Wirtschaft

Vernetzung von Menschen, Wissen und Systemen Referat von Dr. rer. nat. Volkmar Denner,
Vorsitzender der Geschäftsführung
der Robert Bosch GmbH

anlässlich der Grundsteinlegung
des Forschungszentrums Renningen am 27.09.2012

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  • 27. September 2012
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Pressetext

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmann,
sehr geehrter Herr Landrat Bernhard,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Faißt,
sehr geehrter Herr Fehrenbach,
sehr geehrte Damen und Herren,

auch mir ist es heute eine besondere Freude, Sie hier auf der Baustelle unseres neuen Forschungszentrums in Renningen begrüßen zu dürfen. Vielen Dank dafür, dass Sie mit uns diesen Tag begehen. Denn für uns bei Bosch ist dies ein besonderer Moment – ja sogar ein Meilenstein in der Geschichte unseres Unternehmens.

Hier in Renningen setzen wir heute den Grundstein für ein Forschungszentrum, von dem aus Impulse für Innovationen kommen werden, die die Zukunft unseres Unternehmens auch weiterhin prägen werden. Sie sehen, wir verbinden mit Renningen große Erwartungen und fühlen uns deshalb diesem neuen Standort schon heute sehr eng verbunden.

In den vergangenen 20 Jahren hat unser Unternehmen in Forschung und Entwicklung rund 50 Milliarden Euro investiert. Allein in diesem Jahr werden wir voraussichtlich weitere 4,6 Milliarden Euro für die Entwicklung und Erforschung neuer Systeme, Komponenten, Technologien und Produkte aufwenden. Daran arbeiten weltweit 41 000 Mitarbeiter an 86 Standorten.

Die Suche nach noch besseren technischen Lösungen und neuen Ansätzen, um einen Beitrag zur Lösung der großen Herausforderungen unserer Zeit zu leisten, gehören von je her zu den Antriebsfedern von Bosch. So hat unser Unternehmensgründer Robert Bosch das Ziel vorgegeben: „Technik soll in der Lage sein, der gesamten Menschheit ein Höchstmaß an Lebensmöglichkeit und Lebensglück zu verschaffen." Wir haben diesen Gedanken in unser Leitmotiv übernommen und sagen heute „Technik fürs Leben“. Dieses Leitmotiv gibt uns Boschlern Richtung und die Kraft, auch schwierige technische Probleme zu lösen.

Und noch ein Zitat von Robert Bosch: „Immer soll nach Verbesserung des bestehenden Zustands gestrebt werden, keiner soll mit dem Erreichten sich zufrieden geben, sondern stets danach trachten, seine Sache noch besser zu machen.“ Beide Gedanken sind für uns Vermächtnis und Ermutigung zugleich.

Wie Herr Dieterich bereits angedeutet hat, wollen wir hier in Renningen die Menschen und ihr Wissen besser miteinander verbinden und vernetzen. Dabei sind explizit nicht nur Bosch-Mitarbeiter untereinander gemeint. Gerade durch die enge Vernetzung mit Hochschulen oder anderen Unternehmen gelingt es, unsere führende Rolle auf vielen Märkten der Welt weiter zu behaupten.

Die Vernetzung, die wir hier in Renningen anstreben, steht auch exemplarisch für die Entwicklung, die wir in den kommenden Jahren erwarten: in technischer, ökonomischer, aber auch in gesellschaftlicher Hinsicht. Wir sind der Auffassung, dass wir an der Schwelle einer Zeitenwende, möglicherweise sogar einer neuen industriellen Revolution stehen. Die rasante Entwicklung von Software und Halbleitertechnologie ermöglicht es uns bereits heute, ortsunabhängig auf Daten in nahezu unbegrenzter Menge zurückzugreifen.

Doch das ist erst der Anfang. Denn nicht nur wir Menschen werden künftig die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten des Datenaustausches nutzen. Im so genannten Internet der Dinge und Dienste werden in den kommenden Jahren auch immer mehr Geräte und Systeme ohne menschliches Zutun untereinander im Kontakt stehen. Aus heutiger Sicht werden bis in gut zehn Jahren 50 Milliarden Geräte und Systeme untereinander Daten austauschen. Dahinter steht dann aber auch eine Vielzahl neuer Geschäftsmodelle, die ein Netzwerk unterschiedlichster Dienstleistungen bilden werden, dessen Umfang und Leistungsfähigkeit wir heute allenfalls erahnen können. Hier bieten sich große Wachstumschancen, die wir bei Bosch auch nutzen wollen.

Sie verstehen jetzt, warum wir unser Projekt hier in Renningen unter das Leitmotiv „Vernetzt für Millionen Ideen“ gestellt haben.

