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Standortchance „Vernetzte Industrie“ Bosch-Chef Denner: Industrie 4.0 bietet für Deutschland große Chancen

  • Neue Geschäftsmodelle werden möglich, neue Wettbewerber treten auf
  • Chance zur Wettbewerbsfähigkeit auch an Hochkostenstandorten
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  • 14. Januar 2015
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Pressetext

Stuttgart – Die vernetzte Industrie – auch Industrie 4.0 genannt – bietet deutschen Unternehmen viele Chancen auf neue Geschäfte, Produktivitätsfortschritte und damit mehr Wettbewerbsfähigkeit. Das sagte Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung, bei einer Veranstaltung mit Wirtschaftsvertretern in Ludwigsburg. „Durch vernetzte Fertigungsabläufe werden Produktivitätsfortschritte von bis zu 30 Prozent erwartet“, so Denner weiter. „Mit Industrie 4.0 können wir auch am Hochkostenstandort Deutschland wettbewerbsfähig sein.“ Der Chef des Technologie- und Dienstleistungsunternehmens warnte zugleich, dass nicht alle Firmen diese Möglichkeiten bereits erkannt hätten. Dies führe dazu, dass sie zum einen die Herausforderungen der vernetzten Produktion nicht rechtzeitig angingen. „Zum anderen riskieren der deutsche Mittelstand und der hiesige Maschinenbau, das Feld neuen, internationalen Wettbewerbern zu überlassen.“ Länder wie China, die USA oder Korea trieben die Vernetzung vielfach weitaus entschiedener voran, so der Bosch-Chef weiter.

Individualisierte Produkte zu Kosten der Massenfertigung
Bosch sieht sich auf dem Weg zur vernetzten Produktion als Leitanwender und Leitanbieter von Soft- und Hardware. Das Unternehmen arbeitet aktuell an der Vernetzung seiner weltweit mehr als 250 Produktionsstätten. „Industrie 4.0 ermöglicht auch eine hohe Flexibilität in der Produktion“, sagte Denner. „Auf einer vernetzten Montagelinie können wir beispielsweise viele verschiedene Hydraulikventile für Landmaschinen nebeneinander herstellen und jederzeit neue Varianten aufnehmen – ohne aufwändiges Umrüsten der Anlage. Das macht individualisierte Produkte auch in der kostengünstigen Massenfertigung möglich.“

Im internationalen Vergleich zu langsam
Mit Sorge beobachtet Denner, dass das Bewusstsein für die zunehmende Vernetzung und die daraus resultierenden Veränderungen in Deutschland vielfach noch unzureichend sei: „Wir sind im internationalen Vergleich zu langsam unterwegs. Vieles wird schneller kommen, als so mancher heute glaubt. Aber wenn wir es zügig angehen, haben das Internet der Dinge und die Industrie 4.0 das Potenzial, Europa wieder zu stärkerem Wachstum zu führen.“ Denner appellierte an Wirtschaft und Politik, rasch und konzertiert die Voraussetzungen für die vernetzte Produktion in Deutschland zu schaffen, um so die bislang gute Ausgangsposition nicht zu verlieren.

Hintergrund: Industrie 4.0 – die Produktion im Internet der Dinge
Sensoren an Werkstücken und Maschinen sorgen im Zusammenspiel mit schnellen Funknetzen und Software dafür, dass Gegenstände ohne das Eingreifen des Menschen miteinander Informationen austauschen („Internet der Dinge“). Zukünftig können so auch Objekte miteinander kommunizieren, die bisher gar keine Elektronik enthalten. Aus den dabei anfallenden Daten lassen sich viele neue Informationen ableiten und Wirkzusammenhänge analysieren. Eine Maschine kann zum Beispiel ihren Verschleiß erkennen und rechtzeitig die Wartung auslösen. So lassen sich ungeplante Stillstandszeiten verringern – die Produktivität steigt.

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861–1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte hält mehrheitlich die Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI8782 - 14. Januar 2015

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

René Ziegler

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