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Bosch-Chef Denner beim „Scrum Day“ Mit agiler Produktentwicklung schnell zum Erfolg Spargelanbau 2.0: Bosch schafft in nur drei Wochen neue Sensorlösung

  • Namensgeber des „Scrum"-Verfahrens: das Gedränge beim Rugby
  • Agile Produktentwicklung für mehr Geschwindigkeit und Flexibilität
  • Auszeichnung von Tesla für ein besonders schnell umgesetztes Projekt
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  • 16. Juni 2015
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Pressetext

Stuttgart – In nur drei Wochen Entwicklungszeit haben Experten von Bosch eine neue vernetzte Sensorlösung für den Spargelanbau entwickelt. Damit lässt sich die Temperatur in den Erddämmen mit dem begehrten Gemüse auf das Smartphone übertragen. So können Landwirte den Temperaturverlauf im Detail verfolgen. Das trägt dazu bei, optimale Wachstumsbedingungen zu schaffen. Möglich war die kurze Entwicklungszeit durch die Anwendung agiler Verfahren. Bosch setzt solche auf schnelle Ergebnisse abzielenden Methoden aus der Software-Entwicklung vermehrt auch in der Produktentwicklung ein. „Solche agilen Entwicklungen sind vor allem dann sinnvoll, wenn die Technologien oder Lösungsansätze für die Entwicklung zu Beginn teilweise noch unklar sind und sich die Anforderungen an ein neues Produkt im Laufe der Zeit noch ändern. Wir werden dadurch schneller und flexibler“, sagte Bosch-Chef Dr. Volkmar Denner am Dienstag auf der größten deutschen Konferenz zur agilen Entwicklung, dem „Scrum Day“ in Filderstadt bei Stuttgart.

Agil und unkonventionell
Die neue Sensorlösung ist eines der Beispiele dafür, dass das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen in vielen Bereichen – auch in der Produktentwicklung – agiler wird. „Mit Hilfe neuer, auch unkonventioneller Methoden können wir noch besser als zuvor auf neue Anforderungen unserer Kunden und zunehmend volatile Märkte eingehen“, ergänzte Denner, der in der Bosch-Geschäftsführung auch die Zentrale Forschung und Vorausentwicklung verantwortet. Zu den neuen Methoden zählt das Scrum-Verfahren. Es kommt vielfach ohne detaillierte Zielvorgaben aus, führt aber zügig zu sehr guten Lösungen. In Filderstadt tagen etwa 300 Experten zu diesem Thema. Darunter ist auch einer der beiden Erfinder des Scrum-Verfahrens, Jeff Sutherland.

Kleine Teams, mehr Verantwortung
Der Begriff „Scrum“ geht auf die Sportart Rugby zurück. Dort bezeichnet er das Gedränge der Spieler beim Einwurf des Balles. Übertragen auf die Geschäftswelt bedeutet dies, dass kleine Teams sehr fokussiert und hochmotiviert an der gemeinsamen Entwicklung eines Produktes arbeiten. Dabei übernehmen sie noch mehr Verantwortung als sonst und organisieren ihre Arbeit weitgehend selbst. In sogenannten Sprints erreichen sie kleine Zwischenziele und legen dann die nächsten Schritte fest. Die Teams arbeiten in besonders enger Abstimmung mit Kunden oder Benutzern zusammen. Das Feedback erfolgt dabei in sehr kurzen Zeitabständen. Seit der Jahrtausendwende findet Scrum immer häufiger Einsatz, zunächst in der IT-Welt, inzwischen vermehrt auch in Entwicklung von Hardware-Produkten. Für die neue Sensorlösung für den Spargelanbau haben Entwickler verschiedener Bosch-Bereiche kooperiert.

Beispiel 1: Das Spargel-Projekt
Der Spargel wächst besonders gut bei 18 bis 22 Grad Celsius. Dies erreichen Landwirte unter anderem durch das Abdecken der Dämme mit Folien. Für deren Einsatz müssen sie auch den Wetterbericht berücksichtigen. Die Bosch-Lösung besteht aus mehreren Temperatursensoren. Sie werden in unterschiedliche Tiefe in die Erde gebracht und erfassen die Temperatur. Kabel übertragen die Messwerte an eine kleine Box, die die Daten via Funk in eine auf der Bosch IoT Suite basierende Cloud überträgt. Von dort aus gelangen die Daten an eine App auf dem Smartphone der Landwirte. „Wir haben hierbei einmal mehr unsere Kompetenzen in der Sensorik und im Internet der Dinge kombiniert“, sagte Denner.

Hilfreich bereits in dieser Saison
Dank des agilen Ansatzes wurde das Spargel-Projekt in nur drei Wochen umgesetzt. In dieser Zeit wurden unter anderem die Funkverbindung geschaffen, die App programmiert, Landwirte als Partner gefunden und die Cloud-Lösung angepasst. Am Ende der drei Wochen waren die ersten zwei Systeme fertig, sechs Tage später acht weitere. Damit hatten die Landwirte die Temperaturen und deren Verlauf über den Tag auf dem Smartphone. Bereits in der Spargelsaison 2015 kam das System für die Temperaturregelung auf den Feldern zum Einsatz. Dieses agile Entwickeln war den Bosch-Experten auch von der Natur vorgegeben: Die Spargelsaison geht nur von April bis Juni. Das in der Bosch-Lösung umgesetzte Prinzip lässt sich auch auf den Anbau weiterer Nutzpflanzen übertragen. Bosch prüft derzeit die Industrialisierung und Vermarktung des neuen Systems.

Beispiel 2: Agile Kooperation mit dem Partner Tesla
Agiles Entwickeln half auch bei der Kooperation mit dem Partner Tesla, für dessen Elektrofahrzeuge Bosch Fahrwerks- und Sicherheitssysteme liefert. Viele dieser Komponenten lassen sich genau an die Erfordernisse des jeweiligen Fahrzeuges und an das gewünschte Fahrverhalten anpassen. Gemeinsam mit Tesla erfolgte diese als Applikation bezeichnete Anpassung binnen kurzer Zeit. „Diese Kooperation war gut geeignet, um agile Entwicklungsmethoden anzuwenden. Für die erfolgreiche Zusammenarbeit wurden wir von Tesla im Jahr 2014 mit dem Award als Excellent Development Partner ausgezeichnet. Dies zeigt erneut, dass Bosch sich auf unterschiedlichste Kundenanforderungen auch neuer Marktteilnehmer einstellen kann“, betonte Denner. Insgesamt war für die Applikation mit Tesla nur die Hälfte der üblichen Entwicklungszeit nötig.


Blogpost: 


Bosch-Chef Dr. Volkmar Denner im ConnectedWorld Blog
über agile Projekte in einer agilen Organisation: http://bit.ly/1IjX4Bc


Internet:
Startseite Scrum Day 2015:
http://www.scrum-day.de

Journalistenkontakt:
Thilo Resenhoeft,
Telefon: +49 711 811-7088

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861–1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte hält mehrheitlich die Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI8947 - 16. Juni 2015

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Thilo Resenhoeft

+49 711 811-7088 E-Mail senden

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