Denken Sie nur daran, dass sie bald mit der Zieleingabe in Ihrem gemieteten Elektromobil automatisch eine Ladesäule reservieren können, die den Strom selbständig abrechnet. Und auf dem Weg dahin können Sie sich individuell zugeschnittene Angebote des Einzelhandels auf ihr Navi spielen lassen. Stromanbieter, Autovermietung, Einzelhandel… schon dieses kleine Beispiel zeigt, wie künftig verschiedene Geschäftsmodelle beispielsweise auf dem Marktplatz Mobilität aktiv sein werden, die heute praktisch noch keine Berührungspunkte miteinander haben.

Mobilität, Gebäude, Energieversorgung und vieles mehr: Wir bei Bosch haben eine ganze Reihe dieser dynamischen Marktplätze im Blick und zwar weltweit. Für unser Unternehmen bedeutet dies, dass wir künftig ebenfalls immer mehr in vernetzten Strukturen denken müssen.

Die einzelnen Geschäftsbereiche werden ihre erfolgreiche Position nur dann halten, wenn sie über den eigenen Tellerrand hinausblicken und nach neuen Geschäftsmodellen und Märkten Ausschau halten. Dabei unterstützt uns unsere Expertise in unterschiedlichen Branchen und auf allen Kontinenten; wir nutzen die Vielfalt unseres Unternehmens, das aus mehr als 300 000 gut ausgebildeten Mitarbeitern besteht.

Diese hoch motivierten Mitarbeiter schaffen technische Voraussetzungen zur Lösung der großen Herausforderungen unserer Zeit, entsprechend unserem strategischen Leitmotiv „Technik fürs Leben“. Bosch will im neuen Forschungszentrum für attraktive Arbeitsplätze sorgen und ein Umfeld gestalten, das Kreativität und Zusammenarbeit fördert

Der so genannte eCall ist dafür ein aktuelles Beispiel. Durch das Zusammenspiel unserer Geschäftsbereiche Chassis Control, Car Multimedia und Sicherheitstechnik sowie mit unserem Kunden Mercedes-Benz ist ein System entstanden, das bei einem Unfall automatisch eine Bosch-Leitstelle alarmiert. Die EU-Kommission will den eCall sogar verpflichtend einführen. In Brüssel geht man davon aus, dass die schnellere Alarmierung der Rettungskräfte jedes Jahr etwa 2 500 Menschenleben retten kann. Das, meine Damen und Herren, verstehen wir bei Bosch unter „Technik fürs Leben“!

Der Standort Renningen ist für uns aber auch ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland und insbesondere Baden-Württemberg. Hier sind unsere Wurzeln und von hier aus wollen wir auch künftig viele Grundlagen für unseren weiteren Geschäftserfolg legen.

Herr Ministerpräsident, dass Sie heute hier zu uns sprechen, werten wir als Zeichen der Anerkennung für unser Bekenntnis zum Standort Baden-Württemberg. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich bei Ihnen bedanken.
Dank sagen, möchte ich aber auch Herrn Binninger und Herrn Faißt – stellvertretend für die gesamte Gemeindeverwaltung in Renningen -, die auf Bundesebene und hier vor Ort viel geleistet haben. Ohne Ihr Engagement würden wir heute sicher nicht hier stehen. Und ich darf Ihnen versichern: Wir bei Bosch streben ein gutes und harmonisches Verhältnis mit den Bürgern dieser Region an.

Meinen Dank möchte ich mit der Hoffnung verbinden, dass nun zeitnah auch für die Bundeswehr eine gute Lösung gefunden wird. Wie wir bei Bosch braucht auch sie eine klare Planungsgrundlage, um ihre Aufgabe erfolgreich bewältigen zu können.

Meine Damen und Herren, ein Standort wie hier in Renningen kann nur durch eine gemeinsame Anstrengung von Politik und Wirtschaft entstehen. Das ist bereits bei den ersten Schritten sehr deutlich geworden. Und es wird auch für seinen späteren Betrieb gelten. Denn ohne eine funktionierende Infrastruktur, eine leistungsfähige Hochschullandschaft und der gemeinsamen Bereitschaft, beherzt neue Wege einzuschlagen, käme so ein Forschungsstandort einer Kathedrale in der Wüste gleich: prächtig erbaut und schnell vergessen.

Lassen Sie uns darum in unserer gemeinsamen Anstrengung nicht nachlassen und weiter entschlossen an diesem ehrgeizigen Projekt arbeiten und so den Weg für den Erfolg bereiten – für das Unternehmen Bosch und die Menschen in dieser Region.

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, wir freuen uns sehr, dass Sie uns heute die Ehre Ihres Besuchs erweisen. Ich darf Sie bitten, nun zu uns zu sprechen.

Vielen Dank.

 Presseinformation PI7916
 Lebenslauf Dr. Volkmar Denner
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RF00177 - 27. September 2012

Ihr Ansprechpartner für Journalisten

René Ziegler

+49 711 811-7639 E-Mail senden

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