Wirtschaft

Bosch-Geschäftsführer Struth beim CDU-Wirtschaftsrat Bosch sieht in Partnerschaften und schnellem Internet guten Weg zur Industrie 4.0 in Deutschland „Breitband-Internet so wichtig wie Strom und Straßen“

  • Vernetzte Industrie steigert Wettbewerbsfähigkeit schon heute
  • Erfolg durch Kooperationen mit Partnern
  • Bosch-Doppelstrategie: Leitanbieter und Leitanwender
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  • 22. April 2015
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Pressetext

Stuttgart – Die vernetzte Fertigung, bekannt als Industrie 4.0, bietet Deutschland eine große Chance zur Stärkung seiner Wettbewerbsfähigkeit. Das sagte Bosch-Geschäftsführer Dr. Werner Struth bei einer Veranstaltung des CDU-Wirtschaftsrates in Berlin. Voraussetzung dafür seien unter anderem mehr Partnerschaften zwischen Unternehmen: „Wir suchen aktiv die Kooperation mit unseren Partnern, um Wertschöpfungsnetzwerke zu verbinden und zu verbessern. Die vernetzte Produktion kann die Potentiale nur ausschöpfen, wenn sie die physische und mentale Grenze des Werkzauns überwindet.“ Struth verantwortet in der Bosch-Geschäftsführung unter anderem den Unternehmensbereich Industrial Technology und das Produktionssystem. In den mehr als 250 Fertigungsstandorten des Technologie- und Dienstleistungsunternehmens laufen mehr als 100 Projekte zum Thema Industrie 4.0, viele senken bereits heute die Kosten und steigern die Flexibilität der Produktion.

Deutschland international gut aufgestellt
Struth sieht Deutschland für die vernetzte Fertigung im internationalen Vergleich gut aufgestellt: „Wir verfügen über ein einzigartiges Know-how im Maschinenbau, bei Produktionssystemen und eingebetteter Software. Hinzu kommt ein hervorragender Verbund aus Forschung und Lehre, Ausbildung und Zulieferer-Netzwerken. Zudem haben unsere Mitarbeiter viele Kompetenzen und große Erfahrung.“ Wie in der Vergangenheit könne Deutschland auch künftig sehr von einem intensiven Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen Maschinenherstellern, Anwendern und Zulieferern sowie von intensiven Forschungskooperationen profitieren.

„Wenn wir dies mit einem gezielten Aufbau von Know-how bei Internet-Technologien und Geschäftsmodell-Innovationen ergänzen, sind wir technologisch und strategisch hervorragend für die Zukunft der vernetzten Fertigung aufgestellt“, sagte Struth. Zugleich warb er dafür, nicht allein technische Lösungen in den Mittelpunkt zu rücken, sondern zuerst an die Bedürfnisse der Kunden zu denken.

Erfolgsfaktoren: schnelles Internet, einheitlicher Datenschutz
Besonderen Handlungsbedarf sieht Struth beim Datenschutz in Europa. Momentan hinderten unterschiedliche Regulierungen europäische Unternehmen daran, mit ihren vernetzten Lösungen auf den verschiedenen europäischen Märkten erfolgreich zu sein. „Es ist wichtig, dass der EU-Ministerrat bis zur Sommerpause eine abschließende Entscheidung zur EU-Datenschutzgrundverordnung treffen wird. Damit wird eine Verabschiedung der Verordnung bis Ende 2015 möglich.“ Dann könnten Unternehmen das riesige geschäftliche Potenzial in der EU besser nutzen.
Für den schnellen und sicheren Austausch von Daten – eine der grundlegenden Voraussetzungen der Industrie 4.0 – sind die Akteure auf leistungsfähige Internetverbindungen angewiesen: „Wir haben die besten Voraussetzungen für die Industrie 4.0 und werden von langsamen Internetverbindungen ausgebremst. Ein zuverlässiger Internetanschluss ist heute so wichtig wie fließend Wasser, Verkehrsinfrastruktur und Strom“, sagte Struth.

