Wirtschaft

Änderung der Eigentümerstruktur Bosch will ZF Lenksysteme komplett übernehmen

  • ZF Lenksysteme: 2013 rund 4,1 Milliarden Euro Umsatz, mehr als 13 000 Mitarbeiter in acht Ländern
  • Wachsender Umsatz mit elektrischen Lenkungen
  • Produkte für effizientere, automatisierte und vernetzte Autos
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  • 15. September 2014
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  • Presseinformation

Pressetext

Stuttgart – Bosch plant, seine Anteile an der ZF Lenksysteme GmbH (ZFLS) auf hundert Prozent zu erhöhen. Am 15. September 2014 unterzeichneten die Robert Bosch GmbH und die ZF Friedrichshafen AG einen entsprechenden Vertrag. Bislang ist das Unternehmen mit Sitz in Schwäbisch Gmünd ein paritätisches Gemeinschaftsunternehmen von Bosch und ZF. Mit mehr als 13 000 Mitarbeitern in acht Ländern entwickelt, produziert und vertreibt ZFLS weltweit Lenksysteme für Personenwagen und Nutzfahrzeuge. Im Jahr 2013 betrug der Umsatz rund 4,1 Milliarden Euro. Mit insgesamt 20 Standorten ist das Unternehmen auf den wichtigsten Automobilmärkten der Welt vertreten. Neben den Standorten in Europa, den USA und China produziert ZFLS auch in Indien, Brasilien sowie Malaysia. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

„Mit der kompletten Übernahme von ZFLS stärkt Bosch seine Position für eine aktive Gestaltung der Zukunft der Mobilität. Das Unternehmen ist einer der Technologieführer im Zukunftsfeld Elektrolenkung und gerade diese ist Basistechnologie für automatisiertes Fahren, für effizientere Fahrzeuge und auch für Elektroautos“, sagte Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH.

ZFLS erzielt schon heute rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes mit modernen, kraftstoffsparenden Elektrolenkungen. Ein Grund für den Erfolg von effizienten Lenksystemen ist das Verbrauchssenkungspotenzial: So können in einem Mittelklassefahrzeug mit Zwei-Liter-Motor bis zu 0,8 Liter Kraftstoff pro hundert Kilometer gespart werden. Die Emissionen verringern sich dadurch um bis zu 20 g/CO2 pro Kilometer. Zudem ist die Elektrolenkung im PKW entscheidende Komponente für viele Assistenzsysteme. Beispielsweise können Spurhalteassistenten damit das Auto automatisch auf Kurs halten. Beim Start-Stopp-Segeln, bei dem der Motor in Rollphasen abschaltet, bleibt das Lenkverhalten dank der elektrischen Unterstützung gleich.

Kontinuierliches Wachstum
„ZFLS ist seit 1999 stark gewachsen und hat sich auch durch die gute Zusammenarbeit von Bosch und ZF sehr erfolgreich entwickelt. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ZFLS möchte ich für ihr Engagement in den vergangenen Jahren herzlich danken“, sagt Dr. Stefan Sommer, Vorstandsvorsitzender der ZF Friedrichshafen AG. „Um den Anforderungen eines immer dynamischeren Umfelds auch künftig gerecht werden zu können, haben sich Bosch und ZF dazu entschlossen, die Eigentümerstruktur von ZFLS zu ändern.“

Der Erfolg von ZFLS basiert nicht nur auf der Vielzahl von Innovationen, die das Unternehmen auf den Markt gebracht hat. „Das Qualitätsbewusstsein der Mitarbeiter, ihr hohes Engagement und die Identifikation mit den Produkten sind und bleiben maßgebliche Erfolgsfaktoren von ZF Lenksysteme“, sagte Wolf-Henning Scheider, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH und Sprecher des Unternehmensbereichs Kraftfahrzeugtechnik. „Mit Bosch als Muttergesellschaft haben wir einen zuverlässigen Partner an unserer Seite, mit dem wir auch zukünftig erfolgreich am technischen Fortschritt und wirtschaftlichen Wachstum arbeiten können“, sagte Dr. Marcus Parche, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung von ZFLS.

