oder Selbstüberforderung“, betont Alfred Löckle, Vorsitzender des Konzernbetriebsrates der Robert Bosch GmbH. „Aber präventive Hilfsangebote müssen von Führungskräften und Mitarbeitern angenommen werden, bevor es zu spät ist. Deshalb wollen wir mit dieser Vereinbarung das Stigma des Makels durchbrechen und den offeneren Umgang mit seelischen Belastungen erleichtern.“ Bosch etabliert dafür ein umfassendes Netzwerk von Ansprechpartnern: Neben den direkten Führungskräften rücken künftig der werkärztliche Dienst, die betrieblichen Sozialberatungen und betriebliche Eingliederungsteams weiter in den Mittelpunkt. Außerdem stehen Arbeitnehmervertreter für einen vertraulichen Erstkontakt bereit. Sie werden zusätzlich an jedem Standort als so genannte betriebliche Ansprechpartner geschult. Bei der Rehabilitation und Integration von betroffenen Mitarbeitern werden bestehende Hilfs- und Gesprächsangebote systematisch ausgebaut und vernetzt. Sie sollen Betroffene in schwierigen Belastungssituationen unterstützen und helfen, ihre Leistungsfähigkeit wiederherzustellen.

Schutz: Anonymität und Privatsphäre wahren
Bei den Vorsorge- und Hilfsangeboten wurde besonders auf die Einhaltung von Anonymität, Datenschutz und Privatsphäre geachtet. Führungskräfte sind etwa gehalten, nach einem ersten Gespräch mit betroffenen Mitarbeitern die betrieblichen Fachstellen zu empfehlen. Deshalb unterstützen bei Bosch werkärztliche Dienste unter Wahrung der ärztlichen Schweigepflicht Rehabilitations- und Wiedereingliederungsmaßnahmen. Die vertraulichen Beratungsleistungen erbringen die betrieblichen Sozialberatungen direkt oder zusammen mit externen Fachstellen. Bosch unterhält dazu zahlreiche Kooperations- und Leistungsvereinbarungen mit stationären und ambulanten Einrichtungen oder Trägern des öffentlichen Gesundheitssystems. Zum Beispiel erhalten versicherte Mitarbeiter der Bosch BKK schnellen Zugang zu Fachärzten wie etwa für Neurologie oder Psychosomatik.

Psychische Erkrankungen in Deutschland
Psychische Belastungen können inner- und außerbetriebliche Ursachen haben, deren Auswirkungen erst am Arbeitsplatz sichtbar werden. In Deutschland werden psychische Belastungen von Arbeitnehmern häufig nicht selbst erkannt, oftmals auch verdrängt oder aus Angst vor beruflichen Nachteilen verschwiegen. Auch im Gespräch mit Hausärzten schildern Patienten meistens körperliche Symptome, aber sprechen selten psychische Beschwerden an. In Folge erkranken viele Arbeitnehmer ernsthaft oder fehlen häufiger am Arbeitsplatz. Betroffene sind laut BKK Gesundheitsreport 2014 mit durchschnittlich 40 Tagen länger krankgeschrieben als Arbeitnehmer mit Herz- und Kreislauferkrankungen. Sie fehlen durchschnittlich 22 Tage. Der Stressreport Deutschland 2012 weist darauf hin, dass ein gesundes Führungsverhalten die Mitarbeitergesundheit schützt: Erhalten Arbeitnehmer von ihrem Chef im Alltag Unterstützung, berichten nur 17 Prozent von gesundheitlichen Beschwerden. Erfahren sie hingegen selten oder keine Hilfe, steigt die Anzahl der Erkrankten auf 38 Prozent. Insgesamt sei nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales in Deutschland zwischen 2001 bis 2012 die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen von etwa 34 auf rund 60 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage gestiegen.

Hintergrundinformation:
Presseinformation „Bosch vereinfacht mobiles Arbeiten, privates Telefonieren und Surfen am Arbeitsplatz“: http://bit.ly/1uMEaMe
Presseinformation „Bosch baut familienfreundliche Arbeitskultur aus“:
http://bit.ly/1r6eVqV
Presseinformation „500 Bosch-Manager testen flexibles Arbeiten“: http://bit.ly/1p3QSEt
Pressemappe „Bosch als Arbeitgeber: Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben bei Bosch“: http://bit.ly/1LRDUrU

Internet:
Gesundheitsvorsorge bei Bosch: http://bit.ly/1RfVUkz
Bosch als Arbeitgeber: www.bosch-career.de
Leitlinien einer flexiblen Arbeitskultur bei Bosch: http://bit.ly/1bSJ7QM
Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben bei Bosch: http://bit.ly/1ex6rDa
Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt: http://bit.ly/1J3zLMo
Bundesarbeitsministerium für Arbeit und Soziales: http://bit.ly/1JOdDvd

Video:
Projekt MORE – Bosch-Manager testen flexibles Arbeiten: http://youtu.be/d5rQBjMrj_g

Journalistenkontakt:
Sven Kahn
Telefon: +49 711 811-6415

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861–1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte hält mehrheitlich die Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI8981 - 31. Juli 2015

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Sven Kahn

+49 711 811-6415 E-Mail senden

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