„Wir müssen schnell sein“
„Um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, müssen wir bei der Umsetzung neuer technischer Lösungen schnell sein“, betonte Struth. Als erfolgreiches Beispiel nannte er die Kooperation von Bosch mit den Unternehmen Cisco und Tech Mahindra im Rahmen des Industrial Internet Consortiums. Im Ergebnis kennt ein vernetzter Industrieschrauber von Bosch genau seine Position in einer Werkhalle. Abhängig davon wird das richtige Drehmoment für die jeweilige Aufgabe gewählt. Dies ist bei sicherheitskritischen Anwendungen wie der Flugzeugwartung wichtig. „Hierbei haben wir bereits heute verfügbare Soft- und Hardware verwendet und in einer vollkommen neuen Lösungsarchitektur zusammengestellt. Es ist ein Ecosystem von Partnern entstanden, die sich auf Augenhöhe zu offenen Standards und den zugehörigen Schnittstellen austauschen. Das überwindet die Heterogenität der vielen technischen Systeme und ermöglicht neue Lösungsarchitekturen“, sagte Struth. Zudem wies er darauf hin, dass die vernetzte Industrie nicht allein Deutschland betreffe, sondern die gesamte Zusammenarbeit internationaler Unternehmen verändere.

Doppelstrategie bei Bosch
Bosch verfolgt in der Industrie 4.0 eine Doppelstrategie als Leitanbieter und Leitanwender. Zuletzt hatte das Unternehmen auf der Hannover Messe 2015 zahlreiche neue Lösungen präsentiert, mit denen es sowohl die eigene Wettbewerbsfähigkeit als auch jene seiner Kunden stärkt. Dies geschieht unter anderem mit vernetzten Sensoren, innovativen Softwarelösungen, vernetzungsfähigen Antrieben und Steuerungen sowie den kollaborierenden Produktionsassistenten der APAS family.

Hintergrund Industrie 4.0
In der vernetzten Fertigung können Werkstücke und Maschinen Informationen austauschen. Produkte tragen dafür Barcodes, RFID-Funkchips oder internetfähige Sensoren. Durch die teil- oder gar vollautomatisierte Informationserfassung und -übertragung entsteht ein virtuelles Abbild der physischen Realität in der Werkhalle. Der Verbund aus Software, mechanischen und elektronischen Teilen kommuniziert, auch weltweit, via Internet. Dies ermöglicht die ständige Koordination und Optimierung auch zwischen Standorten oder über Unternehmensgrenzen hinweg.
Große Umbrüche werden bei den Geschäftsmodellen erwartet, wo sich neue Betreibermodelle abzeichnen: Denkbar ist, dass Produktionsmaschinen künftig im Eigentum des Herstellers bleiben. Anstatt sie zu verkaufen, bietet er seinen Kunden bearbeitete Stückzahlen oder Betriebsstunden an. Der Entwicklung neuer und gewinnbringender Geschäftsmodelle sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Industrie 4.0 erschließt zudem Kostenvorteile, unter anderem durch Ressourcenschonung und Steigerung der Produktivität.

Internet:
Bosch zu Industrie 4.0:
http://bit.ly/1HteYWu
Interaktive Infografik zu Industrie 4.0:
http://bit.ly/1CvVSxN
Bosch bündelt Kompetenzen zur Industrie 4.0 im
Innovationscluster „Connected Industry“:
http://bit.ly/1CE9p6n
Wie Bosch mit Industrie 4.0 Zeit und Geld spart:
http://bit.ly/1ybCuV4
Industrie 4.0 Award für Bosch Rexroth Montagelinie:
http://bit.ly/1uSEhpB
Gießerei fertigt Formen mit 3D-Druck:
http://bit.ly/1ChQV9S

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861–1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte hält mehrheitlich die Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI8901 - 22. April 2015

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Thilo Resenhoeft

+49 711 811-7088 E-Mail senden

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