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Automobilwoche Kongress Berlin Bosch-Aufsichtsratschef Fehrenbach: Reformen wagen, verlässliche Rahmenbedingungen schaffen Deutschlands Automobilbranche vor großen Herausforderungen

  • Fehrenbach: “Branche muss so innovativ bleiben, dass sie sich nicht überfahren lässt.“
  • Offensive in der Globalisierung der Automobilbranche
  • Flexible und technologieoffene Lösung für CO2-Ziele
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  • 22. November 2013
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Pressetext

Berlin – Notwendige Reformen und verlässliche Rahmenbedingungen für die automobile Zukunft fordert Franz Fehrenbach, Aufsichtsratsvorsitzender der Robert Bosch GmbH. „Wenn die Politik Deutschlands Exportstärke und damit Deutschlands Industriearbeitsplätze verteidigen will, dann muss sie weiterhin Reformen wagen“, betonte Fehrenbach auf dem diesjährigen Automobilwoche Kongress in Berlin. Gerade die Automobilbranche stünde vor großen ökonomischen und technologischen Herausforderungen. Diese würden gemeinsames Handeln von Politik und Industrie verlangen. Mit Blick auf die aktuell laufenden Verhandlungen zwischen den Unionsparteien und der SPD zur Bildung einer Großen Koalition sagte der Bosch-Aufsichtsratschef: “Wirklich groß wird die Koalition nur dann, wenn ihr ein großer Wurf für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands gelingt.”

Bei Innovationen nicht nachlassen
Fehrenbach betonte die wirtschaftliche Bedeutung der Automobilbranche. „Die deutsche Automobilindustrie mit ihren knapp 800 000 Arbeitsplätzen steht wie kaum eine andere Branche für die Wirtschaftskraft dieses Landes.“ Er wies darauf hin, dass insbesondere Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung des Fahrens große technologische Herausforderungen seien. Zudem verbesserten asiatische Hersteller konsequent ihre Wettbewerbsfähigkeit und erschlössen sich neue Absatzmärkte. Es könne, so Fehrenbach weiter, nur eine Strategie geben: „Diese Branche muss so innovativ bleiben, dass sie sich nicht überfahren lässt.“

Globalisierung: Noch lange nicht zu Ende
Da für den europäischen Markt mittelfristig kein Aufschwung zu erwarten sei, mahnte Fehrenbach eine weitere Offensive in der Globalisierung der Branche an. Schon 2016 werde jedes zweite Fahrzeug in der Region Asien/Pazifik verkauft. Der Anteil Chinas an der weltweiten Automobilproduktion steige bis 2020 von aktuell 23 auf dann 29 Prozent. „So sehr wir die Märkte in aller Welt nur mit Produktion in aller Welt gewinnen können, so wenig dürfen wir die wesentlichen Stärken des Standorts Deutschland verlieren: Qualität und Innovationskraft“, so der Bosch-Aufsichtsratschef. Aber nicht nur die Absatzmärkte verschöben sich weiter. Gleichzeitig intensivierten asiatische Automobilhersteller ihre Verkaufsanstrengungen in Zukunftsmärkten wie Südostasien, Südamerika und Afrika.

Handlungsfelder: Energiewende und CO2-Gesetzgebung
Fehrenbach sieht bei der Gestaltung der (auto-)mobilen Zukunft auch die Politik in der Verantwortung. Sie müsse notwendige Reformen, wie beispielsweise die der Wiener Straßenverkehrskonvention (als Voraussetzung für automatisiertes Fahren), umsetzen. Die Politik müsse ebenfalls für verlässliche Rahmenbedingungen sorgen. Fehrenbach sagte, dass insbesondere die Energiepreise sich zunehmend zu einem Standortnachteil entwickeln würden. Industriestrom dürfe in Deutschland nicht teurer werden als in allen anderen Ländern. „Von der Energiewende müssen wir nicht bloß saubere, vielmehr auch bezahlbare und zuverlässige Stromversorgung erwarten.“

Investitions- und Rechtssicherheit forderte Fehrenbach bei der Klimaschutz-Regulierung der EU bzw. der CO2-Gesetzgebung. Nur dann könnten sich neue Effizienztechniken durchsetzen und verbreiten. Fehrenbach sprach sich hier für eine flexible und technologieoffene Lösung aus. Sie sollte auch Öko-Innovationen außerhalb des genormten Fahrzyklus und unabhängig von der Fahrzeuggröße berücksichtigen. „Innovationen müssen in allen Klassen realisiert werden, zum Beispiel durch stärkere Anreize für Niedrigemissionsautos über Supercredits.“

Intelligentes Straßennetz für den Verkehr von morgen
Fehrenbach sprach sich auf der Branchenveranstaltung auch für mehr Investitionen in ein intelligentes Straßennetz aus. „In Zukunft setzen die modernsten Fahrzeuge die modernste Infrastruktur voraus.“ So könne beispielsweise die Vision vom automatisierten und damit unfallfreien Fahren nur Realität werden, wenn neben den Fahrzeugen auch die Infrastruktur intelligent und zum Datenaustausch fähig sei. Nur dadurch lasse sich beispielsweise eine intelligente Verkehrslenkung in Ballungsräumen realisieren. Gleichzeitig könne das knappe Gut des staufreien Fahrens mit einem Preis für Zeit und Strecke versehen werden. Fehrenbach sieht zusätzliche Potenziale eines intelligenten Maut-Systems: „Eine elektronische Maut könnte auch für weitere Services geöffnet werden.“. Der Bosch-Aufsichtsratschef sprach sich ausdrücklich gegen eine finanzielle Mehrbelastung der Autofahrer durch eine Maut aus.

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Das Unternehmen wurde 1886 als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ von Robert Bosch (1861–1942) in Stuttgart gegründet. Die gesellschaftsrechtliche Struktur der Robert Bosch GmbH sichert die unternehmerische Selbstständigkeit der Bosch-Gruppe. Sie ermöglicht dem Unternehmen langfristig zu planen und in bedeutende Vorleistungen für die Zukunft zu investieren. Die Kapitalanteile der Robert Bosch GmbH liegen zu 92 Prozent bei der gemeinnützigen Robert Bosch Stiftung GmbH. Die Stimmrechte hält mehrheitlich die Robert Bosch Industrietreuhand KG; sie übt die unternehmerische Gesellschafterfunktion aus. Die übrigen Anteile liegen bei der Familie Bosch und der Robert Bosch GmbH.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI8393 - 22. November 2013

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

René Ziegler

+49 711 811-7639 E-Mail senden

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