Innovationsgetriebenes Unternehmen
Mehr als jeder zehnte ZFLS-Mitarbeiter, also insgesamt rund 1 400, arbeitet in der Entwicklung. Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand lag 2013 bei rund 238 Millionen Euro. Seit seiner Gründung hat ZFLS rund 750 Patente angemeldet. Ein Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ist die Vernetzung der Komponenten über spezifische Software zu Gesamtsystemen. Beispielsweise hat das Unternehmen mit Komponenten der Muttergesellschaften eine Lösung zur Serienreife gebracht, bei dem sich ein Gespann aus PKW und Anhänger mit dem Smartphone von außen manövrieren lässt.

Eine kompakte, lokal entwickelte, besonders preisgünstige PKW-Elektrolenkung für asiatische Märkte zeigt, dass das Unternehmen nicht nur Lösungen für Premium-Fahrzeuge bietet. Auch die Kunden von günstigeren Kompaktwagen profitieren damit von den Effizienz-Vorteilen der ZFLS-Produkte.

Aufstellung für breite Marktanforderungen
„Die Innovationskraft und die internationale Präsenz von ZFLS insbesondere in Asien und Nordamerika ermöglichen es, vom Wachstum starker Volkswirtschaften zu profitieren“, sagte Scheider. „ZFLS zeichnet sich besonders durch große Kundennähe aus. Ob als Lieferant einzelner Komponenten oder Anbieter eines Komplettsystems ist ZFLS ein anerkannter Partner für die Automobilhersteller und zudem weltweit beim Kunden vor Ort vertreten.“ Im Rahmen der Internationalisierungsstrategie hatte ZFLS zuletzt vor allem in Nordamerika und Asien investiert.

Journalistenkontakt:
Robert Bosch GmbH
Udo Rügheimer,
Telefon: +49 711 811-6283
René Ziegler,
Telefon: +49 711 811-7639

ZF Friedrichshafen AG
Andreas Veil
Telefon: +49 7541 77 7925
E-Mail: andreas.veil@zf.com

Über Bosch:

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2013 mit rund 281 000 Mitarbeitern einen Umsatz von 46,1 Milliarden Euro. (Hinweis: Aufgrund geänderter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind die Kennzahlen für 2013 mit den früher veröffentlichten Kennzahlen für 2012 nur bedingt vergleichbar). Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Kraftfahrzeugtechnik, Industrietechnik, Gebrauchsgüter sowie Energie- und Gebäudetechnik. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 360 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 50 Ländern; inklusive Vertriebspartner ist Bosch in rund 150 Ländern vertreten. Dieser weltweite Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsverbund ist die Voraussetzung für weiteres Wachstum. Im Jahr 2013 investierte die Bosch-Gruppe rund 4,5 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung und meldete rund 5 000 Patente an. Das sind durchschnittlich 20 Patente pro Tag. Ziel der Bosch-Gruppe ist es, mit ihren Produkten und Dienstleistungen die Lebensqualität der Menschen durch innovative, nutzbringende sowie begeisternde Lösungen zu verbessern und Technik fürs Leben weltweit anzubieten.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik" von Robert Bosch (1861-1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen, langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte hält mehrheitlich die Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

Über ZF:

ZF ist ein weltweit führender Technologiekonzern in der Antriebs- und Fahrwerktechnik mit 122 Produktionsgesellschaften in 26 Ländern. Der Konzern erzielte im Jahr 2013 mit rund 72.600 Mitarbeitern einen Umsatz von 16,8 Milliarden Euro. Um auch künftig mit innovativen Produkten erfolgreich zu sein, investiert ZF jährlich rund fünf Prozent des Umsatzes (2013: 836 Millionen Euro) in Forschung und Entwicklung. Auf der Rangliste der Automobilzulieferer ist ZF unter den zehn größten Unternehmen weltweit.

Weitere Presseinformationen sowie Bildmaterial finden Sie unter: www.zf.com.

PI8707 - 15. September 2014

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Jörn Ebberg

+49 711 811-26223 E-Mail senden

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