Mobility Solutions

Jubiläum der Zweiradsicherheit Eine Million Motorräder fahren mit ABS von Bosch Antiblockiersystem wird seit 1994 in Japan gefertigt

  • ABS kann ein Viertel aller Motorradunfälle verhindern
  • Modularer Systemansatz bietet Lösung für alle Motorradklassen
  • Entwicklung im Kompetenzzentrum für Zweiradsicherheit in Japan
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  • 05. November 2013
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Pressetext

Für viele ist Motorradfahren die schönste Freizeitbeschäftigung der Welt. In den aufstrebenden Märkten dagegen ist es für noch mehr Menschen oft die einzige Form der motorisierten Mobilität. Mit dem Antiblockiersystem ABS stellt Bosch ein effektives Mittel zur Verfügung, die Sicherheit auf zwei Rädern wesentlich zu steigern. „ABS verhindert beim starken Bremsen und auf rutschigem Untergrund das Blockieren der Räder und damit einen unvermeidlichen Sturz“, fasst Gerhard Steiger, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Chassis Systems Control, den Nutzen zusammen. Im japanischen Tochigi lief nun kürzlich das einmillionste Sicherheitssystem von Bosch vom Band. Basierend auf der aktuellen Generation 9 bietet Bosch für alle Motorräder das jeweils passende System an: vom Front-ABS für den Massenmarkt in Ländern wie Indien, China und den Asean-Staaten hin zur derzeit anlaufenden Motorrad-Stabilitätskontrolle MSC, die bei Hochleistungsmotorrädern auch bei starker Schräglage in Kurven eine Vollbremsung ermöglicht.

Ende der 1980er Jahre startete Bosch, ausgehend von den Bremsregelsystemen der Pkw, die Entwicklung des Motorrad-ABS. 1994 schließlich liefen die ersten Systeme für eine Suzuki-Polizeimaschine in Japan vom Band. In den Jahren darauf wuchsen die Stückzahlen nur langsam. Dies änderte sich 2009. Einerseits stieg das Interesse an der Sicherheitstechnik, andererseits hatte Bosch mit der neuen Generation 9 ein Paradepferd am Start. Diese Technik wurde weltweit erstmals nicht von der Pkw-Technik abgeleitet, sondern spezifisch für den Motorrad-Einsatz entwickelt. Das Ergebnis im Vergleich zur Vorgängergeneration: hohe Leistung bei halbierter Größe und Gewicht. Die Nachfrage übertraf alle Erwartungen. So stieg die Produktion von 2009 bis 2013 jährlich im Schnitt um gut 50 Prozent. Allein 2013 wurden über 350 000 Systeme gefertigt. Mittlerweile hat bereits jedes vierte in Europa produzierte Motorrad ein ABS an Bord. „Ein Ende des dynamischen Wachstums ist derzeit nicht in Sicht“, ist Steiger stolz auf den Erfolg seines Teams, das seit 2007 im Kompetenzzentrum für Zweiradsicherheit in Japan die Systeme immer weiter perfektioniert.

Unfallanalysen belegen das Plus an Sicherheit
Den Sicherheitsgewinn durch ABS bestätigt ein Blick auf die Unfalldaten. So zeigen Auswertungen der deutschen Unfalldatenbank GIDAS, dass sich ein Viertel aller Motorradunfälle mit serienmäßigem ABS verhindern ließe. Bei einem weiteren Drittel dieser Unfälle ließe sich mit dem Blockierschutz zumindest die Schwere mindern. „Nahezu jeder zweite Motorradunfall mit Todesfolge ereignet sich in Kurven“, sagt Steiger. Dies zeigt das zusätzliche Potenzial der Motorrad-Stabilitätskontrolle MSC, die als weltweite Innovation Ende 2013 erstmals bei KTM in den Modellen 1190 Adventure und 1190 Adventure R in Serie geht. Dieses neue System berücksichtigt bei der Regelung des Bremsdrucks auch die Schräglage des Motorrads.

Bosch bietet Lösungen für alle Motorradklassen
Bosch hat die ABS-Generation 9 modular aufgebaut, so dass sich Varianten für unterschiedliche Funktionsumfänge realisieren lassen. Das Front-ABS ABS 9 light ist eine kostengünstige Lösung insbesondere für Länder wie Indien, wo robuste und einfache Systeme für kostengünstige Zweiräder gefragt sind. Da in vielen Ländern Asiens selbst bei Motorrädern mit Hubräumen über 250 ccm die Hinterräder oftmals noch über mechanische Seilzüge gebremst werden, regelt das Front-ABS von Bosch ausschließlich das Vorderrad. Die Variante ABS 9 base bietet bereits den vollen Blockierschutz an beiden Rädern. Auch sprunghaft veränderte Straßenverhältnisse, wie sie etwa durch Rollsplitt oder Ölflecken hervorgerufen werden, verlieren ihren Schrecken. ABS 9 plus ist besonders für leistungsstarke Maschinen geeignet. Mithilfe eines zusätzlichen Drucksensors greift das System bereits beim Druckaufbau ein. Dadurch wird die Regelung und die integrierte Hinterradabhebe-Erkennung gegenüber dem ABS 9 base noch einmal deutlich verbessert. Die leistungsfähigste Ausbaustufe ABS 9 enhanced bietet zusätzlich die sogenannte eCBS-Funktion. Dieses Kürzel steht für „electronic Combined Brake System“, zu Deutsch elektronisches Verbund-Bremssystem. Damit beschreibt Bosch eine neuartige Kombination aus Vorder- und Hinterradbremse: Es genügt bei dieser integrierten Version, wenn der Fahrer nur eine der beiden Bremsen – wahlweise vorne oder hinten – betätigt: ABS 9 enhanced schaltet die zweite Bremse automatisch zu, ohne dass die Bedienkraft für den Fahrer ansteigt oder die Dosierung sich verändert.

Die Motorrad-Stabilitätskontrolle MSC schließlich bietet die bislang größtmögliche Sicherheit. Es baut auf dem ABS 9 enhanced auf und nutzt darüber hinaus den Schräglagesensor SU-MM5.10. Dieser liefert umfassende Daten zum aktuellen Fahrzustand, so unter anderem Drehraten und den Nick- und Schräglagewinkel. Darauf basierend kann MSC beim Beschleunigen und beim Bremsen die Motor- und Bremsleistung so anpassen, dass das Motorrad immer stabil bleibt. Insbesondere starkes Bremsen in Kurven verliert dadurch seinen Schrecken.

Mobility Solutions ist der größte Unternehmensbereich der Bosch-Gruppe. Er trug 2015 mit 41,7 Milliarden Euro 59 Prozent zum Umsatz bei. Damit ist das Technologieunternehmen einer der führenden Zulieferer der Automobilindustrie. Der Bereich Mobility Solutions bündelt seine Kompetenzen in den drei Domänen der Mobilität – Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung – und bietet seinen Kunden ganzheitliche Mobilitätslösungen. Die wesentlichen Geschäftsfelder sind: Einspritztechnik und Nebenaggregate für Verbrennungsmotoren sowie vielfältige Lösungen zur Elektrifizierung des Antriebs, Fahrzeug-Sicherheitssysteme, Assistenz- und Automatisierungsfunktionen, Technik für bedienerfreundliches Infotainment und fahrzeugübergreifende Kommunikation, Werkstattkonzepte sowie Technik und Service für den Kraftfahrzeughandel. Wichtige Innovationen im Automobil wie das elektronische Motormanagement, der Schleuderschutz ESP oder die Common-Rail-Dieseltechnik kommen von Bosch.

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 375 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2015). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 70,6 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über rund 150 Länder. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 55 800 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 118 Standorten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse.

PI8362 - 05. November 2013

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

Stephan Kraus

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